gaben enthalten sind. Diese Erklärung ist gleichzeitig Mit dem Anträge der Reederei des Schisses an s E r s a tz des ihr erwachsenen, dein Betrage nach noch festznstellenden! Schadens am 30. Oktober dem Auswärtigen Am te von dem Regierungspräsidenten in Stade zugegangen. Am 2. November wurde der Vorfall bei der russischen Regierung zur Sprache gebracht. Sie sagte bereit? willig sofortige Unters u ch u n g des Geschehenen und vollen Schadenersatz z u.
London, 8. Nov. Aus Port Said wird gemeldet, daß der russische Generalkonsul ans Kairo gestern hier mit einem Marineoffizier an gekommen ist und mit dem Konsul am Ort eine Besprechung hatte, die den ganzen Nachmittag dauerte. Es werden außerordentliche Maßregeln getroffen, um den Suez-Kanal zu schützen. Besondere Wachen werden abgeteilt, die das User ab patrouillierend ollen.
Die Kaltrsche Ilolte.
Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Eine Reihe ausländischer Blätter, die gewohnheitsmäßig alle Zwischenfälle in der internationalen Polittt zu Hetzereien gegen Deutschland mißbrauchen, haben die jüngsten Vorkommnisse in der Nordsee mit Warnungen in Zusammenhang gebracht, die von deutscher Seite an die russische Negierung oder an die russische Admiralität ergangen seien. Dies ganze Gerede ist grundlos. Von . deutscher Seite sind keine Warnungen erteilt worden, auchsind verdächtige Wahrnehmungen, daß Anschläge durch Minen, Torpedos oder dergleichen gegen die russische Ostseeflotte geplant waren, nicht gemacht worden. Mir wissen nicht, ob etwa von einer anderen Seite Warnungen ausgegangen sind und welche Bedeutung ihnen für die Beurteilung des Zwischenfalls von Hüll beizulegen ist. Uns kann es recht sein, wenn die demnächst zusammentretende internationale Untersuchungskommission die Aufklärung dieses Punktes als einen Teil ihrer Aufgabe ansehen würde. — Das Blatt schreibt ferner: Der Führer des Fäschdampfers „Sonntag" gab über das Zusammentreffen seines Schiffes mit den russischen Kriegs- schiffen in der Nordsee am 21. Oktober vor dem Hafenmeister in Geestemünde am 27. Oktober eine Erklärung zu.Protokoll, in der über die Beschießung des „Sonntag" nähere An-
415 ^gen 141 Stimmen die Lüttorisatton bc5 Verfahrens gegen
— In der Kammer erklärte der Ackerbanmnnster auf eine Anfrage cs könne zurzeit keine Rede MVon fein, die Oktrcidezöllc herabzunweu oder aufzubeben. Tie Vorräte aus dem Jahre 19031 ftnnten größtenteils den Minderertrag deS Jahres 1904 auSgleicbeu Vöm Auslande werde man O^etteide nur in ganz geringem Maße beziehen müssen.
— Oberstleutnant a. T. Hartmann bat Jauros wegen einer Kammerrede seine Zeugen gesandt. Jaurös beant- wottet derartige HerauSsordenuigen niemals.
Sofia. 8. Nov. Tie bulgarische Regierung wird demnächst mit Deutschland, Rußland und Serbien wegen Abschlusses neuer Handelsverträge in Unterhandlungen treten, fra diese Staaten ihre Bereitwilligkeit hierzu bereits erklärt haben. . , t ~ .e ..
Petersburg, 8. Nov. Die maßgebenden Hoftterse arbeiten gegen den neuen Minister deS Innern, lodaß die Befürchtung nahe liegt, es könne eine Sinnesänderung des Zaren eintreten und der geringste Anlaß von gegncriWt Serie dazu benutzt werden, den Minister zu stürzen. Gegenwärtig gärt es an der Universität sowie an dem Polvtechm- kum: wochenlang erörtern die Studierenden in täglichen ^>eriamm- Uingen die Frage, ob sie eine große Demonstration gegen den Krieg unternehmen 1 vollen. Für diese Umtriebe würde alsdann der Minister des Innern verantwortlich gemacht werden, der soeben die Wiedereröffnung deS von Plebive wegen „revolutionärer Umtriebe" geschlossenen Studentenspeisesaals gestattete. Man spricht auch von dem bevorstehenden Rücktritt des Unternchts- mimsters Glasow. _ .
