Ausgabe 
8.4.1904 Erstes Blatt
 
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Kostenaufbringung

Für die Vorschulen,

an deren

der

Vermögenssteuer Einkommensteuer

3

Fleischbeschaugebühren haben sich seit dem 1. April

7.

7.

8.

Höchst, Niedn

^ochmitta verbundenen 51

Sonnta

Darmstadt (Land) Offenbach

Mainz (Stadt)

Mainz (Land)

Greßen

Wornls

2

9

7"

59,048.75 210,906. 362.125.25

64,848.75 141,350.25 210,549.75

* D ie Schlachthaus

Mk.

1,357,637. 133,441.

1,052,536. 1,753,060.

135,128. 441,466. 717,521.50

Staat beteiligt ist, hat das gleiche Schulgeld in Ansatz zu kommen wie für die unterste Klasse der Anstalt, der die Vor­schule angegliedert ist, für die Vorschule am Realgymnasium zu Darmstadt also 96 Mk., für alle übrigen Vorschulen 66 Mk.

** Steuern. Nach dem soeben im Regierungsblatt veröffentlichen Finanzgesetz erhält die Einkommensteuer keine Aenderung gegen das vorige Etatsjahr, dagegen wird, wie bekannt ist, an Vermögenssteuer für je 1000 Mark der Betrag von 75 Pfennigen erhoben. Insgesamt ist an direkten Staatssteuern, mit Ausnahme der von Kürnbach zu zahlenden ständigen Steuern von 186 Mk., für das Etats­jahr 1904 die Summe von 12,011,046 Mk. 25 Pfg. aufzu­bringen. Hierzu haben u. a. zu leisten die Steuerkomrssariate:

Kunst unö Zöl^eojtyasL.

Rordenskjoeld bereitet eine neue Sübpolar- expedition vor.

Gießei

VorauSfi dm 9. April 11 ha 91orbn bc 915

Mk.

Darmstadt (Stadt) 385,482.

Summe Mk.

1,743,119.

192,484.74 1,263,442. 2,115,183.25

199,976.75

582,816.25

928,071.25 im städtischen ds. IS. gegen

Nochmittc

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Lormitta. MatlhäuZgme

, -iachmitt, prmanoen auS

Abmds 6

früher erhöht, und zwar bet Kälbern, Hämmeln und Schweinen um 33 Pfg., für Großvieh um 45 Pfg. pro Stück. Trotz dieser Erhöhung sind die Gebührensätze gegen die in anderen Städten noch mäßig.

Männer-Turnverein. Wir machen auf die morgen (Samstag) abend im Hotel Schütz stattfindende Hauptversammlung nochmals aufmerksam.

Münzenberg, 6. April. Nebenbahnen müssen, so (esen wir in der Butzb. Zig., unter Witzeleien und humor­vollen Auslassungen im allgemeinen viel leiden. Auch unsere Bahn nimmt hierin keine Ausnahmestellung ein. Doch etwas hat sie voraus, indem sich hier wirklich eine humoristische Szene ereignete, welche verdient allgemein bekannt zu werden. Kommt da eine junge Frau an den Schalter und verlangt ein Dillet nach Butzbach.Ost- oder Staatsbahnhof ?" fragt der Beamte.WoaS Bahnhof? Nooch Boutschbach will eich." »Ich muß doch wisien, wo Sie aussteigen wollen, im Ost­bahnhof oder im Staatsbahnhof."Ach, woaSs, schlächt Geschwätz, nooch Boutschbach will eich." Im Laufe der weiteren Aufktärung brachte der Beamte den Kostenpunkt ins Treffen:Das eine Billet kostet 20, das andere 25 Pfennig." No, dann gewwe Se mer ans für 20 Fermi g." Trotz

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dieses Zwischenfalls scheint der Frau die Bahnfahr gut ge­fallen zu haben, denn drei.Tage hintereinander konnte man sie freudestrahlenden Antlitzes die Bahnhofstraße hinuntereilen sehen. Hoffentlich wird sie nun mit den Butzbacher Bahnhofs­verhältnissen vertraut sein.

