Ausgabe 
9.1.1904 Zweites Blatt
 
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verstand. Ein

er seine Geliebte

zu sich ins Haus genommen und mit ihr vor den Augen

L tropfenweise zu

Man verlange ausdrücklich M AG G!s Wäia*ze

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Ein Ehepaar, das sich nie

Ter Verbrauch von Tabak und 'Tabakfabrikaten, um» gerechnet in fabrikationsreifen Rohtabak, berechnet sich für den Durchschnitt der lebten sieben Jahre auf 1,61 Kgr. auf den Kopf.

Ter vorläufige Nachweis über den Tabakanbau im Jahre 1903 ergibt, daß der Flächeninhalt der mit Tabak bepflanzten Grundstücke 16 651 Hektar gegen das Vorjahr um 674 Hektar ab genommen hat.

Kirche und Schule.

Nom, 8. Jan. Tie neueste Reform des Papstes betrifft die Kleidervrdnung für Tarnen. Er jchricb nämlich dem portugiesischen mtbien d'Artas, Doyen, der vatikanischen Diplomaten, er wünsche, daß bei Empfängen und diplomatischen Soireen die Damen nicht dekol- lettiert erscheinen.

Wien, 6. Jan. Nach Informationen von zuverlässiger Seite, welche derN. Fr. Pr." zugehen, steht die Sache des Erzbischofs Tr. Cohn von Olrnütz im Vatikan sehr schlecht. Ein Kardinal äußerte sich dahin, daß Dr. Cohn nicht mehr als Erzbischof auf feinen Posten zurück- tehren werde. Der P a p st werde ihn v e r a n l a s s e u, aus sein Amt zu verzichten. Als Nachfolger soll der Tom- propst von Olrnütz, Tr. K1ug> große Aussichten haben.

einem Brunen die Leiche eines Landwirtes und seines 5 jährigen Lindes. Lian nimmt an, daß Beide aus Rache ermordet ivorden sind. Wie ein Telegramm aus Perpignan meldet, herrscht im ganzen Departement heftiges Schneetreiben. Der Verkehr ist unterbrochen, da die Wege verschneit sind. Mehrere Personen sind im Schnee u m g e f o m rn e n.

Constantine, 8. Jan. In dem Dorfe La Croix wurde eine Schullehrerin mit ihren beiden Zöglingen in der Schule ermordet aufgefunden.

* Rom, 8. Jan. Der Marquis Tosti di Paventa wurde gestern wegen Diebstahls hier verhaftet. Ec ist gesländig, einer Halbweltdame eine Brillanlnadel entwendet zu haben, und giebt an, infolge großer Spieloerlusle in Rot geraten zu sein.

* Trient, 8. Jan. Im südlichen Teile der Adamellv- Gruppe fand ein heftiges Erdbeben statt, wodurch riesige Lawinenstürze verursacht worden silid. Ob Men­schen verunglückt sind, ist noch mibetannt.

* Budapest, 8. Jan. Das beliebte Mitglied des Nationaltheaters Hedwig Leukay stürzte bei einer Automobil fahrt aus dem Wagen und erlitt schwere Ver­letzungen.

* Konstantinopel, 8. Jan. Gestern fand im Hafen ein Zusammenstoß zwischen dem russischen Dampfer Mariga" und dem türfi.chen Dump,eritüobe" statt, in- dessen sind Menschen nicht umgetommen.

Das Zittauer Stadttheater wird in diesem Jahre einem umfassenden Umbau unterzogen werden, dessen Losten sich auf etwa Mk. 100 UDO belaufen dürften. Gegen dieses Projekt macht sich vielfach Opposition geltend, weil man der Ansicht ist, daß die Stadt in den über hundert Jahrealten Lasten" nicht mehr eine so große Summe hrneinstecken, sondern den 9leubau eines Theaters ins Auge fassen sollte. Aber die Geldbeivegung hierfür begegnet großen Schwierigkeiten, während andrerseits das jetzige Theater in feinem feuergefährlichen Zustande nicht weiter benutzt werden kann. Also muß nun wohl oder übel das umfangreiche Pro­jekt diirchgeführt werden.