— Aus Liachta wird gemeldet, daß daS bevorstehende Em Treffen des Dalai-Lama in Urga eine fanatisch erregte Stimmung unter den Mongolen bervorgerufen hat.
— Von der Nordwestgrenze Chinas wird gemeldet, daß die R e gierun qs trupp en von aufrührerischen Stämmen geschlagen wurden. Es wird beabsichtigt, General Majukum zur Verstärkung zu senden. Juanschikai wird mit einem Teil seiner Truppen von der großen Mauer zurück- berufen.
Abo, 8. Nov. Ter frühere Senator General Schaumann wurde aus der Haft entlassen. Tie Verhandlung wurde auf den 6. Tezember vertagt. Tas Zeugenverhör ergab nichts besonders Belastendes.
Peschawur, 8. Nov. 'Reuter.) ES verlautet, der Vorsteher der Danenfabrik des Emirs iit Kabul, Gotthold Fleischer, wurtw in Takka von einem Offizier der Schutzwache, erschossen, die ihn nach Jndieil geleiten sollte, wo er mit seiner Gattin zusammenzuttefsen beabsichtigte. Fleischer Ivar der einzige in Afghanistan lebende Europäer.
Aus Stadl und Land.
G i e 6 c n, 9. November 1904.
• * Die Besichtigung der städtischen Klärbecken* anlage, die auf gestern nachmittag anberaumt war, unterblieb ivegen des schlechten Wetters.
** Nation al liberaler Verein. In der gestrigen, im Cafö Ebel abgehaltenen, gut besuchten Generalversammlung des nationalliberalen Vereins wurden die Kandidaten zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl nominiert und gewählt. E§ wurde beschlossen, die seitherigen 10 Stadtverordneten zur Wiederwahl zu empfehlen und außerdem als neue Kandidaten die Herren Kreisarzt Dr. Habe rko rn, Weinhändler Friedrich Helm und Professor Dr. W i m m e n a u e r den Wählern vorzuschlagen. Im übrigen ist im Inseratenteil der Wahlaufruf des nationalliberalen 'wie auch des freisinnigen) Vereins enthalten.
• * Verhaftung. Der wegen Unterschlagung seit 18. Juli l. I. von hier flüchtige Reisende, Gustav Seybicke, wurde in Berlin verhaftet.
♦ * Gestohlenes Fahrrad. Ein noch fast neues Fahrrad, das offenbar gestohlen ist, wurde hier aufgefunden. Eigentumsansprüche können bei der Kriminalabteilung Groß- herzogl. Polizeiamts geltend gemacht werden.
Oberhessische Kunsttöpferei. Wir lesen in der „Darmst. Ztg.": Am 10., 11. und 12. d§. Mts. findet in Darmstadt in dem Anbau des Ernst Ludwigshauses eine kleinere Ausstellung Oberhessischcr Kunsttöpfereien statt. Die ausgestellten Gegenstände sind nach Entwürfen und unter Anleitung des Herrn Paul Haustein von den Töpfermeistern Heinrich Seitz I und Heinrich Seim in Homberg a. d. Ohm und Heinrich Schiebelhuth und Leonhard Bäuerin Lauterbach ausgeführt worden. Herr Haustein hat im Auftrage des Großh. Ministeriums des Innern einige Wochen in den genannten Orten verweilt zwecks Förderung und Neubelebung des Oberhessischen Töpsereigewerbes.
"Nichtöffentliche Tagung deS sozialdemokratischen WahlvereinS. Zu der gestrigen Notiz bittet uns der betreffende Berichterstatter, mitzuteilen, daß zwar in der Versammlung nicht öffentlich der Aufforderung des Vor- itzenden, die Nichtmitglieder möchten das Lokal verlassen, widersprochen worden sei, daß aber ihm, dem Ausgeschlossenen, gegenüber, einige Anwesenden über diese Maßregel sich mißbilligend ausgesprochen hätten.
