D8—59 Pffl., Lebendflew. 46 Pfq., 2. Qual. 57-00 Pffl., Lebendgewicht jb--OO Pffl., 3. Qual. 50-52 Pfq., Lebendflewicht 00-00 Pfq. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßifl, Ueberstand bedeutend; bei ^lemvieh mittelmäßig, kein Ueberstand.
Arbeiterbewegung.
Perpignan, 11. Dez. Der Landarbeiter--Alts- r 0 11 m Rivesaltes ist beendet, nachdem die Großgrungbesitzer den Mmimallohn von 3 Francs bewilligt haben. In Pallestres dauert der Ausstand fort. Die Streikenden zwangen die Maurer, die Arbeit einzustellen, wobei ein Maurer schwer mißhandelt wurde. Die Streikenden ziehen anf die umlieflenden Ortschaften, um für den Streik zu agitieren. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte von Perpignan haben ihre Demission gegeben als Zeichen des Protestes gegen den Ausstand.
Spielplarc der vereinigten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 13. Dezember, abends 7 Uhr: „Jphigenia in
Schauspielhaus.
Dienstag den 13. Dezember, abens 7 Uhr: Zum ersten
Male : „D i e Biederleu t e."
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den
13. Dezember 1904: Wolkig, starkwindig, auf den Höhen auch stürmisch, Niederschläge (Regenschauer), milder, besonders nachts.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Kirchlich? Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Montag, den 12. Dezember, abends 8 Uhr: B i b e l st u n d e nn Konfirmandensaale der L n k a s g e m e i n d e, Liebigfiraße 56. Text: Offenbar. Johannes 3, 1—6. Plärrer Euler.
SriefKallen der Krbnhtrnn.
(Anonpme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Prof. A. in W. Plutarch erzählt in seinen „Vitae parallelae“: Cato habe in seinem ganzen Leben drei Tinge bereut, einmal, daß er^seiner Fran ein Geheiinnis anvertraut habe, zweitens, das; er zu Schiff nach einem Orte gefahren sei, wohin er zu Land hätte kommen können, drittens, daß er einen Tag ohne Testament ge- blieben sei.
Neueste
Berlin, 12. Dez. Der frühere nationalliberale Reichstags- und Landtagsabgeordnete Friedrich Hammacher ist gestorben.
Neiße, 12. Dez. Vor dem Kriegsgericht der 12. Division hatten sich zwei Offiziere vom Artillerie-Depot wegen Diebstahls, Verleitung zum Meineide und Beleidigung eines Untergebenen zu verantworten. Nach 13 stündiger, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführter Verhandlung wurden die Angeklagten freigesprochen.
Paris, 12. Dez. In der Großen Oper wurde zum Besten des Opernpersonals eine Aufführung von Wagners
„Tristan und Isolde" veranstaltet. Das dicht besetzte HauS bereitete dem Stücke eine begeisterte Aufnahme. —Der „Matin" will wissen, daß der mit der Nachforschung über den Tod Syv etons betraute Untersuchungsrichter Bouquard nach den bisherigen Feststellungen immer mehr und mehr zu der Annahme neige, daß ein Selbstmord vorliege.
Kiew, 12. Dez. Hier wurden mehrere Offiziere verhaftet, weil sie bedeutende Summen unterschlagen haben sollen, die zur Anschaffung von Wollhemden für die einberufenen Reservisten bestimmt waren.
Algier, 12. Dez. Der seit einiger Zeit in dem hiesigen Hafen vor Anker liegende Dampfer „Carmen und Charles" ist plötzlich untergegangen. Man glaubt, daß ein Racheakt vorliegt und daß in dem Schiffe von unbekannten Uebeltätern die Ventile geöffnet worden seien.
Vom Kriege.
Tokio 11. Dez., vormittags. Tie Beschießung der Flotte in Port Arthur dauert immer noch an. Tie „Sewastopol" bleibt außerhalb des Hafens vor Anfi'r, kehrt aber möglicherweise in den Hasen zurück hinter die äußere Sverre, durch welche sie durch Torpedoangriffe geschäht wird. Das stürmische Wetter verhindert übrigens die Verwendung von Torpedobooten. Fachmänner schließen daraus, daß die Schiffe vor dem Sinken starke Neigung zeigten und daß man versucht, die „Sewastopol" zu retten, daß die Schiffe nicht durch die Russen selbst vcrstnkt wurden. Tie meisten der gesunkenen Schiffe liegen mit der Spitze nach Norden. Sie wurden auf der Port-Seite getroffen. Man schließt daraus, das; die Schiffe fick- nach Star-Bord neigten, daß die japanischen Granaten im Innern krepierten. Um sicher zu sein, daß die Schiffe unbrauchbar lind, werden weitere Granaten hineingeworsen lieber den Verbleib der russischen Zerstörer ist man im Zweifel. Tie japanische Artillerie bes tießt j'den Winkes des Hafens. Möglicherweise liegen die Zerstörer außerhalb des Hafens. Bcobachtunasposten der Flotte melden, daß viele Schlepper und kleine Schiffe sich dicht an die Hospitalschiffe drängen, als wenn sie dadurch den Schutz des Roten Kreuzes erlangen wollten Cs wurde in Vorschlag gebracht, General Stössel aus die Folgen eines derartigen Verfahrens aufmerksam zu machen. Tie Japaner sind bemüht, die Hospitalschisfe zu schonen.
Lo ndon, 12. Dez. „Daily Telegraph" meldet aus Tiensin vom 10. d. M.: Nach amtliäwu japanischen Angaben betrugen die Verluste bei den Angriffen aus Bort Arthur im letzten Teile des Oktober 3000 Tote und 10 000 Verwundete, während die Verluste bei den letzten Angri'i n bedeutend arößer gewesen seien. — Dasselbe Blatt meldet weiter: Tic russische Armee bei Mukden ioll jetst 400 000 Mann, darunter 10 000 Mann Kavallerie, stark sein. Tie Japaner kaufen auf neutralem Gebiete Kamele auf. S(P0 Japaner land'teu bei Km schau M^n glaubt daß dies darauf hindeutet, daß die Japaner eine flicg'-nee Ko lonnc gegen die rückwärtigen russischen Verbindungen nördlic! von Tieling senden wollen.
London, 12. Dez. „Tailv Mail" meldet aus Petersburg: Admeral Siloti bom Marine stab erklärte, die von der „Nowoje Wremja" geforderte Entsendung einer dritten Flotte sei längst beschlossen'e Sache. Tie Regierung habe nicht die geringste Ansicht, die Schwarze
M e e r - Fso t 1 ie dazu zu benutzen. Der Berichterstatters, bemerkt, die dritte Motte würde wahrscheinlich mit beri Ausfahrt bis zur Fertigstellung von Schiffen, die auf der Werft von Burmester und Wehn in Kopenhagen und auf französischen Wersten im Bau seien, warten; außerdem seien neben drei Linienschiffen und 20 Torpedobooten noch Schiffe auf den Werften von Petersburg und Riga im Bau, welche. rm Mcu fertiggestellt sein sollen. — „Daily Mail" meldet aus Tokio vom 11. Dez.: Nichtamtlichen Berichten zufolge sollen japanische Torpedoboote das Panzerschiff „S e w a st v p o l" in der Nacht zum 9. Dez. in der Hafenmündung angegriffen haben. Das Ergebnis sei unbekannt. Die russischen Zerstörer so-llen außerhalb des Hafens liegen und mehrere Kanonenboote schwer beschädigt sein.
L o nd o n , 12 Dez -Ter „Standard" meldet aus Tokio: Zwischen den Mmistern und den Parteiführern finden Besprechungen statt, wobei letztere die finanziellen Pläne der Regierung für den Krieg mit geringer Abweichung guthießen. Tie Parteiführer wünschten, daß die Steuererhöbung um eine Million Pfund St-rling verringert, würde. Tie Münster willigten ein und wollen diese Summe durch Crsparn'ssc an lw-fenden Ausgaben beschaffen. Alle Teile d-'s Parlamentes arbeiten in völliger Harmonie. — Ter „Standard" meldet ans Konstantinopel: Ter Amerikaner Flint habe dem ersten Sekretär des Sultans einen großen Teil der argentinischen Flotte zum Kauf angeboten, wahrscheinlich zum Weiterverkauf an Rußland. Der Sekretär lehnte jedoch das Ainrbi^ten ab.
Tekphoiaiscfeer Kursbericht
r i»» 6*ii3rt a Ti». 12. Dezember.
•’i'/'/Vo IbieWuleihe . . 101 45 3 ’/j do. . . . 89.75 zi,0' Konvois , . . . 101.60
3°, o do ... 89.75
H'/gO; liessen .... 100.10 3' ,% OborhosRPn . . . —.— 4% Oßterr. Ooldrevte . 101.80 4* l',,/o Oester r. Silberrente 100 10 4% Unrar. Gohlrente . . 99.85 4<‘' Italien. Rente . . 104.40
4V2 % Portugieser . . . 64 00 Portugiesen 62.85
1 % C. Türken .... —.— l'ürkenlose 108 20 4% Griech Monopol.-AnL 48.00 4* , % äussere Argentiner 45.20
Tenden:
3% Mexikaner ... 32.95
‘tVo'Vr. Chinesen . . . 91.70
Elcctrb-. Sol ackert . . . 124.70 Nordd Lloyd . . . . 104 30
Kreditaktien . ... 21250
Diskonto-Kommandit. . . 192.20 Darmstädter Bank . . 143.10
Dresdener Bank .... 157.90 Ber iner Handelsges. . . 164*30 Gestern Staatsbahn . . . 139.20 Lombarden 17.70 Gottbardbahn 192.00 Laurabütte ..... 259.00 Bochum ...... 232.40 Hnrpener 216.20 Schatzscheine —*—
: fest.
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Minderbemittelte). Prospecte franco.
vr. M. Schulze-Kahleyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus.
Submission.
Die Füllung des Eiskellers in den neuen Kliniken zu Gießen soll auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungsbureau genannter Anstalt nachmittags von 3—5 Uhr eingesehen werden.
Offerten sind mit entsprechender Aufschrift versehen, verschlossen, bis zum Eröffnungstermin
Freitag den 10. Dezember 1904, mittags 12 Uhr
einzureichen.
Zuschlag erfolgt bis zum 19. Dezember 1904.
Gießen, 9. Dezember 1904. Bl%2
Großh. Verwaltungsdirektion der Neuen Kliniken.
Ortsstatut
für das Kaufmannsgericht Giehen.
Auf Grund des Gesetzes, betreffend die Kaufmannsgerichte, vom 6. Juli 1904 wird nach Anhörung von Kaufleuten und Handlungsgehilfen auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 20. Oktober und 24. November 1904 und mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 5. Dezember 1904 bestimmt, was folgt:
§ I. . 1
Tas Kaufmannsgericht umfaßt als Gerichtsbezirk den Ge- meindebezirk der Stadt Gießen und führt die amtliche Bezeichnung
Kaufmannsgericht Gießen.
§ 2.
Tas Kaufmannsgericht besteht aus einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter und acht Beisitzern.
Tie Zahl der Stellvertreter des Vorsitzenden und der Beisitzer kann durch 'Beschluß der Stadtverordnetenversammlung erhöht werden.
§ 3.
Von den Beisitzern ist die eine Halste von den wahlberechtigten Kaufleuten aus der Zahl der wählbaren Kaufleute, die andere Hälfte von den wahlberechtigten Handlungsgehilfen aus der Zahl der wählbaren Handlungsgehilfen auf drei Jahre zu wählen.
Die ausscheidcnden Beisitzer haben solange im Amte zu verbleiben, bis eine gütige Neuwahl stattgefunden hat.
So oft die Zahl der Besitzer weniger als insgesamt vier beträgt, kann die Bürgermeisterei eine Ergänzungswahl für den Rest der Wahlzeit anordnen.
§ 4.
Die Wahl der Beisitzer findet statt unter sinngemäßer Anwendung der §§ 6—16 des Ortsstatuts für das Gewerbegericht Gießen vom 11. Februar 1903.
Tie Vorschlagslisten (§ 61 Ms. 3 des Gewerbegerichtsstatutsmüssen je vier Namen enthalten. x . '
Tie Wahlzeit (§ 6 'Abs. 3 des Gewerbegerrchtsstatuts) wird auf die Stunden von 6—9 Uhr nachmittags festgesetzt.
§ 5.
Auf die Tätigkeit des Kaufinannsgerichts finden die §§ 18 bis 24 des Ortsstatuts, betreffend das Gewerbegericht Gießen vom 11. Februar 1903 sinngemäß Anwendung.
