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8.2.1904 Erstes Blatt
 
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hindert.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 8. Februar, abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konftrmandensaal der Johanneskirche. Text: Jak. 4, 1 ff.

Pfarrer Euler.

Kaiserin" mit.

Anläßlich des Geburtstages der Gräfin von Bülow fand gestern abend im Reichskanzlerpalais eine musikalische Soiree statt, an der auch der Kaiser teilnahm. Auch Prinz und Prinzesiin Heinrich von Preußen waren er­schienen. Unter den Geladenen befanden sich FrauCosima Wagner und Siegfried Wagner.

Der Zusammenschluß der Juden Deutsch­lands zu einem Zentralverband ist, nach demJsr. Familienblatt" beschloßene Sache. Am 25. April wird, wie da§ Blatt mitteilt, die konstituierende Delegiertenversammlung zusammentreten. Nach den von demEngeren Ausschuß für die Gesamtorganisation der Israeliten Deutschlands" au§- gearbeiteten und vom weiteren Ausschuß angenommenen Statuten bezweckt der,Verband der deutschen Juden" die Vertretung aller den Juden Deutschlands gemeinsamen Jntereßen. Hauptversammlungen, deren Sitzungen öffentlich sind, sollen mindestens alle zwei Jahre stattfinden.

K i e l, 7. Febr. DieAbfahrt derHohenz ollern" erfolgt am 15. d. MtS., Plymouth, Gibraltar und Malta werden zurj Kohleneinnahnre anlaufen. In letzterem Hafen beabsichtigt der Kaiser bie Yacht zu besteigen. Welcher Kreuzer diese begleiten wird, ist noch unbestimmt.

Köln, 6. Febr. Aus Anlaß des Aerzte streiks be­schloßen eine zahlreich besuchte Krankenkaffen-Versammlung nach einer sehr erregten Debatte, ein Telegramm an den Kaiser abzusenden, worin der Monarch unter Hinweis auf die kaiserlichen Erlaße gebeten werden soll, über 100 000 Krankenkaßen-Mitglieder, die durch die bekannte Regierungs- Verfügung mit ihren Familien den Aerzten auf Gnade und Ungnade übergeben worden seien, zu schützen. In der Ver­sammlung wurde ferner bekannt gegeben, daß den Kölner Aerzten zur Abfindung ihrer neuen Kollegen 750 000 Mark zur Verfügung ständen. Während der Diskussion wurden die anwesenden Aerzte aus dem Saale gewiesen. Bald darau verließen auch die Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden den Saal.

Halle a. d. S., 6. Febr. Wegen des ArtckelsKcnser- insel"?ist'gegen den Redakteur Fette vomVolksblatt das Verfahren wegen Majestätsbeleidiguug eingelette worden.__ __

Deutsches Reich.

Berlin, 7.Febr. Der Kaiser, der gestern einer Ein« ladung des Großh. Regierungsrats Prof. Tr. Paul Güß- feldt zur Tafel entsprochen hatte, erschien in der Uniform deS Gardejägerbataillons und wurde vom Gastgeber und deßen Gemahlin an dem blumengeschmückten Eingang der Wohnung empfangen. Unter den sonstigen Gästen befanden sich fast durchweg Teilnehmer an den Nordlandsfahrten des Kaisers. Der Monarch unterhielt sich sehr lebhaft und war außerordentlich srßch. Erst in der vierten Nachmittagsstunde verließ der Kaiser daS Haus und nahm den vor seinem Ge­deck liegenden rosafarbenen Nelkenstraußfür die

Vermachtes.

* Danzig, 6. Febr. Heute früh erschoß sich in seiner Wohnung der Feuerwerks-Ob e rleutn an t Hammer­meister. Das Motiv ist unbekannt.

* Görlitz, 7. Febr. In Oberherredorf bei Lauben erhängte eine Fabrikweberfrau ihre beiden Kinder und darauf sich selbst. Das Motiv zu der Tat dürfte m unglücklichen Familienverhältnissen zu suchen sein.

Brüssel, 7. Febr. Bei der Rekrutenaushebung kam es gestern zwischen Polizeiagenten und der Volksmenge zu Zusammenstößen. Hierbei wurden fünf Personen durch Säbelhiebe verletzt und ein Arbeiter erschossen. Der Bürgermeister überwies den Hinterbliebenen des Ge­töteten 200 Francs als Unterstützung. Auch in Antwerpen kam es zwischen einem Soldaten und emem Rekruten zu einem Streit, in dessen Verlauf der eine den anderen erstach.

