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13.10.1904 Zweites Blatt
 
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9!v. 241 Zweites Blatt.

154. Jahrgang

DsN^erstag LZ. Oktober 1904

Erscheint täglich Ausnahme des Sonntags.

Di«Gletzener Familienblätter- werden dem ^Anzeige, viermal wöchentlich beigelegt. Der -hesfllche Landwirt* erscheint monaUtch einmal.

Giehener Anzeiger

Rotationsdruck und Verlag der KrÜhl'lche» UnwerütäLSdruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition u. Druckerei: Schulstr.?.

Tei. Nr. 5L Lelegr.-Adr. r Anzeiger Gießen,

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eietzen.

Neöer die Fl fache des Witvoi-Aufstand^s äußert sich ein mit den Verhältnissen des Nama-Landes vertranter Gewährsmann derWelt-Korr." solgender- tnaßen:

AlS wahren Grund des AufftandeS sehe ich den Ein­druck an, den die Witbois und die anderen südlichen Stamme von dem bisherigen Werlaus des Herero-Feld­zuges haben, der ihnen als Mißerfolg erscheint. Ob er objektiv ein Mißersolg ist oder nicht, darauf kommt es gar nicht an, sondern nur darauf, wie er sich sub­jektiv den Witbois darstellt. Von diesem Gesichtspunkt aus war es vielleicht zu bedauern, daß eine Anzahl (60 bis 80) Witboi-Krieger den Herero-Feldzug mitgemacht haben, so nützliche Dienste sie an sich geleistet haben mögen. Aber wie haben sie in ihren Briesen an die Daheim gebliebenen den Verlaus des Feldzugs dargestellt? Oder auch derartige Nachrichten tvandern mündlich von Viehposten zu Viehposten und jeder tut natürlich das Seine hinzu, bis sie völlig entstellt bei den südlichen Stammen anlangen. So glauben also die Witbois offen­bar, daß die Herero noch weit von ber Niederwerfung sind und daß es wohl möglich wäre, in gemeinsamem Kampfe den weißen Eindringling zu vertreiben.

HendrikWitbois Einfluß auf seine Leute soll schon beim Ausbruch des Herero-Mfstandes erschüt­tert gewesen sein.

Als Feind sind die Namastämme mehr zu fürchten, als die Hereros, weil sie diese noch an Tapjerkeit übertreffen und auch noch besser mit dem Gewehr umzugehen verstehen. Hingegen sind sie ein viel anständigerer Feind als die blutdürstigen und grausamen Hereros. Ich glaube wohl, daß sie Farmer, die sich der Plünderung ihres Eigentums widersetzen, niederschießen werden, aber niemals werden sie jene Bestialitäten begehen, die uns jo gegen die Hereros er­bittert haben. Ich glaube kaum, daß der Hottentott einen erschossenen Feind auch nur auskleiden wird. Also die Verstümmelung von Leichen, die Schändung weißer Frauen, die martervolle Lötung Gefangener, all' dies wird in diesem Kampfe nicht vorkommen. Der Hotten­totte steht eben an moralischen Qualitäten und an Bildung turmhoch über dem Herero.

lieber die Aussichten des Kampfes äußert sich dieser Kenner der Verhältnisse folgendermaßen:

Ich sehe dem neuen uns aufgezwungenen Kampfe einigermaßen pessimistisch entgegen. Die Zahl der Femoe ist es nicht, die mich besorgt macht: 2000 bis 3000 bewaffnete Eingeborene mit obendrein geringer Mu­nition niederzuwerjen, scheint nicht schwer. Aber wem: schon im Herero Lamps e das Gelände die Medenverjung oes Gegners schwer macht, so sind diese Schwierig­keiten hier noch viel größer. Das Terrain ist so gebirgig, daß die Fortbewegung größerer Lruppen- majfen und die Verfolgung eines jeden Gebirgsspalt kennenden Gegners außerordentlich schwierig ist. Noch schlimmer ist die Schwierigkeit der Wasserver­sorgung. Aar Weide für die Pferde fehlt es nicht, aber wie rst das Wasser beschaffen? Da ist eine große Zahl von Mannschaften eher ein Hindernis, als ein Vor­teil. Im Jahre 1897 hat die Schutztruppe ganze 70 Feinde, die sogenannten Afrikaner, monatelang ver­geblich verfolgt und konnte dieser winzigen Schar nur dadurch habhaft werden, daß diese auf englisches Gebiet übertrat, dort entwaffnet und an uns ausgeliefert wurde. Turchlodert die Kriegsfurie das ganze Schutzgebiet in seiner ungeheuren Ausdehnung, so sehe ich j e h r j ch w e re Opfer voraus und kann meine Landsleute nur mahnen, sich sehr in Geduld zu fassen; es wird notig sein. Daß gerade jetzt, wo die vorzügliche Weide dieses Jahres und die Niöglichkeit des Beginns der Durchforschung voraussichtlich diamanchaltiger Gebiete im Süden die Prosperität dieses Teils des Schutzgebietes darzutun geeignet war, der Aufstand doppelt zu un­gelegener Zeit kommt, brauche ich kaum zu sagen.