Bad-Nauheim, 7. April. Für das künftige städt. Museum ist durch Herrn Karl Leytke und Frau ein Ge- chenk eingegangen in Gestalt eines historisch wertvollen Sessels. Er ist s. Zt. von der Großherzogin Marie von Mecklenburg - Schwerin , welche bekanntlich eine Schwester unseres hochseligen Kaiser Wilhelm des Ersten war, zum Ge­schenk gemacht worden und trägt am oberen Ende den NamenSzug (Initialen) der hohen Frau mit der Krone.

Darmstadt, 7. 'April. Als der gestern morgen um 6.25 Uhr von Arheilgen nach Eberstadt abgelaffcne Zug der hiesigen Danipfslraßenbahn die vom städtischen Tiefbau­amt zwecks Neueinsteinung mit Stcinschotter beschüttete Gleis­strecke vom Schlachthof nach der Odenwaldbahn zu überfuhr, entgleisten die sämtlichen Wagen des Zuges, während die Lokomotive unbeanstandet die Stelle passierte. Vermutlich würbe von herabhängenden Teilen des Zuges der zu hoch gelagerte Steuischoller berührt und in die Schienen geworfen, was die Entgleisung verursachte. Tie Betriebsmittel sind unbeschädigt geblieben und es ist auch nur eine Verspätung einiger Zuge um etwa 1 * * * * /, Stunde eingelreten. (D. Ztg.) Wiesbaden, 7. April. Wie derRhein. Kurier" meldet, ist der Herzog Karl Eduard von Sachsen- Kob urg-Gotha in Begleitung seiner Mutter, der Herzogin von Albany, von Bonn hier emgetroffen und hat im Hotel Kaiserhof" Wohnung genommen. Herzog Karl Eduard ge­denkt wegen emes rheumatischen Leidens längere Zeit zum Kuraufenthalt in Wiesbaden zu verweilen.

Frankfurt, 7. April. Geologische Beschaffenheit und landschaftliche Schönheit des Vogelsbergs, verglichen mit Taunus und Odenwald lautete das Thema, über das gestern Oberbergrat Professor Chelius aus Darmstadt im Taunusklub sprach. Die drei Gebirge sind von einander gänzlich verschieden. Der Vogelsberg zeigt keine schroffen Höhen, er ist gleichsam verschleiert, seine Bergspitze ist nicht wahrnehmbar. Ganz anders liegen die Verhältnisse beim Taunus, bei dem die Berge direkter ansteigen. Der Oden­wald macht vom Rhein oder der Bergstraße aus einen ganz gewaltigen Eindruck. So verschieden die drei Gebirge äußerlich sind, so wenig ähneln sich auch die Gestein­formationen. Der Odenwald hat einen Gesteinswechsel aufzu- weisen. Die Täler sind durch gewaltige Erdbeben entstanden; daraus rühren die vielen Klüftungen her. In der Tiefe des Taunus lagert auch Granit, der hier nur durch den Schiefer be­deckt ist. Schiefer findet man auch im Odenwald. Der Taunus zeigt einen jähen Abfall nach der Wetterau und dem Rhein zu, der durch plötzliches Abrutschen der Gebirgsmassen ent­standen ist. Der Vogelsberg stellt einen einheitlichen Berg, einen flachen, mächtigen Vulkankegel dar. An seinen Wänden sind zahlreiche Rinnen, die Vogelsberger Täler, eingeschnitten. Der Hoherodskopf war ursprünglich ein gewaltiger Krater, und neben diesem Hauptkrater befand sich eine Anzahl kleiner. Frankfurt liegt, genau betrachtet, noch auf dem Gestein, das dem Vogelsberg entspricht. Der vulkanische Vogelsberg ist der Spender aller Heilquellen, die Tausende erquicken. Der Redner ging alsdann auf die landschaftliche Betrachtung der Gebirge em, deren verschiedenartige Schönheiten er in fesselnder Weise schilderte. Die Untersuchung gegen Bruno Groß und Friedrich Stasforst wegen des Raub­mordes auf der Zeil schließt Ende dieser Woche ab. Die Zeit der Aburteilung der Beiden ist noch nicht bestimmt festgesetzt. Es besteht die Absicht, die nächste Schwurgerichtstagung, die eigentlich im Monat Juni stattzufinden hätte, zur Aburteilung der Mörder schon Mitte Mai beginnen zu lassen. Heute wurde die Leiche des verstorbenen Großindustriellen Heinrich von Liebig nach Reichenberg in Böhmen gebracht, nachdem die kirchliche Trauerfeier in der Frankfurter Deutschordenskirche vollzogen war. In Reichenberg war der Tote, der hier eine prächtige Villa am Schaumainkai besaß, Herr einer großen Zahl von Fabriken, die nach der Kl. Pr. sein Vater Johann von Liebieg begründet hat. Dieser Johann war ein Self­mademan durch und durch. 1802 in Braunau (Böhmen) geboren, begann er als einfacher Tucharbeiter feine Laufbahn, die ihn zum Millionär und Freiherrn machen sollte. In Reichenberg gründete er mit 26 Jahren seine erste Spinnerei. Weitere Spinnereien, sowie Glashütten, Kupferwerke, Schiefer­brüche, Kunstmühlen, Spiegelfabriken folgten. Im Jahre 1870 starb der Emporkömmling, der auch als Freiherr seiner Abstammung eingedenk blieb und für sein Arbeiterheer in umfassender Weise sorgte.

Kassel, 6. April. Der Kongreß des Vereins für Reformationsgeschichte wurde heute abend mt einer Teilnehmerzahl von 150 Personen aus allen Gauen Deutschlands feierlich eröffnet. Nach dem Festgottesdienste fand hier öffentliche Versammlung im evangelischen Vereins­hause statt, wo der Oberstudienrat Dr. Engelhaaf-Stuttgart einen interessanten Vortrag über Philipp den Groß­mütigen hielt. Es folgten dann noch Begrüßungsreden und Festgesänge.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wegen Aittlichkeitsverbrechens wurde der in den 40er Jahren stehende Tagelöhner Georg Tarrn- städter aus Eber stadt in Hast^ genommen. Er hat ein sechsjähriges Mädchen von der isrraße in seine Wohnung gelockt und sich in schwerer Weise an ihm vergangen.

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befindet sich in seinem hiesigen Palais in Behandluna s»a? Professors v. Bergmann. An den Kaiser ist eine Teveick^ abgegcmnen. die chn von dem Unfall unterrichtet des5». Folgen hoffentlich bald überwunden lein werden. Tas inben des Prinzen ist den Umständen gemäß befried > igend.

* Berlin, 7. April. Wie dieBerl. Ztg." mitteilt ist in der Pflegeanstalt Kropp ein geisteskranke- Russe auf Befehl des Regierungspräsidenten an Ruk land ausgeliefert worben, ^n der behördlichen 8er fügung sei ausdrücklich betont worben, die russische Üeoien ung habe an bie preußische Regierung die Bitte gerichie- die in Preußen anwesenden, in militärpflichtigem Mer tehenden Russen an die Grenze zu bringen. Tie Abschiebung )C5 Geisteskranken sei auf Kosten der russischen Regterunai geschehen.

* Wilna, 7. April. Tie Feuerwehr fand bei bttr Eindringen in das brennende Haus des Kaufmanns Grün der g die furchtbar verftümmeltenLeicheo Gruubergs, seiner Frau uno des ^.ienstmuöchens auf. ih Kasse war ausgeplündert. Ter elfjährige Sobu wirb vermißt.

