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8.4.1904 Zweites Blatt
 
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154» Jahrgang

Zweites Blatt

Gießener Anzeiger

tr'^ehti ISgNch mti Ausnahme deS Sonntags.

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General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.

3«le flartige Kummer umfaßt 10 Seiten

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Freitag 8. April 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm UnwersnätSdruckeret. R. Lange, Dietzen.

Redaktion, Expedition ».Druckerei: SchukfK.^

Teb Nr. 5L Telegr.»Adr. r Anzeiger Dtetzea,

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Spione verhaftet, die im Besitz von Plänen der natep; Befestigungen waren.

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Der zweite Teil bes Erlasses wendet sich gegen .fort­gesetzte Quälereien Untergebener unb planmäßige Roheiten". Diese Ausschreitungen sollen nicht mehr bekämpft, sonbern auch ausgerottet werben unb bas fei auch möglich bis auf; seltene und kurzlebige Ausnahmen. Die bloße Androhung' strengster Ahndung sei da allerdings nicht genügend, vor­beugend Helse nur unermüdliche Aufsicht, die Errichtung einer, häufigen, unvermuteten und gründlichen Kontrolle. Was das Beschwerderecht betrifft, fo fei es Pflicht der Vorgesetzten, nut allen Mitteln zu verhüten, daß ein Beschwerdeführer, selbst wenn eine Beschwerde sich nicht als voll begründet er­weisen sollte, wegen Einlegung derselben im Verhältnis zu feinen Kameraden zurückgesetzt oder irgendwie geschädigt werde. Hierauf sind ganz besonders seine Vorgesetzten auf­merksam zu machen, gegen welche eine Beschwerde gerichtet war."

Endlich wird den Vorgesetzten Geduld in der Behandlung der wegen öfterer unb längerer Krankheit im Dienst zurücÜ gebliebenen Mannschaften zur besonberen Pflicht gemacht. Drohung von Nachhetzen in ber AuLbilbung ober ein Heruntersetzen bes Mannes in ben Augen ber Kameraden barf niemals erfolgen."

Der Autor bieses Erlasses ist ber General Heinrich von Lylanber. Leiber ist er, wie wir auch schon müteillen, wenige Tage nach ber Ausgabe bes Erlasses wegen anbaueruber Krankheit in Pension gegangen.

Die preußisch - hessische Eisenbahugemeiuschaft

hat, wie uns geschrieben wirb, für Hessen fo segensreiche Wirkungen gezeitigt, baß neuerdings auch in ber Pfalz, m Württemberg unb Sachfen immer mehr Stimmen laut werben, bie eine Nachahmung bes hessischen Beispiels empfehlen. Wie letzte Woche bei ber Eröffnung bes neuen Wormser Bahnhofsgebäudes ber Lanbtagsabg, Reinhart in einer Tischrede ans führte, sind heute in ber preußisch-hessischen Betriebsgemeinschaft 8 Milliarben angelegt, bie nut 7 Prozent gegenüber 4 Prozent im Jahre 1879 rentieren. Baden/ Württemberg, Bayern unb Sachsen können mit ihren Staats­bahnen solch glänzenbe Resultate nicht aufweisen. Die be­ständig steigenden Einnahmen aus der Eisenbahngemeinschaft, die in wenigen Jahren von 190 OOO Mark auf mehr als 2 000 000 Mark anwuchsen, bilden heute einen wesentlichen Faktor im hessischen Staatshaushalt, unb auch bie Lage ber in bem Riesenbetrieb beschäftigten Eisenbahner, deren Zahl an 400 000 heranreicht, ist gegen früher eine wesentlich bessere geworben. So waren z. B. in ber Zett von 1897 1902 bie Einnahmen um 17 Prozent gestiegen, bie Aus­gaben für bas Personal bagegen um 24 Prozent. Trotz ber be» bcutenben Herabsetzung der Tarife belief sich im letzten Jahre

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Gießen, 8. April 1904.

