Slrmstag 10. Dezemver INO4
154. Jahrgang
b-rstes Blatt
Aie ßcutifle Kummer umfaßt 26 Reifen.
Der friert
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chirurgischen Abteilung des Krankenhauses am Urban in Berlin, Tr. Adolf Brentano, die Leitung der von dem Teutschen Vereine vom Roten Kreuz in Irkutsk zu errichtenden Feldlazaretts übernommen. Ihm zur Seite stehen Tr. Schütze, bisher Assistent am Institut für Infektionskrankheiten in Berlin und Tr. Eolmers (früher Volon- tärarzt an der chirurgischen Universitätsklinik in Gießen) in Erlangen. Zwei russische Aertze und eine Anzahl deutscher und russischer Schwestern, sowie Verwaltungsbeamte- und S ntär:e (mit Rücksicht auf die Sprache in Rußland angeworbcn) bilden das übrige Personal. Tie Abreise der Abordnung und des reichlichen, alle Errungenschaften der Neuzeit umfassenden Materials zur Unterbringung und Behandlung von 100—200 Kranken ist bereits erfolgt. Ihre Ankunft in Irkutsk ist gegen Ende Dezember zu erwarten. Ein vom Deutschen Roten Kreuz mit Linxweilerschen Laqerungsapparaten, Tragen, Kamelhaardecken und Oesen ausgestatteter Hilsslazarettzug wird die Zu- und Abfuhr der Verwendeten und Kranken vermitteln.
Nr. 291
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Tie DeckangSfrage.
Es ist bisher kaum beachtet worden, daß die Begründung zu den neuen Militärpensionsgesetz en den Satz enthält: Erforderlichenfalls werde die Lösung der Teckungsfrage einer dem Reichstag zu machenden besonderen Vorlage vorbehalten bleiben müssen. Dies ist nicht so zu versieben, als ob nur für die Aufwendungen auS den Militärpenstonsgesetzen eine neue Reichssteuerquelle erschlossen würde (wie der schöne Ausdruck lautet). Sondern die kommende Steuervorlage, dieBrausteuer-Erhöhung, soll u. a. auch für diesen Zweck Mittel liefern. Tie Wehrsteuer ist nach wie vor von der Regierung nicht beabsichtigt.
handele. „ v .. .
London, 9. Dez. Ten neuesten Berichten zufolge sind die einzigen Schiffe, die noch über Wasser sind, das Schlachtschiff „S e w a st o p o !" und der Kreuzer „P a l - lada". Diese ist dem Sinken nahe und wird kräftia beschossen. Nachdem die Flotte gänzlich beseitigt ist, wird die letzte Anstrengung gemacht werden, die Festung zur Uebergabe zu benötigen, im Hinblick auf die Notwendigkeit, die japanische Flotte für eine Aktion gegen das baltische Geschwader verfügbar zu machen. Ein befriedigendes Ergebnis des bevorstehenden Sturmangriffes wird nicht bezweifelt. Das schlimmste könnte der Rückzug Stössels nach dem Liautischan.fort auf einer uneinnehmbaren Anhöhe im Süden sein, von wo, wie gef. t wird, nichts ibn vertreiben könnte. Der englische Kriegskorrespondent Villier, der direkt aus Port Arthur in Ea- nada angekommeu ist, sagt vorher, die Japaner würden Neujahr im Besitz der Festung sein. Man nimmt an, Stössel wolle kapitulieren, aber seine Oslsr- ziere seien dagegen.
London, 10. Dez. Das Reutersche Bureau meldet aus dem Hauptquartier der Belagerungsarmee von gestern: Russische Gefangene berichten, die Vorräte an Lebensrnitteln in Port Arthur seien ungenügend. Tie Garnison erhalte verkürzte Nationen und ein Brot aus Mehl unter Beimengung gröberer Kornsorten. Tie Offiziere erhalten zweimal wöchentlich Pferdefleisch. Infolge des schlechten Wassers herrschen Typhus und Dysenterie. Frische Gemüse sind nicht zu haben. Die K o ns erben sind erschöpft. Die V o r- räte dürften in einem Monat zu Ende sein.