Wie dieNordd. Allg. Ztg." hört, liegen weitere Nach­richten über die Vorgänge in Kuis in Südwestafrika noch nicht vor; doch ergeben die mitgeteilten Meldungen, daß die Gefahren der gegenwärtigen Lage nicht zu unterschätzen sind.

Per Mttg.

Kriminal-Roman von O. Elster.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Nicht wahr, Sie sind immer noch der Meinung, daß Fräu­lein Wullbrandt mit der Tat in Verbindung steht?"

Allerdings."

Sie haben'recht, aber es steht auch noch eine andere Person mit der Tat in Verbindung, eine Person, an die bislang niemand gebaut hat. Ich bin auf diese Person gekommen, weil ich unter kii Papieren in dem Zimmer, welches der Verstorbene bewohnte, diese Photographie fand." ...

Er entnahm seiner Brieftasche eine Heine Photographie in WisiterMrtenformat und reichte sie Groller.

Dieser n-ars einen Blick auf das kleine Porträt und fuhr erschreckt empor. Er erkannte das Bild Käthes, der Tochter des Plarr^. bcrrß^ rief er.Wie sollte Fräulein Vollmar mit der Lat in Verbindung stehen?"

Wollen Sie mich g-efälligst anhören, Herr Groller", sagte oer Detektiv ruhig.Sie haben mich beauftragt, hier in Ihrem Hause d u Spuren des Verbrechens nachzuforschen. Sie haben mir die beiden Zimmer angewiesen, welche Ihr Bruder bewohnte. Gut! Ich mache darauf aufmerksam, daß diese Zimmer in der­selben Etage mit dem Zimmer des Fräuleins Wüllbrandt liegen, wenn auu- am entgegengesetzten O.ide des das ganze Haus durch­schneide nocn Korridors. Ein nächtlicher Verkehr zwischen beiden Person n wurde dadurch erleichtert, daß niemand sonst diese Etage bewohnte. Sollte Fräulein Wüllbraudt mit der Tat in Ver­bindung stehen, ja, die Tai wohl selbst oollbrackst haben, so hätte ic sia- während des Nachts uu ihrem Zimmer entfernen müss n Durch bic verschlossene Hat Hüt war es nicht möglich, da nur ite und der Hojmeister den Schlüssel besaßen. Der Hojmcister

Bolitische Tagesschau.

Eisenbahn-Etats.

