Nr. 214
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Vdresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
Kernsprechanichluß Nr. bl.
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Montag 12 September 1904
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Die heutige Yumwer umfaßt 8 Seiten.
Streit Augen
Truppen die
Die Wertobungsfeier in Schwerin.
Schwerin, 14. Sept.
Heute vormittag wohnten der Kronprinz, Herzogin (£ e ctlte, der Großherzog und die Großherzogin, sowie die übrigen hier weilenden Fürstlichkeiten dem Gottesdienst in der Schkoßkirche bei. Mittags trafen der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha hier ein, später Prinz Heinrich, Prinz Albrecht, Prinz Friedrich Leopold, Prinz ©itel Friedrich von Preußen, sowie der Großherzog von Oldenburg. Ferner sind hier angekommen der Chef des geheimen Zivilkabinetts v. Lucanus, Generaladjutant Generalleutnant Graf Hülsen-Häseler, die Generale ä la suite Generalmajor Graf Hohenau und Generalmajor v. Moltke, Hausmarschall Frhr. v. Lyncker und Oberstabsarzt Dr. Merg.
Heute nachmittag fuhren der Kronprinz, Herzogin Cecilie Und die Großherzogin-Mutter dem Kaiser und der Kaiserin mit einem Sonderzug bis zur Station Kleinen entgegen.
Als um 51/2 Uhr der Sonderzug mit den Majestäten, dem Brautpaar und der Großherzogin-Mutter eintraf, spielte die Musik den Präsentiermarsch. Der Kaiser und die Kaiserin wurden zunächst auf das herzlichste von dem Großherzog und der Großherzogin, dann von den übrigen Fürstlichkeiten begrüßt. Der Kaiser schritt die Front der Ehrenkompagnie ab, worauf ein Parademarsch erfolgte. Auf der Fahrt zum Schlosse fuhren der Kaiser mit der Großherzogin, die Kaiserin mit dem Großherzog, der Kronprinz und Herzogin Cecilie mit der Großherzogin-Mutter. Die Majestäten und das hohe Brautpaar wurden überall mit brausendem Jubel begrüßt.
Im goldenen Saale des Schlosses fand heute abend Galadiner statt.
Die Rede, mit welcher der Großherzog den Kaiser und die Kaiserin begrüßte, lautete:
„Eure Kaiserliche Majestät und Ihre Majestät die Kaiserin am heutigen Tage hier begrüßen zu können, gereicht uns zur ganz besonderen Freude, und die Großherzogin und ich sprechen für diesen so freundlichen Besuch . unseren aufrichtigsten Dank 'aus. Eurer Majestät diesmaliger Aufenthalt hier trägt durchaus militärischen Charakter; werden Eure Majestät doch von hier aus die großen Herbstübungen des Gardekorps und des 9. Armeekorps leiten. Meine Truppen sind stolz darauf, in den Reihen dieses schönen Korps zu stehen, und ich hoffe, daß, wie dieselben bei der Altonaer Parade Eurer Majestät Anerkennung gefunden haben, sie nunmehr auch draußen im Manöver die Zufriedenheit ihres obersten Kriegsherren erlangen werden. Wie es den Mecklenburger Truppen vergönnt war, unter meinem in Gott ruhenden Großvater in vergangenen Zeiten tapfer mitzuwirken, so sind wir Mecklenburger allezeit bereit, unser Leben einzusetzen, für unseres Kaisers, für unseres Vaterlandes Wohlfahrt und Ehre. Wir erheben unsere Gläser auf da^ Wohl des Kaisers und Königs und der Kaiserin und Königin. Hurrah!"
