Quickborn. 12. Beschaffung von Bohrröhren für die Pump st atro n Qucckborn. 13. Anlage von CinfassungSgrübcrn aus öem Friedlwf am Rodtberg. 14. Verbesserung des Haupt- lveaeS hinter der Leichenhalle auf dem Friedhof am Rodt- bera. 1\ Remnung des Gas - und WassertoerkS für 1903. 16. Rechnung des GlektrizitatswcrkS für 1903. 17. Voranschlag der Armenkasse für 1905. 18. Voranschlag der Plock scheu Stiftung für 1905. 19. Gesuch des Gustav Trinkaus um Vergrößerung des Wirtschastsbetriebes im Haufe Seltersweg 50.
• * Die Zweite Kamin er tritt am nächsten Donnerstag wieder Zusammen. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen u. a.: der Gesetzentwurf, die Forstverwaltung im Großherzogtum betreffend, die Gebührenordnung für die Notare (vgl. den besonderen Artikel in der heutigen Nummer); der Antrag der Abg. Köhler und Genossen, den landwirtschaftlichen Unterricht in bcji ländlichen Fortbildungsschulen betreffend; die Vorstellung des Landcs- LehrervcreinS, Erhöhung der Pensionsbezüge der vor deni 1. April 1900 m Ruhestand getretenen Volksschullehrer im Großherzogtmn betreffend; die dringliche Anfrage des Ab- geortm, Damm, Verunreinigung der Usa betreffend; die Anfrage der Abg. Köhler und 28 Genossen, daS landwirtschaftliche Institut der Landesuniversität betreffend, und die dringliche Anfrage der Abg. Schlenger, Reinhart und Genossen, die Verunreinigung der Flüsse betreffend.
• • Die Festrede, die Professor Dr. Krüger bei der Feier zum 400jährigen Gedächtnis der Geburt Landgraf Philipps des Großmütigen in der Aula der Landesuniversität am 12. November d. I. im Beisein Sr. Königl. Hoheit des GroßherzogL hielt, ist soeben in der Ricker'schen Verlagsbuchhandlung in würdiger Ausstattung erschienen.
• * Theater-Verein. Die vierte Vorstellung findet <m diesem Freitag, dem 16. Dezember, statt. In ihr tritl Frl. Eenta Brs vom Thaliatheater in Hamburg als Gast auf. Sie spielt die Hauptrolle der 17jährigen Orti in L. von Keyserlings poesievollem Schauspiel »Ein Früh- lingSopfer". Bilder der Künstlerin, teilweise in dieser Rolle, liegen schon seit einigen Tagen in den Schaufenstern der Herren Hochstätter, FreeS i:nd Challier aus.
* * T e r" T e ch n i s ch e Verein Gießen veranstaltete am Samstag abend einen sachwissenschaftlicheu Vortragsabend im Easö Ebel. Ingenieur B. Fertsch, Teilhaber der Firma Fertsch u. Eigel und Mitglied des Vereins, hatte es in liebenswürdiger Weise übernomnien, einen lieberblick über die Entwicklung und die Verwendung der Elektrizität zu geben, verbunden mit praktischen Vorführungen. Alle Anwesenden folgten mit Spannung oen Ausführungen des Vortragenden, besonders interessierten die verschiedenen Arten Lampen, die Motore, Ventilatoren, das Plarteisen und die Kocheinrichtung. Letztere wurde prakrisch erprobt; inr Augenblick war kochendes Wasser bereitet, da« in Form von Grog zum Kosten hcrumgereicht wurde. An den lehrreichen Vortrag schloß sich eine kleine Diskussion an.
♦* Der Bezirksverein Gießen und Umgegend des Oberhesslschen Bienenzüchter-Vereins hieli vorgestern in der Restauration Bauer seine diesjährige Haupt- Versammlung ab, welche recht gut besucht war. Dem Jahres- bericht des 1. Vorsitzenden ist folgendes zu entnehmen: Die Auswinterung fiel an den verschiedcuen Orten, kentgegen den gehegten Hoffnungen, recht schlecht aus, ferner' konnte die Blütezeit durch die Ungunst der Witterung wenig ausgenutzt werden. Dennoch darf das Jahr 1904 im allgemeinen als ein gutes bezeichnet werden; es war jedenfalls weit besser als 1902 und 1903. Es gab viel Schwärme und viel Honig. Tie Schwärme waren frühzeitig und halten Gelegenheit, sich gut zu entwickeln. Der Mitgliederbestand betrug bei Jahresbeginn 129 und ist jetzt auf 153 gestiegen. Es fanden sieben Monatsversammlungen statt, in welchen laufende Fragen erledigt und über zeitgemäße Theinata der Bienenzucht Vorträge gehalten wurden. Voin Hauptverein wurden zur Ver- befferung der Bienenweide 10 Kg. Samen der Phazetia, einer stark Honigenden Pflanze, zur Verteilung an die Mitglieder überwiesen. Mit Genugtuung wurde auch auf das Entgegenkommen der Staatsbehörden, der Forstwirtschaft und der Eisenbahnen aufmerksam gemacht, welche ebenfalls durch An- pstanzungen von Honigenden Gewächsen die Lage der Imker verbessern helfen. Die dann folgende Neuwahl des Vorstandes ging glatt von statten; es wurden in Anbetracht der verdienstvollen Tätigkeit die seitherigen Herren wiedergewählt: Buß-Leihgestern, 1. Vorsitzender, Spitz-Gießen, 2. Vorsitzender, Döll-Wieseck, 1. Schriftführer, Müller-Wismar, 2. Schriftführer, Schmidt-Gießen, Rechner. Die Rechnungsablage erfolgt erst in der Ende Januar n. I. stattftndenden Versammlung. Zum Schluffe wurde noch bekannt gegeben, daß voraussichtlich Mitte des nächsten Jahres die 25jährige Jubelfeier des Bezirksvereins stattsindet. Sie soll in größerem Nahmen gefeiert werden.
b. Oppenrod, 12. Dez. Vor einigen Tagen haben die hiesigen Holzhauer einen seltsamen Fund gemacht. Einer der Leute fand im Wurzelwerk eines Buchenstockes eine Taschenuhr aus älterer Zeit. Natürlich war sie nicht mehr in gutem Zustande, einzelne Teile fehlen ganz, während andere noch gut erhalten sind. Jedenfalls ist die Uhr einmal dahin begraben worden.
p. Röthges, 12. Dez. Am Samstag dem 10. d. M. wurde im Saale des Wirtes Guntrum hier gegen 10 Uhr abends eingebrochen. Mittels eines alten Rockes wurde öie Fensterscheibe des Saales eingedrückt und der Einbrecher gelangte dann durch Einsteigen in das Haus. Das Dienstmädchen wurde durch das Geräusch aufmerksam und rief in den Saal, worauf ihr ein Mann, angeblich ein Handwerksbursche mit langem Bart, entgegentrat und ihr ,Guten Abend" wünschte. Das Dienstmädchen schlug Lärm und der Dieb ergriff durch das Fenster die Flucht. Das hiesige Gericht ist bemüht, den Einbrecher dingfest zu machen.
b. Rockenberg, 10. Dez. Eme rege Bautätigkeit herrscht seit diesem Jahre im Landeszuchthaus Marien- schloß. Acht Wohngebäude mit je zwei Wohnungen für Gefangenenaufseher sind erbaut worden, fünf sind bereits seit Herbst bewohnt, drei werden im Frühjahr bezogen. Die Gebäude sind in ihrem Aeußern recht schön und sehr geräumig. Da die Räumlichkeiten für die Gefangenen seit Jahren nicht mehr auSrelchen, ist der Neubau eines ZellenflügelS bejchlossen worden, mit rvelchem noch im Winter begannen werden soll. Ter Neubau schließt sich nordöstlich an das Zuchthaus an und wird für Einzelhaft
eingerichtet. DaS ca. 10 Morgen umfassende Gelände wurde schon vor einigen Jahren angekaust. Viele Zuchthäusler mußten in den letzten Jahren nach Biltzbach überführt werden, um in der dortigen Zellenstrafanftalt ihre Einzelhaft zu verbüßen. Aber auch die Zellenstrasanstalt Biltzbach ist überfüllt. Im LandeSzuchthaus Marienschloß sind jetzt ca. 2 5 0 Gefangene untergebracht, etwa 40 weibliche und 220 männliche.
