Torpebofahrzenge, mit denen die Feindseligkeiten erfolgreich für Japan eröffnet worden find. Die 8er- mc liruiig des Schiffsparks ist ebenso beschleunigt worden, bofj die Heranbilouna der entsprechenden ©emann* ung, lvclligsienö soweit die leitenden Posten in Betracht kommen, nicht durthgehends Scl-ritt gehalten hat. Tie Leistungsfähigkeit der altiben japanischen Schlachislotte ist gleulstvohl erwiesen, erst vor kurzen, noch dur,h große Manöver, denen ein deutscher Marineoffizier beiwohnte. Von Belang ist auch die Mäßigkeit der Japaner im <venuß geistiger tränke, eine Tugend, deren die russischen Seeleute sich weniger rühmen können. Tag auch sie sonst im K r i n g S s ch i f s S d i c n st vor treffliches l e i st e n, ist ihnen von keinem geringeren bezeugt worden, als vo m Kaiser Wilhelm, und ztvar anläßlich der See- manöver im finnischen Meerbusen bei der B^g gnuna des Llaiscrs mit dem Zaren vor Reval. Worte höchsten Lobes hatte Kaiser Wilhelm besonders für die Leistungen der rusft- sehen Marineartillerie, die er als den besten deutschen gleich wertig bezeichnete.
Nusstands und Japan» Flottenmacht in Ostasicn.
Unaufhaltsam dampfen die au anderen Orten nur einigermaßen entbehrlichen Kst gsschisse dilißlands nach Ostasien! auch die im Mittelmeer oesindlicl-en Kreuzer sind zum Teil nach dem fernen Osten dirigiert, ferner ist unterwegs mit dem Ziel „Port Arthur" das Linienschiff r.sliaba, die großen Kreuzer Aurora, Dimitri Donskoi, foivie sechv Hochlseetorpedoboote und vier kleine Torpedoboote, lieber welche maritimen Machtmittel die beiden sich geaenüber stehenden Rationen versügen und loo insbesondere die russi d)icn Flottenstreitkräftc zurzeit bereit liegen, geht aus unserer Karte hervor. Dieselbe ist nach den neuesten Angaben nugefertigt und läßt erkennen, daß sich die beiden Flotten, toenigstens was Linienschiffe belr.sst, einander fast gleichloertig gegenüberstehen. Rußland verfügt in Kriegs bäfen der oflafiatischrn Gewässer über die Linienschiffe Petropawlowsk, Poltawa, Sebaflopol, Pcreswjet, Retwisan, Pobjeda, Zaesareloitsch; die großen Krenzer Askold, Pallada, Diana, Warjag, Lchan; die kleinen Kreuzer Rowil, Sabjala, die Kanonenboote Kremiafclitsclst, Koreh; die Transportschiffe
Jenissei, Armur, Angara und zahlreiche Torpedoboote. Bon diesen Schiffen sind die sieben Linienschiffe in Port Artur stationiert: gleichfalls befinden sich dort fünf große Kreuzer, vier kleine Kreuzer resp. Kanonenboote und 31 Torpedo- fahrzeuge. In Wladiwostok halten sich zurzeit nur drei große Kreuzer und zwei Kanonenboote sowie 10 Torpedo- bootc auf. Seit geraumer Zeit find ständig stationiert je ein Kanonenboot in Tschemulpo, Masampho, an der ostchinesischen Küste in Nimrod-Bai und in Nagasaki. Letzteres ist vermutlich dazu bestimmt, beim Ausbruch der Feindselig- keiteu die diplomalifchen Vertreter sortzubringen. Tie japa- nische Flotte, welche von den im November staltgehabten Manöveru noch im Verbände geblieben ist, verteilt sich auf die verscl-ae denen Kriegshüsen, die auf unserer Karte unterstrichen siicd. Ihr letzter Aufenthaltsort ist indessen nicht bekannt, da die Schiffe zum großen Teil auf Kreuzfahrten im japanischen Meer unterwegs sstid. Ans unserer Karte ist daher von der japanischen Flotte leine Dislozierung wiedergegeben, sondern ihr Be,tano an schwimmendem Material mit Ausnahme der Schulschiffe und ganz veralteten Kanonenboote berüclsichtigt. Wie wir sehen, verfügt Japan über sieben Schlachtschiffe, die zu den besten und mobertiftcn aller Marinen gehören, und welche gleichzeitig auch zu den größten und starrsten Schissen zählen. Die sieben Linien- schiffe führen die Namen Milasa, Afahi, Hatsuje, Schalst schima, Fuji, Jaschima und Tjchlnjuön; letzteres lvurde iin japanisch'-chinejischen Krieg lo'Jt erbrütet. Zn diesen Lcnien schiffen gefeiten sich noch ba- Küflenpanzer Heh Ynen, Juso und Seihuen. Die großen Kreuzer heißen Azuma, Jwate, Jznma Asama, Tokiwa, Jainmo. 2i Heine Kreuzer vervollständigen die eigentliche für den Krieg in Frage lom wende Flotte. Ferner zählt die japanische Marine rund 100 Torpedoboote verschiedenen Thps. Alles in altem dürften uü Japaner, was die Flotte betrifft, gegenüber "Rußland im Vorteil sein, weil sie seit geraumer Zeit im Dienst befindlich nnd eingefahren ift, während die Russen erst nach und nach von der Heimat nach Opasien gekommen ftnb nnd bislang wenig Gelegenheit zu Hebungen im G.schwaderverbandc ge habt haben. Anders dürfte sich die Sachlage aber bei bei Armee gestalten, ba hier bie viussen jedenfalls bedeutend überlegen find.
