Freitag 11. Mürz 1804
1S4. Jahrgang
Crfted Blatt
Deutsche Presse" den Namen „Freie resse" (Freisinnige Zeitung) annehme^
Deutsche Pre
werde.
— Tie „Freis. Zeitun g" teilt mit, daß sie bei lieber- gang des Zeitungsverlages auf die neu gegründete Ber> lagsanstalt „T
Lütjenburg, 10. März. Kürz vor Vntreffen des Sonderzuges mit der Leiche Waldersees stellten sich eine Kompagnie des Infanterieregiments „Herzog von Holstein" Nr. 85 und die dritte Batterie des Feldartillerieregiments Nr. 9 unter dem Avmmando des Hauptmanns ScnhS, der sieben Jahre Adjutant des Grafen Waldersee war, und unter ihm den Lhinaseldzug mitmachte, auf dem Bahnhof auf. Gegen 1 Uhr traf der Zug auf dem Bahnhofe ein. Tie Prinzen August Wilhelm und Oskar begrüßten bU Gräfin, worauf ach! Kanoniere den eisernen, reich mit Blumen geschmückten Darg, auf dem Helm und Sabel des Generalfeldmarfchalls lagen, auf den sechsspännigen Leichenwagen hoben.
Dresden, 10. März. Die zweite Kammer überwies nach Lüendsi düng den Gemeinde st euer-Ent-
— Ter Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitz- ung den Ausschnßberichten über Aenderung der Tarifsätze und über die Vorlage betr. die Zolldurchsuhr- gepäckmarken zu.
— Tie Novelle zum Wahlgesetz des preuß. Abgeordnetenhauses, die auch eine bescheidene Vermehrung der Zahl der Abgeordneten zu Gunsten großer städtischer Kreise bringen soll, soll dem Vernehmen nach! noch in dieser Session eingebracht werden. Diese würde also, wenn eine Verfassungsänderung mit der Novelle verbunden ist, sich bis in den Hochsommer erstrecken müssen. — Tie Versuche einer Ver st ä n d i g un g der Fr eis innigen mit den Nationalliberalen über die Aenderung des Wahlgesetzes sind endgiltig gescheitert.
täfel waren geladen der Kronprinz, sowie die Minister^ Frhr. v. Hammerstein, Budde und v. Einem. Heute besuchte der Kaiser das Denkmal der Königin Luise im Tiergarten, hatte eine Besprechung mit dem Reichskanzler in dessen Palais und empfing den Polizeipräsidenten von Frankfurt am Main und den Kriegsminister v. Einem.
't en tum ernenn*
Der Krieg zwischen Japan und Nußland.
Wladiwostok.
Vom Admiral Kamimura, dem Ehef des zweiten japanischen Geschwaders, ist nach Reuter folgender Bericht über ben Angriff auf Wladiwostok eingegangen: „Vie vorher ungeordnet war, kam das Geschwader an der östlichen Einfahrt von Wladiwostok am Morgen des 6. März an Es mußte die noch mit Eis bedeckte See passieren, -feindliche Schiffe wurden im äußeren Hafen nickt gesehen. Ti--? japanischen Schiffe näherten sich den Batterien an der Ao-rdoslküste von einem Punkte außerhalb des Schußbereichs der Batterien auf dem Balzanvorgebirge und in der Bos- vorusstraße. Nachdem wir den inneren Hafen von 1 ilhr 50 Min. an ungefähr 40 Minuten lang bestossen hatten, zog sich das japanische Geschwader zurück.
bin der Ansicht, daß die Beschießung bedeuten- b (n Schaden anrichtete. Man sah Soldaten an Land, aber die russischen Batterien erwiderten das Fluer nicht. Um 5 Uhr nachmittags wurde schwarzer Rvuch in der östlickM Einfahrt bemerkt. Wir glaubten, er rühre von feindlichen Schiffen her. Aber der Rauch wnschwaüd allmählich wieder. Am Morgen des 7. März untternahm das japanische Geschwader eine Rekognoszier- unggsfahrt in die Amerikabai und Strelokbai, aber es wurde nichts Ungewöhnliches bemerkt. Die Schiffe näherten sich um Mittag wieder der östlichen Einfahrt von Wladiwostok, aber weder wurden feindliche Schiffe gesehen, noch schossen btt Batterien. DaS Geschwader ging dann nach der Possiet- bat, aber, da auch dort nichts vom F^ind zu sehen war, zog es sich wieder zurück.
