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Ddedizinalrat Dr. Danneberger bekundet noch, eins der wichtigsten Zeichen gegen die Annahme eines Selbstmordes fei die von ihm Vorgefundene Krümmung des linken Arms gewesen; der linke Unterarm lag nicht fest auf dem Körper auf, sondern schwebte in der Luft, er sei also erst nach Eintritt der Leichenstarre in diese Lage gebracht worden.
Sanitätsrat Dr. Vierheller erklärt ebenfalls, daß er einen Selbstmord für unmöglich halte.
Die Verhandlung wird darauf um halb acht Uhr abgebrochen. Die morgige Sitzung soll schoA um 8 Uhr früh beginnen.
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Darmstadt, 9. Juni. (Eigener Drahtbericht.) Vei Beginn der heutigen Verhandlung kurz nach 8 Uhr machte derVorsitzendediesensationserregende Mitteilung, daß der Angeklagte sich in der Nacht an seinem zerrissenen Bettuche erhängt habe und man daher die Verhandlung einstellen könne.
Der Angeklagte war gestern abend ohne Anzeichen besonderer Erregung in seine Zelle gebracht worden. Hier wird er wohl unter der Wucht der belastenden Sachver- ftändigen-Aussagen zur Erkenntnis gekommen sein, daß er überführt sei. So hat er sich denn am Fensterkreuz er- hänat in derselben Zelle, wo vor 14 Jahren ein Verbrecher sich auch mit seinem Bettuch auf dieselbe Weise umgebracht hat. Die Sach? erregt hier natürlich Aufsehen. Dec Tote hinterläßt eine Frau und 4 Kinder. Um beS» willen ist dieser Ausgang vielleicht der beste.______________
Oenchlsjaal.
Berlin, 8. Juni. In der heutigen Sitzung desPornmern> öank-Prozesses brachte Zeuge Budde, Direktor der aus der Pommernbank hervorgegangenen Berliner Hypothekenbank zur Sprache, daß, wie längst getuschelt wurde, die Angeklagten Schultz und R o m e i ck im Jahre 1900 insgesamt 685798 Mk. von der Jmmobilienverkehrsbank, einer Tochtergesellschaft der Pommernbank, entnommen hätten. Die Angeklagten erklären, dies Geld sei zur Förderung der Pommernbank und der Immobilien-Verkehrs- bank verroenbet worden. Sie lehnten es aber ab, den Empfänger des Geldes zu nennen. Budde teilte nun mit, die Zahlungen seien größtenwils an Exzellenz Frh. von Mirbach, den Oberhofmeister der Kaiserin, gelangt, den der Angeklagte Schultz über seinen und seiner Bank Reichtum irre gesührt hätte, indem er vorgab, er sei in der Lage, in großem Maßstabe Wohltätigkeit zu üben. (Bei der Verhaftung der beiden Direktoren Schultz und Romeick ging bekanntlich das Gerücht, daß sie mehr als eine halbe Million für Kirchenbauten hingegeben hätten, wodurch sie der Pommernbank den Titel „Hofbank" verschafften. D. Red.) Der Aiigeklagte Schultz behielt sich eine eventuelle Erklärung vor. Die Verteidigung befielt sich vor, auf die Angelegenheü zurückzu- kommen.
Daudet und Verkehr. Volkswirtschaft.