"Erfolge aus der Weltausstellung in St. Louis. Der Firma S ch i e d in a pe r, Pian ofortesa b rik, v o r m. F. & P. Schied mayer in Stuttgart (Vetreter: Wilh. Rudolph, Pianofortehandlung in Gießen), wurde auf der Weltausstellung in St. Louis wiederum die höchste Auszeichnung, der grand prix, zuerkannt. — Die Firma M. Hensoldt Söhne in Wetzlar, die als einzige der Branche von der Königs. preußischen Forstverwaltung die Genehmigung erhielt, ihre Prismenfeldstecher und Gewehr- zielfcrnrohre, sowie ihre sonstigen optischen Erzeugnisse in deren Sonderaubstellung auf der Weltausstellung in St. Louis cinzuschließen, erhielt auf diese Fabrikate die goldene Medaille von der internationalen Jury zuerkannt.
J- Hungen, 8. Nov. Bei der heutigen Bürger- mc i st erwähl wurde Herr Julius Fe n d t mit 138 Stimmen gewählt. Ter Gegenkandidat, Beigeordneter Jokel, erhielt 127 Stimmen.
§ Ober-Seemen, 8. Nov. Seit einigen Tagen herrscht hier eine Keuchhustenepidcmie. Dieser Krankheit ist ein 5 jähriger Knabe zum Opfer gefallen.
-o-Schwickartshausen, 6. Nov. Vor einigen Tagen fiel ein vierjähriges Mädchen in den unseren Ort durchfließenden Bach iind wäre unrettbar verloren gewesen, wenn nicht der 13 jährige Karl Steuernagel nachgesprungen und sie unter eigener Lebensgefahr gerettet hätte.
R.-B. Darmstadt, 9. Nov. (Eigener Drahtbericht.) In der bekannten Beleidigungsklage zwischen dem Landtagsabg. Orb und dem Stadtverordneten Böhm in Offenbach, in ivelcher Orb vom Schöffengericht wegen schwerer Beleidigung Böhms zu 600 Mk. Strafe, eventuell 2 Monat Gefängnis verurteilt worden war, fand heute vor der hiesigen Strafkammer als Berufungsinstanz eine Einigung statt, daß beide Parteien ihre Beleidigungen zurücknehmen, Orb sich zur Zahlung von 100 Mk. an die Kasse des Offenbacher Hilssvereins sich verpflichtet und sämtliche Kosten des Verfahrens übernimmt, auch für seine Kosten die Veröffentlichung des Wortlauts des Vergleiches in der „Frankfurter Zeitung" und den beiden Offenbacher Blättern besorgt.
w. Mainz, 8. Nov. Durch Vermittelung des Großherzogs traf gestern für das naturhistorische Museum ein wertvolles Geschenk des Zaren hier ein. Es ist ein prächtiges Exemplar eines ausgestopsten Wisent und das Gerippe eines solchen Tieres.
Frankfurt a. M., 8. Nov. Auf den Landrat von Achenbaeh wurde am Samstag abend, kurz vor dem Griesheimer Wald, auf der Mainzer Landstraße, ein Ue ber-
Acr Aufstand in Ztulsch-Südwestafrika.
General v. Trotha
meldet aus Windhuk: Harrptmann Wehle hat mit Leutnant v. Rheinbaben und 25 Reitern von Keetmannshoop aus die Stationsbesatzung von Koas, Kaufmann Prietze nebst Frau und drei Kindern, Kaufmann Loesch mit Frau, den Ansiedler Herctert und den Bastard Willy Döngcn unverehrt eingeholt. Hans Hendrik, Beldschoendrager, ist nach einer Meldung vom 20. Oktober bis jetzt noch treu; er will den Ausfiaud angcblii-li nicht mitmachen.
Innsöruck.
