Auf der 7. Generalversammlung des Vereins für Reformationsgeschichte in Kassel führte der Vertreter der theologischen Fakultät der Universität Gießen, Professor Dr. Drews, aus, daß die Reformationsarbeit schlimmer denn je gefährdet sei, was durch die jetzige Haltung der Reichs- Regierung jedermann kund geworden sei, als man durch die Aufhebung des § 2 deS Jesuitengesetzes nicht -gerade freudig überrascht wurde. Zu einer solchen Zeit sei eS ganz besonders gefährlich, auf die Lobeshymnen zu hören, die jetzt gar so lieblich aus Rom erschallen. Viel- 'mehr müßten sie eine ernste Warnung sein, ein Mahnruf an daS deutsche Volk evangelischen Glaubensbekenntniffes zu festem Zusammenschlusie, um dem römischen Liebeswerben energisch trotzen zu können und die dem deutschen evangelischen Volke zugedachten römischen Aufmerksamkeiten weit von^sich zu weisen. __
Aus HtaSl und Kund.
Gießen, den 11. April 1904
. . Personalnachrrchten. S. K. H. der Großhmo- haben Allergnadigst geruht, am 31. März den Oberlehrer an deir Realgymnasium und der Realschule Professor Dr. ^[lu- Stahl zu Gießen auf sein Nachsuchen bis jur *9Biebet, Herstellung seiner Gesundheit mit Wirkung vom 1. April ir* den Ruhestand zu versetzen, den Lehramtsasseffoc Lr. Johannes Lahr zum Oberlehrer an der höheren Bürger, schule zu Langen, den Lehramtsaspirauten Dr. Adam Riker' zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, den provisorischen Lehrer Eduard Glück zu Mainz zum Lehrer an der höheren Handelsschule zu Mam- — beide mit Wirkung vom 1. April zu ernennen, bem Regierungs- und Baurat Stahl in Halle a. S., sowie ben Eisenbahndirektoren Schoberth (bekanntlich früher m Gießen) und Weiß in Mainz den Charakter als ($t,‘ Heimer Baurat" zu erteilen.
"Für den Fuhrverkehr gespert. Wir machen die Bewohner der Bismarckstraße darauf aufmerksam, bar infolge Verlegung des Klingelbaches die Bismarckslraße dcp der Stephanstraße bis zur Löberstraße vom 18. Apnl 1904 ab auf längere Zeit für den Fuhrwerksoerkehr gesperrt roirb,
" Von rohen Tierquälereien wird unö au- Friedberg berichtet: Ein Schweinehändler aus Trais. Horloff lieferte an einen hiesigen Metzger ein etwas unruo^- Schwein, das er mit Stricken in seinem Wagen gefehlt hatte. Das Tier hatte 12 Stunden in diesem Zuslanb ^gebracht und verendete kurz nach dem Ausladen. - Einige Tage früher schnitt ein Bauer einem Schwein das halbe Ohr weg, damit es nicht verwechselt werden iodk.
+ Bad-Nauheim, 10. April. In den Äurgärten; Parkanlagen, Promenadewegen und Badehäusern ist :• eifrig mit der Instandsetzung beschäftigt. Infolge bei schicht Wetters ist die Zahl der Kurgäste noch germg. - M dem Bau der katholischen Kirche neben dem Zander-Instar ist dieser Tage begonnen worden. — An der im Herbst begonnenen evangelischen Dankeskirche ist man noch an btt Funtamentierung beschäftigt. Dieses Gotteshaus wirb an ber Stelle des alten Kurhauses erbaut. — Das neue PostgebLudc wurde am 1. April im südlichen Stadtteil eröffnet. Zam Siedehäuser haben dem stattlichen Neubau Platz machen müssen. Dieser früher wenig schöne Stadtteil mit den chmucklosen Siedehäusern und etwas verwahrlosten Neben
gebäuden macht jetzt bereits einen guten Eindruck und wir) wetter ausgebaut.
dn. Ulfa, 9. April. Durch den Geh. Regierungrrc! S ch ö n f e l d von Schotten wurde gestern im Beisein be- gesamten Ortsvorstandes der am 3. März d. IS. ein|ümmi" neugewählte Bürgermeister Georg Gerhard III. verpflicht:. Die Familie des seitherigen Bürgermeisters Döll, der frc> willig aus dem Amte scheidet und die Gemcindercchnun; übernimmt, hatte die hiesige Bürgermeisterei dreißig 3atri lang in Händen.
