der s^ätüpnraye 8 wurde von dem tjfepgett Welnrestaurateur Röhrig zum Preise von 69 000 Mk. erworben. ES wird in den früheren Geschästslokalitäten der Bank z. Z. ein elegantes Weinrestaurant eingerichtet.
Kleine Mitteilun gen aus Hessenund den Nachbarstaaten. Aus dem Taunus wird geschrieben: Der Winter hat uns schon seine Visitenkarte zugeschickt: gestern mittag wurde der Feldberg von einem Schnee- gewand emgehüllt, während zu gleicher Zeit <in den Tälern ein leichter Hagel niederging, der Feld und Flur, wenn auch auf kurze Zeit in ein weißes Kleid einhüllte. „Wenn der Feldberg dreimal mit Schnee bedeckt ift", sagt der Wolksmund, „dann ist der Winter da". Heute morgen waren die Pfützen und das Wasser der im Freien stehenden Gefäße mit einer 3—6 Millimeter dicken Eisdecke überzogen. — Nach Mitteilung des statistischen Amtes zu Frankfurt ist die Volkszahl für den Stadtkreis Frankfurt unter Berücksichtigung der seit der letzten Volkszählung polizeilich gemeldeten Zu- und Abwanderungen, sowie des entsprechenden Ueberschusses der Geburten über die SLerbefälle am 1. Oktober 1904 mit rund 317 500 anzunehmeu. Am 1. Juli waren es 316 000 Einwohner.
vermischtes.
* Die Koburg-Affäre. Der Pariser „Figaro" berichtet, daß eine gütliche Beilegung des Konfliktes zwischen dem Wiener Hofe und der Prinzessin Luise von Koburg nahe bevorstehe. Die, Irin zessin wurde von ihrem Rechtsbeistand in Wien benachrichtigt, daß das Oberhofmarschallamt sich bereit erklärt habe, den Geisteszustand der Prinzessin durch französische Psychiater prüfen zu lassen. In Paris wird sich die Prinzessin durch Elsrnen- ceau vertreten lassen. — Wie der Pariser Korrespondent des „Neuen Wiener Journal" von der Prinzessin erfährt, sagte die Prinzessin Stephanie zu der Begleiterin Luisens, Frau Stöger: „Wachen Sie über meine Schwester wie ein Eerberus, aus daß sie nicht wieder weggeschleppt und ins Gejängnrs gesetzt werde. Man muß auf alles gefaßt sein."
* Ein fürchterlicher Raubmord in Wien. Der 75jährige ehemalige Wiener Gemeinderat Johann Sikora, zuletzt Hausadministrator, wurde in dec Wohnung des seit kurzem verheirateten Ciseleurs Klein als zerstückelte Leiche in einem Sack eingenäht unter einem Sofa ausgefunden. Klein und dessen Frau, mit der Sikora früher ein Verhältnis unterhielt, sind flüchtig. Klein ist aus Hanau gebürtig. Frau Klein, eine vorbestrafte fünfunddreißigjährige Diebin, lernte Klein aus dem Wege des Heiratsschwindels kennen und setzte nach ihrer Heirat mit Einver- städnis ihres Gatten ihren unsittlichen Lebenswandel fort. Es wurde festgestellt, daß Frau Klein den Sikora am 3. Oktober aus dessen Wohnung abholte, um sich zu vergewissern, ob er Geld zu sich stecke. Sie lockte ihn in ihre Wohnung und ermordete ihn anscheinend allein, da ihr Mann erst nachts heimkehrte. Zweifellos liegt Raubmord vor, da
Geld und Geldsachen Sikoras fehlen. DaS Ehepaar schlief drei Tags in dem Zimmer, in welchem sich die Leiche befand. Am 6. fuhr eS angeblich nach Budapest fort zur Behebung von Mitgift. Don den Flüchtigen hat mau keine Spur. Unter einem zweiten Sofa in Kleins Wohnung fand man Sikoras Kleidungsstücke.
