Ausgabe 
11.2.1904 Zweites Blatt
 
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Telephonäscher Kursbericht.

. 26.10

8u/0 Mexikaner

mit Reckt: .Sitzt denn die Reichsregierung out einem ^loner- fchemel, daß sie dem Wetterzeichen aus dem fernen Osten so wenig, Bedeutung beimaß nnd die Friedensbeteuerungen Rußlands, Mit,

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Tendenz: fest.

SchrifterNärnng.

Sabbatbausgang 6.25 Uhr. _____

Israelitische Religionsgemeinde.

Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage.

Samstag, den 13. Februar 1904.

Vorabend: 5L0 Uhr. Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 3.30 Uhr. ____

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Hottesdmrll der israelitischen Veliyionsgesellschast.

Sabbathfeier am 1 3. F e b r u a r 1904.

Frettagabend 5.10 Uhr. Samstag Vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittag 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 6.30 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 5.00 Uhr.

Evangelische Gemeinde.

Freitag den 12. Februar, abends 5 7, Uhr im Konfirmanden­saal der Johanneskirche: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde.

Pfarrer Euler.

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sprachen. In seiner Urteilsbegründung sagt der Richter: .Ich habe in dem Veweismaterial keine Spur eines Nachweises gefunden, daß dem Major die Sachlage im Iroguois-Theater bekannt war, oder daß er irgend eine der ihm von dem Gesetz auserlegten Pflichten versäumt hat. Es ist wahr, daß grobe Verletzungen der gewöhnlichsten Sicherheilsmr' regeln im Iroguois-Theater Vor­lagen, aber es ist mir unverständlich, wie der Mayor für die schlimmen Ziistände verantwortlich gemacht werden soll, lediglich, weil er an der Spitze der städtischen Verwaltung steht. Wenn das zulässig wäre, so konnte man einen Gouverneur für einenranb in einem Staats-Irrenhause oder den Präsidenten der Vereinigten Staaten für eine Feuersbrunst in einem Gebäude m West-Point oder Annapolis zur Rechenschaft ziehen/ Mayor Harrison hatte zuerst die verlangte Bürgschaft von 5000 Dollars gestellt; er zog Die Bürgschaft aber bald zurück und ließ fick verhaften, worau sein Anwalt sofort den Antrag auf Hafteiitlasftmg stellte.

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Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 10. Februar 1004.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)

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<wes- u. Schlußkurfe.

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Kunst und Wistenschasl.

Ernst v. W 0 l z 0 g e n , der Schöpfer des Ueberbrettls, ist zum Glück doch auch der fruchtbare Schriftsteller von sonnigem Humor geblieben. Eben bringt er uns wieder eme kleine er­frischende Blüte seines heiteren Talents:Was Onkel Oskar mit seinerSchwiegermutter in A me ri k a pa su erte. (Verlag von F. Fontane & Co. in Berlin.) Wolzogen hat mit seinem aus der .Gloriahofe" bekannten köstlichen Humor »Onkel Oskars amüsante Abenteuer' zu einer Burleske gestaltet, dieledern, der Geschmack an urwüchsiger Komik findet, viel ^reude machen wird. Die gutmütige, drollige, aufschneiderische berliner Type .Onkel Oschen" wird sich viel Freunde erwerben. ^Onkel Oschen ist eine Art moderner D! ü n ch h a u s e n , ein ursideler Kauz, der die abenteuerlichsten Unsinnigkeiten mit bitterernster Miene vor- träqt. Am lustigsten sind seine Erzählung von der Rettungshose am 14. Stock eines New-Yorker Hotels, in die er seine Frau Schwieger­mama steckt, und die Wanderung über den Niagarafall.

Eine Eheirrung im Haufe Maeterlinck? Nach Athener Blättermeldungen, hat F r au M «et er l int, die Lebensgefährtin und Interpretin des Dichters ihren Gatten verlassen. In Konstantinopel trennten sie sich. Er ist nach Italien gefahren, sie nach Griechenland. Drumont der erste Schauspieler der Maeterlink-Triippe begleitete sie. .

München, 16. Febr. Die Münchener Sezession hat den deutschen Künstlerbund eingeladen, im Sommer 1904 die erste Ausstellung im Ausstellungsgebaude der Sezesston m München zu veranstalten. ___

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Tendenz: Fest.

Die Börse und der Krieg. Die Vertrauensseligkeit Regierung, die durch den bekannten Beschwichtigungsartlkel m N'ordd. Allgem. Ztg." ihren Ausdruck ge'unden hat, bildet noch immer das Tagesgespräch nicht nur an der Börse, sondern auch in weiteren Kreisen. Die Börse ist unseres Ermnem^ für einen Krieqszug noch nie so wenig gerüstet gewesen, als diesmall Beim griechisch-türkischen Konflitt, auch beim spanisch-amerikanischen war man weit mehr vorbereitet. Man konnte noch bis Ende vergangener Woche die Weisheit der Beschwichttgungshosräte m dem zitierten Blatt vernehmen, während in Loudon der wahre Sachverhalt, in­folge einer besser informierten Diplomatie, auch m der Presse schon seit einiger Zeit zum Ausdruck kam. DieLerpz. N. Nachr. fragen mit Reckt: »Sitzt denn die Reichsregierung auf einem Jsolier-

