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12.3.1904 Viertes Blatt
 
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Man fand bei ihm eine

Wetter

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Höchste Temperatur

Niedrigste ,

März 1904.

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Schneeflocken Bed. pimmei

Vermischte».

Köln a. Rh., 11. März. In der verflossenen Nach, hat sich in einem Abteil eines Zuges von hier nach Mül- heim ein Liebespaar erschossen. Das etwa 22jährige Mädchen war sofort tot, während der Mann kurze Zell nach­her starb. Bei dem Manne wurde eine Visitenkarte gefunden knit dem Namen Karl Deus.

* Würzburg, 11. März. Der Staatsanwalt erließ gegen Bankier Dornberger einen Haftbefehl wegen Depotverschleierung.

* Rochefort, 11. März. Als morgens 9.30 Uhr der TorpedobootzerstörerCouleuorine" eine Probefahrt auf der Stelle für Kessel- und Feuerungsanlagen machte, gab das Ventil des Dampfleitungsrohres nach, wodurch der 1. Maschinist, sein Assistent und drei Arbeiter schwer ver- briiht wurden.

* L. N ew y o r k, 11. März, betrieben von Fanatismus, der entfacht war durch eine Reihe sogenannter Evangeli- sationsgottesdienste, die kürzlich auf der Insel Beat m Staate Maine stattfanden, wurden gegen 500 Ein- wohner von religiösem Wahnsinn befallen. Eie verbrannten eine Anzahl Katzen und Hunde ol? Opfer und schockten sich dann an, ihre eigenen Kinder den Flammen zu übergeben, woran sie nur durch die rechl- zeitige Ankunft mehrerer Sheriffs verhindert wurden. Die Fanatiker zerstörten große Mengen Tabak, sowie Schmuck- sachen und Juwelen. Eine Anzahl von ihnen wurde tn die Irrenanstalt gebracht

* Die eheirrende Prinzessin Alice von Schönburg-Waldenburg hat nach einer Meldung aus Rom dem Papst das Gesuch um Ehescheidung unterbreitet.

* Ein russischer Hochverräter. Wie die Katto- wltzer Ztg. meldet, wurde in Warschau der im statistischen Bauamt beschäftigt gewesene Techniker Kaczora wegen Hochverrats verhaftet. Man fand in seiner Wohnung eine große Anzahl Pläne und Skizzen von Festungsanlagen, Brücken re., die er angeblich nach Deutschland auv- liefern wollte.__-

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen. __

Aus Stadt und Aaud.

Gießen, den 12. März 1904.

** Ordensauszeichnungen. S. K. H. der Gcoß- herzog haben am 11. März, am Geburtstage weiland Ihrer Großh. Hoh. der Höchstseligen Prinzessin Elisa­beth, folgende Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste in ein und derselben Familie an folgende Dienstboten verliehen: das goldene Kreuz mit Brillanten: der Christine Vogt aus Burg-Gräfenrode, 42 Jahre in der Familie des Herrn Ferdi­nand Löwenthal in Nieder-Wöllstadt, der Charlotte Zeitl- mann aus Rüdenhausen, 45 Jahre im Dienste Seiner Durchlaucht des Fürsten zu Ysenburg und Büdingen in Büdingen. Das goldene Kreuz: der Gertrude Braun aus Nieder-Mörlen, 26 Jahre bei Herrn Lorenz Schlitz in Nieder- Mörlen, Karoline Klös aus Hausen, 26 Jahre bei Frau Weickhardt Witwe geb. Kiefer in Butzbach, Margareta Schmidt aus Weickartshain, 27 Jahre bei der Familie Oehl in Grünberg.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der am 25. Februar durch die Stadtverordnetenversammlung der Provinzialhauptstadt Mainz mit Wirkung vom 1. April 1904 beschlossenen Wahl des Kreisrates des Kreises Heppen­heim Dr. Karl Emil (Söttetmann zum besoldeten Bei­geordneten der Provinzialhauptstadt Mainz die Bestätigung erteilt und dem Gewählten vom Tage seines Dienstantritts an den TitelBürgermeister" verliehen. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer David Gürtler zu Engel- rod die evangelische Pfarrstelle zu Wersau, Dekanat Rein­heim, und dem Pfarrverwalter Johannes Wolf zu Ossen­heim die evangelische Pfarrstelle zu Herchenhain, Dekanat Schotten, übertragen.