Aus der Dabatindunrie. Dir Periode der ^i|u;iaif» ung, die sich kurz nach Weihnachten im Geschäftsgang der Zigarrenindustrie einstellte, ist im Jahre 1904 rasch überwunden worden, da durch ein ziemlich günstiges Weihnachtsgeschäft die Ware in ziemlich erheblichem Umfang dem Markte entnommen worden war. Im Laufe des März und April wurden in ver
schiedenen Gegenden, namentlich aber in Westfalen und süddeutschen Plätzen, recht bemerkenswerte Neueinstellungen oorge- nommcn. Die Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte ist fast in allen Bezirken nunmehr wieder so groß, teilweise sogar noch größer, als vor dem Beginn der Krise. Die Lohnverhältnisse freilich haben sich noch keineswegs erholt. Die Fassons, für die während der Krise recht niedrige Preise angesetzt wurden, werden auch jetzt noch weiter gearbeitet, und es ist ungemein schwierig, für Fassons, die zu einem bestimmten Preise eingeführt sind, Lohnerhöhungen durc^usetzen. Nur dort, wo gegenwärtig neue Fassons in Aufnahme kommen, dringen die Arbeiter auf bessere Preise. Die Fabrikanten indessen suchen an den Löhnen möglichst zu sparen, da der Rohstoffmarkt für sie augenblicklich nicht günstig liegt Die überseeischen Tabake stehen im Preise ungewöhnlich hoch, sodaß viele Fabrikanten sich veranlaßt sehen, mehr als in anderen Jahren deutsche Tabake als Einlage zu verwenden. Hauptsächlich wird dazu Pfälzer Tabak verwandt Auf dem Mannheimer Rohtabakmarkt zeigt fich denn auch sehr starke Nachfrage, namentlich nach neuen Tabaken. Die Preise der Pfälzer Rohtabake sind im Steigen begriffen. Fast noch günstiger als das Zigarreugeschäst hat sich in letzter Zeit der Absatz in Zigaretten entwickelt Bei den größeren Zigarettenfabriken Deutschlands ist eine fortgesetzte Zunahme im Versand gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen. Wenn auch ein Teil davon auf den Verbrauch int Auslande entfällt, so steigert sich doch noch mehr der Absatz auf dem deutschen Markte. Die Konkurrenz in der Zigarettenindustrie hält den Preis der fertigen Ware ziemlich niedrig, sodaß das rauchende Publikum die Zigarette häufig der Zigarre vorzieht. Freilich bedingt diese Steigerung des Zigarettenverbrauchs auch große Aufwendungen der Zigarettenfabriken für Reklame und Propaganda. Wenn trotz alledem manche Betriebe finanziell überaus günftig abschließen, und vereinzelt bis zu 12 Proz. Dividende gezahlt wird, so ergibt sich daraus am besten, in wie güngstiger Entwicklung die deutsche Zigarettenindustrie begriffen ist. Für Stautabaf ist der Markt noch immer befriedigend, wenn auch die Zunahme des Verbrauchs gegenwärtig lange nicht mehr so stark ist wie in den Jahren der Krise. (Hann. Cour.)
Russische Anleihegerüchte. Es ist ausgerechnet worden, daß die in Frankreich aufgenommenen 300 Mill. Rubel gerade zwei Monate reid>cn, da der btrieg das russische Reich pro Tag, wie behauptet wird, 5 Mül. Rubel kosten soll. Da an ein Ende des Krieges, ttotz aller gegenteiligen Gerüchte, noch lange nicht zu denken ist, so wären die erborgten Mittel bereits Mitte Juli zu Ende. In gut informierten Kreisen nimmt man an, daß zur Befriedigung des neuen Geldbedarfs abermals 5 Proz. Schatzbons mit mehrjähriger Laufzeit zur Ausgabe gelangen, und es wird nach wie vor vermutet, daß dann deutsche Firmen wegen Unterbringung der Anleihe angegangen werden. Uebrigens weiß auch die „Times" von russischen Anleiheverhandlungen in Berlin zu melden, bei denen die Emissions- bäufer Bedingungen für innere Reformen stellen und auch weitere Erleichterungen für die Juden und die Modifikatton der finnischen Polittk verlangen.
__ Märkte.
Limburg a. d. L., 8. Juni. Fruchtmarkt. Durch- schnittspreife pro Matter. Roter Weizen 14.25 Mk^ weißer Weizen 14.25 All., Korn 9.85 Mk^ Gerste 0.00 9J1L, Hafer 9,38 Mk^ Erbsen 0.00 Mk^ Kartoffeln 0.00 All.
Kunst und Wissenschaft.