* Newyork, 7. April. 50 Sträflinge im Missouri- Gefängnis in Jefferson-Eity verjuchlcn heute morgen di- Gefängnisbeamtenzuüberwältigen.um bona* alle Gefangenen, ungefähr 300 an ber Zahl, zu befreien' Ter Anschlag wurde jebouj noch bei Beginn der Ausführuni entdeckt, uno es wurde darauf eine gründliche Unterfudiun- aller Gesangenenzcllen vorgcnommen. Tabei Wurden in einer Zelle zwanzig P sund T ynam.i gründen.

* Seuchen. Wie berMark. Sprecher" amllicheiseüs erfährt, erkrankte in Bock> um eine Krankenschwester ar den Pocken. Ferner sind zwei verdächtige Fälle stsigeslelli Tie mit früher Ertrantten in Berührung gewesenen unk isolierten Personen werden voraussichtlru) yeuie Freitag freigelasfeu werben. In Lima (Südamerika) sind zwe neue Fälle v.n Beulenpesterkrankung vorgekommen

jifleoni*

Frankfurt a. W., 7. Spril. gffl*

Football.Llub auS London spielte am 8-un° grants-

den Frankfurter Fußball-^lub auf dem Sprckp 1 so M«1* Blieben die Engländer auch an beiden ^ 9 (^rkennunö-

d« Frankfurter durch ihr schönes Sp»A e^nfaNs m Resultat 3. April: W

6uUtf, Everett und Jinglis gemacht imd Frcmktur:: gu Treßern erhöht würben -- 16 u » Krruzei Sprungireffer und ein Strastrener, beide ilerjuche^

--7 Punkte. 4. Aprrl: London 4 rt*

Gullik, Inglis und Manval gemacht und w»

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 7. April 1904.

Personalien. Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen dem Mitgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Reichelsheim i. Odenw. Georg Adam Enz.

Eine öffentliche Sitzung des Provinzial- ausfchusses findet Samstag, den 16. April, vormittags 10 Uhr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes hier, Brandplatz Nr. 9, statt, in welcher die Angelegenheit, das vormals Kernsche Kohlensäurewerk zu Bad-Nauheim betr., verhandelt wird.

* An- und Abmeldungen bei derPolizei. Es wird an dieser Stelle wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die polizeilichen An-, Abmelde- und Wohnungswechsel- Formulare nicht allein bei dem Polizeiamt, sondern auch bei den Oktroierhebern am Selkerstor, Neustädtertor und Walltor zu haben sind.

* Ueber bie mutmaßliche Todesursache der Prinzessin Elisabeth wird derStraßburger Post" geschrieben: Die Aerzte sind nicht zu einer Klarheit gelangt über das Leiden, welches den Tod der Prinzessin Elisabeth von Hessen herbeigeführt hat. Das offizielle Gutachten, welches ein typhöses Unterleibsleiden feststellte, wurde von wiffenschaftlich kompetenter Seite angefochten. Ich erlaube mir hier als Laie eine Vermutung auszusprechen, die mir nicht ganz aus der Luft gegriffen erscheint. Der ersten Nach­richt zufolge erkrankte das Kind nach dem Genuß einer Man del speise; die Zarin habe nur wenig davon gekostet, durch den unangenehmen Geschmack abgeschreckt. Zur Be­reitung derartiger Speisen verwendet man, um ihnen einen pikanten Geschmack zu verleihen, eine gewisse Quantität bitterer Mandeln. (Im Kochbuch der M. S. Kubier heißt es bei Mandelsulz: Nimm 190 Gramm süße und 15 Gramm bittere Mandeln; bei Mandeltorte: ein halbes Kilo süße Mandeln, nebst 60 Gramm bittere Mandeln). Nun enthalten die bitteren Mandeln Amygdalin, das wegen der Blausäure ein starkes Gift darstellt. Es wäre leicht möglich, daß der Koch aus Versehen eine zu große Quantität dieser bitteren Mandeln zusetzte, was auch den unangenehmen Geschmack er­klären würde, welcher der Zarin auffiel, über den sich aber ein Kind leicht hinwegsetzt.

