wirb daher 6ie Verantwortung dafür M kragen haben, wenn sich aus den Tarifverträgen für unsere Gesamtwirtschaft em Ergebnis herausstellt, von dem man nur wünschen kann, daß es die Steuerkraft unseres Vaterlandes nicht allzu ungünstig beeinflußen möge.* Russische Papiergel d w i r t s ch a f t. Im letzten Ausweis der Russischen Staatsbank wird» hervorgehoben, daß Rußland äußerst ergiebige, einige Kvnsumländer dagegen sehr schwache Ernte haben. Da die Krediteinschränkung den russischen Getreide- expvrt hemmen könnte, sei die Möglichkeit weiterer Emissionen ins Auge gefaßt. Bei einem Geldvorrat der Staatsbank am 23. August von 944 Mill. Rbl. könnten sogar sehr beträchtliche Emissionen keinerlei Bedenken in Betreff der Stabilität der Valuta erregen, umsomehr, da die Noten bald wieder in die Bank zurückfließen dürften. Bei einem Notenumlauf von 800 Mill. Rubel muß die gesetzliche Golddeckung mcht weniger als 500 Mill. Rubel betragen, sodaß jetzt als Ueberschuß der Golddeckung 440 Mill. Rubel vorhanden seien. Der beträchtliche Goldschatz der Neichsrentei fungiert natürlich nicht in dem Bankausweis.
Kirchliche Wachrichlen. Katholische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag, den 10. September 1904.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.
Sonntag, den 11. September 1904.
16. Sonntag nach Pfingsten.
vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Airsteilung der heil. Kommunion.
, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
„ um 9 7t Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 27, Uhr: Andacht.
Montag abend 67- Uhr ist Jubiläums-Andacht mit Segen. Donnerstag vormittag um 7 Uhr ist Segensmesse.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
BoranSstchtliche Witterung in Heffen für Sonntag den ,11. September: Fortdauernd heiter und trocken, bei kälterer Nacht tagsüber etwas wärmer, stellenweise Morgennebel.
Auch für die nächsten Tage keine wesentliche Aenderung. Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Neueste Mewungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Steinhorst, 10. Sept. Der Minister des Innern Freiherr von Hammerstein erklärt, er habe nichts davon gewußt, daß Freiherr von Mirbach an die Oberpräsidenten geschrieben habe. Dies sei vielmehr ein selbständiger Akt des Oberhofmeisters gewesen. Es sei daher erklärlich, daß er im Abgeordnetenhause eine erschöpfende Antwort nicht geben konnte. Der Minister erklärte weiter, daß er mit größter Ruhe der Interpellation im Abgeordnetenhause entgegensetze. Er klebe nicht an seinem Amte. In 14 Tagen sei er wieder in Berlin und werde mit frischen Kräften sein Amt weiter fuhren.
Gera, 10. Sept. Ueber das Befinden des Fürsten Herbert Bismarck in Friedrichs ruh erfährt die Geraer Zeitung aus zuverlässiger Quelle, daß der Fürst sehr schwer magenkrank ist und hoffnungslos darnieder liegt. Professor Schwenninger ist fortgesetzt um den Kranken bemüht. Ein Hamburger Arzt siedelt zu ständigem Wohnsitz nach Friedrichsruh über. Ob die Krankheit Magenkrebs ist,
Kekanntmachung.
In der Zeit vom 3. bis 10. September 1904 wurden in hiesiger Stadt
gefunden: 1 Peitsche, 1 goldenes Medaillon mit zwei Photographien und 1 Brille mit Futteral, verloren: 1 Portemonnaie mit 90 Mk. Inhalt, 1 Portemonnaie mit ca. 3 Mk. 75 Pfg. Inhalt und 1 Rohrstock mit silbernem Griff;
zugelaufen ist 1 brauner Jagdhund, entlaufen: 1 braune Dogge und 1 Pinscher.
Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, am 10. September 1904.
Großherzvglicbes Rolizeiamt Gießen, herberg.
Kekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Erlengasse von Montag, den 12. l. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.
Gießen, den 9. September 1904.
Großherzvglicbes Volizeiamt Gießen.
__________________Herberg._______________'
Kekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisattonsarbeiten wird die Plockstraße von Montag, den 12. l. Mts. an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradvcrkehr gesperrt. Gießen, den 9. September 1904.
Großherzogliches Volizeiamt Gießen. Herberg.
Mobiliar-Versteigerung.
Dienstag den 13. September, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich in dem Hause Seltersweg 79 (Kaisergarten) in gefl. Auftrag den Mobiliar-Nachlaß des verstorbenen Rentners Christian Busch, bestehend in:
Möbeln und Hausrat, Gold, Silber, Uhren, Kleidern, Weißzeug u. s. w.
Um 5 Uhr wird daselbst versteigert:
1 Dezimalwage, Gaslüstre, Gaslampe, Gaslampe mit Firmenschild, Wasserleitung mit Zubehör, Schutzwand mit GaSlettung, diverse Milchglasglocken, mehrere Gasleitungen, 1 Garteneinzäunung mit Pfosten und Drahtgeflecht, 1 Weingestell usw. 7252
G. Schneider, Gerichtstaxator.
Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen
beehren sich anzuzeigen
05192
Wilhelm Loh und Frau Hedwig geb. Köhler.