Darmstadt, 9. April. Wie die »Darmst. Ztg.' er- ährt, haben die Professoren Habich und Putzer einc' neuen Entwurf für das Bismarck-Denkmal auSgearbeM der in aller Kürze in einem größeren Modell auSgesi'
Staat, hier war es ein internationaler Orden hi.» sell schäft Jesu, die die Aufgabe des regelrechten wesens übernahm, bezw. selbst mit erstau^nWr sich dreser Aufgabe unterzog. Es ijt der Jesuitenor^n?'
-das 18. Jahrhundert hinein der ausschließliche btldungsorden für die katholischen Territorien und .Or . Profestoren geweicn und zwar unter Ausschaltuna Lv staatlichen Emftmses. Die Versäumnisse, Die öieie9 h Uscyen Länder sich dadurch haben zu schulden kommen S hangen ihnen unleugbar heute noch vielfach an und am deutlichsten zu erkennen in jenen Ländern wo niriit in Deutschland heute die katholische Krrche den Awckh.' an den Staat gesunden hat. Tie katholische Kirche T ja den Staat Nicht als solchen anerkennen, er aremt rhre Befugnisse ein, die sie als emen Staat im erscheinen lassen. Es hängt also in vielen katholischen^ dern ein gut Teil der vorhandenen Rückst im dm l c i> führenden Schule damit zusammen, daß oas &bu?f schule ausschließlich e.ner geistlichen Korporation überiaiiL wurde die nn 16. Jahrhundert zwar große Ersilae m, wissenschaftlichem Gebiete erzielte, aber in den Jahrhunderten mehr und mehr die Wissenschaft setzte und ein Weiterschreiten für Überflussca hielt ®lE Jesuitenorden sind nicht mehr die Wahrbeis such er, sie schalten sich selbst aus der fortschrütti^w Bewegung aus, als sie die wissenschaftliche porschuna n. abgeschlossen hinstellten. (Lebh. Beifall.) 8
(Schluß folgt.)
Es erfolgte nun die Annahme der von Prof. Hartmann-Leipzig und Prof. Kv lisch-Stettin schon in der Vertrauensmänner-Versammlung eingehend begründeten Satzungen des Verbandes, worin die Förderung des höheren Schulwesens und der gemeinsamen Angelegenheiten des höheren Lehrerstandes als die Aufgaben des Verbandes bezeichnet werden. Zum Vorortsverein wurde Sachsen- Weimar-Eisenach bestimmt. Die nächste Tagung soll Ostern 1906 in Eisenach statt finden.
Hierauf nahm unter allgemeiner Spannung, mit stürmischem Beifall begrüßt, Prof. Dr. Pauls en-Berlin das Wort zu seinem Vorträge:
Das Wesen der deutschen Gelehrtenschule ist durch das Verhältnis der Schule zum Staat einerseits und durch das Verhältnis zur Wissenschaft anderseits bestimmt. Der moderne Staat, die moderne höhere Schule und das moderne Geistesleben sind miteinander entstanden in jenem bewegten Revolutionsjahrhundert, in der sich die Kulturi vom Mittelalter ablöste und eine neue Kulturepoche der Menschheit sich ankündigte. Mas dann speziell das Verhältnis der deutschen Schule zum Staat anlangt, so ist )as Geburtsjahr dieses Bundes das Jahr 1543. In diesem Jahre wurden die drei noch heute blühenden Fürsten- chulen Meißen, Grimma und Schulpforta gegründet. Sie bilden den Ausgangspunkt des modernen Staatsschulwesens. Es war ein bedeutsamer Tag für das deutsche Kulturleben, den deutschen Staat und für die deutsche Schule, als der Kurfürst Moritz die Gründunasurkünde dieser drei Anstalten vollzog. Es bedeutete dieser Tag, daß der deutsche Staat, der moderne protestantische Staat, in einem Wesen nach wenigstens protestantischer Staat (Bewegung) fortan ein Kulturstaat sein wollte, daß )ieser Staat sich selbst auf die geistigen Kräfte der modernen Kulturentwictlung stützen und die Bestrebungen der Wissen- chast in den Kreis feiner Pflege ziehen wollte. Der mittelalterliche Staat war nicht ein Kulturstaat in diesem Sinne. Er beschränkte sich auf die Aufrechterhaltung des Friedens, die Kulturaufgaben überließ er der Kirche, insbesondere auch das Gebiet der Erziehung. Der moderne Staat hat als Erbe der Kirche auf protestantischem Gebiet diese Aufgabe übernommen, und er bekannte sich damit zu einer neuen und größeren Aufgabe. Und — man kann sagen — mit erstaunlichem Erfolg hat der Staat seine Aufgabe er- üllt. Die Kultur des deutschen Volkes ist in »er Hauptsache durch die Schule gefördert worden, und wenn Deutschland heute auf dem Gebiete des Unterrichtswefens den ersten Platz einnimml, so ist fein , weiset darüber, daß die Schule de» Surat seine hervorragende Stellung erobert hat. (Lebh. Beifall.) Um die Bedeutung dieser Tatsarye voll würdigen zu können, muß man ich vecgegenkvLrtigen, wie anders der Gang der Dinge im katholischen Territorium war. Hier war es nicht der
werden soll.
