die Fläschchen, damit gewöhnliche Sterbliche sie nicht sehen können." — Tas tat denn auch die 70 jährige Fran, die durchs die Ekstase nnd viele schlaflose Nächte, in denen „Geister"" erschienen, furchtbar geschwächt wurde. Nachdem ihr der „Geist"" ruxhi das Testament zugunsten von ^Frau Martin diktiert hatte, nahm die Schwäche der armen Frau Chappuis erschreckend zu. Tas Dienstmädchen Char- pentrer aber sammelte die fortgewvrfenen geheimnisvollen Fläschchen, belauschte und notierte die Reden des „Geistes"". Änr 2L Tezember fragte das Dienstmädchen ihre Herrin wegen der für Weihnachten erforderlichen Bestellungen. Frau Chappuis sagte ihr: „Tas ist nicht nötig. Besorge von Tag zu Tag was wir brauchen, ich werde euch doch bald verlassen, ich weiß den Lag meines Todes."" Am nächsten Morgen begab sich Frau Chappuis nach Saint Germain, kam zu Mittag nach Marly zurück, und bei Tisch erlag sie einem Herzschlag. Sie sagte sterbend: „Tu hattest Recht, lieber Mann, jetzt komme ich zu dir!" und starb mit glücklichem Lächeln. Ter Arzt fand den Todesfall ganz unverdächtig. Frau Chappuis wurde begraben Und erst, als das Testament eröffnet wurde, das Frau Martin zur einzigen Erbin einsetztc, wandten sich die Neffen der Verstorbenen, Herr Louis Gresse vvn der Oper, Leutnant Licardos in Vincennes, und der Börsenagent Toutain an das Gericht, das auf Grund der Aussagen des Tienstmädchens Frau Martin, wie schon gemeldet, verhaftete, die Exhumierung der Leiche und die Untersuchung der '„Parfümflaschen"" anordnete.
• Neber Kannibalismus im Kongo st aat bringt ,-tin Brief nähere Mitteilungen, welcher der Ueberseeischen Älissionsgesellschaft in London aus Stanley Pool, zugegangen ist. Die Missionare Howell, Frame und zwei ihrer Amtsbrüder schildern darin einen Fall von Menschenfresserei, den sie am Ufer des Kongo von dem Missionsdampfer ^Goodwill" aus beobachteten. Der Kapitän wollte eines Abends chei einem Dorfe vor Anker gehen, an dem er bereits oft angelegt hatte. Da wurde ihm von zwei belgischen Kongo- staats-Offizieren am Ufer bedeutet, er dürfe dort nicht anhalten, da die kongostaallichen Truppen gegen die Dorfbe- irvohner kämpften. Die vier Missionare sahen am Ufer
Menschenleichen liegen, von denen einige bereits zerlegt waren, um später verspeist zu werden. Ein farbiger kongo- staatlicher Soldat schleppte gerade zwei menschliche Beine fort, während ein anderer Soldat ein Bein in einen Korb steckte. Andere nichtuniformierte Eingeborene ivaren ihnen behülflich. Der „Goodwill"' setzte seine Fahrt nach Basoko fort, wo der Vorgang den kongostaatlichen Behörden mitgeteilt wurde. Die Untersuchung darüber dürfte in Leopoldville oder in Boma stattfinden. In der kongostaatlichen Armee dienen zahlreiche Eingeborene aus Kannibalenstämmen, die auch als Soldaten ihre Gewohnheit nicht ablegen, und manche Ofsizierc wagen es nicht, gegen die Menschenfresserei ihrer Leute einzuschreiten.
Auszug aus im KirchrvbüLmi der Statt Eirtzk».
Evangelische Gemeinde.
Getraute. Matthäusgemeinde. Ten 23. Dezember. Karl Peppet, Tienstknechl zu Gießen und Anna Elisabeth Bormann, aus Groß-Karben. Den 26. Dezember. Heinrich Johann Genne, Kutscher in Gießen und Elisabethe Zirckcl, Tochter des verstorbenen Landwirts Johannes Zirckel zu Gundhelm. Ten 3. Januar. Karl Kreß, Burcauvorsteher, und Else Antome Maihllde Tehl, Tochter des Fabrikarbeiters Johannes Tehl in Gießen. Marknsge- in e i n d e. Den 19. Tezember. Ferdinand Franz Anton, Heßler ein Wittwer, Rangierer zu Bad-Nauheim und Alane Holschuh, Tochter des Polizeidieners Johannes Wilhelm Holschtih III. zu Ober-Sens- bad). Den 25. Dezember. Fritz Otto Alired Liersch, Feilenhauer zu Gießen und Eltsabelhe Nauinann, Tochter des verstarb. Maschinisten Johannes Namnann zu Marbtlrg.
