Prospekt.
Blnm. Mk. 2110000.- Aktien
der
Eisenwerke Lollar Aktiengesellschaft
zu Lollar
Stück 2110 ä Mk. 1000.— jede
Nummer 1 bis 2110.
Die .Eisenwerke Lollar, Aktiengesellschaft", wurden am 28. März 1895 unter der Firma „Eisenwerke Hirzenhain vormals H. R. BlldeniS" gegründet und am 10. Slpctl 1895 in das Handelsregister eingetragen. Das Attienkapital betrug Mk. 1 000 000.—. Am 4. Juli 1895 erwarb die Gesellschaft die Mam-Weser-Hütte zu Lollar, nahm die Firma .Eisenwerke Hirzenhain & Lollar" an und erhöhte ihr Aktienkapital auf Mk. 2 250 000.—. Mit diesem Aktienkapital wurden alsdann folgende Aenderungen vorgenommen:
1. Am 8. Dezember 1898 wurden Mk. 1 000 000.— 6%tge Prioritäts-Aktien neu geschaffen und Mk. 500 000.— Stammaktien in Prioritäts-Aktien umgewandelt, sodaß das Aktienkapital aus Mk. 1 500 000.— 6°/0igen Prioritäts-Aktien und Mk. 1 750 000.— Stammaktien bestand.
2. Am 30. April 1900 wurden die Prioritäts-Aktien um Mk. 250 000.—, also auf Mk. 1 750 000.— vermehrt, und
3. am 28. April 1903 die Stammaktien um Mk. 1 150 000.— durch Annahme an Zahlungsstatt auf den Kaufpreis des verkauften Hirzenhainer Werkes reduziert, die restlichen Stammaktien im Betrage von Mk. 600 000.— in Mk. 360 000.— Aktien zusammengelegt und diese mit ihren Rechten den Prioritäts-Aktien gleichgestellt, sodaß jetzt das Aktienkapital Mk. 2 110 000.— beträgt, und eingeteilt ist in 2110 Aktien ä, Mk. 1000.—, welche auf den Inhaber lauten und völlig gleichwertig und gleichberechtigt sind.
Am 28. Mpril 1903 hat die Gesellschaft das Hirzenhainer Werk zum Buchpreis von Mk. 1 340 000.— verkauft, die Firma „Eisenwerke Lollar, Aktiengesellschaft" angenommen und ihren Sitz in Lollar genommen. Diese Aenderungen und Beschlüsse sind in da§ Handelsregister zu Gießen am 7. Mai 1903 eingetragen.
Das verkaufte Hirzenhainer Werk hatte folgende Erträgnisse:
1899 1900 1901 1902
Verlust Mk. 24 638.12
und des Aufsichtsrates Zweigniederlassungen im In- und Ausland unter der
25 000 Tonnen Gießerei-Roheisen I
Alsdann werden 4% des eingezahlten Grundkapitals in Abzug gebracht und unter die Aktionäre
1900
8%
6% Mk. 1 750 000
20 000
16 000
Eisensteine
Gußwaren
1902
6% 0%
Eingezahltes Aktienkapital Mk. 1 750 000
Eingezahltes Aktienkapital
Mk. 1 750 000 . 1 750 000
Neuanschaffungen im Betrage von Mk. 1 529 161.— ausgeführt worden.
Der sich immer mehr ausdehnende Umsatz in Gußwaren hat die Gesellschaft veranlaßt, zur Zeit wiederum größere Neubauten vorzunehmen, welche im Laufe dieses Sommers
fertiggestellt sein werden.
Alsdann wird die Produktionsfähigkeit betragen:
Reingewinn Mk. 36 763.50 Reingewinn Mk. 32 565.78
Der durch die Zusammenlegung des Aktienkapitals erzielte Gewinn diente zur Bestreitung
Verlust Mk. 74 731.65
der Kosten der 1908 aufgenommenen Anleihe und zu außerordentlichen Ab-
und die Verwertung der Nebenprodukte.
In Ausführung ihres Zweckes kann die Gesellschaft auf Grund BeschluffeS des Vorstandes „
gleichen oder einer besonderen Firma, Kommanditen und Agenturen errichten oder sich bei anderen Unternehmungen in jeder gesetzlich zulässigen Form beteiligen.