d. Gedern, 12. Dez. Gestern abend veranstaltete Pfarrer Germer im Saale des „BergwirtshauseS" einen Lut Herabend mit einem Vortrag an der Hand von Lichtbildern. Eine am Schüsse veranstaltete Sammlung frei» williger Gaben wies einen ziemlich hohen Betrag auf. Der nach Deckung der Unkosten verbleibende Ueberschuß soll für die bessere Beleuchtung der hiesigen Kirche verwandt werden. Im Laufe deS Winters sollen noch andere Vorträge zum gleichen Zivecke slattfinden.
kleine A it te i Lun fl cn au s Hessen und den Nachbarstaaten. In der Nacht vom Sonntag auf Montag erhängte sich die Ehefrau des Schneidmüllers Johs. S. in Nt ü n st e r. Die Frau war schon längere Zeit krank.
Acr gntwuif 6er Gebüsrenordnung fftr öle OroA Yotare.
Im großen um) ganzen teilt der 2. Ausschuß der zweiten Kammer den Standpunkt der Regierung, weicht aber trotzdem in einzelnen Punkten sehr wesentlich von der Ansicht der Regierung ab. Ganz besonders bemängelt der Ausschuß, daß die Gebührenordnung hinter den Gebührensätzen sämtlicher deutscher Staaten in der Mehrzahl der Fälle weit zurüableibt. Tie Regierung hat dies damit gerechtfertigt, daß wir ein sogen. Rechtsauwaltsnotaria.t hätten, bei welchem das Notariat nicht die einzige Einnahmequelle der s)totarc sei. Der Ausschuß vertritt demgegenüber die Ansicht, daß die Trennung des Notariats von der Rechtsanwaltschaft das Ziel der Zukunft sein müsse, daß ein in sich selb st lebenskräftiges Notariat erstrebt werden müsse.
Bei Art. 21 ergaben sich im Ausschüsse selbst Meinungsverschiedenheiten. Drei Mitglieder stimmten für die Regierungsvorlage, drei dagegen, indem sie eine andere Bemessung der Gebühr für Beglaubigungen verlangen; als Gebühr wird eine Wortgebühr vorgeschlagen, die sich zwischen 1 und 10 Mk. bewegen soll. Vielleicht wäre diese Regelung praktischer und auch entsprechender, daher hat ich auch die Regierung mit dieser eventuellen Aenderung einverstanden erklärt.
Auch bei Art. 29 hat sich eine Meinungsdifferenz bezüglich der Gebühr zwischen Regierung und Ausschuß ergeben, indem der Ausschuß die Gebühr von 50 Pfg. beanstandet und es als für das Ansehen des Notars nicht örderlich erachtet, wenn man eine Tätigkeit eines öffentlichen Urkundsbeamten in der Stellung eines Notars mit 50 Pfg. entlohnt. Tie Regierung wies indessen darauf hin, daß es sich hier um ein Nebengeschäft handele, daß der irotokollierende Beamte in der Regel schon bei dem Hauptgeschäft tätig gewesen und entlohnt worden sei. Schließlich haben sich Ausschuß und Regierung dahin geeinigt, daß ersterer im Einverständnis mit der Regierung eine andere Fassung des Art. 29 beantragt. Darnach soll der Notar bei Werten bis zu 2000 Mk. 1 Mk., bei Werten über 2000 Mark 2 Mk. erhalten. Erfolgt die Beantwortung einer Eintragung im Anschluß an eine andere gebührenpflichtige Beurkundung des Notars, so soll die erwähnte Gebühr bei Werten bis zu 500 Atk. nur 50 Pfg. betragen.
Bei Art. 37, welcher die Schreivgebühren behandelt, chlägt der. Ausschuß eine Erhöhung von 10 Pfg. auf 20 Pfennig pro Seite vor, wie es auch in der bayerischen Gebührenordnung festgesetzt ist. Tie Erfahrung hat gelehrt, i)aß die jetzige Gebühr keine zureichende Vergütung dar- tellt für die Auslagen, die Mühewaltung und Verantwortung des Notars. Tie Regierung wird kaum Grund haben, hiermit nicht einverstanden zu sein.