Innsbruck , 8. Nov. In der vergangenen Nacht wurden zwei Deutsche von Italienern mit Messern angegriffen und verletzt. Der Senat der Universität beschloß, an den Unterrichtsminister eine Eingabe zu richten, in der dem Wunsche Ausdruck ^gegeben werden soll, daß die provisorische italienische Fakultät ihre Tätigkeit in Innsbruck nicht wieder aufnehmen möge, weil ihr Zusammenhang mit der Universität eine ständige Gefährdung dieser bedeute. — Ter Kaisers äger, welcher den tätlichen Bajonettstich gegen den Maler Pezzey geführt hat, hat sich nunmehr gemeldet; es ist der Untcrjäger Luigi M a 11 i o aus Borgo. Er soll auch der erste gewesen sein, welcher bei dem Sturmangriff des Militärs der Menge zuries: Avanti porci tedeschti. (Weg ihr deutschen Schweine!) — Bei dem Wassenhändler Pcterlongo erschienen heute 30 italienische Arbeiter, welche Revolver und Gewehre nebst Munition verlangten. Ter Händler verweigerte die Verabfolgung im Hinblick auf die herrschende Erregung. Tie Arbeiter waren zu Fuß aus Franzensfeste nach Innsbruck gekommen.
Wien, 8. Nov. In der heutigen Sitzung des Land- Zages ergriff Landmarschall Schmvlk vor Eintritt in die Tagesordnung das Wort und sprach den unschuldigen Opfern der tiefbedauerlichen Vorgänge in Innsbruck seine wärmste Sympathie aus. Er sei überzeugt, daß sämtliche Mitglieder des Hauses alle Bestrebungen unterstützten, um den deutschen Charakter Innsbrucks für immer zu sichern.^ In dieser Beziehung seien sie mit sämtlichen Volksgcnosien einig. (Lebhafter Beifall. — Der Rektor der Universität richtete eine Kundgebung an die Studenten, in der er und die Dekane ihr tiefstes Bedauern über die Teilnahme von Wiener Studenten italienischer Nattonalität an den Vorgängen in Innsbruck aussprechen.
Rom, 8. Nov. Die „Tribuna." bringt einen heftigen Artikel über die Vorgänge in Innsbruck. Nachdem sie eine Reihe Pflichten Oesterreichs gegenüber Italien auseinandergesetzt, nimmt sie einen drohenden Ton gegen alles Deutsche an und sagt, die Entrüsmng und Empörung sei allgemein, da die Konflitte nicht allein politischer Natur, sondern der Ausdruck des R ässe nkont rast es waren. Es genüge nicht, daß Goethes Statue in Rom stehe. Deutschland und Oesterreich müßten auch Italiens Zivilisation respektieren und nicht bloß dessen Verbündete, sondern auch dessen Freunde sein.
Mailand, 8. Nov. Gestern abend fanden antiösterreichische Kundgebungen vor dem Konsulate und in den umliegenden Straßen statt. Zwei Fahnen in österreichischen Farven wurden unter dem Iubelgeschrei der Volksmenge verbrannt. Tie Studenten von Brescia beschlossen zum Zeichen ihrer Entrüstung einen zweitägi- gen Aus st and._______________________
Ier Krieg zwis<?en Japan und Z.uhland.
Port Arthur.
London, 8. Nov. Dem Reuterschen Burecnr wird aus Tschifu von heute folgendes gemeldet: Tie Japaner vor Port Arthur nahmen am 26. Oktober einen russischen Sol-
dem Gefangenen wurden vrehrere Exemplare übergeben. Der Soldat erreichte in der Frühe des 4. November die russischen Linien wieder, ohne daß es seine Offiziere bemerkten und kehrte in der Nacht zu den Japanern zurück, denen er mit- 1 teilte, seine Kameraden würden in einigen Tagen antworten. Die Stimnrung der Leitte, sagte er, scheine darauf hinzu- >euten, daß sie zwar mit ihrem Lose und den Aussichten, )ic die Lage bietet, unzufrieden, aber doch dem Gedanken einer nichtoffiziellen Uebergabe nbge- neigt seien. Jwmerhin habe das Schreiben viel dazu beigetragcn, die von den russischen Offizieren genährte Voreilung zu zerstteuen, daß dem Siege der Japaner ein Gemetzel folgen werde. Tic Llbteilung, der der Soldat angehörte, ist feiner Aussage zufolge von 800 auf 30 M ann z u s a m m e n g e s ch m o l zi e n.
