Ausgabe 
10.8.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 186

Erscheint täglich

außer Sonntag-.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfischen Landwirt die Gießener Zamilien« Hättet viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Brühl 'sehen Univers.-Buch-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Erveditüm und Druckerei: chchulstratze 7.

Adreffe für Depeschen: Anzeiger Gießen.

Fernsprechanfchluß Nr 51.

Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Mittwoch 10. August 1904

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger ** **

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

verngSpreiOr monatlich7b Ps^ viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch die Post Mk. 2.viertel» jährt, ausscht. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür bie TageSnummer bis vormittags 10 Uhr, ZellenvreiS: lokal 12 PI, auSwärtS 20 Psg.

Verantwortlich für den votit. und allgem. Dell: P. Witiko: für ,Stadl und Land^ und .Gerichtes aal August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

3>tc yeuttge Ynmmer umfaßt 10 Seiten«

Amtliche Nachrichten über Viehseuchen.

Im Gehöft des Landwirts Bathasar Cramer II. zu Fellingshausen (Kreid Biedenkopf) ist ein Rind an Rauschbrand gefallen. Es ist Gehöftssperre angeordnet.

Bei einem Schwein des Jost Lau b er II. zu Breid en- llein (Kreis Biedenkopf) ist die Rotlausseuche (Backstein­blattern) amtlich festgestellt worden. ES ist Gehölstssperre angeordnet.

Zier Krieg Mischen Japan und Ausland

Angriffe auf Port Arthur.

Ein Telegramm Alexejews an den Kaiser vom 7. August tautet: Stößel meldet unterm 27. Juli aus Port Ar­thur: Heute von 5 Uhr früh an eröffnete der Feind aus starken Butterten das Feuer gegen unsere ganze Front. Darauf ging er zu Angriffen auf der ganzen Front vor, besonders gegen den Berg Jwpilatsu, 17 Werft von Port Arthur. Gegen 8 Uhr abend war der Feind mit unge­heuren Verlusten auf der ganzen Linie zurückge­schlagen. Ich bleibe in meinen Stellungen. Zwei Tage haben wir uns auf unseren vordersten Positionen gegen den bedeutend stärkeren Feind gehalten.

Vom 30. Juli meldet Stößel: Heute um 4 Uhr früh begannen die Japaner, ungefähr fünf Divisionen stark, den Angriff gegen unsere Stellungen auf den Wolfsberg en, acht Werst von Port Arthur. In Anbetracht der großen Ueberlegenheit des Feindes unfern schwachen Stellungen gegenüber erhielten unsere Truppen den Befehl!,! sich auf keinen Kampf etnzulafsen und sich aus die nächste Position zurückzuziehen. Der Rückzug wurde in vollständiger Ordnung ausgeführt, wobei die Artillerie zur Deckung desselben ein wirkungsvolles Feuer gegen den Feind eröffnete und seinen Angriff zum Stehen brachte. Unsere Verluste sind noch 'Vicht festgestellt, aber jedenfalls gering, die Verluste der Japaner dagegen sehr bedeutend. Die Japaner verfügten in den Kämpfen vom 26. und 27. Juli über ungefähr 7 0000 Mann und eine bedeutende Anzahl von Belagerungsgeschützen. Die Stimm­ung der Truppen ist ausgezeichnet, der Gesundheitszustand ist gut.

Eine andere Depesche aus Mukden berichtet: Rach mehreren abgeschlagenen Angriffen der Japaner auf die vor­geschobenen Posten der Ruffen bei Port Arthur gingen die russischen Truppen infolge erdrückender Uebermacht des Feindes in vollster Ordnung mit Gesang und Musik auf den Wolfsberg zurück. Die Japaner, augenscheinlich durch den zweitägigen Kampf erschöpft, verfolgten die Russen nicht einmal. Auf dem Schlachtfelde wurden die ver­wundeten Japaner von den Ruffen aufgelesen und ihnen ärztliche Hilfe zu teil. Am 28. Juli ergriffen die Japaner abermals die Offensive. Die Ruffen gingen jedoch, ohne den Kamps aufzunehmen, in die Festung zurück.