* Der Alkohol. Drei Männer sind in den beiden letzten Tagen wieder in Berlin am Alkohol elend zu Grunde gegangen. Ein 64 Jahre alter Arbeiter Fiedler wurde in einem Keller tot ausgefunden. Er war ein Gewohnheitstrinker, legte sich zur Nacht hin, wo er gerade einen Unterschlupf fand und starb cm Herzschwäche infolge übermäßigen Alkoholgenusses. — Auf einem Lagerplatz des Lehrter Güter-BahnHofes starb in der letzten Nacht an Alkoholvergiftung ein obdachloser Gelegenheitsarbeiter Hö- ricke, ein Mairn von 57 Fahren. Ein Kutscher, der zum Ausladen kam, fand ihn tot und bereits erstarrt in einem Strohhaufen liegen. — Das dritte Opfer der Trunksucht ist der frühere Steinträger Pietsch. Pietsch war früher ein ordentlicher Mensch. Bor fünf Jahren verunglückte er durch einen Sturz vom Bau und blieb ein Happel mit Stelzfuß und Krücke. Er bekam eine Monatsrente von 38 Mk. Sein Unglück war, daß er nicht arbeiten konnte. Er begann zu trinken und genoß den Schnaps in immer größeren Mengen. Schon ein Jahr nach seinem Unfall war es so schlimm- daß seine Frau ihn verließ. Jetzt verlor er erst recht jeden Halt. Borgestern abend um 7 Uhr holte er sich einen Liter Nordhäuser, um 9 Uhr den zweiten unp eine Stunde später noch einen Liter. Um 3 Uhr nachts hatte er den letzten Tropfen ausgetrunken, eine halbe Stunde später war er tot.
Kerichtssaal.
Könitz (Westpr.), 11. Okt. Schlosser Berg, welcher von verschiedenen Zeitungen der Ermordung des Winter beschuldigt worden war, verklagte fünf Redakteure wegen Beleidigung. Tie Redakteure Bendisch von der „Ostdeutschen Presse" in Bromberg, Mehling von den „Neuesten Nachrichten" in Danzig und Wende von der „Elb. Ztg." in Elbing wurden wegen Beleidigung zu je 300 Mark Geldstrafe und Zimmermann von der „Preuß. Korresp." als Urheber dieser Nachricht zu 50 0 Mark Geldstrafe verurteilt. Tas Verfahren gegen Redakteur Band von der „Berl. Morgenztg." wurde eingestellt.
— Diebstahl von Zeitungen. Wer einem Anderen eine Zeitung wegnimmt, z. B. von der Treppe weg, wird wegen Tiebstahls bestraft. Solche Verurtellungen sind wiederholt vorgekommen. Neuerdings ist ein derartiger Fall vor dem Gerichte in Zabrze (O.-Schl.) verhandelt worden. Ein Arbeiter hatte ein Exemplar eines Blattes, das in einem Hausflur vor der Tür eines Abonnenten niedergelegt war, sich widerrechtlich angeeignet. Tas Urteil wegen Diebstahls lautete auf drei Tage Gefängnis.
Kandel und WerKehr. Wolkswirtschast.