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Air Invalidenverstcherunft für Kaudwerker.
Man schreibt uns von sehr bemerkenswerter Seite:
In der Äkummer vom 5. Februar Ihres geschaßten Blattes findet sich ein Artikel über: »Die Invalidenversicherung für Handwerker*. Stach Durchsicht des Artikels können wir unv de« Eindrucks nicht verschließen, daß dieser Artikel jedenfalls geschrieben ist von einem Handwerker, der den Bestrebungen der Gewerbevereine vollständig fern steht, denn sonst müßte er doch wissen, daß der Gew erbe verein in Gießen nicht nur (siehe Bericht des Gewerbevereins in gleicher Stummer des Gießener Anzeigers), sondern die große Mehrzahl der Gewerbevereine Deutschlands auf dem Standpunkte stehen, den die Interpellation der Herren Dr. Becker, Heyligenstaedt, Hagemann und Buchsieb vertritt. Wir haben ja bereits im Gieß. Anz. in einem kleinen Artikel auS- geführt, welches unsere Wünsche in dieser Beziehung sind und werden UNS heute nur noch einmal kurz zu den Ausführungen deü betreffenden Handwerkers äußern. Hätte der Handwerker nicht mir die Antwort des Staatssekretärs gelesen, sondern auch die Begründung der Interpellanten, dann hätte er sich zunächst die Mitteilung über die freiwillige Versicherung schenken können, denn diese haben die Interpellanten selbst bei der Begründung vorgetragen. Nur können wir die Ansicht deS Handwerkers insofern nicht teilen, als er meint: ,Diese Abneigung, von jener Versicherung Gebrauch zu machen, beweist nur, daß der Handwerkerstand von dem Gefühl geleitet ist, daß eine solche Versicherung nicht paßt*. Stein, dieser Schluß ist durchaus unrichtig und diesen Schluß hat selbst der Staatssekretär nicht gezogen, da er ebenso wie wir überzeugt ist, daß die Gründe für die geringe Beteiligung an der freiwilligen Versicherung auf ganz anderen Seiten zu suchen sind: teilweise Unkenntnis der Versicherungömöglichkeit, teilweise Unkenntnis der großen Vorteile, die eine solche Versicherung dem Versicherten bietet.
Der Artikelschreiber meint dann weiter, daß der kleine Unternehmer, wenn er Geld ü br ig ha be, daö Ge l d in das eigene Geschäft ftecfcn foll, um damit feine Instrumente und Geräte zu verbessern, ja dem Landwirt rät er sogar, seine A c cf c r damit zu m e l i o r i e r e n I Der Handwerker hätte noch den von den Interpellanten gemachten Vorschlägen bei einer Versicherungsklasse von 20üu Mk. wöchentlich etwa 36 Pfg. zu bezahlen und da müssen wir doch einmal an den Handwerker d>c Frage richten, wie er nut diesem Beitrag Geräte anschaffen und Meliorationen vornehmen null. Im
übrigen aber bietet der geringe Betrag gewiß keinen Grund ziir Erschwerung der Anschaffniig der genannten Geräte.
Darin stimmt der Herr Einsender vollständig mit uns überein, daß der Begriff der Invalidität bei dem Handwerksmeister ein anderer sei alß beim Arbeiter; aber der Herr Einsender hätte auch miß den Ausführungen der Interpellanten ersehen müssen, daß es sich bei der geplanten Versicherung nicht nur um die Invalidenrente handelt, sondern vor allen Dingen and) um die übrigen Vorteile (Uebernahme deß Heilverfahrens, Kranfenrente ic.) in der Herr Einsender offenbar ganz übersieht, die aber schon heute bei der Invalidenversicherung der Arbeiter eine so hervorragende Rolle spielen.
Daß der Handwerker die crforberlidjeii Beiträge selbst anfbringon muß, ist selbstvcrständlidi, aber wir sind doch der Auffassung, daß der Handwerksmeister, der seither gezwungen ivar, die Hälfte der Beiträge für seine Gesellen zu bezahlen, ohne daß er je einen Ruhen davon haben wird, gewiß bereit ist, die doppelten Beträge zu zahlen, wenn eß sich um die Sicherstellung seiner eigenen Zukunft handelt und ihm damit die Sorge teilweise abnimmt. Der Einsender hat sich die Rede des Staatssekretärs sehr genau angesehen und einen Auszug daraus veröffentlicht, ohne in eine Prüfung der Antwort näher einzugehen, denn sonst könnte er nicht die Ausführungen madjen, die er über StaatS- zuschuß-und AuLdehmmg der Versicherung auf die übrigen Berufsstände gemacht hat. Es mürbe den Rahmen dieser Erklärung zu sehr überschreiten, wenn wir darauf des näheren eingehen wollten, mir folgendes sei dazu bemerkt: Der StaatSzuschuß, der von den Interpellanten verlangt wird, sott ebenfalls 50 Mark pro Rente betragen und warum will der Herr Einsender denn auf einen Zuschuß verzichten, den man dem Arbeiter ohne weiteres zubittigt? Daß dazu aber neue Verbrauchssteuern nicht nötig sind, hätte sich der Artikelsdireiber selbst aüöredjnen können, wenn er die Begründung der Interpellanten nadjgelejcn haben würde, die dod) nach- iveift, daß eß sich um ganz geringe Beträge handelt.
Was nun die Ausdehnung der Versicherung auf andere Berufsstände des Mittelstandes an langt, so stehen die Interpellanten allerdings auf dem Boden, daß man dem Mlltel- stand nicht vorenthalten sott, maß man dem Arbeiter längst bewilligt hat und daß die fojialpolilifdjc VersichernngSgesetz- gebung and) aus die wirtschaftlich Sd)wachen des 9)1 i 11 c l ft a n b e ß ausgedehnt werden muß, da dieser Forder- nng entgegen der Auffassung deS Staatssekretärs bereits in
der kaiserlichen Botschaft von 1881 ausgesprochen worden ist, da eS dort nicht heißt, die unselbständigen müßten ge* schützt werden, sondern die wirtschaftlich Schwachen, was ja aud) im Sinne der sozialen Gesetzgebung liegen muß. Wir sind aber auch entgegen der Auffassung de8 Staatssekretärs und des Einsenders der Auffassung, daß wir mit der Bewilligung unserer Forderung nicht in den sozialdemokratischen Zilkunftsstaat hineinsegeln werden, andern daß im Gegenteil unsere Forderungen die wirtschaftliche Lage des HandwerlerS verbessern roeroen und die Erhaltung des Handwerkerstandes wie des gesamten Mittel- standes das beste Bollwerk gegen die Sozialdemokratie darstellt.
Wir werden nnS erlauben, den ganzen ©egenftano im „©emerbcblatt* einer eingehenden Besprechung zu unterziehen, um eine Klärung der Ansichten innerhalb der beteiligten Kreise herbeizuführen. B.
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VarLuMiManjches
Berlin, 10. Febr. Zum Etat des NeichSjustiz» am ts brad)tcn die Fr eisinnigen einen Antrag ein, den Reichskanzler zu ersuchen, behufs einheitlicher Regelung für daS gesamte Reichsgebiet einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch meldjen den wegen politischer Vergehen und Preßvergehen in Uutersuchimg und Strafhaft besind- lidjeii Personen gestattet wird, sich während der Dauer der Haft selbst zu beköstigen und eine Tageszeitung zu halten; ferner sotten solche Personen nur nut Arbeiten beschäftigt werden dürfen, ivcldje ihrem bisherigen Berufe und ihrem Bildiingsltande angeniessen sind.
Berlin, IO. Febr. Im preuß. Ab geordneten ha uS teilte Minister von Podbielski mit, daß in dieser Session ein Gesetzentwurf in der Frage deS Kont raktb ruchs la nd- ivirtschaftlicher Arbeiter und Arbeitgeber vorgelegt werden solle.
— Im preuß. Abgeordnetenhause wurde heute die zweite Beratung des Etats der landivirtschaftlichcn Verwaltung fortgesetzt und der Rest des Ordinariums erledigt.
