Ausgabe 
9.9.1904 Zweites Blatt
 
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etttcn marterten Feind brim Ivitacixluu-tvai Hos-EM. Leider erf <nirf> cüicn Unfall: ein Offizier stüv ztc und ttaurf) den 'lau. Ei munbc in einem rusch l)crbeifld)üIteiL tilgen midi fernem Cnurlier in BcllcrShcim gebraeftt

{vTauffurt a. M., 8. Sept. Gestern abend sprang der än adflpt Jahre Dienende M uS ke tier Zöller von der dritten )6iniq'ii<jnie des 81. Infant\'rie-9tcerüneu LS vorn Mzza 4xn$ i n i>e n M a i n. Ein. Unteroffizier ber Militärschw iuun* anpult sprang dem Lebensmüden nach und brachte ihn ttneber aus Latrd. Zöller war beurlaubt und hätte sich am Sonntag abend melden müssen. Dies hat er versäumt und nmttde feit dieser Zeit vermißt. Die Retttrngswack-e ver- diyactue ü>u ti ad) dem Garnis onlazarett tuid) Bocken heim. Sr? __________________ '

Florenz melM, i|t Onjeiült eine unganiw ^anu, uic y <i » roniu Marie 11 jsalvv, beim Frisieren ihrer Haare der Gasflamme zu nab? gekommen, wobei ihr Frisiermantel in Brand geriet. Tn* hilflose Fran, die sich allein im Zimmer befand, versuckste rergcblid) den Brand zu löfcbtit und erlitt dabei töd- lidK' Brandwunden. Als man später das Zimmer betrat, sand

Kunst und Wisteuschast.

F r a n k s u r t, 8. Sept. Tie nächste Novität des S ch a u - spielhaufes n-ird das sein gestimmte und tiefsinnige Drama Ter einsame iöcg" von Artlmr Schnitzlet ^Verlag von (5. öifdKr, Berlin, die nächsten Neueinstudierungen 'Lhakespeares , Romeo und Julia", sowie LaubesMrlsschüler" sein.

Stuttgart, 8. Sept Ter heutige 10 0. Geburtstag von Eduard M ö r i ck e brachte eine Reihe von FeierlichkeLttn. In Stuttgart weihte heute abend auf dem Pragfsriedhof^ der literurüicbc Klub mit dcmLiederkranz" das von ihm an stelle des alten Dvmntterlen Tenlnials gestiftete neue Denkmal an. Zn der Geburt^stadt Moricles, Ludwigsburg, wo sich zur Er­richtung eines Tenlmals ein Komitee gegriinbet hat, wnd unter Mitwirkung des Männergeiangmreins eine allgemeine tiraer statt. In Mergentheim wurde am Mörickchause mit Botträgeu des Sängerkranzes eine (Gedenktafel enthüllt.

Vermrischtes.

rli n, 8. Sept. Der Scheiden, den ber <3 r a n d i n ;frer Eisen bahn-tzauptwcrkstä t te in Tempelhof wemrrsacht hat, wird auf mehrere Hunderttausend Mark gc tchäRt Das Gebäude der Lackier-Werksvätte ist mit allen «Maschinen, Werkzeugen und Farbenvorräten vollständig ein tgeäi^L 40 (Sfcnbahnnxigtn, Personen- und Güterwagen, Die zur Äbliefcrung fertig standen, wurden vernichtet.

* Dresden, 8. Sept. Der Geh. Kommerzienrat Victor Hahn von der früheren Firma Eduard Roch'ch Nacl>- rn^. gegen den morgen die gmd)tlid)e Dcrliandlung er­öffnet ttxrrt>en soll, ist heute wieder in ll n t e r s u ch u n g s - Uaft genoumun worden. _ ,

* -D ove ry 8. Sept. Der Schwimmer Bourge- hat feinen äSerfnd), den Aernrclk anal zu durchschwim- raten, gestern aufgegeben. Er mar nur noch zwei iMer^en von der französischen Küste entfernt imh soll angeblich einen Krampfanfall erlitten haben.

* BLlfo-rr, 8. Sept. Hier verhaftete man einen SP-iVN Raillard. Dieser befand sich vor 6 Monaten -m Dover, wo er längere Spazierfahrten in der Umgebung, der MLtäQoerkstätten unternahm. Er versuchte, sich an einen tarnten der Pammenfabrir heranzudräiigen und von diesem das Modell der neuen französischen äugel zu er­halten. Bevor jedoch die Polizei requiriert werden konnte, hatte er die Uucht ergriffen. t

< 3ürid), 8. Sept. Gestern wurde un oimpron- DLvnel unveMUtet eine heiße Cuc[le von 45 tKvad. bei einer BKrsserwenge von 100 Üiter pro >^>ekunde angebohrt, sodaZ die Arbeit auf einige Zett eingestellt werben muß. Der auf den 15. Cftober envanete Tnrch- lchlag erfährt damit einige Verzögerung.

