oder man komme zu Repressionsmaßregeln. Wer den ersteren Weg wandle, müsse eine Kaution schaffen für Au'rechterhaltung deS öffentlichen Friedens und ; er Ordnung. Tie Mehrheit der verbündeten s)c gierunqen sei der Ansicht, daß Kaufmanns- g c i ch te n tig seien, um den Handlungsgehilfen zu ermöglichen, i rq)0 »tisch und ruhig die Interessen ihres Standes wahrnehmen zu können.
Berlin, 12. Febr. Die Budgetkommission des Reichstages setzte die Beratung des Militäretats bei Titel ,Mieten für Kasernen ic? fort und nahm eine Resolution Paasche an, nach welcher Kasern en bauten möglichst nicht durch städtische Verwaltungen, sondern durch das Reich errichtet werden sollen. Ebenso wurde eine Resolution Speck angenommen, den Reichskanzler zu ersuchen, vor dem endgiltigen Abschlüsse von Verträgen die betreffenden Pläne, Kostenanschläge und Vereinbarungen dem Reichstage zur Prüfung und Beschlußfassung vorzulegen und bei allen künftigen Mietverträgen das Vorkaufsrecht zum Buchwerte abzüglich der Amortisation kontraktlich vorzubehalten, sowie dem Reichstage in der kommenden Session eine Uebersicht vorzulegen, in welchem Umfange bei den für 1898 bis 1901 hergeslellten Dienstwohnungen und Kasernen nebst Zubehör die ursprüngliche Höhe des Kosten- Voranschlags überschritten wurde. Die Kommission lehnte darauf die Forderung für Saarbrücken ab.
Barmen, 12. Febr. Heinrich v. Knapp, national- liberaler Landtagsabgeordneter für Eberfeld-Barmen, ist in- folge eines Schlaganfalls gestorben.
Volitische Tagesschau.
Stach der Tischrede.
R. Berlin, 12. Febr.
Von der Tischrede des Reichskanzlers ist die .Tagesztg.", das Organ des „Bunds der Landwirte", mäßig erbaut. „Recht hübsch, recht heiter, recht geschickt und stimmungsvoll", so belobt zwar die „Tagesztg." herablassend den Grasen Bülow, um aber dann in eine Untersuchung einzutreten, ob dem guten Willen die Tat entspreche. Da erregt denn vor allem den Verdruß des Agrarierblatts, daß Graf Bülow den Zeitpunkt zur Kündigung der Handelsverträge nicht für gekommen hält. Die konservative „Kreuzztg." enthält in ihrer heutigen Abendausgabe keine Aeußerung über die Rede. Doch wird auch in konservativen Kreisen, wie zu erwarten war, die Ablehnung der baldigen Handelsoertragskündigung unliebsam empfunden. Graf Bülow ist also doch noch nicht »der richtige Mann" für die Landwirtschaft.
Aus Stadl und Land.
Gießen, den 13. Februar 1904.
— Kunstverein. In ungewolltem Zusammentreffen mit den kinematographischen Vorführungen des Flottenvereins steht in der Kunstausstellung eine sehr interessante Serie von See- und Flottenbildern des Hamburger Marinemalers Pro- feffor Schnars-Alquist zur Schau. Innig vertraut mit der ewig wechselnden Natur des Meeres, mit der Fähigkeit begabt, ihm das Gebeimnis auch seiner wunderbarsten und
rätselhaftesten Effekte abzulauschen, bereitet der Maler jedem, der für die Größe und Schönheit des Weltmeers Sinn hat, einen auserlesenen Genuß. Das nordische Meer wie das der Tropen, in den Stimmungen aller Tagesstunden, bei Sonnenschein und Sturm, weiß er virtuos darzustellen. Auf Einzelheiten braucht nicht hingewiesen zu werden; genug, daß unter den 29 Bildern kein einziges unbedeutend oder unintereffant ist. — Erwähnt sei noch, daß die Bilder von Geffcken, v. Hoeßlin und Thielmann noch ausgestellt und einige feine Aquarelle von W. Bader-Darmstadt, als Vorboten einer größeren Kollektion von Bildern dieses geschätzten Künstlers hinzugekommen sind.
** Im Oberhessisch en Geschichtsverein hielt am Donnerstag zunächst Landgerichtsrat Dr. Schäfer einen Vortrag über die hohe Mark im Taunus. Auf Grund von z. T. vorher noch nicht benutzten Akten gab der Vortragende ein Bild von der geschichtlichen Entwicklung der hohen Mark am Ostabhang des Taunus, die mit ihren über 24 000 Morgen und 29 Dörfern noch vor hundert Jahren ein selbständiges Rechtsgebilde war mit eigener Verwaltung und eigener Rechtspflege. Ter Schirmherr oder „Waltbote" (der Besitzer des Homburger Schlosses) berief alljährlich das Märkerding, auf dem jeder Märler Stimmrecht hatre. Aus einer noaj ungedruckten Beschreibung eines solchen Märkerdinges aus dem 18. Jahrhundert macht der Vortragende interessante Mitteilungen. Nach langen Verhandlungen erfolgte im Jahre 1813 die Teilung der Mark: sie fiel an Frankfurt, Hessen und Nassau. Eine neue Teilung wurde im Jahre 1820 vorgenommen nach dem Untergang des Großherzogtums Frankfurt. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion, an der sich außer dem Vortragenden Geh. Justizrat Schmidt, Professor Wimmenauer, Hauptmann Kramer, Pfarrer Hofmann und Landgerichtsrat Schmeckenbecher beteiligten. Dabei kamen noch interessante alte Rechtszustände und Gebräuche zur Sprache, die sich in Resten bis in die Gegenwart erhalten haben. — Daran schlossen sich interessante Mitteilungen des Vorsitzenden Geh. Hofrat Behaghel über einen Restaura- tionsversuch an der Landesuniversität. Es handelte sich um den im Jahre 1826 gemachten Versuch, an unserer Universität lateinische Vorlesungsverzeichnisse neben den deutschen herauszugeben, nachdem Gießen als eine der ersten Universitäten in Deutschland seit 1809 nur noch deutsche Vorlesungsverzeichnisse hatte drucken lassen. Dieser Restaurationsversuch ging aus von dem Professor der klassischen Philologie und der Beredsamkeit. Nur wenige Senars- mitglieder stimmten gegen seinen Antrag, mit sehr scharfen Worten Hundeshagen, der bekannte Forstmann, der „keine Zeit gehabt, seine Zähne beim Wiederkäuen tauber philologischer Nüsse aufs Spiel zu setzen". Tas Ministerium genehmigte die Veröffentlichung lateinischer Vorlesungs- verzeiwnisse neben den deutschen; da aber der Professor der Beredsamkeit die deutschen Verzeichnisse nicht ins Lateinische übersetzen wollte, blieb die Angelegenheit auf füfy beruhen.
** Bezirksverein Gießen gegen Mißbrauch geistiger Getränke. Erfreulicherweise lausen fortwährend neue Beitrittserklärungen ein. Tie Zahl der Mitglieder ist bereits auf 86 gewachsen. Unter anderm sind in einer Bezirksversammlnng eines städtischen Armenbezirks sämtliche anwesende Armenpfleger beigetreten. In aller Kürze wird eine Mitgliedervsiammlung einberufen werden, die die Satzungen beraten, den Vorstand wählen und die nächsten Aufgaben feststellen soll. Da sich eine ganze Reihe von Mitgliedern nicht nur zur Zahlung eines
Beitrags, sondern auch zur persönlichen Mitarbeit bereit erklärt haben, darf man wohl hoffen, daß die nun einmal geweckte Teilnahme auch weiter vorhalten und weitere Kreise ergreifen wird. Damit wäre schon das Wertvollste erreicht, was der Verein bezweckt, nämlich: die Aufmerksamkeit aller ernsthaften Leute auf diese Fragen zu richten und sie zu veranlassen, daß sie darüber nachdenken. Tenn das ist die Voraussetzung jedes gesunden Fortschritts in der so nötigen Reform unserer Trinkgewohnheiten und Trinksitten.
Kunst und Wlsteuschuft.
Königsberg i. P r., 12. Febr. Die festlichen Veranstat» tungen zur G e d ä ch t n i s f e i e r der 100jährigen Wiederkehr des Todestages Immanuel Kants haben heule vormittag in der „Stoa Kantianä" begonnen. Abordnungen der Stadt und Provinz, sowie des Lehrkörpers der Unwcrsitäl legten daselbst prächtige Kränze mit Widmungen nieder. Auch Kultusminister Dr. Studt und Oberpräsident v. Moltke wohnten dem Akte bei. Gegen 10 Uhr fand in Gegenwart Dr. Studls sowie der städtischen Behörden und unter Teilnahme der Militär- und Zivilbehörden die Enthüllung der Kant-Gedächtnistafel statt, die sich an der Mauer des kgt. Schlosses in der Kanlstraße neben dem Kaiser Wilhelm- Denkmal befindet. Oberbürgermeister Koerte hielt eine längere Ansprache.. Die Tasel trägt als Inschrift Kants Worte: .Zwei Tinge eriüllen das Gemüt "mit immer neuer und zunehmender Be- wnnderung und Ehrfurcht, ie öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit -beschäftigt: „der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir/ — Der Gedächtnisakt in der Universität wurde durch den Rektor Jeep eröffnet, der die Ehrengäste begrüßte. Kiiltusminister Dr. Studt überbrachte Grüße des Kaisers an die Universität und überreichte 10000 Mk. für die Hilfskasse zur Uiiterstützung der Hinterbliebenen von Lehrern und Beamten derAlbertus-Universität. Tie Gedächtnisrede hielt Professor Walter. Oberbürgermeister Körle überreichte namens Königsbergs 10000 M k. zu einer K a n t st i f t u n g, deren Zinsen alljährlich am Todestage Kants deinjenigen Studierenden der Albertus-Universität zu- iallen sollen, der die beste Arbeit über ein selbstgewähltes philosophisches Thema liefert. Zu Ehrendoktoren wurden promoviert: der Provinzialschulrat Bode-Königsberg, Professor Dil- r hey-Berlin, die Professoren Günther und T i e l e-Berlin, Pfarrer Fischer -Berlin, Pfarrer W y n e k e n -Edelsheim, Prof. Cuno Fischer -Heidelberg, Eduard E a i r d, Präsident des Ballwl College zu Ox'ord, Professor Stammler -Halle und Professor Carlo C a n t i n i -Pavia.
München, 12. Febr. Bildhauer Professor Rudolf M a i s o n ist g e st o r b e n.
Ich werde in nächster Zeit an dieser Stelle eine Serie mir freiwillig zugegangener Anerkennungsschreiben aus allen Kreisen meiner Kundschaft veröffentlichen, ohne Nennung der Namen. Die Original- schreiben sind bei mir einzusehen. Diese besagen mehr wie alle Anpreisungen.
Hocliachtungsvollst
Th. Brück, Möbelfabrikant.
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