Ausgabe 
10.9.1904 Zweites Blatt
 
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X <3emtfttfani mit Der Grvßh. Bürgrrmcisterri Greßeu hat bic ^üii^l^nMnmtT in ernor Eingabe an daS Großlx Mi- ntitenitm dcs Innern auf die odjkVxni hingx'iviesen, die Um oucticncr Vulwuirkrtn uni) dem Viehhondil durch hie Pa>lr tze, verordnng vom 5. Mürz 1903 über 3a*5 lUu&melfcn der Kühe vor dem Auftrieb auf den Bich markt cttkv hem Ärttrcchcu zu Hande ls- zivecken entließen jjnb die Aufheduug, l^czw. Aendemrrg drcher Beiordnung beantragt

i.i'an Lartzcrl. Patrnamt, 'Jlbt für Warenzeichen, nnircn in mehre reu Sollen Oküadjtcn zu erftatteu. JnSbcsotidrre unttix* von der Kammer in einem Gutachten auf die Nach- teile hmgewiezcu, bie sich für picle Iichustriezwrigc, na* menriich kür die Taixrlindustrie, aus der Eintragung von Sommelzeicheu ergeben und die teilweise Beseitigung des jevigru Zustmrdcs angeregt

k? Tor Deutschen Hai^'lskammet in Brüssel wurde anläßlich be3 Ablel<ns ihres ersten Präsidenten das * Beileid der Kammer ausgrsfirvä^l.

L - Einem au^ttxirtixjen Vai^jcridxie war jur Begutachtung ciiie^ Ltreüoi^el^ ein S».chverständcher aus dem Bau* geivnLx in Vorschlag zu bringen.

2. Ausprägung von Dreimarkstücken.

Bei der Beratung der Münznovclle zrir teüwciscn 9IMnbcr* ung des seitherigen Mnnzgeseües hatte der 9icidtitag einen Antrag angenommen, der die Auswägung von Dreimarkstücken alS Neid» sildermüuzctt bezweckt. Ter Bundesrat hat diesen Antrag üb* gelehm, da seine Tragweite für das Deutsche '.Jcilnsmefcn noch nidtt zu über'eben war. Bom Reichöschißautt sind daraufhin Er* bebungni eingeleitet worden, um festzustellen, ob ein dringendes allgemeiiux* Bedürfnis für die Ausprägung von Dreimarkstücken NcichSsilbermünzen votUegt Auf Ersuchen des Großh. Mi­nisteriums des Innern hat ixe Handelskammer bei den wichtigsten oirmen ihres Bezirkes eine Umfrage in dieser Angelegenheit veranstaltel und scstgestellt, hast weder in der Industrie, noch im Groß- und Kleinhandel ein dringeirdes allgemeines Bedürfnis sür die ÄuSprägrnrg eines Treimark.'lückes als Leichssilbermünze Dvrlicgt. Im allgemeinen Interesse würde es iebod) liegen, rjenn dem Fünfrnorkstück durch Verkleinerung des Turcknnessers, in Verbindung mit der Riffelung deS RandeS eine handlichere (ZK* ftolr gegeben würde. Die Kammer beschloß daher, sich gegen die »Ausprägung von Dreimarkstücken und für die handlichere Gestalt­ung der Fürffmarkstücke auSzufprcchen. (Schluß folgt)

Ans Stabt und Land.

Gießen, den 10. September 1904.

w Personalien. DaS Ehrenzeichen für Mitglieder treiroiHtgcr Feuerwehren wurde verliehen den Dlitgliedern der srenoilligen Feuerwehr zu Friedberg, Ferdinand Damm, Karl Konrad Müller, Georg Schneid, Heinrich Hoh­mann, Hermann Strauß, Johannes Kissel und Christian Han stein.

Hassia-Bezirk Gießen. Nach Erfüllung der satzungSmäßigen Pflichten ist der Verein ehemaliger Pioniere Gießen mu 36 Sritglledern in bie Knegerkameradschast auf- genommen und dem Bezirk Gießen zugeteilt wordern

w. Bad-Nauheim, 9. Sept. Bis zum 8. September find 22 808 Kurgäste angekommen, wovon an ge­nanntem Tage noch 3494 anwesend waren. 311002 Bäder wurden biß zum 8. September L I. abgegeben.