Bei den gegenwärtig schwebenden Verhandlungen über die Bildung einer Eisenbahnbetriebsmittel-Gemein- schast zwischen den verschiedenen Bundesstaaten und dem Reiche ist es von Interesse, wegen der Ausgaben und Einnahmen der Bahnen in den verschiedenen Staats­wesen Vergleiche ziehen zu können. Insgesamt treten die Staatseisenbahnen, abgesehen vom Reiche, nur im Etat von 8 Bundesstaaten auf, im Vergleich zur Fläche und Bevölkerung mit der größten Summe in Oldenburg, wo mehr als 40 Pcoz. der ordentlichen Staatsausgaben auf die Bahnen ent­fallen. In Preußen und Baden treffen auf sie über ein Drittel, in Bayern, Sachsen Württemberg und Mecklenburg- Schwerin über ein Viertel der ordentlichen Ausgaben. Da­für werden von den sämtlichen ordentlichen Staatseinnahmen in Preußen mehr als die Hälfte, in Baden, Oldenburg 4647 Proz., in Bayern, Sachsen und Württemberg, Mecklenburg- Schwerin 3538 Proz. durch das Erträgnis der Staats- eisenbahnen gedeckt. Im einzelnen betrugen nach den Vor­anschlägen für 1903 die Ausgaben für die Staatseisenbahnen im Reiche 69,9 Millionen Mark oder 2,97 Prozent der ge­samten ordentlichen Ausgaben, in Preußen 986,5 Millionen Mark oder 36,70 Proz., in Bayern 127,8 Millionen Mark oder 27,4 Proz., in Sachsen 102,7 Millionen Mark oder 29,63 Proz., in Württemberg 43,4 Millionen Mark oder 25,56 Proz., in Baden 60,9 Millionen oder 35,59 Proz., in Mecklenburg-Schwerin 9,3 Millionen oder 25,07 Prozent und in Oldenburg 9,9 Millionen Mark oder 40,08 Prozent. Die Bruttoausgaben bei den gesamten hessischen Staatsbahnen betrugen 19,1 Millionen Mark. Die Ein­künfte aus den Staatseinnahmen bezifferten sich im Reiche aus 87,9 Millionen Mark oder 3,85 Prozent der gesamten ordentlichen Einnahmen, in Preußen auf 1386,7 Millionen oder 52,99 Proz., in Bayern auf 173,4 Millionen oder 37,21 Proz., in Sachsen aus 132,9 Millionen oder 38,25 Prozent, in Württemberg auf 59,7 Millionen oder 35,62 Prozent, in Baden aus 74,5 Millionen oder 46,51 Proz., in Oldenburg auf 13,3 Millionen oder 47,70 Proz., in Braun­schweig aus 2,6 Millionen oder 9,36 Prozent. In Hessen betrugen die Bruttoeinnahnieti 2 8,9 Millionen Mark oder 37,91 Proz. der gesamten ordentlichen Staatseinnahmen. ___________

Kirche und Schute.

Kaiser und Gymnasialdirektor. Bei dem ihm zu Ehren verattstalteten Festmahl erzählte der bisherige Direktor des Wilhelm-Gymnasiums in Berlin Geheimrat Dr. Kübler verschiedenes über seine Begegnungen mit den Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. Bald nach dem Kriege redete bei der Einweihung des Berliner Rathauses Kaiser Wilhelm I. den Direktor Kübler an und sagte:Ich habe während des Krieges wiederholt wahrgenommen, von wie großer Bedeutung es ist, wenn die Offiziere die gleiche Vorbildung genoffen haben, wie die zum Unloersitätsstudium bestimmten jungen Leute." Kaiser Wilhelm II. hatte, den »R. N." zufolge, vor einigen Jahren Direktor Kübler die Uebermachung des klassischen Unterrichts zweier seiner jüngeren Söhne anvertraut. Nach Beendigung dieser Tätigkeit erhielt der Direktor vom Kaiser dessen Bildnis mit folgender Unter­schriftEli ßaatXeuc, etc xotpavoc £ar<u. (Einer soll der König, einer der Herrscher lein).

In Schwanheim starb der älteste pensio­nierte Lehrer der Pfalz, Adam Lauth, im Alter von 94 Jahren. Als Lehrer wirkte er in den Gemeinden Lug, Schwanheim und Busenberg, wo er bis zu seiner 1875 er- solgten Pensionierung verblieb. ____________________

Akü ^tuM und Kund.

Gießen, den 13. Oktober 1904.

** Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog haben den von den Freiherren von Löw auf die evangelische

trägt ben SctMssel stets bei sich, Ihr Schlüssel hängt in Ihrem SMafzimmer, ein Entwenden ist nicht möglich. Fräulein Wüll­brandt konnte das Haus und ihr Zimmer nur auf andere Weise verlassen, entweder durch ihr Fenster oder über den Balkon, deren Zugang jedoch durch die Zimmer Ihres Herrn Bruders führte.. Daß sie das Fenster ihres Zimmers benutzt, erscheint ausgeschlossen, da das Fenster zu hoch von der Erde entfernt liegt, die Wand des Hauses hier vollständig glatt mit) kahl ist, sodaß selbst ein geübter Kletterei; das Wagestück, an der Wand empor- zuklellern, nicht ausführen kann. Bleibt also nur der Aus­gang über den Ballon von bem Zimmer Ihres Bruders; von diesem Balkon führt eine schmale eiserne Treppe in den Garten. Die Tür zum Balkon stand offen, die Zimmertür Ihres Bruders war von außen verschlossen, aber der Schlüssel steckte. Wenn wir also annehmen, daß ein heimlicher Verkehr zwischen Fräulein Wüllbrandt und Ihrem Bruder stattfand was ja noch erwiesen ist so folgere ich weiter: Fräulein Wüllbrandt suchte in jener Nacht Ihren Bruder auf, fand ihn nicht in seinem Zimmer, trat auf den Balkon, stieg die eifern Treppe hinunter, gelangte so in den Park und in den Wald, wo dann die Katastrophe stattfand oder schon stattgefunden hatte. Auf demselben Wege kehrte Fräu­lein Wüllbrandt in ihr Zimmer zurück, ohne von jemandem bemerkt zu sein. Um den geheimen Verkehr mit dem Erschla­genen nicht zu verraten, um keinen Verbäckst auf sich selbst fallen zu lassen, leugnete sie, in jener Nackst ihr Zimmer verlassen zu haben, und man konnte ihr ja auch dieses nickst Nachweisen. Ihr Ruf lvar tadellos, niemand alynte, daß sie in heimlichen Bezieh­ungen zu Ihrem Bruder stand, ein Verdacht konnte sie nickst treffen."

_Ich erkenne Ihren Sebarffiim an, Herr Neugebaur. Aber Sie sind nou) nicht zu Ende?"

Wein, ich bin noch nickst zu Ende. Ich habe die Spur der Wüudrandt weiter verfolgt. Sie nahm auf der Slarion Wendessen ein Billet nach Berlin und bestieg den morgens um U Uhr hier durchpaff irrenden direlien >L.c^nellzug. Jtzre Er­scheinung war zu aiiaUenb, ach daß sic von den Schassnern und

Pfarrstelle zu Nieder-Florstadt, Dekanat Friedberg, präsen­tierten Pfarrer Heinrich Wagner zu Billertshausen für diese Stelle bestätigt. Der Eiscnbahnbau- und Betriebsinspektor Jakob Jordan zu Neuerburg wurde zum Vorstand einer Betriebs-Inspektion, der Regierungsbaumeister L. Hummel aus Darmstadt zum Eisenbahnbau- und Betriebs-Inspektor in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft ernannt. Der Eisenbahnsekretär in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschast Johann Niossel zu Darmstadt wurde auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. S. K. H. der Großherzog haben dem Gutanmelder in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft Hoffmann zu Mainz aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift Für treue Dienste"; dem Lokomotivführer Adami zu Mainz aus dem gleichen Anlaß dasselbe Ehrenzeichen, dem Vorarbeiter Hammel zu Goddelail das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit", dem Stationsassistenten Korell in Mainz aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* neue pompöse Universitäts-Biblio­theksgebäude wird am 12. November feierlich eingeweiht werden.

** Theaterverein. Die erste de Sonderrvorftell- ungen des Theater Vereins ist ftir Freitag, den 4. November^ die zweite für Mittwoch, den 9. November, in Aussicht ge­nommen. In der ersten tritt Herr Bauer aus Frank­furt a, M, als Gast auf, er wird den Traumulus in der gleichnamigen neuen Komödie (von Arno Holz, dem bekannten Lyriker und Mitverfasser des ersten realistischen Dramas der 90 er JahreFamilie Selicke", und Jerschke) spielen, die im Berliner Lessingtheater allabendlich in Szene geht und am Samstag auch in Frankfurt a. zum ersten Male aufgeführt wird. In der zweiten Vor­stellung wird Frau Irene Lamond^Triesch ein Gastspiel absolvieren. Beitrittserklärungen zum Thea­terverein, die man wegen der bevorstehetrden Berlosun^ der Sperrsitze möglichst beschleunigen wolle, nimmt Herr Ehallier, Neuenweg, entgegen.

** Gleiberg-Werein. Die Mitglieder des Glei- bergvereins werden in der nächsten Woche, aus Anlaß des 25 jährigen Jubiläums der Besitzübertragung der B»ur^ und Rurne Gleiberg durch den preußischen Staat an den Verein, sich zu einer Festsitzung im ^tassauerbau auf dern^ Gleiberg versammeln.