Mainz, 10. April. Die Bibliothek der ehemals Mainzer Universität, die im Jahre 1805 von *■ französischen Regierung der Stadt Mainz als Eigentum u-- wiesen wurde, zählt heute etwa 200,000 Bände, im dr von rund 950,000 Mark. 40,000 Bände sind >m «J* gangenen Jahre benutzt worden, eine an sich und tm ‘ gleiche zu anderen ähnlichen Bibliotheken sehr große Ö • Besonders reger Benutzung erfreuten sich die seit dem yi 1899 vom Kaiserlichen Patentamte m der S^dtbl als amtlicher Stelle aufgelegten Patentschriften. — trat hier die von der hiesigen Handelskammer em e Versammlung zur Stellungnahme gegen die gep S ch i f f a h r t S a b g a b e n auf den Flüssen zusammen, treten waren etwa 20 Handelskammern, ferner J . und SchiffahrtSoereine auS Mannheim, Ruhrort, p )i; Frankfurt a. M. Den Vorsitz führte der Prap Mainzer Handelskammer, Geh. Kommerzienrat 1 w ■. ... Versammlung trat zunächst in eine ausführliche >p ^ der drohenden Gefahren ein, welche die ©«W 9 nach sich ziehen müßten. Es wurde beson er z, wiesen, daß man jetzt die SchiffahrtS - als Entschädigung für vor Jahren gele^eten _ fr, in Anspruch nehmen wolle. Nach längeren e 9 ' . tv öderungen wurde folgende Resolution zum g[uf, hoben: Die Versammlung bettachtet eS nicht flnberm gäbe, zu der Frage der LchlffahrtSabgaben • ! ^(,n Strömen als dem Rhein Stellung zu nehmen, s» Jie aber erachtet sie folgende Gesichtspunkte als g 9 Erhebung von Abgaben auf dem Rhem, -ro
auf bie La.,ach° Befahrung gtiUM
Hrfter deutscher Köerleyrertag.
R. B. D a r m st a d t, 9. April.
Der im Anschluß an die 19. Hauptversammlung des hessischen Oberlehrervereins heute hier abgehaltene erste Verbandstag der Vereine akademisch gebildeter Lehrer Deutschlands war so zahlreich besucht, daß der Kaisersaal die Teilnehmer nicht alle zu fassen vermochte und eine Anzahl noch in dem daneben befindlichen Fürstensaal Platz nehmen mußte. Es waren über 500 Vertreter der Vereine aus ganz Deutschland zugegen, von den Gymnasialvereinen, den preußischen Oberlehrerverbänden, den Philologenver- Länden Ost- und Westpreußens, Thüringens, und auch aus sämtlichen Bundesstaaten, namentlich Sachsen, Bayern, Württemberg, Baden, den Reichslanden u. a. waren Delegierte zugegen. Als Vertreter Hessens wohnten Staats- minifter Dr. Rothe, Ministerialrat Dr. Eisenhuth und die Oberschulräte Nodnagel und Scheuermann, als Vertreter der Residenzstadt Bürgermeister Dr. G l ä s s i n g und als Vertreter der Technischen Hochschule der Prorektor Geh. Baurat Prof. Dr. Pfarr der Tagung bei. Schon von früh 9 Uhr ab hatte eine Vertrauensmannerversamm- lung zur Beratung her Satzungen für den neuen Verband getagt und eine volle Verständigung in allen grundsätzlichen Fragen erzielt.
Der Vorsitzende des ersten VerbandstageS, Herr Pros. Block-Gießen, eröffnete die Versammlung um 1/212 Uhr mit einer längeren Begrüßungsansprache, und konstatterte zunächst mit größter Fnnde uno unter lebhafter Zustimmung, daß die Einigungsbesttebungen der deutschen Oberlehrer vor wenigen Minuten definitiv zum Abschluß gekommen seien und zu einem vollen Erfoig geführt hätten: die Vertreter aus allen deutschen Staaten hätten einmütig ihre Zustimmung zur Begründung de- neuen Verbandes gegeben. Diese Bereinigung — so führte der Redner weiter aus, — fei nicht aus kleinlichen Gründen oder einseitiger Jnteressenvertreter entstanden, sondern im Bewußtsein der hohen Bedeutung unseres Amtes. Wir wünschen Fühlung mit den Behörden, den Wissenschaften und den gebildeten Teilen des Volkes und wir haben alle diese Kreise zur Teilnahme aufgerufen, um das Verständnis für den Pulsschlag unseres Standes zu fördern und wir wollen mit allen Kräften daran arbeiten, das, was die Wissenschaft gefunden hat, auf dem schnellsten Wege der Schule und damit der Allgemeinheit nutzbar zu machen. (Lebhafter Beifall.) Der deutsche Ooer- lehrer kann nicht mehr wcuabgeschU-sjen in keiner Stud.er- stube ftotien, denn das Lehramt ist mehr und mehr in den Mittelpunkt des mobernen Lebens g.rückt, und stellt uns Eei dem mit Reckt so gepriesenen Verantwortliäi-eits- -gefühl des deutschen Beamten im ner mehr vor neue, größere Aufgaben Dazu ijt eine ,r gung aller Ä;äfrcl
Teil tragen ja hierzu schon unsere Ferienkurse bei, aber es ist notwendig, daß das Verständnis für die Schule auch besonders in den Kreisen der Eltern unserer Schüler gefördert wird. Die Eltern müssen mehr Einblick in den Stand der Arbeiten und der vielen Schwierigkeiten unseres Berufs gewinnen, damit die mannigfachen Vorurteile schwinden und sich eine Art Interessengemeinschaft zwischen Schule und Elternhaus ergibt, die für beide Telle nur von Segen sein kann. Als Lehrer können und wollen wir ja doch nur Freunde und Förderer der Kinder sein, und sie mll alledem ausstatten, was sie für ihre spätere selbständige Führung im Leben befähigt. (Lebhafter Beifall.) Zum Schluß bemerkte der Redner, die Deutschen seien jetzt nicht mehr allein das Volk der Dichter und Denker, sondern wir ständen jetzt nach dem Wort des Grafen Bülow als „Deutschland in der Welt voran", mitten im großen Weltverkehr. Ter Verband solle auch auf die Hebung des Standesbewußtseins bedacht sein, aber nicht etwa in einer Art Kampfesstimmung gegen andere Stände, namentlich nicht gegen die Volksschullehrer oder andere deutsche Lehrer- verbände. Auch die Volksschullehrer verfolgten das Ziel, an der Erziehung des Volkes zu arbeiten, und wenn jemand von uns gering darüber denken wollte, so würde er sich damit nur selbst herab setzen. (Lebhafter Beifall.) Aber der Unterschied zwischen den Aufgaben beider Kreise sei doch so bedeutend, daß ein besonderer Verband der Oberlehrer als eine Notwendigkeit erscheine. Er, Redner, sei auf dem vorjährigen Kongreß in Halle in Bezug auf die Volksschullehrer völlig mißverstanden worden; er brauche davon nichts zurülHunehmen, aber er betone ausdrücklich, daß die Oberlehrer den Bestrebungen ber Voltsschullehrer hinsichtlich einer Besserung ihrer materiellen unb sozialen Lage sehr sympathisch gegenüberständen und niemals gegen ein Vorgehen auftreten würden, das auf eine Besserstellung der Zustände im Volksschulwesen gerichtet sei. (Lebhafter Beifall.)
Staatsminister Dr. Rothe sprach daraus in herzlichen Worten seinen Dank aus für die ehrenvolle Einladung. Er fei ja in seiner amtlichen Stellung aufs engste mit den Besttebungen der Oberlehrer vertraut; er kenne die schwere Verantwortung ihres Berufs und sei sich auch der Verpflichtung wohl bewußt, welche aus dieser Verantwortung sich auch für die ihnen vorgesetzten Regierungen ergäben. Ten jetzigen Verhandlungen bringe die Großh. Regierung das vollste Interesse entgegen, und sie wünsche dem neuen Verbände eine recht fruchtbringende Wirksamkeit. Er seinerseits stehe auf dem Standpunkt, daß eine Regierung nur bann ihre Ausgabe richtig ersaßt, wenn sie stetig mit den verschiedenen Berufskreifen in enger Verbindung bleibe. Daher habe auch die hessische Regierung ben Bestrebungen der Oberlehrer stets ihre ganze Aufmerksamkeit gewidmet rnd wie die hessische, so hoffe er, daß auch die übrigen deutschen Regierungen diese Bestrebungen unterstützen werden, umsomehr, als ja der neue Verband bestrebt sein will, auch die idealen Dinge, Belehrung und Bildung zu fördern. Mögen diese ernsten Bestrebungen von bestem Erfolg gekrönt fein und in erster Linie der den Lehrern anver- ttauten Juaend zum Segen gereichen. In diesem Sinne bringe er der Versammlung seinen herzlichsten Willkommensgruß dar!