Turin, 7. Febr. Der für verloren gehakte Codex

hierbei, daß die Mitglieder der Wartkmrgia nicht allein gute 5 Touristen, sondern auch gute Humoristen sind. Etwa gegen Mitternacht wurde von einem Mitglied eine photographische Aufnahme gemacht, welches Bild vortrefflich ausfiel. Die Mitternachtsstunde war lange vorüber, als man sich trennte.

Eine Erklärung auf den Antrag Joutz, betreffend eine Eisenbahn LichGrünberg, haben nun, wie unS unser Grünberger Korrespondent vom 7. dsS. Mts. schreibt, die Bürgermeister der an diesem Bahnprojekt betei­ligten Gemeinden an die Ständckammer gerichtet, deren Wort­laut folgender ist:

Grünberg, 5. Februar 1904.

Tit. Zweite Kammer der Landstände sür das Großherzogtum Heften in Darmstadt.

Der Landtagsabgeordnete Herr Joutz veröffentlicht in ver­schiedenen Zeitungen einen von ihm bei HoherKammer eingercichten Antrag zwecks Herbeiführung der Bewilligung eines Staatszuschuffes zu den Kosten sür die Erbauung einer noi-malspurigen Elsenvahn von Lich nach Grünberq und sagt m demselben u. a. wörtlich: Heute hat sich meine Annahme bestätigt, indem ich b te gene­rellen Vorarbeiten auf Kosten der Gemeinden anfertigen lassen konnte" u. s w. n. s. w.

So sehr wir daS, was in der Begründung von der sJ<ot= Wendigkeit und der Rentabilität im allgemeinen gesagt ift, an° erkennen, so muffen wir doch im Jntereffe der Wahrheit gegen die Behauptung protestieren, daß er in dieser Sache m unserem Ein ­träge handelt. Tie dem Herrn Joutz von uns unter irriger Vor- aiissetzung am 19. Oktober 1903 gegebene Vollmacht ist bereits am 26 Oktober 1903 ordnungsgemäß mittels Einschreibebrief von uns zurückgezogen worden, so daß Herr Joutz nicht berechtigt ist, in unserem Nomen und Auftrag zu handeln. Eine Folge hiervon ist auch daß Herr Joutz das generelle Projekt ohne genaue Kenntnis der lokalen Wünsche und der Rentabilitätsberechnung, ohne die von uns allein zuverlässig zu erhaltenden Unterlagen hat außtellen

Hnmnn ehwn rcincn Teint, rosig jugendfrisches

UflI&bO WeivlÄv Aussehen imd zarte weiße Hände haben wollen erreichen dieses bestimmt durch täglichen Gebrauch von Obermener's Herba-Seife, z. h. i. alt Apoch, Dwg. und Parf. St. 50 Pfg. und 1 ML. 1332

Aus Stadt uni) Kand.

Gießen, den 8. Februar 1904.

** Gemälde-AuSstellung. Ein großer Teil der gegenwärtig ausgestellten Gemälde bleibt nur noch morgen, Dienstag, und Mittwoch ausgestellt. Am Mittwoch ist die Ausstellung außer von 11 bis 1 Uhr auch nachmittags von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Von Donnerstag au bleibt die Aus­stellung drei Tage geschloßen.

In der letzten Stadtoerordnetensitzung hat bei dem Punkt .Verkehr der Radfahrer" Oberbürger­meister Mecum nicht gesagt, .die Schutzmannschast dürfe nicht privaten Jntereßen dienen", sondern bestimmt .die Schutz- mannschaft dürfe nicht Käufer und Anzeigen für das Adreß­buch sammeln". .

*» Aalesuud. Wie wir hören, ist an eme Reihe hessischer Behörden vom schwedisch-norwegischen Konsulat $u Mainz das Ersuchen ergangen, Sammlungen zu veranstalten zum Besten der Abgebrannten von Aalesund. Wir erfahren weiterhin, daß die Stadtverwaltung Gießens 300 Mk. den Notleidenden zu spenden beabsichtigt. Auch in den Landorten des Kreises werden Anträge gestellt werden, entsprechende Summen für Aalesund zur Verfügung zu stellen.