— Die 11. Kommission des Abgeordnetenhauses nahm den Gesetzentwurf beir. die ländlichen Fortbildungsschulen für Hessen-Nassau an und lehnte den von Eahensly dazu gestellten Antrag auf Einführung des RellgionS- unterridjtß alö obligatorischer Gegenstand ab.
Volilischc Tagesschau.
Die Duelle und die Armee.
Viel bcmcrlt wird ein „Die Duelle und die Armee'* überschriebener, von dein ministeriellen „DreLd. Journal*' übernommener Artikel des konservativen „Vaterland", der, die jüngsten Aufsehen erregenden Offiziersduelle mit rückhaltloser Offenheit behandelnd, u.a. schreibt: „Die obersten Stellen der Heeresverwaltung werden sich nicht damit begnügen, nur in den vorliegenden Fällen in vollster Strenge und unnachsichtlich ihres Amtes zu walten; sie werden aud) Mittel und Wege z.u finden wissen, um dem behaupteten „Verfall der Sitten in der Armee mit allem Nachdruck entgegenzutreten." DeS weiteren versid;ert die zweifellos ofsiziöse Auslassung, wenn in der Presse noch weitere Gerüd)te von Verfehlungen ähnlicher Art Erwähnungen gesunden hätten, auf Grund sicherer Informationen mitteilen zu können, daß auch diesen Gerüd)ten nach, gegangen werde, nur solle man sie nicht in der Oeffentlich- feit kolportieren, ohne daß eine gerade und chrlid)e Persön- lid)keit ihnen auf den Grund ginge und, im Vertrauen auf die Energie der oberen Armceinstanzen, sie an zuständiger Stelle zur Sprad)c bringen, wo man nicht die Absicht habe, zu verschleiern, zu vertuschen und zu befdjönigcn. Ucbrigenä sei in den beiden Fällen v. Hupseld-v. Ompteda und v. Schr oeter-Schubert (letzterer fiel bekanntlich irn Duell bei Chemnitz) von einem Ehebrüche nichts bekannt geworden, es habe nur die Absicht bestanden, eine Ehescheidung zwecks Eingehens einer neuen Ehe herbeizuführen. (Schon die Beerdigung des jugendlichen Leutnants Schubert im Beisein des gesamten OfsizierkorpS und Mitwirkung eines Geistlichen ließ darauf schließen, daß der Gefallene fid) nicht einer ehrenrührigen Handlung schuldig gemacht habe).
Kirche und schule.
— Nack) der „Germania" loirb demnächst in Rom die Mündung einer neuen deutschen Zeitschrift erfolgen, die den Namen „Die unbefleckte Emsängnis" fuhren soll. Das Blatt soll als „offizielles Organ der Auof.ihrungs- l'ommission für die JnbilänmSseierlichkciten zu Ehren der unbefleckten Empfängnis" dienen. Die Leiter des Blattes werden ein vatikamscher Domherr und Prälat und ein jesuitischer Pater sein. Hergestellt wird es in der deutschen Buchdruckerei der Gesellsck-aft des göttlichen Heilandes in Rom Die Zeitschrift wird in zweimonatlichen Heften von 24 Seilen erscheinen und illustriert sein. Ihr Inhalt w.rd sein: Offizielle Mitteilungen, Berichte au.> Rom und ben auswärts, welche auf das Jubiläum bezug haben, maria- nische Erzählungen, über marianifdjie Heiligtümer, Stiftungen zu Ehren der unbefleckten iLnip,' u .ilö uns uhnlich s. Die Zeltschrist wird nur während des Judiläumsfahree. er- scheinell, unb die betreffend.n sechs Numme.n sol.en ip.iier eine Art von Andenken an das Jubiläumschhr bilden.
Frisch elug'etroßen:
la. Metzer Poularden, Preislagen.
Carl Schwaab, Hofdelikatessenhandlung.
Telephon 266. 324 Seltersweg 23.
Zwischen Schule und Kans
_ lauern aus die Kleinen tausend Gefahren. Die schlimmsten
Gefahren aber bietet der Schulweg am frühen Morgen, well K die Kinder sich da am ehesten erkalten und Keime zu ernsten “ Krankheiten legen. Wollen sie als kluge »md vorsorgcnde ti> Mutter Ihre Kleinen davor beivahren, dann geben Sce ihnen O regelmäßig ein paar Lodcncr Miucratpastillc» von „Fay"
mit auf den Weg. Die beugen Erkälttingstrankheiten wirksam *591 vor und leisten brillante Dienste, wenn Erkältungen bereits • emgctvcteit sind. In allen Apotheken, Drogen- und Mincra'
ivafser-HandMngen zu 85 Pfg. per Schachtel zu haben.