* Ein Reserve-Regiment in kriegsmäßiger Stärke wird gegen Ende April b. I. zu einer Uebung aus dem 18. Armeekorps im Griesheimer Lager zusammen­gezogen. Die Mannschaften haben bereits zum 26. April auf 14 Tage Ordre erhalten.

* Schulgeld. Das Großh. Ministerium, Abteilung für Schulangelegenheiten, richtet an die Direktionen der Gym­nasien , Realgymnasien, Oberrealschulen und Realschulen folgende Verfügung: Nachdem im Hauptvoranschlag für 1904 eine anderweitige Regelung der Schulgeldsätze an den Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und Realschulen vorgesehen ist, bestimmen wir mit Genehmigung Großherzogl. Ministeriums des Innern mit Wirkung vorn 1. April an Folgendes:

vermischter.

* Bonn, 7. April. Gebern nachmittag stürzte au5 einem in Fahrt befindlichen Mllitärzug ein Soldat ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz nach seiner Verbringung ins Krankenhaus gestorben ist.

* Berlin, 7. April. In einer ausführlichen Tar- fteUung des Au10 m 0 bilun f a l le s des Prinzen Friedrich Leopold berichtet hocNationalztg.", den Prinz habe Kontusionen und Quetschungen der Bauchmuskeln erlitten und werde einige Tage das Bett hüten müssen. TieILordd. Allg. Ztg." schreibt über den Unfall: Der Prinz stieß auf der Ausfahrt im Automobil mit einem Fuhrwerk zuammen. Ter Prinz wurdse durch den 2lnprall auf den Lenker des Automobils geschleudert. Die Deichsel des Fuhnverks durchbohrte bie Außenwand des Sitzes. Adjutant Major v. Rathenow blieb unverletzt. Der Prinz

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R. B. Darmstadt, 7. April. Einen schlimmen Sylvester, st r e i ch hat um die Stunde der Jahreswende der noch mchi 2( Jahre alte Landwirt Alartin Blum in Hoiheim bet Worms aus geführt. Er war mit dem ihm bekannten Franz cdjroeiden in Streit geraten und zog in der Wut das Alesser, womit tr Schweickert einen so gefährlichen Stich in den liefen Lberscht, beibrachte, daß er einen vollen Monat arbeitsunfähig war u Strafkammer verurteilte heute den Liesferhelden für feinen Sylvesterstreich zu 5 Alonate Gefängnis.