Die Gesellschaft besitzt Eisensteingruben in den Bergrevieren Wetzlar und Weilburg und die Main-Weser-Hütte zu Lollar. Auf letzterer ist -ein im Jahre 1899 neu erbauter Hochofen, umfangreiche Eisengießereien, eine Radiatoren- und eine Schlackensteinfabrik in Betrieb.
Die Produktionsfähigkeit und der Absatz der einzelnen Abteilungen ist seit 1899 erheblich gesteigert worden und es sind in den letzten fünf Jahren Erweiterungen bezw.
Zahlungen nach Verhältnis der Zeit, seit welcher sie vor Jahresschluß erfolgt sind, berücksichtigt.
Von dem verbleibenden Reingewinn erhält der Aufsichtsrat eine Tantieme von zwölf Prozent.
Heber die Verwendung des Restes des Reingewinnes entscheidet die Generalversammlung.
In den letzten fünf Jahren hat die Gesellschaft folgende Dividende verteilt:
5 000 000 St. Schlackensteine.
Die Arbeiterzahl beträgt gegenwärtig rund 1000 Mann.
Die Gesellschaft besitzt ferner in Lollar eine Cementfabrik, welche sie zu Anfang dieses Jahres außer Betrieb setzte, da sie da? ihr zugewiesene Kontingent bei der Süddeutschen Eementverkaufsstelle vorteilhaft verkauft hat. Es fließen der Gesellschaft durch diesen Verkauf Mk. 500 000.— bar zu, welche in gleichen Jahresraten innerhalb der nächsten 10 Jahre zahlbar sind.
Schließlich ist die Gesellschaft Licenzempfängerin für bestimmte Gußartikel in Oesterreich, Ungarn, Rußland, Italien und der Schweiz. Die Dauer der Abgabe beträgt ab 1903 zehn Jahre und es sind Mindestbeträge garantiert worden. Die Gesellschaft glaubt, die jährliche Einnahme aus diesen Licenzverträgen auf mindestens Mk. 50 000.— pro Jahr veranschlagen zu dürfen.
Die Dauer der Gesellschaft ist nicht auf eine bestimmte Zeit beschränkt.
Die Dividendenscheine sind zahlbar:
in Lollar an der Kaffe der Gesellschaft,
, Frankfurt a. M. bei der Deutschen Genoffenschafts-Bank, Soergel, ParrisiuS & Co. A.-G.,
„ , bei den Herren Baß & Herz.
Nicht erhobene Dividenden verjähren innerhalb vier Jahren vom 31. Dezember des Jahres an gerechnet, in welchem dieselben fällig waren zu Gunsten der Gesellschaft; jedoch soll demjenigen Aktionär, welcher den Verlust der Dividendenscheine seiner Aktien vor Ablauf obiger Frist angemeldet hat, die auf den nicht vorgekommenen Dividendenschein entfallende Dividende nach Ablauf der Verjährungsfrist gegen Quittung ausgezahlt werden.
An den vorgenannten Stellen erfolgt auch jeweilig die kostenfreie Aushändigung neuer Dividendenbogen, die Anmeldung für die Generalversammlung, sowie die erroaige Ausgabe neuer Aktien.
Alle Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen Im Deutschen Reichsanzeiger und in der Frankfurter Zeitung. Zum Nachweise rechtzeitiger Bekanntmachung soll jedoch in allen Fällen die rechtzeitige Bekanntmachung in dem Deutschen Reichsanzeiger genügen. Sofern nicht mehrmalige Bekanntmachungen durch das Gesetz ober durch die Statuten vorgeschrieben sind, genügt die Einmalige.
Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus mindestens drei und höchstens sieben Mitgliedern, welche von der Generalversammlung gewählt werden. Alljährlich scheiden auf den Tag der ordentlichen Generalversammlung zwei Mitglieder aus und zwar die beiden Dienstältesten. Bei gleichem Dienstalter entscheidet das Las. Die Ausscheidenden sind wieder wählbar. Gegenwärtig bilden den Aufsichtsrat die Herren: Friedrich Schiele in Gießen, Vorsitzender, Otto Philipp in Berlin, stellvertretender Vorsitzender, Geheimer Kommerzienrat Hugo Buderus in Hirzenhain, Direktor Carl Eckhard in Frankfurt a. M., A. Seyberth in Wiesbaden, Alfred WeinschenkmFrank- furt a. M., Max Wertheimer in Frankfurt a. M. Der Vorstand besteht nach der Bestimmung des Aufsichtsrates aus einem oder mehreren Mitgliedern. Die Mitglieder des Vorstandes werden durch Beschluß des Aufsichtsrates ernannt und entlassen. Der Aufstchtrat kann auch stellvertretende Vorstandsmitglieder ernennen. Die Anstellung der Vorstandsmitglieder ist jederzeit widerruflich, unbeschadet ihrer Ansprüche aus den Anstellungsverträgen. Gegenwärtig ist Herr Herm. Steinecke in Lollar alleiniges Vorstandsmitglied.