Nach Privatmeldungen aus Gensan bombardiertem die Japaner seit dem 6. März dreimal Wladiwostok. Die japanischen Granaten setzten einen Stabt* t eii I in Brand.
Ter stellvertretende Stabschef der Festung Wladiwostok telegraphiert, die Neutermeldung, daß zwischen dem Madiwostoker Kreuzergeschwader und dem j a - pa nischen Geschwader eine Seeschlacht stattgefun- oen habe, beruhe auf reiner Erfindung.
Port Arthur.
Aus Petersburg wird von Reuter gemeldet, daß nach einer Depesche aus Port Arthur vom 10. d. M. die sopa- nische Flotte vergangene Nacht 12 Uhr vor dem Hasen er- fdpenen sei und mit Unterbrechungen bis 8 Uhr morgenS auch diese Festung beschossen hat.
Nack einer in Port Arthur ein gegangenen Mitteilung des „Courier de Tientsin" wurden vei dem Nacht- aufirisf der japanischen Flotte auf Port Arthur am 2 4. Februar fünf Brander und mehrere Torpedo- ijöoote in den Grund gebohrt.
Im Nanon von Port Arthur ist, offiziöser russischer Meldung zufolge, die Lage unverändert. Der Adjutant des drv'ß fürsten Alexis und 'Leiter des Luftschifsparkes Oberst Mller ist mit einer Anzahl von Meistern aus der Obuchpw- ilhen Stahlgießerei in Port Arthur eingetroffen.
Weiteres vom Kriegsschauplätze.
Russische und japanische Jäger zu Pferde hatten nördlich- von P h o en g j an g ein Gefecht. Die Russen zogen jjch nach kurzem Kampfe zurück.
Von Augenzeugen sind in Niutschswang bestimmte Bekundungen eingegangen, daß am 2. Mürz in Foengh- toangtscheng und Umgegend alles ruhig und nichts ton einer Annäherung der Japaner bekannt war. Die ümgften Meldungen über das Erscheinen japanischer Gruppen auf dem Westufer des Jalu werden für fast unglaublich erachtet. Die Zusammenziehung der russigen Truppen in her Gegend der russischen Operations- taf is legt der chinesischen Bevölkerung die schwersten Lasten ouf, namentlich in Liaojang, wo alle Gebäude beschlagnahmt jind. Auf allen Eisenbahnstationen von einiger Bedeutung tigern Truppen in Zelten. -
Aus Wei-hai-wei wird depeschiert, zuverlässigen Beichten zufolge habe bei H aiju m Korea ein Zusammenstoß zwischen den feindlichen Truppen stattgefunden, ter mit dem Rückzüge der Russen endete. Der russi- ifK- Vormarsch südlich der Poßjetbai dauert nach einer 2t)|ioer Meldung fort. Aus Soeul wird die Besetzung der Telegraphenstation Ungwon durch die Aussen gemeldet.
Nach einer Meldung aus Soeul wurde der Schwager deis koreanischen Kronprinzen, als er im Begriff Mir, sich in Tschemulpo nach Shanghai einzuschiffen, ver- daitet und im Besitze von Papieren befunden, welche ru ssenfreundliche Beziehungen eines Teiles der l'ospartet ergaben.
Unterwegs.
Giri russisches Transportschisf lief, von Port Said kom- rrib in der Dudabai ein. Die Mannschaft erzählte, sie i Me die Besatzung des russischen Torpedobootes 2?1 an Bord, das unterwegs gesunken sei. DaS russische ^gsschiff „Dimitri Douskoi" lief im Suezkanal ein.