Japanische Anleihe.
Tokio, 9. Dez. Die Staatsminister und die Parteiführer hielten eine Konferenz ab, in der das Budget beraten wurde. Ms Ergebnis der Beratung dürfte ein .Kompromiß vereinbart werden, betreffend die Erhöhung gewisser Steuern, die unpopulär sei, und eine Anleihe nufgenommen werden, mit das sich ergebende Defizit zu decken.
monatlich?^ 'U1„ Ditrtel» jährlich TIL 2.20. durch Adhole» il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dltPoN dRL 2.— wtextel- jährt außfd)L Bestellg. Annahm- von Anzeige» tüi bte lagefinummet bis vormittags 10 Uhr.
ßetltnprei8: lokal 12W* «niSroärtf 80 Pig.
CttaniroorlHdi Hht btn poltt und aUgem. Teil U Witt ko: füt .Stadt und ßanb' und .NernchrSlaalE-. August Goetz, tüi den An- Attaenteil: PanS B eck.
Vom roten Kreuz.
An Stelle des durch einen Unfall verhinderten Prof.
Walter Petersen (Heidelberg) hat der Oberarzt der
Fertigstellung mindestens zwei Jahre. Was sonst vorhanden ist, ist — altes Gerümpel, gefährlich einem ^gner entgegenzustellen, der, wie die Japaner, über hochmodernes Material verfügt. Wenn man den Russen in Ostasien zur See wenig Initiative und Mut zuaeschrieben hat, so war man durch ihr Verhalten dazu berechtigt, Mer daß die Besatz, ng des dritten Ges ch w a d e r s mit der Hoffnung aus Sieg aus der Ostsee gehe, das kann niemand von ihr verlangen, denn sie fährt der sicheren Vernichtung entgegen, ohne jeden Zweck als den, das Prestige des Ge^ .ers zu stärken. Nur daun ließe sich die Entsendung verantworten, wenn es den Russen gelänge, die Oberhand in Ostasien auf dem Wasser zu erlangen, aber darnach sieht es vorläufig nicht aus.
Die heutigen japanisch-englischen Meldungen aus Port Arthur lauten:
Tokio, 9. Dez. (Amtlich.) Der Kommandeur der gelandeten Schiffsgeschütze berichtet vom 8. Dezember, abends: Tie „Palla da" sing Feuer und legte sich nach Backbord über mit dem Heck unter Wasser. Ter „Giljakst ist von elf Schüssen getroffen. Um 11 Vs Uhr vormittags Ung die „B a ch a u" ju brennen an; um Uhr brannte sie noch. Das Minenschifl „Amur" ist von vierzehn Schüssen getroffen und mit dem Heck weggesunken, viele Schüsse trafen Warenlager und andere Gebäude in der Nähe von Fort Paivuschan und dem Arsenal.
London, 9. Dez. Ter Korrespondent des Reuterschen Bureaus vor Port Arthur meldet: In der Nacht vom 26. November gelang es den Japanern, Schützengräben dickt vor den beiden Erlungforts und vor dem Nordkikwanfort anzulegen. Mer am 27. Nov. wurden sie wieder zum Rückzüge gezwungen. Seit einem Monat fand bei den östlichen Forts kein wesentlicher Kampi statt, da die Jap-aner ihre Streitkräfte zur Einnahme des 203 Meterhügels konzentrierten.