Die Reisegesellschaft Wartburgia, welche seit 1863 besteht, hielt dieser Tage im Neuen Saalbau einen humoristischen Abend ab, verbunden mit emem kleinen Essen. Dieser Abend gestaltete sich in Wirklichkeit zu einem humo­ristischen; alle Mitglieder beteiligten sich daran. Es zeigte sich

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft

Hamburg, 6. Febr. Mriginaltclegrannn des Gieß. Anz.) Tie Generalversammlnng der 6p po t f) e tenb anf in Hamburg genehmigte die vorgefchlagcne Dividende von 8 / und erledigte die Tnncknrbmma ohne Debatte. Die Dividende kommt vom 8. d. M. ab an den bekannten Zahlstellen znr Auszahlung. In den Anfsichtsrat wurde Herr Ludwig Delbrück, tn tfirma Del­brück Leo u. Eo. in Berlin neu gewählt.

Märkte.

fc. Frankfurt <t. M., 8. Febr. (Orig.-Telegr. desGießen. 9(n? ") Amtliche Notierungen der heutigen F,ruch t rn art tv reife.

IS

AderMkÄ^

biÄC24.25, ^^Qualstät Mk' 21.75^22.25,. O

Mk. 22.0022.50,1. Qualität Mk. 19.5020.00, Weizenkleie All. 8.7o bis Mk. 9.00, Roggenkleie Mk. 9.75-10.2o, Maiskeime Mk. 10.75 bis Pik. 11.00, Franken, Pfalzer, Ried Mk.00.00000.0. Alles per

100 ^tc' «Frankfurt n. M., 1. Febr. <Telegr. Orig^-Bericht d^ Gieß. Anz."s. Amtliche Notierungen der heutigen VrehmarN- nreiie. Fnm Verkaufe standen: 481 Ochsen, 215 au3 Oest­reich, 32 Bullen, 2 ans Oestreich, 613 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1 aus Oestreich, 287 Kalber, 219 ed)afe und Hammel, 1407 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflammer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht^ Ochsen 1. Qualität 7^71 Mk. 2. Qual. 64-66 Mk., 3. Qual. 60-62Mk.; Bullen 1.Qual. 64 bis 66 Mk. 2. Qual. 6163 Mk.; Kühe 1. Qual. 6163 Mk., 2.Qual. 57 59 'Mk 3. Qual. 4547 Mk, 4. Qual. 42 47 Mk., 5. Oual.

00-00 Mk. Kälber: 1. Qual. 82-84 Pfg., Lebendgewicht 48-50 Pf., 2 f^nal 6062 Pfg., Lebendgewicht 4245 Pfg., 3. Qual. 00-00 Pfg-, Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe: 1. Qual. 6870, 2. Qual 53-57 Pfg 3. Qiial. 00-00 Plg.; Schweine 1. Qual. 5900 Pfg., Lcbendgcw. 41 Pfg., 2. Qual. 5051 Pfg., --ebendgewicht 40-00 Pfg., 3. Qual. 42-44 Pfg., Lebendgewicht 00M Pfg Geschäft bei Hornvieh schleppend, Ueberstand bedeutend; bei Klein­vieh mittchnäBia, kein Ueberstand. -----

Neueste Meldungen.

Origiualdrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.

Paris, 8. Febr. Der hiesige japanische Gesandte hat gestern einem Mitarbeiter desFigaro" erklärt, die japa­nische Regierung werde keinerlei Vermittelung annehmen, von wem sie auch kommen möge. DemJournal" wird aus Port Arthur von gestern mit­geteilt, daß das gesamte russische Geschwader auf der Rhede unter Dampf stehe.

Tokio, 7. Febr. Der heutige Ministerrat währte fünf Stunden. Die Armee- und Marinebehörden hielten ^nachher noch eine Konferenz ab, welche ebenfalls mehrere -stunden dauerte. Wie feststeht, wird der russische Gesandte am 11. ds. vom Mikado in Abschiedsaudienz em­pfangen werden und am 12. abreisen. Der österreichische Gesandte wird die Vertretung der russischen Jntereßen über­nehmen.