* Eme Skandalgeschichte. In derWelt am Montag" war vor einigen Wochen eine Klatschgeschichte auf- getischt worden. Der Thronfolger m einem Fabelland sei zu einer ausländischen Sängerin in Liebe entbrannt gewesen; die Künstlerin habe dem Prinzen Gehör geschenkt und als Resultat des Liebesverhältnisses genieße jetzt ein strammer junger Erdenbürger die Freuden des Daseins. Die Geschichte bezog die Amerikanerin Fräulein Geraldine Farrar, ein Mitglied des Berliner Opernhauses, auf sich. Nach Mck- teilungen, welchePost" undStaatsb.-Ztg." brachten, soll nun der Vater der Künstlerin, der sich ebenfalls in Berlin aufhält, in der Angelegenheit seiner Tochter ein Stück Selbst­hilfe begangen haben. Diese beiden Zeitungen rühmten die sportlichen Erfolge, die Farrar dank feiner riesigen Körper­schaft errungen hat und erzählen dann, daß dieser 2(merifaner unter Beihilfe eines Landsmannes den Redakteur Korn von derWelt am Montag" eines Morgens im Bett über* allen und ihn zur Abgabe einer schriftlichen Erklärung ge­nötigt habe, m der die Klatschgeschichte als vollständig er- logeir bezeichnet wird. Aus einer Ergänzung dieser Dar­stellung geht hervor, daß auch der Redakteur Ludwig von derWelt am Montag", der zufällig während des erwähnten Vorgangs bei Korn zu Besuch war, ein Opfer der Farrarschen Selbsthilfe zu werden befürchtete. Korn und Ludwig bestreiten in einer öffentlichen Erklärung zwar, daß Farrar sie bedroht habe, die Staatsb.-Ztg." jedoch bringt von neuem eine Dar­stellung der Angelegenheit, die sich mit den vorhin erwähnten Meldungen im wesentlichen deckt; ferner aber veröffentlicht das Blatt den Wortlaut einer angeblich von den Redakteuren Korn und Ludwig abgegebenen Erklärung, worin konstatiert wird, daß der Artikel derWelt am Montag* sich auf Fräu­lein Farrar nicht bezieht.

ßugtfl Richter über die Nationalfoziale«.

In einem scharfen Artikel rechnet Eugen Richter mit den Nationalsozialen ab; am Schluffe seines Artikels sagt er:

Was haben solche Herren denn überhaupt für die Ar­beiterinteressen praktisch getan, die sie fortgesetzt im Munde führen? Haben sie als Berater, Förderer oder sonst als Mitarbeiter in irgendwelcher Gestalt eine praktische Tätigkeit entfaltet in Genossenschaften, Gewerkvereinen, Kassenveremen u. bergt. ? Nein, sie haben nur allgemeine Reden gehalten über Aufgaben der Gesetzgebung. Sie haben allgemeine Rezepte veiichrieben für neue Zwangsorganifationen in dieser und jener Richtung, ohne sich irgendwie auf Untersuchungen über die praktische Ausführbarkeit, über dabei in Betracht kommenden Schwierigkeiten und Lasten einzulaffen. Das ist freilich überaus bequem, aber nichts weniger als verdienstlich. Im Gegenteil: Es werden dadurch alle Bestrebungen zur Selbsthilfe in derselben Richtung gelähmt; es wird eine wachsende Begehrlichkeit gegenüber Reich und Staat groß- gezogen, und werden zugleich Erwartungen erweckt, die in solchem Umfange weder Reich noch Staat jemals befriedigen können. Die Herren glauben, damit sich der Sozialdemokratie anbiedern oder gar sozialdemokratische Arbeiter ihrem Par­teichen angliedern zu können. Eitel Torheit! Im Ver­sprechen ist die Sozialdemokratie allen Parteien haushoch über und sie kann es auch sein, well keinerlei Rücksicht sie bindet gegenüber der bestehenden Gesellschaftsordnung. Können die Unternehmer bei der Zuwälzung von immer neuen Lasten, bei der Einengung ihrer Rechte in der Leitung der Betriebe nicht mehr bestehen um so besser für die Sozialdemokratie. Dann kommt man der Ueberführung in den sozialdemokra­tischen Ziikunftsstaat um so näher. Die Nanmänner sind Verächter des Liberalismus und zugleich Schrittmacher der Sozialdemokratie!"

ziemlich bejahrter Mann stand dieser Tage vor der 8. Straf­kammer des Seine-GerichtS in Paris, weil

«Heer und Slotte.

Nach einem Telegramm aus Krese ld Hai der Kaiser durch das Kriegsministerium die Mitteilung er­gehen lassen, daß mit Rücksicht auf die Solidität der Sti- fernenbauten die V erl egun g des Düsseldorfer Huf ar en-R e gim en ts nach Krefeld erst im April 1906 erfvlgep kann.