d. Mainz, 7. April. Am Abend des 11. Tezembei wurde ber Pionier Scywöbel aus Unterscharbach (Cbcn* walb) von ber 4. Kompagnie des Pionierbatacklon-- ')a. 21 in Kastel von heftigen Krämpfen befallen uno er mußte ins Lazarett verbracht werben. Schwöbel blieb einige Tage besinnungslos. Nachdem er Wieder zur Besinnung tarn, konstatierte ber Oberstabsarzt auf der linken OxfäB- feite eine leichte Rötung, die in kurzer Zeit alle möglichen Farben annahm und schließlich in eine Zersetzung der Haut und Vereiterung des Fleisches überging. Durch eine inner- liche Infektion wurde die Lunge in Mitleidenschaft gezogen. Ter Patient starb am 21. Januar infolge allgemeiner Er­schöpfung und ausgedehnter brandiger Zerslölung innerer Organe. Einige Tage vor seinem Tode mach/r et bie An­zeige, baß er am Abend vor seiner Erkranlung aui Ver­anlassung des Unteroffiziers Krause von mehreren Lime- raden, die er benamte, mit Klopfpeitschen m B handelt worden sei, wodurch er in Krämpfe verfallen sei. Tie Pioniere Ernst Friedrich Boos aus Dörnigheim, Paul Roß aus Sossenheim^ Christian Arend aus hausen und Friedrich A l t h a u s aus Bockenhcim sind daher vor dem Kriegsgericht wegen Körperverletzung mii tödlichem Erfolge angeklagt. Eine umfangreiches Weisaufnahme ergab ein negatives Resultat, keiner der Zeugen hatte in der Nacht eine Mißhandlung des ver­storbenen durch bie Angeklagten wahrgenommcn. Ter Per- jtorbene war etwa acht Tage vor der staalicben Handlung vom Qu er bäum über 1 Meter hoch, herab aus bas Gesäß gefallen. Während) ber Sachverständige, tbcx« stabsarzt' Tr. Stapelse lb, diesen Unfall als die ur- jache der Verletzung in Betracht zog, beftritt dies Tr. Keller ganz entschieden. ®r glaubt, daß die Uw auf Mißhandlungen oder auf einen Sturz, der erst am tag bei Erkrankung vorgekommen sein könnte, zurüchufuhren Tas Gericht sprach die Angeklagten frei.

Dresden, 7. April. Die Bautzener Dfltjm^ Affäre beschäftigte heute das hiesige Landgericht. Beleidigung der fächsischen Offiziere, msbefondere des « Offtzierkorps, hatte sich der verantwortliche Redakteur uer - schrnt ^Ter Beobachter an der Elbe", Eberhard Iohaiines-- - Dresden zu verantworten. Stein wurde wegen opentume digung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Dresden, 6. April. Der E h e r 0 m a n des Roma stellers Frecherrn von Ompteda wurde heule Heu n 11. Ziollkammer des Landgerichts zu Dresden verhandel. von Ompteda, der aus Anlaß der Vorkommnisse m ern 0 mit seinen beiden Kindern Dresden verlassen und sich begeben hat, klagt gegen .feine Ehegattin 'Diana aus Frankreich auf Ehefcherdung und zwar n S : williger Derlassung. Wie behauptet wird, stand l o1 ' welche ihren Wohnsitz gegenwärtig noch m ~rc5beiLY'lilimfn« Rittmeister Hupfeld von der 1. Eskadron des Regiments Nr. 17 tn Oschatz tn Beziehungen, wod r« ^,ahö- ! gatte sich veranlaßt fah, den Offizier zu fordern. DaS a 1 morgen dieses Jahres m der Dresdener Herde ttattg blutig verlaufene Duell hatte die Verurterluna L o* Hupfeld zu 6 Monaten Festirng zur Folge^ hflbet

Ompteda wird sich später deshalb pem peerd'

Rittmeister Hupfeld hat inzwischen fernen Abschreo au verbände erhalten. Zu der heutigen Verhandlung v |

das persönliche Erscheinen beider Ehegatten an , ,,,gesund

geordnet. Freifrau von Ompteda hatte sich lwch nad)aIrC^ während der Frecherr, da rhm vom Arzt erne Jte | n J WuJIJ , untersagt worden ist, nicht erschittren war. jne $tt- 1 mußte deshalb vertagt werden. Wie es Hem , \tta

söhnung der Ehegatten mcht ausgefchlofien ^4

in denkbar glücklichster Ehe. Tie 6561^^095^ 9 , ghaak"

hat die Freifrau mik einer Wrderk läge wegen

l u n g beantwortet. .

1

1

1

Ober-Prima Unter- , Ob.-Sekunda bezw.

Klasse 1

Ut.-Sekunda Ober-Tertia Unter- , bezw.

Klasse 24

Quarta Quinta Sexta bezw.

Klasse 57

Gymnasium und Real­gymnasium ....

Mk. 108

Mk. 108

Mk. 96

Oberrealschulen u. Real­schulen ......

108

88

66