Ausgabe 
10.2.1904 Erstes Blatt
 
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des Barometers gemessen, die Höhe jenes zweiten Punktes etwa aus der Karte entnommen, somit also die Höhendifferenz der beiden Punkte bestimmt werden, so sind damit die nötigen Voraussetzungen gegeben, um auch die horizontale Entfernung der beiden Punkte durch einfache Rechnung oder graphisch zu finden. DieS kann für den Touristen von praktischer Be­deutung werden, unter Umständen ist eS sogar, wie der Vor­tragende im Rhätikon beim Abstieg von der Salzfluh im Nebel selbst erfahren sollte, das einzige Mittel, um mit Sicher­heit festzusiellen, wo man sich befindet. Auch ein leicht zu handhabendes Thermometer kann zu verschiedenen Zwecken dienlich sein, sei e§ auch nur z. B. um das den Felsen ent­quellende Wasser vor dem Trinken auf seine Temperatur zu prüfen. Ein Instrument, mir dem wohl jeder Alpinist sich bewaffnet, ist das Fernrohr. Der Redner legt ausführlich dar, welche Bedingungen ein gutes Fernrohr erfüllen muß, und daß diese je nach dem Zweck verschieden sein können; er kommt bei der Vergleichung verschiedener Systeme zu dem Ergebnis, daß für touristische Zwecke da§ Doppelfernrohr von Zeiß mit bfacher Vergrößerung als das beste zu bezeichnen ist, da es die drei Haupterfordernisse: stereoskopische Wirkung, weites Gesichtsfeld und Helligkeit in der vollkommensten Weise in sich vereinigt; durch seine unübertroffene stereoskopische Wirkung leistet eS die hervorragendsten Dienste, um die Be­schaffenheit eines zu überschreitenden GrateS, die Oberfläche eines Gletschers oder Schneefeldes genau und zuverlässig zu rekognoszieren. Mit einem Hinweis darauf, daß in jüngster Zeit auch die elektrische Taschenlampe sich zu den Gegen- ständen gesellt hat, die der Alpinist mit Vorteil seiner Aus­rüstung einverleibt, schloß der überaus fesselnde, mit großem Beifall aufgenommene Vortrag.

** Die gestrige Volksvorstellung im Stadt­theater wies wieder einen vollbesetzten Saal auf. Doktor Klaus" von L'Arronge wurde natürlich mrt außerordentlicher Heiterleit ausgenommen. Die Darsteller waren sämtlich ihren Au*g"ben gewachsen. Herr Linz en war ein guter, eifriger Doktor, Herr Conradi ein viel belachter, origineller Kutschier Lubowsky, dessen Wundcr- kur und Diagnose der ,.Kreuzzüge" undEisbeine" an dem Patienten Colmar, der von Herrn Gronert in allen Gri­massen wirkungsvoll dargestellt trnrcbe, stürmisches Lachen hervorriefen. Auch an dasSchütteln vorm Gebrauch" ging derAssistent" mit bewundernswerter Kaltblütigkeit und- zwergfellerschütterndem Selbstvertrauen heran. Lebhafter Beifall wurde jedesmal nach Aktschluß gespendet.

Wetzlar, 9. Febr. Dieser Tage wurde hier die zweite Hauptversammlung des Dombauvereins abgehalten, in welcher neben der Rechnungslage eine ausführliche Uebersicht über den Stand der Dombausache gegeben rourbe. Es ge­hörten 1903 dem Vereine an: 10 Patrone mit einmaligen Beiträgen von 1000 und 16 mit Jahresbeiträgen von je 100 Mark, außerdem 701 hiesige und 256 auswärtige Mit­glieder. Durch die vorjährige Besichtigung des Domes seitens des Kultusministers in Begleitung mehrerer Kommissare sei zu hoffen, daß dieser Besuch zur Erlaubnis einer Lotterie führen würde, da zur Aufbringung des erforderlichen Bau­kapitals von einer Million andere Kräfte mithelfen müßten. Der vor einigen Monaten erfolgte Absturz vom Heidenturm, dem ältesten, auS der romanischen Zeit stammenden Teile des Domes, erfordert bereits an Erhaltungsarbeiten ein Kapital von 20000 Mk., was gleichsam als eine fast unvorhergesehene Ausgabe zu betrachten ist. Der Vorsitzende des Vereins, Landgerichtstat Dr. Sartorius, schloß die Versammlung mit Dankesworten an alle diejenigen Herren, welche bisher der Dombausache gedient haben.