Bei der Station Jurta entgleiste ein in der Richt- ' nach Irkutsk gehender russischer Militärzug. Str- Wagen wurden zertrümmert. Ein Kosak wurde ocäötet, sieben schwer, fünf leicht verwundet. Von der kiaitiou Baikal sollen im Lause der nächs^n Woche W00 Wagons und IGO Lokomotiven auf der Dahn über das des Baikalsees geschafft werden. Der Transport wird mit Pferde?ugkraft bewirkt. Das Material ist für die tranS- tische und die mandschurische Bahn bestimmt.
Nach Ostasien gehen demnächst 1500 Mann und 45 Offt- iier»e ab zur Ablösung der Mannschaften des deutschen ^i^ergeschwaders. Ter Transport verläßt Bremerhaven „ S. Mai aus dem Dampfer „Mam".
Nr. 60
Grldielnt tägNch anbei Sonntag-.
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GlehenerAnzelgerW General-Anzeiger v den peilt und allgein. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen WWZ zeigenteilr HanS Beck.
— Auf der bevorstehenden Seereise des Kaisers nach Neapel werden sich u. a. im Gefolge befinden: General v. Plessen, die Generalleutnants v. Scholl und Graf Hülsen- Häseler, die Generale ä la suite v. Löwenfeld Und Graf Eobenau, Geh. CbcrrcgierungSrat v. Valentini, Geh. Le- gationsrat Klehmet. Wirklicher Legationsrat v. Resen, Leibarzt Tr. Jlberg, Marinemaler Stöwer. Als Gäste nehmen teil: Admiral z. T. v. Hollmann, Vizeadmiral z. D. Men- fing, Zeremonienmeister v. Hessenthal, Oberst a. D. von Crisoh, Hofmarschall a. T. Frhr. v. Reischach, Generalleutnant Frhr. v. Egloffstein, Graf Max Pückler, Gesandter z. T. v. Redern und Oberjägermeister Frhr. v. Heintze.
— Ter GroßherzogvonOldenburg ist in Ne w- P o r k eingetroffen. Zu dem Verzicht des Zaren auf die Erb folgerechte in Oldenburg schreibt die „Kreuz- Zeitung": Die direkte Nachfolge steht bekanntlich zurzeit auf zwei Augen— derErbprinzNikolaus ist 7 Jahre alt— und der Großherzog soll seit einiger Zeit leidend fein. So bestand die entfernte Möglichkeit, daß einst die Thronfolge auf den in Rußland lebenden, der orthodoxen Kirche angehörenden Herzog Merander oder seinen Sohn, den mit dem Kaiser von Rußland durch seine Ehe mit der Großfürstin Olga Alexandrowna verschwägerten Herzog Peter oder dessen zu erwartende Nachkommen übergehen könnte. Von verschiedenen Seiten wurde damals verlangt, daß diese Nachfolge durch ein Reichsgesetz ausgeschlossen wurde. Obwohl mit dem Entschluß des Zaren die etwa später einmal praktisch werdende Thronfolgefrage noch nicht geregelt ist, — Ansprüche auf einen deutschen Thron, so meint die „Kreuzztg.", lassen sich nicht girieren wie ein Wechsel oder zedieren wie eine Geldforderung —, so sei doch die das deutsche Nationalaefübl schwer bedrückende Möglichkeit, daß ein russischer Prinz deutscher Bundesfürst werden könnte, nunmehr behoben.
