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Nr. 213
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sieben
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Rotationsdruck und Vertag der Brühl'scheu Untversttätsdruckeret. R. Lange, Gieße«.
Redaktion, Expedition «.Druckerei; Schulstr. 7.
XeL Nr. 5L Tetegr^Adr. i Anzeiger Gießen.
Zweites Blatt. 154. Jahrgang Freitag 9. September 1904
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. ®
Die siebener §amilienb!Stter^ werden dem U WW gr MV
.Anzeiger viernral wöchentlich beigelegt Der UW M M U' W M M ü 0 IC W .S B H 1k ß U @ Wt H
«HWschß Landwirt' erscheint monatlich einmal V" '9^ W W W V W Dl M
Kngrand und die deutsche Alotte.
tar d eutsche Volk hat die Berechtigung, die SJr?*te das Heer sich zu Hatten, deren es zur Vertretung ferner Interessen bedarf und niemand wird es ^nDQTtrlW^er< Lotten, sie auszubauen nach sein ernt n— Wer sich bei diesen Worten des Kaisers, die er am Dienstag im Hamburger Rat- Haussaale gesprochen hat, gefragt hat, gegen wen sie sich rn erster Lrnre rechten mögen, braucht nur einen Blick in dre englischen Zeitschriften zu tun, die oft mehr als die Tageszertungen die politischen Grund stimmungen des Vottes wrdevspregeln. Die englischen Monatsschriften ziehen recht haufrg ber der Erörterung der Wleltlaqe und der britischen auswärtigen Politik Deutschland in den Kreis ihrer Betrachtungen. Wenn das diesmal namentlich durch dre „Fortnrghtly Review" und der „National Review" geschieht, so ist es kaum notwendig, zu bemerken, das; der angeschlagene Ton sich durch, nichts weniger als Deutsch- Freundlichkeit auszeichnet. Schon die Neberschrift des Artikels in der erstgenannten Monatsschrift verrät seine Tendenz, er lautet: „Die neue deutsche Jntrigue. Eine Warnung." Der Verfasser W bemüht, darzutun, daß die deutschen Flottenbestrebungen die Hauptgefahr bilden, mit der Großbritannien zu rechnen hat. Die Befürworter einer versöhnlichen Politik, sagt er, übersehen nur zu gern, daß die Lebensgefahr für uns in der Nordsee liegt und nehmen an, daß das Wachstum der Flotte des Kaisers vottständig berechtigt und nur für Ver- teidigungszwecke bestimmt ist. Warum? werden wir gefragt, tollte Deutschland feine Flotte haben? Es liegt in der Tat kein Grund vor, warum es keine Flotte haben sollte. Deutschland, gesteht der Verfasser zu, ist nicht nur be- pechtigt, eine große Flotte zu Mitzen: es ist durch die Entwicklung seines Handels und durch seine überseeischen Besitzungen gezwunaen, ferne Flotte zu verstärken. „Deutschland", heißt es weiter, ,.hat aus dem schließlichen Waffenerfolge Englands in Südafrika seine Lehre gezogen. Das Schicksal Rußlan ds im fernen Osten ist ihm eine neue Warnung. Die Untertanen des Kaisers müssen entweder ihre. Zukunft auf dem Wasser sichern oder die Gefahr laufen, von ihrem Schicksal auf dem Wasser erreicht zu werden. Es liegt darum kein Grund vor, warum Deutschlarch keine Flotte haben sottte. In keinem Falle aber können britische Interessen durch die Förderung deutscher Interessen gewinnen. Wer sich dies im Gedächtnis hält, wird immer im stände sein, die Entwicklung der Dinge auf dem Gebiete der auswärtigen Politik richtig zu beurteilen. Mr müssen zwischen Frankreich und Deutschland wählen. Unsere gegenwärtigen Beziehungen mit der Republik sind mit engerenBezieh- ungen zu Deutschlan d unvereinbar.