Mainz, 8. Febr. Zur Bewerbung um die dr-tte besoldete Beigeordneten st ellung sind ca. 40 Meldungen eingelaufen. Tie Bildung einer b sonderen Kommission, wie sie auf der Tagesordnung d'r letzten Ctadi- verordnetensitzung vorgesehen war, unterbleibt, die Vor­prüfung der eingelaufenen G suche w'rd d r b d e Stzll n besetzungskommission vorgenommen. Blättern ld -ngen zu­folge soll Kreisrat Dr. Göttelm ann-Hep enheim sich unter den Bewerbern befinden und als g b rener Mainzer Aussicht haben, die Stelle zu bekommen. @5 wären dann mit dem bisher noch provisorisch verwalteten Krc s- amt Bensheim die beiden Kreisämter an der B.rg^.raste neu zu besetzen.

kV 0. Frankfurt a. M., 10. Febr. Der Ehren­preis des Kaisers für Kavallerie-Offiziere wurde im 18. Armeekorps für 1903 dem Rittmeister von Kaehne im Husaren-Regiment Rr. 13 (Mainz) zuerkannt.

Frankfurt a. M., 9. Febr. Heute morgen kurz vor 10 Uhr stieß auf dem Bahnhöfe Höchst a. M. der von Soden 9 Uhr 30 Min. abgehende Personenzug mit einem Rangt er zug zusammen. Mehrere Wagen sind beschädigt. Personen sind nicht verletzt.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Hauptversammlung des ev. Pfarrervereins im Großherzogtum Hcs'en findet am 27. April im Evangelischen Vereinshause zu Mainz statt. Wölfersheim hat die Anlage eines neuen Fried­hofs lbteschlossen. In Mainz wurde die Frau des Schlossers Veit Gallert in ihrer Wohnung an einem Seiden- tüchelchen erhängt aufgefunden. Die L.ich^ soll auch s.'nst Verletzungen aufweisen, weshalb eine eingehende Unter­suchung eingeleitet worden ist. Gallert wurde bcttäufg in Haft genommen. In Worms findet im Jahre 1904 der Kongreß für Knabenhandarb.it statt. Zur Einrich'ung des Festes konstituierte sich ein Ortsausschuß unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Köhler, welcher die Mit­teilung machte, daß die Abhaltung des Kongresses für Ende Juni beabsichtigt sei. Etwa 2300 Teilnehmer dürften zu erwarten sein. Der sür die Kappenfahrt in Worms gewählte Ausschuß prüfte die in Zirkulation gewesene Ein­zeichnungsliste, mußte jedoch- konstatieren, daß die zu einer Kappenfahrt wie in früheren Jahren nötigen Mittel nicht aufgebracht worden sind und nahm daher ganz von der geplanten Veranstaltung Abstand.

Vermischter.

Berlin, 9. Febr. Wegen Unterschlagung von 2 8 000 Mk. verhaftet wurde durch die Berliner Kriminal­polizei der städtische Wasserwerkskassierer August Mühl aus Esch weil er, welcher im September v. I. von dort flüchtig geworden war.

* Berlin, 9. Febr. Der Stabsarzt Dr. Hans Kaelb - ling von der südwestafrikanischen Schutztruppe, der nach einem fünfjährigen Aufenthalt in den Kolonien vor einigen Wochen mit einem viermonatigen Urlaub nach Berlin kam,

hat sich am Montag abend durch Oeffnen der Halsschlagader das Leben genommen. Ein Grund zur Tat ist vor­läufig nicht zu entdecken.

* Kattowitz, 9. Febr. Auf der Strecke Dombrowa- Kielce entgleiste ein Personenzug zwischen den Sta­tionen Malogossa und Cheziny. Vier Personen wurden getötet (nach einer anderen Meldung fünf) 3 3 schwer verletzt. Die Verletzten wurden mit einem Extrazug nach Radow in das dortige Krankenhaus geschapr.

Toronto, 9. Febr. Zwei Passagierzüge der Canadischen Pacificbahn stießen heute morgen in der Nähe von Renfrew zusammen. Es heißt, 9 Personen seien ge­tötet, viele verletzt.

Graz, 9. Febr. In Kronau (Oberkrain) wurde ein heftiges Erdbeben verspürt.