Petersburg, 8. Nov. Der Korrespondent der „Bir- chewija Wjedomosti" telegraphiert aus Tschifu vom 7. ds.: Tie chinesischen Dschunken, welche nach Port Arthur eine grosse Ladung von Lebensmitteln gebracht haben und zurückgckehrt sind, berichten, daß die von den Japanern in der Zeit vom 26. Oktober bis 3. November genommenen Stellungen sämtlich ohne Ausnahme a u ß e r h a l b des U in k r e i s e s der großen Forts ich befinden. Die Verproviantierung vor Port Arthur wurde in den letzten Tagen beträchtlich ergänzt. Im Hasen trafen nicht nur Dschunken ein, sondern auch Dampfer verschiedener Gesellschaften. Die B l o ck a d e sei augenscheinlich weniger streng. Die Zahl der beschädigten japanischen »Schiffe sei s e h r groß ; die Besatzungen eien durch Krankheiten dezimiert. Mehrere Schiffe seien in schwimmende Hospitäler mmgewandelt.
Tokio, 8. Nov. (Reuter.) Nach seit Samstag eingegangenen nichtamtlichen Berichten sollen die Operationen der Belagerer von Port Arthur einen befriedigenden, wenn auch langsamen Fortgang nehmen. Kalk- teinbildungen und der felsige Boden hindern die Arbeiten der Sappeurs. Man hält jetzt die Einnahme der Forts Erlungschan und Ostkikwanschan ohne Antzuschan und Jhu- chan nicht für genügend, um die Russen zur Aufgabe der eigentlichen Stadt zu zwingen.
London, 8. Nov. Tie kurzen Meldungen, die heute aus Port Arthur hier eintrafen,, stimmen darin überein, daß cs mit der Munition langsam z u E n d e geht. Tie Stadt liegt fast vollständig in Trümmern, ein großer Teil !>er Gebäude ist in Flammen aufgegangen, und den einzigen Schutz gegen die Geschosse der Belagerer gewähren die unterirdischen Höhlen. Tie japanischen Gesclwsse bestrcick?en den ganzen Hafen, wodurch die militärische Bedeutung des ganzen Platzes auf ein Nichts hcrunternnkt.
AuS der Mandschurei.
Petersburg, 8. Nov. Nach Tevcschcn aus Mukden sind die Japaner an der Arbeit, ihre Win terau art ie re einzurichten und mit starken Besestigungcn zu umgeben. Ta große Kälte und Schnee st it r m c herrschen, glaubt man russischerseits nicht, daß die Japaner eine Schlacht annehmen werden. Neuerdings schweben Unterhandlungen mit auswärtigen Lieferanten wegen des Abschlusses großer Lieferungen von Konserven, Munition und Klcidmr.
London, 8. Nov. (Reuter.) Von dem russischen Haupt- auarticr in Mukden wird unter dem heutigen Tatum berichtet, daß General Linnewitsch heutedort ankommen wird. General Rennenkampf berichtet von Gefechten am 6. und 7. November. Tie Javaner zeigen jetzt keine Tätigkeit. Russische Batterien beschießen diejapanische n Stellungen unaufhörlich.
Petersburg, 8. Nov. General Ssacharow meldet dem Generalstabe von heute: Am 7. November gingen die Vorhutabteilungen deS G e gn e rs bei Sonnenaufgang zum An gri ff über und bedrängten unsere Wachtposten, die sich auf der Linie Tjchantan-Henam befanden. Ter Feind besetzte östlich von unseren Wachtposten die Dörfer Jtiasi, Ertaisi und Pausentun^ Unsere Posten gingen, unterstützt von Kavallerie, zum Angriff über und vertrieben den Feind durch'Artillcrieseuer aus den von ihm besetzten Törfern. Auf der übrigen Front der Armec wurde im Verlaufe des Tages schwaches Artilleriefeuer unterhalten, das den Feind an den Versuchen, Schanzarbeiten aus- zuftthren, verhinderte. In der Nacht vom 7. November unternahmen Abteilungen Freiwilliger Rekognoszierungen und beunruhigten den Gegner. Am 8. November sind auf der ganzere Front keine Meldungen über Kämpfe eingegangen.