— Von einer eigentümlichen Titelaffäre wird aus Greiz geschrieben: Hier trat am 1. Dezember 1903 in der Leitung der Fürstl. Kammer insofern ein Wechsel ein, als der Vortragende Rat im Ministerium für Neuß j. L., Tr. O e h r l, als Direktor in die Fürstl. Kammer für Reuß ä. L. berufen wurde. Tr. Oehrl, ein junger Mann, wurde hier mit großen Sympathien empfangen und erwarb sich in kürzester Zeit das Vertrauen seiner Beamten. Da man hier in Greiz sich bereits an die Verhältnisse zu gewöhnen beginnt, die der Tod Heinrich XXIV. einst bringen wird, so glaubte man in Tr. Oehrl den kommenden Mann für das „geeinte" Neußenlcmd zu erblicken. Diese Voraussetzung hat jedoch eine arae Erschütterung erfahren, durch einen' Vorfall, der in Greiz und dem ganzen x “ berechtigtes Befremden hervorruft. Als Tr. Oehp ung zum Kammerdirektor bekannt gegeben wurde, veröffentlichte das Amtsblatt zugleich die Verleihung deA Titels Geh. Oberkabinettsrat an Tr. Oehrl. Jetzt bekommt Die Titelgeschichte ein anderes Gesicht. Ter „neue" Titel ist gar nicht verliehen worden und Tr. Oehrl hatte kein Flecht, sich so nennen zu lassen. Me die amtliche Bekanntmachung möglich war, ist ein Rätsel, das höchstens damit zu lösen ist, daß man annimmt, Tr. Oehrl habe Aussichten auf den obigen Titel gehabt und in zu- versichtlick)er Hoffnung die Sache pränumerando bekannt machen lassen. Inzwischen ist aber der Himmel wieder trübe geworden. Ter Enttäuschte hat der „älteren Reußen- residenz" vorläufig den Mcken gekehrt und erledigt seine Greizer Amtsgeschafte von Gera aus. Tie vor kurzem erfolgte Ernennung des Landgerichtsrats Freiherr von Cornberg zum Oberkammerrat, dürste mit dieser Titelsache wohl in Zusammenhang zu bringen fein.
England und Rußland
DaS Reutersche Bureau meldet aus Paris, daß nach einer Mitteilung aus hohen Kreisen kein Grund für die Vermutung bestehe, daß der russische Botschafter in London Gras Benckendorff dem Kaiser von Rußland einen eigenhändigen Brief König Eduards überbracht habe. König Eduard habe, als er vernommen, daß Graf Benckendorff im Begriffe stände, London zu verlassen, um von seinem nach Ostasten gehenden Dohne Abschied zu nehmen, Gelegenheit genommen, mit Benckendorff die beide Nationen angehenden Angelegenheiten zu besprechien und ihn zu ersuchen, dem Kaiser in herzlichen Worten die Hoffnung auszudrücken, daß der Ton der Presse beider Länder weniger scharf werden möge, sowie zu erklären, es wäre der feste Entschluß Englands, int Kriege strenge Ne utralität zu beobachten. Graf Benckendorff habe pflichtgemäß dem Kaiser von der Unterredung mit König Eduard berichtet und nach seiner Rückkehr nach London dem König die Antwort des Kaisers übermittelt
Wie du mir ... .
Wenn die Kanonen sprechen, schweigen die Diplomaten. Gleichwohl wird der Name des Grafen Lamsdorff jetzt mehr genannt, wie in friedlichen Zeitläufen. Seine Stellung a ls russisckner Minister des Aeußern gilt als ernstlich erschüttert. Das ist nicht die Meinung phantasiebegabter Journalisten, sondern der Herren vom Pariser Auswärtigen Amt. So meldet wenigstens die auf dem Gebiete der hohen Politik gut unterrichtete „Kreuzztg.". Mo wird es wohl seine Nichtigkeit haben, und schließlich ist ja auch Graf Lamsdorff, der als politischer „Frühaufsteyer" galt, in erster Linie verantwortlich zu machen, wenn der Angriff Japans dem Zarenreich so überraschend kam. Wird Graf Lamsdorff in der Tat „abgesägt", bann ist bet letzte, der ihm eine Träne nachte int, sicherlich Minister Deleassä. ES mußte diesen ja auch tief kränken, als er im vorigen Jahre wegen seines Verhaltens in der Balkanpolitik vom Grafen Lamsdorff in Paris selbst und sozusagen vor der gesamten politischen Welt „geschulmeistert" wurde. Jetzt ist DelcassS in der Lage, seinen Kollegen von der Newa in die Rolle des „blamierten Europäers" zu versetzen. Me du mir, so ich b it.