Tokio, 9. Dez. (Reuter.) Nach den letzten Beobachtungen vor Port Arthur ist keine Tätigkeit der Russen mehr in dem Westen und in den Teilen des Hafens östlich, die sichtbar sind, wahrzunehmen. Es ist fast wahrscheinlich, daß bei der Fortdauer der Belagerung die Japaner sich nicht mehr solchen Verlusten ausfetzen werden, wie sie sie neulich erlitten und daß sie viel mehr mit dem Hunger rechnen als mit einem schließlichen Ausfall, um die Festung in ihre Hände zu bekommen. Da man kein Zeichen von Leben an Bord der russischen Schiffe während der Beschießung sah, schloß man hieraus, daß die M at r 0 sen an L an d g e slo h en seien oder vielmehr an den Verschanzungsarbeiten mithalfen.
Fusan, 9. Dez. Aus den Hauptquartier der dritten Arinee (Port Arthur) wird unter dem 7. d. M. berichtet, daß am 2. Dezember morgens die Russen den Japanern die Er! ubnis gegeben haben, ihre Toten und Verwundeten von der östlichen Fortkette aus dem Gefechte vom 26. November fortzuschaffen. Um dieselbe Erlaubnis kamen die Russen am 6. Dezember ein; sie wurde ihnen bewilligt, am 7. Dezember aber ^urück- genommen. In dem Gefechte am 30. November ist der zweite Sohn des General Nogi bei dem 203 Meter- hugel gefallen; ein älterer Sohu war bei Nanshan gefallen, sodaß Nogi jetzt kinderlos ist.
Tokio, 9. Dez. (Reuter.) Tie Regierung veröffentlicht die Namen von 86 gefallenen und 58 verwundeten Offizieren mit dem Hinzufügen, sie nehme an, daß es sich um solche aus den Kämpfen vor Port Arthur
Kclrannlmachung.
Betr.: Maßnahmen gegen die Tollwut.
Nachdem vor einigen Tagen in Groß-Rechtenbach von einem fremden, das Dori passierenden tollwutverdächtigen Hunde zwei Knaben gebissen worden sind, haben wir auf Grund des § <20 der Reichsinstruktion zum Viehseuchengesetz für die gefährdeten Orte unseres Kreises, das ist für die Gemeinden Allendorfa. d. Lahn,Großen - Linden, Klein-Linden, Lang-Göns und Leihgestern einschließlich der dazu gehörenden Gemarkungen angeordnet, daß alle Hunde festgelegt oder mit einem sicheren Maulkorb versehen an der Leine geführt werden. Tollwutverdächtige Tiere sind von dem Besitzer oder demjenigen, unter dessen Aufsicht sie stehen, sofort zu töten oder bis zu polizeilichem Einschreiten in einem sicheren Behältnisse einzusperren. Die Hunde dürfen ohne polizeiliche Erlaubnis nicht in eine andere Gemarkung verbracht werden. Zuwider- * Handlungen Hegen diese Anordnung werden mit Geldstrafe von 10—150 Mk. oder mit Haft nicht unter einer Woche bestraft.
Die Benutzung der Hunde zum Ziehen ist unter der Bedingung gestattet, daß dieselben fest angeschirrt, mit einem sicheren Maulkorbe versehen und außer der Zeit des Gebrauchs festgolegt werden.
Tie Verwendung von Hirteuhunden zur Begleitung der Herde, von Flei sch crhunden zum Treiben von Vieh und von Jagdhunden bei der Jagd kann unter der Bedingung gestattet werden, daß die Hunde außer der Zeit des Gebrauchs (außerhalb des Jagdreviers) festgelegt, oder mit einem s icheren Maulkorbe versehen an der Leine geführt werden.
Hunde, welche diesen Anordnungen zuwider frei urnher- laufend betroffen werden, können auf polizeiliche Anordnung getötet werden.
Gießen, den 9. Dezember 1904.
Großh. Kreisamt Gießen.
I. V.: Tr. K r a n z b ü b l e r.
Die Vernichtung der Port Arthur-Flotte.
