Ausgabe 
14.1.1904 Zweites Blatt
 
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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

Are heutige Dummer umfaßt 10 Setten«

Jena oder Sedan.

machen!

Wünschen wir schließlich allen Gliedern unb Korpo­rationen unseres Volkes mehr Zucht, mehr Disziplin, mehr Nüchternheit und Einfachheit, aber auch mehr Gerechtigkeit und mehr Toleranz und jenen pfiffigenRoman"schreibern, die ernsthafte und sachliche Kritik in ernsthaften sachlichen Schriften nicht zu üben vermögen, aber die Konjunktur" auszunutzen verstehen undaktuelle" Romane schreiben, etwas weniger Beachtung,

gegen die Regierung. Es fehlt ja gewiß nicht an Anlässen zu Bemängelungen; aus dem, was z. B. Abg. Stößel (Ztr.), ein Kenner des rheinisch-westfälischen Bergbauwesens, vortrug, kann die Regierung manches Beachtenswerte entnehmen. Das war bereckftlgte Kritik. Abg. H u e (Soz.) aber, der für Bochum neugewählte Re­dakteur derBergarbeiter-tg.", überschritt mit seiner chrankenlosen Verurteilung der Tätigkeit der Bergverwalt- ngsbehördcn die Grenzen der Sackst ichkett. Wären die Zustände in den deutschen Bergwerken in der Tat so, wie Hue sie schildert, dann müßten sie als haarsträu­bend bezeichnet werden. Die Schilderung trifft aber nicht zu; es ist beispielsweise vom Reicyswgspräsibenterr Grasen Ballestrem, dem einzigen Bergwertsbesitzer, der gegenwärtig dem Hause angchört, bckanitt, daß auf seinen Zechen in Oberschlesien die Arbeiterschuß- und Wohlfahrts­einrichtungen mustergilttg sind. Bon dort ist ebensowenig wie von anderen Bergbaubetrieben berichtet worden, daß dieErregung" der Bergarbeiter über dieLässigkeit" der Aufsichtsbehörden in der Bekämpfung der Wurmtrankheit die Gefahr eines allgemeinen Bergarbettersrreiks herauf­beschwöre, den bisher verhütet zu haben, sozialdemokra­tische Abgeordnete als ihr Verdienst in Anspruch nehmen. Ein eigens für diese Reichstagsoebatte zum Bundesrat delegierter Medizinalrat setzte den Volksvertretern aus­einander, was zur Bekämpfung der Wurmkrankheit in ärztlicher Hinsicht geschehe, nachdem der preußische Han- detsminister Möller nochmals vom Verwaltung und sozialen Standpunkt Stellung genommen batte. Dte Berg- verwaltungen täten gut, den inhaltsreichen, mit Beifall ausgenommenen Vortrag des Aiedizinalrats unter den Lergarbettern verbreiten zu lassen. Das würde der Beun- rukrgung am ehesten entgegenwirken.

An der Debatte beteiligten sich u. a. vier praktische Aerzte aus dem Hause, dre Herren Dr. Hössel (Rp), Dr. Mugdan (Fr. Vpch, Dr. Ruggenberg (Ztr.) und Tr. Bect er-Sprendlingen (nl.), der scharf gegen die äußerste Linke polemisierte, wofür ihm aus der Rechten;, sogar Beifall geklatscht wurde.

Zndustrieallfieruug des deutschen OstenS.