<gabaä/iati/lm.

T«s vierte Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs, Jahrgang 1903, enthält u. a. eine Statistik über die Tabakemte und Besteuerung im deutschen. Zollgebiet für das Erntejcchr 1902 (L Juli 1902 bis 30. Juni 19o3j nebst vergleichenden Zusammen Wellungen für die letzten zehn Erntejahre. Im Anschluß daran folgt ein vorläufiger Nach­weis über den Tabakanbau im Jahre 1903.

Mit Tabak bebaut Und abgeermet wurden im Emtejahr 1902 innerhalb des Zollgebiets 17 325 Hektar gegen 1901: 16 963 Hektar, 1900: 14 751 Hektar, 1899: 14 615 Hektar; die Ernte an trockenen dachreifen Blättern betrug 37 698 Tonnen (1901: 40 013 T., 1900: 34 790 T., 1899: 30 075 T). Die angebaute Fläche war also um 332 Hektar größer als die vorjährige, die Ernte aber um 2315 T. geringer. Durchs schnittlich wurden von 1 Hektar 21,8 Doppelzentner trockener dachreifer Tabakblätter geerntet gegen 23,6 D.-Z. in den Jahren 1900/01 und 20,6 D-Z. im Jahre 1899. Die Ernte ist m den einzelnen Bezirken sehr ungleich ausgefallen; die Erträge schwankten zwischen 11,5 D.-Z. in Schlesien und 29,4 D.-Z. in Hessen-Nassau. Die nächst höchsten Er­träge hatten Rheinland mit 28,3 D.-Z. und Elsaß-Lothringen !mit 28,2 D-Z.

Tor Beschaffenheit und Menge nach war die Ernte in Hessen-Nassau, Rheinlcuid, Baden, Großherzogtum Hessen, Braunschweig und Elsaß-Lothringen im ganzen gut bisbe friedigend, der Menge nach auch in Westpreußen und Bayern, in Brandenburg zum Teil der Güte nach im übrigen aber meist geringer, mittelmäßig und darunter. Die kalte Witterung des Frühjahrs hielt die Setzlinge in der Entwicklung zurück, sodaß der Felderanbau sich ver­zögerte. Auch der Sommer war in Ost- und Norddeutsch­land katt uni) dem Wachstum der Pflanzen ungünstig, während in Süddeutsch!and (in Baden und Württemberg- im Juni und Juli andauernde Trockenheit viele Pflanzen absterben ließ. Tie Erntezeit war im allgemeinen günstiger, wenn auch stellenweise Schädigungen durch frühe Nacht­fröste nicht ausblieben. Abgesehen von Schlesien und Würt­temberg, wo nasses Wetter und Nebel die Trocknung er­schwerten, verlief die Hängezeit gut, sodaß Dachbrand oder Nippenfäule nur selten voriam. Auch die Fermentation nahm einen günstigen Verlauf, doch eignete sich der Tabak vorwiegend nur zu Rauch-, Kau- und Schnupftabak, weniger zu Einlage und Umblatt für Zigarren. Gutes Zigarren­material ergab ein Teil der Ernte in der Provinz Bran­denburg.

Die Preise waren im allgemeinen geringer als in ben beiden Vorjahren; als mittlerer Preis für 1 D.-Z. wurden für das gesamte Zollgebiet 82,6 Mk. ermittelt, gegen 85,4 und 89,1 Mk. in den Jahren 1901 und 1900.

Die Tabaksteuer hat im Emtejahr 1902 einen Ertrag von 12,4 Millionen Mark, der Zoll vom Tabak 55,4 Mill. Mark ergeben. Nach Abzug der gezahlten Vergütungen verblieb eine Reineinnahme von 67,a Millionen Mark, das ist 1,16 Mk. auf den Kopf der Bevölkerung.

seiner Frau schön getan hatte.Wie heißen Sie?* fragte ihn der Präsident. Der Angeklagte zögette einen Augenblick, dann sagte er lächelnd:Einmal kann das schließlich jedem Menschen passieren!" Große Heiterkeit im Saale. Der An­geklagte sah sich zuerst erstaunt um, dann begriff er wobl, daß er eine Dummheit gesagt habe, denn er fügte rasch hinzu: Herr Präsident, ich bin etwas taub: ich wurde Sie daher bitten, etwas lauter zu sprechen." Der Präsident tat das denn auch, und das Verhör ging ohne Zwischenfall zu Ende, da der Ehemann ohne Schwierigkeit zugab, daß er seine Frau betrogen habe. Nun sollte die Frau vortreten.Sie halten also Ihre Klage aufrecht, Madame?'fragte der Präsi­dent.O, ich danke, mein Herr, ich bin nicht müde . . .