Eisenbahnunfälle. Am 7. d. M. i)t der Ex- p^-ug Zurich-Ehur-Wie n bei Sargans ent- afeift Die Lokomotive und 4 Wagen wurden umge- morsen, wunderbarerweisc jedoch niemand verletzt. Die Gc- lette sind gesperrt. In der 92ächc von Pendleton am yjlifiua (Mordamerika) ist ein Ausstellungszug der Wabash- 'bahv infolge Radbrud-es entgleist. 4 Fahrgaste wurden gLtö-tet, 25 verletzt. r

»Die Flucht der Prin-essin Luise von Loburg. Lu der 'Parker ,^?umantä" bettcktct t>?r sozialdemokraii,che Abg. Dr. Südekum, daß er die Prrn-csiin Luise von jtiobiirg tat- schlich vou M111 w 0 ch b i s 'S a m s t a g i n seinem v a u \ c Ixherdergte, und datz er ste dann un Automobil weiter*

man sie als Leick^ vor. , .

* TaS Bergunglück am Gotthard. Vier Offiziere der Festung Stväli, darunter die Hauptleute Tr. Ralmr und Egli, batten sich am Sonntag morgen in die Gegend des Laiitcrsccs be.iebcn, wo man am nächsten Tage für eine Scl>ves;übung scheiben auftustrllen ixabfiebtigte. Beim Ueberschreiten eines fein: steilen 0',rasdanges. der zudem noch mit einer leichten txfticftt Neu- f<fnec bedeckt nxir, glitt zuerst Hauptmann Egli aus und fuhr pfcilidyiKll gegen ben ^lbgruiid hinunter. Im letzten Augenblick gewinn er jedoch an einigen e-tcäudwni S'alt und wurde dann von den Kamera dm in Sicherheit gebracht. Er hatte eine schwere Verletzung d?S rrdl:n Beines davonaetragen, und seine <yinger- nagel w^ren durch die lrampfl-aften Versuche, sich am gefrorenen Boden seftzuhalten, fast gänzlich ivengennen. Ter Unfall Eglis machte aus den Tr. Rahni soliden Eindnick, dan er ferne jKubc und Sick»erb.'il verlort b''.d glitt auch Nahm auS und sauste bic gefährliche valde von Felskopf zu Felstops, bis er mit zer­schmettertem Körper tief unten auf d.r Oberalpstraße, raum zwei Meter vom Ufer des Sees, tot liegen blieb. Nahms Leiä-e nnirbe am 6 d M im Zürich-r jtTcmatorium verbrannt. In feinem bürgtrlidx'n Leben nxir Tr Nahm, der kaum 40 Jahre zahlte, Arzt in 92cuberufen beim 9ibcinfaU.

Tieobersten Vierhundert" der 92ewvorker Gesellschaft fühl.-n sich, wie der 92ewnorker Korrespondent desBett. Tagedl." schreibt, offenbar vom angeblichen Stamm- Vater des MensckvngeschlechtS sehr angezogen, wenigstens be- richten bic Zeitungen, baß an dem denkwürdigen Tage, dem 23 August 1004, die Asien als Begleiter 92 ewnorker a l l e r s e i n st e r T a m e n ilr Debüt gemacht haben. Langhaarige, UPtrgartinc Aesfchen, sind die altcnicueftcn Sieblinge derpro­minenten" Damen, und ein Tiner bei ClxrryS tvar cd, wo zwei so beliebteLöwinnen" wie Frau fcugb Levis und die

begleitete. (2erVorwärts "lmtte gestern erklärt, dast die Nach- ridiit, .die Prinzessin sei von einem sozialdemokratisck>en Abgeord' neteii in Berlin beherbergt worden, auf einer Mvstisil'atwn bc* nilie. 'Dian sieht, dass auch der Neichsanzriger des Zukunftsstaates InSnx'ilen ans feinem eigenen Lager falsch orientiert ist. X. Ned.) Die Prinzessin, so Ixunerkte Südelnm. ist eine lebhafte uiib inter- essanle Frau int Besitze aller geistigen Fälligkeiten, ^ie hat genrib F-elüer, luclrfjic von ihrer Abstammung und Erzrehung her rühren, aber das ist noch lein Grund, sie in ein Irrenhaus zu sperren. Wälwi'nd unserer Fluclü wurden wir geradezu vom PftßgLsdnck verfolgt, aber sie zeigte immer einen bewundernswerten 9.i2nt und Geistesgegenwart. Die Prinzessin verlangt niäüs als ihre Freiheit, sie denkt nicht daran, die Scheidung zu verlangen, sie ist eine gläubige Katholikin und imrd den Glauben niäst iwdNifln, mass uotwenoig wäre zu einer-eidung. Im übrigen denkt sie nicht daran, sich mit Mattachich zu berheiraten. .Mattachich selbst ist auch ut Patts und sucht nach einer stillen Wol/nung für die Prinzessin. Festgestellt ist, dast Mattactnch am letzten Dienstag im Grand Hotel in Patts abgelegen ist, dort die Nacht verbrachte und am Vttttwoch mit einem Borortzuge weiter reifte. Er trug jid) in das Fremdenbuch mit feinem richtigen 9Lamcjt ein Mattachich war allein und ohne Gepäck. Es heitzt, die Prinzessin l>ib? eine Villa in einem Pariser Vorort bezogen. Die Prinzessin soll sich am Balm Hofe von Noisy Ic See von Mattaclüch getrennt haben, um kein Aufsehen zu erregen. Als- Nntn habe sie die Gürtelbalm benutzt, um zu ihrem Aufenthaltsort zu gelangen, während Mattaänch nach Paris weiter gefahren sei.