Shanghai, 8. Nov. (Reuter.) .Hier verlautet, die Japaner hätten am 2. November in Schahopu einen chinesischen Beamten hohen Ranges hing errichtet, weil entdeckt wurde, daß er angeblich aus Befehl .^engtschi's, des Militäraouverneurs der Provinz Schenking, die Bewegungen der japanischen Trrrpven auskundschastete. Ferner wird hierher gemeldet, ein mehrere tausend Mann starker aufrührerisch e r V o l k s h a u f e sei in Koifoeng, der Hauptstadt der Provinz Ronan, eingedrungen. Tie Meuterer, die auf iljrcm, Wege die Telegraphenlinien in einer Länge von 10 Meilen zerstörten, seien gutbcwaffnet. Man befürchtet ernste Ruh'stönrngen.
Die neue 6proz. japanische Anleihe
von 12 Millionen Pfund gelangt soeben zu einem Kurs von 90''2 zur Ausgabe: die eine Hälfte in London, die andere Hälfte in Newyork wird bereits mit lVi Prozent Agio gehandelt.
Wirkungen des Krieges.
Ter Krieg, so schreibt der „Hanauer Anz.", läßt seinen Einfluß bis in unsere Gegend erkennen Fast täglich kann man in den vierten Wagenllassen der Eisenbahn ganze Trupps junger Russen und Polen mit allem möglichen bepackt die Station passieren sehen, die sich auf der Flucht nach den westlichen Seehäfen befinden. Achnliches tvird aus T i e b u r g gemeldet. Tort passierten dieser Tage etwa 100 junge Burschen aus Rußland, ckcke im Alter von 18 bis 22 Jahren die Station. Sie waren entflohen, um nicht in das rrissische Heer eingestellt zu werden. Tie Flüchtlinge wollen sich in Amerika eine neue Heimat gründen.
In der Aachener T er til-Jndustrie machen sich die Folgen des Krieges empfindlich bemerkbar. Tie 21 r b e i t e r - entlassungen nehmen zu. Der Betrieb ist allerseits st a r k eingeschränkt.
baten gefangen, der berichtete, daß die Besatzung von Port Arthur Mangel leide und mutlos geworden sei. Sowohl Lebensmittel als auch Arzneien und sonstiger Lazarettbedarf.seien unzureichend vorhanden. 2lus diese Erzählung hin berief, fo wird hierher berichtet, General Nogi seine Offiziere zu einer Beratung zusammen und entwarf mit ihnen beim Scheine einer Fahrradlaterne ein unter den russischen Soldaten zu verbreitendes Sendschreiben. In dem Schreiben wurde aufgezählt, wie General Kuropatkin wiederholt.zurückgegangen sei und vergeblich irgend etwas gegen die Streitkräfte des Marschalls Oyama auszurichten versucht habe, geschweige denn, daß es ihm möglich gewesen wäre, durchzubrechen und Port Arthur zu entsetzen. Tas Schreiben erwähnte ferner, die baltische Flotte fei eben erst zu ihrer sich langsam voll ziehenden Fahrt aufgebrochen und wies darauf hin, da die japanischen .Verschanzungen sich unwiderstehlich vor schieben, sodaß es sicher sei, daß die Japaner binnen wenigen Wochen in die Hauptbefestigungen eindringen werden. Das Schreiben sicherte schließlich allen, die sich ergeben wurden, eine humane Behandlung zu, und betonte, daß es im Interesse der Mensch 11 feit gelegen sei, ein weiteres nutzlos esG ent etz el zu verhüten. Ter Bries wurde ins Russische übersetzt uud