Die ordentliche Generalversammlung der Aktionäre sindet in den ersten fünf Monaten auf dem Werke ober in Gießen ober in Frankfurt a. Rt. statt. Die Einlabung zu derselben erfolgt durch einmaliges Ausschreiben nach den Vorschriften des H. G. B. in den Gesellschaftsblättern, welches so zeitig erschienen sein muß, daß mindestens zwei Wochen für die Hinterlegung der Aktien frei bleiben; gleichzeitig ist die Tagesordnung bekannt zu geben. Bei der Berechnung der Frist von zwei Wochen werden der Tag der Bekanntmachung und der Tag, bis zu dessen Ablauf die Hinterlegung zu geschehen hat, nicht mitgerechnet. * In gleicher Weise erfolgt die Einberufung jeder außerordentlichen Generalversammlung, mit Ausnahme derjenigen, welche über Auflösung und Liquidation zu beschließen hat, für welche eine Berufungsfrist von mindestens 4 Wochen vorgeschrieben ist.
Jeder Aktionär, welcher an der Generalversammlung teilnehmen will, hat spätestens am dritten Werktage vor der Versammlung — den Tag derselben nicht mitgerechnet — seine Mtien bei den in der Berufung namhaft zu machenden Stellen bis zum Schluffe der Generalversammlung zu hinterlegen und bei der Hinterlegung ein nach Gattung und Nummern der Aktten geordnetes Verzeichnis einzureichen.
Statt der Aktien können auch von der Reichsbank oder anderen vom AuffichtSrate bestimmten Bankinstituten oder von einem deutschen Notar ausgestellte Hinterlegungsbescheinigungen, aus welchen Gattung und Nummern der Aktien ersichtlich sein müssen, hinterlegt werden. Gegen die Hinterlegung der Aktien ober Hinterlegungsscheine wird dem Hinterleger eine auf seinen Namen lautende und die Zahl der ihm zustehenden Stimmen bezeichnende Legitimationskarte erteilt. Mit vorstehender Maßgabe gibt in der Generalversammlung jede Aktie eine Stimme.
DaS Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Aufsichtsrat beschließt alljährlich zu der am 31. Dezember von dem Vorstände aufzunehmenden Inventarisation unb Bilanz, im Einvernehmen mit bem Vorstände, welche Beträge für Abschreibungen und Rückstellungen aus dem Bruttoüberschuß zu verwenden sind.
Der bilanzmäßige Reingewinn ist, nach Genehmigung der Bilanz durch die Generalversammlung, wie folgt zu verwenden:
Mit 5°/0 zum gesetzlichen Reservefonds so lange, als dieser Fonds den zehnten Teil des Grundkapitals nicht überschreitet, zu von der Generalversammlung etwa zu be-
schreibungen.
Gegenstand deS Unternehmens ist die Herstellung und Verwertung van Metall-, insbesondere Eisenfabrikaten, die Gewinnung und Nutzbarmachung van Bergbaumaterialien
schließenden außerordentlichen Abschreibungen und Rückstellungen, zur Auszahlung der vertragsmäßigen Tantiemen an den Vorstand.
verteilt. Hierbei werden im Laufe des Geschäftsjahres geleistete Ein-
iqn1 EingezahlteS Aktienkapital
1899 Eingezahltes
Aktienkapital auf die Prioritätsaktien: 6°/0 p. r. t. Mk. 1 500 000
Stammaktien: 4% „ 1 750 000 6% , 1 750 000 4% „ 1 750 000
unb 1903: 8°/0 aus Mk. 2 HO 000 einheitliches Attientapital. Die Dividende ist am 14. Mai a. c. zahlbar.
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