Zn Port Arthur eingeschloffen oefinden sich auch einer Mitteilung desOsfizierblatteS" zu­folge zwei deutsche M a rineoffizie re , Korvettenkapitän

des Kaisers Nikolaus veröffentlicbt, in welcher es heißt: Ich hoffe, daß mein Volk, würdig den heiligsten tteberlieferrmgen der russi­schen Raffe, Port Arthur mit Tapferkeit, Entschiedenheit und Treue verteidigen wird; ich rechne daraus, daß die Ossiziere die Mann­schaften ermahnen werden, die Fabne hochzuhalten aus diesem kleinen Teile Rußlands, der jetzt vom Mutterlande getrennt ist. Zu meinem Volke habe ich das Vertrauen, daß es die Soldaten unterstützen wird. Die Botschast wurde den Soldaten vorgelesen und von diesen mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Ebenso bei­fällig wurde ein Telegramm Kuropatkins ausgenommen, das die Bevölkerung auffordert, sich gut zu halten, da er ihr vor August nicht Hilfe bringen könne.

Die russische Zeitung Nowi Krai in Port Arthur, die in der belagerten Festung noch immer erscheint, ist in einigen Exemplaren nach Tschifu. gebracht worden. Sie enthält eine sehr lebensvolle Schilderung der schweren Kämpfe, die allerdings schon mit dem 27. Juli abbricht, aber ent)em sie sich in Widerspruch mit den Meldungen Stössels setzt, die Eroberung des Wolfsberges durch die Japaner bestätigt. Dieser Bericht lautet wie folgt:

Bei Tagesanbruch am 27. begann der heißeste Kampf des dreitägigen Angriffes unter glühender Sonnenhitze. Der rechte fräissische Flügel unter dem Kommando des Generalmajors Kvndradento sah sich gezwungen, eine furcht­bare Beschießung auszuhalten, auf die die Russen bedacht­sam antworteten. Die Marinebatterie war wiederum das Ziel für das heftigste Feuer, und wurde zum Schweigen gebracht. Von der Marinebatterie aus sahen Beobacht­ungsposten gelegentlich. Granaten in den anderen Batte­rien krepieren. Mit der Zeit wuchs die Genauigkeit des japanischen Feuers. Die russische Infanterie lag mittler­weile, einen Angriff erwartend, in den Schanzen und war passiver Zeuge des gigantischen Duells. Sie lag gut ge- oeckt und wurde nur von wenigen Granaten getroffen. Um 9 Uhr kündigte der Schall von Salvenfeuer an, daß der Sturm bevorstehe, und er folgte sofort. Eine Stunde lang gingen die Japaner unerschrocken in einem Feuer vor, das wie tausend Salven in einer einziaen gleichzeitigen Explosion beschrieben wird. Dann kam Der japanische Angriff zum Stehen. Die Russen jubelten, aber in diesem Augenblick kam die Mitteilung -von General Stössel, daß der furchtbare Vorstoß auf die rechte Flanke lediglich eine Maske gewesen fei, um die Konzentration der Japaner auf der linken Flanke, deren Schlüssel der Wolfshügel war, zu verschleiern. General Stössel be­fahl General Kondratenko zu sich> der sofort mit seinem Stabe zu ihm hinsprengte. Nach kurzem Ritt sah der General sich genötigt, zwischen zwei Wegen zu wählen. Ein längerer Weg war gedeckt gegen Feuer und ein kürzerer führte durch ein von den Granaten bestrichenes Tal. Gott ist den Tapferen gnä b t g", sagte der General und galoppierte unverletzt durch das Tal. Gegen Mittag stellten die angreifenden Japaner plötzlich das Feuer ein, und die Beobachter durch die Ferngläser sahen, wie sie in aller Eile eine Reismahlzeit einnahmen. Späterhin wurde dieser Flügel der Russen wohl noch gelegentlich durch das Einschlagen einer gewaltigen Granate an die Anwesen­heit der Japaner erinnert, aber das Schlimmste war vor­über. Unterdessen entwickelte sich der Hauptangriff, der mit der Eroberun g des Wolfs-Hügels endetet

Zn der Mandschurei.

schang zurück, wo, wie man annimmt, eine EntscheidungS

WieDaily Telegraph" aus Tschifu meldet, wird in den ' ~)a9 w0'.

ketzten dort aus Port Arthur eingetroffenen Zeitungen eine Botschaft | schlacht statthaben wird.

Die Ruff. Telegr.-Agent. meldet and Mukden vom 8. ds.: Rach Gerüchten ziehen sich die russischen Truppen der Südfrout von Hoitschöng auf die Anhöhen von A n s ch a n t-

Hosfmann und Leutnant z. S. von Gtlgenhermb, die seinerzeit abgesandt wurden, um den Operationen der russi­schen Flotte zu folgen.