Bei Art. 39, welcher über die Entschädigung der Notare bei mittels Automobil, Fahrrad usw. ausgeführten Dienstreisen behandelt, war der Ausschuß der Ansicht, daß die Notare bei Dienstreisen den richterlichen Beamten gleichzustellen seien, weshalb er auch eine Fassung in diesem Sinne beantragt.
Bei Art. 43, welcher die Möglichkeit der freien Vereinbarung einer Gebühr bei einzelnen Geschäften gewährt, hält es der Ausschuß für angemessen, wenn dem Notar für Beurkundungen zur YLachstzeit, d. h. zwischew8 Uhr abends und 8 Uhr morgens, eine Zusatzgebühr bewilligt wird. Eine solche ist sowohl von der bayerischen wie der preußischen Gebührenordnung vorgesehen. Ter Ausschuß ist auch einstimmig der Ansicht, daß die mit der 'Nachtarbeit verbundene außergewöhnliche Müheleistung, ganz abgesehen von den möglichen gesundheitlichen Nachteilen, auch besonders vergütet werden muß.
Damit hat sich die Regierung noch nicht einverstanden erklärt. Ter Ausschuß hat trotzdem eine Zusatz gebühr von fünf Zehntel für diese Fälle beantragt, ev. als besonderen Artikel.
Im übrigen stimmen Regierung und Ausschuß, wie bereits erwähnt, fast ganz überein, sodaß sich die meitere Beratung rasch erledigen dürfte. Auch sind im übrigen die Aendermigen gegen die bestehende Gebührenordnung recht gering. Sicherlich kann man die neue Gebührenordnung als noch immer sehr „billig" bezeichnen, aber das Notariat soll sich eben bei uns noch mehr einbürgern und die Landbevölkerung soll den Wegfall der Befugnisse des Ortsgerichtsvorstehers leichter verschmerzen, bezw. durch die Eiusührüng des Notariates leine wesentliche Verteuerungen der Beurkundungen usw. erleiden. Mit der Zeit werden wohl auch hier wesentliche Aenderungen eintriiien.
* Kleine Tageschronik. Der bekanntlich unter dem Verdachte des Verrats militärischer Geheimnisse verhaftete Bursau- vorfteher der Germaniawerft in Kiel, Barkemayer, wurde frei- gelassen. da nach dem Ergebnis der Voruntersuchung nur toiyen unlauteren Wettbewerbs Anklage erhoben werden könne. Flu^it- verdacht liege nicht mehr vor. — In Kiel ist der Oberlauv is- gcrichtsrat Geh. Justizrat von Bernstorfs an Blutvergiftung infolge einer H ü h n e r a u g e n o p e r a t i o n gestorben, y Am Sonntag haben an zwei verschiedenen stellen des p eruani - s ch e n (Gebietes heftige Erdbeben stattgefunden. Wie es heißt, find zahlreiche Personen demselben zum Opfer gefallen.
Kunst und Wissenschaft.
Christiania, 12. Dez. Der Arzt vendrik Ibsens, Dr. Bull, erklärte die Nachricht, nach welcher der Dichter einen Rückfall erlitten und im Sterben läge, fei durchaus uuocgrändet. Hendrik Ibfen sei nach den Ohnmachtsanfällen, die er vor einiger Öeit hatte, vollständig wiederher gestellt.
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Problems für das neue Lessing-Theater z u Frank- n r t a. M., wo die dem Bahnhofplah zngekehrte, von zwei Kuppeln flankierte, imponierende Hausteinfasiade im Parterre^ geichos; ein großes elegantes Cafd-Restaurant mit darüber befindlichen großen Saal zur Aufstellung von 12 Billards enthält. E- war sehr schwer, aus dem nur zirka 1800 Quadratmeter großen Bauplaß, außer dem voreNvähnten Restaurant mit den dazu gehörigen Wirtschaftslokalitäten noch Raum für ein modernes edjiuu* pielHaus mit weit über 1000 Plätzen zu gewinnen. Hier zeigt die nach der Karlstraße gelegene Seiten- und Hinterfront die so charakteristische Teilung des Gebäudes nach seiner eigentlichen Bestimmung, indem das für die Aufnahme der Zuschauer bestimmte 5)aus einen eleganten Palast-Charakter trägt und in seinem Innern an Luxus und Komfort sicher die üppige Großstadt am Main be- riebigen wird. Dagegen erhebt sich hinterwärts des Vorhanges, der die Welt der Phantasie dem Auge des Beschauers entzieht, eine Gralsburg in romanischen Formen, bereit gekuppelte Arkadenfenster, Söller, Turme und Kupferdächer in reizvollster, überzeugendster Weise ausdrücken, daß hinter diesen Mauern andere Menschen leben und streben.
