Heute morgen ereignete sich
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sich Offenbach am BahnunLer- d. Js. ab gegen Uebernahme der Gesellschaft zu zahlenden
Rheinisches Technikum Bingen
für Maschinenbau und Elektrotechnik/*
umbaut. Voraussichtlich wird nehmen bereits vom 1. Juli eines angemessenen Teils des Kaufpreises beteiligen.
Wiesbaden, 10. Aug.
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Der Verkauf erfolgt mit Wirkung vom 1. Juli d. Js. ab, so daß der Betrieb von diesem Tage ab für Rechnung der Stadt geht. Unter Zugrundelegung dieser Bedingungen wurde der Vertrag mit dem Vorstande der Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Stadtverordneten-Versanimlung einerseits und durch die Generalversammlung der Aktionäre der Gesellschaft andererseits abgeschlossen. Ueber die künftige Gestaltung des Bahnunternehmens mit Vertretern der Stadt Offenbach haben vorläufige Verhandlungen stattgefunden, in denen in Aussicht genommen wurde, den Umbau der Bahn und die künftige Betriebssührung gemeinsam zu bewirken, derart, daß Frankfiirt die preußische, Offenbach die hessische Strecke
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tm Neubau des Hotels „Gmgel und Schwan" ein schwerer Unglücksfall. Der Monteur Derndthäuser aus Geisenheim, in der elektrotechnischen Fabrik von C. Theod. Wagner hier angestellt, stürzte dre: Stockwerke herunter so unglücklich auf das Genick, daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte war erst 33 Jahre alt. Er hinterläßt eine Frau und zwei kleine Kinder.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Weisenau bet Mainz machte sich gestern nacht ein Braubursche den Scherz, seinen Kollegen im Schlaf zu kitzeln. Dieser erschrack darüber so sehr, daß ihm eine Ader platzte und der Tod sofort eintrat.
Gießen, 11. Aug.
Verschiedene Bewohner der EisenbahmArbctterwohnungen in der Crodnerstraße möchten doch gern einmal unffcn, warum der Kehricht »vagen nicht auch durch diese Straße fährt und den Müll mitnimutt, welcher dort ausgestellt wird. Wir Bewohner haben i_a zwar Müllgruben vor der Lür, aber »vir sehen nicht ein, buB »vir diese alle vier Wocl-en auSleeren lassen müssen, auf unsere Kosten. Bor etwa einem halben Jahre wurde, da vor unseren Häusern angefangcn würbe zu bauen, für die Ar beiter ein Abort in der Nähe, etwa 20 Meter von unseren Fenstern entfernt, aufgeschlagen, lvelcher seither bei der Hitze sehr üble Gerüche v uÄvarf. .Jetzt haben die Maurer einen zweiten Abort dahin gestellt, »velcher nur 10 Meter von unseren Fenstern entfernt ist. Mir bitten, daß diese beiden Mißstände bald bo- seitigt wenden.
Mehrere Bewohner der Eisc iühüj n-Ärbeiterw ohnu ngen.
Gießen, 11. Aug.
Gr. Polizciamt nnirbc ein gutes Werk tun, wenn eö dem gänzlich zwecklosen übermäßigen Peitschenknallen vieler Fuhrleute Schranken setzen »vvllte.
Meteorologische Beovachruugen
_________der Station Gießen.
Lstr. 1,269,328) gegen 299,913 Unzen (Lstr. 1,273,949) hn Juni me Goldausbeute der Minen der Außendistrikte 9,015 Unzen (Lstr. 38,293) gegen 8,306 Unzen (Lstr. 35,283' im Juni. — Die Zahl der den Mmeu zugeteilten Arbeiter betrug 4683, dagegen schieden aus 6246, sodaß per Saldo 67,294 Arberter beschäftigt waren. De« Enenbahnen wurden 380 Arbeiter zugetellt. Ende Juli wäre» 1384 Ehmesen beschäftigt.
r ~ ?.c r * ^0. Aug. Wolffs Telegr.-Bureau meldet: Wie von zuständiger Selle mitgeteilt wird, beruhen die in Börsenblättern enthaltenen Gerüchte, nach denen der Staat außer dem Unternehmen der Bergwerksgesellschaft Hibernia noch andere ausgedehnte Kohlenfelder zu erwerben beabsichtige, aus grundloser Erfindung
Markte.