Getaufte. Matthäusgemeinde. Teil 19. Tezenlber. Dem Kauimann Wilhelm Hahn ein Sohn, Hemrich Julius Karl Ludwig, geb. den 4. Novbr. Den 20. Dez. Dem Glajermeisler Ltldivig Scherfs ein Sohli, Konrad Liidivig Hermann, geboren den 31. Oktober. Den 25. Dez. Dem Tapezier Wilhelnr Rohrbach ein Sohn, Hermann Wilhelm, geb. den 24. Sept. Dem Kanalarbeiter Heinrich Renel eine Tochter, Katharina Margarete, geboren deii 13. Novbr. Dem Backer Gustav Henn eine Tochter, Elsa Olga Johanna, geb. den 27. Oktober. Dem Fuhrmann Friedrich Hill- gärtner ein Sohn, Friedrich geb. den 2. Ott. Tem Schuhmacher Theodor Judt ein Sohn, Georg, geb. den 28. Sept. Ten 26. Dez Dem Dad)dccker Wilhelm Röhrig eine Tochter, Marie Katharine, geb. den 14. Novbr. Dein Laglöhner Karl Appel eine Tochter,
Lina Emma Auguste Minna, geb. den 5. Dez. Dem Schneider Helwig Franz ein Sohn, Ehrhard Heiiirich, geboren bett 23. Sept. Den 27. Dez. Tem Installateur Karl Bellof eine Tochter, Elisabeth, geb. den 19. Novbr. Dem Kntscher Georg Müssing eine Tochter, Johanna geb. den 27. Sept. Den 3. Januar. Dein Ober-Lokomotiv- sührer Friedrich Wilhelm Thielmann eme.Tock)ler, Emma Johanna Klara, geb. den 8. Novbr. M a r k us g e m e i n d e. Ten 22. Tez. Eine uneheliche Tock)ter, Anna, geb. den 3. Novbr. Den 25. Tez. Deni Taglöhner Karl Friedrich Arnold ein Sohn, Karl Arthur- Ewald, geb. den 29. Oktober. Dem Ftrhrmanii Karl Haas eine Tod)ter, Amia Marie, geb. den 21. Novbr. Den 26. Tezember Tenr Sd;neider Johaiines Weller eine Tochter, Tora Luise, geb. den 25. September. Dem Schuhmacher Philipp Lepper em Sohn, Karl Erlist, geb. den 9. Oktober. Tem Feilenhauer Otto Lierjch eine Tochter, Ottilie Bertha Luise Anna, geb. den 27. Oktober.
Beerdigte. Matthäusgemeinde. Ten 19. Dezember. Tina Marne Peil, Tod)ter des Lokomotivheizers i. P. Nicolaus Friedrich Peil, 6 Jahre alt, starb den 16. Tezember. Ten l.Jan. Johamies Becker, Sd)ilhmad)ermeister, verheiratet, 69 Jahre alt, starb den 29. Dezember. Dorothea Koch, geb. Henrich, Wittwe des Eiseilbahiischlossers Friedrich Koch, 81 Johre alt, starb den 30. Tez. Den 4. Janirar. Lina Geisel, Tochter deS Flaschenbierhärrdlers Friedrich Geisel, 11 Jahre alt, starb den 1. Januar. Den 6. Jan. Elisabeth Schmidt, geb. Stade, Ehefrau des Wirts Theodor Schmidt, 55 Jahre alt, starb den 4. Januar. Al a r k u s g em e i n d e. Den 22. Tez. Charlotte Brühl, geb. Friebel, Ehefrau des Saltlermeisters August Brühl, 60 Jahre alt, starb den 20. Tez. Den 25. Dezeniber. Emil Sauer, Privatier verheiratet, 61 Jahre alt, starb den 22 Dezember.
o^au0wnt|ipu)t.
D i e L a n d w i r t s d) a f t s k a m in e r für K u r h e s s e n soll die Errld)kung einer B i e h v e r s i ch e r il n g beab|‘id)tigen. Tie Angelegenheit wird in der Mitte Januar stattfindenden Jahresversammlung der Kammer zur Vorlage und Beratung konunen.
WarnungS
Die meisten Nachahmungen v<>n Di. Hommels Haematogen werden, um das D. K. P. No. 81,391 zu umgehen, mit Zuinlteuaume von Aether bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommel s Haematogen und achte auf die Schutzmarke „Säugende Löwin.“ 92
Bekanntmachung.
Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in z 25 der Wehr- ordttung werden alle im Jahre 1884 geborenen Militärpflichtigen, sowie diejenigen, welche dieses Alter bereits überschritten, aber fid) zur Musterung noch nicht gestellt haben, oder bei der Musterung in 1903 zurückgeslellt worden sind, und entweder m Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Studenten, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Haus- und Wirtschaits- beamte, Handlungsgehilien, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenjd)aft sich dahier aufhalten, hiermit auigefordert, sich behufs Eintragung ihrer Slaineii .in die RckrutierungsslammroUe in der Zett vom 15. Januar bis 1. Februar d. I. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden, und dabei, weuu sic dahier uicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Standesamt zu erwirken ist, unb, wenn sie bereits bet einer früheren Musterung konkurriert haben, ihren Losungsjchein vorziilegen.