Peters bürg, 10. Febr. DenMorgenblättern* zufolge fanden in Odessa und Kischinew starke Erdbeben statt. Im Gouvernement Kjelce entgleisten drei Wagen eines gemischten Zuges und stürzten eine hohe Böschung herab, 8 Passagiere wurden getötet, etwa 30 schwer verletzt.

' Bei dem Brande in Baltimore verlieren die Münchener Feuerversicherung 500000 Mk., die Gladbacher 80000 Mk. und die Thüringische 100000 Mk.

Ein lustiges Reis eabenteuer konnte Ludwig Fulda jüngst in seinem Tagebuch verzeichnen Der Dichter reiste über Wien nach Aegypten. Er sicherte sich recht­zeitig in Berlin sein Schlafwagenbillet für die Fahrt nach Wien und machte vergeblich Anstrengungen, ein Schlafabteil für sich allein zu erhalten. Das zweite Billet, welches hierzu erforderlich gewesen wäre, wollte er doch nicht lösen, und so mußte er sich denn seufzend darauf gefaßt machen, daß irgend ein unbequemer seine Nachtruhe störender Passagier das Coupö mit ihm teilen werde. Resigniert setzte sich Fulda hin, des großenUnbekannten* harrend, der da kommen sollte. Knapp vor Abgang des Zuges erschien keuchend und pustend, in eine Pelzkappe und einen.hoch aufgestülpten Astrachankragen nahezu vergraben, der letzte der Mohikaner im Schlafwagen. Mit neugierigen Blicken begegnete Fulda dem Ankömmling, doch wer beschreibt sein frohes Erstaunen, als unter dem Pelzkragen und der Pelzhaube Gerh art Haupt­mann sichtbar wurde, der sich nun auch seinerseits freute, nicht mit einem Fremden, sondern mit einem Bekannten, oben­drein mit einem Bruder im Apoll, die Reise nach Wien machen zu können._______________________________________

«Jurist und Wissenschaft.

Ein Telegramm aus Kiel meldet: Grabein'sFrei ist der Bursch" erzielte im hiesigen Schiller-Theater bei der Uraussührung einen unbestrittenen Erfolg vor ausverkauftem Hause. Tas Stück, reich an Schilderungen fesielnder Seelenzustände spielte in Jena und Weimar. Ein Student tritt vor einem schweren P i st o le n d u e ll mit einem O f sizi e r zurück, weil der Vater ihn an seine Pflicht den Eltern gegenüber erinnert. Ter Held tritt ziemlich wenig in Aktion, die dramatische Handlung ist nicht bedeu­tend, der erste Akt ziemlich belanglos, aber die Charaktere sind sein gezeichnet und das Studentenleben echt.

Gerichtssaal.

Beuthen, 9. Febr. Vom Kriegsgericht der 12. Division wurde der Vizefeldwebel Robert K l e i n m i ch e l vom 57. Feldartillerieregiment in Neustadt wegen Soldatenmiß­handlungen r n 165 Fällen zu einem I a h r G e f ä n g - n i s verurteilt.

U i e l, 9. Febr. Tas Marinekriegsgericht verurteilte den Matrosen Kankschus wegen tätlichen Angriffs auf einen Obermaat zu drei Jahren und ein Monat Gefängnis.

Zaudcl und Verkehr. Volkswirtschaft.

Berliner Börse vom 9. Februar 1904.

(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 28/* Prozent.

Anfangs- u. Schlußkurse.

Oest. Kredit . . . 197.75 199.

Deutsche Bank . . . 214.75 214.25

Darmstädter Bank . . 133.50 133.25

Bochumer Guß . . . 180.60 182.

Harpener Bergbau . . 188.75 187.25

Tendenz: Erholt.