— Gorkis Selbftbiographie. Maxim Gorki sandte seinem Verleger, der ihn um eine Autobiographie angegangen hatte, nach der „N. Fr. Pr." folgende Zeilen ein: 1878 Schuster- lehrlmg, 1879 Lehrling bei einem Zeichner, 1882 Geschirrwäscher an Bord eines Dampfbootes, 1883 Bäcker, 1884 Hausmeister, 1885 Bäcker, 1886 Chorist bei einer Wandertruppe, 1887 Apfelverkäufer tu den Straßen, 1888 Selbstmordkandidat, 1889 Aovo- katenschreiber, 1891 Fuhwanderer durch Rußland, 1893 Taglöhner bei der Eiseitbahn, 1894 erschien meine erste Novelle. Schrift- teller Maxim Gorki.
Arbcllcrvtwcgung.
Gera, 12. Dez Eine Lohnbewegung unter bett Webern und Textilarbeitern in Gera und Greiz ist von langer Hand vorbereitet, wird aber keine schlimme Folgen für beide Teile haben, da von den Arbeitern selbst die Forderungen eines Lohnzuschlages von 25 Proz. als unannehmbar für die Fabrikanten bezeichnet werden. Die Arbeiter werden nachgeben, wenn die Unternehmer einiges Entgegenkommen zeigen. Tie Arbeitgeber der Branchen in Deutschland stehen den Arbeitern geschlossen gegenüber.
Herichlsjaal.
Geestemünde, 12. Dez. Tie Strafkammer verurteilte 1L Bau Handwerker und Arbeiter, die beim Bahnhofskrawall während des A u s st a n d e s im Baugewerbe am Abend und in der Nacht des 25. August beteiligt waren, wegen Landfriedensbruches zu Strafen von 3y2 bis 8 Monaten Gefängnis, wobei ihnen die Untersuchungshaft mit 2y2 Monaten angerechuel wurde. Drei Angeklagte wurden freigesprochen.
des der
Landwirtschaft.
Tabak. Tas 4. Heft der Vierteljahrsheste zur Statistik Teutfchen Reichs, Jahrgang 1904 enthält u. a. eine Statistik Tabakernte und -besteuerung im deutschen Zollgebiet für das
Erntejahr 1903 (1. Juli 1903 bis 30. Juni 1904) und im Anschluß daran einen vorläufigen Nachweis über den Tabakanbau im Jahre 1904. Mit Tabak bebaut und abgeerntet wurden im Jahre 1903: 16 552 Hektar gegen 1902: 17 325 Hektar, 1901: 16 963 Hektar, 1900: 14751 Hektar. Tie Ernte an trockenen, dachreifen Blättern betrug 33 072 Tonnen (1902: 37 698 Tonnen, 1901: 40 013 Tonnen, 1900: 31790 Tonnen). Tie angebaute Fläche war also 773 Hektar, die geerntete Tabakmenge 4626 T. geringer als im Vorjahr. Ter Turchschnittsertrag von 1 Hektar belief sich, für das ganze Zollgebiet bereckmet, auf 20 Doppel- Zentner gegen 21,8 D.-Ztr. im Vorjahr und 23,6 T.-Ztr. in den Jahren 1901 und 1900. In den einzelnen Bezirken waren die Erträge wie gewöhnlich sehr verscksteden, sie schwanken zwischen 11,7 T.-Ztr. in Schlesien und 26,5 T.-Ztr. in Hessen-Nassau. Ter mittlere Preis für 1 T.-Ztr. dachreifen Tabak berechnet sich, einschließlich der Steuer, für das Zollgebiet auf 82,6 Mk. wie im Vorjahr. Nach den Berichten der Direktivbehörden war die Tabakernte verhältnismäßig gut bis befriedigend in Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Posen, Hessen, Dcecklenburg, Anhalt, Elsaß- Lothringen und Baden, im übrigen mittelmäßig und noch geringer. Nicht selten schädigte falte Witterung im Frühjahr, stellenweise auch Ungeziefer, die