Giessen, den 9. September 1904.
Brüder schweigen sich Vie Aerzte aus. Schwellungen in der Magengegend bereiten dem Kranken viele Schmerzen. Jedenfalls trifft es zn, wenn behauptet wird, der Fürst sei nicht unbedenklich erkrankt.
Metz, 10. Sept. Heute nacht ist an den Baracken de§ Metzer Infanterie-Regiments Nr. 98 am Deutschen Tore der 49 Jahre alte Invalide Julius Huber von einem Unteroffizier des genannten Regimentes durch einen Schuß aus einem Jnfanteriegewehr tätlich verwundet worden. Huber stand dort mit noch zwei anderen Männern und war mit dem Unteroffizier, der ihn aufforderte sich zu entfernen, in einen Wortwechsel geraten. Nachdem er dreißig Schritte weit gegangen war, fiel plötzlich ein Schuß aus dem Bretterzäune des Lagers und Huber stürzte getroffen nieder. Seine Begleiter liefen davon. Nach einer halben Stunde fanden ihn Laternenauslöscher und schafften ihn ins Hospttal. Der Schuß war ihm in die Weichteile eingedrungen und am Rückgrat wieder herausgekommen. An seinem Aufkonrmen wird gezweifelt. — Das Kinderfräulein Martha Pest er aus Düren ist von einem Ausgange am 6. September nicht mehr zu rück gekehrt. Man befürchtet, daß ihr ein schwerer Unfall zugestoßen ist.
Paris, 10. Sept. Die Dauer des Pariser Aufenthaltes der Prinzessin Luise von Ko bürg .ist noch! unbestimmt. Man erwartet nach der Abreise des Tr. Stimmer die Ankunft einer hochstehenden Wiener Persönlichkeit, einer älteren Dame, die Wahl manche Sckmneriqkeiten .wird beseitigen können.
Wien, 10. Sept. Der Pariser Korrespondent der Neuen Freien Preffe hatte ein längeres Gespräch mit der Prinzessin Luise, bei welchem Dr. Stimmer und Frau Stöger anwesend waren. Die Prinzessin bewohnt im Zentrum von Paris ein Hotel, das vorläufig nicht genannt werden soll. Die Prinzessin erklärte, daß sie den Gedanken an die Befreiung stets festgehalten habe. Immer habe sie sich verstellen müssen. Selbst ihren Arzt und die berühmten Psychiattker
PeterAvurg 10. Sept. KuropaEu hat keine Nachricht ^er bas Schicksal seiner Nachhut. Es heißt, daß das sibi- rrlcye Armeekorps von den Japanern größtenteils erfeLckt worden Jet und alle Geschütze entgeh® habe.
f . Petersburg, 10. Sept. Ter „Nmvy Krai" berichtet in ferner Ausgabe vom 30. .August ans Grund von Aussagen eines Cchnresen, dag em japanischer General bei Chaosangg g e t ö t e t worden sei. Ter Namen des Generals sei noch nicht ■ bevxnnt.... Das Muurtions-Depot der Japaner bei Litungke rft; durch eme russische Granate zerstört worden. Wie das Blatt weiter berichtet, gebrauchen die Russen nur filtriertes.Wassers nachdem die Japaner die Quellen verstopft haben.
Wien, 10. Sept. Hier verlautet, daß in einem der l^teu Treffen Mischen den Russen und Japanern der ö streicht s che Hauptmann Graf Szeptycki, der vom östreichischen ©enerctD» stabe in besonderer Mission ins russische Hauptquartier eutswldt !™T/ verwundet worden ist. Graf Szeptycki ritt nette des Generals M-.schtschenko, als ihn eine Äugel traf.
London, 10. Sept. Aus PeterAbMx wird nach'einer Mitteilung des Statthalters Alexejew gemeldet: General Meyendo-rff hat mit der Nachhut Mukden itodL nicht erreicht. General Stackelberg hat das Komimmdo, des 1. sibirischen Korps' noch beibehalten. Man hofft, baßJ die Eröffnung der Bahn um fen Baikalsee, die heutLij zum erstenmale benutzt wird, die TransportschwierigkeiLert vermindern wird. — Nach einer Depesche aus Tokio verlautet dort, eine Anzahl Russen aus Kamtschatka seiend auf der Insel Simusir im Kurilen-Archipel gelandet und hätten alle Frauen und Kinder massakrier^ Die Männer waren sämtlich auf Fischfang abwesend. —- Eine Meldung aus Mukden besagt: Die Schlacht ’Gtit Li auf ang erinnere an die blutigsten Schlachten des amerikanischen Sezessionskrieges. Die Russen gefeit zu, daß! ihre Stellungen bei Liaujang zu ausgedehnt waren, irnti sie mit ihrer Armee zu halten. Wahrend des Rüctzug^j der Russen zeigten die Japaner wenig Unternehm-, ungslust und erkannten die ernste Lage des' GegUxrZ! nicht._________________________________________________
Telephonischer Kursbericht.
habe sie irre geführt und getäuscht. Nur aus diese Weise sei ihr Zweck zu erreichen gewesen.
Petersburg, 10. Sept. Der neue Generalgouverneur von Finland, Fürst Obolenski, erklärte zahlreichen ftn- ländischen Deputationen, der Zar wünsche nicht, daß die deutsche Sprache unterdrückt werde, er verlange aber, daß alle Staatsbeamte die russische Sprache beherrschen. Falls die Finländer die verstärkte Opposition aufgeben, werde er beim Zaren die Aufhebung der von dem früheren Generalgouverneur Bobrikow getroffenen Maßnahmen erbeten.
LJ !___I ♦
Vom Kriege.
Petersburg 10. Sept. Dfe Gerüchte, daß Kurv Fatkin verwundet sei, sind dadurch entstandeu, daß ihm zwei' Pferde unter dem Leibe erschossen wurden. Er selbst blieb unverletzt.
Mukden, 10. Sept Die Verluste der beiden Armeen während der Kämpfe um Lian fang sind ungeheuer. Die Zahl von 50 000 Mann, welche von feit Kriegskorrespondenten angegeben wurde, bleibt weit hinter der Wahrheit zurück. — Eine fapanische Armee 'bon 40000 Mann soll sich auf fern Wege nach Mulden befinden.
S78% Reichsan leihe , , 102.50 S0/g do. . . . 89.90 8V,% Koneols .... 101.90 3% do. . . . . . 89.80 31/g% Hessen .... 100.00 37? % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Ooldrente . . 101.75 47s % Oesterr. Silberrente 100 30 4% Ungar. Goldrente . . 100.15 4<>/o Italien. Rente . . . 104.30 4V, % Portugieser » . . 62.20 8°/ Portugiesen. .... . 61.40 1 % C. Türken ... . —.— Türkenlose ...... —.— 4% Griech. Monopol.-Anl. 48.00 41/. % äussere Argenfiner —.—
30/0 Mexikaner .... 27.85i 41/85/o Chinesen . . ‘-.z. 9&301 Electric. Sch ackert .... c —.—\ Nordd. Lloyd . . . 103 801
Kreditaktien . . . . . 204.00i Diskonio-Kommandit. . . 19050’ Darmstädter Bank . . 14230'
Dresdener Bank .... —.—< Berliner Handelsges. . . —.— Oesterr. Staatsbahn . . . 136.90
Lombarden . * . e• L« 18.70
Gottbardbahn . . . . . 189.50
Laurahütte . . . . :. . 252.50
Bochum 209.75;
Harpener ...... 222.20- Tendenz: still.
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Bekanntmachung,
Cinguarkiernng betreffend.
Die Stadt Giesten wird am 20. und 21. September d. I. mit 170 Offizieren, 8500 Mann und 223 Pferden belegt. Dieselben sollen in geeigneten Quartieren bei Privaten und in Wirffchaften gegen entsprechende Bezahlung untergebracht werden. Wir beab- sichttgen hierbei vor allem die zur Zeit benutzten Quarttere auch an diesen Tagen wieder in Anspruch zu nehmen imb setzen, wenn nichts Gegenteiliges mitqeteilt wird, das Einverständnis derQuar- trergeber voraus. Bezüglich der noch werter unterzubringenden ungefähr 50 Offiziere, 1500 Mann nnd 150 Pferde werden wertere Anmeldungen bis spätestens 10. d. Mts. entgegengenommen.
Die Vergütung betragt:
für einen Offizrer ohne Verpflegurrg 2 Mark,
für etwaiges Frühstück 50 Pig.;
für einen Mann mit Vervflegung 2 ML, ,e .
ohne Verpflegung 40 Pfg.; _ ... ¥ ; > •
sirr ein Pferd ohne Futter 30 Pfg. V <7
Gießen, den 3. September 1904. , B7»
Großherzogliche Bürge-meisterei Gießen.' ____________________I. V.: Eurschmanir.____________________ Grummet-Bersteigeenrrg.
Fürst!. Solmsische Oberfvrsterei Hohensolms.
Montag den 12. September 1904, vormittags 9 Uhr: Gemeinde Oberlemp. 36 Morgen. Anfang: ^Auf der Vetter".
Nachmittags 4 Uhr: Gern. Mudersbach. 24 Morgen. Anfang: „Teich" Nr. 1.
Dienstag den 43. Septrurber, vormittags 9 Uhr:
Gemeinde Erda. 40 Morgen. Anfang „Krähwiese".
Nachmittags 4 Ithr: Gern. Hohensolms. 58 Morgen. Anfang: „Bornwiese^. Die Wiese an der ^Lohmühle" wird mitverfteigrrt. D1%
Mittwoch den 14. September, nachwiLtags 4 Uhr:
Gem. Frankenbach. 34 Morgen. Anfang: „Langwiese".
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