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Telephonischer Kursbericht
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nach der Schweiz geflohen und hat ihre vier Kinder alle!» zurückgelassen.
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Reichsanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen Oberhesflpn
-atten.
Petersburg, 13. Febr. Es verlautet, die rttter« chaftlich, en Verb ände von Kurland, Livland n d E st l a n d hätten dem Kaiser die Stellung einer Sani- ä t s k o l o n n e für den Kriegsschauplatz auf Kosten der
sucksVaninchenN — Damit war die Sache für unsere StaLt- verordncten erledigt.
* P l a u e n, 12. Febr. Drei Burschen, die in der Nacht zum Mittwoch auf der Klaffenbacher Straße bei Adorf einen Mann ermordeten und beraubten, wurden in vergangener Nacht von der Polizei in Plauen fest genommen. Wie der „Vogtl. Anz" meldet, sind die Täter drei 18jährige Burschen, die klirzlick aus der Zw^ngserzich- ungsanstalt in Brönnsdorf cn'toicsien waren. Sie erschlugen den Mann lediglich. um d''e De'dung ut rauben.
• Brüssel, 12. Fcbr. Infolge der anhaltenden Regengüße werden aus allen Teilen des Landes Ueberschwemm- ungen gemeldet.
• Brüssel, 12. Febr. In der Angelegenheit der B e - ranbung de? Postwagens eines EisenbahnzugeS verhaftete die Polizei in der letzten Nacht zwei Brüder des schwer verletzten Banditen.
• Paris, 12. ftehr. Gestern wurde auf die Klage des Direktors des hiesigen Continental-Hotel ein venezolanischer Graf wegen Unterschlagung und Betrug verhaftet.
. 102 00 . 90.35 . 101.80 . 90.30 . 100.50 . 99.50 . 101 90
100.60 . 99.50
. 101.70 . 60.00
. 59.30
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Tendenz: fest.
stadt als solcher zugeschrieben werden muß, beweist der Um- stand, daß z. B. die Landbevölkerung der Provinz Brandenburg die allerhöchsten Tauglichkeitsziffern aufwieS. Mag man auch zugeben, daß daran noch sehr viele andere Gründe beteiligt sind, so wird doch kaum zu bestreiten sein, daß die frühzeitigen Ausschweifungen der städtischen Jugend sehr erheblich auf diese ungünstige Tauglich- keitSziffer einwirken. Als wünschenswert bezeichnet Redner, daß zukünftig noch eine feinere Gliederung dieser Statistik Platz greifen möge. Diesen Wunsch hatte der Referent in einer Resolution nicdergelegt, die einstimmig angenommen wurde.
Schließlich stimmte die Versammlung noch einen, Anfrage des Generalsekretärs Dade zu, der den relativen Rück- gang der ländlichen Bevölkerung bedauert und für die nächsten Berufszählungen eine Organisation wünscht, die eine Vergleichung der künftigen Ergebnisie mit denen der früheren Zählungen möglich mach,.
. 26 40
. 87.50 . 102.00 . 103 44 . 204.40 . 186.30 . 138.75 . 150.20 . 152 70 . 138.50 . 1520 . 190.00 . 224.50 . 186.60 . 195.20
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Aus Stadl uni) Saud.
Gießen, den 13. Februar 1904.
- Das Promenadenkonzert findet morgen, Sonntag, um l/,12 Uhr mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre „Leichte Kavallerie", von Cuppä. 2. Meditation, von Gounod-Bach. 8. Du und Dul Walzer aus ^Die Flede» mauS", von Strauß. 4. Erinnerung an .Tannhäuser", Fantasie vom Hamm-Wagner.
♦♦ Ein hessisch er Städtetag wirb in allernächster Zeit zu dem neuen Gesetzentwurf über die Gemeindeumlagen Stellung nehmen.
**Ueberschwcmmungen. Die letzten Tage brachten in ganz Oberhessen heftiges Negenwetter, verbunden mit Hagel und Sturm. Das Wasser steigt noch stündlich. Da jetzt eine wahre Frühlingstempcratur herrscht, so schmilzt der S<hinee im Vogelsberg und bringt stets neue Wassermengen. Auch die Horloff ist bei Echzell, Gettenau und Reichelsheim über die Ufer getreten. Mlenthalben sieht man Scharen von Raben und Raubvögel, toelch<c den vor den Fluten flüchtenden Mäusen ?c. eifrig nachstcllen. Die vor- jährige Mäuseplage dürste in diesem Jahre bedeutend
Vermischte».
* Halle, 11. Febr. Bei der Beratung über die Uni- versitätS»Klinik, für die die Stadt ;ährlich an Kur- kosten 105 000 Mk. zahlen muß, brachte in der Stadtver- ordnctensitzung der Stadtv. Thiele sSoz.) folgenden aufsehenerregenden Fall zur Sprache: „Ein hiesiges Schulmädchen ist im vorigen Sommer in die hiesige Klinik gebracht worden und lange Monate aeblieben. Bei einem ihrer regelmäßigen Besuche bemerkte die Mutter des Kindes im November, daß daS Kind von Zeit zu Zeit unter den Verband griff, der um den Leib gelegt war und etwas wegwarf. Die Mutter fand, daß daS große, weiße, lebendige Maden waren und daß die Wunde von solchen Maden wimmelte. Die Mutter beschwerte sich bei der Schwester, dem Arzte und dem Prof. v. Bra- mann. Letzterer totes ihre Behauptung zunächst al» unwahr zurück und drohte ihr dann mit einer eventuellen Klage. Ls ist dies nicht die einzige Beschwerde, die über die Behandlung in der Klinik erhoben worden ist. Menn die Stadt so bedeutende Summen zahlt, muß auch den Armen sorgfältige Pflege zuteil werden, sonst ist c« erklärlich, wenn Me Arbeiter sich nur ungern an die Klinik wenden." — Stadtrat Pütter: Die Mutter ist bei mir gewesen und ich habe ihr Besckxid erteilt-, sie ist dann aber nicht totebcr- gekommen. Wenn mir Beschwerden zugehen, so nn'ersuche ich dieselben stets. Man muß berüclsicht gen, daß die K inik auch Studienzwecken dient. (Stadtv. Thiele: Ach so! Der-
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
— Die Hypothekenbank in Hamburg veröffentlicht im Anzeigenteil unserer heutigen Ausgabe ihre Bilanz Ultimo Dezember 1903.
ließen, 13.Febr. Marktbericht. Aut heutigem Mockenmarkt kosteten: Butter pr. Psd. 0,90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Big. 2 Stck. 00-00 Psg., GänseeicrOO—00 Psg., GntcncicrS—0 Psg., Käse pr.etcT. 6—8 PL, Kasematte 2 Stck. 5—6Psg., Erbsen pr.Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32Psg., Tauben pr.Paar0,80—l,00Mk., Hühner pr. St. 1,80—1,40 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,70 Mk., Enten pr. Stück 1,70—2,20 Alk., Gänse pr. Psd. 00—70 Psg., Ochsenlleisch pr. Piund 68—78 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Psg., Schweine- fleisch pr. Pfund 66—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 64—76 Psg., Hammettleüch pr. Pfund 65—74 Psg., Kartoffeln pr.100 Kgr. 5.50-6,00 Mk., Weißkraut per Stück 5—7 Psg., per Zentner 1.80—1.60 'JJlt., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Mk., Milch per Liter 18 Psg., Acpiel per Zenlner 20 bis 25 Mk., in Körben 00—00 Psg. Nüsse 100 St. 35-40Pfg.
Vom Kriege.
Paris, 13. Febr. Nack einer Privatmcldung aus Tsckifu sind jetzt aus dem H a f e n - Ein g a n g v 0 n P 0 rt Arthur die Hindernisse entfernt worden. Im Innern des Hafens werden die Hcrstellunasarbeitcn an den beschädigten Pantern eifrigst fortgesetzt. Tie von Shanghai aus verbreitete Nachricht von der Vernichtun g dreier russischer Kreuzer während der Nacht auf den Freitag wird in Tschifu nia)t bestätigt. Frauen und Kinder aus Port Arthur werden nach Eharbin gebracht.
Wien, 13. Febr. Der hiesige amerikanische Gesandte erklärte, vor ca. 10 Tagen sei eine große Land-Operation auf dem Kriegsschauplätze nicht zu erwarten. Neber die Nachricht von der Einnahme von Hakodate durch >ie Russen äußerte der Gesandte, daß, wenn sich diese Meldung bestätige, sie von großer Bedeutung für die Russen sei, da es ihnen dann gelingen würde, ihre Flotten zu vereinigen, was für die weitere Entwickelung des Krieges ausschlaggebend sein würde. — In hiesigen russischen Kreisen zirkuliert ein M a n i f e st d e r r u s s i - chen Revolutions-Partei, worin erklärt wird, Rußland habe seine Aufgaben in einer Reform, nicht aber in ostasiatischen Erwerbungen zu suchen Jo^an sei ein freies Staatswesen, Rußland eine asiatische Despotie, der dieser Krieg das Grab graben werde. — An hiesige große Dank-Institute ist cme Pariser Mitteilung gelangt, Rußland bemühe sich dort, eine neue Anleihe aufzunehmen. Es stellten sich jebodi' der Reali- ation mancherlei Schwierigkeiten entgegen. Die indessen überwunden werden könnten.
London, 13. Febr. Blättermeldungen zufolge ist noch keine amtliche Bestätigung dafür eingetroffen, daß das russische Ostgeschwader die europäischen Gewässer verlassen wolle, um sich nach Ostasien au begaben. Ebensowenig sei es wahr, daß dieses G. schwader den N 0 r d-O st - ee-Kanal bereits passiert habe. Die deutschen Be- jörden würden die Durchfahrt überhaupt nicht ge-
nachlassen.
** Kinematographische Dorf übrungen des T eutschen Flottenvereins. In der Freitags-Vorstellung war die große Aula der Universität dicht gefüllt. Wie wir schon gestern sagten, glauben wir, unseren Lesern nur dringend empfehlen zu sollen, daß sie sich diese Gelegenheit, sich eine lebendige Anschauung von unserer Kriegs- und Handelsflotte zu verschaffen, nicht entgehen fassen. Das Programm zerfällt in drei Teile, deren erster >,Die Kriegsflotten der Welt" uns in neun Bildern mit den typischen modernsten Vertretern der Hauptseemächte bekannt macht. Selbstverständlich befinden sich alle Schiffe in voller Fahrt und gleiten an dem Auge des Beschauers wie in der Wirklichkeit vorüber. Im zweiten Teil verspricht uns der Kinematograph „Eine Reise in 20 Minuten von Bremerhaven noch Newyork" auf dem prächtigen Schnelldampfer „Kronprinz Wilhelm" des Norddeutschen Lloyd. Die zehn Bilder, die dieser Programmteil umfaßt, dürften in der Tat eine Attraktion ersten Ranges bilden. Im dritten Teil endlich wird uns der Kinematograph mitten hinein in die Manöver und Uebungen unserer Kriegsflotte führen; wie: „Bootaussehen und Segelexerzieren auf dem Schulschiff Mein'", „Exerzieren am 8,8 Zentimeter Schnell- feuergeschüh", „Schießübungen nach der Scheibe und Einholen derselben durch ein Torpedoboot, auf hoher See „Torpedoboote durchbrechen die Linie der Schlachtschiffe. Bootspseifen, Torpedopfeifen, Sirenen und Kanonenschüsse werden das ihrige dazu 6 c4 tragen, um uns in die volle Illusion zu versetzen, als befänden wir unS selbst auf hoher See, um uns das eigenartige Schauspiel einer üben- den und schießenden Kriegsflotte anzusehen. Schließlich sei noch verraten, daß der Kinematograph einige höchst interessante humoristische Bilder mit sich bringt, die ihren vollen Lacherfolg noch nie verfehlt haben.
** Wirtschaftsübernahme. Wie wir erfahren, Übernimmt Herr W. S ch n e i d e r ails Wetzlar anfangs März den Gasthof der neueingerichteten „Alten Post" hier.
Offenbach, 12. Febr. Ein unglaublich frecher E1 n- 5ruch wurde nach der „O. Zig." in einem großen neuen Hause an der Ludwigstraße verübt. Ein dort im zweiten Stock wohnender Fabrikant war mit seiner Gattm aus einige Zeit verreist imb hatte dies an der Eingangstür zur Wohnung vermerkt. Ms nun dieser Tage daS Ehepaar , zurückkehrte, sah es zu seinem nicht geringen Schrecken, daß während ihrer Abwesenheit Eindringlinge in der Wohnung gehaust hatten; diese war in einem schauderhaften Zustand, die Betten zerwühlt und beschmutzt, und auch sonst wies alles darauf hin, daß die Gauner es sich mehrere Tage in der fein ausgestatteten Wohnung haben wohl fein lassen. Tie nähere Untersuchung wird noch ergeben, was alles gestohlen worden ist. Der Vorfall beweist, wie vorsichtig ein jeder sein muß, der auf Reisen geht und sein Heim unbewohnt zurückläßt.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N achb a r st a a t en. Der in R ei s kir che n am Herzschlag Gestorbene beißt nicht Louis, sondern Philipp Damm.
Oerichtssaat.
w. Gießen, 13. Febr. Der Arbeiter Lndwia P. von Schliff, ein 87 Inbre alter, vielfach vorbestraiier Familienvater, war vom Schösfenaericht seiner Heimat wegen Hausfriedensbruchs in 2 Fällen, wegen Sachbeschädigung, ruhestörenden L ä r m e s und weil er seine Familie nicht ernährt hat, m 8 Monaten Gefängnis 6 Wochen Haft und Ueberweisnng an die Landespolizeibehörde verurteilt worden. Er verfolgte hiergegen vor der Strafkammer Berufung. Er stellte sich dem Gerichtshof als die wahre Unschuld vom Laude hin, war aber derart ange- trunken vor dem Richtertischen erschienen, daß er nach vielfachem Bemühen des Vorsitzenden, ihn zur Ordnung zu bringen, in eine Haststrafe von 8 Tagen wegen Ungebühr vor Gericht genommen werden mußte. Die Beweisaufnahme ergab, daß man es mit einem Müßiggänger und Trunkenbold schlimmster Art zu tun hatte, der in jedem Punkte schuldig ivar, dessen man ihn bezichtigte, sodaß seine Berufung verworfen wurde und er nicht nur zur Verbüßung der dreitägigen Haft, sondern auch wegen Fluchtverdachts sofort in das Arresthaus abgeführt wurde. — Der 19 Jahre alte, unbestrafte Schuhmacher Heinrich P. von Gießen war geständig, seinen Freund G. eines Sonntags im Feldschlößchen mit dem Messer bearbeitet zu haben. Beide waren mit 2 Mädchen Sonntags nach Heuchelheim gegangen, wo G. in verschiedenen Wirtschaften als Athlet seine Künste produzierte. Dabei kamen die Heuchelheimer Burschen mit den Zweien beinahe aneinander, weil sie in höchst roher Weise die beiden Mädchen beleidigt hatten Der Athlet ging nun, um den Streit mit den Heuchelheimern zu vermeiden, mit dem hübschesten der Mädchen eiligst nach Gießen zu, kehrte aber im Feldschlößchen unterwegs mit der Schönen ein, um aus das andere Paar dort zu warten, welches dann auch wenig später ebenfalls einlraf. Aus dem Angeklagten war unterwegs aus einem Frennd ein Feind des Athleten geworden, er forderte ihn auf, mit ihm auS der Wirtschaft aus den Hof zu kommen, und hier kam eS zu einer Messeraffäre. Dauernden Schaden an seiner Gesundheit hat der Verletzte nicht getragen. P. erhielt 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. — Angeklagt wegen Feilyaltens verfälschter und v e r d 0 r b e n e r N ähr' u n g 8 m i t t e l waren die Metzger Heinrich W.'schen Eheleute von Echzell, sowie der Beihilfe hierzu der Metzgerbursche Georg R. von Echzell, jetzt beim 125. Feldartillerie-Regimcnt in Darm- tadt. Der Polizeidiener von Echzell hatte vom Frau W. in deren Laden sich Fleischwurst geben lassen, in welcher daS Nahrungs- mittel-Untersuchungsamt für die Provinz das Vorhandensein von 0,6—0,7 Prozent Stärkemehl seslstcllte. Ter Angeklagte gab zu, er habe s. Zt. seinen Burschen geheißen, Stärkemehl unter das W u r st s l e i s ch zu tun, weil dieses ein wenig gerochen habe. Heute gibt der Angeklagte nur zu, daS Fleisch sei bet der damals herrschenden Hitze beschlagen und schmierig, aber nicht verdorben gewesen. Der Artillerist be° streitet, je riechendes oder verdorbenes Fleisch zu Wurst verarbeitet zu haben. Stärkemehl habe er wohl hier und da unter das Wursl- slcisch getan, um ihm mehr Haltbarkeit zu geben. Von der in Frage kommenden Fleischwurst will der Angeklagte aber nichts wissen. Der Gerichtshof verurteilte den Ehemann zu drei Tagen Gefängnis, die Ehefran zu einer Geldstrafe von 20 Mark, event. vier Tagen Gefängnis. Der dritte Angeklagte wurde frei- gesprochen. ,
G. Mainz, 12. Febr. Der Redakteur des hier erscheinen den „Israelit", OSkar Lehmann, halte in seinem Blatte ein Inserat in hebräischer Sprache ausgenommen, das in Hessen unerlaubte Lose anpries. Aus Grund des § 234 der Polizeiverordnung und § 20 des Preßgesetzes erhielt er den höchst zulässigen Strasbefehl von 85 Mk. Dagegen erhob er beim Schöffengericht heute Einfpruch. Die Geldstrafe wurde auf 45 Mk. ermäßigr.
() Marburg, 12. Febr. Die Strafkammer verurteilt heute den Lehrer Wilhelm Möller aus Weidenhausen wegen U e b e r s ch r e i t u n g des Z ü ch t i g u n g s r e ch t s zu 80 Mk. Geldstrafe. Der Genannte hatte im vorigen Sommer 187 Kinder in 4 Klaffen zu unterrichten, trotzdem er selbst nicht ganz gesund ivar und dringend eines Erholungsurlaubs bedurfte. Diese Ueberbürdnng des Atannes hatte zur Folge, daß er sehr nervös wurde. Während des Unterrichts verletzte er einmal zwei Knaben und ein Ätädchen unvorsichtigerweise mit dem Stock, so daß ärztliches Eingreifen nötig wurde. Bei der Urteilsverkündigung wurde bemerkt, daß Milderungsgründe zugcbilligt worden waren.
Ncuclle Melinnuu'».
Berlin, 13. Febr. Der dritte diesjährige Hof- ball fand gestern im königlichen Schlosse statt. Der Kaiser in der Uniform des 1. Garde-Ulanen-NegimcntS begrüßte zunächst die Damen des diplomatischen KorpS. E§ 1 war wohl kein Zufall, wenn der Monarch nut dem russischen Botschafter Grafen von der Osten-Sacken und mit den amerikanischen Herren besonders lange im Gespräch | verweilte. Eifrige Unterhaltungen pflogen auch die Vertreter ! der Großmächte unter sich mit dem Reichskanzler und dem Staatssekretär des Auswärtigen.
Kassel, 18. Februar. Infolge Hochwasser? ist die Schiffahrt auf der Weser und auf der kanalisierten Fulda einge sie llt.
Dresden, 13. Febr. Die ®attin eines hiesigen Grob -Jndustrielen ist angeblich mit einem Offiziers
Ritterschaft angeboten. Der Kaiser h<rbe dankend a n g e nommen.
— Lebensversicherung. Wie seil länger als einem Jahrzehnt hat auch 1903 die Victoria in der großen Lebensversicherung einen sehr viel größeren Neinzuwachs im Versichenmgsbestaud aid- zuweifen, als jede andere deutsche (ttefellfchgit, er beträgt ca. 45 Millionen Mark. In der Volksversicherung war die Destandzunahme ungefähr ebenso groß. Die neuen Lebensversicherungs-Bedingungen der Victoria vom Iahrr 1901, die in ihrem Entgegenkommen gegen die Versicherten bisher unübertroffen sind, haben in neuester Zeit verschiedene Konkurrenz Gesellschaften genötigt, auch ihrerseits die Versicherungs-Bedingungen zu verbeffern aber sie sind in ihren Zugeständnissen doch erheblich hinter der Victoria zurückgeblieben. Bei der Victoria haben Wechsel im Beruf und im Aufenthalt, und ginge man in die Tropen, vom ersten Tage ab keinen Einfluß auf die Giltigkeit der Polize. Nach einjährigem Bestehen ist die Polize aus keinem Grunde anfechtbar. Bei Tod durch Selbstmord oder Duell im ersten Versichernngsjahre wird die Prämienreferve gezahlt. Nach 8 Jahren ist die Polize »mverfallbar. Bei Einstellung der Prämienzahlung geht sie dann ohne Weiteres in eine fortan bei- tragssreic Polize über mit entsprechend herabgesetzter Versicherungssumme. Für den Kriegsfall bleibt die Versicherung in voller Höhe in Kraft, wofür nur Berufssoldaten eine besondere Prämie zu zahlen haben. Eine wegen Nichtzahlung der Prämie erloschene oder reduzierte Versicherung kann innerhalb eines halben Jahres ohne Untersuchung wieder in Kraft gesetzt werden, mit Unterfuchung sogar innerhalb von 5 Jahren. Gegen eine geringe Zuschlagsprämie wird der Versicherte im Falle seiner Invalidität von weiteren Britragszahlungen entsprechend befreit, ohne daß das Recht auf die Versicherungs-Summe dadurch irgendwie geschmälert würde. Es kann auch daneben eine In- validitätsrente bis zu einerHöhe von 15°/e der Versicherungssumme versichert werden._______________________________________1502
| Frauen seid gewarnt!
»Die ächten Herkules - Spiralfeder - Corsets traget alle entsprechenden Stempel oder Etiquette Alle anderen weise man. weil minderwertig, zurück.______
4 % Ooaterr. GoMrerto . .
Oeaterr. Silborrente
4% Ungar. Goldrente . .
4D/d Italien. Rente . . .
4'1,% Portugieser , . ,
t0/ Portugiesen. . . .
1 % C. Türken , . .
Türkenloso.....
4% Oriech. Monopol.-Anl.
% rtnRRftro Arront’nor