UMische Tagiyschmi.
Die Studentenkrawalle in Oesterreich.
Am Donnerstag versammelten sich die tschechischen Studenten Wiens demonstrativ unter Demonstrationen in der Universität. Auf Ersuchen des Rektors verließen daraufhin die deutschen Studenten die Aula. Als die Tschechen ihnen Droh rufe nachschickten und ein Hetzlied sangen, kehrten die Dentscken um und verjagten die Tsckechen aus der Universität. Ein deutscher Stuoent wurde blutig geschlagen. Vier ^Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Vorlesungen wurden im Hinblick auf den nahen Semesterschluß sofort eingestellt und die Promotionen abgesagt.
In Prag begann am Donnerstag vormittag eine große Promenade der tschechischen und deutschen Studenten am Graben, deren Zahl am Nachmittag immer mehr zunahm. Gegen 7 Uhr abends zogen sich die Teilnehmer zurück. Hieraus wurde der Graben durch die Sicherheitswache abgesperrt. Die demonstrierende Volksmenge sammelte sich nun auf dem Wenzelsplatze und wuchs immer stärker an. Der Polizei gelang es bald, den Zuzug abzudrängen; ein Teil gelangte jedoch in die Nähe des „Grand Restaurant und bemächtigte sich bei den dortigen Neubauten Ziegelsteine und Tonstücke, die man als Wurfgeschosse benutzte. Tie Sicherheitswache vertrieb darauf die Demonstranten. Ta inzwischen die Menge auf dem Wenzelsplatz noch stärker anwuchs, wurde nach 8 Uhr Militär requiriert: je ein Bataillon Pioniere und Infanterie und eine halbe Eskadron Kavallerie säuberte den Graben und den Wenzelspletz und sperrten beide, während die Sicherheitswache die Demonstranten zerstreute. Eine Kimdmackung des Poli^idirektors kündigt entschiedene Maßnahmen gegen die Störer der öffentlichen Ruhe an und empfiehlt den Bürgern, das Dienstpersonal des abends über äu Hause zu behalten.
Eine Konferenz sämtlicher tschechischer Abgeordneten ohne Parteiunterschied beschloß, einen Aufruf an die Prager tschechische Bevölkerung zu erlassen, für die Wiederkehr der Ruhe und Ordnung zu wirken. Die Temonstration werde der Regierung willkommene Gelegenheit bieten, alle Schuld den Trägern der tschechischen Parteibewegung zuzusck)ieben. Die Konferenz ersuchte den ersten Bürgermeister Prags telegraphisch, den Aufruf zur Kenntnis der Prager Bevölkerung zu bringen.
Im Abgeordnetenhause hatte am Mittwoch der ?lbg. I r o gerufen, „Nehmen Sie die Peitsche für d i e Tschechen, denn sie sind Verbrecher!" Deswegen war der Mißbilligungsausschuß ein berufen worden, dess-n Referent, Hofrat Ploj den Antrag, keine Mißbilligung gegen Jro auszusprechen, da er den Ruf „Die Tschechen sind Verbrecher" leugne. In der Debatte über diesen Antrag kommt es zu den stürmischsten Szenen, die an die ärgsten Obstruktionszeiten erinnern. Der Generalredner Stransky erklärt auf daS bestimmte^te, Jro habe schon mehreremale fein Ehrenwort gebrochen. Mit dem Rufe: „Frecher, nied erträckt l a e r Jud!" stürzt sichJro auf Stransky, hebt d'e Hand zum Schlage, wird aber gewaltsam von den Deutsck'u lurückgehalten. Es kommt zu u nb e s ckr e i b li röen ~ n e f f g ke l szen e«.
Deutsches Deich.
Berlin, 10. März. Ter Kaiser empfing gestern nackmittaa den Architekten Bodo Eb Hardt. Zur Abend-