Don der Börse. Dem Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen ist bereits seitens Japans der Beginn der Feindselig­keiten unmittelbar ouf dem Fuß gefolgt. Es wurde ein erfolg­reicher Angriff auf russische Kriegsschiffe gemacht. Und somit ist Hoffnung, daß der Krieg sich vielleicht dock iioch vermeiden lasse, nahezu ganz geschwunden. Diese Tatsache hat den starken Pessimis- mlls, der bereits qesterri Börse und Publikum ergriff, noit neuem entfacht, und die Folge war wiederrim eine Erschütterung resp. ein weiterer Kursstiirz, da u. a. befürchtet wird, daß der Krieg Eng­land veranlassen werde, sich Vorteile in Tibet zu verschaffen und daraus neue Komplikationen entstehen könnten. Auch befürchtet man für den Geldmarkt, der sich gestern noch recht widerstands­fähig erwies, heute aber schon eine recht merkliche Versteifung mit sich brachte. Es wird an eine Zurückziehung der russischen Gnt- haben geglaubt. Auch wlirden bie gestrigen Jnterventionskäufe für die 3proz. Deutschen Staatsfonds wesentlich reduziert und die Folge davon war, daß die 3 proz. Anleihe wiederum fast 1 pCt. verlor, obwohl das Angebot wesentlich geringer als gestern war. Wenn auch später eine kleine Erholung eintrat, so waren die Ver­kaufsaufträge sowohl in Berlin wie in Frankfurt ganz bedeutend und die Kurse wichen, wenigstens zu Anfang unserer Ansicht nach weit über das Maß der wirtschaftlichen Gefahr, die durch den Krieg hcraufbeschworen wurde. Es gingen zurück: 3 l/? proz. Deutsche Reichsanleihe von 102.40 bis 101.70, 3 proz. von 91.75 bis 89.60, 3 proz. Preußische Konsols von 9u.6O bis 89.60. Tie russischen Staatswerte büßten bis 5 und 6 pCt. ein. Von den Banken gingen Oesterreichische Kreditaktien von 205.40 bis 199. zurück, Diskonto- Kommanditanteile von 188.50 bis 183.70, Deutsche Bank verloren 3 pCt., Dar-mstädter Bank 6 pCt. Auch die Jndustricwerte erlitten gewaltige Einbußen. So sind Allg. Elektrizitätsgesellschaft um 10 '/, pCt. zurückgegangen, Lahmeyer von 92 bis 85, Schuckert von 101. bis 93.. Auch die Aktien der Maschinenfabriken haben Einbußen von 3 bis 5 pCt. zu verzeichnen. Und am Kohlen- und Hüttenmarkt arbeitet die Baisse ruhig weiter und warf die Kurse wiederum um 5 bis 10 pCt. zurück.

Elektrizitäts-Akt.-Ges. vorm. W. Lahmehcr & Co. Frankfurt a. M. Die Rendsburger Kokswerke haben am ver­gangenen Samstag den Betrieb eingestellt und dabei ist neben der Flendsburger und einigen anderen Banken auch die obige Gesell­schaft in Mitleidenschaft gezogen, da sie eine Hypothek besitzt, die aber an sich gesichert erscheint. Außerdem hat sic mehrere Dynamo- Gasmaschinen geliefert, wofür ihr auch das Ergentumsrecht grund- buchmäßig zugeschrieben ist, sodaß, wie uns die Gesellschaft mit- teilt, größere eigentliche Verluste nicht entstehen werden.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag den 11. Februar, Abends 8 Uhr im Konfirmanden­saal der Markusgememde Bibel stunde. Apostelgeschichte Kap. 17, Psarrer Schwabe.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt, bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Veranimortima.^

Ich komme in die Gegend von Alsfeld, Grünberg, Nidda usw., aber überall sind die C h a u s f e c n und Straßen besser imStandewie innndbeiHungen. Es scheint, als ob zu viel für Privat-Baupläne verwerrdet werde. Hoffe, daß diese Zeilen Abhilfe schaffen.

Eine r f ft r Viele.

Höch

'te Temperatur am

Februar +

8.

Niedrigste

. 8.

7,7 v C.

3,3 0 C.

-9.

9.

Meteoro!osnsckre Beobachtungen

der Station Gießen.

Februar 1904.

Barometer auf 0° reduziert

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wetter

cempevau der Luft

9.

2«

732,8

4

7,6

5,2

67

WSW.

4

Sonnenschein

9.

9"

725,8

4

4,6

. 5,2

82

SW.

6

Regen

10.

724,1

+ 5,2

5,0

75

SW.

6

Bed. Himmel

Kchisssnachrichtcn.

Norddeutscher Lloyd.

In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenvlatz.

Brent en, 8. Febr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-PostdampferBrandenburg", Kapitän C Wolters- dorff, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 11 Uhr abends wohlbehalten in New-Pork angekommen.

Veueste Meldungen.

Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.

