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13.10.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

Donnerstag 13. Oktober 1904

154. Jahrgang

Giehener Anzeiger

** Genera!-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

ve,ag»pretO, monatttch7b Pf^ viertel» jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Mk.2. viertel* jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» iür dre TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pk^

<niSn>ärt8 20 Pjg.

Verantwortlich füt den polrt. und allgem. Teil P. W,ttko: für .Stadt und Land^ und »Gerichtsjaal^: August Goetz, für den An* zeigen teil: Han« Beck.

Nr. 241

Vrlchetnt lügltch

anher DonnlagS.

Dem siebener Anzeige, werden im Wechjel mit dem Kesfifchen Landwirt die Gießener Familien, dlütter viermal in der

Woche beigelegt.

Ko tat tonS druck u. Ver­jag der Brühl 'scheu Un werf.-Buch-u. Dtein* druckertt, St. Lang».

Redaktion. fcrpebtlia* und Druckerei:

Schtrlstrab- 1« tlbrcfl* Hit Depefchem

Anzeiger Gtchew.

FnnsprkcbanichlußNr.dl.

Iie bcutige Kummer umfaßt 8 Seiten

nahm der Kaiser gestern

stehenden sei

9. Okt. l e b h c

der Einweihung des Kaiser Unterricht an den hiesigen

Friedrich-Museums der Schulen aus.

In Hubertus stock den Vortrag deS Chefs des

Oyama besagt: Die unserem rechten Flügel gegenüber- stehenden feindlichen Streitkräfte zeigen seit dem 9. Okt. lebhafte Tätigkeit. Eine feindliche Abteilung, die ans einer Jnsanteriebrig'ide und 2000 Mann Kavallerie mit 2 Geschützen bestand, überschritt am 9. Okt. den T a i t s ch o an einem 40 Meilen östlich von Liaujang gele-

Der Oberhofmeister der Kaiserin, Frhr. v. Mir­bach, der seit einiger Zeit in Homburg v, d. H. weilte, ist, wie von dort gemeldet wird, gestern nach erfolgreicher Kur wieder abgereist. Wie die.T.R." hört, fühlt sich Frei*

Militärkabinetts, Grafen von Hülsen-Häseler entgegen. Heute hörte er die Vorträge des Chefs des ZivilkabinetS von LucanuS und des Chefs deS Marinekabinetts, Freihr. v. Senden-Bibran.

'deutsches Reich.

Berlin, 12. Okt. Auf Anordnung deS Kaisers fallt am 16.Oktober anläßlich der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denkmals und

Muster-Wohnhäuser, das von hübschen Gattenanlagen um­gebene Eckhaus, in Privatbesitz übergeaangen. Käufer ist Graf von Büdingen, Oberleutnant im hiesigen Leibgarde-Jnfanterie- Regiment Nr. 11.5 Ter Kaufpreis beträgt für das fix und fertige Gebäude in kl. der Gattenanlagen 46 000 Mk. Ter verhältnismäßig billige Preis kommt daher, daß Se. Königs. Hoheit das wertvolle, bisher in seinem Besitz gewesene Gelände für 26 Mk. pro Quadrat­meter abgegeben hat; die Kosten für den Grunderiverb betragen daher bei dem nahezu 600 Quadratmeter umfassenden Raum zirka 14 600 Mk., für die Bauausführung 31500 Mk. Tas zweite der drei Musterhäuser, das Blaue Haus, ist bekanntlich schon früher von Frau Kommerzienrat Knöckel erworben worden, daS dritte, sogen. Ohxiue Haus, wurde dem Hofprediger als Dienstwohnung überwiesen.

Gottlieb Biermann. Heute, am 13. Oktober, be­geht der in Berlin lebende Historien- und Porträtmaler Gott­lieb Biermann seinen 80. Geburtstag. Er ist am 13. Oktober 1824 in Berlin geboren, bekam 1850 den StaatSpreis für Historienmalerei, ging dann auf ein Jahr nach Paris und von da nach Jtälien. 1853 nach Berlin zurückgekehrt, malte er einige bedeutende GesÄichts- und Genrebilder, unter denen Gustav Adolfs Tod und eine Episode auS der Schlacht bei Kunersdorf besonders hervorragen. Tann ßvandte er sich aber mit Vorliebe dem Porträt zu. Er malte unter anderen verschiedene Kaiserbilder und Por­träts von Wilhelm JorÄan, Delbrück, Wrangel, Schleinitz, Graf Nedern und anderen. Auch viele Tamenporträts entstammen seiner Künstlerhand. Von idealen Einzelfiguren schuf er 1877 die ,.Zigeunerkönigin" und 1880Esther". 1872 bekam er die goldene Medaille und wupde bald darauf zum Professor ernannt. Tie Nationalgalerie in Berlin hat von ihm die Porträts der Pro­fessoren Lepsins und Weber angekauft. Er schafft noch heute in voller Rüstigkeit in seinem Atelier. Von seinen Söhnen ist der älteste ordentlicher Professor der Rechte an der Universität zu Gießen.

