Erttes Blatt
Montag 8. Augnft 1904
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Schrrlstratze 7, Adresse für Depeschen: «uzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 81.
154. Jahrgang
Nr. 184
»»Ichernt «»glich außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vessischen Landwirt die Gießener Familien. Hättet viermal in der Woche beigelegt.
Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen
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AmK- md AnzeMblatt für d« Kreis «ich« W8 an»— ■■Jin ■■■■■■■ ,i_ 111 zeigenteil: HanS Beck.
Me Bärtige Kummer umfaßt 8 Seilen.
Ktkamttmachnng,
den Gewerbebetrieb der Barbiere und Friseure betreffend.
Die Polizeiverordnung vom 14. Juni 1904, den Gewerbebetrieb der Barbiere und Friseure betreffend, abgedruckt im Kreisblatt Nr. 80 vom 22. Jrmi 1904, tritt am 15. August 1904 in Kraft.
Großh. Polizeiamt Gießen und die Großh. Bürgermeistereien Grünberg, Heuchelheim, Lich und Wieseck werden beauftragt, insoweit die8 nicht bereits geschehen, dafür zu sorgen, daß bis zum 15. I. Mts. ein Abdruck der Polizeiverordnung in jeder Barbier- und Friseurstube an leicht sichtbarer Stelle angeschlagen wird.
Gießen, den 8. August 1904.
Großherzogliches Kreis amt Gießen. Dr. Breidert.
Z>er Krieg zwischen Japan und Außlaud.
Die Japaner wurden überrascht.
Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 6. August besagt: Am 5. August wurde auf der Südfront eine Nekognoszierung unternommen. Unsere Geschütze beschossen und zerstörten das Dorf Gantchiu antsi, 18 Werst nordöstlich von Niutschwang, von wo der Feind in Stärke von zwei bis drei Schwadronen und einigen Kompanien eilig unter Zurücklassung von Lasttieren, und eines Teils des Gepäcks, der Munition und der Kessel mit kochendem Essen floh. Die Geschütze beschossen den abrückenden Feind. Gleichzeitig vertrieben Kosaken die japanische Kavallerie aus dem Dorfe Denzsigkou. Auf der linken Seite verdrängte unsere Kavallerie die japanischen Feldwachen aus Toluntschjaia, fünf Werst südöstlich von Gentschjuantsi. Auf der Ostfront sind keine Veränderungen eingetreten.
Was wird Kuropatkin machen?
Aus Petersburg wird telegraphiert: General Kuropatkin habe Befehl erhalten, stinc Nückzugsbcwegung ein- zustellen und zum Angriff vorzugehen. Cs heißt, General Kuropatkin habe beschlossen, die Offensive nach Süden zu ergreifen und selbst das Kommando der Südtruppen zu übernehmen, die gegen die Armeen Nodzus und Okus vorgehen sollen. Gleichzeitig habe er den Generalen Kutschewsky und Bilderling befohlen, mit dem zehnten und siebzehnten Armeekorps Kuroki in Schach zu halten.
Bei Port Arthur.
Endlich wird über die Lage Port Arthurs eine sichere Meldung verbreitet, nach welcher die Japaner bei ihren Angriffen einen großen Mißerfolg zu verzeichnen haben.
Ein Telegranml des Generals Stössel an den Kaiser besagt: Die Truppen schlugen in einer dreitägigen Schlacht am 26., 27. ,.un b 28. Juli alle Angriffe der Japaner mit ungeheuren Verlusten für dieselben zurück .Die Stimmung der Garnison ist eine sehr gehobene. Tas Geschwader griff helfend ein, indem es den Feind in die Flanke beschoß. Unsere Verluste für alle drei Kampftage an Toten und Verwundeten betragen ungefähr 15 0 0 Untermilitärs und 40 Offiziere. Tie Japaner verloren nach Nachrichten von Chinesen und Ge- fangmcn gegen 10 000 Mann, diese Verluste machten sich bei ihnen so fühlbar, daß sie nicht einmal ihre Toten und Verwundeten wegschaffen konnten.
Eine andere, kaum ernst zu nehmende Meldung sagt: Flüchtlinge aus Port Arthur haben nach Tschifu ausführlichere Kunde von den letzten blutigen Kämpfen um die Festung gebracht. .Danach richtete sich der japanische Sturmangriff gegen die drei noch nicht eroberten Außenforts Wolfshill, Greenhill und Chrilthill, von denen die beiden ersten genommen ivurbui, so do Christhill als einziges Außenforts noch im Besitze der Russen ist. Tie Japaner warfen über 100 000 ShrapnellS in den Festnngsbezirk, ihr mörderiMs Feuer wurde von 2000 russischen Geschützen erwidert. Von der auf 150 000 Mmm geschätzten Zernierungsarmee sielen 17 000 Mann.
Die Beschlagnahmungen.
Die Angelegenheit dcS von den Russen versenkten Dampfers „Thea" ist noch nicht geklärt. ES hat sich herauSgestellt, daß die „Thea" zweimal gechartert wurde. Außerdem scheint nach bisherigen Ermittelungen die Ladung weder amerikanischen noch englischen Ursprungs zu sein, sondern japanischer Besitz; sie bestand zudem nur in kleinem Umfange aus Fischen, zum größten Teil aus Schwellen für Eisenbahnen.
Der „Nowoje Wremja" wird aus Wladiwostok gedrahtet: Das Prisengericht verhandelte am 5. August über die Versenkung des englischen Dampfers „Knight Commander". Dasselbe hat dahin erkannt, daß der Dampfer nebst Ladung eine rechtmäßige Prise und die Versenkung ein dem Völkerrecht entsprechender Akt gewesen sei. Bei der Verhandlung stellte sich heraus, daß die auS Eisenl>ahnmatcrial bestehende Ladung über japanische Häsen nach Tschemulpo bestimmt war, wahrscheinlich für die Balpr- linie von Söul nach der Jalumündung.
Im Hafen von Port Arthur.
Admiral Tv-go berichtet: Am 5. August abends näherten sich zwei japanische Torpedobootszerstörer dem Wrinnn nn von Port Arthur zu Melognoszierungszwecken. 14 r u s s i s ä) <- T o r p e d o b o o l s z e r st ö r e r liefen daraufhin aus bent Sinfcit au«5 und versuchten die japanischen Scküsse abzuschneiden. Als die Japaner durch eini n weiteren Torvedolwots-- zersti.rer Verstärkung erhielten, griffen sic die Russen scharf an. Diese zagen sich hierauf in deu fcafeu zurück. Die Ja
vaner hatten keine Verluste. Ob die Russen unbeschädigt in den Hafen zurückkehrten, ist nicht bekannt.
Der ftarrzöfische Kousularageitt in Niutschwang.
Aus Tientsin wird gemeldet: Wie ein aus Niutschwang eingetrossener Bote dem hiesigen französischen Konsul berichtet, ist .der französische Konsularagent in Niutschwang am Mittwoch ßbenb von den Japanern gefangen gesetzt worden. .Der Agent hatte von den Japanern die Freigabe zweier..unter französischem Schutze stehenden Personen, Jbie die Japaner ungerechtfcrtigterweise festgcnommen hatten, verlangt. Als die Japaner die Freilassung verweigerten, war eine heftige Auseinandersetzung entstanden, infolge derer der Konsularagent gleichfalls festgenommen wurde. Derselbe benachrichtigte nun den amerikanischen Konsul, der, da er selbst nicht intervenieren konnte, einen Boten an den französischen Konsul in Tientsin schickte.
Der Fortgang des Krieges.
Der Chef des Generalstabes C y a m a hat einen ausführlichen Bericht über die Lage der Mandschurei erstattet. Er behauptet darin, daß Kuropatkin zwei Monate nach dem Fall Port Arthurs aus der Mandschurei verdrängt sein werde.
Attentat gegen den Arästdente» von Uruguay.
Als der Präsident Battle y Ordounez gestern durch Montevideo fuhr, explodierte unter fein em Wagen eine Mine. Der Präsident blieb u n v e r l e tz t. Eine andere Meldung sagt: Als der W<rgen des Präsidenten, der mit seiner Familie spazieren fuhr, eine Straßenecke passierte, explodierte eine Mine, die in einem Tunnel unterhalb der Straße lag, welcher von einem unbewohnten Hause ansging. Das Straßenpflaster rmb die darüber führenden Straßenbahnschienen wurden anfgerissen. Der Präsident und seine Familie blieben wunderbarerweise unverletzt. Auch ist sonst niemand verletzt worden, lieber den Urheber des Anschlags ist nichts begannt.
Deutsches Reich.
Bergen, 7. Aug. Ka iser Wilhelm ist heute gegen Mittag nach Odde abgereist.
Berlin, 7. Aug. Ueber die handelspo litische Lage verlautet halbamtlich, daß die neuen Handelsverträge, wenigstens die wichtigeren, dem Reichstage möglichst vollzählig zu gleicher Zeit vorgelegt werden sollen Äe bereits abgeschlossenen Verträge müssen einstweilen aus- sachlichen Gründen auf die noch nicket erledigten Verhandlungen mit anderen Staaten geheim gehalten werden. Ueber die weitere Entwicklung der noch schwebenden handelspolitischen Unterhandlungen lassen sich nur Mutmaßungen an stellen. Falls die Arbeiten für den Handelsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien noch längere Zeit in Anspruch nehmen sollten, käme vielleicht für Deutschland zunächst eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit der Schweiz in Frage. Der Vertrag mit Rumänien könnte, wenn nicht unerwartete Zwischenfälle eintreten, wohl gegen Mitte August znm Abschluß reif werden.
— Unter BeMgnahme auf den kürzlich ergangenen Erlaß des Ministers v. Budde Bctrcffcitib die Arbeitszeit in den Eisenbahn w e rkstättcn hat der Ar^- beiterausschuß der königlichen Hauptwerkstatt in Eberswalde ein Gesuch um Einführung der 9V2stündigen Arbeitszeit an Stelle der zehnstündigen eingereicht^ Die Entscheidung der vorgesetzten Behörde steht noch, aus. In der Eberswalder Eisenbahnwerkstätte werden über 500 Arbeiter beschäftigt.
— General der Infanterie Ludwig Frhr. v. Hammer- stein-Loxt on ist zum Gouverneur des Berliner Jnva- lidenhauses ernannt worden.
Dresden, 7. Aug. Der König verlieh anläßlich seines 72jährigen Geburtstages viele Orden und Titel an Beamte und Industrielle, auch begnadigte er zahlreiche zu Freiheitsstrafen verurteilte Personen?
Ausland.
Paris, 7. Aug. Gruppen von Freidenkern ver- ämmelten sich heute nachmittag auf dem Platze vor dem Stadthause, zogen von dort vor das Denkmal Etienne Dolets, ängen die Internationale und riefen: .„Nieder mit der Geistlichkeit!^ Sie entfalteten drei rote Fahnen. Als diese von der Polizei weggenommen wurden, kam es zu einem Handgemenge.
— Das Ergebnis der Generalrätewahlen ist: Gewählt wurden 67 Ministerielle, 18 Antiministerielle und 8 Konservative. Die Ministeriellen gewinnen 17 Sitze und verlieren 8.
Winterthu r , .7. .Aug. Die sck-weiz crischc sozialdemokratische Partei fordert in ihrem neuen Parteiprogramm u. a. vermehrte Verstaatlichung auf industriellem und agrarischem Gebiet, Förderung des Genossenschaftswesens und Freiheitsrechte.
Wien, 7. Aug. Nackchem die ungarischen Manöver wogen mangelhafter Ausbildung der neuen Atann- 'chaften abgesagt wurden, wird nun wahrscheinlich die Manöver, welch' in diesem Monat in Niederösterreich stattfinden 'ollen, .dasselbe Schicksal treffen. Es herrscht dort solche Trockenheit, daß die Bauern ben größten Teil ihres Viehstandes verkaufen müssen. Die Versorgung der berittenen Trnpßen mit Heu und Wasser nrirb eine Uruuöglichkeit. In Böhmen herrscht ähnliche Trockenheit.
— Der Vollzugsausschuß der deutschen Parteien be« chloß, Körber eine R e s o l n t i o n zu überreichen, daß, falls die Negierung die Absicht durchfülwe, an den deutschen Lehrer- b i ld u n a s a n st a l t e n in Schlesien tsche eh i s ch e und p o l uische Parallelklassen ein31tführen, die deutschen Parteien ne.’.ivungcn wären, aus dieser Haltung der Regierung ihre Konsequenzen zu ziehen.
Esscck, <. Aug. Ein südslavischer Zionisten Kongreß »vupde gestern hier eröffnet. Es waren T 'oehiner'
ans Bulgarien, Serbien und Dalmatien anweserte. Kur- vor. Schluß der .Sitzung.kam es zu heftigen Zusammenstößen und Auftritten zwrichen den Zionisten und sogenannten Assimilanten. ^a eine weitere Beratung in dem Tumult unmöSich war^ löste der Stadthauptmann den Kongreß auf. .Die Teilnehmer zerstreuten sich in großer Aufregung.
Petersburg, 7..Aug. ,Ter VerkehrÄninister Chilkow reiste nach dem Baikalsee zur Inspizierung der Transbaikal - und Baikal-Ringbahn ab. Die Eröffnung der Ringbahn soll gegen Mitte September erfolgen. Die Legung eines zweiten Gleises der sibirischen Bahn wurde vorläufig vertagt: der Verkehrsminister lehnte günstige Offerten der ausländischen Gesell-- schaften, die Schienenlegung zu übernehmen, ab.
Newyork, 6. Aug. Parker hat sein Amt als ChefrMer des Appellhofes von Newyork niedergelegt. Alle Politiker zind von diesem Schritte überrascht. .Er zeigt ein starkes Vertrauen Parkers m den Ausgang der P r äsident sch afts Wahl, da sein Nachfolger im Richteramt in diesem Jahr für eine» langen Termin gewählt wird.
Jünszigjähriges SuSikäum des Key. Justtzrats WaiK.
Gießen, 7. August 1904.
Heute feierte der Senior der hessischen Rechtsanwälte. Geh. Justizrat Theophil Baift hier, in voller körperlicher und^geistiger Rüstigkeit das seltene Fest des fünfzigjährigen Jubiläums vom Tage seiner Ernennung zum Hofgerichtsadvckaten an. Baift ist am 23. Dezember 1826 als Sohn des damaligen Lcnrdrats Johann Kaspar Barst in Grünberg in Oberhessen geboren. Er besuchte das Gymnasium in Büdingen, studierte in Gießen, wo er dem Korps Hassia angehörte. Nachdem er die beiden juristischen Prüfungen bestanden hatte, war er zunächst u^hrere Jahre bei verschiedenen Anwälten, insbesondere den allen Gießenern bekannten Hofgerichts ad vo taten Briel, Wolf nnb Diery als Stagier beschäftigt. Am 7. August 1854 wurde er zum Hofgerichtsadvokaten hier ernannt. Seit dieser Zeit war Baift urrurtterbrochen in unserer Vaterstadt als Anwalt tätig. Baift genoß als Anwalt und als Bürger in weiten Kreisen Gießens und der Provinz Oberhessen stets ein großes Vertrauen. So war er wiederholt zum Gemeinderat und Stadtverordneten gewählt worden. Ebenso war er längere Jahre Vorstandsmitglied des früher in Gießen als alleinige Vereinigung der Anwälte bestandeuen und noch bestehenden AnwaltssvarvereinZ und sodann längere Jahre Vorsitzender des feit 1879 hier bestehenden Vereins der oberhessischen Anwälte sowie Mitglied des Vorstandes der hessischen Anwaltskammer zu Damnstadt, bis er vor einigen Jahren seines hohen Alters roegen beide Aemter niederlegte. Schon vor längeren Jahren wurde bent Jubilar der Charakter als Justizrat und vor einigen Jahren gelegentlich seines 50jährigen Jubiläums vom Tage seiner Verpflichtung als Gerichtsaccessist an, der Charakter tcks Geheimer Justizrat verliehen. Die große Beliebtheit, der sich der Jubilar allseits erfreut, zeigte sich auch bei der gestrigen Feier seines goldenen Ehrentages.
Diese Feier wurde am frühen Morgen durch eht Ständchen, welches dem Gestierten von der Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm gebracht wurde, eingeleitet. Der Vorstand der hessischen Anwaltskammer batte schriftlich eine, künstlerisch ausgestattete Adresse übersendet.
Ebenso waren von auswärtigen Freunden und Kollegen zahlreiche briefliche und telegraphische Glückwünsche ein- getroffen.
Die Reihe der offiziellen Gratulationen eröffnete eine Deputation des Landgerichts, bestehend aus den Herren Landgerich-tsdirektor Bücking und LandgerichtHrat Dr. Schäfer, während Herr Landgerichtssekretär Löwer ebenfalls filr sich und die Beamten der O^erichtsschreiberei gratulierte und ein Gratulationsschreiben des abwesenden Landgerichtsprösidenten überbrachte. Dersebe gedachte in längerer Ansprache mit warnren Worten der Verdienste des Jubilar-s als Anwalt und Vertreter des Rechtes itni) hob insbesondere die Tatsache hervor, daß derselbe in wahrhaft vorbildlicher Weise ein gedeihliches Zusammenwirken der Gerichte und der Anwaltschaft stets hochgehalten habe. Landgerichts di rektor Bücking gratulierte gleichzeitig namens des Justizministeriums. Direktor Bücking überreichte schließlich im Auftrag seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs dem Jubilar das Ritter, kreuz erster .Klasse des Verdienstordens Philip des Groß- mütigen mit der Krone. Ter EKatulation des L<urdgerichts chloß sich Oberamtsrichter Gebhardt mimens des hiesrgen Amtsgerichts mit einer ebenfalls herzlichen An- prache an. Die oberhessischen Kollegen Baists hatten dem- elben einen künstlerisch ausgestatteten Blumenkorb über- endet und gratulierten durch eine Deputation bestehend aus den Rechtsanwälten Wcidig, Jockel I. (Friedberg), Kraft (Büdingen), Metz (Gießen), Römheld, Dr. Stahl (Gießen) und Leun. Namens der Deputation sprach der stellvertretende Vorsitzende des Anwaltsvcreins, Juftizrat Metz, etwa folgende Worte:
„Hochgeehrter Herr Jubilar, lieber Herr Kollege.
Gestatten Sie uns, datz wir Ihnen im Namen der gesamten Kollegen Oberhessens insbesondere dcS Vereins der oberbenifroen Anwälte, welchem Verein Sie als langjähriger verdienstvoller Vor itzender an gefrört halten, -u Ihrem heutigen Ehrentage die herz lichsten Glückwünsche darzubringen Ein halbes Jahrhundert in beute verflossen, seitdem Sie durch Merhöchne- Dekret meiner Küniglicheu Hoheit des Großherzvits Lndimgs 111. unter die Jab' der Advokaten und Prokuratoren bei bcin damaligen Hcßierian der Provinz Cberlycfien ausgenommen worden sind.
In dieser langen Zeit haben Sie ununterbrochen unterem Stande mit Ehren angehört und unseren schüvierigen Bt-ruk unter der Geltung der verßlnedensten Rechte und der verschiedensten Verfahren mit Eifer und zielbewußter Entschiedenheit an^geübt. Hierbei haben Sie stets die Interessen Ihrer Klienten ‘wnni und eneraii - vertreten Ptibei aber haben Sie bei aller iatWidwn Schärf Ihre Gegner nicmab t^rjönlrch verletzt. Sie haben es stets verstanden, die Vsürde des GerickM zu nurhren und ttd>