aber dem ganzen anetdotellhasten Ausbau etwas mehr Cha-> ratter gibt. Im Mittelpunkt der Handlung steht die Kaiserin Maria Therefta, die zwar ihren Gemahl, Großherzog Franz Stephan, abgöttisch liebt, ihn aber ebenso sehr mit ihrer tollen Eisersucht plagt, und zur besseren Beobarl)tung eine förmliche Geheimpolizei aus der Hofgesellschaft hübet Die Enthüllung des ganzen Intriguenspiels, die B-efteiung von der lästigen lleberwachung und die Wiederversöhnung der beiden fürstlichen Gatten bilden den wohlgelungenen Schluß des fröhlichen Spiels, das mit echt Schönthan,cher Eleganz iebeä tiefere Eindringen in die difizilere gesellschaftliche Probleme streng vermeidet. Am lebhaftesten gestaltet sich der dritte Att, der mit großem bühnentechnischen Geschick aufgebaut ist, während der letzte Akt bedeutend abfällt. Tie Titelrolle, die alle anbercn Partten weit überraA, wurde von Frl. Eichelsheim mit voller Majestät dar- gestellt, ohne daß dadurch die liebende Gestatt ber Göttin ui den Hintergrund zu treten hatte; ihr flotter Wienerischer Tialekt sand fast eoenioviel Bewunderung, wie die Pracht ihrer vier kostbaren Toiletten. Sehr ge;chickt und der Situation angemessen war Frau Scherbarth als Her­zogin von Lothringen. Ten Großherzogs-Gemahl verstand Herr Marlow nrtt vornehmer Grandezza auszustatten und Herr Lehrmann erwarb sich ein besonderes Verdienst insofern, als er den Staatslanzler Grafen Kaunitz, die einzige, aber ganz verunglückte versuchte Charakterfigur" des Stückes, Dein Publikum trotzdem sympathisch wirksam näher zu bringen versvand Eine prächttge Szene bildete das reizvolle, gemütvolle Kinoe-rspiel im zweite» Att, und eine köstliche Episode entwickelt flch zwischen dem Hofdichter Motaftasio (Herr Loeyr, und Dem Karnmertätzchen Josefa (ftcL Müller). Biel Anlaß zum Lachen bot auch unsere ^mische Alle, Frl. Denkhausen, als Obersthofmeisterm Gräfin Fuchs. Tas Lust,Piel selber ließ das Publikum ziem­lich Satt: der durchweg vorzüglichen Darstellung spendete, es dantvaren, wohlverdienten Beifall.

In Mainz ist Karneval und daran nehmen alle Bevöllerungs sichten test. Aas. Mt M kein Mattizer

Nolitische Tagesschau.

AuS dem Reichstag.

Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 13. Januar:

Durch das Bestreben die Erörterung der Inter­pellationen zu beschleunigen, um möglichst bald zur zwetten Lesung des Etats zu kommen, hat die Sozial­demokratie einen Strich gezogen. Sie benutzte ihre Anfrage über die Wurmtrankheit unter den Berg­arbeitern zu einem breitangelegten Angriff

Ein Dresdener Blatt hat herausgebracht, daß der Ort der Handlung im MilitärromanJena oder Sedan" Pirna ist Auch bei der Schilderung seiner Personen soll Beyer­lein nach lebenden Ndodellen gearbeitet haben. Tie sym­pathische Gestatt des Romanvbersten v. Falkenhein ist ein Porträt des von allen Kreisen Pirnas, militärischen und zivüistischen, hochgescl-ätzten früheren Oberst v. Raben­horst (der jetzt als Generalleutnant ut Leipzig lebt) Selbst der Name weist auf ihn hin: aus demRaben" ist einFalke" und aus demhorst" einHein" geworden.

in lebendige Kraft vemvandelu. Redner dantte Professor v Trygalski, der das in ihn gesetzte Vertrauen gerecht- ferttgt habe, seinen Begleitern, den Schifssführern und der Mannschaft, die in den schweren Stürmen des Südpols, im Drange der Eispressungen und in eisigen Schneestürmen ihre Pflicht tadellos erfüllt hätten. Die bevorstehenden Ver- öffenttichuugen würden beweisen, wie die Kenntnisse aus ozeanographischem Gebiete, in der Flora und Fauna der Südpowrgegenden, unser Wiflen von den magnettichen Strömungen verbessert und üertteft worden seien. Ter Redner schloß, indem er des hoffnungsvollen bayerischen Gelehrten Enzensperger gedachte, der auf den Kerguelen ein frühes, einsames Grab im Dienste der Wissenschaft gefunden habe. ,

Bei dem Festmahle toastete ferner Frhr. v. Richthvfen auf den Kaiser, Graf Ballefttem auf Professor v. Trygalski, Tr. Studt auf die geographische Gesellschaft. Professor v. Trygalstt dantte den Reichs- und Staatsbehörden.

