MI s'Rost
ax
Karlen) r W.
feuerungsmaterial für
msHw Mems,
Nuß II, smd wesevtlich
$) zur Verwendung komm!, ttäcluvg, sowie gänzlich 490
Heizmaterial.
Emil Lolz
AichnM 9.
#>&*•** ' Serre».
255
M. nn
V }nt
Nr. 9
triortnt ISgltch außer SonnlagS.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechlel mit dein besfischea Landwirt btt Siebener Familien- blätter viermal m der Woche dergelegt.
Rotatwntorucf a. Vertag der Brüh i'ichen ttnwerl.-Buch- u.Stein- bruderet (Prelich (irben) Rtbaftton. Lrpedttto» unb Druckerei: »chattzraße 1.
Hbrefle für Depefchenr Anzeiger «teßen.
AerntprrchanichtußNr 61.
Erstes Blatt.
154. Jahrgang
Dienstag 12. Jannar 1904
GichenerAnzeiger
General-Anzeiger 87 **
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
ve»ag»pre»», monalllch76P^ viertel- täbrltd) Ml 2.20; durch Aohoie» u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post Ptk.L— viertel- jährt. auSichl. Bestellg. Annahme von Anzeigen üx die lageGnuminex vormittags 10 Uhr.
; etUnpretfi: lokal 1191, auSnxirti 80 Pi g.
tiecaaiwectildb füx den pvltt anb allgrrn. teil; fk Wiiito für , Stadt und tianö* und .Geruhtsfaal*: August Götz, für den »In» letqentett pan» Veck.
Betreffend: Ausführung des Reichsgesetzes vom 28. Mai 1894 über den Schutz der Brieftauben und den Brieftaubenverkehr im Kriege.
Bekanntmachung.
Gemäß § 3 Absatz 2 und unter Bezugnahme auf die nachstehend abgedruckten weiteren Bestimmungen des rubrizierten Reichsgesetzes bringen wir hiermit die Namen der Mitglieder des Brieftanben-Klubs Gießen, welch letzterer dem Verbände deutscher Brieftaubenliebhaber-Vereine angehört unb somit seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat, zur öffentlichen Kenntnisnahme:
1. Wilh. Möser, Mühlenbesitzer, Rodheimerstr. 18.
2. Karl Neuling, Weißbinder, Steinstr. 72.
3. Georg Forbach, Bäckermeister, Marktstr. 11.
4. Johs. Hecker, Schuhmacher, Wolkengaffe 20.
5. Johs. Schlitt, Zugführer, Mittelweg 2.
6. Fritz Rosenbaum, Cchreinerm., Löwengaffe 10.
7. H. K. Fießer, Fabrikant, Moltkestr. 25.
8. Max Rüger, Barbier, Walltorstr. 6.
9. Wilh. Scharmann, Gendarm, Brandplatz 13.
10. Johs. Döring, Bahnarbeiter, Marburgerstr. 82.
Gießen, den 8. Januar 1904.
Großherzoglrcbes Volizeiamt Gießen.
Hechler.
Auszug aus dem Gesetz, betreffend den Schutz der Brieftauben und den Briestauben- »erkehr vom 28. Mai 1894.
§ 1. Die Vorschriften der Landesgesetze, nach welchen d as Recht, Tauben zu halten, beschränkt ist, und nach welchen im Freien betroffene Tauben der freien Zueignung oder der Lötung unterliegen, ftnden auf Mllitärbrieftauben keine Anwendung.
Dasselbe gilt von landesgesetzlichen Vorschriften, nach welchen Tauben, die in ein fremdes Taubenhaus übergehen, dem Eigentümer des letzteren gehören.
§ 2. Insoweit auf Grund landesgesetzlicher Bestimmungen Sperrzeiten für den Taubmflug bestehen, finden oie- selben auf die Reiseflüge der Militärbrieftauben keine Anwendung. Die Sperrzeiten dürfen für Milttärbrieftauben mit einen zusammenhängenden Zeitraum von höchstens je zehn Tagen im Frühjahr und Herbst umfaßen. Sind längere als zehntägige Sperrzeiten eingeführt, so gelten für Militär- buieftauben immer nur die ersten zehn Tage.