In der „National Review" wird unter dem Titel: „Der König und die auswärtige Politik" dem König Eduard volle Anerkennung dafür gezollt, daß er ein Einverständnis mit Frankreich herbeigeführt und damit England einen mächtigen Hebel gegen das „Strebertum Deutschlands" in die Hand gegeben habe. Es dürfe niemals vergessen werden, daß Deutschland das Ziel nie aus den Augen läßt, sich Holland einzuverleiben. (!) Ein Weg, um diesen für England so gefährlichen Zweck zu vereiteln, wäre die Neutralisation Hollands. Dies könne aber nur durch das vereinte Handeln von England und Frankreich herbeigeführt werden. Die Furcht vox^ einer solchen Neutralisation sei in Deutschland sehr groß, und man hoffe dort, daß, trenn einmal das Flottenprogramm dirrchgeführt sei unb Deutschland eine entsprechende Machtstellung in der Nordsee erlangt haben würde, Hottand leicht gezwungen (?) werden könne, einen Bündnisvertrag mit Derttschland einzugehen, der den Weg zu einer Verschmelzung der beiden Länder bahnen werde, ohne den Holländer stutzig zu machen. Die Vorbedingung zum Erfolge der deutschen Politik in Bezug auf Hottand sei aber, daß Großbritannien und Frankreich getrennt gehalten werden, und dem habe der Takt des Königs und seine Diplomatie einen Riegel vorgeschoben. Der König habe durch die von ihm herbeigeführte Verständigung mit Frankreich, England von der lange verfolgten und verhaßten Politik der „liebenswürdigen Zugeständnisse^' an Deutschland befreit, und die Minister ber Stone würden dafür verantwortlich gehalten werden, wenn die englische Politik wieder in jene Bahnen einlenken sottte.
An diesen Geständnissen ist gewiß weniger interessant z>ie famose, lediglich aus der Furcht vor Deutschland geborene „Entdeckung", daß Deutschland rastlos „auf Einverleibung Hollands" losarbeite, als die Cffenbanmg der Haupttriebfeder des ftanzösisch-englischen Vertrags: der Schwächung Deutschlands. Obwohl fitt uns niemals die Aussicht besteht, der englischen Flotte gewachsen zu werden, wird es uns ebensowenig gelingen, das Vertrauen Englands zu gewinnen, mögen wir viel oder wenig Schiffe bauen. Wir tun darin schon gut, den Worten des Kaisers entsprechend lediglich nach unseren Interest en zu handeln.
Was Holland anbetrifst, so gilt die jugendliche Königin Wilhelmine als eine aufrichtige Freundin Deutschlands ; ebenso herzlich werden diese Gesinnungen erividert. IN Frankreich beruft man sich gern darauf, daß die Holländer ftanzösischer Literatur, französischem Theater, kurz .attem, was den Stempel Paris hat, besonderes Interesse «entgegenbringen. Das Interesse mag vorhanden sein, erklärt sich übrigens leicht aus dem Bildungsbedürfnis des chottäuders und dem Wunsch, in noch einer anderen Sprachst, Lls in der seinen nicht eben verbreiteten, sich verständlich AU machen; aber das eigentliche Franzosen tum, das in den siebziger Jahren und besonders ausgeprägt zu Lebzeiten Les Königs von Hottand, sich ebenso am Hof wie in den -Mrge, kreisen geltend Machte, das An beten Frankreichs ist Lari so gut wie ganz verschwunden. Von Frankreichs , Räch'rarm" wird nichts mehr erwartet, ebensowenig auf ine Inschutznahme der Niederlande gegenüber der beut* n Eroberungssucht von- dieser Sette aus gerechjnej Die _Iiug'' batten sich allerdings beim bentschfranzösischu Kriege leicht anders gestalten können, wenn es wahr ist.
was Gutzkow, der Dichter des „Uriel Aeosta", erzählt: daß sich ein gesiegeltes Schreiben des Königs an Napoleon rm ^ulr 1870 schon in des Königs Tasche beftmden habe, worin er diesem mit 60 000 Mann zur Hilfe zu kommen versprach. Minister Thorbecke habe jedoch dem Könige diesen Brief entwunden und ihm den Standpunkt klar gemacht, den Hottand in dem Zweikampf zweier großer Nationen einzunehmen hatte. Wie dem auch sei, Holland hat jedenfalls seine Nichteinmischung nicht zu bereuen gehabt. Und dies Land beweist im Grunde ein viel stärkeres Selbstbewußtsein und Kraftgefühl, als beispielsweise die Vereinigten Staaten, die bei jedem Ruf, Deutschla nb hege Planein Süb- Amerika, gleich von einer nervösen Unruhe erfaßt werben.