** Die Bohrversuche an der Lahn bei Gießen, über die wir kürzlich berichteten, sind nun seit ereil Wochen im Gange. Die Bohrgesellschaft hat für ihre Zwecke das Grundstück der ehemaligen Lohmühle an der Lohbach gekauft und ist bereits mit einer Tiefe von 25 Metern in die Erde gedrungen. Nachdem man etwa 18 Meter vow der Erdoberfläche emgedrungen war, stieß man aus Felsen (Schieserschicht), wela)e man mittels Stoßbohrer durchs drang, ein allerdings recht mühsames Unternehmen, wel­ches aber nunmehr glücklich beendet ist. Augenblicklich werden die Arbeiten in einer Schicht blauen Tons weiter- gesührt.

**©in neuer Salondampfer wird von der Düst seldorser Gesellschaft im Frühjahr in Dienst gestellt werden. Das Schiff, welches den NamenE r n st L u d w i g, G r o ß- hh erzog von Hessen" tragen soll, wird mit allen Verbesserungen und Verschönerungen der Neuzeit ausge­stattet und eine Zierde der Rheinflotte bilden. Die Plane hat der Präsident der Gesellschaft, Kommerzienrat Frowein aus Elberfeld, S. K. tz. Unfern Großherzog vorgelegt.

* Tyr oler - Konzert. Nächsten Samstag, Sonntag und Montag, am 15., 16. und 17. d. M abends 8 Uhr, finden im HotelZum Einhorn" hier Tyroler-Kvnzerte statt, ausgeführt von einer Gesellschaft von Damen und Herren, über die die Zeitungen recht anerkennend berichten. Die kleidsamen Nationalkostüme werden den Reiz der Veran­staltungen erhöhen.

** Ein Eldorado für Weintrinker. Infolge bet günstigen Herbstaussichten sind in letzter Zeit die Weine im Preise gesunken und dies macht sich auch in vielen Wirt­schaften am Rhein bemerkbar. Zahlreiche Wirte verzapfen zur Zeit den Schoppen Rebensaft zu 25, 20 und sogar zu Bahndeamteir nicht bemerkt werden sollte. Der Schaffner des Wagens, in dem sie Platz genommen, entsann sich ihrer noch sehr genau. Er entsann sich auch, daß sie in Magdeburg den Berliner Zug verlassen und nicht wieder gekommen war. Sie mußte also von Ntagdeburg eine andere Richtung eingeschlagen haben; ich habe herausgebracht, daß sie nach Dresden weiter­gefahren ist, hier verliert sich jedoch ihre Spur. Ob sie in Dresden geblieben oder iociter gefahren Ist, tonnte ich nidst ermitteln. Tas sind meine Aus­künfte über die Wüllbrandt, denen ich noch hinzufügM muß, daß ich in dem Ofen ihres Zimmers einen Aschenhaufen fand, der nur von verbranntem Papier herzurühren sck-eint. Es fanden sich nod) kleine Papierstückchen, auf dem einen stand: Lieber Franz. Ick) hesck)wvre dich" ... auf dem anderen:Deine verzweifelnde" . . . Hier sind die Papierstückchen! Ist es die Handschrift der Wüllbrandt^"

Er entnahm feiner Brieftasche vorsichtig zwei durch Feuer und 91 and) geschwärzte Papierfetzen. Aufmerksam betrachtete Fer­dinand die sehr undeutlichen Schriftzüge.

Ich glaube die Handsckwist Fräulein Wüllbrandt zu er­kennen", sagte er nad) einer Weile.Aber roas hat das alles mit Fräulein Vollmar zu tun?"

Ja, sehen Sie, Herr Groller, wenn wir den Verkehr zwischi^ der Wüllbrandt und Ihrem Bruder als erwiesen annehmen und ferner annehmen, dag die Wüllbrandt die Tat vollbracht oder ang-estistet hat, so muff doch ein Biotiv dazu vorhanden fein Welches sind nun die Ntotive, aus denen ein Mädchen einen Mann tötet oder dock) zn töten, zu schädigen versucht? Entweder die Angst, von diesem Manne verlassen zu werden, oder die Eifer­sucht auf eine andere Fran. Beide Motive können auch ineinander greifen. Sagt man gemeiniglich bei jedem derartigen gel-eimnis- vollen Verbrechen, neu la simme! so sage ich, Herr Groller: cherwez les seuluws! denn stets spielt lwch eine zweite Frau in einem solchen D e. ma eine Rolle. Und meine ucg der^Photogrophie

Vollucaro cyce Vegallgullg. luoev tonnen ^je mir das Vorhände»-