§ 3. Als Militärbrieftauben im Sinne dieses Gesetzes gelten Brieftauben, welche der Militär- (Marine-) Verwalt- umg gehören und von derselben gemäß den von ihr erlaßenen Vorschriften zur Verfügung gestellt, und welche mit dem vorgeschriebenen Stempel versehen sind.
Privatpersonen gehörige Militärbrieftauben genießen den Schutz dieses Gesetzes erst dann, wenn in ortsüblicher Weise bekannt gemacht worden ist, daß der Züchter seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat.
Politische Tagesschau.
Reichstagsarbeit.
Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt Mterm 11. Januar:
Tie parlamentarische Hochsaison beginnt. Sie bringt vieles und darum wohl jedem etwas von besonderem ! Interesse. Was den Reichstag betrifft, so wird er im Plenum und in den Kommissionen mit der Regierung manchen Strauß ausfechten. Tie konservative Interpellation über die Kündigung der Handelsverträge bedeutet einen scharfen Anfang. Ist Graf Bülow vier in der ; Lage, sich „kurz angebunden" zu geben, so wirb er nicht umhin können, bei der Verhandlung Mer den Etat des lreichskanzlers sich umso ausführlicher zu äußern. Nur chgernd bewilligt der Reichstag den Staatsmännern die .Gebührnisse". (Um dies „schönt Wort hat, im Etat, die Heeresverwaltung den Sprachschatz bereichert.) Am längsten muß der Staatssekretär Graf Posadowsky auf die Ge- .saltsbewilligung warten, da bei seinem Ressort, dem des lieichsamts des Innern, über die allerverschiedensten Dinge jldji debattieren läßt, ein Antrag auf Schluß der Debatte aber aussichtslos ist, weil die Versammlung an solchen Tagen beschlußunfähig zu sein pflegt. Besonders lebhaft bürsten sich diesmal die Auseinandersetzungen beim veeresetat gestalten. Man hatte in neuerer Zeit häufig llnlaß, von der Armee zu sprechen. Auf eine Erklärung in der Kommission wird sich General v. Ein em ,nicht beschränken können. Die militärischen Angelegenheiten, die Ilniformänderungen re., haben die Oeffentlichkeit nobil gemacht, sodaß im Plenum Stellung genommen wertem muß. Auf den Chef der Marineverwaltung hat es das sientrum abgesehen, weil, wie der Etatsredner öieser Partei tiHätte, „für Herrn v. Dirpitz eine ungünstige Fi- r a n z l a g e im Reich nicht zu existieren scheint". Der Ltaatssekretär wird also wohl die Hoffnungaufgeben müssen, daß ihm der Reichstag die Mittel bewilligt zur Erwerbung des kostspieligen Baugrundes für das neue Marinedienst- celbäude, eines der teuersten Terrains in Berlin. Die aus- !v« r t i g e P o l i t i k wird in der Budgetkommission zunächst inm Gegenstand der Erörterung gemacht werden, wobei es dir einer Erklärung der Regierung über die o st a f i a t r s ch e kcrcisis nicht fehlen wird. Auch auf kolonialpol-rtr- jfjem Gebiet beansprucht Ostasien hervorragendes Jnter- fise, da der Reichszuschuß für Ki aut schon wiederum
sehr beträchtlich ist. Die besondere Bedeutung des d u n k l e n Erdteils, soweit er deutsch ist, wird gekennzeichnet durch das ostafrikanische Eisenbahnprojekt, dessen Vertretung, wie es heißt, Graf Bülow persönlich übernehmen wird, und durch die Unruhen in Südwestafrika, an denen das englische Element nicht ganr unbeteiligt zu sein scheint, worüber die Regierung vielleicht Auskunft geben kann. Schließlich wird die Erörterung von finanz-, wirtschaft- und sozialpolitischen Fragen in Anlehnung an Gesetzentwürfe, Interpellationen und Anträge einen breiten Rahmen einnehmen. Der Reichstag dürfte nur das wichtigste davon bis zu den Osterferien auf- arbeiten können.
Deutsches Reich.
Berlin, 11. Jan. Ter Kaiser ist heute vormittag vom Bahnhof Friedrichstraße aus nach Landeshut abgereist. Er traf heute mittag auf dem Bahnhofe in L a n d e s- hut mir kleinem Gefolge ein und wurde vom Grafen Udo Stolberg-Wernigerode und den Spitzen der Behörden begrüßt. Dann fuhr er unter Glockengeläut zur Gnadenkirche und wohnte der Trauung der Gräfin Armgard zu Stolberg-Wernigerode mit dem Fregatten- K'apitän Grafen Plebn -Hallermund bei. Nach kurzer Rundfahrt durch die Stadt fuhr der Kaiser nach Sck)loß Kröpvenhof und nahm an der Hochzeitstafel teil. Um 6 Uhr reiste der Kaiser nach Breslau. Dort traf er um 8i/2 Uhr abends ein und fuhr in das festlich illuminierte fürstbischöfliche Palais, wo er vom Kardinal Kopp empfangen wurde. Sodann fand ein Diner ui 22 Gedecken statt. An dem Tiner nahmen außer den Kordinälen Kopp und Skrbensky u. a. noch teil Oberpräsident Graf Zedlitz, Stadtkommandant Generalleutnant v. Trotha, der Kommandeur des Leibkürassierregiments „Großer Kurfürst Oberstleutnant v. Vollard-Bockelberg, der kommandierende General des 6. Armeekorps v. Woyrsch Fürst v. Hatzfeld, Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg, Generaladjutant Graf v. Hülsen-Häseler, Weihbischof Marx, der Geheimsekretär des Fürstbischofs von Prag Picha, Generaladjutant v. Plessen, Professor König und der fürstbischöffiche Geheimkämmerer Tt. Steinmann. Während des Diners trug der Domchor drei Lieder vor Nach Aufhebung bei Tcffel hielt der Kaiser Cercle ab und fuhr dann zum königl. Schloß. — Der Vizepräsident des Reichstages, Graf Udo Stolberg-Wernigerode, wurde zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Prädikat Exzellenz ernannt.
— Die Reden Kaiser Wilhelms II. werden, wie man aus London meldet, am nächsten Mittwoch in einer Sammlung in englischer Uebertragung erscheinen.
— Kapitän zur See Capelle, beauftragt mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Vorstandes der- Etatsabteilung des Reichsmarineam'.s, ist von dieser Stellung enthoben und zwecks Verwendung in einer Beamtenstellung ausgeschieden und dem Reichsmarineamt behufs Verwendung als Departementsdirektor zur Verfügung gestellt worden.
— In das preuß. Herrenhaus wurden berufen auf Präsentation des Domkapitels von Brandenburg der Generaloberst Graf v. Schliessen, Chef des Generalstabes der Armee; auf Präsentatton der befestigten Grundbesitzer in Masuren der Rittergutsbesitzer Kullak, sowie der Oberbürgermeister Richter- Frankfurt a. O.
— Ter preuß. „Staatsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des Ministers deS Innern, wonach die Eröffnung des preußischen Landtages am 16. Januar im Weißen Saale des königlichen Schlosses erfolgt.
— Das Kapitel des Schwarzen Adlerordens findet am 15. Januar statt.
Kobürg, 11. Jan. Die verwitwete Herzogin Marie und ihre Tochter, diefrühereGroßherzogin von Hessen, find heute nachmittag über München nach Nizza zum Winteraufenthalt abgereist.
Dessau, 11. Jan. Herzo a Friedrich von Anhalt, der im Frühjahr sein 73. Lebensjahr vollendet, hat infolge zeitweiligen ungünsttgen Gesundheitszustandes den Erbprinzen zur Erledigung aller Staatsgeschäfte ermächttgt. Erbprinz Friedrich ist 1856 geboren. Er gehört feit 1874 der Armee an und wurde ä la suite des Infanterieregiments Nr. 93 gestellt, doch mußte er nach wenigen Jahren bent Dienst auf längere Zeit entsagen, wozu ihn ein Ohrenleiben zwang. Er ging nach München unb wibmete sich bort ben Studien. Seit 1889 ist der Erbprinz mit Prinzessin Marie von Baden vermählt.
München, 12. Jan. In ben letzten Sitzungen be§ bayrischen A f g eor dnetenhauses gab es bekanntlich zwischen ben Doktoren Heim unb Gäch recht erregte Szenen. Unter bem depr inner enben Einbrucke dieser Auseinandersetzungen entschlüpfte einem Abgeordneten der bezeichnende Ausruf: das österreichische Abgeordnetenhaus genieße auch den Ruf eines Raufparlaments, und doch gingen dort die Beratungen viel rascher von statten! Ter liberale Abg. Casselmann bedauerte, daß die Verhältnisse sich so zugefpitzt hätten, aber wenn jemand gegen ein anderes Mitglied des Hauses den Ausdruck „schofler Bursche" gebrauche (Abg. Dr. Heim: Betrug ist mir vorgeworfen worden!), wenn hier „Feigling" und „Pfui" gerufen wird — der letztere Ausruf sei übrigens nach Ansicht des jetzigen Präsidenten des Reichstages nnparlamentarisch — Hier unterbrach Präsident Tr. v. Orterer den Redner und sagte: „Tie Frage, was parlamentarisch zulässig ist, habe ich allein vor der Geschäftsordnung und meinem Gewissen zu verantworten. Ich lasse mir darüber von niemand, weder im Reichstag nod} in der Presse, Vorschriften machen." Abg. v. Casselmann: Wenn der Herr Präsident nicht zuläßt, daß ich mich auf den Präsidenten des Reichstages berufe, dann nehme ich das zurück. Aber der Zwischenruf
„Pfui!" ist in allen Parlamenten der Welt, ich glaube sogar im österreichischen, unzulässig. »
— Ter General der Kavallerie z. D. Freiherr v. Leon- rod ist heute gestorben.__________________
Kirche und Schule.
— Zur Reform des Kirchenaesanges hat, wie wir schon meldeten, der apostolische Stuhl wichtige, neue Anordnungen getroffen. Wie der „Germania" aus Rom berichtet wird, ist seitens der Ritenkongregation ein Dekret urbis et orbis ergangen, welches die sämtlichen bezüglich der Choralbücher bisher erlassenen Dekrete und Pri- vvilegien aufhebt und die Einführimg des ttadittonellen gregorianischmt Chorals für die ganze katholische Welt befiehlt.
Ausland.
Aden, 11. Jan. Tie englis ch en Truppen hatten einsiegreichesGefecht mit ben Truppen bes Mullah. Tie Somalis verloren taufen b Tvt e. Zwei eng- lischeOffizierewurbengetötetunbachttschwer verwunbet. Amtlich wird über das Gefecht gemeldet: General Eaerckon griff mit 2200 englischen und 1000 eingeborenen Truppen heute 5000 Terwische bei Jidballi an, die anscheinend die Hauptmacht des Mullahs bildeten. Ter Feind ging zum Angriff vor, floh aber, als er in der Flanke und der Front beschoffen wurde. Tie englische Kavallerie verfolgte den Feind zehn Meißen. Tie Verluste des letzteren werden auf 1000 Mann geschätzt. Zahlreiche Gefangene und 400 Gewehre fielen den englischen Truppen in die Hände. Tie englischen Verluste bettugen 41 Mann, darunter zwei Offiziere tot, neun Offiziere verwundet, einer wird vermißt.
Paris, 11. Jan. Ter französische Deputierte Reirrach legte dem Ausschuß der „Menschenrechts-Liga" eine Resolutton vor, in der unter Hinweis auf den Fall Delsor eine Resolution beanttagt wird, die Regierung möchte das Ausweisungsrecht abschaffen oder diese Mls- nahmsmaßregel zum mindesten mit neuen Bürgschaften umgeben.
Rom, 11. Jan. Heute nachmittag fand die erste Kow ferenz der deutschen und italienischen Delegierten für die Handelsvertraasverhandlungen statt. Terselben wohnten bei die Minister Titdoni, Luzatti und Rava, sowie der deutsche Bofichafter Graf Monts. Ter „Tribuna" zufolge wurde die Sitzung mit einer Rede Tit- tonis eröffnet, in der er die Hoffnung aussprach, die bestehenden ausgezeichneten politischen B?ziehungen zwischen Teutschland und Italien möchten durch frilchtbare wirtschaftliche Beziehungen noch befesttgt werden.
Budapest, 12. Jan. In der Gemeinde Talpas bei Arad revoltierte die rumänische Bauernbevölker» u n g und erstürmte das Gemeindehaus, wo die Herausgabe der Kassenschlüssel erzwungen wurde. Zur Unterdrückung der Revolte wurde, da sich die Gendarmerie als zu schwach erwies, Militär requiriert, welches jetzt die Gemeinde besetzt hält.
Petersburg, 11. Jan. Tie Kaiserin von Ruß«, land ist an Influenza erkrankt und konnte in der ganzen vergangenen Woche das Zimmer nicht verlassen. Sie dürfte sich auch nicht an der russischen Weihnachtsfeier beteiligen. Wegen der Erkrankung ist auf den Rat der Aerzte die Uebersiedlung nack der Krim im Februar auf- gegeben. In den letzten Tagen trat bei der Zarin abermals eine Temperaturerhöhung ein. Sie bedarf der größten Schonung.
Serajewv, 11. Jan. Nach hier aus Uesküb eingelaufenen Meldungen haben 4000 Meriditen die Straße Prirrent-Skutars ab gesperrt und sind entschlossen, der Reform-Gendarmerie entschiedenen Widerstand zu leisten. Weiter wird gemeldet, daß der serbische Archimandrit-Stell- vertreter Wassil in der Nähe des Klosters Teftchain von Albanesen erschossen wurde.
Sofia, 11. Jan. In der Umgegend von Ochrida haben sich vier neue Band en gebildet, die bereits dem türkischen Militär mehrere Treffen geliefert haben. Tie Bauern schlossen sich infolge Hungersnot den Banden an.
Rußland und Japan.
Tie Berliner Börse bettachtet die Kriegsgefahr in Ostasien nicht mehr als unmittelbar bedrohlich. „Nordd. 9019. Ztg." und „Nattonalztg." stellen fest, daß feine Veränderung in der japanisch-russischen Angelegenheit erfolgt ist. Ziemlich überflüssig erscheint, daß das Reuter- sche Bureau sich „nochmals" und „von autoritativer Seite" die Versicherung hat geben lassen, daß T eu t sch land, wie überhaupt der Dreibund, eine strikte neutrale Ha ltun g beim Ausbruch von Feindseligkeiten einnehmen werde. Tas ist nicht mehr wie selbstverständlich; Graf Bülow erllärte überdies im Reichstag schon deutlich genug, daß es auf der Welt kaum etwas gäbe, was uns aleichgilttger sein könne, als die Mandschurei. Ta indessen alle die Meldungen aus englischer Quelle zur ostasiatischen Krisis einen gewissen Zweck verfolgen, so läßt sich annehmen, daß-man in London Wert darauf leZt, Teutschlands Neuttalität gewissermaßen „festzunageln", m der heimlichen Besorgnis, daß die guten Beziehungen zwischen Berlin und Petersburg dochi irgendvx> den Russen M statten kommen möchten. Minder günstig als an unseren amtlichen Stellen sieht die „Boff. Ztg" die Lage an: Ein neues Moment der Beunruhigung sei geschaffen durch die von China voll- §ogeneu Handelsverträge mit Japan und den Der. Staaten. Nach den Bestimmungen dieser Verträge müffeu nämlich sofort nach ihrer eudgiltigen Genehmigung die mandschurischen Plätze Mukden, Antung und Tatungkan dem fremden Haridel geöffnet werden. Rußland, wird sich oben