* Beim Frisieren verbrannt. Wie man aus Florenz meldet, ist daselbst eine ungarifchc Tarne, die B a -

Gräfin Festeties ihre häuslichen vierhandigen Begleiter mit*1 brachten unb so zuGesellsclmftsaffen" aufrucken liehen. Man erinnert sich, haft schon vor Jahr und Tag einmal der offizielle epa&madjer dieser Kreise, der Glmmpagneragent parro Lehr, m Newhork einAfsendiner" gegeben hat, aber fein bicrhanbiger Held war zu grob, um bei den zartbesaiteten -tarnen allgemeinen Anklang zu finden. Tie neuen Scl/ühliuge der vornehnien Gesell- fd>ait sind ganz kleine Milglieder der Affenwelt, die bel-ende auf den Schöben ihrer feinen «verrinnen ihre tollen Streiche treiben und sich sogar au| deren Finger balancieren lajL-n. Be' besagtem Sherrhdiner Sherry ist der allerfcinfle Platz unter den faifhionablcn Newyvrker NestaurantS hüpften bie?Aeffchen herum wie lauter Heufchrecken und führten allerlei Affenkunst­stücke aus. Sie machten iljre Sache so gut, dast lieb die an­wesenden sogenanuten Herren der (Sdjäpjung ganz und gar in den Schatten gestellt fühlten, beim die Aeffcheu sorgten fast aus- schliesjlicft für die Unterhaltung, sodast keine Gespräche in Gang kommen konnten. Die Gräfin Festeties, die für sich den Nu hm beansprucht, die Gesellsä>aftsfal)igkeit der Affen zuerst durd>gesetzt zu l)aben, ist entzückt von ihrem Erfolge, denn alle anweienden bislxr noch ajfwtlofen Damen find eiitfchlossen, sich sofort einen Affen zu kaufen. Letzteres taten übrigens, wie die Zeitungen versickern, auch die bei Sherrys anwesenden Aeffchcn, indem sie mit Behagen Champagner schlürften und dafür am andern Tag mit einem greulichen Kater behaftet waren.

Zinivelsttäts-^lachrichlcu.

he. Gieße n. Zum ordentlichen Professor der Mineralogie und Direktor des mineralogischen Instituts an bei llniücrfität an Stelle von Prof. Tr. Brauns, der bcfanntitd) mit 1. Cliobcr eine Professur in Kiel übernimmt, ist der kgl. Bezirlsgeologe an der Geologischen Landesanstalt in Berlin, Tr bi il Erich Kaiser, früher Privatdozent an der Bonner Universität, ausettel-en. .Kaiser ist zugleich seit 1900 autzer- ordentlick-er Lehrer für Gestein imterfuchung an der Ber­liner Bergakadcrnic. Er ist am 31. Tezember 1871 in Essen g-. boten und studierte in Marburg, München und Bonn Natunvisse 11 idjafton. .1894 promovierte er in Bonn und trat dort aU Assistent am Bonner mineralogischen Institut und Museum unter d.m Geh. Bergrat Prof. Tr. vngo LaSpeyres einem Bruder d.'s pensionierten Giestener Natwnalökonomen Geh. vofrats Prof. Tr. Etienne Laspeyres) ein. 1897 habilitierte er sich an der rheinischen vock/schule für Mineralogie und Geo­logie. 1900 siedelte er infolge feiner Ernennung -nm kgl. preuo. Bezirksgeologeu nach Berlin über

Ter Pttvatdozent Tr. Paul Knoke zu Göttingen ist zum aulzerordeiulick-eu Professor in der juristischen Fakultät der Uniöeufität Köni gSberg i. Pr. t-rnannt nwtben.

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