Volltische Tagesschau.
Die kommenden Manner in Preußen.
^Tie „Dtsch. Tagesztg." glaubt nicht an die bevorstehende Ablösung des Ministers des Innern Frhrn. v. H a m m e r st e i n durch den hannoverschen Oberpräsidenten Tr. Wentzel und er» klärt, Minister des Innern werde ein anderer bürgerlicher Ober- Vräsident. Da das Blatt der Landbündler hierbei kaum an die schon recht betagte Excellenz be* rheinischen Oberpräsidenten denken dürste, kann nur dav Danziger Sonntagskind, Dr. Klemens Delbrück, gemeint sein. Dr. Wentzel soll in Berlin als einer der möglichen Rempla^antv nicht des Ministers des Innern, sondern des Kultusministers für dessen Scheidestunde gelten.
„Tr. Delbrück ist, so tvirb dem „Hann. Cour." geschrieben, ein sehr hervorragender Verwaltungsbeamter, der sowohl als Landrat wie als Oberbürgermeister von Danzig und endlich als Oberpräsident von Westpreußen auf allen Gebieten Glänzendes geleistet hat. Er ist eine der populärsten Gestalten des deutschen Ostens.. Mit Goßlerscher Genialität verbindet er die schöpferische Tatkraft eines iugendfrisch-'n Mmmes. Excellenz Delbrück verfügt liber die Gabe der Rede, über Schwung und Elan; seine Beamten, vom kleinsten ^Vureaudiener bis zum ersten seiner Räte bringen ihm. eine Anhänglichkeit entgegen, wie sie nur ganz ausgezeichnete persönliche Eigenschaften zum Wohle des Dienstes fick zu schaffen verstehen. Tie staatsmännischen Qualitäten des früheren Danziger Oberbürgermeisters baben schon vor Jahren die Aufmerksamkeit des Kaisers, in dessen Gunst er seither dauernd besonders hoch steht, *auf Tr. Delbrüa gelenkt. Telbrück als der eigentliche Leiter der innerpreußischen Verwaltung: das böte Aussicht aus großzügige, von echt modernem Sinn getragene Reformarbeit und auf kluge Auswahl der Persönlichkeiten!"
Ter Oberprästdent von Hannover, Dr. Richard Adam Wentzel ist 1850 zu Jeserigk (Nicderlausitzl geboren. Er war bereits in den 80er Jahren am Oberpräsidium in Hannover als Regierungsassessor tätig und wurde 1882 Landrat des Kreises Hofgeismar. 1886 !am, er in gleicher Eigenschaft nach Marburg. 1889 wurde er als Hilfsarbeiter ins Berliner landwirtschaftlich Ministerium berufen, wo er 1890 zum vortragenden Rat aufstieg. 1895 ging er als Regierungspräsident nach Koblenz, .1898 wurde er nach Wiesbaden versetzt. Seine Ernennung znm Oberpräsidenten von HnnTwver 1902 erregte ein gewisses Aufsehen, da zum erstenmale damit ein bürgerlicher Beamter an die Spitze dieser Provinz trat.
Reaktionäres aus Sachsen.