Das Gericht kann beschließen, in geeigneten Fällen von der Erhebung von Gebühren und Auslagen ganz oder teilwepe ab-
Tie Bestimmung der Beisitzer 18 des Gewerbegerichtsstatutserfolgt in der Weise, daß von jeder Seite der zuerst Jusgeloste iw. April, August. Dezember, der zweite im Mai, September, Januar, der dritte im Juni, Oktober, Februar und der vierte im Juli, November, März zuzuziehen ist.
Tie Gerichtsschreiberei des Gewerbegerichts Gießen dient gleichzeitig als solche für das Kanfinannsgericht.
§ 6.
Diese Bestimmungen treten mit ihrer Veröffentlichung in
^Tie Tätigkeit des .Kaufmannsgerichts beginnt nach der endgültigen Erledigung des erstmaligen Wahlverfahrens. Der Eröffnungstag ist in ortsüblicher Weise bekannt zu machen.
Gießen, den 12. Dezember 1904.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
J.V.: Curschmann. B*7„
Die Beerdigung findet Mittwoch den 14. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt.
8796
Gießen, den 12. Dezember 1904.
Danksagung
Teilnahme bei dem uns betroffenen
Familie Schmal!
Familie Herbert
Gießen, den 12. Dezember 1904.
8795
Für die vielen Beweise herzlicher herben Verluste sagen innigsten Dank
Aie liestrauernd n Kinkerbliebtnen: Jakob Fischer und Kinder. Elisabeth Kaiser Wwe., geb. Funk. Eugenie Heck, geb. Funk.
Hugo Funk, Lehrer. ;
Robert Heck, Postassistent.
Louise Schröder Wwe., geb. Schwall.
Puppen- MM Perücken sowie imruhrketikn
XM ,.1/ fertigt grü u. billigst, an 18667
X JL Emil Koch jSES Perückenmacher © M Bahnhofftr. 62. Bitte auf Firma u. HauSnumnter zu achten!
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Südanlage, zwischen Bismarck- und Goethestraße, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt.
Gießen, den 10. Dezember 1904.
Großherzogin'' > ' olizeiantt Gießen.
Herberg.
Todes-Au,zeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir tiefbetrübt die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine teure Frau, unsere gute, fürsorgende Mutter, liebevolle Schwester, Schwägerin, Schwiegertochter und Tante
gm Mathilde Fischer, zur
im Alter von 36 Jahren nach kurzem, aber schwerem Leiden zu sich zu rufen.
BetanuLmuchunft.
Der Voranschlag der üwineinde Lltmda für d.n> ■hVdmiiiuy jahr 1905/06 ist vom 14. Dezember d. Js. ab acht Tage lang aus hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offengelegt.
Luntda, den 11. Dezember 1904.
Großherzogliche Bürgermeisterei Lumda.
Schultheiß. 8793
Bekanntmachung
In das Handelsregister, Abt. A, wurde heute bezüglich der Firma „Heller u. Plitt" zu Lollar eingetragen: Die Firma ist am 7. Dezember 1904 auf den Former Georg Plitt zu Frankfurt a. M.-Bockenheim übergegangen. Aktiva und Passiva sind nicht übergegangen. Dem Georg Plitt, Kaufmann in Lollar, ist Prokllra erteilt.
Gießen, am 9. Dezbr. 1904.
Großh. Amtsgericht. [B12/13
Versteigerung.
Dienstag den 13. Dezbr. l. IS. nachmittags 3 Uhr sollen im städtischen Pfaildlokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückständigerOrtskrankenkasie- Beiträge für Monat Juli 1904 gepfändeten Gegenstände als: Schreibtische, Schränke, Vertikovs, 1 Sekretär, 1 Klavier, 2 Kaffenschränke, 1 Nähmaschine, 2 Pferde und dergleichen mehr, versteigert roerbe». 8708
Gcmmecker, Pfandmeister.
Versteigerung.
Dienötag den 13. Dez. d. I., nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung:
1) 3% Mille Zigarren,
2) 2 Drehbänke, 1 Gaskocher, 50 Regenschirme für Herren 'und Damen, 50 Spazierstöcke, 100 Sack Zement, 10 Mille Zigarren, Plüsch» und andere Möbel.
Versteigerung zu 1 sicher. 8773] Born, Gerichtsvollzieher.