Zugleich ivird darauf aufmerksam gemacht, dap diejenigen, -velche die Anmeldung unterlassen, sich zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Geldstrafe dis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme au der Losung ausgeschlossen, und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeck der Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brot- oder Fabrckherren zu dieser Anineldung verpslichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von 'Militärpflichtigen auf Grund des § 32, pos. 2, Lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehr- Ordnung rechtzeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubrmgen sind; verspätete Gesuche können l'euie Berücksichtigung finden.
Gießen, den 2. Januar 1904. 306
Grvpycrzv.uiu-.c ^.utgeemtiiterei Gießen.
______________I. V.: Curschmann.__________________
Bekanntmachung.
Betr.: Feldbcreinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn.
Nachstehende Bekanntmachung bringen wir zur öffentlichen Kenntnis der Beteiligten.
Gießen, den 8. Januar 1904. 391
.Grvßherzvgri^e arger meisteret Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Betr.: Wie oben.
In der Zeit vom 7. Januar 1904 bis einschließlich 20. Januar 1904 liegen in der Großh. Bürgermeisterei zu Heuchelheim bei Gießen die Arbeiten des III. Abschnittes von den Fluren 34 bis 39 obiger Feldbereinigung, nämlich:
1. 6 Zuteilungskarten,
2. 3 Bände Gütergeschosse,
3. 2 Bände Zuteilungsoerzeichnis,
4. 1 Heft Zusammenstellung der Gütergeschoffc,
5. 1 Heft Verzeichnis der Drainagekosten,
6. das Protokollbuch,
7. das Obstbaumverzeichnis zur Einsicht der Beteiligten offen.
Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen sindet statt: Donnerstag, den 21. Januar 1904, vormittags von 11 bis 12 Uhr, in der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim bei Gießen, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügeu emlade, daß die Nicht- erscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Aktengröße (mindestens l/2 Bogen) einzureichen.
Friedberg, den 31. Dezember 1903.
Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: gez.: Spam er, Kretsamtmann.
HM- und Wasts-Verknus
Mein
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Lauterbach i. Oberhesfen.
Frau Georg Struth Wwe.
Donnerstag d. 21. Jan. 1904, nachmittags 3 Uhr, werden am hiesigem Ortsgericht die dem Paul Bender und bezw. dessen Ehefrau geb. Kümmel vor Namen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen
Flur 22 Nr. 5 — 3158 qm Grab- garten mit Gartenhaus au, dem Rodt,
„ 22 Nr. 6 = 50 qm Hof- raite daselbst,
, 28 Nr. 36 — 561 qm Acker . auf dem Sand
öffentlich meistbietend freiwillig versteigert.
Es sindet nur diese einmalige Versteigerung statt.
Gießen, den 31. Dezember 1903. Großh. Ortsgericht Gießen.
Gros. 165
Holsverstcigcrung
Donnerstag den 14. Januar 1004, von vormittags oy2 Uhr an, soll in dem Anneröder Gemeinde- wald Abteilung 20 Schafweide nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
Brennholz:
443 Rmtr. Nadel-Knüppel, 2400 Nadel-Wellen,
83 Rmtr. Nadelstockholz.
Bemerkt wird, daß fast sämtliches Holz an der Chaussee lagert.
Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Straße Schnittpunkt der Kreisstraße Annerod—Großen-Buseck.
Annerod, den 6. Jan. 1904. Gr. Bürgermeisterei Annerod.
Horn. 343
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Schmtthoiz-Versteigermrg
in der sürftllchen Obersörfterei Lich.
Montag, den 18. Januar sollen versteigert werden:
a) im Distrikt Fuchsstrauch 16 Buchen—21,27 Im. Die Zusammenkunft ist um 91/* Uhr am Bahnübergang zwischen den beiden Bahnwärterhäusern beim Fuchsstrauch. Der Forstort ist in ungefähr 1/2 Stunde von Station Garbenteich her erreichbar.
b) im Distrikt Merlbach 2 Eichen—2,67 km; 25 Buchen —34,63 tm; 6 Ilhorn—5,24 Im; 1 Birke—0,42 tm; 18 Kiefern =29,66 km; 3 Lärchen=4,62 Im; 4 Fichten—11,86 km; 15 Weißtannen—54,82 tm. Tie Zusammenkunft ist um 103/4 Uhr auf der Kreisstraße Lich - Hattenrod nahe Meilenstein Nr. 5 beim Buchenstammholz.
c) Im Distrikt Ricdwald 33 Eichen—58,48 fm; 1 Elz- beer— 0,20 tm; 1 Birke=0,52 tm. Die Zusammenkunft ist nachmittags 2 Uhr auf der Pfaffenschneise nahe dem Ettings- Häuser Feld. 150
Schluß der Versteigerung ungefähr um 3 Uhr.
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