§ Schotten 10. Aug. Bon Montag bis heute fand unseL weit und breit bekannter „S o mm er m ar kt" statt, und schon, am Sonntag stellten sich Händler mit Vieh aus der Ferne per Bahn ein. Tie ganze Nacht von Sonn- auf Montag kamen Pferde- und Rindviehtransporte. Um 6 Uhr begann der Auftrieb und dauerte infolge der tierürztliä)en Umersucyung nahezu drei Stunden. Der Markt war anfangs flott und es kosteten 4 Monate alte Fohlen 200 Mk., dreijährige Stiere 650—700 Mk., zwei-, jährige Tiere dieser Art 400—450 Mk., Kühe etwa 300 Mk., Zuchtkälber 140 Mk., Bullenkälber, etwa 6 Monate alt, 190 bis 200 Mk. Gegen Ende des Marktes sanken die Preise ungemein. Gegen voriges Jahr »paren etwa 1000 Stück Vieh weniger aufgetrieben. .Der Schweinemarkt am Dienstag war gut befahren, jedoch die Preise sehr gedrückt und der Handel schleppend. Fette Schweine kosteten per Pfund Lebendgewicht 38—40 Pfg., Schlachtgewicht 50 Pfg. Ter heutige Krämermarlt ist in der Stadt und meist von einheimischen Kaufleuten, sowie von solchen der um- liegenden Städtchen besucht. Ter Besuch ist infolge der günstigen Witterung gut.
Kunst und Wliienjchaft.
Berlin, 9. Aug. Professor Otto Brausewetter, der bekannte Geschichtsmaler und Lehrer an der' akademischen Hochschule für die bildenden Künste, ist gestern nachmittag im Aller von 69 Jahren g e st o r b e n.
— „Der tote Löwe" wird Oskar Blumenthals neues Stück heißen, ein vierattiges Versdrama, das am Deutschen Schauspielhause in Hamburg in der ersten Hälfte des Oktober zum ersten 3)1 ale aufgeführt werden wird. Tas Werk, das aus langjähriger Arbeit IjerDorgegangen ist, hat zum Inhalt den Lon- flikt des jungen Königs Marco von Castllien mit seinem er- greiften Ratgeber, dem Herzog von Lliveto, und will das Geschick eines Starken zeigen, der an der Loslösung ans seinem Lebens- werk zu Grunde geht.
bie Verhältnisse nicht ganz so ungünstig erscheinen wie im Jahre 1893, in welchem in den Notstanbsbezirken nicht nur, wie heuer, kein Grummet, sondern auch kein Heu vorhanden war. Andere Gegenden, wie z. B. in Oberbayern, im südlichen Schwaben, in der Pfalz, haben im Vergleich zu den oben genannten Kreisen günstigere Verhältnisse aufzuweisen, wodurch ein Ausgleich wenigstens bis zu einem gewissen Grade möglich ist.