)( Grünberg, 9. Sept. Em lebhaftes knegerischeS Bild boten heute vormittag die Straßen unserer Stadt. Fortwährend zogen Truppen durch, so das Dragoner-Regt. Nr. 24, verschiedene Train-Abteilungen und daS Feldartillerte- Regimeut Nr. 2b. Während Dragoner und Train in den umliegenden Orten Quartier bezogen, blieb bei uns der Reglmentsstab, der Stab der II. Abteilung, sowie bie britte Batterie des 25. Artillerie-Regiments. Von hier aus tritt daS Regiment den Weitermarsch in der Richtung nach Ulrich­stein an. ,

L Laubach, 9. Sept Heute abenb 6 Uhr schieb Graf Otto von SolmS-Laubach nach mehrtägiger Blinddarmentzündung jäh aus biesemLeben. In rüstigster ManneSkraft ist er dem glücklichsten Familienkreise entrisien worden. Dre Trauer ist hier allgemein.

[] Marburg, 9. Sept. Bei Station Frielendors geriet gestern daS zweijährige Söhnchen des Weichenstellers »Gimpel unter bie Lokomotive unb wurde so schwer verletzt, daß eS in der hiesigen Klinik, wohin man cs ge­bracht hatte, seinen Geist aufgab.

Frankfurt, 9. Sept. Der frühere artistische Leiter des Hippodroms, Deüar, hat den Plan, im Ostend ein Theater zu errichten, der Verwirklichung nahe gebracht. Er hat bie Nimbachsche Liegenschaft am Allerheiligentor für 270 000 Mt käuflich erworben und eröffnet tun 1. Oktober dort ein Paro bieth eater. Dellar beabsichtigt am 1.Januar Jbie alten Gebäulichkeiten meberzureißen unb dafür em »Neues Frankfurter Orpheum* zu errichten, in bem warnehmlich Schwänke, Possen und Operetten zur Ausführung kommen sollen. Die Aufführungen sollen während der wärmeren Jahreszeit in einem Gartentheater vor sich gehen. Den ursprünglichen Plan, ein Residenztheater zu errichten, hat Dellar aufgegeben. Die Winterbühne will er in ein ^Volkstümliches Spezia litätentheater^ verwandeln.

5. Teutscher Handwerks- und Gcwerbekammertag.

Lübeck, 9. Sept.

Öier tagen zurzeit die Vertreter sämtlicher deutscher Hand- uu^ Gewerbetammem Deutschlands. Als Vertreter von Behott>en wohn.n oen Verhandlungen bei höhere Regterungs- buixnic aus Berlin, München, Dresden, Darmstadt, Braum fW^S. ;c* ^iad) der Erfrattung oes Geschäftsberichts wurde die enr>7iltige Tagesordilunfesrgefetzt .Vom Handwerkskammer- <pefretar xr. ^choible (Stuttgart- rvutix Stellung dagegen ge­nommen, daß wieoer Oer Befähigungsnachweis für das ganzes andwerk brät _ erörtert werden soll. Er bean­trage, die Sache bis zum nächsten Stammertage zurückzustellen uno dort zwä .heierenten zu bestellen, von denen der eine sack> gemäß die Gründe dafür, der andere gegen Einführung des Be- ^higungsnachevcsscs darlege. Diesem Anträge wurde lebhaft nnberfprod/en und beschlossen, zunächst eine Konrmisswn zu wählen, die noch beiii jeugen Handwerkskammertage Vovschlage wegen Einführung des Beiähigungsnast-'wäses machen soll. Ein Antrag des Ausschusses dahmgcheno, oafc künftig 9 uno nicht 7 Hand­werkskammern c m Aussckmtz angehören sollen, findet die Zu­stimmung der Versammlung.