Tas bei der Begrüßung der Expedttion verlesene Tele­gramm des Reichs lmizlers Grasen Bülow hat folgen­den Wortlaut:Tie heutige außerordentliche Sitzung der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin begleite ich mit meinen besten Wünschen. Möge die zu Ehren unserer kühnen Süd­polarforscher veranstattete Begrüßungsfeier ein beredtes Zeugnis davon sein, wie wir alle die erzielten schönen Erfolge deutscher Forschung würdigen und für die im Inter­esse der deutschen Wissenschaft gebrachten Opfer zu danken wissen." Wettere Telegramme gingen ein von Nanf en und Rordenskjöld.

3t Bc Darmstadt, 12. Ian. Tas neue Lustspiel von F. p. Schöuthan ,Maria Theresia" kam heule abend int Hoftheaier zur ersten Aufführung »ib er» zielte dank seiner tveffllÄeu ^rtzenicrung runen «mchm- daren Äetter^irsersÄlg. Schönthcm beherrscht hier wieder mit altgewohnter Routine jein spezielles Gebiet ferner Salonwmik; das historische Gewand, mit dem er seine Figuren umgibt, ist ledchttch M erwünschtes Beiwerk, das

Für die Industrialisierung des Ostens, von der vor einiger Zett viel gesprochen wurde, scheint die preußische Regierung sich nicht sonderllch za erwärmen. Tie Sache hat eben ihre außerordentlichen Schwierigkeiten und ist insofern mit einem bedeutenden Risiko verknüpft als ein dringendes praktisches Bedürfnis für die Zn- dustrialisierung dttfer überwiegend landwirtschaft-- l i ch e n Gebiete wohl nicht vorltegt. Fraglich ist auch, ob die Industrialisierung den deutschncttionalen Interessen för­derlich sein würde, denn sie könnte nicht durchgeführt: werden ohne die vermehrte Heranziehung sla->. Vischer Arbeiter, deren gerade genug zu landwirö-, schastlicher Arbett über die Grenze kommen und auch iaf den Zuckerfabriken des Ostens beschäftigt werden. Begrün­det ist wetterhin das Bedenken, daß die Polen alsbald auch auf industriellem Gebiete mit den Deutschen in Wett­bewerb treten würden, der um deswillen nicht aussichtslos für sie wäre, als das polnische Fabrikat'in Russisch-Polen, Galizien usw. bevorzugt werden würde. Das Absatzgebiet für deutsche Jndustrieerzeugnisse in der Ostmark könnte, zumal bet den wenig entwickelten Verkehrsverhältnissen, also nur beschränkt sein, was bei den hohen Produktions­kosten die Rentabilität industrieller und großgewerblicher Unternehmungen in Frage stellen müßte. Die Industriali­sierung des Ostens verspricht Erfolg offenbar nur, wenn Staatsgelder in bedeutender Höhe und auf Zähre hinaus in den Dienst dieser Bestrebungen gestellt werden. Es ist aber keineswegs ausgemacht, daß der Erfolg zu den Aufwendungen im richtigen Verhältnis stehen würde. Deshalb erscheint die Zurückhaltung der preußischen Re­gierung begreiflich

Ter RomanJena oder Sedan" von Franz Adam Be y erlein wird außerordentlich viel gelesen; man könnte fast sagen, er geht von Hand zu Hand, von Haus zu Haus, er hat jedenfalls ganz außergewöhnliches Aufsehen in der Oessentlicksteit gewackst, denn er behandelt ein aktuelles Thema unser Militär. Beyerlein hat auch ein bei uns in Gießen wohlbekanntes Theaterstück geschrieben, das sich im militärwn Milieu bewegt, denZapfenstreich'. Zwischen diesem und dem RomanJena und Sedan" ist allerdings ein großer Unterschied. DerZapfenstreich' ist ein etwas grob geschnitztes, auf sensationelle Wirkung an­gelegtes Strich dlem aber sicherlich keine spezifisch anti* militärische Tendenz innewohnt es ist in dieser Be­ziehung ehrlicher als der vielbewunderteRosenmontag" Hartlebens denn die im Stück vorgeführten militärischen Charaktere sind wir haben das beretts an anderer Stelle des Längeren ausgeführt im ganzen prächtige Menschen, von keinerlei moralischen Unterwerten. Selbst der Leut­nant von Lauffen ist nicht unter das moralische Mittelmaß gesetzt; was er sich mit der Tochter des Feldwebels leistet, kommt in den gut bürgerlichen Kreisen, in der jeunefte borec, alle Tage vor; der Leutnant von Lauffen hat diesen Leuten gegenüber sogar noch einige Points vor, denn er ist ein mutiger Charakter, dessen Ideal es ist, in Ausübung einer glanzenden militärischen Tat fürs Vaterland oder sagen mir für eine militärische Idee zu fallen. Ideen oder Ideenbegeisterung wttd man bei der jeunesse doröe ver­geblich suchen. , ..