Von militärischer Seite wird geschrieben:
Innerhalb weniger Tage ist im Osthafen Port Arthurs vom 203 Meterhügel aus die russische Flotte zusammengeschossen worden. Fünf Linienschiffe: „Retwisan", „Poltawa", ^Sewastopol", „Pobjeda", „Pereswjet", zwei große Kreuzer: „Bajan" und „Pallada", sind entweder gesunken oder so schwer beschädigt, daß sie vollständig gefechtsunsähig geworden sind. So melden die Berichte aus Tokio; die russische Presse schweigt sich bisher aus. Durch diese Katastrophe ist die russische Flotte in Ostasien bis aus drei Panzerkreuzer zu Wladiwostok vernichtet, alle Hofl- nunaen auf eine Mitwirkung der Port Arthur-Flotte beim Erscheinen der baltischen Entsatzflotte sind zertrümmert Admiral Togos Flotte ist frei geworden und darf der Entsatzflotte in völliger Stärke en tg eg en- gehen, ohne befürchten zu müssen, vom Rücken her angegriffen zu werden! Ohne den Versuch gemacht zu haben, den Feind zu schädigen oder rühmlich unterzugehen, hat sich die Flotte vor Anker im Hafen ohne Gegenwehr beschießen lassen, bis sie vernichtet war — ein trauriges Ende! Diese Auslassungen setzen natürlich voraus, daß die Meldungen aus Tokio auch richtig sind. Es ist von dorther schon viel berichtet worden, namentlich auch über die Verluste der russischen Flotte, was sich spater als nicht zutreffend erwiesen hat. Jetzt liegt die Sache so daß alle großen Schiffe zu Port Arthur zusmnmengeschossen wurden — kein^ also darf wieder auftreten. Mer da ste schon früher sämtlich als schwer beschädigt oder gesunken gemeldet worden sind, manche sogar mehrmals so ist es nicht ausgeschlossen, daß man )ich auch dieses Mal geirr: bat möalich daß noch einige dieser vernichteten Schiffe doch wieder aufleben. Die ganze ^^chtung^ffare hat sich allzu glatt und programmaßig abgespielt, als daß Uemc Ameise! nicht berechtigt erschienen. Während die Flotte Japans im Lause des Krieges von sechs modernen Linienschiffen und acht großen Kreuzern nur zwei Linienschiffe, „Hatsuse" und „Zaschima", beide durch,-?^en cm- gebüßt hat, sind von den russischen sieben Lmienschflfin wtzt alle gesunken oder außer Gefecht gesetzt, und von den neuen großen Kreuzern sechs, sodaß nur noch zu Wtadi- tooftot die drei Kreuzer „Rossija", und atte"acht
aattir" übrig bleiben gegen vier Linienschiffe und alle aä)t maßen Kreuzer der Japaner, die mit gern,gen-eigenen Verlust der Seemacht Rußlands im Osten den ^od.ss.oß verseht haben. Die Aufgabe der baltischen Flott« Mrd^durch das Verhalten der Port Arthur-Flotte noch schwieriger, als sie ohnedies schon war, Adnnral Roschdiestwensk, sabrt möglicherweise auch einer Katastrophe entgegen. Was d,c Entsendung eines dritten Geschwaders aus der Ostsee Anfang Januar 1905 anbelangt, die vom Zaren besohlen -ir, soll, so kann man gespannt darauf sein, woher der Zar die Schiffe nehmen will. Der Befehl ähnelt etwas jenem des Kaisers von China, der 1 SCO al§ die Verbündeten an der Kiiste des Hrmmlrschen Reiche^ erschienen, einfach befahl, Schiffe zu bauen, bie denen'der roten Teufel überlegen seien, B-s Januar kann in Rußland an modernen Schis en höchstens ein Linienschiff, die „Slawa", scrtiggestellt werden, sonst nichts, denn das Linienschiff „Paul I,", das als Be- standicii des Geschwaders angefichrt wird - ift noch nut nicht von der Werft abgelaufien, und in Rußland brauchen Linienschiffe vom Stapellanf bis zur
Aus dem Reichstag.
