Die Heliographenstationen Etaneno und
wundet worden.
Hcrgetiun
deserto“, das jetzt in eine Erziehungsanstalt umgewandelt ist. Am 1. April 1903 besuchte der höchste Beamte des Deutschen Reiches das Kloster zusammen mit seiner Gattin und dem Prinzen Lichnowsky. Das Fremdenbuch wurde den Herrschaften oorgelegt; es zeigt folgende Eintragung:
„Conte di Bülow,
Cancellario (!!!) del Impero Germanico. Contessa di Bülow, nata Camporeale. Principe Lichnowsky
Sommerszeit — schönste Aeit!
das ist richtig, jedoch auch jetzt sind Katarrhe der Atinungsorgane rc. nicht ausgeichlossen. Haben Sle eine Erkältung, Heiserkeit oder schluck- schmerzen, dann gebrauchen Sie Fay's achte Sodener Nlmeral' Pastillen und wird das Uebel sogleich behoben sein, tleberall zu 85 per Schachtel. 501J
Mtßer-'M in bei Die diesjährigen P (§ 133 der Gewerbes' August d. I. abgehaltei Die Gesuche um j Benutzung des vorgesct nelen erhältlich) ipäte1 zeichnete Prüiungskomi der Meislerprüjungs-O' 1. ein kurzer, eigen 2. eine Geburlsurk 3. das Priisungsze Nachweis darü! Anleitung von sich erworben
4. der Nachweis i Geselle,
o. die Zeugnisse ü richtsanstalten,
6. ein polizeiliches s Bor der Annieldun- Haudwerlskammer zu 1 gebühr von 25 Alarl eir Gesuche deizulegen.
Gießen, den 26. \ Die Meister-Prüsuug
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Okawakuatjiwi werden durch Hererobanden bei Otjikango und Otjipane bedroht; beide Posten sind durch die Kompagnie Welck verstärkt und die Wasserstellen daselbst verschanzt worden. Am 1. Juni stand die Kolonne Estorfs 25 Kilometer nordwestlich von Okamatangara. Samuel soll bei Oka hi tu a am Omuramba-un-Matako mit versammelter Macht sitzen. Osire wurde von ihm wegen Wassermangel verlassen. Die Hauptabteilung wurde am 5.Juni bei Otjosasu gesammelt. Die Kolonne Zülow war am 25. Mai in Naidaus.
Hamburg, 7. Juni. Mit den Dampfern „Lucie Woermann" von der Woermann-Linie und „Schleswig" vom Norddeutschen Lloyd fuhren heute vom Petersquai weitere Verstärkungen nach Südwestafrika. Die „Schleswig" führt 21 Offiziere, 300 Mann und 448 Pferde nach Swakopmund, die „Lucie Woermann" wird mit einem Bataillon Infanterie und zwei Feldbattecien in der Lüderitz- bucht landen, von wo die Truppen auf Ochsenwagen weitergeschafft werden. In Vertretung des kommandierenden Generals hielt Oberst v. Dassel vom Regiment Nr. 76 eine kurze Ansprache an die Scheidenden. Zahlreiches Publikum aus allen Bevölkerungsklassen wohnte dem Abschied bei. Nächsten Dienstag gehen weitere Verstärkungen ab.
*
Eine Rangliste der Schutztruppe für Süd- westafrika ist als Beilage zum „Miiitärwochenblatt" erschienen. Danach besteht das Kommando ans dem Generalleutnant v. Trotha, einem Chef des Stabes, einem Generalstab, einer Adjutantur, einem Kommando des Hauptquartiers, einer Signalabteilung, einer Feldintendantur, einem Sanitätsamt und Feldsustizbeamten. Außerdem steht ä la suite der Schutztrnppe der Oberst v. Leutwein. Die Schutztruppe setzt sich zusammen aus zwei berittenen Feldregimentern, einer Maschinengewehrabteilung, zwei reitenden Feldartillerieabteilungen, einem Eisenbahndetachement, einem Funkentclcgraphendetachement, einem Etappen ko mm and o, einem Psecdedepot, einem Belle idungs- und Ausrnstungsdepot, einer Kolonnenabteilung, einem 'Artilleriedepot, einem Lazarett, der Lazarettverwaltung und einem Proviantamt mit Bäckerei.
Sport.
s. Gießen, 6. Juni. Am Sonntag den 5. Juni gelang es, wie uns der Rad-Klub Germania schreibt, dem Mitglied des Rad- Klubs Germania, Herrn Friedrich Schaaf-Gießen, in einem vom Radsahrerverein in Fulda veranstalteten Kunstfahren unter starker Konkurrenz den 2. Preis an sich zu ziehen. Herr Schaaf, der bereits im Vorjahre einen ersten Preis errang und sich als auserlesener Fahrer hervorgetan hat, gedenkt in diesem Jahre an größeren sportlichen Veranstaltungen teilzunehmen.
Brieftauben-Sport. lieber den am Sonntag in Aussicht stehenden Preisflug der Mitteldeutschen Reffevereinigung von Hannover aus, bei dem als höchste Auszeichnung die goldene Staatsmedaille zu erringen ist und an dem Mitglieder des Gießener Brieftauben-Klubs ihre Tiere teilnehmen lassen, haben wir kürzlich berichtet. Am verflossenen Sonntag flogen die Tauben an der letzten Station vor Hannover in Northeim, Luftlinie 140 Km., auf, und zwar beteiligten sich sechs Gießener Züchter mit zusammen 78 Tauben. Da man von den Beteiligten den Northeimer Flug als Generalprobe für den kommenden Sonntag betrachtete und genau konstatieren wollte, welch beste Zeit von den zuerst heimkehrenden Brieftauben zur Zurücklegung der Wegstrecke gebraucht würde, so hatten die Interessenten unparteiische Kontrolleure in die Nähe der Schläge für die erste Stunde der erwarteten Rückkehr der Tiere angestellt, welche die Zeiten zu notieren hatten. Wie nun gestern abend in der Versammlung des Brieftauben- Klubs mitgeteilt wurde, ist laut Telegramm am Samstag bei klarem Wetter in Northeim der Antritt der Reise um 5 Uhr 50 Min. vor sich gegangen: Die ersten zwei Tauben trafen zusammen um 8 Uhr 11 Min. auf ihrem Schlage ein; die zweitbeste Zeit wurde um 8 Uhr 14 Min. und die drittbeste Zeit um 8 Uhr 25 Min. von je einer Taube erreicht, dann folgt 9 Uhr 12 Min. usw. Die beste Zeit mit 2 Stunden 21 Min. erzielten zwei Tauben des Weißbindermeisters Neuling, die nächstbesten beiden Zeiten mit 2 Stunden 24 Min. und 2 Stunden 35 Min. erreichten die Flieger des Schuhmachermeisters Hecker. Hiernach beträgt die beste überhaupt erreichte Zeit Northeim—Gießen pro Kilometer eine ein Hundertvierzigstel Minute, eine Schnelligkeit, mit welcher sich der schnellste Schnellzug und selbst die Töff-Töfss beim Gordon-Bennettrennen nicht messen können. Wir bemerken übrigens noch, daß die Kontrollstelle für den am Sonntag statt- findenden Preisflug die Wirtschaft Wiegand int Neuen Weg ist; die Konstatierung des Eintreffens der Flieger in Gießen beginnt dort nach 6 Uhr früh (tagsüber bis abends 9 Uhr). Dort mug lebe in ihren Schlag zurückgekehrte Taube vorgezeigt werden, um mit ihrer Nummer und berjenigen geheimen Kontrollnummer, die sie vor bem Auslassen in Hannover erhalten hat, in bie Liste eingetragen zu werden. Die Liste muß nach Beendigung der Kontrolle geschlossen und, mit bem Poststempel bes Sonntags versehen, an bie Zentralstelle eingesandt werben. Für bie später etwa lanbenden Tauben werben die Zeiten am Montag noch gewertet.
Homburg v. d. H., 7. Juni. Für die G o r d o n Bennett- Rennen haben ihr Erscheinen zugesagt: Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Füllt Salm-Reiferscheid, Herzog von Ratibor, Herzog von Arenberg, Fürst zu Fürstenberg, der amerikanische Botschafter in Berlin Tower und andere. Aus Italien, England, Frankreich unb Deutschland sind fast alle Rennfahrer hier eingetroffen.
Eine Frau altert frühzeitig,
ohnedies nölig ist. Ties geschieht imbebingt, wenn ü" !'ch öei der Wäsche mit einem billigen, schlechten Waschpulver plagt, tny niet) reinigt unb ihr noch nebenbei hi» Wäsche ruiniert, anstatt bequen zu arbeiten nut Gioth's gemahlener Kernseife nut Salmiak uu Terpentin, bie höchste Waichkrait besitzt und inrolgebeiien folo||(Ue Ardellserfparnis bringt. Enthält fein Chlor oder sonst )ct)aoiicoe Substanzen. Fabrikant: I. Giorh, Hanau-
Krieskasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
Die Exkaiserin Eugen ie wird „Majestät" angeredet.
G. H. Gegen „ Sonnenbrand" empfehlen sich besonders abendliche Waschungen mit Ziegen- oder Buttermilch, das Bestreichen mit Coldcream, dem einige Tropfen Bcnzoentinklur zugesetzl sind, ober das Aufträgen einer Salbe, die aus 20 g Lanolin, 5 g Glycerin, 3 g Borax, einem Tropfen Rosenöl besteht. Auch das Beseiichlen nut einer Mischung von 100 g Rojemvasser, 5 g Borax und 10 g Benzoetinktur ist von Nutzen. Als Hausmittel wird empfohlen; Alan wiegt eine Handvoll Petersiliengrün mit dem Wiegeiuetzec, gießt Regenwasser darüber, laßt dies 24 Stunden stehen, liebt die Petersilie durch und benutzt das Wasser morgens als Wafchwaster.
<^,ie Ziehung 2. Klaffe der 4. H e s s i s ch - T h ü r i u g t- fchen StaatSloltcrie findet am 14. n. 15. dieses Monats statt. Interessenten mögen dis LoScrucueruug nicht verfäumcu. 0tL4
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Aus Stadl und Kund.
Gießen, 8. Juni 1904.
** Auszeichnungen. Der König von Preußen verlieh dem hessischen außerordentlichen Gesandten in Berlin Geheimrat Neidhardt die Brillanten zum Roten Adlerorden erster Klasse und dem hessischen Geh. Oberbaurat, Professor an der Technischen Hochschule in Darmstadt, Hofmann, den Roten Adlerorden dritter Klasse.
** Ein altes Zunftbuch „der Loh- und Weißgerber wie auch Kürschner zu Gießen", ein stattliches Buch, bis zum Jahre 1630 zurückreichend, ist uns von seinem Besitzer, einem alten „Gießer" heute zur Ansicht vorgelegt worden. Der interessante Inhalt besteht aus unzusammen- hängenden Einträgen über erworbenen Meistertitel, Lehr- lingsanmeldungen usw. und gibt mancherlei Aufschluß über alte hier ansässige Familien. Der Name Löber beispielsweise kehrt häufig luieber. Besonders auch über Verhängung von Ordnungsstrafen innerhalb der Zunft enthält das Buch interessante Notizen, und gar mancher Reichstaler ist so in die Zunftkasse gewandert. Auch an die Armen mußten beispielsweise Lehrlinge, bei ihrem Eintritt kleine Beträge entrichten, neben den übrigen „Aufding-Geldern", dem Beitrag an die Zunft und dem „Gebots-Geld". Außerdem enthält das Buch verschiedene lückenlose Verzeichnisse über Zunftangehörige, die in bestimmten Jahren des 1?. xder 18. Jahrhunderts Meister geworden sinb. Vom Jahre
vermischter.