Karlsruhe, 8. Juni. Der Großherzog bat den Generalintendanten Dr. Albert v. B u e r k l i n auf sein Ansuchen auf das Ende der gegenwärtigen Spielzeit seines Amtes als Vor ft and der Generaldirektion des Hoftheaters enthoben und zum Geheimen Rat er st er Klasse ernannt. Die
^tarlsr.Ztg." veropenNicht cm L!Ueryocy|tes pauoicyreweu, m vorn der Großherzog die Verdienste des Scheidenden während der 15 Jahre, die er in genannter Stellung verbrachte, würdigt. (Buerklin war einst ein armer Hauslehrer, wurde aber durch die Ehe mit der einzigen Tochter seines Brotherrn bald Besitzer zweier Güter in der Pfalz. Von 1884—1893 war er nat.-lib. Mitglied des Reichstags, 1893 auch deffen Vizepräsident. D. Red. d. Gieß- Anz.).
— Unter der Spitzmarke „Vom Dichter zum Großkaufmann" bringt eine Zeitung die Nachricht, Richard Skowronnek wolle die Schriftstetterei aufgeben, um fortan in Wiesbaden als Teilhaber einer großen Lacksabrik zu wirken. Dazu bemerü das „B. T.": Schon feit längerer Zett ist der beliebte Schriftsteller im Nebenberuf für die Verwertung eines Patentes tätig, das feinem Schwager, eben dem Besitzer jener großen Lackfabrik, gehört. Das hat ihn aber bisher nicht gehindert, auch als Schriftsteller zu arbeiten, und wird ihm in Zukunft ebensowenig ein Hindernis für seine literarischen Bestrebungen sein. Er hat im Gegenteil eine ganze Reihe neuer Arbeiten unter der Feder.
Sport.
Homburg, 8. Juni. Hier herrscht bereits ein recht bewegtes Leben. Automobile saufen brummend und surrend über die sonst so stillen Straßen und stempeln das schöne Taunusland im Verein mit dem internationalen Verkehr zur Großstadt. Die in- und ausländischen Fahrer, die an dem Gordon- Ben nett -Rennen teilnehmen, sind zum großen Teü bereits eingetroffen und siegen auf der Strecke fleißig dem Training ob. Auf der Saalburg, wo sich em selten gebotenes internationales Leben und Treiben während des Rennens entwickeln wird, ist man noch fleißig bei der Arbeit. Tie große, von Geh. Baurat Jakobi entworfene Tribüne, die ein wahres Kunstwerk zu werden verspricht, ist nahezu fertig gestellt. Die Arbeiten für das große Restaurationsgebäude und die sonstigen umfassenden Vorbereitungen, die die gewaltige Veranstaltung erheischt, sind noch im Gange. In dem auf eine weite Strecke hinaus emgefriebigten Saalburg-Park werden dem Publikum alle erdenklichen Bequemlichkeiten geboten sein. Post und Telegraph sind zur Stelle. Auf angebrachten Tafeln wird man die telephonisch übermittelten Resultate von der ganzen Linie zu jeder Minute erfahren und die Chancen der einzesiien Rationen erwägen können.
Arbeiterbewegung.
Hamburg, 8. Juni. Der Schiedsspruch des Einigungs» amtes im Brauer st reit wurde heute veröffentlicht. In demselben wird bemerkt, daß für die Arbeiter kein genügender Grund vorgelegen habe, in den Ausstand zu treten. Der von den Arbeitgebern angebotene Taris enthalte gegen früher mehrfache Verbesserungen. Es könne den Arbeitgebern nicht zugemutet werden, sämtliche ausständige Arbeiter sosott wieder einzustellen. Die Arbeitgeber verspreclien jedoch, die Arbeiter nach und nach ohne Maßregelung nach Bedars wieder einzustellen. Die Parteien muffen bis zum 13. Juni erklären, ob sie sich dem Schiedsspruch unterwerfen wollen. Seitens der Brauereien ist dieses beretts heute geschehen.
Die Kindergedeihen H Hervorragend vorzüglich dabei bewährt1 bei
& leiden nich Brechdurchfall,
an
Vsrdauungs^Ekg* ’X Diarrhoe
Störung. etc- (
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Bekanntmachung.
Das erste Ziel Gemeindesteuer für das Rechnungsjahr 1904 ist innerhalb acht Tagen bei Meidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkaffe zu bezahlen.
Zahlstunden täglich vormittags von 8 bis 12 Uhr.
Gießen, den 9. Juni 1904. 5078
Der Stadtrechner: Doepfer.
Bilanz
des
Spar- und Vorschuß Vereins AktiengeselW.
zu Großcn-Linden
nach dem Bestand am 31. Dezember 1903.
Aktiva. «JfC £
1. Ausgeliehene Kapitalien und zwar:
ä) SDhgationen und
Schuldscheine 953656.69 0) Wertpapiere 74249.— c) Guthaben bei
Banken 357.95
d) Konto-Korrent-
verkehr 15250.—
2. Güterkauf- schillinge 12033.11
3. Kassenvorrat 747.09
4. Ausstände 57887.21
5. Unersetzte Vor
lagen 122.05
1114303.10
Passiva. £
1. Einzahlung der Aktionäre 12500.—
2. Aufgenommene
Kapitalien 1037865.19
3. Rücklagefond 15915.16
4. Reservefond 40953.52
5. Reingeipinn 7069.23
1114303.10
Großen-Linden, beit 8. Juni 1904. 5064
Der Borstand.
Festlichkeiten des Garde-Bereins und sammelt sich am Sonntag nachmittag auf dem Oswalds Garten zum Festzug. Der Vorstand.
Der Verein beteiligt sich bei den
Orden und Ehrenzeichen sind anzulegen. 5068
IMzWM Minhtai (Inh,: Carl Maas jr., Gießen) Ringoien-ülalkwerke. km- Mil Wch-M«W stets vorrätig. 785
Telephon: ^alkwerke Nr. 200, Kontor Nr. 282.
Bank für Handel und Industrie Depositenkasse Giessen (Darmstädter Bank) Giessen
Eingezahltes Kapital 132 Millionen Mark
Gegründet im Jahre 1853
Bankgebäude: Johannesstrasse 1. — Telephon 120.
Diebes- und feuersicheres Gewölbe. Vermietbare Schrankfächer (Safes).
Wir machen hierdurch bekannt, dass unsere
Abteilung für Spareinlagen
gegen Ausstellung von Einlagebüchern Geldbeträge zur Verzinsung entgegennimmt und zwar ,s l; , von 8 bis 12 Uhr vormittags,
taglicii „ 2 „ ö1/, •„ nachmittags, 2595
Samstags nur bis 4 Uhr.
Unser Institut ist vom hessischen Ministerium zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt worden.
Auslösung vön schllldvttjlhreibuugeu.
Bei der heute vorgenommenen Auslosung von Schuldverschreibungen der Evangelischen Kirchengemeinde zu Gießen — betreffend die drei älteren 4prozentigen Anlehen — wurden nachverzeichnete Stücke zur Heimzahlung gezogen:
von Lit. A zu 50 Mk.
, , B , 100 ,
, , C , 300 ,
, , D , 500 ,
5 , E , 1000 ,
Nr. 46 87 103.
, 27 57 120 148 171 182 234.
, 126.
, 66 104 130 279.
„ 68 111 142.
Die Rückzahlung dieser Schuldverschreibungen geschieht am 1. Oktober 1904 zum Nennwert gegen (Einlieferung derselben nebst den noch nicht verfallenen Zinsscheinen und zugehörigen Zmsfchein-^lnwcislm;cn, und zwar bei der evangelischen Kirchenkasse (Herrn 'Nendant Doering) dahier oder bei den hiesigen Bankhäusern. Vom 1. Oktober d. I. an
hört die Verzinsung der ausgelosten Schuldverschreibungen auf.
Gießen, den 8. Juni 1904.
5071
Der Evangelische Gesamt-Kirchenvorstand.
Dr. Naumann.
Kaufmännischer Herein
Souutag den 12. Juni 1904:
Ausflug nach Münzenberg
Abfahrt über Butzbach 217 Uhr nachm. Fahrpreis 1.20 Mk.
Rückfahrt über Lich 931 Uhr abends.
Der Ausflug findet auch bei ungünstiger Witterung statt. Besondere Einladungen an die Mitglieder und werte Familien ergehen nicht. Es wird um zahlreiche Beteiligung gebeten. 4914 Der Vorstand.
Um möglichst während der Saison in heKiiDaUtii LömienHirKen vollständig zu räumen, habe die Preise derselben 4552
ganz bedeutend reduziert.
Tchimfkblik M. LevL