Das amtliche Dresdener Journal schreibt am Schlüsse einer Besprechung der Ergebnisse des Deutschen Haridwerkertages:
„Ist doch nur eine Frage der Zeit, daß die beru fs- ständische Organisation des deutschen Vottes auch die Grundlage für seine politische Vertretung bilden wird." Dafür, daß die Dresdener Regierring immer schon den Wunsch gehegt hat. dereinst an die Stelle des geltenden Ncicbswahlrechts eine „VolksVertretung zu setzen, die aus einer berufsständischen Organisation des deutschen Volkes hervorgeht. liegt ein schlüssiger Beweis' vor in einer aus den neimziger Jahren stammenden Aeußerung ber Königl. Leipz. Ztg„ die ba lautete:
„Man soll bic Zahl der auf Gnmd des Reichswahlrechts gewählten Vertreter verkürzen und sie ersetzm durch eine gleiche Zahl^von Vertretern, die aus Berufswahlen hcrvorgehen."
Während aber damals immerhin noch für einen Teil des Reichstages das jetzige ReichswaUrecht als zulässig erachtet wurde, tritt jetzt das Dresdener Journal für eine Umgestaltung des gesamten Reick^stages in die Form einer Ständevertretung ein. Tie unvolkstümlich? Stellung der sächsischen Regierung gegenüber dem Reichswahlrecht hat sich also noch verschärft. Jedenfalls wäre eine Aenderung des Reichstagswahlrechtes äußerst verhängnisvoll und tvürde die heute nicht ernst zu nehmenden wenigen Revolutionssreunde in der Sozialdemokratie,^ die ja in Wahrln'rt heute trotz allen Lärms keine revolutionäre Partei mehr ist. zu eigentlichen Parteiführern machen. Nickt das bestehende Wahlrecht, das jeden seine Meinung sagen läßt, wohl aber dessen Mändenmg im illiberalen Sinne könnte zum „großen Kladderadatsch^^ führen.
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Die agrarische Presse,
voran die „Ttsch. Tagesztg." weist immer auf die Versenkung hin, in der die H a n de l s v-e r t r ä g e unnachsichtlich zu verschivindcn hätten, wenn nicht den agrarischen Forderungen in vollem Umfange genügt sei. Tie agrarisckelt „Sturmgesellen" haben aber im Berliner Parlament jetzt noch weniger Bedeutung oder Einfluß als in dem ReickMag, der den Zolltarif zustande brachte, und die führerrden Landbündler sind sich ihrer Einfluß- losigkeit auch bewußt. Tvch sie halten diese nur für eine vorübergehende Erscheinung, sie poche'n auf ihre politische Existenzberechtigung, zumal da auch andere Parteien sehr einverstanden damit ind, daß der Bund der Landwirte in der politischen Arena eine Fahne hochhält. Tenn er zieht durch seine lebhaften For- erungen die Aufmerksamkeit und Abwehrtätigkeit der gegnerischen
Parteien auf sich, sodaß int anderen Lager ungestört ein Kompromiß vorbereitet und abgeschlossen werden kmm, das nicht auf die liberalen Wünsche zugeschnitten zu sein pflegt und schließlich auch den Landbündlern genügt, wenn ihre Wortführer es nicht wahr haben wollen. Der Bund der Landwirte stellt somit eine vom Standpunkt der parlamentarischen Taktik wertvolle „fliegende Kolonne" dar, die den ölegner unermüdlich beschäftigt und so seine Aufmerksamkeit zersplittert. D«e Parteien der Linken ermangeln einer ähnlichen „Formation". Das sollte sie veranlassen. weiuger Zeit und Arbeit auf die Zurückweisung der bündlerischezi Forderungen zu verwenden.