Botschaft des Zaren au die Verteidiger Port Arthurs.

Die Japaner bestellen Pferde.

Die Gebrüder Polkfort-Worth in Texas erhielten von der japanischen Regierung den Auftrag zur Lieferung von 100 000 Pferden.

Briefe von Alexejew nnd Kuropatkin.

Der russische Generalstabskapitän Potte ist vom Kriegs­schauplatz in Peterhof angelangt. Er überbrachte Briese von Alexejew und Kuropatkin. Letzterer teilt mit, es sei ihm ge­lungen, 6 5 000 Projektile über Jnkou nach Port Arthur zu senden. Er aber, Kuropatkin, brauche dringend Schnellfeuerkanonen.

Ruffische Verstärkungen.

Nach Petersburger Meldungen steht die M obilisierung des 13. Armeekorps (Smolensk) unmittelbar bevor.' Dagegen will man die von Kuropatkin dringend begehrten kaukasischen Korps aus Besorgnis vor politischen Schwierigkeiten nicht nach Ostasien entsenden. Das Ansuchen von 250 kaukasischen Offizieren, unter Kuropatkin dienen zu dürfen, wurde in Petersburg abgelehnt.

Die Ostseeflotte geht wahrscheinlich am 16. August nach dem fernen Osten ab. Der Kommandant Admiral Goschdjest- wensky hißte bereits seine Flagge auf dem Panzerschiff Suworow". Im ganzen besteht die Flotte ans 60 Schiffen, darunter 8 Panzerschiffen und 9 Panzerkreuzern. Die Flotte soll in 60 Tagen ihren Bestimmungsort erreichen.

Verproviantierung der Japaner.

Die Russische Telegraphenagentur meldet aus Mukden vom 9. August: Die Japaner benutzten die Eisenbahnlinie Schanhaikwan-Jnkau zur Verproviantierung der Armee. Es heißt, daß fte längs derselben Linie ihre Truppen mit der Bestimmung nach Hsinrnintun mobili­sieren.

Eine japanische Proklamation an die Chinesen.

DerStandard" meldet aus Schanghai: Die Japaner erließen in Riutschwang eine Proklamation des In­haltes, daß die Japaner Krieg führen, um das Volk van­der russischen Tyrannei zu retten und die Mandschurei, die Heimat der Dynastte, wieder freizumachen. Die Prokla­mation schließt mit der Aufforderung zum Gehorsam gegen die japanischen Gesetze.

Japanische Grausamkeiten.

Zu diesem Thema erhält das$8. T." folgende Zuschrift eine- russischen Offiziers: Charbin, 22. Juni (5. Juli) 1904. Im Hospital liegend, lese ich alle Zeitungen und wundere mich, daß nach all den Grausamkeiten, die unser Feind vollführt, und die in Gegenwart von ausländischen Agenten zu Protokoll genommen werden, dennoch ausländische Zeitungen alles für Verleumdung halten. Daher sei es mir erlaubt, einen Vorfall (nur einen von den vielen) zu beschreiben, der am 10. (23. Juni) in der nächsten Nähe des Dorfes Ceudjaja stattiand. Unsere Regimenter, die dott unter Kommando des Generals Mischtschenko auf der Position standen, mußten der Uebermacht weichen und konnten tm ersten Augenblick nicht alle Schwerverwundeten aufiesen. Unter ihnen befand sich auch ein junger Leutnant der 4. Sotnie des 1. Tfchetin- schen Kosakenregiments, Nikolas Tokenakow. Er war am Haffe und am rechten Knie schwer verwundet. Die Sotnie war eben verschwunden, als mein Kamerad einen japanischen Dragoner- soldaten sah, der beim Anblick des Leutnants Tokmakow sofort vom Pferde sprang und sich ihm auf drei bis vier Schritt näherte und längere Zeit zielend drei Kugeln auf den schwer verwundeten, am Boden liegenden Offizier abgab. Die eine Kugel traf daS Genick und zwei Kugeln den linken Ellenbogen. Nur die schnelle Rückkehr unserer Kosaken verjagte dentapferen* Verteidiger der Ehre des Landes der aufgehenden Sonne. Die Verwundungen meines Kameraden sind derart, daß unsere Aerzte der Meinung sind, daß die drei letzten Schöffe deshervorragend humanen" japanischen Dragoners mit der KugelDum-Dum" in einer engen Derbinoung

Kunst und Litteratur.