Zur Frage der Mei.fter kurse lag bem Kammertage folgen x Resolution vor:

Der 5. Deutsche vantm-erks- und Gewerbekammertag er- runüaltung von Meisterkursen ein hervor­rag.no'- 5 ttä zur prall j !/:n Forderung des Handwerls erbliüi un j ; da < r für bring« no wünschenswert erklärt, daß die hohen c» Sr gr rang n unter Fühlungnahme uno im Verein mit den / ' NN1N cn, wie mit den sonst wmn , nfiaui-j

gl^.xluol Da vu stuntlÄchen zurzeit in Deutjchlano

eingerichteten oder vorlvreileten Mcistxnkurse, als Vcrsuckn' an- zuschen sind, ivclctyc allgemeine und sichere Grundsüßi' noch nickst yerausgebildet Haden, beauftragt der Kammerlag seinen Ausschuß, die venl^mdeuen prakti^'n Erfahrungen schnellstens zu iamiiieln und an deren Vanö die grundlegenden Leitsöhe für die Ein­richtung von Meisterkursen anfzustellen nnd ixxra nächsten Kamm er­dige zur^Beschlußfassung zu unterbreiten."

In SackLN der Forderung des Äenosscnschafts- wesenS stimmte der iVaiunrertag folgender Resolution zu:

1. Die Ausbildung des Genvssenichastswescns ist keineswegs imTuuibi', eine gute I nn nngsorg auif a i tun zu eil eßen oder über­flüssig zu madKii, im>hl aber kann sie die Wirksamkeit der Inn­ungen nach der u>irtfd)aftlid)cn Seite hin mit Erfolg ergänzen nnd ist daher von den ^)andivcrls und Gewerbelammern nach ökraften zu fördern. 2. Bon den verschiedenen Arten der Ge- uo)Knid)<iften sind den Handwerkern vor allem die Kredit- und die RolTstoss-Euikanssgenossensck-asten zu empfehlen. An die Grün­dung von Werk-, Produktiv n. .Brrkau isgeiwssenschäften ist dagegen nur bann heran zu treten, wenn ganz besonders günstige Vor- Ix'bingungen vorliegen unb einen Erfolg mit Sicherheit in Aus­sicht stellen. 3. In erster Linie empfiehlt sich "bie Gründung von Krodiigenossenscl>aften, aber auch nur da nnd insoweit nicht dem stredubedürfnis der Handwerker durch andere EKiwssctlschäften, Banken oder Kassen genügt wird. 4. Daneben er)d>cincn die (rin* kanfsgenossenfchaiten geeignet, den Handwerkern den preiswürdigen Einkauf von Rohstoften und Werkzeugen in guter Beschafseiihcit zu erleichtern. .Bei der Verwaltung ist soweit tunlich auf Bar­zahlung zu hallen. Der Verlauf der Rohstoffe an die Genossen bat nickst zu den Einstandspreisen, sondern zu den üblichen Markt- tneisen zu erfolgen. 5. Die Genosse.lsck-asten l-aben auf die Be- fdmffung eines ausreichenden GesckviftskapitalS durch Einzahlung auf die Gesckiäfdsanteile, sonne auf die Ansammlung angemessener Reserven Bedachst zu nehmen, da vor allem hierdurch der Ge­schäftsbetrieb auf die Tauer sicher gestellt und gewinnbringend gestaltet nrirb. 6. Eine Beteiligung der kapitalkräftigen Hand- merfer an den Genossenschaften ist im Gcsamiinteresse des Hand- nvrld dringend geboten. .7. Von den verschiedenen ,formen der Genossensck^asten empfiehlt sich für das Handwerk als Regel die Gcnossensck)aft mit beschränkter Haftpflicht. 8. Aufgabe der .vanb* nxrls- und Gewcrbekammern kann nicht sein, selbst die Grün­dung von Genossensckmsten in die tzand zu nehmen, vielmehr paben dieselben sich die Aufklärung und Belehrung der Hand- ipcrfer über das Wesen und die Vorteile der (^nosscnsclwftcn und in geeigneten Fällen die Anregung zum Jnslebcnrufen foldxr angelegen sein lassen."