Auch int Auslande wurden, wie eine neueste Meldung berichtet, Maßregeln getroffen. Im Wiener ^Gesetzblatt", so lautet eine Depesche, erscheint morgen eine Ministerialverordnung betreffend das Verbot der Ausfuhr von folgenden Futtermitteln: Gerste, Mais, Pferdebohnen, Lupinen, Wicken, Knrtosfeln, frische und getrocknete Futterkräuter, wie: Heu, Klee und dergl., Stroh, Häcksel, Kleie, Malzkeime, Oelkuchen, Schlempe, Treber und Rübenschnitzel. Die Regierung ist zu diesem umfassenden Verbot, einerseits durch den int größten Teile des Reiches bedeutenden Ausfall an Futterstoffen, wodurch eine schwere Schüdigtmg der Landwirtschaft, insbesondere bedeutende Schwierigkeiten bei der Verproviantierung des Heeres befürchtet werden mußten, sowie durchs den weiteren Umstand veranlaßt worden, daß wegen der gleichen Ursache ein ausreichender Nachfluß von Futtermitteln aus der jeweiligen Neichshälfte nicht zu erwarten ist. Die Situation wird verschärft durch die von den ausländischen Staaten ergriffenen ähnlichen Maßnahmen, sowie durch den Umstand, daß aus einzelnen inländischen Produkrionsgebieten namhafte, für Rechnung des Auslandes effeftuierte Aufläufe von Futterstoffen gemeldet werden. Die ungarische Regierung wird ebenfalls eine ähnliche Verfügung treffen. Tas Verbot tritt an dem Tage in Kraft, an welchem es den Zollämtern bekannt gegeben wird urtd bleibt bis auf Widerruf sn Kraft. Ausgenommen sind Sendungen, welche bis zum 12. August zum Transport mittels Eisenbahn oder per Schiff aufgegeben sind. Die beiderseitigen Regieri'.ngen sind übereingekommen, keine Ausnahmen zuzulasfen. Ermäßigungen, welche nach dem Artikel 7 des Zollgesetzes statt- habcn, sind nicht ins Auge gefaßt. Hingegen wurde in Aussicht genommen, der Landwirtschaft noch oop dem Abschluß der eingeleiteten Erhebungen durch die Notstandstarife den Bezug von Futterstoffen zu erleichtern und hierdurch einen Ausgleich von Bedarf und Angebot herbeizu- sühren.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter biejer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 11. Ang.
Man erinnert sich vielleicht, daß an dieser Stelle vor einiger Zeit die Verwunderung ausgesprochen wurde, daß im diesseitigen Hessenlande auch noch gar nichts, rein gar nichts gttchehen fei bezüglich einer würdigen Feier des Tages, an welchem durch■ Gottes Gnade vor 400 Jahren dem Hessenlande fein größter Fürst: Philipp, benannt der Großmütige, geschenkt webe. Ter große Hessenfürst irnb Überhaupt der größte Fürst feiner Zell, ward am 13. ^November 1504 auf Marburgs altehrwürdigem, hochragendem Schlosse geboren: in seinem 14. Lebensjahre war er schon Landgraf aller Hessen, von der Weser bis fast zum Neckar hin. Landgraf Philipp war in unermüdlicher Tatkraft der Hauptförderer der Reformation unter den deutschen durften und hat dafür gestritten nach allen Seiten hin und — gelitten gar in mehrjähriger Gefangenschaft. Er starb 1567 schon zu Cassel und ift begraben in der dortigen Martinskirche.
Philipps getreue Nordhessen sind schon länger eifrig dran mit' Vorfeiern für den großen Dreizehnten, so z. B. mit der Ein-' weihung eines schönen Denkmals für ihn bei Kloster Haina. Trum auf nun endlich, auch ihr Südhessen — ihr wollt doch gcluiß nicht Zurückstehen hinter euren wackeren Namensbrüdern des Nordens — und bezeuget durch die Tat, daß auch ihr euch fühlet als echte Söhne des ruhmvollen Chattenlandes, bezeuget, daß auch ihr es zu schätzen wisset, was Hessen, also auch ihr, an seinem großen Landgrafen Philipp gehabt hat. Tuet lebendig dar durch eine recht schöne Feier des bevorstehenden' 13. November, daß auch ihr in alter Hessentreue, in Liebe und Dankbarkeit des großen Mannes gedenkt, den auch ihr das Glück l>abt, mit gerechtem Stolze^den Euren nennen zu dürfen.
Erwähnt sei noch, daß dieser Tage auch in Darmstadt ein Aufruf zu einer würdigen Landgraf Philippfeier ergangen ist, der bis zur höchsten Spitze hinauf erfreulich gezündet hat Zum Schlüsse sei noch an die Herren Stadtverordneten hier er- gebenst die Anfrage gerichtet, . ob sie es nicht für angezeigt erachten würden, der in Aussicht genommenen großen Feier das Siegel aufzudrücken, zum Gedächtnis für alle Zeiten, durch Benennung einer neuen, würdigen Straße mit dem Namen des großen, allen treuen Hessen nnvergeßlickren Chattenfürsten, sie also ettva Landgraf-Philipps st raße zu heißen. H.
Kerichlssaal.
ch. Gießen 10. Aug. Vor der Strafkammer wurde gestern gegen den Immobilien-Makler 91 I. von Gießen wegen Betrugs verhandelt, der dadurch begangen fein sott, daß der Angettagte dem Verkäufer einer Bäckerei in Wißmar einen angeblich .zahlungsfähigen Bäckermeister aus Frankfurt a. M. als Käufer zuführte, der nicht nur nicht über die verlangten 2000 Mk. Anzahlung verfügte, sondern der auch so gut wie keine Betriebsmittel zum Gesck-äft ja sogar den Offenbarungseid geschworen hatte. I. soll dem vollständig insolventen Mann die Bäckerei als eine prima gutgehende angepriesen haben, obgleich der Vorgänger darin nicht hat bestehen tonnen. Die Anklage behauptet, daß der Angettagte die mißliche Vermögenslage des Käufers gekannt hat, diesen aber zu dem Geschäft herangezogen hat, um vom Verkäufer 1000 Mk., vom Käufer aber 300 Mk. Provision zu bekommen. Der Käufer fühlte sich wie er in der Verhandlung bekundet, besonders dadurch betrogen, daß ihm der Matter verschwieg, daß er auch vom Verkäufer Provision erhalte. Auf eine bezügliche Frage soll jener ausweicheno geantwortet haben, „dies wisse er noch nicht". Auch die Zusicherung^ daß die Bäckerei in Wißmar vorzüglich gehe, .sei bestimmend für ihn zum Kauf gewesen. Tas Geschäft sei aber nichts teert gewesen, und alle die Zusicherungen, welche er wegen des Absatzes erhalten hatte, hätten sich als unwahr erwiesen. Tie weitere Beweisaufnahme ergab, daß der neue Bäckermeister in Frankfurt a. M. vollständig verkracht war; er machte in Wißmar den Kauf auf den Namen seines fünfjährigen SöhnckMrs, .doch verspraa- er, auf den Kaufpreis von 12 000 Mk. für das Anwesen eine Anzahlung .von 2000 Ml zu leisten. Tie Uebernahme der Bäckerei fand statt; die versprochene Anzahlung konnte der neue Bäcker aus eigenen Mitteln nicht leisten, unb so mußte der Mütter herhalten, der auch das Geld gab, nachdem der Verkäufer sich bereit erklärt hatte, .zur wetteren Sicherheit des Darleihers, abgesehen von einer Hypothek auf die Bäckerei, .die eingetragen wurde Bürgschaft zu leisten. Ter Reftkauficksilling auf die Bäckerei in Höhe von 6000 Mk. wurde durch Vermittelung des Angettagten von einem Gießener Geschäftsmann für 4250 Mk. gekauft, von »velcher Zahlung der Angettagte die Provision von 1000 Mk. erhielt. Der neue Bäcker in Wißmar hatte in fünfviertel Jahren vollständig abgewirtschaftet. Außer den 12 000 Mk. Hypothek waren noch 1500 Mk. Mehlschulden auf das Grundstück eingetragen; der Bäckermeister zahlte schon längst keine Zinsen mehr, und so wäre es zum zwangsweisen Verkauf gekommen, wenn der Vorbesitzer sich nicht berett gefunden hätte, das Anwesen für 1350 Mk. zurückzuerwerben, wobei er außerdem noch die rückständigen Hypothekenzinsen zu zahlen hatte. .Interessant ist jedeilfatts, daß der Vorbesitzer die Bäckerei, welche er für 12 000 Mk. verkaufte, für 7500 Mk. kurz vorher gekauft hatte. Tie Sachverstärrdigen er- ttärten, daß die Hofraite, lediglich als bäuerliche Besitzung be- ttachtet, 10 000 Mk. wert sei, daß man aber jn Rücksickst darauf, daß darin eine Bäckerei betrieben war, au.ch einige tausend Mark mehr rechnen könne. Der Ortsgerichtsvorsteher von Wißmar vertrat den Standpunkt, daß ein im Bäckereigewerbe gewandter Mann in Wißmar sehr wohl hätte vonoärts kommen müssen. Tiefer Meinung maren auch andere mit den Verhältnissen bekannte Zeugen. Ter Staatsanwalt erblickte in der Art, luic der Angeklagte bct dem Handel tätig gewesen sei, einen Betrug zum ^Nachteil des Käufers sowohl »vie oes Verkäufers und beantragte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, die, da I. noch eine vwrmonatige Gefängnisstrafe wegen Betrugs zu verbüßen hat, als Zusatzyrafe entsprechend zu ermäßigen fei. Der Vorsitzende verkündete, daß das Urteil am Samstag vormittag verkündet werde.
LandwirtschasUlche Yolstände.
In Nord und Süd oes Neich>es »vird für die Landwirtschaft nichts Erfreuliches konstatiert.
In der Provinz Posen haben Umfragen folgendes ergeben: Die Futterernte ist durchweg sehr mäßig ausgefallen, an vielen Stellen geradezu schlecht. Die Winterung stellt in den meisten Fällen eine gute bis Mittel-Ernte in Ausfttht, — der Erdrusch ist wohl überall noch tricht endgiltig zu übersehen, — auf leichten Boden ist viel Schaden durch Frost und die lange Dürre (Rotreife) angerichtet. Die Sommerung verspricht Gutes nur in einzelnen Kreisen, sonst ist weniger als eine Mittel-Ernte, an sehr vielen Stellen geradezu eine NUßernte zu erwarten Was den Landwirt noch einigermaßen aufrecht erhält, ist die Hoffnung auf kommenden Regen, der den Hackfrüchten helfen soll. Leider wartet er immer noch umsonst. Auf leichtem Boden ist die Kartoffel meistenteils bereits verloren, auf besserem Boden ist sie in größter Gefahr, ohne Regen werden auch die letzteren kaum eine leidliche Ernte machen Für Eßkartoffeln werden auf dem Posener Markt heute schon 6 Mark pro Zentner gezahlt. Die Aussichten auf eine erträgliche Rübenernte schwinden von Tag zu Tag mehr, gut wird die .(Suite kaum irgendwo ausfallen, an den meisten Stellen ist eine Mittel-Ernte kaum zu er-' warten. Große Schwieugkett wird die Herbstbestellung machen, well zunächst an eine Bearbeitung des Bodens beif unmäßigen Härte wegen kaum zu denken ist. Wenn also auch ein allgemeiner Notstand nicht konstatiert werden kann, so sind diese Nachrichten doch gewiß nicht ermutigend, und es besteht heute schon fraglos Not an vielen einzelnen Stellen
Bekanntlich ermäßigte die Regierung für die nach Schlesien bestimmten Futtermittel die Tarife der Staatsbahnen bis 30. Juni um 50 Prozent. Hierfür war die Erwägung bestimmend, daß bei dem in Schlesien infolge der andauernden Trockenhett herrschenden Mangel an Futter- mttteln die Landwirte zu" unwirtschaftlichen Viehverkäufen gezwungen wurden. Dies hätte eine erhebliche Venninderung des Viehbestandes in Schlesien auf Jahre hinaus zur Folge gehabt, wodurch nicht nur die einzelnen landwirtschaftlichen Betriebe, sonderm auch die Konsumenten in einem großen Landesteil für längere Zeit empfindlich geschädigt wären. Jn dieser Gefahr für die Gemeinwirtschaft lmd in der Schädigung des Nationalvermögens liegt der Grund für das Eingreifen der Regierung, welches sich nicht rechtfertigen ließe, wenn damtt nur Schädigungen einzelner, von außergewöhnlichen Witterungsverhältnissen besonders betroffenen Landwirte ausgeglichen werden sollten. Ganz anders dagegen stehts mit den Anträgen, durch Ausnahmetarife einen Ausgleich dafür zu schaffen, daß die billigere Beförderung von Gütern auf den Binnenwasser st raßen durch die Trockenheit zeitweise gehindert wird. Hier handelt es sich nicht um eine dauernde Schädigung der Allgemeinheit. Die durch die Nähe der Wasserstraßen bevorzugten Frachtinteressenten befinden sich vorübergehend in derselben Lage, worin alle nicht in der Nähe schiffbarer Wasserstraßen ansässigen Verkehrsinteressenten dauernd sind. Die Regierung kann unmöglich die Hand bieten, um von ohnehin bevorzugten Interessenten jeden durch vorübergehende Witterungsverhältnisse verursachten Nachteil fernzuhalten. Die erbetenen Maßregeln würden aber auch dazu führen, daß ein Teil des sonst den Binnenwasserstraßen zufallenden Verkehrs ans die Eisenbahnen übergeht. Das wäre nicht nur der Fall bei Gütern, deren Beförderung einen Aufschub nicht gestattet, sondern auch bei Gütern, die sonst das Eintreten eines normalen Wasserstandes abwarten und dann dem Wasserwege zufallen würden. Es würde somit das Binnenschiffahrtsgewerbe auf längere Zeit geschädigt, insbesondere den Kleinschiffern die Arbeitsgelegenheit entzogen oder wesentlich eingeschränkt werden.
Auch die Landwirte Mittel- und Un te r fr a u kens und besonders diejenigen der Oberpfalz, aber auch tettwerse das nördliche Schwaben und zum Teil dre nördlichen Bezirke von Oberbayern stehen vor einer großen Gefahr, toenn nicht bald und ergiebiger Regen ein tritt. Klee und Wiesen sind in den genannten Kreisen zum großen Teil gänzlich ausgebrannt, eine Grummeternte ist nicht mehr zu erhoffen. Kartoffeln stehen fast überall — besonders in der Regensburger (legend — sehr schlecht; desgleichen die Rüben; hier ist eine Mißernte sehr zu befürchten. Das Getreide, »ucl ches zum großen Teil rwtreif gewordeil ist, ergab nach Menge natnrgenläß fast überall gertttgere Erträge: am besten gab »roch der Roggen aus unö die Strohernie auch oes Willlertoeizeus war eine befriedigende. Ta j .ui Sommerstroh äußcrst gering. Nur vie überall nauj Menge uni) Gate ganz vorzügliche Heuernte läßt doch immerhin ।
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»Berlin, 10. Aug. Nach einer ljiev eingegiuigenen Depesche betrug im Juli bie Goldau s beul c der in der T r a n S v a a l Ehamberos M i n c S vereinigten Minen 298,825 Unzen. (Weit
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Arbeiterbewegung.
Frankfurt, 10. Aug. Trei Wochen dauert der Kampf zivischeu Arbeiter und Unternehmer im Baugewerbe. \ Nack>dem die Beratungen zwischen den Vorstandsmitgliedern und Vertretern
der Arbeiter odjit Lage geruht hatten, wurden sie geflent wieder aufgerwmmen und sehr luefentlid) gefördeitt. Von morgens bis nachnrtttags IVl- Uhr wurden alle Punkte — auch die Lohntage — durchgesprochen. Es wurde bis auf einige nebensächliche Fragen eine Einigung erzielt, .sodaß der Unterzeichnung des neuen Vertrages, der bis 190 7, eventuell auch bis 1908 gelten oll, so gut wie nichts mehr entgegenftcljt. Nur wegen der Lohn- rage in Mainz, Tarmlwdt und Wiesbaden bestehen noch tteinere Tifferenzen. Für heute sind Ausschuß- und Vorstandssitzungen des Mitteldeutschen Unternehmerverbandes und eine Generalver- ng des Arbeitgebervereins für das Baugewerbe in Frank M. anberaumt. In diesen Versammlungen »vird man sich mit dem Resultat der gestrigen Ultterl-turdlnngen befdyäftigcu. Wie die „Kl. Pr." erfahrt, wird der Stundenlohn, der im Bezirk Frankfurt vor der Aussperrung 18 Pfg. betrug, auf 50 Pfg. im nächsten Jahre erhöht. Tie Arbeiter litten 52 bezw. 55 Pfg.
MS
August 1904.
Barometer aul 0° reduziert
Temperatur der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
10. 2“
746,4
22,2
9,0
46
SSW.
1
Bew. Himmel
10. 935
746,7
15,0
9,6
75
—
Still
Klarer Himmel
11. 7-'
746,2
11,4
8.6
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N.
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