C. K. Neues von Rubens. Tie prächtige Gestalt des großen Malerfürsten Peter Paul Rubens wird durch ein jüngst erschienenes Buch von Robert Vischer (Peter Paul Rubens", Berlin 1904) mit einer Fülle von Zügen ausgestattet, die seine reiche allseitige Persönlichkeit und feine soziale Stellung in einem neuen Lichte erscheinen lassen. So teilt Viscljer eine Stelle aus einer Sclbstbiographie des dänischen Leibarztes Otto Sperling mit:Mir besuchten auch den weit berühmten und kunstreichen Maler Rubens, den wir gerade bei der Arbeit trafen, wobei er sich zualeich aus dem Tacitus vorlesen ließ und daneben einen Brief diktierte. Ta wir uns nun still verhielten und durch Reden nicht stören wollten, begann er selbst mit uns zu sprechen und fuhr dabei ununterbrochen fort in seiner Arbeit, ließ sich weiter vorlesen, hörte nicht auf, den Brief zu diktieren und antwortete auf unsere Fragen. Darauf ließ er uns durch einen seiner Diener überall in seinem herrlichen Paläste herumführen und uns seine Antiquitäten und die griechischen und römischen Sta­tuen zeigen, die er in großer Menge besaß. Wir sahen dort auch einen großen Saal, der keine Fenster hatte, sondern sein Liclst durch eine große Oeffnung mitten in der Decke erhielt. Da saßen viele junge Leute, die alle an verschiedenen Stücken malten, welche mit Kreide von Herrn Rubens vorgezeichnet waren und auf denen er hie und da einen Farbenfleck angebracht hatte. So nHcr genialen Kräfte voll war der Geist des Malers, daß er wie Cäsar viele Tinge auf einmal verrichten konnte; und nur so ist es erklärlich, daß er eine solck>e Anzahl zum Teil riesen­großer Gemälde mit Bewegung nird Farbenpracht erfüllte, wenn­gleich freilich viele seiner Entwürfe in seiner Werkstatt bann aus- gesührt wurden. Durch diese unvergleichliche Produkttonskrast schuf er nid)t nur eine ewige Welt der Schönheit, sondern cnwarb durch seiiil- ^l.iuzenden Einnahmen arofoen Reichtum. AIS ihm der Londoin r Aid,»mist Brendel einst davon sprach, daß er den Stein ber Weisen unb bie Golbmacherknnst nun bald gefunden laben merf . und RnbcnS den Vorschlag wachte, gegen einen Barsch.ls n n Gewinn mit ihm zu teilen, da antwortete der

I .cfimb:Meiste, Brendlin, Ihr kommt nut Eurer Kunst nm zwanzig Vvilyrc zu spät, beim um selbige Zeit schon habe ich ourch den Pinsel und die Farben den rechten wahrhaften Stent bet Weisen gesunden " Und so glücklich war seine Natur organisiert,

daß er selbst während er alle Leidenschaften und die entfesselten Triebe bacchantischer Lust in seinen Werken anstoben ließ, selbst in ruhiger, glücklicher Ehe lebte und fast asketisch karg im Essen und Trinken war; ja, dieser Maler des warinen, üppigen Fleisches und der tierischen Wildheit war selbst beinahe Vegetarianer, weil er glaubte, daß FleiMost dumpf nnd arbeitsmüde mache. Schon sehr früh stand er auf, im Sommer bereits um 4 llhr, und malte dann den Vormittag. Eine Stunde vor dem Mittagessen hielt er inne, um sich mit etwas anderem, mit Politik oder Literatur, zu beschäftigen. Raclnnittags matte er wieder, bis der Abend herniedersank. Dann ließ er sich eines seiner schönen andalusischen Rosse vorführen und sprengte -u einem erfrischenden Ritt ins Land hinaus. Seinen leuchtenden und starken Farben hielt er Schwarz und Weiß möglichst fern, weil sie ihm das rauschende Fortissimo seiner Klänge zu dämpfen schienen. Er berühtt sich in seiner Maltechnik mit Arnold Böcklin, und Bischer führt häufig Bemerkungen des modernen Malers an, die auch für die Kunst des Rubens Geltttng haben. Der große Vlame stand mit allen berühmten unb bedeutenden Gelehrten im Briefwechsel: auch als Tiplomat mar er vielfach tätig unb wahrhaft königlich war das Ansehen und die Ehrerbietung, .bie er genoß. So glich denn auch fein Begräbnis dem eines großen Herrschers. Vor dem Sarge her wurde auf schwarzsamtnem Kissen eine goldene Krone getragen, weilder Fürst der Maler gestorben", und es warb ber Leichnam von ben höchst betrübten jhinftlicbenben zu seinem Ruhebett begleitet; sein Raine aber wird immer grünen Unb die geschäftige Fama seine Tugend gegen alle vier Ecken der Welt mit ilyren Ruhmtrompeten ausblasen." So erzählt der biebere beutsche Maler Smidrart. *