Jn unserem Rückblick auf die verflossene Spielzeit wurden

-:<H) den bekannten Polizeibefehl unterbrochen, besten

,o Körung inbes, wie wir bereits mitteilen konnten, bevor- stchH 2i3ir können also wieder mit guten Hoffnungen auf das <,-:chste Spieljahr unsere Rückschau fortfetzen.

u -s das Ensemble der vergangenen Spielzeit nicht nach oe'MAchtung hin befriedigend war, schob die neue Direktion irr inneren Teil auf das durch bie besonderen Umstände i ?rt rrchlle verspätete Engagement ber gesamten Künstlerschar. S?irA Steingoetter war so in seiner Unternehmungslust viel­fache ; .iiibert, unb nur durch die Einsetzung der ganzen Kraft ber : Skatspieler unb bie geschickte Leitung ist es möglich ge- n?or :Üc )as Repertoire zu bewältigen, daS zwar bie anfangs durcHMular gegebenen Verheißungen zum großen Teil un- criü.jjllieiB, trotzdem aber vielgestaltig war und einige bebeut- samiv:^s!gaben zu lösen gab.

tif Saison setzte mit ben brei berühmtesten Einaktern ber ü^rihen klassischen Litteratur ein: bemZerbrochenen K r i.L s dLes im Grabe jetzt endlich, nach fast einem Jahr- !) :nr:^ztzurRuhe gekommenen Kleist, denGeschwistern" ®o unbWallensteins Lager"- von Schiller. DicsÄMe Abenb ber ganzen Wintercampagne blieb eigent­lich »Glanzpunkt. Was sonst noch von klassischen Dramen zur Äisüchrung kam, das warenEgmont",Dan Carlos", Wi-lli.ii>i Tell",Minna von Barnhelm", Shakespeares JDtE'* 'und CalberonsRichter vou Zalamea", ferner Hebbels LRo.t-Magdalena", AnzengrubersPfarrer von Küchseld" und .ä-.MgsErbförster". Unter ben Heroen ber bramatischen Dich:E'!)!i vermißt man also nur Grillparzer, der hoffent­lich nächsten Spielzeit zu seinem Rechte kommen wirb.

Voütische Tagesschau.

Ein Erlaß gegen Soldateumißhaudlauge»

ist, wie wir schon kurz müteiüen, kürzlich vom General­kommando bes brüten bayrischen Armeekorps an bie Truppen­teile bieses Korps hinausgegeben worden. Der Erlaß ver­langt zunächst, daß den Ueberschreitungen der Dienstgewalt entgegengearbeitet werde, zu denen bie Untergebenen burch Ungeschicklichkeit, Unordentlichkeit, schlechte Gewohnheit, unb bösen Willen ben Anlaß geben.Sämtliche Vorgesetzten, inSbejonbere aber bie Kompagnie- rc. Chefs müffen bahin wirken, baß rohe Ausbrücke, bie sehr häufig ohne weitere Ueberlegung und schlimme Absicht, mehr gewohnheitsmäßig

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Unter den neueren unb neuesten Dramattkern aber fehlte mancher unb manches. Eine reisende Theatergesellschaft bot uns im Rahmen unseres Stadttheaters zweimal Gorki's genial nachdenklichesNachtasyl", eine andere Gesellschaft des unglücklichen englischen Poeten Wilde glutvolle, farbensprühende Salome". Björnson, besten vortreffliches LustspielGeo­graphie unb Liebe" viel zu wenig gegeben wirb, war nur mit bem alten, verblichenenFallissement" vertreten, besten Thema soeben Georg Hirschfeld in seinem neuesten LustspielNebeneinanber" für ben mobernen Geschmack behandelt unb mit feinem psychologischen Spürsinn vertieft hat. Es wäre erfreulich, wenn man uns bieses Drama im nächsten Winter böte. Ibsen kam überhaupt nur im Theaterverein mit seinerHedba" zu Wort, seine angekündigten Gespenster" blieben unsichtbar, ebenso Hauptmann, bestenVersunkene Glocke", unb Halbe, bestenStrom" nur ben Theatervereinsabonnenten geboten würbe, während bie Abonnenten des Stabttheaters zu kurz kamen. Halbe's Ju g en b" ftanb wohl auf bem Programm, kam aber nicht beraub. Ueberhaupt lernten eigentlich nur die Mitglieder deS Theaterverems bie bemerkenswerten Novitäten ber Saison kennen. So blieb auch Suberrnanns unglückseligerSturm- geselle" den Abonnenten des Stadttheaters vorenthalten. Bcyerlein's effektvollerZapfenstreich" und Heyse'sMaria von Magdala" waren die einzigen Stücke, die beiden Kategorien von Theaterbesuchern zu teil wurden.