Der RomanJena ober Sedan" hat dagegen eine direkt antimilitärische Tendenz; er will unser Heer und namentlich, unser Offizierkorps als in moralischer Zersetzung befindlich hinstellen. Beyerlein konstruiert sich hierzu Individuen, bereu partikulare Existenz wohl niemand bestreiten wird, bie aber sicherlich nicht typisch sind. Forbach ist doch nicht die Normal-Garnison im Deutschen Reich

Die Sache liegt ja auch viel einfacher Beyerlein wustte, daß wir in der Periode der milttärischen Roman- und Theater-Literatur leben; dasmttitärische Milieu" ist be­gehrt im Preis, es hat Zugkraft und vermag dem deutschen Spießbürger die sonst für literarische Zwecke so fest­sitzenden Nickel aus der Tasche zu locken. Sv etwas nützt ein ftndiaer Kops aus. Da Beyerlein nun sein Jahr alsFrei­williger" ab gedient bat, ist erSach- und FachLenner" und i>a er außerdem noch, die Gabe des Fabulierens besitzt und deutsche Perioden vielleicht um eine Kleinigkeit besser und leichter zu bauen vermag als feine Mit-Abtturienten, so schreibt er eben einen Roman, von dem er weiß, daß 65 #3m/temfte gesprochen: wir bezweifeln keinen Augen­blick daß es au unserem militärischen Körper viel wunde Stellen gibt; der Unteroffizier bedürfte sicherlich einer Qualttätsverbesseruug und tut Off Hierkorps läuft mancher Leutnant hemm, dem es schwer sältt, ein Jdealmensch zu fein. Aber der Unterleutnant ist doch nicht der Reprasen^ taut des Offizierkorps! Vom Hauptmann angefangen nach oben sind doch die weitaus meisten Offiziere solide, nüchterne und gesetzte, mit Leib unb Seele von inniger Hingabe zur deutschen Armee erfüllte Charaktere, die vom Ernst des Lebens und der Stelllrug rücksichtslos erzogen werden. Gewiß fehlt es auch hier nich'tt wie derRhein. Kour." ganz richttg ausführt, an ' ,-Simplicissttnus"- und Beyerleinschen lyiguren, aber es sind doch nicht die Typen. Das ist eben die furcht­bare Ungerechtigkeit dieser dem leichten Prosit nackstagenden Dichter' undSchriftsteller', daß sie das Judividualbild verallgemeinern. Tu lieber Gott! Wenn man nach diesem Prinzip verfahren und in seinem ®eijt Romane über tausend andere Berufsarten schreiben woltte Beyerlem hat z. D. selber in settiem weit besseren RomanDas graue

Leben" die Arbeiter wett mit sclstrner Objektivität charatteri- iert und ihr vielfach eigenes, leichtfertiges Verschulden von Mißgeschicken mannigfad)er Art nachgewiesen, bann bliebe an der ganzen Gesellschaft kein guter Fetzen.

Mr denken die Sache liegt so: Jeder Stand hat alle Ursache, sich selbst an der Nase zu fassen, und sich zu bessern, auch der mttitärische. Aber es ist ein e k e l Haftes Pharisäertum sondergleichen, sich ostentativ über einen Stand herzumachen, der sich stets der Abneigung des Phttistermuis erfreut, der auf dem Präsentier­teller sitzt und so bequem, so leicht unb so erfolgreich angerissen werben kann. Gewiß: bas Militär hat seinen Kastengeist, mehr als nötig ist. Aber ist der Kastengeist anderwärts weniger? Wir erleben es alle Tage, daß das Dtttglied irgend einer Familie in Acht und Bann getan wird, wenn es nichtstandesgemäß" heiratet. Das deutsche Bürgertum sollte sich mehr Würde gegenüber der gesell­schaftlichen Sublimttät des Militärs aneignen; aber die Lautefi en Schreier werdenMilitär fromm", wenn der Sohn Reserveleutnant wttd und sie versäumen nirgends und nie­mals, die Wett von diesem wichttgen Ereignis mit gebühren­dem Applomb in Kenntnis zu setzen.

Alles in allem: Weil Franz Adam Beyerlem m der langen Praxis eines Frettottligenjahres einen unfähigen Regimentskommandeur, einige angekränkelte Leutnants­fiauren gesehen, von ein paar Kriegsgerichtsfltzunaen, be- dauerlichen militäristtfen Unfällen und Manöverschnurren geljört hat und wett er nur den Auswuchs, nicht aber bie militär-psychologische Grnnbidee erkennen kann bes- balb stehen wir noch lange nicht vor einem Jena.

Und was nun denkünstlerischen" Wert dieses Buches anbetrifft, so kann man nur sagen: es steht in dieser Beziehung unter aller Kritik. Es ist ein Mische masch von fader Gartenlaubenromantik unb einer Art bru­talem Scheinrealismus, ber nichts als widerlich ist. Tie An­häufung von gemeinen Handlungen, Untaten unb Unglücks­fällen wirkt anfangs schauerlich, schließlich aber lächerlich. Das Buch ist also auck), literarisch betrachtet, sicherlich nicht ernst zu nehmen, sonbern in eine Reihe zu stellen mit Kolportageromanen, bie sich auf Hintertreppen brett

Die Mitglieder der deutschen Südpolar- Hrptdition in Rerliu.

Berlin, 13, Jan.

Qur feierlichen Begrüßung ber Mitglieder der deutschen Südpolar Expedttion hatte die Gesellschaft für Erd­kunde heute abend einen Empfang veranstaltet. Er­schienen waren Graf Posadowsky, Stacttssettetar F^bcherr v Richt ho ;cn, Minister Tr. Studt, Admiral v. Tirpitz, Gras Tallestrem, Herzog Johann Mbreckft von Mecklenburg, Prinz Ernst von Sachken-Altenburg, Prinz Arenberg, General­oberst v. Hahnke und viele andere. Nachdem ber Vorjitzenbe ber Gesellschaft, Frhr. v. Nichthofen, bie Mitglieber ber Expe- bitioTi begrüßt hatte, hielt Prof. v. Dftygalski einen durch eine Reihe von Lichtbttoern illusttierten, nnt großem Beifall aufgenommenen Borttag, in dem er auf die Schick;ale der Erpedttion einging, diese eingehend schittderte um> mtt der Feststellung schboß, daß die Spedition neues Land e f u n b e n habe und damit die alte Streitfrage über bie Ausdehnung des cmtartti.chen Kontinentes über 10 Langen- grabe gefördert habe. Sodann wurde Prof. v. ^rygalsti die goldene Nachtigall-Medail'le überreicht. So­dann begann ttn $Jiebenfaate das Tiner.

Hieroei hsett Starrs.ekretär Graf Posadowsky eine Ansprache. Er wies auf die Fortschritte ber Technik, die das glänzende Gelingen ber Expedttion ermöglicht habe, hm. Es war so möglich, ein Schiff hinauszusenden, das s»ch in seiner WiderscandSlraft gegen den Siurm als vorzüglich bewährte und es den Gelehrten ermö-lickste, m -enrral- aeheizten Räumen bei elektrischem Lich^ zu arbeiten. Em Fesselixillon erweiterte das Gesichtsfeld der Forschung Spreuamittel sck-oben den Zettpmitt der Einschließung des Sttnfses im Eise lstnaus. Tie Chemie lieferte to Vorzug liehe Nahrungsmittel, bcch wir bie*,e nock) watt) St. Louis auf bie Weltausstellung schicken, um auch dort zu zeigen, was wir aui diesem Gebiete leisten. Aber den schließlichen Grfola sichern nicht die bestvorberetteten Emrichtungen, souderu Kopf und Herz ber Diäuner, die den leblosen Stoff

Nr. 11 Zweites Blatt. 154. Jahrgang Donnerstag 14. Januar 1904

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