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denen eS nur Zeit gewinnen wollte, für bare Mmize nahm? Es muß hoch oben in den Reichsämtern volle Ahnungslosigkeit ge­herrscht haben, sonst hätte man schwerlich am letzten Freitag abend den Vertrag mit dem Preußen-Konsortium wegen Uebernahme von 70 Millionen Mk. 3proz. preuß. Konsols abgeschlossen und zwar zu dem stattlichen Kurse von 91.40. Jetzt hat man die Bescherung; der gegenwärtige Kurs notiert 90.40. Bei dieser Gelegenheit fei icdoch, was die verhältnismäßige Festigkeit der Londoner Börse betrifft, darauf hingewiesen, daß England am wenigsten mit russischen Dienten und Obligationen belastet ist; sie sind seit den 80er Jahren geradezu uerfebmt. Im übrigen Europa sind Milliarden russischer Schuldtitel. In Frankreich 405 Milliarden, in Deutschland lltf, Milliarden, auch in Holland sind bedeutende Summen russischer Werte untergebracht. Die Russenwerte sind denn auch schon recht stark zurückgegangen, imd roenn Rußland das Kriegs, glück noch fernerhin so wenig günstig ist als jetzt zu Anfang des Krieges, dann können für die Ruffenwerte recht kritische Zeiten kommen. Im übrigen wollen wir aber nochmals vor überstürzten Verkäufen warnen. Am Montag und Dienstag konnte man glauben, es fei Deutschland direkt in einen Krieg hineingezogen worden und die Wertpapierbesitzer hätten nichts anders mehr zu tun, als zu retten, was noch zu retten fei. Daß hier eine ganz heillose lieber- treibung vorliegt, wird sich jeder ruhig Denkende sagen muffen. Uebrigens hat sich gestern eine leichte Wendung zum Bestem be­merkbar gemacht. Die Kurse sind trotz eines großen Bremer Fallissements nicht mehr weiter zurückgegangen; tm Gegenteil, sie haben sich von ihrem tiefften Stand um 12 Proz. erhöht.

Bremen, 10. Febr. Tie Bankfirma S. G. Lurmanu u. Sohn hat ihre Zahlung eingestellt. Es handelt sich nm eine alte Patrizierfirma deren Gründung 1787 erfolgte. Inha­ber ist Generalkonsul Friedrich Viktor Lürmann.

Märkte.

Gießen, 11.Febr. Marktbericht. 9Iuf heutigem Wockenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,901.00 Mk., Hühnereier 1 St. 7-8 V'g. 2 Stck. 00-00 Pfg., Gänseeier 00-00 Pfg., Enteneier80 Pfg., Käse pr. Stck. 68 Pf., Käsematte 2 Stck. 56 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,80-1,009)«. Hühner pr. St. 1 301 40 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,70 Mk., Enten pr. Stuck l',702,20 Mk. Ganse pr. Pfd. 0070 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 6878 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Mund 6266 Pfg., Schweine- fleisch pr. Pfund 6676 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 64-76 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6574 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kqr. 5,50-6,00 Mk., Weißkraiit per Stück 57 Psq., per Zentner 1.301.60 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 4,50-5,00 Mk. Milch per Liter 18 Pfg., Aepfel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Korben 0000 Pfg. Nüsse 100 St. 3540Pfg.

Limburg a. d.L., 10. Febmar. Fruchtmarkt. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen 13.84 Mk wewer Weizen 00.00 Mk., Korn 9.87 Mk^ Gerste 8.65 ML, Hafer 6L3 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 00.0 Mk.

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llnicfte Meldungen.

Oriainaldrahtntcldttnflett des Gießener Anzeigers.

R. B. Tarmstadt, 11. Febr. Die Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung zuerst drbattelos in Sachen der Vorstellung einer Anzahl Oberlehrer wegen Re­gelung ihres Besoldungsdienstalters den Antrag des ersten Ausschusses an, mit der Maßgabe, Folge zu, geben, daß die Regierung ersucht wird, im Rahmen der, Bestimmungen des Besoldungsgesetzes bei Bemessung des Ticnstalters die früher außerordentlich große Zahl Provr- syrischer Dienststellen und die dadurch bedingte ungewöhn­lich lange Tauer der Verwendungszeiten in ange­messen e De ck sicht i g u n g zu ziehen. Alsdann gmg die Kammer zur Gtatsberatung über. Abg M 0 l t H an be­sprach den Etat im allgemeinen und brachte verschiedene Wünsche vor, worauf der F in anzminist er in längerer Rede die hockst erfreuliche Entwicklung un­serer Finanzen darlegte. Ter neue Etat wird mm- bestens um 1 Million günst 1 ger sich stellen. Abg. Ulrich verteidigte sich) in schärfsten Ausdrücken gegen die Behauptungen des Frhrn V Heyl rm Reichs­tage, worauf die Abgg. Wolff und Tr. Buff das Ver­halten Ulrichs in schärfster Werse rügten.

Madrid, 10. Febr. In der Kammer erklärte der Minister des Aeußeren, daß Spanien m dem russisch- japanischen Kampfe strikte Neutralität bewahren iücxb c

Newport, 11. Febr. Aus Charbin wird derAsso- ciated Preß" gemeldet: Ter russische Krie g s mrnister Kuropatkin ist in Charbin eingetroffen,um den Oberbefehl über die russischen Landstrertkrafte zu übernehmen. , Tie Japaner haben eine

Brücke der M andschurei-Bahn rn d«te Lust ge­sprengt. 30 Russen wurden dabei getötet

L Nagasaki, 11. Febr. Die Japaner haben dne der chinesischen Ostbahngesellschaft gehbrrgen Dampfer Mukden" undN0nnie" weggenommen und nach Sasebo gebracht.

L T o k i 0, 11. Febr. Aus Nagasaki wrrd gemeldet, daß die Japaner das Transportschiff 'Katerinosla" und den DampferA r g u n", die der chinesischen Ostbahngesellschast gehören, sowie drei Walfischfänger weggenom­men und sämtlich nach Sasebo gebracht hatten. Ter Minister des Innern hat alle Gouverneure angewiesen, die in Japan weilenden Russen zu schützen.

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