Neuer Heiterkeitsausbruch. Stummes Spiel der Zeugin, die schließlich schüchtern bemerkt:Ich bin nämlich etwas taub, Herr Präsident, und wenn Sie die Güte haben wollen, etwas lauter ..."Ja, ja, ich weiß schon, unterbrach sie der Präsident,und der Gerichtshof begreift jetzt auch, daß Sie und Ihr Mann sich nie und nimmer .... verstehen konnten!

Humoristisches.

Die Frau des Sittlichkeitsapostels.Aber das sag' ich Dir, Mann: allein gehst Du nicht in dieSalome". Sonst glaubt Dir ja auch kein Mensch, daß^ Du es aus Ent­rüstung tust!"

Kathederblüte.Ja, meine Herren, die Parabel ist eben für manchen das Mädchen für alles!"

Gerichtssaal.

. Der l i n, 8. Jan. Tas Lanögenchl I verhandelte heute gegen die Redakteure desVorwar ls" Leid und Kaliski, die beschuldigt sind, durch mehrere Arukel über die W a h l k r a w a l l e in Laurahülte die dortigen Gendarmen und Polizeibeamteu, lerner den Arzt Nawrocki und den Amisvorsteher Schröter b e - leldigt zu haben. Die Angeklagten wurden der Beleidigung in vier öallen über s ähr t erachtet und Leid zu vier Atonalen, Ka'liski zu vier Moimlen und einer Woche Gefängnis verurteilt. Tas Erkenntnis ist tmVorwärts" und in mehreren anderen Blättern zu verosientlichen.

Potsdam, 7. Jan. Die Strafkammer hat die u n v e r e h & lichteRummler wegen öffentlicher B e l e i d i g u n g des Fähn- OA Ü,J- reuenfeld vom 4. Garde-Feldartillene-Regimeut zn 30 Alk. Geldstrafe verurteilt, sie aber von der 'Aufreizung von Soldaten gegen Vorgesetzte f r e i g e f p r o ch e n. Ter Fähnrich tjatte einen emgezogenen Reservisten, m dessen Begleitung sich die Angeklagte beianö, wegen RichtgrußenS angehalten und zur Wache sistiert, wobei die Rümmler zu Artilleristen, die sich angefammelt hatten, gesagt haben soll, Ihr iverdet Euch das doch nicht gefallen lassen.

TerBauer und derDolus. Ein Bauer aus Frechen führte bei dem Kölner Oberlandesgericht einen Prozeß, der die Auflösung eines Kaufgeschäftes zum Gegenstände hatte. Er verlor denselben, da nachgewiesen wurde, dap er seinen Vertragsgegner bei dem Kaufabschlusj durch Verschiveigeii wesentlicher 'Mangel des Kauiobjelies arglistig getäuscht hatte. Bei der Lektüre der "schrift­lichen UrtellSausserilgung, die dem Bauer von seinem Anwalt zu- gesandt wurde, war ihm die häufige Erwähnung desTolus", der wohl, wie er heraussand, für die Enischeiduiig ausschlaggebend fein mußte, höchst auffällig. Von dem Umstand, daß er selbst diesen Lotus geschossen Hoile und damit dessen genüget Urheber war, davon haue er keme Ahnung. Er glaubte vielniehr, dag der Tolus ein Zeuge sei, welcher ungünstig für ihn ausgejagt und dadurch den schlechten Ausgang des Prozesses für ihn herbeigeiührt habe. ,L-lesen Tolus, den Schutt, will ich meineidig machen", so äußerle er sich zu einem ihm besr-undelen Nach­barn. Gesagt, getan! Mit der ausgesprochenen Absicht, den Zeugen Dolus bet der Staatsanwaltschaft wegen Meineids zur Anzeige zu bringen, betrat er das Kölner Juslizgebäude. Tort trug er dem ersten ihm begegnenden Gerichlsdiener'sem Anliegen vor, und dieser, ein Witzbold, verwies ihn an die zuständige Stelle, nämlich die Anmetdestube der Staatsanwaltschaft. Hier wurde der Bauer auf fernen Irrtum aufmerksam gemacht und belehrt, daß der böse Tolus in seinem eigenenIch" personifiziert sei. Grollend zog er sich hieraus mit den Wonen zurück:Tie Häre däle och besser, fre schrieve dütsch, damit die Bore et och verston n."