R. B. Darmstadt, 10. Febr. In der heute wieder begonnenen Kammertagung kam es nach Erledigung verschiedener Gegenstände der Tagesordnung bei der Be­sprechung der Anfrage Hauck zu einer sehr lebhaften De­batte über das Kinderhütewesenim Vogelsberg, wobei besonders scharfe Auseinandersetzungen zwischen den Abg. Weidner, Lirschel und Bär einerseits und den Wgg. Ulrich und Orb sowie dem Ministerialr.it Eisenhut andererseits erfolgten. Die Debatte zog sieh bis nach 1 Uhr hin. Die nächste Sitzung ist morgen 9 Uhr.

Berlin, 10. Febr. Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Schwendener, Direktor des botanischen Instituts an der Universität und Mitglied der Akad?mie der Miss n- schaften, feiert heute seinen 7 5. Geburtstag. Schwen­dener, der auf dem Gebiete der Pflanzen-Phvsiologie bahn­brechend gewirkt hat, ist Schweizer von Geburt.

Dresden, 10. Febr. Die Untersuchung über die Pir­naer Duellaffäre gilt jetzt als abgeschlossen. Ter König und der Kronp inz nahmen Mkien-Eins''cht und Vor­träge entgegen. Die Verhandlung wird voraussichtlich am Samstag beginnen.

Newyork, 10. Febr. Das Resultat der 3 8stün- di gen Dauer des Brandes in Baltimore ist die Zerstörung von 80 H äus erblocks mit 2500 Ge­bäuden. f

Vom Krieg.

London, 10. Febr. Von den bei Port Arthur be­schädigten drei russischen Schiffen sind zwei außer Ge­fecht gesetzt, dürsten aber bald wieder seetüch­tig sein. Tas dritte treibt ohne Steuer und Schraube ans hoher See. lieber das Schicksal seiner Besatzung ist nichts bekannt.

Petersburg, 10. Febr. In Marinekreisen herrscht eine gewisse Besorgnis wegen der Führung der russischen Flotte im Osten. Alexejew soll als Ad­miral unfähig sein. In Marinekreisen wird zugegeben, daß Japan bessere Schiffe hat, dagegen dre russische Mannschaft tüchtiger sei.

London, 10. Febr. Ein japanischer Post- dampfer soll in der Nähe von Hongkong von russischen Kriegsschiffen gekapert worden sein.

London, 10. Febr. Ter russische Botschafter Graf Denkendorf hatte eine längere Konferenz mit Lord Lands- downe auf dem auswärtigen Amt. (Fintm Gerücht zufolge handelte es sich dabei um einen Versuch Rußlands, freie Fahrt für die Verstärkung nach Ostasien durch die T ar - d an eilen zu erhalten und darum, einen Konflikt mit England, welches die Durchfahrt unter allen Um­ständen zu verhindern gedenkt, zu vermeiden.

Lemberg, 10. Febr. Nach Meldungen desSlowo Polski" ist in mehreren Ortschaften Russisch-Polens eine Bewegung im Gange, welche dahin geht, den Krieg in Ostasien zu benutzen, um die Bevölkerung zur Erhebung gegen Rußland aufznstacheln.

Telephonischer Kursbericht,

Frankfurt a. it.. 10. Februar 1904

3*/a°/o Reichsanleihe . . 102 25 3% do. . . . 90.50 3V,% Konsols .... 101.95 3% do.....90.05

31/8% Hessen .... 100.30 31/, % Oborhesson . . . 99 50 4% Oesterr. Goldrente . 101 90 4 Gestern. Silberronte 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 99.10 40/ Italien. Rente , . , 101.90 4Portugieser » . . 58.75 !° / Portugiesen.....58.40

1% C. Türken ....

ITirkenlose......120.20

4% Grieoh. Monopo.-Anl. 42.00

41/, % äussere Artrenfmer.

3°/o Mexikaner . . . 26 20 41 /e/n Chinesen ... 84 90 Electric. Set ackert . . . 98.50 Nordd Lloyd . . . . 102 50

K reditaktien .... 210.20 Diekonto-Kommandit. . 184.20

Darmstädter Bank . . 135.40

Dresdener Bank .... 146.10 Ber iner Handelsges. . . 149 50 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.60 Lombarden ..... 14.70 Gotthardbahn .... 19000

Lanrahütte ...... 224.00 Bochum.......182.70

Harpener .... 190.50

Tendenz: ruhig.

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tagtäglich auf dem Frühstückstische dampft, da werden dw schlimmen Gäste: Herzklopfen, Nervenaufregung und Magenschwäche bald verschwinden und an ihrer Stelle die willkommenen Freunde: Gesundheit, Ruhe und Heiterkeit einkehren.