Wagner- und Backdenkmal in Leipzig. Außer einem Wagrrerbcnkmal wird Leipzig nun auch ein Bachdenkmal erhalten. An jenem arbeitet Maz Klinger, an diesem Karl Seffner. TaS BaclHenkmal, m großen Dimensionen anö gefühtt, lvivd an ber Westseite der Tyomaskirche ausgestellt wer den, deren Kantor ber Komponist bekanntlich nmr. ÄesfnerS En< wurf zeigt nach derLeipz. Ztg." ben größten Meister pro le ftantifdici Kirchenmusik als geistvoll belebte Persönlichkeit, mitten in seinem Wirken. In imvosanter Erscl>einuna tritt Bach mit ber ganzen Gewalt seine- Wesens vor Augen. Scssner- stellt ihn dar, bie Rotenrolle in der Linken, die Rechte leicht erhoben.

Bach erscheint in der Kleidung seiner Zeit, den ausdrucksvollen Kopf nach vorn gewendet. Wie erinnerlich, wurde Bachs wohl- erbaltener Schädel 1894 beim Bau ber neuen Johanniskircbc gefunden und von dem kürzlich verstorbenen berühmten Ana­tomen His mtiviberleglid} identifiziert, lieber diesen Schädel bat Seffner mit Hilfe des Haußmaunschen Pvrttäts die bekannte Bach- büste modelliert. .Ihre Züge sind auch dem Mvnumcntalbilde eigen.

München 9. Aug. Ter bekannte Geograph und Reisende Friedrich Ratzel, zuletzt Professor in Leipzig, ist in Ammerland am Starnberger Sec- am Herzschlag gestorben.

Woerls Reiseführer (Leipzig) erfreuen ficb beim reisenden Publikum besonderer Beliebtheit, da sie rasche unb fiebere Orientierung Über Stäbte unb Gegenben, bie man zu besuchen wünscht, erntdglitien. Ju kurzer und knapper Form nnterridrfcn diese Führer über alles Sehens- unb Wissensuvrte des betreffenden Ottes, ein Stadtplan, Kartenbeilagen und Abbildungen unter­stützen den Te.pt in wirksamer Weise. Tazu kommt noch, baß ber Reisende burdi bie Baubchen in icber Weise über bie vorteil- haftefb' Art ber Ausnützung her mehr oder minder kurzen Reise­zeit aufgellart wird, mohitrdr sich der niebrige Preis von 50 Pfg. für das einfache und l Mk. für bas Tovpelbänbcinm reichlich bezahlt niad/t. So bat sich beim der Woerische Reifebücherverlag veranlaßt iresehen, nach und nach gegen 600 solcher kleiner Führer l)erauszugeben, und es nnrb wobl keine hebentenbc Stabt. Gebirge oder Tal in Deutschland sieben, über das niclU ein solcher hanb Ii(ber Führer existiert, brr kurze, rrfdiövfende unb zuverlässige Auskunft in allen Dingen erteilt unb bie Steife erst zu einer tatsächlich genußreichen unb lobneuben gestaltet. Aber nicht aus TeutsMand allein beschr.ftikt sich, der Woerlschr Verlag illxn 100 Führer informieren Touristen usie Gesä>äitsreifende über die schönsten, interessantesten Punkte Ccfkvrcidv Ungnmo, je 20 über die von Belgien und Holland, sowie Italien, der Schwaz ;c unb selbst über verschiedene außereuropäische Länder. Lre^i schon in hu sei

Bortrefslichkeft b i Wocrliäien Führer, so gebt biefr speziell auch daraus liervor ^ili dieselben in einzelnen Füllen bereit- 28 Äefr lagen überschritten ho den.