Da scheint uns ein Fehler im System zu liegen. ES ist nicht angängig, daß das Stadttheater als solches überhaupt auf die Novitäten der Saison vollen Verzicht leistet und so ein seltsamer Vorzug dem Theaterverein eingeräumt wirb. Dadurch schädigt die Direktion sich selbst, denn ist es anzu­nehmen, daß das Abonnement zu den Stabttheatervorstellungen im nächsten Winter besonders groß sein wird, wenn die Theaterfreunde zu der Einsicht gelangen, baß ihnen wenig

Falles Schärpe! in bie Debatte, vermißte aber Führungen Schippels bie Klarheit, bie eine Aus-

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mTunDarfefcung mit ihm schwer ermögliche. Der Rebner teilt ju.ttknn, auf den Fall Göhre übergehend, mit, daß er in BeäÄin iöen Vertretern des 20. Kreises den Rat gegeben häM, C öhre wieder aufzustellen. Wir Sozialdemokraten >e Innleiten jeden Verbreckfer nach seinen sozialen Verhält- ni''n, aut dem umgebenden Milieu heraus: da sind wir mirllk, .unb in Parteiangelegenheiten sind wir nach meinen iTij^nrngen in den letzten Jahren grausam und in- to? c-nL Tas SMimme fei, baß man so erbittert uiiaiiiini-4ber diskutiere.

ibsfl. ©i übermann meinte, der Fall Göhre stehe in r x: Geschichte ber Sozialdemokratie einzig da. Tas schMmnsiste sei die von ben Revisionisteir geforderte unbe- ,_k) Mnlttr Autonomie der Wahlkreise, die uns zu französifchen 3i.. indem führen würbe. Wohin käme man, wenn man bie' ?on Fischer geforderte Demokratie in bie Wahlkreise

:ry7lür>zte und jeden Kreis machen ließe, was er wollte? iiütan will man ja auch noch den Personenkultns auf-

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ober nichts von aliebem im Theater geboten wirb, wovon bie Welt spricht unb alle Zeitschriften ausführlich reben ?- «Der blinbe Passagier",Geschwister Lemke",Der Hoch-' tourift" unb ähnliche Schnurren von wenig Witz unb viel Behagen sprechen doch wahrlich nicht mit. Unb wenn unS* nur Premieren vom Range der totgeborenen FirmaFell­ner u. Co." bescheiben werden, bann banken wir ergebend dafür.

Das also muß anders werben, unb wir zweifeln nicht, baß es anbers werben wirb. Wir finb ber Uederzeugung, daß uns bie Direktion im nächsten Winter mit einem an­deren Programm kommen unb dieses Programm auch pflicht- getreu zur Ausführung bringen wirb. Wir geben zu, baß ber erste Winter noch nicht bas bringen konnte, was mart hat bringen wollen, baß bas rechte, unabhängige Verhältnis zum Theaterverein erst gefunden werben muß, baß bie eigene Initiative von ber Direktion erst nach genauer, übersichtlicher Kenntnis aller einschlägiger Verhältmste ergriffen werben' kann.

Unter diesen Umständen mußten wir z. B. im Stabt- theater biesmal ganz auf Hau p tmann verzichten, ben wir doch alle heute als unseren ersten deutschen Dramatiker anerkennen, und von dem man hier lveder seineRose- Bernd", eine sehr ergreifende moderne Gretchentragödre^ noch fernenFirmen §etnrich", eine Dichtung reich an schönen lyrischen Einzelheiten, kennt, ganz abgesehen von' einigen feiner älteren Sacken, dem3toten Hahn", ,^Michael Kramer" unbSchluck und Iau". Auch Schnitzler fehlte ganz auf dem Mpertoire, dessen feiner und geijtreicherEinsamer Weg^' trotz ferner geringen dramatischen Effekte hier vielleicht mit mehr Verständnis als vom Berliner Lildungspöbel aufgenommen worden wäre, ferner Dreyer, ber junge, erfolgreiche Sramati&r Graf KeYser 1 ingk, 2iJ i I b e n b r u d); dessenu n ft e r kicher Felix" ein sehr liebenSwürrnges und wirkungs­volles Lustspiel ist, der formschöne Hofmaunsthal, der

Auf dem sozialdemokratischen Karteitag für das Königreich Sachsen

rtaue ber Fall ©Obre erörtert. Reichstagsabg. Grenz- knüpfte an ben Dresdener Parteitag an:

öi ^oar tiii Glück für verschiedene Parteigenossen, wie Heine, 4 äaun iLa., führte er aus, bau nicht alles auf dem Parteitage i itirtiben erörtert wurde, sondern baß noch etwas nachkam. Qäi l,ältte fo gemacht werben sollen, wie einst in Erfurt, xiiiiain mit den Revisionisten von links ein ernstes Wort f ein solches Wort hätte man auch mit ben Revisio-

vnistr von reckM reden sollen. Der Redner erinnert bann, mi Verhalten Göhres übergehend, an Mehring, der gefühlt i, »ät, !^ er einst ein Verbrechen an ber Partei beging, das e n Hxtibcr gut zu machen versuchte. IN Dresden ist die i beule aufgestochen worden: aber bann kommt bas urigste: das Ausquetschen der Beule, und das Um iium noch nicht getan. Tas Techtel-Mechtel Göhres nmil berat Hardenklungel ist noch nicht aufgeklärt. Schiv- p > rl habe sich feü einigen Jahren Extratouren erlaubt, tu bmen man ihn nicht gehindert habe. Schließlich wandte V u6 ber Redner gegen das Verhalten Göhres, bas unbedingt txwrumilt werden müsse.

liiichstagsabg. K a d e n - Dresden verurteilte ebenfalls >i a rjjter Weise das Verhalten Göhres, worauf unter g jnjßir Spannung Reichstagsabg. Schipp el die Tribüne WtaL

El rechtfertigte zunächst seine Haltung zu den Fragen u «5 c! u tz - bezw. Agrarzölle. Die Gegner haben gesagt, u >31 ^ourieitag werde ein zweites Dresden geben, aber man j liüst, > es auch falsche Propheten unter den Gegnern g M. <n seinen Schriften über die Schutzzölle habe er nicht - : sividuelle Anssassung niedergelegt, sondern nur eine 9 inj:o.i ische Darstellung geben wollen, warum die Schutz- j* Mir fio stark wurden, und baß man in Zukunft als mit ei im. .iachtf aktor damit werde red)nen müssen. Tie Reichs- icl.g:iicMlion habe ihn aufgefordert, sich darüber zu äußern, aluoti das sei nicht fo einfach. Es fei sein gutes Recht, auf bei=n Wichsten Parteitag bie Aufhebung des Fraktionsbe- juchche^s zu verlangen, sonst würde man sich dort zum birtltenmale mit den Agrarfragen beschäftigen müssen. Man üiuiijt in.cht sofort jedem aus feiner abweichenden Mei n- i umj einen Strick drehen. Es sei fein gutes Recht, immiLdlb des Rahmens ber Partei abweichende Meinungen ju^:^nn, unb bieses Recht lasse er sich von keinem Partei- ii LMhlar unb feinem Parteitage nehmen. Mit den Streitig- e i-ittn in der Partei fet es ein eigenes Ding: mit Karl Marx a frtijt man an, und mit einem dreckigen ©off en »unb It umfieinstreit höre man regelmäßig auf. Ter Rebner ueanteibiyt dann bas Verhalten Göhres.

te..yäiagsabg. Dr. Grabnauer bebau er te bas Herein­

pflanzen! Unter allen Umständen müsse bagegen ange­gangen werden.

Abg. Gerisch erklärte, der Parteivorstand in Berlin habe sich einmütig gegen Göhre erklärt, und wenn ein Mitglied des Vorstandes sich privatim für Göhre aussprach, so könne das nur unter ber Einschränkung geschehen sein, daß man Göhre empfehlen könnte, wenn hier nicht bie be­sonderen Umstände gegen ihn vorliegen würden.

Tie Resolution Mtzschke-Geyer, welche besagt:

Tie Lanbesversammlung erkennt an, baß wenn keine 5!anbesverfammlung entscheiden kann, das Zentralkomitee mit bem Agitationskonntee berechtigt find, bei Aufstellung von Kandidaten für Reichstags- unb Landtagswahlen in den einzelnen Wahlkreisen mitzuwirken und mitzuent- scheiben. Kommt eine Einigung zwischen biesen Instanzen nicht zustande, so ist die Angelegenheit ber Parteileitung zur Entscheidung zu unterbreiten.

wurde mit 66 gegen 9 Stimmen angenommen.

Der Antrag,sich an weiteren, unter bem gegenwärtigen Wahlgesetz in Sachsen vorzunehmenben Wahlen zum s ä ch f i- schen Landtag nicht wieder zu beteiligen", sand keine Unterstützung.

Ker Krieg zwischen Japan und Mußland.

Einer Trahtmeldung aus Söul zufolge laufen bie ja» panischen Zufuhrdampfer ungefährdet in bie Ialu- münoung ein. Tie Landung geht an verschiedenen Punkten ber koreanischen Uferseite des Flusses vor sicht wie man in Tokio annimmt, unter bem Schutze japanischer Kanonenboote. Die Russen legten längs ber Küste von Takuschau unb ber Jaiumünbung M inen. Tie japanische Armee in Korea erreichte verschiebene Punkte bes Süo- ufers bes Jalu. Die letzten Telegramme vom Kriegsschau­plätze bestätigen überhaupt bie Konzentrierung der Ja­paner auf dem linken Jalu-Ufer, die ohne Schwierig­keiten vor sich gehe. Bis jetzt haben bie Japaner vier Di­visionen, im Ganzen 80000 Mann gelandet.

Zentral-Rews" veröffentlicht ein Telegramm, wonach bie Russen Widju eiligst verlassen unb 24 Ge- schütze in ben Händen ber Japaner zurückgelassen Haven sollen. Vor dem Ruckzuge hatten sie jedoch ben Pulverturm in die Luft gesprengt.

Tas Eis d e s I a l u s l u s s e s ist im A b g a n g e be­griffen. Ter Zustano ber Wege beeinträchtigt die Kriegs- operationen.Taily Chroniele" meldet: 5000 Mann russischer Berstär kuugen seien nach dem Jalu unterwegs.

Telegramme von koreanischer Seite melden, daß die Russen sechs der größten Grenzstädte am Tumenslusse besetzt halten. Der koreanische Präfekt von Kongtschung berichtet, daß zahlreiche Gruppen von Russen unb Chinesen in Joenarnpho sich nach Andschu zurückgezogen hätten, sodaß sich in Joenarnpho nur noch 100 Soldaten unb einige Kaufleute befänben.

Der Korrespondent derTimes", Haiman, wurde von bem die Admiralitätsflagge tragenden russischen Kreu­zer23 a j a n" 35 englische Meilen von Port Arthur an- gehalten unb bann wieder freigelassen. TerBajan" zeigte Gefechtsverletzungen, namentlich ein großes Loch an einem ber Schornsteine. Keinesfalls scheint ber Hafen- Eingang von Port Arthur gesperrt zu sein, wenn nicht bie russische Flotte bei der letzten Schiffs-Versenkung ber Japaner auf hoher See war.

Ein japanisches Torbedoboot hat, wie aus Tokio ge­meldet wird, bei einer Rekognoszierungsfahrt vor Port Arthur ermittelt, daß bie für bie Passage von Schissen noch frei gebliebene Einfahrt im Hasen von Port Arthur ungefähr noch 120 Meter breit ist. Es wird behauptet, daß von den vier mit Steinen beladenen Dampfern, welche die Japaner bei ihrem letzten Versuch, die Einfahrt zum Hasen zu sperren, versenkten, brei an ber beabsichtigten Stelle untergegangen find.

Tie Russen haben bei Rrutschwang zwei japanische

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