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Nr. 158
Zweites Blatt
General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen
Are Heutige Yumurer umfaßt 10 Seite«-
Die Wahlreform.
vor
Votttische Tagesschau.
ftimmen,
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Bei Art. 19, über welchen ein neuer gedruckter AuSschuß- bericht mit der anderweiten Wahlkreisak^renzung vorliegt, be-
bebauern, und er habe auch nichts dagegen, wenn tüchtige Beamte m der Kammer vertreten seien, aber unter der seitherigen Fassung dtezer Bestimmung.seien doch verschiedene Mißstande und Beein- flustungen vorgekommen.
- Abg- M olthan erklärt sich gegen die Tringlichkeit der Sache, ebenso Abg. Reinhart. Für die Tringlichkeit sprechen die ALgg. tsc einiger und Windecker.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Dte „Gießener Samllienblätter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hessische Landwirt erscheint monatlich einmal.
Freitag 8. Juli 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UntversitätZdruckerei. R. Lange, Dießen.
Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schukstr.7.
Tel. Nr. 5L Telegr*-Adr. r Anzeiger Dießen.
Abg. Wolf ersucht, in der jetzigen Stunde alles zu ver- meiden, was die Zusammensetzung der ersten Kammer berühre
Der Deutsch-russische Handelsvertrag.
-™«L Ja bestätigt, daß in rrächster Zeit der Besuch
Haus Ides Präsidenten des russischen Minrsterkonritees Witte
bmmstig flehendem Gebet den ^Bater der Liebe" um einen „Ton von dem Psalter" als „Erguickung für den Dürstenden in der Wüste" zu bitten, in dem ausrltngenden Durakkord „sein Herz" schon die frohe, tröstende Gewißheit der ewigen Liebe tragend, das ist so Brahmsisch, so wunderbar schon, wie es nur weniges in der gesamten musikalischen Literatur gibt. Mit Reckst stellt Reimann die Stelle „ist auf Deinem Psalter — ", an Schönheit und „allbezwin- gender Macht aus gesunde, empfindsame Seelen" dem Quartett in der 9. Synrphonie gleich Die gestrige Wiedergabe war vollendet, der Männerchor diskret und doch klangvoll; für die volle, klare, beseelte Stimme der Frau Professor Schmidt wüßte ich fei tue bessere Aufgabe als diese Gesangspartie, wie ich anderseits diese nie so ergreifend wiedergegeven gehört habe.
«ix« J?9" meint, der Finanzausschuß habe nur feine
Pflicht getan, indem er dem Ersuchen der Regierung entsprach. 4<er Finanzausschuß habe auch die Vorlage einstimmig bewilligt und beantrage jetzt nur die Genehmigung der ersten Baurate damit Die Ausführung der schon früher vom Ausschuß im all- öcmeincn gutgeyeißenen Erweiterungsbauten nicht in unliebsamer Weye verzögert werde.
Abg. Tr. Buff betont dem Abg. Molthan gegenüber, daß die Regierungsvorlage bereits die Vermittlung zwischm den beiden gegenüberstehenden Anschauungen bilde; er hoffe, daß der Abgeordnete sich nach den Erklärungen vom Regierungstisch doch zur Annachne des Regierungsvorschlages entschließen würde.
Aäh^legt seine Stellungnahme noch des näheren dar, während Abg. Korell einen mit dem Abg. Leun gestellten
«Hessischer -Landtag.
Zweite Kammer.
Am Ministertisch.- Staatsminister R o t h e Finauzinimster Gnauth, Geh. Staatsrat Krug von Nidda *tnan8mtnmer
.... Vad-Nauheim.
§ eröffnet die Sitzung um 10y2 Uhr. Vor ^ntiitt in die Tagesordnung erhält Abg. Möllinger bad 2800, um namens des Finanzausschusses einen Tringlichkeits- anttag emzubringen, wonach die Regierungsvorlage, betr. sJi e u <= /L9bn für Bad-Nauheim sofort nach münd- Ilcher Bericl)terstattung im Hause beraten werden soll.
< J1??- Schmitt erhebt auf das allerentschiedenste Protest! imnen seitens des Finanzausschusses zu-
muten will, eine fo bedeutende Forderung, wie die von 6 950 000
Tur Ba^Lauhenn, hier ohne eine eingehende Prüfung zu l,iCTri ®l ™ Zumutung habe er einfach nicht für mög- gehalten. Was sollten ivohl unsere Wähler dazu sagen, wenn L/olche Smnmen einfach olme Prüfung hier bewilligten? Redner mö9c beschließen, vom Finanzausschuß keinen mündlichen Bericht entgegennehmen zu wollen, sondern ihn um einen särmlichen Bericht zu ersuchen. Er kenne die ganze Vorlage nicht utw wurde sie bei bloßer mündlicher Berichterstattung einfach ablehnen müssen.
, entspinnt sich hierüber eine längere Geschäftsordnungs- vCÜQttC.
Solist, Herr Kob ____
den beider, Brahms'schen Liedern, die er mit ausgeglichener reiner Jntanatian und ilaugualler Stimme, aber meinem Gefühl nach mit etwas manirierter Affektation vortrug, nicht sehr zu, erwärmen. Um so besser gelang ihm das Tenorlied xat das Preislied aus den , Meister-
fingern", das „Ständchen" von Strauß mit seiner ent- zuäenden Klavierbegleitung, und ganz besonders das un- verwitstliche Hidalgo" von Schimmnn, dessen Charakter er brillant tmedergav. Dem stürmischen Beifall des Mlbli- kirrns zeigte er sich durch Zugabe des Brahms'schen „Per- gebllches Ständchen" erkenntlich Wir hoffen, die frische, schnpathische und klangvolle 'Stimme noch öfters im Gießener Ävnzartsaal zu hören. Zwei Novitäten für Gießen waren die Chorwerke von Spengel und Max Bruch. Der Hamburger Musikdirektor hat das Liedgedicht des Ham- burger Dichters recht sanglich und klanglich vertont. An den Chor stellt es anscheinend — die Partitur kenne ich
JT" schwierige Aufgaben, die gut gelöst nmrdcn. Präzision der Einsätze, zklangfülle und ziemlich gute Aus* spräche des Chors sind zu loben. Das Bruch'sche Chor» lverk „Damajanti" stellte wieder der Solistin des Abends die schwerste Aufgabe, die sie vorzüglich löste. Auch der Chor leistete Gutes. Ueber eine kleine Schwankung des Düßerchors, die einige Herren des Chors selbst, in treuer Unterstützung des Dirigeätten, durch energisches Takt- chlagen mit dem Kopfe zu beseitigen suchten, vielleicht wer dadurch erst reckt bemerkbar machten, kann hinwegge- ehen lverden. Das Werk bietet viele Schönheiten, die gut herausgearbeitet waren.
Konzert des akademischen Kesangvereins.
Gießen, 7. Juli.
Vor 4 Stunden — nein, die Zeit will ich bieder nicht verraten — vom schönen Familienfest des Akademischen Gesangvereins heimgekehrt, den letzten Walzer noch im Ohr, soll ich, nun über das Konzert deK Berelns berichten, ernsthaft wägend mrd wiegend. Schwer wär's, wenn Ausstellungen zu machen, zu tadeln wäre; man sagt doch nicht gern seinen liebenswwürdigen Wirten unangenehme Sachen! Aber man braauchte nur gestern abend — oder war's heute früh? — die strahlend vergnügten Gesichter der Vereinsmitglieder vom Dirigenten an bis zum jüngsten Fuchs zu sehen, die unverminderte Frische zu hören, mit der ent aus Mitglieoern des Vereins und den Solisten zusammengesetztes, sangesfrohes Zigeunerquartett die köstlichen, sprühenden Brahms'schen Zigeunerlieder jauchzte und klagte, — eine besonders gelungene Ueberraschuug — kurz, ... ganze Stimmung des Abwds zu fühlen, um zu wrfsen: der Verein ist stolz auf sein Korrzert, er hält's für euren Treffer! Und selbst weiß das einer immer am allerbesten, so auch hier!
Das Konzert brachte uns in Programm unb Aussühren- öeit alte, liebe Bekannte; im Programm die beiden Chor- toene von Brahms; unter den Solisten Frau Prof. Schnu d t-Halle, während Herr K'o h m ann meines Wissens nur in den intimeren musikalischen Kreisen Gießens sich schon Freunde erworben hatte. Daß Brahms hinter einer großen, vielumfassenden Klammer auf dem Konzertzettel stand, danke ich deut Dirigetiten besonders, wenn es ja auch wohl bei einem ausschließlichen Vokalkouzert selbstverständlich ist, daß der „Meister des Liedes" ausgiebig vertreten ist. Die „Rhapsodie" aus Goethes „Harz- reüse" bedeutete für mich den Höhepunkt des Konzerts, hinter dem alles andere zurücktrat. Das musikalische Urteil über den ^ö-ert dieses Meisterwerks aus BrahmS lieder- reichster Blütezeit ist ja fest begründet. Wie nach der düsteren Occhestereinleitung — die Ausführung aus dem inheiLen und züchtend, beobachtend, dann mehr reflektierend den Schmers und d< Schicksal dl r- iuze'lncu zu einer Mlagc iibcc das Menschenichicksai überhaupt erweiternd, und dann, getragen von den Mämler-
Zum Schlüsse sei der, wie immer, trefflichen Klavier- beglettung des Herrn Trautmaim gedacht, namentlich bei den Chorwerken, die seine Kraft doppelt in Anspruch nahmen. Alles in allem: ein schönes Konzert, das bewiesen hat, daß der Alademiscbe Gesangverein in guter schule ist und es versteht, gute, vielseitige Aufführungen ch veranstalten. Schade nur, daß auch das Konzert zu ehr nur „Familic;nfeft." war, und so viele durch Abwesenheit glänzten. Dor Verein hätte für seine Anstrengungen und Leistungen einen besseren Besuch verdient; möge er in dem ehrlichen Beifall deo Heinen, aber erlesenen Zuhörerschaft seine Befriedigung gesunden haben.
Das zweite größere Chorwerk von Brahms, die „Nänie", das künstlerische Gedächtnisbekenntnis Brahms' an seinen verstorbenen Freund Anselm Feuerbach, für beide durch die Wahl des Vorwurfs bezeichnend und ehrend, ist hier gleichfalls schon bekannt. Die geftrige Ausführung schien mir nickst ganz auf der Höhe zu stehen, ohne daß ich recht lvüßte, woran es gelegen. Eine gewisse Stimmung, — und Stimmung ist ja alles bei Brahms — fehlte.
Die beiden W^rke, in Verbindung mit dem frisch und flott gelungenen fugenartigen Einleitungschor „o frohlocket" von Händel, rahmten eine Fülle Brahms'scher Lyrik ein. Dankenswert hatten die beiden geschätzten Solisten ast lauter weniger betaitinte Lieder gewählt, nichtsdestoweniger lauter Perlen der Gesangsliteratur; alle Stimmungen des menschjlichen Herzeris, von der düsteren des Liliencron'schen „Ans dem Kirchhof" bis zu der jauckMn- den des weltberühmten „Meine Lieb ist grün" schilderlid und auskosümd, loie es eben nur Brahms vermag. Frau Prof. Schmidt hat von den Vorzügen ihrer Stimme, die wir an ihr seit Jahren kennen und schätzen, nichts ein- gebüßt. Die. Leichtigkeit, mit der sie jeden Torr bringt, der außerorderttliche Umfang ihrer stets klaren und vollen und doch int Piano so weichen Stimme, die reine Jntona timt, nicht zuletzt die gereifte, seelenvolle Auffassung, das alles sind ntbS Gießenern längst bekannte Vorzüge, die ltns immer freudig einem Konzert entgegensehen' lassen, denr Frau Schmidt ihre Unterstützung leiht. Der zlveite
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A Ter Ausschußantrag.wird darauf abgelehirt inri) die Regier- • I ungsvorlage mit großer Mehrheit angenommen; Abg. Korell nu»« nur dann für das direkte Wahlrecht fei, wn« ^ie von der Re- ^e ^TebE°"^n^men'' Grundbesitzer und werden
vorgeichlagenen Kautelen damit verbunden seien. ort. .
Wbg. Tr. Schmitt betont, daß er und feine Freunde den ®et toe^er Abgrenzung der Wahlkreise _ kautelen mrr juftrmmten, damit hier etwas Positives erreicht ür den Städten behandelt, beantragt der Ausschuß die Annahme
Tas Haus setzt darauf di^B^ttung der Wa Hlrechts-I lKnveist d^/ Eiz?O^.- ^ KElen stimmen, so würde mogJ von Absatz 1 und 3 nach der Regierungsvorlage und des Abs. 2 f=rt ... I ^^'"der LL'nu^'Ärd'°L 6 nach den AEchußanirägen" Wahlkrerse
genehmgt. ß in den Städten erfolgt im Wege der Verordnung nach Anhörung
Bei Art. 7, welcher die näheren Bestimmungen über die ber städtischen Vertretung. Spätere Abänderungen bedürfen der , cm.ttr «x r... . . Zustimmung des Landtags. Der Ausschußanttag wird äuge-
Passus, nach welchem I nomrneit
2 angenommen und dement-1 Abg. Weidner stellt sich auf den Boden des Aussckuü- «frri*4rttU>n 10 TOt bCr crforverlich-n Zwcidritwl- anttagcs. Er würde das Ausscheiden eines ausgezeichneten Kol^ arY1 | bedauern, und er habe auck nübts ^<iaea?-n tnm
Art. 5, der die Sttmmberechtigung des Aldels bestimmt, wird darauf ohne Debatte angenommen.
Art. 6 bestimmt die bekannten Kautelen, Zurücklegung des 25. Lebensiahres, dreiiährigen Wohnsitz im Großherzogtum und wenigstens dreuahrige hessische Staatsangehörigkeit.
Finanzminister Gnauth betont, die Regierung fei bestrebt,I streich die sich samt ^u^scmdms^gegen^^dre^SozialdwloÄatte
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würde damit ein volles Baujahr verloren gehen, was im Inter-Kiefer Kautelen ihre Genehmigung geben können, esse des Bades sehr zu bedauern fei.
weiteren Msführungen der Abgg. Köhler, Tr.
Schmitt, Vcoacf, Weidner u. a. wird die Trinalickkeit adgclehnt und der Ausschutz um schriftliche Strtdrterftattung erfucht.
1^4. Jahrgang
Gießener Anzeiger