** Die 400jährige Geburtstagsfeier Philipps d es Großmütigen. Das ehemalige Kurhessen rüstet sich, wie wir bereits mitteilten, den 400 jährigen Geburtstag des edlen Landgrafen Philipps des Großmütigen durch Gedächtnis­feiern würdig zu begehen. In dem altehrwürdigen Haina soll ein Denkmal des Landgrafen errichtet werden, für welches der Kommunallandtag des Regierungsbezirks Kassel 10 000 Mark bewilligte. Dieses Denkmal wird, laut Beschluß des Landesausschusses, der Direktor der Zeichen akademie zu Hanau Max Wiese ausführen. Der Kasseler Kommunallandtag be­willigte mit dem Etat zugleich auch die geforderten Kosten zur Errichtung eines Gedenksteines für den Landgrafen in Merxhausen. Die Universität Marburg, deren Gründer dieser Fürst war, bereitet zum 13. November eine akademische Feier vor, verbunden mit der Herausgabe der wertvollen Matrikeln aus dem ersten Jahrhundert ihres Bestehens.

)( Kesselbach, 10. März. Bei der gestrigen Beige­ordnetenwahl erhielt Gastwirt L. Weber 38 Stimmen, P. Becker 6 und der bisherige Beigeordnete I. Schomber II. 21 Stimmen. Dem Neugewählten wurde abends ein Ständchen gebracht.

)( Grünberg, 11. Marz. Der in der gestrigen General­versammlung des Verkehrsoereins erstattete Jahresbericht weist bei 134 Mitgliedern eine Einnahme von 571.27 Mk. auf, die Ausgabe beläuft sich auf 537.40 Mk. Der Verein hat für dieses Jahr eine Reihe von Ausgaben sich vorge­nommen, die mit Unterstützung des Stadtoorstandes zur weiteren Hebung unserer prächtigen Lage dienen werden.

Frankfurt, 12. März. Die Selbständige des in Heidelberg Festgenommenen ist offenbar nicht ernst zu nehmen. Er hat seine Angaben bereits wieder zurückge­nommen, die er wohl in der Trunkenheit gemacht hat. Dagegen berichtet dieFrkf. Ztg." aus Hamburg, daß von dort in der Mord as für e wichtige Meldungen einge- trosfen seien. Ter Kutscher Stafforst in Hamburg wurde verhaftet unter der Leschuioigung, den Klavier­händler Lichtenstein in Frankfurt a. M. ermordet und be­raubt zu haben, stafforst war im Besitz einer goldenen

unzweifelhaft Lichtenstein gehörte. Er hatte einen geladenen Revolver bei sich Seine jetzige Wohnung anzugeben, verweigerte Stafforst; die Polizei ver­mutet dort die Effekten Lichtensteins. Stafforst ist am 26. Februar (Lichtenstein wurde am 26. Februar ermordet) von Frankfurt abgereist. Dann weilte er in Koblenz und Köln; seit dem 9. März ist er in Hamburg. Er leugnet die Tat und will Groß nickt kennen. Sein Alibi vom 26. Februar kann er nicht nackweisen. Seine Angaben sind widersprechend, sein Auf. treten ist unsicher. Als er bei dem Verhör in die Enge ge­trieben wurde, verweigerte er jede Aussage. Stafforst hatte seit dem 9. Oktober keine feste Beschüftrgung. Er hat sick seitdem in vielen Städten, wie Dresden, Berlin, Braunschweig, Hannover umher getrieben. Von Kassel kam er nach Frankfurt. Tre Polizei hält ihn für überführt. Durch weitere Erkundigungen wurde festgestellt, daß Fried- ricb Stafforst als Pferdeknecht bei dem Pferdehändler Strauß, Karlstraße 51 in Offenbach gearbeitet hat. Groß hat merkwürdigerweise als den angeblichen Käufer eines Klaviers einen Wirt ausOffenbach angegeben. Wie kam er zu diesem Ortsnamen ? Ferner ist bis jetzt unwider­sprochen geblieben, daß Groß int Laufe der Untersuchung nach und nach immer mehr belastet wurde. Wenn man selbst davon absieht, daß er sein Alibi nicht Nachweisen konnte, so hat er sich, meint dieFrkf. Ztg.", doch durch anderes sehr verdächtig gemacht, so durch den Kauf des Fleckenwassers die Verkäuferin will Groß bestimmt er­nennen, durch den Kleiderwechsel und durch seine un­genügende Aussage über seine alten Kleider. Tas alles sind noch keine endgiltigen Beweise, daß die Mörder Lich° tensteins sich in sich-erem Gewahrsam befinden, ober das Dunkel beginnt sich zu lichten und man darf jetzt er- warten, daß die furchtbare Bluttat ihre Sühne findet.