jungen Pflanzen; eben jo behinderten ungünstige WitterungSverhältnisse im Sommer mitunter die Entwickelung. In einzelnen Fällen minderten Hagelschlag und Krankheiten der Pflanzen den Ertrag. Tie Erntezeit war meist günstig, auch 'die Fermentation verlief im allgemeinen gut. Allerdings sollen sich viel Absall und starker Gewichtsverlust ergeben haben. Die Tabaksteuer ergab für das Erntejahr 1903 einen Ertrag von 11,7 Mill. Mark, der Zoll vom Tabak 58,3 Mill. Mark. Nach Llbzug der gezahlten Aussiihrvergütimgen (Zollvergütung: 241 182 Mk., Steuervergütung: 101614 Mk.) verblieben als Reinertrag der Tabakabgaben 69,6 Mill. Mk., d. i. 1,17 Mk. auf den Kopf^der mittleren Bevölkermng. Der Verbrauch an fabrikattonsreifem Roh- tabak berechnet sich unter Beinlcksichtigung der Ein- und Ausfuhr auf 1,54 Kgr. für den Kopf. Ter vorläufige Nachweis über den Tabakanbau ergibt als Gesamtflächeninhalt der im deutschen Zollgebiet mit Tabak bepflanzten Grundstücke 15 906 Hektar gegen 16 552 Hektar im Jahre 1903. <
Kandel und DerKeyr. Wolkswirtschaft.
Das Börsen g e setz. Tie Novelle zum Börsengesetz. W sie aus den Beratungen der Zbommission hervorgegangen lst, hat all das nicht gebracht, worauf man, in Börsenkreyen noch emige Hoffnung setzt. So wurde zum mindesten gehofft, daß der Düferenz- einwand^ der Treu irnd Glauben int gefchastlrchen Verkehr geradezu Ho Iw sprach, beseitigt wird; der Trffer.enzeinwand blerbt bestehen. Auch nicht einmal das Börsenreglster ist aus dem Gesetz herausgekommen. Tie Gleichstellung der , Bors en- und Handelsregister ist gescheitert. Nun kann, wer int Handelvregister eingetragen, sortan ebensowenig den Difsereuzeinwand aus Borsen- gcschästen erheben, wie der ins BörsenregistLr Eingetragene. Wer gar iiicht eingetragen ist, sür den ist der Tifferenzemwand glücklich tomemert. 2. Januar wird in Pegau (Sachsen)
eine von der Reichsbankhauptstelle in Leipzig abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschenktem Girover ehr eröffnet und zugleich ermächtigt werden, auch Wechsel auf Groitzsch einzuziehen.
Spielfilm- der vereinigten Frankfurter Stadttheater. ö Opernhaus.
Mittwoch den 14. Dezember*): 3. Abonnements- Konzert. Donnerstag den 15. Dezember: „Lomfe. ^yeitag den 16 Dezember: Zil Beethovens Geburtstag: „Fidelio. Sams- lag den 17. Dezember: „Tas Schwalbennest/ Sonntag den 18 Dezember nachmittags halb 4 Uhr: „Die H-ledermauS. Abends 7 Uhr: Zu Webers Geburtstag: „Der Freischütz." Montag den 19. Dezember geschlossen.
Schauspielhaus. M
Mittwoch den 14. Dezember *): „Der zündende Funke.
hierauf: «Der Vetter." Donnerstag den 15. Dezember: „Die Kilngsrau von Orteans." Freitag den 16. Dezember: „Die Bieder- leute." Samstag den 17. Dezember: „Der zilndende 6"nke. Hleraiis: „Ter Vetter." Sonntag den 18. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „All-Heidelberg." Abends 7 Uhr: „Die Blederleute. Aiontag den 19. Dezember: „Die Logenbrüder."
*) Anfang, luemi nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhrv


