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)ie Einnahmen dkl i Tage machen Jona« \ Außer den 5000 11 an einzelnen Stände !k., Büffets 2002,74 B 3 2Jlt., Mkartenslae imenstand 659,80 M!
), Tiroler und Italier^ 90 M., zusamme i 2000 Mk. Eintritt-J . eine Gefainteinnah' t ist. - Das ©eforci d auf ca. 25 000 5-
Kerichtssaat.
th. Gießen, 8. Ium. Die Fo r tbi l d u n g s sch ü l e r in Burkhardsfelden hatten ihr Riechorgan mittels Schnupftabak derartig gereizt, daß, als der Lehrer den Unterricht beginnen wollte und zu dem Zweck die Klasse betrat, ihm die 15—16jährigen Burschen in allen nur denkbaren Tönen entgegen niesten. Dieser sonderbare Niesunfug wäre nun für die Nieser nicht schlimm gewesen, um der Ungezogenheit aber die Krone aufzufetzen, schnupften fünf der Buben nach beendetem Unterricht aufs neue und begleiteten niesend den Lehrer auf dem Nachhausewege. Von amtswegen erfolgte die Anzeige wegen Beleidigung des Lehrers Buß. Das Schöffengericht sah wohl die Sache als dummen Bubenstreich an und erkannte auf Freisprechung. Anders aber dachte gestern die Strafkammer, vor welche die Angelegenheit in der Berufung zur Verhandlung kam. Es erfolgte Verurteilung, und zwar wurden drei Angeklagte zu zwei Tagen Gefängnis verurteilt, obschon der Staatsanwalt nur Geldstrafen beantragt hatte. Die Autorität der Lehrer muß geschützt werden. — Wegen Gotteslästerung hatte sich ein 50 Jahre alter Landwirt von Langenhain vor der Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte soll im Jahre 1902/1903 in zwei Fällen Gott gelästert haben: er erklärt jedoch, daß dem nicht so sei und daß, wenn er wirklich ähnliches geäußert habe, wie ihm nachgesagt werde, er dies nur in trunkenem Zustande getan haben könne. Die Beweisaufnahme ergab, daß in einem Falle, während draußen auf dem Felde die Ernte reif war und es fortgesetzt regnete, eines Sonntags in der Wirtschaft der Angeklagte seine Unzufriedenheit mit dem Lenken der Dinge in lästernder Weise ausgesprochen hat. Als ein älterer Mann ihm diese Rede verwies, soll der Angeklagte in bezug auf die Gottheit nach der Bekundung von zwei jungen Leuten, die in der Verhandlung dies unter Eid erklärten, eine unflätige Aeußerung getan haben, der er noch weitere schlechtere Redensarten anfügte, sodaß zwar ein Teil der Zuhörer lachte, ein Teil aber doch Aergernis daran nahmen. Im zweiten Falle war es bei den Kriegerfestspielen, wo draußen ein böses Gewitter wütete, als der Angeklagte nochmals eine derartige Aeußerung tat Festgestellt wnrde, daß der Angeklagte im ersten Falle stark Branntwein getrunken hatte, aber doch seiner Sinne mächtig gewesen ist. Der Pfarrer der Gemeinde, als Zeuge gehört, erklärte, daß er von einem Kirchen- .atsmitgliede über eine der Gotteslästerungen gehört habe; er habe den Mann zu sich kommen lassen und ihm Vorhalt über seinen Frevel gemacht. Dieser hat damals erklärt, er wisse von dem, was er gesagt haben soll, nichts, er hat dann betont, daß er doch kirchlich gesinnt sei und solche Sünde nicht begehen werde. Der Pfarrer will dann dem Angeklagten zugeredet haben, die Wahrheit sagen, er würde ihn. wenn er die Lästerung begangen und dies -ugebe, nickt zur Anzeige bringen; vom Abendmahl müsse er ihn dann ausschließen und ebenso könne er auf ein christliches Begräbnis dann keinen Anspruch machen. Der Angeklagte habe aber damals beteuert, daß er Wert darauf lege, zur christlichen Gemeinschaft zu gehören, daß er nicht wisse, gefehlt zu haben; wenn es aber geschehen sei, sei es in angetrunkenem Zustande «kassiert, und er bitte, man möge ihm die Sünde verzeihen, dies 'jlet dann auch geschehen. Der Pfarrer fügte hinzu, der Angeklagte 5abe seine Kinder kirchlich erzogen, sei, wenn er nicht getrunken Labe, ein recht vernünftiger und braver Mann. Der Gerichtshof Sonnte nicht umhin, den Angeklagten nach der Beweisaufnahme sfür einen Fall der Gotteslästerung mit sechs Wochen Gefängnis M verurteilen, wobei man mildernd in Bettacht zog, daß der Mann nicht nüchtern gewesen sei, als er die Aeußerung tat Wegen des anderen Falles erfolgte Freisprechung m Ueberem- stimmung mit dem Anttag des Staatsanwalts, der aber em Straf- Maß von drei Monaten beantragt hatte.
d. Mainz, 6. Juni. Heute hatte sich vor dem Schwurgericht der 21jährige Maurer Jakob Guthy aus Heppen- Leim a. d Wiese (bei Worms) wegen Totschlags und fahrlässiger Tötung zu verantworten. Der Angeklagte hatte am Albend des 20. Dezember v. I. in einer dorttgen Wirtschaft mit einem Arbeiter einen kleinen Streit, bei welcher Gelegenheit er einen Schlag auf die Nase erhielt. Erst eine Stunde spater fSrtm über den Angeklagten wegen des Schlages eine derarttge Erlegung, daß er nach Hause eilte, das doppelläufige Jagdgewehr sseines Vaters holte uni> es unterwegs zur Wirtschaft mit Schrot- rtatronen lud An b'r Wirtschaftstür angekommen, öffnete er biiefe und legte das Gewehr auf den gänzlich unbeteiligten Maurer Johann Deis an, den er mit dem abgefeuerten Schuß auf der
rtirnergaben Hebungen beginnt Der Verein beabsichtigt, dem Turngau Hessen belüfteten.
Vermischtes.
* Berlin, 6. Juni. Der frühere Rechtsanwalt Dr. Fritz Friedmann hat gegen den verantwortlichen Redakteur der „Staafsb.-Ztg." einen Beleidigungsprozeß angestrengt, wett ihm in einem Artikel der Vorwurf über ein schnödes Verla «sen seiner drei bisherigen Ehefrauen re. gemacht worden war. Der Verteidiger soll interessante Enthüllungen zu diesem Thema vorbereiten. Zum Beweise der Wahrheit wird die V e r n e b m u n q
drei Ehefrauen des Klägers stattfinden.
, 7- Die Unterschlagungen bei
der Borbecker Spar- und Kreditkasse betragen nach genauer Revision nahezu 9 O O O O O M k. Ter frühere Aussichtsrat soll zur Schadloshaltting der Aktionäre heran- gezogen werden. Der flüchtige Direktor Holdmann ist un- auffindbar.
. * Aerleberg, 7. Juni. Der hiesige Kassenren
dant Kramer, der wegen Defraudation von 60OOO Mark flüchtete, ist in Altenhunden verhaftet worden.
. * K ar^r nhe, 7. Juni. Nach hierher gelangten Nachrichten ist der Geschäftsleiter der deutschen Waffen- und Munitionsfabrik in Karlsruhe, Tirekwr Platz, der sich auf einer 4 m erifareife befand, während derselben an einem Hitz- schlage gestorben.
.* Kopenhagen, 7. Juni. Eine große Anzahl Geld- btiefe aus Amerika ist auf dem Wege nach Europa geöffnet Mw der Inhalt geraubt worden. Die Diebstähle scheinen in Amerika verübt zu sein.
* Wien, 6. Juni. Gestern abend wurde am Fleischmarkt in der Nahe des Hotels zur Post ein junges Mädchen von der 26iährigen Elisabeth (strafferer durch einen Stich in die Brust mit einem .Küchenmesser ermordet. Man hielt den Mord anfangs für eine Tat aus religiösem Wahnsinn. Es stellte sich aber durch das Geständnis der Strafferer heraus, daß sie den Mord aus Eifersucht begangen hatte. Beide Frauenzimmer beichteten bei demselben Dominikanerpriester, um dessen Gunst sich die Sttasserer besonders bewarb, Sie glaubte aber, daß sie durch die Wokac verleumdet und aus der Gunst des Priesters verdrängt worden sei. Dafür rächte sie sich nun durch dem Mord. (!!)
* Sebastopol, 7. Juni. Aus dem hier verankerten Hilfskreuzer „Smolensk" fand eine vermutlich von Anarchisten veranstaltete Explosion statt. Details fehlen noch.
* Victor (Colorados, 6. Juni. In einer Versammlung der Bergwerksbesitzer, die den D y n a m i t a n s ch l a g auf dem Bahnhof Jndependence zum.Gegenstand hatte, kam es zu Streitigkeiten, wobei eine Person erschossen und sechs andere verletzt wurden. Die Miliz ging gegen die Versammluugshalle vor, von der aus der Union augehörende Arbeiter auf die Truppen feuerten. Sieben Bergarbeiter wurden erschossen. Die Gesamtzahl der bisher im Crippleereek- bezirk Umgekommenen wird auf 21 geschätzt. 1OO unionistische Bergarbeiter wurden abends verhaftet.
Kunst und Wissenschaft.
— Direktor Otto Neumann-Hofer in Berlin stellt selbst die Nachrichten über seine Frankfurter Theater- 0 l ä n e richtig. Er schreibt, daß er das Orpheum in Frankfurt a. M. nicht gepachtet habe, daß er aber das neue Theater l„Lc ssing-Theater") nach glücklich erledigter Prüfung der Baupläne zu bauen gedenke.
Stelle tötete. Als dem Angeklagten von den erschreckten Gästen das Gewehr entwunden werden sollte, ging der zweite Schuß los und traf den Landwirt Peter Mäder in den Leib. M. starb auf dem Transpott nach dem Hospital in Worms. Der Oberarzt der Gießener Universitätsklinik, Dr. Daunemann, bezeichnete in seinem ausführlichen Gutachten auf Grund seines Beobachtens den Angeklagten als einen abnorm veranlagten, nervösen Menschen, der hart an der Grenze der Zurechnungsfähigkeit stehe. Es beständen Zweifel, ob nicht die freie Willensbestimmung während der Tat bei dem Angeklagten ausgeschlossen gewesen sei. Die Geschworenen verneinten nach längerer Berattmg die Frage auf den Totschlag, bejahten dagegen die auf Körperverletzung mit tödlichem Erfolg unter Ausschluß mildernder Umstände, ebenso wurde im zweiten Fall die Frage auf fahrläfsige Tötung bejaht. Das Gericht erkamite auf eine Gesamtstrafe von 53/4 Jahren Zuchthaus.
R. B. Darmstadt, 8. Juni. (Eigener Drahtbettcht.) Vor dem Schwurgericht begann heut: vormittag die Verhandlung über die sensationelle Mordaffäre in Harpertshausen, wo der Gastwitt Rotärmel angeklagt wird des vorsätzlichen Mordes an dem Einsitzer Josef Wältz. Es sind gerade 1OO Zeugen und eine Reihe von Sachverständigen geladen. Auf Anordnung des Gerichts wurde ein Teil des Fußbodens des Zimmers, in welchem der Mord stattfand und woran man noch die Blutspuren sieht, sowie das Gewehr, mit dem sich der Ermordete nach der Behauptung des R. selbst erschossen haben soll, herbeigebracht. Die Vernehmung des Angeklagten, der jede Schuld bestreitet, dauerte bis in die Mittagsstunde.
Braunschweig, 7. Juni. Tas Kriegsgericht der 20. Division verurteilte den Reservisten Kohler vom 92. Jus.-Regt. zu vier Monaten Gefängnis wegen Beleidigung eines Offiziers in der Trunkenheit.
Anfangs- u. Schlußknrje.
Wir
. 219.70
. 138.00
. 189.40
. 199.25 Ruhig.
Bank sich getrennt hatten und die Pfälzische Bank in Ludwigshafen einer anderen Gruppe angehörte, als die Frankfurter Niederlassung des Instituts. Der Kurs der dreiprozentigen Hessen wurde am Samstag in Frankfurt a. M. noch mit 87,40 und in Berlin mit 87,50 notiert, gestern stellte sich der Frankfutter Kurs auf 87,90.
Oest. Kredit . . .
Deutsche Bank Darmstädter Bank . Bochumer Guß . Harpener Bergbau
Tendenz:
201.12
219.40
138.25
189.12
199.60
Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 7. Juni 1904.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Prioat-Diskont 27/8 Prozent.
Dreivrozentige hessische Staatsanleihe.
haben bereits kurz mitgeteilt, zu welchem Preise und welchem Konsortium die neue hessische Staatsanleihe begeben wurde. Charakteristisch ist, daß sich trotz des für eine Staatsanleihe doch recht kleinen Bettags nickt weniger als fünf Gruppen mit insgesamt 31 Firmen um die Anleihe beworben haben. Weiter ist aufgefallen, daß der A. Schaaffhaufensche Bankverein und die Tresdener
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Wetter
Juni 1904.
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7.
7.
8.
216 9’5
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746,0 25,2
746,4 16,5
745,9 14,4
10,6
9,6
9,0
Höchste Temperatur am
Niedrigste „ „
45 W.
69 NE.
74 NNW.
1
2
Sonnenschein
Heller Himmel i Sonnenschein I
6.-7. Juni = + 25,1 u C.
6.-7. - -4- 12,6 UC.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 9. Juni 1904: Zeitweise molkig, bei kühler Nacht tagsüber Temperatur wenig verändert, andauernd trocken.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Temperatur der Lahn und der Luft am 8. Juni 1904.
Nach Reaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 18°, Luft 22°.
Albert Nübsamen.
Familien Nachrichten.
Verlobte: Rost Hecht (Homberg a. d. O.) und Siegmund Wartenberg (Frankfutt a. M.l.
Ncnclte Meldungen.
Originaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers.
Berlin, 8. Juni. Der Kaiser begab sich vom Schlöße Bellevue aus auf seinem neuen großen Automobil nach dem neuen Palais.
Berlin, 8. Juni. Dem Reichstage wird vor der Vertagung oder vor dem Schluß noch eine größere Nachtrags-Forderung für den Feldzug in Südwestafrika zugehen.
Paris, 8. Juni. Ein furchtbares Unwetter ist über Mamers niedergegangen. Die ganze Umgebung wurde in kurzer Zeit überschwemmt. Die Einwohner waren von der Außenwelt gänzlich abgeschnitten. Den letzten Meldungen zufolge sind 20 Personen umgekommen. Der Schaden ist ungeheuer. Zahlreiche Bewohner mußten aus den Häusern gerettet werden.
Paris, 8. Juni. Das französische Burenkomitee unternahm zusammen mit Burenkomitees anderer Länder Schritte zur Lösung des Vertrags, der den Burengeneral Cron je verpflichtet, bei einer Burena uf f ü hru n g in St. Louis mitzuwirken. Die zur Zahlung der Kon- ventionalsttafe sowie zur Sicherstellung der Zukunft Cronjes erforderlichen Summen sollen durch einen Aufruf des Ex- präsidenten Krüger aufgebracht werden.
Brüssel, 8. Juni. Unweit der Ortschaft Laetem erschossen Gendarmen, in der Meinung, Wilderer vor sich zu haben, einen Feldhüter, dessen Sohn und einen Schöffen.
Mostar (Bosnien), 8. Juni. In Visica kam es wegen Besitzstreitigkeiten zwischen Begs und den Bauern zu blutigen Kämpfen. 2 Bauern blieben tot auf dem Platze, 4 Begs und 6 Bauern wurden schwer, 6 Bauern leicht verwundet.
Pretoria, 7. Juni. Die umlaufenden Gerüchte von der Erm ordn kg Weißer durch Eingeborene in dem Bezirk Zoutpansberg werden amtlich für unbegründet erklärt. Zugleich sind, um die Ruhe unter der dortigen spärlichen weißen Bevölkerung wieder herzustellen, die sich zweifellos in großer Erregung befindet, beträchtliche Verstärkungen an Wachtmannschasten nach Zoutpansberg entsandt worden. Auch traf die Polizei die nötigen Maßnahmen
zum Schutze der Farmer, die in den dem Angriff ausgesetzte» Gegenden wohnen.
Bom Kriege.
London, 8. Juni. „Daily Telegraph" meldet aus Tokio vom 7. Juni: Ter Kommandant der vierten Flotille;, welche von Rekognoszierungen vor Port Arthur an ihretc Standort zurückgekebrt war, b.-richtete über den am 4. Juri erfolgten Untergang eines seinem Namen nach unbekanr-- ten russischen Kanonenbootes vom Typ „Giljak". Zugleich meldete er, daß ein zweites russisches Kl.- nonenboot vom gleichen Typ ungefähr zu derselben Zeit eine Meile von der Küste in die Lust geflogen sei.
Tokio, 8. Juni. Tie Russen ergriffen scharfe Maßregeln, um die Chinesen am Verlassen von Port Arthur ^11 verhindern, damit sie keine militärischen Geheimnisse verraten. Wie es heißt, werden viele Chinesen zur Arbeit gezwungen, erhalten aber kein Geld. Tie Japaner haben die Hügel in der Nähe des Jalu nach den Offizieren benannt, die sich in der Schlacht ausgezeichnet haben.
Yokohama, 8. Juni Weitere russische Truppen sind auf dem Marsche nach dem Süden. Militärische Kreise in Tokio sind der Ansicht, daß der Versuch der Russen, Port Arthur zu erreichen, zu spät unternommen wird. Er hätte vor der Schlacht bei Kintschau unternommen werden müssen In der Umgebung von Niutschwang haben die Russen Minen gelegt und Forts errichtet. Es stehen dort 5000 Mann. Tie Marineoffiziere hoffen, den Kreuzer Joshino heben zu können. Es ist aber unmöglich, den Hatsuse zu heben, da er in 'zu tiefem Wasser liegt. Nur die Geschütze können geborgen werden. An der Söul-Fusan- Bahn brachen unter den Koreanern Unruhen aus. Die japanische Gendarmerie feuerte unter die Menge und tötete drei Personen. Die Bahn Söul-Widju ist auf 2 Meilen probeweise dem Verkehr übergeben worden.
Paris, 8. Juni. Aus Petersb^irg wird dem „Herald" berichtet: Aus der mandschurischen Bahn entgleiste ein Militär- und Zivilzug. Der Zug führte einen Schlafwagen mit, dessen 3 0 In fassen, meist Fra nen und Kinder, getötet wurden. Die Lokomotive fiel in' einen Straßengraben. Leider war keine Hilfe für die zahlreichen Verunglückten am Unglücksorte möglich. Sie tourben in -bte Unversehrt gebliebenen Magen gehoben und mittelst einer Hilfsmaschine nach der nächsten Station gebracht
Paris, 8. Juni. In K'awan, 8 Kilometer nördlich von Gensan, befindet sich gegenwärtig das Hauptquartier der Ost-Korea durchstreifenden Kosaken. Vorc Kawan gehen relativ gute Straßen nach Gensan, Söul nnd Pingyang. Auf letzterer Straße befinden sich mehrere Kosaken-Äbteilungen, die sich vorsichtig Pingyang nähern, wo vor wenigen Tagen eine starke japanische Besatzung eintraf.
Telephonisches« Kursbericht
fr'rane-itnrt a. 31., 8. Juni.
3V2o/o Reiohflanleihe . . 102 00 3-i/. do. ... 90.20 3V,% Konsole .... 101.90 3 °/n do. 90.20
Hessen .... 99.95 37,% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 100.90 41,'6% Oesterr. Silberrente 100.10 4% Ungar. Goldrente . . 99.30 40/n Italien. Rente , . . 103.20 4’ ,% Portugieser , . . 61.00 q0/ Portugiesen. .... 60.00 1% C. Türken .... —.— Türkenlose 128.00 4% Grieoh. Monopol.-An!. 47.00 4V,% äussere Argentiner 43.50
3% Mexikaner .... 26.40 4,/oi/n Chinesen .... 87.65 Electric. Sch ackert . . . 104.50 Nordd. Lloyd . . . .102 00
Kreditaktien .... 201.30 Diskonto-Kommandit. . . 186.30 Darmstädter Bank . . 137.60
Dresdener Bank .... 150.60 Berliner Handelsges. . . 152.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 136.30 Lombarden 16.70 Gotthardbahn 192.00 Laurahütte 242.00 Bochum ...... 189.30 Harpener 199.50
Tendenz : behauptet.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen
Gartensttaße 2 (BürgermeistereigebLirde) Zimmer Nr. 14.
Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbertnehmern (Arbeitern jeglicher 9Lrt, Dienstboten und Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.
An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet.
Es können eingestellt werden: 5035
1 jüngerer Schmied, 1 Installateur, 1 Wagner, 1 Mobel- schremer, 4 Ban- und Möbelschreiner, 1 Wäscherin, 1 Flickerin, 1 Schneider, 1 Friseur, mehrere Arbeiter, 2 Maler und Lackleerer, 2 Weißbinder, 2 Hausburschen, 10 Dienstmädchen, 4 Lauffrauen.
Lehrlinge:
2 Bäcker, 1 Kaufmann, 1 Kellner.
Es suchen Arbeit:
1 Gartenarbeiter, 1 Schlosser, 1 Heizer oder Maschinenschlosser, 2 Waschsrauen, 1 Schneider, 1 Fahrbursche, 1 Dienstmädchen, 1 Schreibgehilfe.
Lehrlinge:
1 Installateur, 1 Tapezier, 1 Schreiner.
Kelranntmachnng.
Die Schul st raße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gespertt.
Gießen, den 7. Juni 1904.
Großherzoglickes Volizeiamt Gießen.
’ ____________Herberg.___________________
Bekanntmachung.
Die Sperre der Schanzenstraße, der Wetzstein- st raße und der Sonnenstraße, zwischen Kreuzplatz und Schulstraße, wird hiermit aufgehoben.
Gießen, den 7. Juni 1904.
Großherzog! ickeä ^osii-iamt Gießen.
________________ Herberg._________________
Bekanntmachung.
Anmeldungen zum Bezüge der aus der Ebcl-Ltiftung für 1904 an arme Kinder zri verabfolgenden Kleidungsstücke sind bis zum 30. d. Mts. bei dein Armenamt, Neuenbäiie 25, Zimmer Nr. 2, vorzubttiigen.
Gießen, den 3. Juni 1904. 5029
Die Armen-Deputation der Stadt Gießen.
Curschman n.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Löber'sche Stiftung.
Aus obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Alk. jährlich an einen in Gießen geborenen, verwitweten Handwerker zu vergeben.
Anmeldungen werden bis zum 20. Juni 1904 auf dem Armenamt, Ncuenbäue 25, Ziminer 2 cutgegengcnommen.
Gießen, den 4. Jcini 1904. 5028
Großhcrzoglicke Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Curschmann.