-Hessischer Landtag.

R. B. D a r m st a d t, 11. März. J

"Änt"Ministertische: Staatsminister Dr. Rothe, Fi- : tzanzminister Dr. Gn auth, Ministerialrat v. Biege- leben und Baurat Paul.

Zunächst gelangt die Regierungsvorlage und der Nach­trag hierzu, den Umbau des Großh. Hoftheaters in Darmstadt zur Beratung.

Tie Ausschußmehrheit, 5 Mitglieder, beantragten die Annahme der abermals gründlich veränderten Vorlage, wäh­rend die Minorität, 2 Stimmen, aus der Ablehnung be­stand.

Abg. Dr. Gut fleisch legte als Ausschußberichterstatter die Theaterumbau-Angelegenheit in großen Zügen näher dar und betonte, daß die Anforderungen an die Staats­mittel, die sich zuerst auf über 400 000 Mk. beliefen, jetzt so reduziert worden seien, daß nur noch wenige Tausend Mark zur Verzinsung des Baukapitals aufzubringen seien. Daß der Umbau eine absolute Notwendigkeit sei, könne von niemand bestritten toerben. Der jetzige Zustand der Feuergefährlichkeit sei von allen Fachmännern anerkannt und könne wichst länger verantwortet werden. Obwohl das Theater erst vor 30 Jahren erbaut wurde, fehle es an den notwendigsten Vorrichtungen zur Sicherung des Publikums. Nach dem jetzigen Plane, wie er der Kammer vorliege, wolle die Stadtverwaltung von Darmstadt 15 Proz. und der Großherzog 60 Proz. der Kosten beisteuern, sodaß für das Land nur noch 25 Proz. zu bewilligen übrig blieben. Daraus ergebe sich für das Land nur ein Zinsverlust von 4500 Mk. Der angeforderte Betrag von 179 000 Mk. solle dem Domänen-Acquisitionsfonds entnommen werden. Selbst wenn zur Sicherung des Theaters gegen Feuersgesahr nur die notwendigsten Arbeiten vorgenommen würden, hätte der Staat, der dazu zweifellos verpflichtet sei, eine solche Summe aufzuwenden. Die Brandversicherungsbeiträge wurden schon längere Zeit durch das Land bezahlt und sie berechneten sich nach dem Betrag und nicht nach dem vorstehenden Bauwert. Werde das Haus sicher umgebaut, dann könne möglichierweise an eine Herabsetzung der Prä­mien herangetreten werden. Die Rechtsfrage zur Ver­pflichtung des Umbaues solle jetzt nicht entschieden werden, man wolle mit der Bewilligung der Mittel sich lediglich losmachen von allen den Pflichten, die vorliegen. Dem Regenten dürfe man keine Ausgaben, die er gar nicht tragen könne, a'ufbürden.

Wg. Ulrich ist mit allen Fasern bereit, für die Ver­besserung der Feuersicherheit des Hoftheaters einzutreten. Nach seiner festen Ueberzeugung könne man aber dem Lande die Lasten eines Umbaues nicht aufbürden. Der Redner bemerkt, daß im Lande doch eine andere Meinung über die Hoftheater frage herrsche, als sie von dem Abg. Dr. Gut­fleisch borgetragen wurde. Nicht mit einer einzigen Stimme habe er im Volke den Wunsch gehört, die Bolks- vertretung möge für das Hoftheater etwas bewilligen. Für ihn stehe die Rechtsfrage im Vordergründe, und da könne er nur sagen, daß mit nichts bewiesen sei, daß das Land verpflichtet sei, das'Großh. Hoftheater umzubauen. Das Verhältnis zwischen Staats- und Familieneigentum bedürfe der notwendigen Klärung. Es sei nach Lage der Sache nicht zu bestreiten, daß auch der Umbau des Hostheaters auf Kosten Großh. Familieneigentums auszuführen sei. Er ver­suchte an Hand von Akten festzustellen, daß niemand anders als der Großherzog die Pflicht habe, die Kosten des Um­baues zu tragen und wünscht, daß von der Feuerpolizei zur Abstellung der Mißstände alles geschehe, um die Ge­fahren für Leben und Gesundheit zu beseitigen.

Im Laufe der weiteren Debatte betont Staatsminister Dr. Rothe, daß die Domänenacquisttionsfonds im Reiche in ganz verschiedener Weise gebildet wurden und daß auch bezüglich der Leistungen derselben verschiedene Ansichten beständen.

Abg. Wolf weist auf die Mißstimmung hin, die im Lande über den Hoftheaterumbau herrscht. Dort halte man sich nicht für verpflichtet, zu diesem Zweck etwas beizu- steuern.

Die Mgg. Kramer, Brentano und Heiden­reich sprechen für die Annahme der Vorlage, während die Abgg. Wolf, Schönberger und Bähr gegen die Vorlage stimmen, und die Rechtsfrage erst gelöst wissen wollen.

Abg. Weidner beantragt, daß in den Ausschuß antrag eingeschaltet werde:vorbehaltlich der Rechtsfrage". Diesem Wunsch stimmt auch Finanzminister Gnauth zu.

Abg. Bähr bespricht in langer Rede die inneren Ein­richtungen und die geplanten Verbesserungen im Hof­theater, sowie die Leistungen des Staates für die Stadt Darmstadt. Ter Großherzog habe allein sein Theater zu unterhalten und umzubauen. Seine Partei stimme ge­schloffen dagegen.

Nach weiterer umständlicher Debatte wird bcr_ Antrag betreffs des Hoftheaterumbaues mit 30 gegen 8 Stimmen angenommen.

Die siebenstündige Sitzung schließt um i/i4 Uhr.

Nächste Sitzung Dienstag früh 11 Uhr.

parlamentarisches,

Berlin, 11. März. Im prcuß. Abgeordneten­hause wurde heute zunächst die Vereidigung einer Anzahl von Abgeordneten, die bisher den verfassungsmäßigen Eid noch nicht geleistet hatten, vorgenommen. Daraus wurde die zweite Lesung des Eifenbahn-Etats fortgesetzt. Das Extra-Ordinarium wurde bewilligt, womit die zweite Lesung des Eisenbahn-Etats erledigt ist. Es folgte die erste Be­ratung des Gesetzentwurfs über die Erweiterung des Stadt­kreises Bonn. Die Vorlage geht an die Gemeinde-Kom­mission. Darauf wird die zweite Etatberatung fortgesetzt beim Etat des Ministeriums des Innern. Die Einnahmen werden bewilligt.

Berlin, 11. März. Bud getkommission des Reichstags. Tie zweiten Raten für die Liniensch if f e M" undR" wurden genehmigt. Bei Titel 25 werden gegen eine Stimme die geforderten 800 000 Mark als erste Rate für das KanonenbootC" a b g e f e tz t. Bei Titel 27, 750 000 Mark für ein Vermessungsschiff, werden 300000 Mark gestrichen. Bei Titel 31, Mu­nitionsbeschaffung, werden im Cinverständnis mit der Verwaltung 500 000 Mark ab gesetzt. Bei den Titeln 32, 33, fordernd je 2500000 Mark zur Armierung der LinienschiffePreußen" undHessen" wer­den je 500 000 Mark gestrichen, wobei der Referent bemerkte, in den folgenden Jahren, die voraussichtlich eine günstige Finanzlage zeigen, könnten die jetzigen Streichungen glatt bewilligt werden. Bcch den Titeln 44 und 45 Armierung der Linienschiffe ,,O" und P" erste Rate je 1500 000 Mark werden j e 6LO 000 M a r t

gestrichen, ferner 300000 Mark bei Titel 46 Armierung des großen KreuzersC" erste Rate 1300 000 Mark, ferner je 100 000 Mark bei den Titeln 47 bis 49 Armierung der kleinen Kreuzer ',Ersatz Alexandrine" undErsatz Me­teor^". Titel 50 Armierung des KanonenbootesC" wird in Konsequenz der Ablehnung des Baues dieses Kanonen­bootes gestrichen. Bei Titel 51 Armierung eines Ten­ders für das Artillerieversuchs- und Schul,chaff 300 000 Mark wird die Hälfte ab gesetzt. Bei Titel 76 zur Erweiterung des Bureaugebäudes für das Mafchinenbau- ressort usw. in Wilhelmshaven 136 930 Mark werden im Einverständnis mit der Verwaltung 36 900 Ma r k abge - setzt. Bei Titel 77 Bau eines Bortsmagazins in Wil­helmshaven 300000 Mark wird nur die Hälfte be­willigt. Titel 79 80000 Mk. für Destillierappa­rate wird abgelehnt. Der Rest der für die Werft in Wilhelmshaven geforderten Mittel werden unverändert genehmigt, ebenso die Mittel für die Werften in Kiel und Tanzig. Es folgt der Abschnitt gemeinsame Bedürfnisse der Wersten. Bei Titel 95 zur Beschaffung von kleineren Prähmen und Betriebsfahrzeugen 200000 Mark werden 100 000 Mark gestrichen, ferner 50000 Mark bei Titel 96 zur Verbesserung oes Krahnmaterials der Werften. Bei Titel 98,welcher 600 000 Mark zur Beschaffung oes modernen Gewehrs für die Reserven fordert, werden 300 000 Mark gestrichen. Titel 103 Inventar ienrnaga- z ine 47 500 Mark wird abgesetzt. Von 600000 Mk. für Kasernements der zweiten Torpedoabteilung werden 100000 Mark abgesetzt. Titel 103 zum Neubau der Marinestelle Kiel-Daebembrock 76 000 Mark wird ge­strichen. Im Abschnitt E Bedürfnisse der Lazarettver­waltung werden 14 000 Mark für Ergänzungsbauten am Stationslazarett Wilhelmshaven a b g e st r i ch e n. Bei den Förderungen int allgemeinen SckMahrtsinteresfe werden 100000 Mark zur Beschaffung eines Peilbootes für die Küstenbezirksämter gestrichen. Titel 139 zum Bau eines Lagerschuppens in Kamerun 30 000 Mark wird im Einver­ständnis mit der Verwaltung gestrichen. In Titel 140 zu Versuchen int Kohlennehmen auf See werden 50 000 Mark, in Titel 141 zur Verstärkung der Kriegsbekleidungs­vorräte 100000 Mark gestrichen. Im außerordent­lichen Etat werden bei der fünften Rate für Trockendocks in' Wilhelmshaven int Einverständnis der Verwaltung 1 700 000 M a r k a b g e s e tz t. Im Titel 3 zur Erweiterung der Werft Wilhelmshaven werden 50000 Mk. gestrichen, int Titel 4 zur Erweiterung der Kieler Werft 300000 Mk., im Titel 11 zum Ausbau der Werft in Tanzig 250000 Mark. Nach Bewilligung der Titel 12 bis 17 und des Ab­schnitts b Festungsbauten, vertagt sich die Kommission aus den 15. März, wo der Etat Kiautschou und Reichs- marineamt beraten werden soll.

Uhr, die Lichtenstein gehört haben soll. Der Verhaftete verschweigt die Angabe seines Logis. Wahrscheinlich sind die aus dem Raubmord stammenden Sachen dort versteckt. Vorläufige Erkundigungen ergaben, daß Stafforst längere Zeit in Frankfurt geweilt hat. Die Verhaftung ist auf Ver­anlassung der hiesigen Polizeibehörde erfolgt. Der Ver­haftete ist im Jahre 1879 zu Goslar am Harz geboren und war zuletzt Koppelknecht bei einem Pferdehändler in Offenbach, Seit Ende vorigen Monats ist er hier und in der Umgegend nicht mehr gesehen worden. Die Polizei wurde auf ihn durch einen Hausierer aufmerkchm gemacht, der Bruno Groß, der jetzt anderthalb Wochen hier in Hast itzt, oft mit einem Manne in einer Wirtschaft in der Nähe -es Trierischen Platzes gesehen hatte. Der Hausierer be­schrieb den Mann und man vermutete in ihm den Stafforst. Zahlreiche Ausschreibungen mit genauer Personalbeschreib­ung wurden von hier an auswärtige Polizeibehörden ver­sandt. Noch gestern gingen etwa 150 Telegramme ab, nach den größeren Städten Deutschlands, sowie ins Ausland, da die Möglichkeit vorlag, daß Stafforst in ein fremdes Land geflohen sei. Die Frankfurter Polizei wurde von Ham­burg aus sofort benachrichtigt; es war aber nicht von einer Uhr, sondern von einer Kette die Rede. Die Hamburger Polizei war, da Stafforst mehrfach bestraft ist, im Besitze seiner Photographie. Mit Hilfe seines früheren Logiswirtes wurde Stafforst heute nachmittag auf der Straße verhaftet, schwere goldene Kette, die chtenstein gehörte. Er hatte

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