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Die nachteiligen Folgen der Dürre
machen sich überall in Deutschland mehr oder memger geltend. Wenn bittere Klagen vornehmlich aus Schlesien an die Oeffent- lichkeit drangen, so hat doch auch die Landwirtschaft des Westens unter diesem Notstand schwer zu leiden. So chreibt die „Rheinische Bolksstimme":
„Tie nahrhaften Wiesen am Niederrhein sind verdorrt: das Vieh, das dort in anderen Jahren das allerbeste Futter in Hülle und Fülle findet, müßte Heuer v e r h u n g-e rn , wenn kein Beifutter gegeben würde. Welche Summen die Dürre der
Landwirtschaft kostet, wird begreiflich sein, wenn man bedenkt, daß 1. die Milcherträge bedeutend geringere waren als in anderen Jahren, 2. ungeheuere Mengen an Kraftfutter z u g e k a u f t und verfüttert werden mußten, das aber trotz guter Qualität das Weidefutter nicht ersetzen kann, und daß 3. auch der Nährzustand und das Wachstum des Viehes auf den dürren Weideplätzen beeinttächtigt imb so der Wert des Viehcs herabgemindert wurde. Für den Kreis Cleve allein dürfte sich die Mindereinnahme in der Landwirtschaft auf mehrere Millionen belaufen, und die Zahlung der Zinsen und Pachten wird manchen Landwirten in diesem Jahre viel Kopf- zerbrechen machen."
Kirche und Schule.
Pest, 8. Sept. Vor drei Wochen wurde gemeldet, daß der römisch-katholische Bischof von Rosenau, Dr. Jwankowitsch, in Geldverlegenheiten geraten sei und eine so große Schuldenlast auf sich genommen habe, daß sich die Regierung- genötigt sah, über das ganze Vermögen der Rosenauer Diözesen die gerichtliche Sperre zu verhängen. Tie Inventaraufnahme in der Rosenau er Tiözese ergab, daß Jwankowitsch nicht einmal selbst über seine sinanzielle Lage unterrichtet war, denn feine Schulden betrugen nicht, wie er dem Minister Verzevtczh. mitgeteilt hatte, 600 -bis 8 0 0 0 0 0 Kronen, sondern mehr als das Toppelte obgleich der Staat ihn: in der letzten Zeit zur Ordnung seiner Verhältnisse schon 200 000 Kronen zur Verfügung gestellt hatte. Wie Jwankowitsch so. viel Schulden anhäusen Konnte, ist bisher ein Rätsel. Bei dem großen Reichtum^ der römisck-katholiscken Kirche Ungarns gehören die Einkünfte des' Bisckwfs von Rosenau wohl zu den minder bedeutenden; immerhin konnte Jwankowitsch als Bischof über ein Jahreseinkommen von 80 0 0 0 Kronen frei verfügen. Ta feine Residenz, Rosenau, ein stilles kleines Städtchen ist. hatte er auch repräsentative Pflichten nur rn beschränktem Maße zu erftillen. Trotzdem vermochte er in der letzten Zeit nicht einmal seine Dienerschaft zu bezahlen, und seine Wechselakzepte wanderten bei den verschiedenen Geldanstalten von Ha^d zu Hand. Seltsamerweise^ w e i g e r t fick Jwankowitsch auch in dieser Lage, auf seine Bischofswürde zu verzichten, da man ihm nickt, wie er verlangt, eine Pension von 8000 Kronen, fonbem nur ein Gnaden gehalt von 4000 Kronen bewilligen will. Voraussichtlich wird die römische Kririe Schritt? tun, damit Jwankowitsch feine Stelle nied"rle<tt ______________
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 9. September 1904.
** Militärzüge für bic Manöver in Ober- Hessen. Morgen (10. Sept.) treffen rm Laufe des Tages' hier verschiedene Militärzüge ein, welche teils nach Station Mücke, teils nach Station Homberg a. b. Ohm weiterlaufen. Am 20. Sept, unb an anderen Tagen folgen noch weitere Züge, um 24. Sept, erfolgt ber Rücktransport unb zwor mit 8 Militärzügen ab Gießen, 4 ^Militärzügen ab Butzbach, 3 ab Langgöns, 2 ab Lich: in Gießen wird außerbem einL Verpflegungs-ainftalt (auf dem freien Platz bet Hoffmannstraße) für bie mit ber Bahn rn die Heimat zw beförbemben Truppen teile erbaut.