Berlin, 11. Okt. Ter „Reichsanz." schreibt: In der heutigen Sitzung des Zentralausschüsses der Reichs- b a n k wies der Vorsitzende, Präsident des Reichsbankdirektoriums Tr. Koch, darauf hin daß nach der vorgetragenen Wochenübersicht vom 7. Oktober seit der ganz ungewöhnlichen Anspann
ung der Reichsbank am Quartalsschluß sich deren Lage nicht nugend gebessert habe. Noch immer sei die Anlage mit eQ«v,^ül. größer als in den Vorjahren, selbst gegen 1899 um bo Mm. Tenn neben dem allerdings niedrigeren Wechselporte-- k^ullle "16 0 Mill. Schatzanweisungen, ebenso
Würden dre Mittel der Bank durch die vor kurzem ausgegebenen langtrrsngen -Lä-atzanweisungen belastet, wie besonders tue in der letzten Woche um 55 Mill. zurückgegangenen Privatguthaben zeigten. Trotz günstiger Wechsellurse und nicht unerheblicher Geldeingange vom Auslande sei der Metallvorrat mit 789 Mill, kleiner als in den letzten drei Jahren. Banknoten seien so viel Jtne UTP diese Zeit davon seien ungedeckte allein 649 Mill., das heißt über 100 Mill, mehr als in den Jähren
1903, .1902 und 1900 150 Mill, mehr als im Jahre 1901, sogar
722^ntefjr als 1899. ,uc Deckung der Noten und fremden Gelder .sei seit 1899 nicht so niedrig gewesen; es seien noch
179 Mill, steuerpflichtige Noten im Umlauf, über 100 Mill,
sogar mehr als tn den letzten beiden Vorjahren. Eine wesentliche Besserung in naher Zeit sei kaum wahrscheinlich, da auch die Ansprüche der Börse trotz des in großem Umfange hier vorübergehend beschäftigten ausländischcn Geldes bedeutend und mcurcherlei Emissionen in Vorbereitung! seien, überdies das Geldbedürfnis des Reiches fortdauere. Es entspreche der Vorsicht, den Diskont zu erhöhen, und zwar um ein volles Prozent, um so wirksam die Geldansprüche zu mindern und zum Jahresschluß besser gerüstet zu sein. Nach kurzer Diskussion erklärte sich der Zentralausschuß einstimmig damit einverstanden, daß der Diskont auf 5, der Lombarüdinssuß auf 6 Proz. erhöht werde.
Köln, 1L Ott. Wie die „Köln. Ztg." meldet, betrug im Monat September die vertragsmäßige An t e i l z i sf e r b e i d e m Rheinisch-Westfälischen Ko h l e n s y n di k a t G 328 033 Tonnen, der Absatz 4 697 475 T., somit ist der Absatz um 1630 558 Tonnen oder 25,77 Proz. hinter der Beteiligung zurückgeblieben. Im August war der Absatz um 28,52 Proz. hinter der Beteiligung zurückgeblieben.
H i b e r n i a - V e r st a a t l i ch u n g. Wie der Telegraph schon gemeldet hat, ist wieder einmal in dem Kampf zwischen Regierung und HiberniagHellschast die erstere, d. h. ihre Vertretung, die Dresdener Bank, die Unterlegene. Tas Landgericht Bochum hat die Anfechtungsklage der gen. Bank und Genossen gegen die Beschlüsse der Generalversammlung der Hiberniagesellschaft abgewiesen und den Klägern die Kosten auferlegt. Natürlich haben die letzteren Berufung eingelegt; „sie lassen es weitergehen", wie der volkstümliche Ausdruck lautet. Tie Situation hat sich aber für die Anhänger der Verstaatlichung recht verschlimmert. Selbst die konservativen Blätter, an ihrer Spitze die „Post", kündigen eine scharfe Kritik des eingefchlagenen Verfahrens' für die kommende Landtagsperiode an.
Kleine Finanzchronik. Tie deutsche Eisenbahn» speisewageng esellschäft in Berlin ist in der Lage, eine Tividende von 10 Proz. austzurichten. — Auf den belgischen Kohlenwerten haben sich die Vorräre so angehäuft, daß verschiedene Gruben eine bedeutende Herabsetzung der Löhne au- gekündigt haben und eine weitgehende Beschränkung der Förderung in Aussicht steht.
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im vollendeten 77. Lebensjahre.
Im Hamen der trauernden Hinterbliebenen
BCaroline Ronstadt
Giessen (Grünbergerstrasse 117, Germania), den 11. Oktober 1904.
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Die Beerdigung findet Donnerstag den 13. Oktober, nachmittags 5 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhofes aus statt.
Gestern morgen gegen 7 Uhr verschied nach Gottes weisem Ratschluss und mit Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Grossvater, Schwager und Onkel
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