Eine zweite Rede dess Großherzogs lautete:
„Eure Kaiserliche Hoheit kann ich heute zu meiner innigen Freude als teuren Verlobten meiner vielgeliebten Schwester begrüßen. Ich heiße Eure Kaiser!. Hoheit im Namen meines Hauses und Landes von ganzem Herzen willkommen. Ich brauche Eurer Kaiserl. Hoheit nickt zu versichern, daß wir das so freudige Ereignis dieser Verlobung mit desto größerer Freude begrüßt haben, als dadurch die bestehenden verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen dem erhabenen Hause der Hohenzollern und dem meinigen aufs neue eng geknüpft werden. In solchem freudigen Momente werden unsere Gedanken vor allem zurückgelenkt zu teuren Familienmitgliedern, die nicht mehr unter uns weilen, und wir müssen heute bewegten Herzens daran denken, mit welcker innigen Freude der hochselige Kaiser Wilhelm Eurer Kaiserl. Hoheit erhabener Herr Urgroßvater, es begrüßt haben würde, daß sein Urenkel die gemeinschaftliche Urenkelin seiner beiden geliebten Schwestern der Kaiserin Alexandra Feodorowna und der Großherzoginmutter Alexandrine zum Lebensbunde führen soll. Wenn ich mick dessen glücklich schätzen darf, daß wir seit Jahren in treuer Freundschaft verbunden sind, so begrüßt nunmehr auch mein ganzes Haus hocherfreut Eure Kaiserl. Hoheit als nahen Verwandten, und wir hoffen zu Gott, daß es nur glückliche und schöne Zeiten sein werden, die Emre Kaiserliche Hoheit, wenn Sie bei uns in Mecklenburg sein werden, verleben werden. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des hohen Bräutigams, Sr. Kaiserl. Hoheit des Kronprinzen, und der Herzogin Cecilie. Hurrah!"
Die Kaiserrede.
Hieraus erwiderte der Kaiser in einer Rede
wie folgt: . m
„Gestatten Eure Königliche Hoheit, daß ich in mernem Namen, wiNamen d-?r Kaiserin und im Namen meines 'Lohnes für die gnädigen Worte aus tiefstem Herzen innigsten Dank ausspreche. Mit b'cher Freude haben wir die Kunde vernommen von der Verlobung unseres Sohnes mit Ihrer Hoheit der Herzogiii Cecilie. Es sind alte liebe und werte Traditionen und Erinnenmgen, die Eure Königl Hoheit mifgefrisch-t haben. Eure Kömgl. Hoheit baden ' selber schon unserer hohen Verwandten gedacht, und. leder Blick in W Umgebung diese» Schlosses erweckt mir die Erinnerung an scköne vergangene Zeiten. Ich darf von ganzem Herzen meinerseits und im Namen meines Hauses Ihre ^Mester will- kommeu heißen und versichein, daß wir sie Mit offenen Armen empfangen und hoch ehren werben. Der Charakter Ihrer Schwester ™Xt mir bestimmt bes Mlück meins So h n e s und da. mit m-'nes Hauses und Vaterlandes. Zu kriegerischem Dun sind wir hierher gekommen. aD darf ick wohl die Erinnerung darauf zurücklenken, daß es wiederholt eine Aus- »eicknung meiner Garde gewesen ist, unter den Augen des hocl)- Lio,u s rs von Ihrem lwckseligen Großvater geführt z« X chck hoffe, daß die Garde auch vor Ihren Augen
rv.nnb sind'N werden, und das Hiersein dieser Truppen die innigen Beziehungen zwischen unseren Völkern fr.'isllgen und erhalten werde. Die Beziehungen int- rrr,r tviiff-r und üäntxr sind so innig fest und althergebracht, hn" i-s nick' anders kann, als mein Glas auf die Fortdauer zu (.rfrr1r-n '-l' bitte, daß Gottes Segen ruhen möge auf Eurer königlichen Hoheit und auf der Großherzogin und auf ihrem Haust und Londe. Das großher-ogliche HauS Hurra!"
Kail-" verlieh zahlreiche Orden.
per Krieg zwischen Japan und Außland.
Liaujang.
London, 11. Sept. Dem Reuterschen Bureau werden von sieinem Korrespondenten aus dem russischen Hauptquartier über die Kämpfe um Liaujang folgende Einzelheiten gemeldet: Am 31. August war das russische Gewehrfeuer unbeschreiblich heftig, aber da meist ohne zielen geschossen wurde, nicht sehr wirksam. Bei den wiederholten, verzweifelten Angriffen auf die russischen Stellungen, zwangen die japanischen Offiziere dre Leute, die versa-gten, mit dem Säbel vorwärts, wenn sie die Gräben erreicht hatten; an einer Stelle lagen die Toten einer am anderen bis auf 1000 Fuß an das Fort heran.
Am Morgen oes 1. September wurde allen N i ch t ko m - battanten befohlen, Liaujang zu verlassen. Tie fremden Kaufleute verkauften ihre Waren in Eile auf den Straßen oder versuchten sie auf Lowrys zu verladen, aber durch das Platzen der japanischen Granaten über der Station wurden sie zur Flucht getrieben. Die fremden Militärattachecs wurden unter Bedeckung nach Norden geführt; sie beobachteten, wie ein ununterbrochener Strom von Transportmaterial und Soldaten die Eisenbahnbrücke passierte. Als die erste Granate in dre Fremdenniederlassung siel, waren in 15 Minuten Truppen- und Lazarettzüge, sowie auch andere Züge, angefüllt mit Einwohnern, zur Abfahrt bereit, nur die Chinesen blieben zurück. Ein Haufen Menschen, die im Pagodaparkrestaurant frühstückten, flohen, von Furcht ergriffen, Hals über Kopf, die Kellner voran, Offiziere und Ordonnanzen, ein allgemeines Durcheinander, suchten Schuh unter dem nördlichen Wall der Stadt. Die Chinesen fingen sofort an, zu plündern, aber wenn man sie abfaßte, wurde kurzer Prozeß gemacht. Inzwischen füllten sich die Ver- teidigungs- und Schützengräben im Westen und Süden der Stadt mit neuen russischen Truppen, während man das Gros der Armee tatsächlich sich zurückziehen sah. Man konnte die Japaner in vorzüglicher Haltung herankommen und dem tödlichen Shrapnell- und Gewehrfeuer die Stirn bieten sehen. lieber .die Hügel im Süden, wo die Russen die lHttferuungen abgesteckt hatten, und ihre Geschütze eine schreckliche Verwüstung anrichteten, kamen die Japaner glänzend über die Schutz wehren. Ein Bataillon verlor alle Offiziere; ein Unteroffizier ergriff das Kommando. Um 8 Uhr morgens, am 2. September, ging Kuropatkins Zug nach Norden ab bis auf zwei Drittel des Weges nach Jentai; fünf Meilen von dort hatte mit Tagesanbruch eine Schlacht angefangen; ein ununterbrochener Regen von Ge- jchossenfielaufdieEisenbahnli nie; die Russen verloren hier einen Hügel, gewannen und verloren ihn wieder, wobei Kuropatkin selbst die Leute anfeuerte. Unmittelbar darauf erfolgte ein überstürzter Rückzug der gesamten Liaujan g-Armee und wurde durch Wiürereroberung eines Hügels östlich von Jentai verhindert, dieser ging bald wieder verloren, aber der Zweck war erreicht. Bei Tagesanbruch war Kurokis Ziel noch nicht erreicht, doch hatten die Japaner unverkennbar einen Sieg errungen. Nachdem in der Nacht des 2. Sept, heftiges Gewehrfeuer geherrscht hatte, begann am 3. Sept, bei Tagesanbruch Geschützfeuer. Am Nachmittag erreichte das Gewehrfeuer der Japaner die Stadt vom jenseitigen Ufer des Taitse-Flusses aus. In der Stadt stand alles Holzwerk, die hölzernen Brücken usw. in Flammen. 220 Chinesen waren verwundet. Bei Einbruch der Nacht wurden alle russischen Posten eingezogen, die Porttonbrücken wurden in aller Hast abgebrochen und die Japaner nahmen Besitz von der Stadt. Ich selbst wurde gefangen genommen. Die russischen Streitkräfte waren an Zahl den japanischen gleich und betrugen ungefähr 180 000 Mann, aber die Russen verloren mehr Leute hinter ihren Schutzwehren als die Angreifer infolge der großen Schußweite und Feuergeschwindigkett der japanischen Artillerie.
Tokcko, 11. Sept. (Amtliche Meldung.) Die Ge- samtverluste der japanischen Armee in den Kämpfen um Liaujang seit dem 26. August werden auf 17 539 Mann beziffert einschließlich 136 Offiziere, die tot und 464, die verwundet sind. Auf den rechten Flügel der Armee entfallen 4866, auf das Zentrum 4992 und auf den linken Flügel 7681 Mann.
Landon, 10. Sept. Das Reutersche Bureau meldet aus Liaujang vom 7. Äpt.: Die hier eingerückten japanischen Soldaten sind zügellos. In der vergangenen Nacht begingen sie offen Plünderungen. Ein hervorragender schottischer Missionar wurde in der allgemeinen Unordnung verwundet.
P e t ersbu r g , 11. Sept. Die^V erl u ste der beiden feindlichen Armeen bei den letzten zehn Sehlackttagen werden nunmehr auf 70 000 Mann veranschlagt. Von 300 Grenzsoldaten, welche einen exponierten Posten zu verteidigen litten, und die von den Japanern umzingelt wurden, sind nur 90 mit dem Leben davon gekommen, tut Id) c sich mit dein Bajonett einen Durchgang er- focksten. .Viele Leichen befinden fick) noch im holvm Grase die erst a u f g e f u n d e n werden können, wenn das GraS gemäht wird. Es fehlt anck an Leuten, die nach Leichen suche«
Tokio, 11. Sept. G c n er a l M a t su n aa a gibt an. daß während brr Schlackten in der Umgebung von Liauiang von den Russen sclmmrz angestrickene Balken auf chinesisckte Balm- loivricß aufgestellt ivordeu wären, die die Japaner glaube machet, sollten, eS lvören Geschütze. Bei einer anderen Gelegenheit legten sie auf bvn Rändern der Hügelketten Strohpuppen bin, die SMtzenlinien darstcNen füllten. Ihre Gefechts weise war durchweg veraltet, öfters sogar kind lickt zu nennen.
Weiteres aus der Mandschurei.
Petersburg, 11. Sept. Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser meldet: Am 10. September sind außer einigen unbedeutenden Zusammenstößen zwischen Streiswachen, die für uns verlustlos waren, keine kriegerischen Aktionen vorgekommen.
London, 11. Sept. Aus Mukden wird telegraphiett, daß auf der ganzen immensen Front vollkommene Ruhe und normales Lagerleben herrsche. Von den Japanern sei nichts zu sehen. Es sind angeblich keineGeschütze an dieJapaner verloren gegangen. Donnerstag nacht ging ein furchtbar schweres Gewitter nieder. Die im Freien biwakierenden Truppen befanden sich am Morgen in bedauernswertem ^Zustand. Tie Unbeweglichkeit der Japaner wird dem Mangel an Sttaßen in bett Bergen zugZckricben. Der japanische Vormarsch hat im Süden ebenso wie im Osten aufgehört und die russischen Trainzüge fahren seit Mittwoche ganz ungehindett. Obwohl Tausende von Verwundeten nach Norden geschickt sind, arbeitet der Stab des „Roten Kreuzes" bei Mukden noch Tag und Nacht. — Die Russen brannten alle Dörfer in der U gebung von Liaujang nieder und ließen kein Stü^ Vieh oder Geflügel zurück.
London, 10. Sept. Russischen amtlichen Depeschen, Äe am 9. ds. von der Front in Petersburg eingegangen sind,, entnimmt der „Dailv Expreß", daß die Lage der russischen Armee nicht so schlimm sei, als man geglaubt habe. Die Hauv^irsache dieses günstigeren Zustandes sei der Erfolg Mehendorsfs, der 42 000 Mann 12 Meilen südlich von Mukden konzentriert bat und damit Kuroki in Schach hält. Kurokis erster Angriff auf Meyendorffs Streitkräfte erfolge am Mittwoch, wurde aber mit schweren Verlusten für die Japaner zu- rückge schlagen. Seitdem haben noch weitere erfolglose Angriffe stattgefunden. Inzwischen sei über die Hälfte der ruffi- schen Nachhut mit aller Bagage sicher nach Mukden gelangt. Immerhin befänden sich noch 12 000 Russen südlich von Mukden in größter Gefahr. Ta sie durchs die unaufhörlichen Kätnpfe bei Tag und Nackt während der letzten fünf Tage erschöpft seien, sei es zweifelhaft, ob sie zur Hauptarmee werden gelangen können. Wenn Meyendorffs Korps fortfahre, Kuroki in Schach zu halten, werde bei Tieling keine Schlacht angeboten, sonderm der Rückzug der Ruffen nach Charbin fortgesetzt werden.
Port Atthur.
London, 10. Sept. Depescken aus Tschifu berichten tret* teres über die letzten Kämpfe bei Pott Arthur. In der Nacht des 31. August entdeckten die russischen Scheinwerfer die japanische Torpedobootsflottille, die ein Minen legendes Schiff eskottierte. Das letztere wurde vion den Küstenbatterien in den Grund gebohrt. Am 1. September sah man ein japanisches Geschwader von vier Schlachtschiffen nnd 12 Torpedobooten bei Kap Chinyen.
London, 11. Sept. Aus Tschifu wird gemeldtt, daß ein, dort ein getroffener, gestern aus Dalny abgereister Japaner mit* teilte, der allgemeine Sturm, der gestern erwartet wurde, sei au^ den 13. September verschoben worden; ein weiterer AuffckuÜ sei möglich, da die Javaner jede mögliche Vorbereitung treffen wollen, ehe sie sich wieder auf die erschöpfte Garnison werfen. DieJapaner besetzten bei den letzten Kämpfen vier Forts, mußten sie aber wieder räumen. Die Russen stellten von neuem Gescküße darin auf. Sie trafen energische Vorbereitungen zur Mwehr des nächsten Sturmes, für den die Javaner, wie ihnen Spione berichten, umfaffende Vorbereitungen träfen.
Vorkehrungen.
Kronstadt, 11. Sept. Die Ostseeflotte ist unter Admiral Poschdestwensky heute, nachmittags 2 Uhr, nach Ostasien in See gegangen.
Petersburg, 11. Sept. Der Kaiser hat die Reservemannschaften von 22 Kreisen der zum Militärbezirk Odeffa gehörmden Gouvernements Cherson, Bessarabien, Jekaterinoslaw und Taurien und im ganzen Reiche eine Kategorie der Reserveoffiziere zu den Waffen einberufen.
Kiel, 11. Sept. Für die Seebunkerung der nack Ostaffen abgehenden russischen Ostseeflotte chattette Rußland auf längere Frist eine Anzahl Dampfer aus den deutschen Ostseehäfen.
Jrrfinnige Krieger.
Moskau, 11. Sept. Hier sind neuerdings 40 irrsinnige Soldaten vom Kriec'sschauplatze eingetroffen. Sie wurden in einem Spital interniett.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Sept. Der Kaiser hat dem Kardinalerzbischof Fischer in Köln auf ein von diesem anläßlich der Verlobung des Kronprinzen an den Kaiser gerichtetes Glückwunschtelegramm die folgende Antwott zugehen laffen:
„Ich danke Euer Eminenz bestens für die warmen Glückwünsche, welche Sie der Kaiserin nnd mir zur Verlobung des Kron-' prinzen auch namens ih^r Diözesanen dargebrackt haben. Das Bewußtsein, dabei von dem Gebet treuer Untertanen» begleitet zu sein, verbürgt am besten eine glückliche Zukunft für meinen Sohn. Wilhelm, I. R/
— Der Kronprinz hat einem in Hamburg wohnenden Privatlehrer, der ihm von früher her bekannt war, auf dessen Glückwunschschreiben folgendes Telegramm gesandt: ,Tausend Dank. Bin ungeheuer dank bar, eine so entzückende und kluge kleine Braut mein eigen nennen ztt dürfen. Wilhelm, Kronprinz.^
— lieber da? Befinden des Fürsten Herberi BiSmarck sind von einem Geraer Blatt sehr bennnrhigende Mitteilungen gemacht worden; der Fürst sei sehr schwer magenkrank und liege bosftningSloS darnieder; Professor Schweninger sei fortgesetzt um den Kranken bemüht. Die »Delltsch. TageSztg." erfährt aus zuverlässigster Quelle, daß diese Zeitungsnachricht übertrieben nnd seit gestern atzend eine Besserung eingetreten ist. Professor Schweninger befindet sich überdies feit den letzten Tagen in Berlin.
Kiel, 11. Sept. Die „Hohenzollern" mit dem Kaiser und dem Prinzen Hei'lrich von Preußen an Bord lief am Vormittag in den hiesigem Hafen ein. Dann sand an Bord der ^Hohenzolleritt Gottesdienst statt. Am Nachmrttatz begab sich bei Kaiser von der „Hohenzollern^ nach dem