Bürgermeister Dr. Glas sing überbrachte im Auftrag des durch Unwohlsein verhinderten Oberbürgermeisters namens der Stadtverwaltung Pie besten Glückwünsche bar und Geh. Baurat Prof. Dr. Pfarr rief als Prorektor der Technischen Hochschule dem neuen Verband ein herzliches Willkommen zu. Direktor Dr. G a st e r - Antwerpen überbrachte die besten Münsche der deutschen Schulen im Aus- ande, die in ihrer schweren Aufgabe doch treu zur ange- lammten deutschen Heimat hielten. Sie seien jetzt nur als Gäste hier vertreten, hofften aber später als Mitglieder kommen zu können. Die Deutschen im Auslande fühllen ich eins mit den idealen und nationalen Bestrebungen der deutschen Kollegen und gerade sie im Auslande hätten erkannt, wie tief sie am nationalen deutschen Wesen hingen. (Lebhafter Beifall.)
Notitische Tagesschau.
Die Ministerbegegnung in Abbazia.
Das italienische Kriegsschiff „Dogali" mit dem Minister Tittoni traf in der Nacht von Freitag auf Samstag vor Abbazia ein. Bald darauf wurden der italienische .Botschafter am Wiener Hofe, Herzog von Avarna und der Sekretär Ttttonis, Graf Albertt, an Bord übergesetzt. Sie hielten eine einstündige Konferenz ab, worauf Tittoni pen Legationsrat Baron Gagern empfing, der ihn namens ches östt.-ung. Ministers Grafen Goluchowski begrüßte. Um zehn Uhr vormittags begab sich Tittoni nach ber Billa Flora, wo bie Zusammenkunft mit Goluchowski stattfand. Die Konferenz währte iy> Stunden, woran' Ttttoni an Bord des Kriegsschiffes „Dogali" zurückkehrte und dort nachmlltags den Gegenbesuch des Grafen Goluchowski und den Besuch des Statthalters Grasen Goeß empfing. Mit Goluchowski konferierte Tittoni am Bord eine halbe Stunde. Abends gab Goluchowski zu Ehren Tittonis ein Diner zu zwölf Gedecken. Später besuchten die beiden Minister eine Soiree im Adriallub.
Metier die Ergebnisse ber Entrevue wirb allseitig strengstes Stillschweigen beobachtet, boch verlautet, daß die gesamten, Albanien betreffenben Fragen zur Erörterung kamen, binbenbe Beschlüsse jedoch nicht erzielt wurden. Dem Vernehmen nach wurde auch das wirtschaftliche Bündnis zwischen Italien und der östr.-ung. Monarchie besprochen, worüber aber ebenfalls noch nichts bekannt geworden ist
Wie die Mener „N. Fr. Presse" erfährt, wünscht Tittoni öetteffs Mazedoniens das Status quo auf dem Balkan, er wolle das Konzert der Signatarmächte des Berliner Verttages auftechterhalten, und darum unterstütze er in aller Aufrichtigkeit alle Besttebungen, die darauf gehen, die Reformen zur Durchführung gelangen zu lassen. Von der römischen Presse kommentiert bisher nur das „Giornale d'Jtalia" die Ministerzusammenkunft. Das Blatt hofft, dieselbe werde gewisfe Mßverständnisse beseitigen, die zwar nicht die Beziehungen beider Länder stören, aber doch bie Herzlichkeit ber gegenseitigen Freundschaft beeinträchtigen könnten.
Ein Interviewer berichtet, er habe von Persönlichkeiten aus ber Umgebung Goluchowskis bie Mitteilung erhalten, daß bei ber Konferenz keine besondere Vereinbarung getroffen wurde. Alles habe sich darauf beschränkt, das Einvernehmen zwischen den beiden Mächten nach außen kund zu geben.
einem Hoch auf den Kaiser, den Prinzregenten unb seinen und ein reger Gedankenaustausch durchaus von nölen. Zum Protektor, den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern, und 1------ y' -------
mit DankeSworten an die Stadt Nürnberg geschloffen. — Der Kaiser sandte auf ein an ihn gesandtes Huldigungstelegramm folgende Drahtantwort: ,Se. Majestät der König und Kaiser laffen dem ersten internationalen Kongreß für Schulhygiene für seinen freundlichen HuldigungSgruß bestens danken und den Beratungen segensreichen Erfolg wünschen.
v. ßucanuS."