** Vom Manöver. Die 49. Fnfanterie-Brigabe had am Montag auf dem Uebungsplatze bei Steinbach ihr Exerzieren unb ihre Gefechtsübungen begonnen. Die Ueb-. ungen fanben am 8. b. M. ehre Unterbrechung burch entert Ruhetag der gesamten Brigabe. Die Besichtigirng durch die Korps- und Divisions-Kommandeure findet nächsten Samstag vormittag bei Steinbach statt. Darnach rückt das Regiment 168 nebst Stab nach Butzbach ins Cu-artier, während die 115er nach Butzbach (2 Kompagnien'», Gcmchach^. Griedel, Oberhörgern und Münzenberg kommen. In Rockenberg' wird ber Regimentsstab liegen. Die 116er bleiben Ns Montag in Gießen. Die 50. Instmterie-Brigabe (117er und 118er) hatte am 8. d. M. Brigade-Vorstellung auf dem Mainzer Sand; sie begibt sich nach einem Ruhetag nächsten Samstag ins Manövergelänbe nach Oberhessen, Kreis Alsfeld. Der Brigadestab kommt nach Elpenrod vom 10. bis 13. Sept., bann nach Msfeld. Die 117er unb 118er liegen tu den Orten um Mücke unb Romrod. Die Unteroffizierschule Biebrich trifft ebenfalls am 10. Sept, in Ober-Ohmen und Umgegend ein. Die 24er Dragoner sind heute in Hungen angekommen, beziehen am 9. d. M. in Atzenhain und Umgegend Quartier, sie sind ber 50. Infanterie-Brigade zugeteilt. Die 23er Dragoner gehören zur 49. Infanterie- Brigade, sie haben am 6. Darmstadt verlassen und rücken über Homberg, Friedberg in den Kreis Gießen, wo sie am 10. Sept, an komm en. Die 25er Artillerie hat am 7. d. M.' ihr Scharffchießen bei Münzenberg beendet unb marschierte" am 8. p. M. nach Grünberg, die 61er Artillerie hat am- 9. b. M. Scharffchießen, sie bleibt bis Montag in Lich und Umgegend. Nächsten Montag beginnen zwischen Lich und Mücke bie Manöver ber 25. hessischen Division. Nach Lich kommen bie Stäbe der 49. Inf.-Brigabe, der 25. Kkv.-^ -Brigade, der 61er Artillerie unb des Train-Bataillons Nr. 18. Die 41. Infanterie-Brigade (87er und 88er) haben am 8. b. M. bei Alsfeld ihr Birgadeexerzieren beendet, an das sich am 9. b. M. die Besichtigung anschließt. Die Divisionsmanöver ber 21. Division finden vom 12. bis 15 Sept, zwischen Fulba und Lauterbach statt.
)( Grün berg, 8. Sept. Wie in den Nachbarorten, so ist auch hier in biefem Jahre die Neuwahl zum G emei n b e- rat vorzunehmen. Mit Rücksicht auf bic anläßlich der Hevbsttnanöver hier erfolgenden großen Einguartierung hat man beschlossen, bie Wahlen nach Beendigung der H e r b ft ü b u n g e u, also Ende September resp. Anstuvg- Oktober, vorzunehmen. Die Agitation für bie ausgestellten Kartbibaten ist jedoch schon jetzt lebhaft. — Die int Laufe dieses Sommers in evrschiebenen Straßen vorgenommenen Kanalisation s arbeiten sirtd zum. großen Teil beendigt. Ebenfalls ist bet für die höhere Bürgerschule notwendig gewordene Schulsaal so weit hergestellt, daß er nach Beendigtrng der Herbstferieu in Gebrauch genommen werden kann. — Die Ban arbeiten am Stationsgebäude schreiten rüstig fort. Der Neubau wird aufccr Diensträumen noch eine Wohnung für den Bahnmeister enthalten und soll vorattssichtlictt am 1. Apwl 1905 dem Verkehr übergeben werden
r. Eber stabt. 8. Sept. Aftern fand hier ba$ B r i • gade- Ere r gieren b c r Artitteric Regimen ter ?ir. 25 unb 61 statt. Do sehr iutereffante Hebung begann bei Holzheim, Gambach unb endigte mit einem An gri fft gegen