* Wilhelm II. unb bie Reform der Frauen- tracht. Bei der gegenwärtig in Dresden tagenden zweiten Delegiertenversammlung der Freien Vereinigung für Verbesserung der Frauenkleidung wurde nach den „Münch. N. N." mitgeteilt, daß sich Kaiser Wilhelm gegenüber den Reformbestrebungen zur Verbesserung der Frauenkleidung ä u ß e r st ablehnend verhalte, und den weiblichen Mitgliedern des Hospersonals sewie den Hofdamen das Tragen der korsettlosen Tracht untersage: dagegen sei die Kaiserin infolge ihres leidenden Zustandes gezwungen, Reformunterkleidung zu tragen. —, Früher hieß es immer, daß auch die Kaiserin Gegnerin der Re- formkleibung sei.
* Zur Konitzer Morbaffäre weiß bas „Kleine Jorn." zu melden, daß Kriminalkommissar v. Beckmann seit langem die Spuren verfolgt, die den Verdacht gegen den Arbeiter Maßloff bestärkten. Nachdem Herr v. B. bis zum September 1901 in Könitz geweilt hatte, kehrte er auf kurze Zeit nach Berlin zurück. Im Oktober fuhr v. B., nachdem er Maßloff und Frau Roß, welche zur Verbüßung ihrer Strafe im Zuchthause weilten, vernommen hatte, nach Könitz zurück, mietete sich bei dem Restaurateur Heinrich ein Zimmer, und in Gemeinschaft mit diesem sowie mit bient Oberlandmesser Herrn Lipke, der ins Vertrauen gezogen worden war, wurden weitere Nachforschungen angestellt. Die Ermittelungen, welche bis Ende Dezember dauerten, reichten jedoch zur Erhebung der Anklage nicht aus; deshalb wartete man so lange, bis Maßloff und später seine Schwiegermutter aus dem Zuchthause entlassen worden waren. Maßloff, der bald hier, bald dort arbeitete, erhielt einen als Arbeiter verkleideten Kriminalbeamten zugesellt, welchem es dann auch gelang, das Vertrauen desselben zu erringen. Wie verlautet, hat Maßloff zu demselben noch weitere Einzelheiten in bezug auf das Verbrechen, und zwar solche verlauten lassen, die nur ein Eingeweihter wissen konnte; darauf fand in dem früher von Maßloff, Roß und Berg in der Poststallstraße bewohnten Hause eine Haussuchung statt, welche au et) neuerdings Material gegen die Verdächtigten ergeben haben soll Zur Zeit finden jedoch noch weitere Erhebungen in dieser Sache statt, die noch nicht zum Abschluß gebracht worden sind.
* Zur Lage der Wurmkrankheit schreibt der „Neichs- anzeiger": Auf einzelnen Zechen des Wurmreviers, des Oberbergamtsbezirks Bonn und des Regierungsbezirks Aachen sind im April und Mai Fälle von Wurmkrantheit festgestellt worden, nachdem die bis dahin vorgenommenen zahlreichen Untersuchungen von Belegschaftsmitgliedern durchweg ein negatives Ergebnis gehabt hatten. Insbesondere die Belegschaft der Steinkohlengrube Nordstern bei Ritzerfeld ist in nicht unerheblicher Weise von der Krankbeit befallen. Sowohl vom Oberbergamt Bonn als auch vom Vorstande des Wurm-Knappfchastsvereins und den beteiligten Zechen sind unverzüglich die geeigneten Maßregeln zur Bekämpfung der Krankheit getroffen worden.
* Düsseldorf, 7. Juni Heute vormittag wurde ein Kahn, in dem sich ein Lotse unb drei Zollbeamte befanden, bei Düsseldorf vom Schlepptau eines Anhängeschiffes umgeworfen, wobei der Lotse »und zwei Zollbeamte ertranken. Ein Zollbeamter wurde gerettet.
* Porz bei Urbach, 7. Juni. Heute früh durchschnitt eine Arbeiterfrau ihren beiden Kindern im Alter von zwei und fünf Jahren den Hals und tötete sich selbst. Tie Tat ist vermutlich in einem Anfalle von Geistesstörung verübl
* Nevers, 7. Juni. Das Haupttagesgespräch bilder ein großer Skandal, der sich vor einigen Tagen hier zugetragen hat. Ein Arzt feierte seinen I u n g g e s e l l e n a b s ch i e d, wozu er zahlreiche Offiziere und Präfekturbeamte eingeladen hatte. Nach der Festlichkeit veranstall.ten die Teilnehmer einen Bummel durch die Stadt und verübten in einem Cafe Chantant einen
1629 finden wir in einer solchen Meisterliste u. a. auch einen mit dem adligen Namen Johannes von Sa.ndt. Ueber die Wahl von Zunftmeistern sind auch Einträge gemacht worden und noch zu lesen. — Im Jahre 1867, am 12. Juni, wurden, wie aus einem Eintrag zu ersehen ist, die „Zunft- esfekten" unter die Meister versteigert; es handelte sich um die „Zunftlad", das Zunftbuch, alte Papiere und sonderbarerweise auch um zwei weiße Leichentücher, die gegen geringes Entgelt vergeben wurden.
** Der Allgemeine Deutsche Sprachverein, Zweigverein Gießen, hält eine Sitzung am 16. Juni im Hotel Viktoria ab. Auf der Tagesordnung steht neben der Neuwahl des Vorstandes ein Vortrag von Prof. Dr. W Horn über die orthographische Frage in Deutschland und England.
** Der Schneider als Millionär. In Bensheim a. d. B. wohnt ein biederer, 70 jähriger Schneidermeister namens Georg Ranz, dem auf seinen alten Tagen Fortuna noch eine angenehme Ueberraschuug beschert hat. Ranz ist ein Verwandler des vor ca. 100 Fahren in Indien kinderlos verstorbenen, steinreichen englischen Generals Reinhard. Da damals keine Verwandten des Verstorbenen ermittelt werden konnten, verwaltete die englische Regierung das heute annähernd 100 Millionen Mark betragende Vermögen, und^als sich später Verwandte meldeten, machte die Regierung Schwierigkeiten. Nunmehr ist es aber zwei, von dem Schneider Ranz und vier anderen noch lebenden Erbberechtigten mit der Vertretung ihrer Ansprüche betrauten Londoner Rechtsanwälten gelungen, eine günstige Entscheidung herbeizuführen, derzusolge das alte Schneiber- meisterlein demnächst 20 facher Millionär wird und seine Schneiderkunft in Zukunft an ungezählten Coupons betätigen kann.
8 Ettingshausen, 7. Juni. Hier wurde eine Bürgerversammlung abgehalten, die sich mit dem Eisenbahnprojekt Lich — Grünberg befaßte. Ter Saal des Gastwirts Keil konnte kaum die Interessenten aufnehmen. Tie Versammlung faßte den einstimmigen Beschluß: Wir wünschen dringend eine Bahn. Auch erklärte sie sich bereit, für die Kosten des Geländes aufzukonnnen. Tie Mehrzahl sprach sich dahin aus, die Haltestelle westlich vom Dors zu errichten, da man hier den Einnahmequellen der Gemeinde, den ausgedehnten Waldungen, den Basalt- und Eisensteinlagern am nächsten ist.