Adalbert v. Hanstein f. In Hannover ist, wie wir schon gestern meldeten, am 11. Oktober der Dichter und Literar­historiker, Privatdozent für Literaturgeschichte und Aesthctik an der Technischen Hochschule, Professor Tr. Phil. Lldalbert v. Hau­stein gestorben. Der Verstorbene Ivar der erste Vertreter der deutschen Literaturgeschichte an einer Technischen Hochschule Preußens, welchem der Professor-Titel zuerkannt wurde. (Geboren 1861 zu Berlin, erhielt v. Hanstein seine erste Ausbildung in Bonn, tvo sein Vater als o. Professor der Botanik an der Universität Bonn wirkte. Tann studierte er in Berlin und Bonn Philosophie und Naturwissenschaften^ 1886 promovierte er in Bonn mit einer botanischen Arbeit. Schon wahrend seiner letzten Studiensemcster aber hatte er sich zum Studium der Geistes­

geschichte hingezogen gefühlt. Seine erfte Arbeit auf diesem Ge­biete war die Biographie über den Dichter Albert Lindner. Gleich­zeitig trat v. Hanstehr mit seinen ersten Dichtungen vor Me Oeffentlichkeit:Menschenlieber" undvon Kains Geschlecht"'. 1892 brachte er sein geschichtliches DramaTie Königsbrüder" im Berliner Theater erfolgreich zur Mfführung. 18901895 war er Theaterkritiker und später auch Feuilletonredaktertr des Berliner Fremdenblatts". 189697 war er Dramaturg am Theater bes1 Westens. Seit 1894 gehörte er als Dozent der Berliner Humboldt-Akademie an. 1900 habilitierte er sich an der Hannoverschen Technischen Hochschule für Literaturgeschichte und Aesthettk. 1893 erschien die VerstzovelleTer Liebesrichter", 1895 der satvrische ZeitromanTie Aktien des Glücks"', 1896 daS geschichtliche TramaGotzkowsky", 1899 das epische Gedicht ^Achmed der Heiland", 1898 der fryiale .KünstlerrvmanStoei Welten". Tie an der Humboldt-Akademie über Ibsen gehaltenen Vorträge gab er unter dem Namen.Ibsen als Idealist' heraus. Von seinem WerkeTie Frauen in der deutschen Geistesgeschichte deS 18. und 19. Jahrhunderts" erschienen zwei Bände. Tie weiteste Verbreitung hat seine neuzeitliche Literattirgeschichte ge­funden:Tas' längste Deutschland". Aus den neuesten Ver- öfientlichungen v. Hausteins ist herworzuheben seine ^Handlung: Wie entstand Schillers Geistesforscher?"

^te Löwe. Von der Dresdener Behörde wurde BlumenthalsDer tote Löwe" zur Aufführung für die Dresdener Theater fr ei gegeben. TerFrkf. Ztg." wirb aus Hamburg gedrahtet: Weder die unüberbiet­bare Plattheit der Auffassung, mit welcher sich der Autor an einen großen geschichtlichen Konflikt herangelvaat hat, noch die Langweiligkeit der Handlung und die Trivialität der Verse vermochten das Hamburger Publikum am Mittwoch abend bei der Uraufführung von Oskar Blumenthals vieraktigem DramaTer tote Löwe" int Deutschen Schauspiellnms davon abzuhalten, dem in Berlin verbotenen Sensatioirsstuck einen glänzenden Erfolg zu bereiten. Der Autor wurde viele Male vor die Szene gerufen und mir nach dem letzten 9fFt machte sich das Zischen des kritisch itrteflenbt'n Heineren Teils der Besucher etwas stärker bemerkbar. Herr Nhll in der Rolle deS gestürzten Herzogs von Oliveto, .Herr Wagner als bet junge König Marco, .Herr Biensfeld als Graf Gonzaga und Fräulein Elsinger als Tochter des Kanzlers Oliveto taten ihr möglichstes für die Belebung der Blumentlmlsebert P a p i e r f i g u r e n.

' Der Geh. Komnrerzienrat Theodor B ö n i n g e r in DuiS - burg har der Stadt 200 000 M k. zur Errichtung eines

Feuilleton.

T®. Darmstadt., IT. Okt.

Tie Darmstädter Kunstausstellung ist gestern abend in ckller stille geschlossen worden, nachdem noch am Tage zuvor ein so starker Ausstellungsbesuch sich eingefunden hatte, wie kaum an einem Sonntag zuvor. Es wurden allein an den Tageskasien rund 900 Eintrittskarten verkauft und ferner 750 Vereinskarten zu ermäßigtem Preise. Da man auch die Anwesenheit von zirka 500 Abnonenten annehmen kann, so haben am letzten Sonntag über 2000 Person en die drei Ausstellungshäuser besichtigt. Es darf überhaupt mit Genugtuung konstatiert werden, daß der Besuch namentlich in den letzten Wochen wider alles Erwarten zahlreich gewesen ist, und daß besonders die OrtSgewerbevereine aus allen Teilen des Landes in meist sehr stattlicher Anzahl zur Besichtigung herbeikamen. Tie Ausstellung wird daher neben dem eminenten künstlerischen Erfolg und dem tiefgreifenden Einfluß aus das hessische Kunfthandwerk im allgemeinen auch noch im krassen Gegensatz zu der vom Jahre 1901 als' erfreuliches Er­gebnis einen nicht unbedeutenden Ueberschuß zu verzeichnen haben, der natürlich wieder den künstlerischen Zwecken der Kolonie zu- geführt wird. Auch sonst hört man von vielen der gewerblichen Aussteller Worte lebhafter Befriedigung. Sowohl bei den Firmen der Möbelbranche, wie der Textilindustrie, der Bijouterie- und Buch- und Steindruckbranche sind auf Grund ihrer Leistungen auf der Ausstellung schon teilweise sehr bedeutende Aufträge eingegangen. Grund zur Klage hat dagegen der Pächter des Aus- stellungsreftanrants, der trotz seiner eifrigen Bemühungen und anerkannt gutm Leistungen mit einem erheblichen Testzit zu rechnen hat. Es werdm sich indessen auch hier Mittel und Wege finden, den Mann für seine Verluste in anderer Weise schadlos zu halten.

Der Arbeitsausschuß und die Mitglieder der Darmstädter Kün'ilerkolonie haben zum Scbluß der Ausstellung allen daran beteiligt gewesenen Gewerbetteibeuden ein künstlerisch aus­gestattetes Diplom zugehen lassen, in welchem ihre Be­teiligung an der Ausstellung dokumentiert und ihnen dafür der Tank der Künstterkolonie ausgesprochen wird; auch soll den Aussilllern auf Anordnung Sr. König!. Hoheit des GroßherzogS demnächst noch eine besondere Anerkennung, wahrscheinlich in Form einer A u S st e! lu n as - G e de n km ü n z e, zuteil werden. Tas T'iploni ist von dem Mitglied der Künstlerkolonie Paul Haustein eutwnrft.i und bo;t der auch bei der Ausstellung mit hervor- ragen u Leistungen vertreten gewesenen Hofbuch- und etein^ brn *'ri H. H ohmann in fein künstlerischer Werse angeserttgt

1 Lum Schluß der Kunstausstellung ist auch das dritte der d r e i

genen Punkte und schnitt unsere Verbindung zwischen Pen- sihu und Hschojon ab; die Verbindung wurde jedoch später wiederhergestellt. Unsere Abteilung in Pensihu behauptet nach zwölf stündigem Kampfe gegen die überlegenen Streitkräfte deS Feindes alle ihre Stellungen. Mehrere feindliche Brigaden beobachteten das rechte Ufer desTaitscho. Die feindlichen Truppen, die am 9. Okt. unserer Mittelstell­ung gegenüberstanden, bestehen aus einer Division, die nahe der Bahn auf dem halben Wege zwischen Liaujang und Mukden Stellung nahm. Einige Abteilungen derselben be­gannen am Nachmittag eine Bewegung nach Süden. Der unserem linken Flügel gegenüberstehende Feind zeigt ge­ringere Tätigkeit. Die Kämpfe sind an der ganzen Front im Gange.

Tokio, 12. Okt. (Reuter.) Nach den bis gestern vor­mittag eingegangenen amtlichen genaueren Berichten hatte sich der rechte Flügel der Japaner bis dahin aus den Stell­ungen in der Nähe von Pensihu am Taitscho nach einem hartnäckigen Kampfe, der bei Schluß des Berichtes noch sortdauerte, gut behauptet. General Oku,, der auf der linken Flanke steht, berichtet, daß sein rechter Flügel mit dem linken Flügel von Nodzu die Russen bei Wuli- taitsu, 4 Meilen nördlich von den Kohlengruben von Jentai, anariss, sie indessen bis zum Anbruch der Nacht auf Montag nicht aus ihrer Stellung zu verdrängen vermochte. Die mittlere Abteilung der Truppen des Generals Oku vertrieb die Russen auS der am Sonntag von ihnen besetzten Stellung in Tatungschau. General Okus linker Flügel ariff den Feind in der Stellung zu Hsiliauschatun an und rückte dann weiter nach Hotschiatun vor.

Tokio, 12. Okt., 8 Uhr abends. Die Schlacht bei Jentai dauerte gestern den ganzen Tag ununterbrochen bis tief in die Nacht und ging heute weiter. Bis jetzt ist das Ergebnis unentschieden. Die Russen haben gegenüber dem rechten japanischen Flügel nach Taitseho bin starke Streitkräfte, doch wird angenommen, daß die Japaner, die von den Russen geplante Upr- gehungsbewegung aufhielten.

Petersburg, 12. Okt. Gegen das japanische Zenttum sinden seit Samstag eine Reihe von Kämpfen statt. Tie russische Avantgarde drang am Sonntag mit starker Artillerie und großer Reserve bi- auf vier Kilometer von Jentai vor. Tie Schlacht dauerte einen ganzen Tag und eine ganze Nacht. Am nächsten Tag gingen die Japaner zum Gegenangriff über. Nachdem sie ihre Stellungen zu behaupten vermocht batten, zwangen sie die Russen zur Nacht über den Schilihofluß zurück- zugehen. Am Dienstag überschritten die Russen abermals den Schiliho und gingen zum Angriff über. Eine heiße, blutige Schlacht tobt vier Kilometer von Jentai, auf beiden Seiten wird mit großer Erbitterung ge­kämpft. Tie starken Reserven der Russen waren bis zum Nach­mittag noch unberührt.

Weiteres aus der Mandschurei.

London, 12. Okt. Nach einer Depesche aus Petersburg sandte der Zar an Kuropakkin ein ermutigendes Telegramm, worin er die Wichtigkeit der Besiegung des FeindeS hervorhebt und mit dem Befehl schließt, bis auf den letzten Mann zu kämpfen. Tie Zarin sandte ebenfalls ein tellnehmendes und ermutigendes Telegramm.

London, 12. Okt. Nach einer Tepesche aus Petersburg ist der SanitätSzug des Obersten Spiridonow in Schahopu, 30 Km. südlich von Mulden, zur Aufnahme der bei Jentai Verwundeten bereitgestellt. Ter Oberst selbst benmglücfte bei einem Bahnunfall und wurde verwundet nach Chardin gebracht.

Petersburg, 12. Okt. Nach einer amtlichen Meldung wurde der Stab der zweiten Mandschureiarmee nun­

mehr formiert. Generalleutnant Ru ßki nmrde zum Stabschef, Generalmajor Schwank zum Generalauartiermeister und GenerÄ- leutnant K a ch a n o w zum Artillerieinspekteur ernannt. Der Kommandeur des 19. Armeekorps, T o p o r i n, wurde an Stelle Naßgonows zum Kommandanten des 16. Armeekorps ernannt.

Paris, 12. Okt. Di<e AgenturInformation" berichtet aus Tientsin, die Japaner, welche gegen Kuropatkin kämpfen, leiden sehr unter der Kälte. Vielen fehle es an Schuhwerk; auch der Typhus richte in ihren Reihen große Verheerungen an.

Port Arthur.

London, 12. Okt.Daily Mail" meldet aus Tokw von gestern: Ein aus Port Arthur hier eingetroffener Russe erzählt, die Garnison hoffe fest auf Ent­satz durch Kuropatkin. Lebe nSmittel seien reich­lich, aber in minder wertiger Qualität vorhanden. Die Brunnen lieferten genügend Wasser, doch mache sich Mangel an frischen Lebensmitteln bemerkbar. Die Lazarette seien besetzt, aber nicht überfüllt. Tie Japaner in Tschifu schließen aus der Aufforderung des Mikado an die Truppen zu höheren Anstrengungen, daß ein neuer Sturmversuch bevor­stehe.

London, 12. Okt. Mus hier vorliegenden Depeschen Übet die Lage in Port Arthur geht hervor, daß Mut und Aus­dauer der Garnison hauptsächlich durch die Hoffnung aufrecht erhalten werden, daß die russische Ost seeflotte unter­wegs und so stark sei, daß die japanische Flotte von ihr ver­nichtet und damit die Blokade von Port Atthur aufhören würde. Wenn daher in Port Arthur bekannt wird, daß die Flotte sich erst auf dem Wege von Reval nach Sibau befindet, muß der Rückschlag dieser Nachricht sehr niederschlagend sein.