Das Nix ch en" vordem Reichsgericht.Tas Nixchen" von Hans v. Kahlenberg, bekanntlich Pseudonym für <5rl. v. Mo mba rt, hat dos Reichsgericht in vierter Instanz be- ichaftigt. Nachdem femerzeil dos Berliner Landgericht II die Er­öffnung des Hauplver'ahiens obgelehnt Halle, und dieses dann aus Beschluß des Kammergerichts sialtfand, erfolgte zunächst durch Ur­teil des Landgerichts Berlin 11 die Freisprechung der An- geUagten unbj)ie Aushebung der Beschlagnahme des Buches. Auf Revision der Staatsanwaltschaft hob das Reichsgericht das srei- sprechende Erkenntnis auf. In diesem Urteil' des Reichs­gerichts sand sich folgender Satz:Besteht aber die Möglichkeit, baß die iLchrift auch in die Hand unreifer, sittlich noch nicht ge­festigter Personen gelangt und daß ihr Inhalt deren Scham- und >Lilllichkeitsgefühl in geschlechtlicher Beziehung verletzt, so war die Annahme, daß es sich objektiv um eine unzüchtige Schrift handle, geboten, und es blieb nur noch zu prüfen, ob die Angeklagte sich dieser Möglichkeit bewußt gewesen ist." Tie Sache war zur ander- iveiten Entscheidung an das Landgericht Berlin I zurückvenviejen, und dies erkannte auf Grund der vorstehenden Ausführungen des Reichsgerichts zwar nur Freisprechung der Angeklagten, aber auf E i n z t e h u n g d e s Buches. Gegen diese Entscheidung richtete sich die Revision der B e r f a s s e r i n, welche Justizrat Jonas vor dem Reichsgericht vertrat. Semem Antrag auf Amhebuna der Vorentscheidung schloß sich der Vertreter der Reichsanwaltschast Mit einem glänzenden Plädoyer an, in dem er der Ausrichtung bet Verteidigung beurat, daß unmöglich für den objektiv unzüchtigen Charakter einer Schrift entscheidend sein könne, wie dieselbe auf die unreife Jugend wirke, für d i e s i e n i ch t b e st i m m t fei, und daß es nicht Aufgabe des Gerichts, fonbetn der Familie fei, die Jugend ui dieser Be­ziehung zu schützen. Tos Reichsgericht kam zutAufh eb u ng des von dem Landgericht Berlin I gefällten Urteils und verwies die Sache zur anderweiten Entscheidung an dos Landgericht 91 e u ° R u p p i n. Mit Rücksicht auf die große prinzipielle Trag­weite der in Betracht kommenden Fragen wird auf die Sache zu- rückziikommen sein, wenn das neuerliche Urteil des Reichsgerichts im Wortlaut ooiliegt.

vermischte».

* Berlin, 7. Jan. Der Inhaber einer hiesigen Wäsche- und Schürzenfirma H. L. Berkowitz hat unter Hinterlaffung einer bedeutenden Schuldenlast die Flucht ergriffen" DemConf." zufolge betragen die Verbindlichkeiten ungefähr 225000 Mark, denen etwa 53 000 Ntt. Aktiva gegenüber- stehen. An dem Zusammenbriich sind sehr viele Berliner, sowie auswättige Firmen beteiligt, einzelne von ihnen sollen 30 000 Mk. verlieren.

* Kiek, 8. Jan. Der zu Zuchthaus verurteilte Ein­brecher Gourke, dessen Ueberführung in das Rendsburger Zuchthaus bevorstand, überfiel einen (befangen tw\ ausfeher und verletzte ihn so schwer, daß er d i e n ft-1 unfähig ist. Ern zweiter Aufseher überwältigte ben Attentäter.

* Aachen, 8. Jan. In Hahnrath wurde in einer Wirtschaft gelegentlich einer Rauferei ein Belgier er- stochen und ein zweiter schwer verletzt, sodaß er hoff­nungslos darniederliegt. Drei der Tat verdüchttge Per­sonen wurden verhaftet.

*Breslau,8. Jan. Eine durch eine Kommission vor­genommene General-Revision von Liebigs Variöto hat zu dem Beschluß geführt, daß das Theater am 1. Mai zu schließen ist. Es wird während der Sommermonate einem vollständigen Umbau unterzogen.

Paris, 8. Jan. In St. Nlarlin entdeckte man in

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