)( Gr ünb er g, 7. Juni. Einen schönen Erfolg haben die hiesigen Mitglieder des Vogelsberger Geflügel- und Vogelzuchtvereins Grün berg zu verzeichnen. Auf der vierten Lokalausstellung zu Ulrichstein errangen Preise: Fr. Jöckel (Ehrenpreis, 1. und 3. Preis), L. Christ - Neumühle (Ehrenpreis, 1., 2. und 3. Preis), Peter Decher (Ehrenpreis, 1., 2. und 3. Preis), Th. Stein (Eyren- preis, 1., 2. und 3. Preis), Grüning 3. Preis.
)( Breungeshain, 7. Juni. In unserem Dorfe gibt es in nächster Zeit bauliche Veränderungen, indem die Ortsdurchfahrt der Kreisstraße nach Sichenhausen chauffiert wird und einzelne Häuser dadurch entfernt werden müssen.
)( Gedern, 7. Juni. Die Arbeiten an der Nebenbahnstrecke nach Grebenhain gehen eben etwas langsamer von statten. In zwei Schächten ist man auf gewaltige Basaltfelsen gestoßen und es werden tagtäglich Sprengungen vorgenommen. Der tiefste Einschnitt ist wobl bei Hartmannshain, wo schon einige Zeit gearbeitet wird.
)( Vom oberen Vogelsberge, 7. Juni. Seit einigen Wochen tritt hier unter den Erwachsenen eine Hustenepidemie, verbunden mit heftigen Kopfschmerzen und Llppetitlosigkeit usw. auf. In einigen Dörfern sind ganze Haushaltungen davon behaftet.
Zur Kanalisation der Wacher Straß W in der Stadt Lieferungen in Akkor
Präparanden-
Maurerarbeiten
Maurerarbeiten bi ^sengußliesexung ^emzeuglieferung Malerarbeiten ^eserung von 10
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(Berlino).
Also: Der Prinz Lichnowsky aus Berlin ist nach kurzem Aufenthalte zum „Principe“ geworden und bezeichnet „Berlino“ als fernen Wohnsitz. — Das ist nichts Außergewöhnliches und regt mich nicht sonderlich auf. — Auch die Eintragung der Frau Gräfin nehme ich ihr weiter nicht übel. Sie ist natürlich Deutsche als Frau eines Deutschen und dürfte daher auch deutsch sich einschreiben. Die als Fremde geborene Frau eines englischen Lords würde gewiß sich englisch eintragen und weder Contessa noch nata schreiben Aber immerhin, die Gräfin Bülow ist eine geborene Italienerin. — Nun aber komme ich zu dem Manne, der die höchste Stelle im Deutschen Reiche inne hat. Graf Bülow war jahrelang unser Vertreter in Rom, seine Gattin ist Sizilianerin. Man sollte also wirklich meinen, es sei nicht zu viel verlangt, wenn man ihm einige italienische Sprachkenntnisse zutraute. Man sollte meinen, unser Vertreter in Rom müßte wissen, wie der Titel seines höchsten Vorgesetzten auf italienisch lautet; man sollte meinen, ein deutscher Reichskanzler, der so enge Beziehungen zu Italien hat, sollte wissen, wie man auf italienisch die Stellung bezeichnet, die er inne hat! — Graf Bülow schreibt „Cancellario“, das ist glatter, barer Unsinn! Ein vom Grafen Bülow höchst eigen und höchst falsch erfundenes Wort! Das betreffende italienische Wort lautet: „Cancelliere“. Cancelliere aber bedeutet „Vorsteher einer Gerichtskanzlei", „Stadtschreiber", „Gerichtsschreiber" ; in der Bedeutung Kanzler . ist es dem Italiener nur in der gebräuchlichen Verbindung „Gran-Cancellieie dell’ Impero Tedesco“ bekannt. — Ich bin der Ansicht, wir Deutsche können verlangen, daß ein Mann, der unserVertreter inRom ist oder war, italienisch versteht. Ich bin ferner der Ansicht, wir können verlangen, daß des Reiches höchster Beamter, des Deutschen Bismarck Nachfolger, die Mode, sich im Auslande mit ausländischen Federn zu schmücken, nicht mitmacht l Und deshalb rufe ich ihm die Worte des tapferen deutschen Redakteur A. Korn zu: „Gedenke, daß du ein Deutscher bist!"_______________________
Zer Ausstand in Aeutsch-Sübrvestasrika.