London, 12. Okt. Nach amtlicher japanischer Mit­teilung hat das japanische WachtschiffSchiratakcr" am 1. Oktober den DampferFupin" beschlag­nahmt, der den Versuch machte, eine bedeutende Menge Kricgskontrebande nach Port Arthur einzuschmuggeln.

Berlin, 12. Okt. Dieser Tage wurde gemeldet, daß ein in Port Arthur auf affiger Deutscher durch eine Granate, welche dis in den Keller des betreffenden Hauses drang, getötet worden ist. Wie diePost" jetzt mitteilen kann, ist der Deutsche ein Herr Adolf Wegener, ein geborener WiAnaraner, der in Port Atthur ansässig war und dott große Besitzungen hatte-

Der untergegangene japanische Kustenpauzer.

Tokio, 12. Okt. (Reuter.) Wie nunmehr richttggestellt wird, beträgt die Zahl ^er auf dem Küstenpanzer ,L>eijen" Um ge­kommenen 19 7.

Die neue japanische Anleihe.

Tokio, 12. Okt. Heute wurde der Beschluß der Regierung, eine neue innere Anleihe in der Höhe von achtzig M illionen V e n anszugeben, amtlich bekannt gemacht.

Voütische Tagesschau.

Bier- und Dranntwelnstener.

Don kundigerSeite wird uns heute unter Bezug auf unfern gestrigen Artikel geschrieben:

Die Verbrauchsabgaben sind unbeliebt, mag eS sich nun um die Erhöhung bestehender oder die Einführung neuer handeln. Das wird sich wieder bei der von Ihnen gestern erwähnten zu erwartenden Vrausteuervorlage zeigen. Da aber die Reichsregierung der Einführung di­rekter Reichssteuern, wie sie von den Parteien der Linken gefordert werden, grundsätzlich widerstrebt, bleibt nur die Ausgestaltung der indirekten Besteuerung übrig. Soweit die Verbrauchsabgabe aus geistige Gettänke in Frage kommt, muß die Berliner Negierung ohnehin mit Minderertragen rechnen. Es ist das eine Folge der auf Bekämpfung des Alkoholgenusses gerichteten Bestrebungen, denen jeder Volksfreund besonders da Erfolg wünschen wird, wo sie auf Einschränkung des Branntweinkonsumes abzielen. Dieser Konsum geht erfreulicherweise zurück, gleichzeitig aber auch die Einn ahme des Reiches aus derVerbrauchsabgabe auf Branntwein. Hierfür muß Ersatz geschafft werden, und Sie irren sich wohl, wenn Sie meinen, die Mehrheit des Reichstags dürste für eine .Höherbesteuerung des Bieres nicht zu haben sein. Wie die Dinge nun einmal liegen, wird sie vielmehr wahrfcheinlich der Negierung folaen in der Erschließung neuer Einnahnren, trotz der Nnpopularität einer Bierverteuerung, die kaum auSbleiben wird.

Fcr Krieg zwiscken Hapan und Außland.

Eine Schlacht bei Jentai.

L o n d o n, 12. Okt. Dem Reuterschen Bureau wird ohne Datum von einem Korrespondenten bei der Armee deS Generals Oku über Fusan vom 10. Oktober gemeldet: Der Vormarsch aus Mukden hat heute morgen be­gonnen. Als Marschall Oyama erfuhr, daß die Russen ihren linken Flügel, der fünf Meilen nördlich von Jentai stand, verstärkten, gab er Vormarschbefehl auf der ganzenjapanischenLinie. Die Infanterie des Gene­rals Oku eröffnete den Marsch und rückte zwei bis drei Meilen nordwärts vor, die Artillerie folgte. Die Russen, welche diefe Bewegung beobachteten, eröffneten mit ihrer Artillerie oaS F-euer, das von den Japanern erwidert wurde. Das Feuer dauerte den ganzen Tag ohne eigentliches Er­gebnis. Die Infanterie wird abends ihren Vormarsch fort- setzen.

London, 12. Okt. (Reuter.) Aus dem Hauptquartier General Kurokis wird von gestern berichtet: DerÄngrifs der Russen vom 9. d. Mts. auf den japanischen rechten Flügel erfolgte durch 3 bis 4 Bataillone, 1500 Mann Ka­vallerie und acht Geschütze. Weitere imssische Verstärkungen rückten östlich und nördlich von Penbsihu heran uttb ver­schanzten sich 8 Kilometer vor den japanischen Stellungen.

Tokio, 12. Okt. Ein Bericht des Marschalls