Ter £)anbux'rf£* unb Gcwerbekammertag ist IkuIc geschlossen worden. Tie Tagung im Jahre 1905 findet in Wln, im Jahre 1906 in Nürnberg statt.

vermischtes.

Ein ungebetener Gast im Zarcnschloß. Aus Petersburg wird geschrieben: Ein treuer Untertan öeß Selbstbeherrschers aller Reußen traf unlängst aus bem Kau- kafuS in Petersburg ein, um ben Zaren zu sehen. Angeblich hatte er em Mittel erfunden, ben Japanern in kürzester Zeit ben Garaus zu machen unb so ben Krieg auf bie schnellste unb leichteste Weise zu beenden. In seiner malerischen Tracht eri'chien er vor bem großen Portal deS WinterpalaiS an den Ufern der Newa unb trug bem eleganten Portier fern Llnliegen vor. Die Wirktlng war nicberfchluetternb. Em paar handfeste Tatarenhände be­förderten ihn nut einem Ruck an bie freie Luft. Was nun machen? Lange staub er unb betrachtete bie kunstvolle Mauer mit bem kostbaren Eisengitter, bem vergoldeten Monogramm unb ben imponierenden Adlern. Wie wäre eS, wenn du dir von hier aus ben Weg zum Zaren bahnst? Die Stauer ist glatt, doch wagen muß man. Bewacht schien sie auch nicht sonderlich. Ra also! DaS Wagnis gelang, der Kaukasier befand sich jenseits der Stauer. Wie aber inS Schloß ge­langen? Die große Schloßtur war hier fest verrammelt. Zunächst kampierte er drei Tage in bem kleinen Garten, biß ihn der Hunger zu peinigen begann. Er schlug nun einfach eine Fensterscheibe entzwei unb stieg : erste beste Gemach ein. Es waren bie Räume der Oberhofmeisterin Fürstin Galitzin. Dort auf bem Schreibtisch stauben bie Porträts beS Zaren unb seiner Gemahlin. Der Kaukasier steckte sie zu sich. Dort ein Schrank, wahrscheinlich die Gar­berobe des ,StattcrchenS Zarin^. Seide, Kleiber, breit unb reich. Zwei baoon zum Anbeuten mitzunehinen, ist nicht mehr als billig. Schnell würbe ein kleines Bündel zu recht gemacht mit den .Andenken", bann eine RekognoSzietungS- lour durch das ganze Palais unternommen, wobei er in bie Haupt- und Galasäle geriet. Alles wurde genau betrachtet: die herrlichen Möbel, die kostbaren Vasen, die schönen Bilder unb bie prachtvollen Kronleuchter. Ta tut er noch einen langen Blick auf ben schönen, stolzen Strom, der sich maje­stätisch bahinwälzte. Warum auch nicht! Siemanb störte ihn in fernen Betrachtungen, niemand hielt ihn an, weil eben niemand da war. Tas Heer der Diener, die alle hervorragend gut bezahlt sind für eigentliches Nichtstun, schien sich inS Privatlebeii zurückgezogen zu haben, Oberaufsicht war viel­leicht auf Reisen. Als sich der gemütliche Kaukasier alles angeschaut hatte, begann bei Magen gewaltig zu knurren. Zudem schien auch gar feine Aussicht zu fein, ben Zaren zu erblicken. Er war unterdeß gerade an die große Freitreppe gelangt, stieg sie gemütlich herab, um die denlwürdigen Räume zu verlassen. Im Anii hielt er feineAndenken". Am Ausgang stieß er endlich auf eine lebendige Seele, die nicht wemg überrascht war über den seltsamen Besuch. Jene Seele rief noch ein paar gleichgesinnte herbei, ebenso den in der Nähe postierten Gorodowoi, bie insgesamt nun den Besuch" zur Polizei beförderten.

*Aus berJagb nach BrautundGattin. lieber eine merkwürdige Heiralsgcschichte berichtet die Wiener Reichswehr": Affären des Herrn Julius v. Takacs haben bas Wiener Haiidelsgericyl beschäftigt. Wie aus früheren Prozessen erinnerlich, hatte der junge ungarische Kavalier Julius v. Takacs sich mit Hilfe eines ganzen Konsortiums von Geldgebern, die ihn finanzierten, um die Tochter Earlotta des amerikanischen Stillionürs Hart bemüht. Der Vater der jungen Dame wollte jedoch von dieser Ehe nichts wissen, und erst nachdem Takacs förmliche Odysseusfahrten hinter der Familie Hart gemacht hatte, gelang es ihm, die Zustimmung des Millionärs zur Ehe -u erlangen. Die Bekanntschaft war in Karlsbad gemacht worden. Als es sich darum handelt, die erfolgreichen S-Öctocrbuiigcn des Tal'acs zu vereiteln, führte Papa Hart feine Familie bei Nacht und Nebel von dorr weg unb blieb verschwunden, bis Takacs ausfindig machte, daß die Fa­milie fich in Mosläu befinde. Flugs reifte er, von den (Geldgebern mit eiitsprecheiideii Mitteln ausgestattet, nach Moskau, wo sich die Bekanntschaft der jungen Leute fort­spann. Als 9Jlr. Hart dies bemerkte, brachte er seine Fa­milie wieder heimlich nach Ainerika. Auch dorthiil folgte Takacs, unb Dort erlangte er endlich die Zustimmung zur Hochzeit, die dann in rIien gefeiert wurde. Noch am Hochzeitstage erschienen mehrere Äewgeber bet dem jungen

Paare, um bcifrVorschuß" einzukassieren. Takacs aav Wechsel, die feine junge Frau girierte. Bei der Tätigkeit des WechselunterjchreibeiiS Jibcrrafdjte sie Papa Hart, der dadurch luicbcr anderen Sinnes wurde unb mit seiner Tochter schleunigst wieder unbekannt wohin ab reifte. In Begleitung eines Geldgebers trat der junge Ehemanm. dem die Gattin entführt worden war, die Suche nach, seiner Frau an, die er schließlich irgendwo in Amerika aus- jpilrtc, von wo er ihr bou Ort zu Ort nachreifte, während ihr Vater int entsck)cidenden Momente immer mit der Tochter davonfuhr. Atigenblicklich sollen Hart und Tochter irgendwo in Oesterreich sein und sich in der Nähe von W.ieti üufljaÜen. Inzwischen ist einer der von Julius v. Takacs unb Earlotta v. Takacs unterschriebenen Wechsel fällig geworden, und der Inhaber hat gegen das Ehepaar den Zahlungsaiistrag ertoirtt. Die Verhandlungen darüber bilbeten den Gegenstaiid der oben erlvahiitcn Sitzung des Wiener Handelsgerichts.Reine Herzensneigung! Ver­mögen Mbeusache!"

¥ Eine kinderreiche Gegend. In Franlreich wollen die Ülllgcti über die zutiehmeiide Entvölkerung des Lmtdes nicht DcrftuimnciL Aaß es aber auch dort Gegenden gibt, in welchen die Zahl der Geburten fia> sehen lagen kann", beweist ein Bcricku des ,Malin" über einen besonders kinderreichen Land­strich: es handelt sich um den Bezirk Fan Ville in der Normandie, wo ein Mitarbeiter des erwähnten Blattes aefjt Mütter mit 86 Kindern entdeckt bat. Tie Mütter find arme Bäuerinnen man nennt sicaouteuses", weil fic im August bei den Erntc- ai-beiten auf den Feldern helfen, die von einer Kinderschutz- Gesellschast in Rouen für das minder trügen Belohnungen er­hielten; biie Summen iraren jedoch so klein Höchstbetrag: 100 Francs, daß die armen Frauen davon kaum die Schulden bezahlen konnten, die sie im Lause der Jahre bei Bäckern, Schlächtern, Aerzten usw. gemacht Ijabcu. DenMütterrekord" (ein Rekord mir lür Frankreich) hat eine Frau Bellet in Hatten- ville erreicht: sie hat 18 blinder geboren, von denen noch 14 am Leben find.

Ein seltsames Mor dmotiv. Aus Essen an der Ruhr wird geschrieben: In Boernig vergiftete cm Bahn­wärter seine Frau mit Vitriol, weil fie gegen feinen Willen ihr bestes Kleid angelegt hatte.

Auszug aus im Kirchenbüchern ber Stabt tzießeu.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

Matthäusgemcinde. 4. Sept: bem Kaufmann Wilh. Rühl eine Tochter, Emmy, geb. den 8. Aug. Markus- gemeinde. 4. Sept.: dem Fabrikarbeiter Jakob Müller ein Sohn. Wilhelm Georg Adam, geb. ben 15. Juli; dem Fuhrmann Marl Wolf ein Sohn, .Friedricv, geb. den 6. Aug.; dem Kauf­mann Edgar Borrmann ein Sohn, Julius Reihold Hans Hein­rich Ferdinand, .geb. den 31. Juli. . Lutasgemeinde. 4. Sept.: dem Lolomotivhn-er Ludwig Heiiß ein Sohn, Ludwig Heinrich Wilhelm Friedrich Arthur, geb. den 14. Aug. Io- hanneSgemeinde. 4. Sepll: dem Schneider Siarl Hofmann eine Tochter, Anna, geb. den 29. Mai..Militärgemci. nde. 31. Aug.: bem Musiker Arthur Riemann eine Tochter, Emma Enta, .geb. den 11. Juli.

Getraute.

Markusgemeinde. 3. Sept.: Heinrich Alwin Hermann Andreas, .Schlosser zu Gießen, und Therese Christine Sauer, Tockuer des oerftoebenen Pl-otographen Heinrich Sauer zu Gießen. Johannesgemeinde. 3. Sept.: Andreas Heinrich Wil­helm Eidmann, Maufmaiui zu Gießen, und Lina Marie Ruhl, Tockster des perftorbenen llniversitütsdieners Johannes Ruhl zu Gießen.

Veerdigte.

Matthäusgemeinde. .4. Sept.: Karl Friedrich Aug. Ludwig Huber, .Bureaugehllse, Sohii bei verstorbenen Schlossers Joseph Huber, 25 Jahre alt, starb den 2. Sept. 6. Sept.: Christian stemmer, Großh. Pfandmeister i. P., verheiratet, 74 I. alt, starb den 4. Sept.

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Monatlich» iicbrrßdjt der TodrsMr in Sirßkn.

Monat Angnft 1904.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 öOO (infl. 1600 Mami Militär) SterblichkeitSziNer: 26,3

nach Abzug von 21 Ortsiremden: 19,8 *7oo.

Kinder

ES starben an: Zusammen: (

Erwachsene:

im

vom

Dyplstherie

1(1)

L Lebensjahr:

215. Iaht Kl)

5<eud)t)uften

3

3

TyphuS

1

1

Tuberkulose der Zungen

6(2)

5(2)

_

1 '

Tuberkulose anderer Organe

3(2)

3(2)

Lungenkararrh rc.

2(1)

1

1 (1)

Schlagfluß

1

1

Herzkrankheiten

2(1)

2(1)

Darmkalarrh

9(1)

9(1)

Atrophie

1

1

Lebellsichwache

3(2)

3(2)

BÜsarUgen NeubUdilngeii

9(6)

9(5)

Alterskrankheiten

3(1)

3 (1)

anderen Kankheiten

10 (4)

5(4)

3

2

Gewaltsamer Tod

4 (1)

4 .1)

Sununa: 58 (21) 33 (16) 20 (3) 5 (2)

An nm Die tn Klammern gesetzlen Zlsfeni geben an, rote viel der Todesfälle in der betreffenden Kra»ikbert auf von cnrswarts nach Gießen gebrachte Krarcke kommen.

ÄDahiia«

\jrK \y Aecht nur in versiegelten grünen Packeten ä 30 u 50 Tötet sicher alle Insecten sammt Brut.

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