R. Berlin, 9. Dezember.
Die Handelsverträge kommen also tatsächlich erst nach den Weihnachtsferien an den Reichstag. Graf- Bülow verkündete es beute am Beginn der Sitzung in einer feierlichen Erklärung. Sie löste den ersten Beifall auf der Rechten au5, denn erfreulich klang den Agrariern die Versicherung des Reichskanzlers, daß bei dem Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn, für dessen Zustandekommen sich jltzt bestimmte Aussicht eröffnet, in erster Reihe Wert gelegt wird auf ausreichend garantierten Viehseuchenschutz der deutschen Landwirtschaft. Erst in zweiter Reihe stand der Hinweis des Kanzlers, daß die Regierung auch der Interessen der deutschen Ausfuhrindustrie nach Gebühr sich annehmen werde. An diese Marschroute dürfte sich die Regierung auch bei den anderen Handelsverträgen gehalten haben, denn die heutige Erklärung des Grasen Bülow mutete an wie ein Programm. Liegen die Handelsverträge auch noch nicht vor, so bedeutet das Kanzlerwort doch ein Weihnachtsgeschenk an die .unartigen Agrarier". Die ,artigen* Industriellen dürfen den bevorzugten Männern von der Scholle über die Schulter, sehen und »sich mitfreuen".
Bei den Konservativen griff alsbald eine gehobene Stimmung Platz und wohl unter deren Eindruck hielt — nach Ausführungen des Schatzsekretars über direkte und indirekte Stenern —Abg. Graf Stolberg (kons.) seine bisher längste parlamentarische Rede. Sie behandelte die Militär^ Vorlage, im besonderen die Kavallerieforderungen. Da er* wachte das Reiterblut in dem ehemaligen Kürassier-Offizier, er „avancierte" mit einer Frische über das parlamentarische Terram, daß die Parteifreunde auf der Rechten ihre helle Freude daran hatten, zumal auch sie in der Ueberzahl den Ofsizierrock getragen haben. Natürlich fehlte es nicht an einem sehnsüchtigen Rückblick auf die entschwundene dreijährige Dienstzeit.
Abg. v. Vollmar, der Führer der bayerischen Sozialdemokraten, repräsentiert in seinem rednerischen Auftreten das sympathische Element auf der äußersten Linken. Er ergreift selten das Wort, wird aber von allen Seiten mit Aufmerksamkeit angehört und zeigt jedesmal, daß man auch vom radikalsten Standpunkte kritisieren kann, ohne ins Schimpfen zu verfallen. Insofern freilich mar auch die heutige Rede v. Vollmars nicht nach dem Geschmack mancher Genossen, die an einem derberen Tone Gefallen finden. Bemerkenswert an der sorgfältig vorbereiteten Darlegung war seine Kritik der Montag-Rede des Grafen Bülow, an der ihm Form und Inhalt gleichermaßen mtfcfaUen haben. Wie man es machen müsse, das bemühte sich Herr v. Vollmar mit seiner eigenen Rede dem Kanzler vorzuführen. Es sollte eine sozialistisch- staatsmännische Rede fein, denn nach dem Urteile des Abg. v. Vollmar ermangelt Graf Bülow zwar nicht der diplomatischen, wohl aber der staatSmännischen Befähige n g. Herr v. Vollmar ging mit seiner Kritik noch über die Persoli des Kaiizlers lünauS unter Hinweis auf den Depeschenwechsel zwischen bem Kaiser und Roosevelt.
Selten mürbe eine Rede des Grafen Bulow nut mit größerer Spannung erwartet, als seine Entgegnung auf diese Angriffe. Sie schaffte, um es gleich vorwegzunehmen, bem Ranjkt einen ffriolfl. Gr sprach von d« Mitoerant- ivortlichkcit beo Polle, für ben Gang ber auswärtigen Poltt,k. Die Kunst bem Gegner mit Eleganz bte Waffe zu entwmben. versteht Graf Pälow, aber vielleicht hat er biefe Kunst noch
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen


