Ausgabe 
10.12.1904 Zweites Blatt
 
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^ufh), 319000 ML y.r? \Mdcgnitg neuer Ewundbücher und 316 700 Mk. im 0>escbäst^bei eiche des Ministeriums der Fi- ncurzen.

Hoffentlich bleibt diese Tangfnme Besserung unserer Finanzlage in diesen Bahnen; bte Depression der geschäst- lichen und wirtschaftlichen Lage, von der die F-irranzwird schast abhängig isl, bat lange genug gedauert, um nun einer steten Besserung Platz zu machen.

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Der Entwurf des Finanzgcsetzes enthält nur fünf Artikel, deren erster die direkten Steuern behandelt. Dar­nach kommen an Einkommensteuer die in den Art. 13 und 48 d. Ges. v. 12. Ang. 99 festgesetzten Beträge zur Erhebung, an Permögenssteuer, wie seither dir nach Art. 13 d. Ges. v. 12. Aua. 99 festgesetzten Beträge mit einer Erhöhung von 36 vier Elftel Proz., sodaß sich, dadurch der Steuersatz für je 1000 Mk. Vermögen von 55 lauf 75 Pfg. erhöht.

Der Art. 3 enthält für bic Regierung die Ermächtigung, den schon erwähnten Betrag von 8 744 817 Mk. im Wege des Staatskredits flüssig zu ntuchen uird zu diesem Zwecke eine Anleihe aujzunehmen. Die Tilgung soll in der Art erfolgen, daß bestimmte Mittel zum Ankauf einer ent­sprechenden Anzahl von Schuldverschreibungen verwendet werden sollen. Dem Staat soll aber auch das Recht vor- gehalten bleiben, die ausgegebenen Schuldverschreibungen oder einen Teil derselben zur Einlösung mittels Barzahlung des Kapitalbctragcs zu kündigen. Den Inhabern der Schuld­verschreibungen soll ein Kündigungsrecht nicht zustel-en.

"Außerdem wird die Regierung nach Art. 4 noch ermäch­tigt, Schatzanweisungen nach Bedarf,nichtaber über 10 Millionen ?c. hinaus zu einem der Lage des Geldmartres entsprechenden Zinssätze auszugebcn.

Nach Art. 5 sollen die Staatsausgaben auf die ver­schiedenen Verwalwngszwcige jo verwendet werden, wie die Bedürfnisse derselben von den Ständen bewilligt worden sind.

Teutsches Nerclj.

Berlin, 9. Dez. Der Kaiser nahm heute die Ab- Meldung der Mitglieder der mit Geschenken für den Kaiser Mensslik nach Abessinien bestimmten Expedi­tion entgegen. Ter Monarch besichtigte die Geschenke ein­gehend.

Dem Vernehmen derNordd. Allg. Ztg." nach ist Dom Könige dem Geschlecht von Bülow das Präsentations- recht zum Herren hauje verliehen worden.

Die 'Ttsch. Tagcsztg." bringt heute einen Artikel gegen den bisherigen Eothalschen Minister Dr. Heutig, in welchem sie an folgenden Vorgang aus der Rechts­anwalts-Tätigkeit des Genannten erinnert. Ein Gutsbe­sitzer war durch Versumpfung {einer Moorkultur bei der Einlage des Oberspree-Kanals geschädigt worden. Heutig juchte nun den Gutsbejitzer auf uub veranlaßte ihn, Schaden­ersatzansprüche geltend zu machen. Der Gutsbesitzer drängte fortwährend um Beschleunigung seiner Angelegenheit, er­hielt aber stets ausweicheiide AnUoorten. schließlich nach drei Jahren, als Heutig seine Anwalts-Praxis ausgab, stellte sich heraus, das; eine Klage überhaiipt nicht ein­gereicht war. D-eswegeu strengte der Gutsbesitzer eine Ent­schädigungsklage an und erhielt durch alle Instanzen eine EntscHdigung von 280CJ Mk. zugesprocheu. Angesichts dieses Vorfalles wird in einer angeblichen Zuschrift an dieTisch. Tagesztg." die Frage gestellt, ob ein solcher Mann geeignet wäre, Mitglied des Bundesrats zu jein und oberster Vorsitzender sämtlicher Regieruugs- und Ge­richtsbehörden eines Herzogtums. Es sei wohl möglich, daß der Abgang Hentigs mit anderen Dingen zusammen- hänge, als mit der Tomäneusrage.

Der hiesige Zentralveretn für die Inter­essen der jüdischen Glemeände, der als Haupi- vertreter der orthodoxen Richtung kürzlich bei den Reprä­sentantenwahlen unterlag, wird sich, wie verlautet, aus- lösen. An seiner Stelle wird ein jüdischer Volks­verein ins Leben treten, der die gleichen Tendenzen auf breiterer Grundlage vertreten will.

Es verlautet, im Reichstag beginnen schon heute die W e i h n a ch t s s e r i e n.

Dessau, 9. Dez. Bei der Galatafel im Schlosse ent­gegnete dieser Tage der Kaisetr auf die Ansprache des Fürsten von AnhcAt mit folgendem Trinkspruch:

Gern knüpfe ich die alten Traditionen »nieder an, die Tein und mein Haus miteinander verbinden. Wer in Berlin > urch die Sieges alle e geht der blickt mit Bewunderung zu der ntarEigen Gestalt Albrechts des Bären ans, der den Ruhm Deiner Ahnen begrünbet und die Mark dem Christentum und dem deutschen Wesen gewonnen, sowie durch die Grundlage für die Entwick- lung und Große Preußens unter meinen Vorfahren ge­schaffen hat. Mit Vergnügen habe ich heute unter den alten Erchen gejagt, die von den Zeiten raunten, wo einst der Alte Dessauer unter ihnen geritten ist und auch der große König geweilt hat. Gejrerrt habe ich mich über die Entwicklung dieser Stadt und das Emporbtühen Deines Landes seit meinem lebten Besuch Meiner Dankbarkeit und Freude über den schönen Empfang gebe ich Ausdruck, indem ich Dir und Deinem Hause Gottes Segen wünsche."

Dermifcbteik

Selbstmord eines verheirateten Liebespaares am Kaiserstuhl. Unterhalb der Nheinschiffbrücke bei Sas­bach am Kaiserstuhl stürzte sich auf badischem Ufer ein an­geblich aus Kalmar stammendes Liebespaar in den Rhein und ertrank. Wie die Ermittelungen ergaben, mar das Paar am Tage zuvor im Gast Hause zum Löwen abgestiegen, wo es den Abend mit mehreren Freiburger Jägern in recht ani­mierter Stimmung verbrachte und schließlich von den Jägern zum Bahnhof begleitet wurde. Die Liebesleutc wallten an­geblich am andern Tage die Ruine Limburg besteige», und sich die Umgebung ansehen. Die Dame war eine bildschöne Erscheinung und verheiratet, sie stand im 30. Lebensjahr. In ihrem Portemonnaie wurden 150 Mk. in Gold vorgefunden. Ter ebenfalls verheiratete Herr war etwa 55 Jahre alt und hinterläßt fünf Kinder. Rach eingenommenem Frühstück ging das Paar nach dem Rhein zur Ausführung des gemeinsamen Selbstmordes. Die Liebenden hatten sich mit Taschentücher», zusammengebunden; die Frau konnte erst nicht untergeben, »veil die seidenen Röcke sie über Wasser hielten.

Preisträger. Eine besondere Beilage des .Reichs- Anz." veröffentlicht ein vorläufiges Verzeichnis der auf der Weltausstellung m St. Louis 1904 an die deutschen Aus­steller erteilteu Auszeichnungen.

* Kleine Tageschronik. Aus der Mdeckerei bei Schwiebus wurde ein Raubmord verübt gegen die Frau des 2lbdeckers Schutt und eine M a g d. Letztere imitbc getötet und die Leiche in die Aschegrube gavorseu. Tie Frau wurde mit zertrümmertem Schädel aufgesunden. Geraubt »vurden 90 Mk. Ganz Bosnien wurde von heftigen S i r o k k o »t ü r m e n und Regengüssen heimgesuchl. Sim Nacknnittag wurden auf offener Strecke bei Lstrozac die letzte», drei Wagen des Zuges von Mostar vom Orkan auS den Schienen gehoben. Ei», Post- und ein Personenwagen sind umgestürzt, wobei ein Bremser getötet und ein Passagier verletzt »vurde. In Genf er­schoß der 27 Jahre alte Bankbeamte Jean Legesser seine Fran und deren Geliebten. Nach dieser Tat verübte er Selbst-

motix Au« N amur (löeigten) wird dericyrer, oay nnoigv großer Regengüsse die Maas und die Sembre über die User gorteten sind und großen Schaden angerichtet haben. Gleiche Nachrichten kommen aus Mone unb Eharleroi. In E11 - I i n g c n brannte das Gartenhaus des Kappenmachers Tcklmann nieder. In dem Schutt sand man bei den Auftäumungsarbeiten die halb verkohlte Leiche der Frau Tillmann Beine und Anne waren bereits verbrannt, das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit entstellt, sodaß mir noch ein zusammeitgeschrumpfter Rumps vor­handen war. Wie sich das Unglück zugetragen hat, konnte noch nicht festgestellt werben. _____

AröeUelvrwegung.

Landarbeiter streik. Aus Perpignan (Südfrank­reich) wird berichtet: In der Umgegend herrscht große Auf­regung über ben Aus stand der Landarbeiter. Die Grundbesitzer »verbeii von den Arbeitern in ihren Wohnungen umzingelt und in ihren Häusern gefangen gehalten. Die Arbeiter schlagen die Fenster ein und treiben allerlei Unfug. Die Pferde der Straßnrbahn wurden ausgespannt, sodaß der Verkehr stockte. Ferner erzwangen die Arbeiter die Schließung samtlickier Ge­schäfte in der Stadt mit Ausnahme der Lebensmittelläden. Tie geringe Gendarmeriehauptmaunschaft ist nicht genügend, die Ord­nung ausrecht zu erhalten. Es ist deshalb um Entsendung von Militär gebeten worden. (Vgl. die heutige Tagesschau ,p unserem heutigen 3. Blatt.)

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Gieße», 10. Dez. Marktbericht. Aus heutigeui Wocbenmarkt kosteten: Butter pr. Ptd. 1.151.20 'Mk., Hühnereier 1 St. 810 Big. 2 Stck. 1500 Pfg., Gänseeier 0000 Pfg., Enteneier 70 Psg., Käse vr. Stck. 68 Pf., Käsemalle 2Slck. 56 Pfg. Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.St. 1,001,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten pr. Stück 1,802,20 Att., Gänse vr. Pfd. 6070Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 7080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Pfg., Schweine- sieisch pr. Pfund 6072 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 7074 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 5074 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,006,50 Alk., Ziviebeln pr. Ztr. 8,0010,00 Mk., 'Milch per Liter 18 Pfg., Aeplel per Zentner 5 bis 8 Alk., in Korben 0000 Pfg. Rüsse 100 St. 25 30 Psg. Zwelschen per Zentner 0.000.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bid 0.00 Mk. Weißkraut 0.100.15. Marktzeit 82 Uhr.

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