Berlin, 7. Juni. Gouverneur Leutwein meldet aus Okahandja: Am 31. Mai sind bei Outjo in einem Patrouillengefecht zwei Herero gefallen und mehrere ver-
berartigen Lärm, daß die Polizei cinschreiten mußte unb zahlreiche Verhaftungen vornahm. Unter den Verhafteten befand sich auch der B ü r g e r m e i ft e r der Stadt, mehrere Mitglieder der Präfektur und verschiedene Offiziere. Ter Präsekt veranlaßte sofort die Entlassung des Bürgermeisters und mehrerer Präfektur-Sekretäre. Die betreffenden Offiziere erhielten 60 Tage Arrest.
* Wien, 7. Juni. Der Göttinger Professor R. Meißner, der unmittelbar vor seiner Hochzeit aus Wien verschwand, wurde vorgestern in Paris von seiner Braut und deren Großmutter gesund aus gefunden. Im Telegramm an ihre Wiener Angehörigen teilte die Braut mit, daß alles in Ordnung sei unb die Trauung unverzüglich stattfinden werde.
Kunst und Wissen Schaft.
— Der welsche „Roland von Berli n". In seiner „Zukunft" macht Maximilian Harden einige gute Bemerkungen über Leoncavallo und den ihm gewordenen Aufttag des Kaisers, aus bem Rolandroman von Willibald Alexis eine Oper zu machen. „. . . . Der Auftrag schien unbegreiflicher Stimmung entstammt. Wir haben kräftige deutsche Talente: Strauß, Psitzn.r, Humperdinck, Weingarttur, Sch.ll.ngs, manchen anderen vielleicht noch; unb ein italienischer Effekthascher wirb vom Repräsentanten der Volkheit aufgeforbert, einen urmärkischen Stoff als Nachdichter unb Komponist zu gestalten. Sind bie Zeiten wiebergetehrt, wo beutsche Fürsten sich von reichlich bezahlten Schaumschlägern aus Welschland ihre Kunstleckereien bereiten ließen? „E h r e t Eure beut sch en Meister", bann bannt Ihr gute Geister!" Ist Wagners Meistersingermahnting verhallt? Herr Leoncavallo hat mit der derben Zirkusmusic des „Bajazzo" einen lange nachhallenben Mobeerfolg gehabt; bie Musik seiner „Mebici" Rang nicht nur, sonbern roch sogar abscheulich; zwei anbere Opern konnten selbst burch bie pfiffigste Reklamekunst römischer Talentpächter nicht in bie Mobe gebracht werben. Also ein Mann, der einmal, mit völlig unkünstlerischen Mitteln, auf ben Brettern gesiegt hat. Den Fein ernster Musiker schätzt. Ter nicht beutsch spricht, deutsches Leben, deutsche Geschichte nicht kennt, das tiefste Wesen in der robusten Kunst Willibald Alexis' also gar nicht zu fühlen unb noch weniger natürlich zum Tönen zu bringen vermag. Ein Mann, ber wenige Jahre nach Wagners mühseliger Lebensart in Teutschland höchstens als Eintagsamuseur im Winkel gebulbet werben bürste. Der gierig nach jeher Erfolgsmöglichkeit hascht; gestern „Zaza", eines ber schmierigsten Hetärenstücte, komponierte, morgen der Tingeltangeltänzerin Torta- jada eine Zugoper auf ben bräunlichen Leib schreiben wirb. Dem wirb eines von ben Reichskleinobien märkischer Dichtung vom Throne her zur Bearbeitung geliefert; ein winziges, boch ein. echtes. . ."
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