London, 8. Febr.Daily Mail" erklärt in einem Artikel über den Abbruch der Beziehungen zwischen Japan und Rußland, Japan verteidige augenblicklich nicht nur die eigenen Interessen, sondern auch diejenigen der ganzen Welt, speziell aller Mächte, welche Jntereffe in der Mond- churei besitzen. England müsse auf alle Eventuali- äten in Europa wie in Ostasien sich vorbereiten.

L 0 n d 0 n, 8. Febr. Sämtliche Morgenblätter veröffent­lichen lange Artikel über den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Japan und Rußland. Auch verzeich­net man das Gerücht, daß bereits ein Zusammenstoß zwischen der russischen und'iapanischeu Flotte stattgefunden habe.Morning Leader" und andere Mat­ter erklären: Wir befinden uns am Rande eines Ab­grundes. Selbst wenn wir unsere Lage in Ostasien nrcht - berücksichtigen und die Folgen auf dem Balkan verfette lassen, so liegt die große Gefahr darin, daß zwer große europäische Staaten sich in einer Gefahr befinden, deren Ausgang nicht zu übersehen. Tie Notwendigkeit, sich /m einen Kampf mit Frankreich einzulassen, tft erw sehr ernste Tatsache. Wir müssen diese Möglichkeit zuruck­weisen, um welchen Preis es auch sein möge, lln ere Verantwortlichkeit in diesem Konflikt ist sehr Wir sind überzeugt, daß Japan nicht so gehand^atte, ttne es gehandelt hat, wenn der englisch-japanische Vertrag nicht bestünde. Unsere Tiplomatie und unsere Presse fit. Schuld, Japan zu dem Konflikt gereizt zu haben, den wrr selbst in Port Arthur zu vermeiden suchen.

Paris, 8. Febr. Privatmeldungen aus London be­richten, die Japaner seien entschlossen, dre rus 11 sche Flotte anzugreifen und Truppen in Kvr ea zu landen ohne eine förmliche Krregserklarung. Pri­vaten Meldungen zufolge ist in Eio die Aufregung der Bevölkerung sehr groß. Heftige Kundgebungen finden m den Straßen statt. Die amtlickie Kriegserklärung wrcd reden Mrgenblick erwartet. r (Wi

Petersburg, 8. Febr. Der Zar resste nach Mos­kau ab, um einem dort angesetzten Bittg0ttesdienft> beizuwohnen.

2100 Quadratmeter für 4300 Mk. erworben werden. Außer­dem soll ein Keller zum Aufbewahren von Kartoffeln, Ge- 1 müsen usw. erbaut werden, da sich der seitherige Kellerraum infolge der Nähe der Zentralheizung als zu warm erwiesen hat. Neber dem Kellerraum soll ein Schuppen für Gerate usw. errichtet werden. Die Kosten betragen 12 000 Mk.

Der Ausschuß beantragt: die angeforderten 4300 Mk. bezw. 12000 Mk., zusammen 16300 Mk., zu bewilligen.

3. Erbauung veterinärmedizinischer Institute.

Als letzte Rate werden 258000 Mk. gefordert. Dazu kommen die Kosten für die innere Einrichtung im Betrag von 66 400 Mk. Der Ausschuß beantragt: die geforderten 258 000 Mk. und 66 400 ML, zusammen 324400 Mk. zu be­willigen. , , . , .. . o r t r xt.»

Neubau einer Universitätsbibliothek.

Der Ausschuß beantragt: die Er m ä chtig un g zu er­teilen, den Ersparnissen an den Neubaukosten die Mittel zur Bestreitung der Kosten der inneren Einrichtung, der Ein­richtung des Universitätsarchivs und des Umzugs in das neue Gebäude, insgesamt mit 36 050 Mk., entnehmen zu dürfen. ,. r r ,. , , ,

5. Umbau der alten Universitätsbibliothek.

Durch den Neubau der Universitätsbibliothek werden die seither benutzten Räume frei. Es besteht die Absicht, folgende Institute darin unterzubringen:

1. Das botanische Institut,

2. das landwirtschaftliche Institut,

3. das geographische Institut

Um dies zu erreichen, müssen verschiedene Um- und Er- gänzunqsbauten vorgenommen werden, die emen Kosten- äuftoanb von 35 000 Mk. verursachen. Der Ausschuß be­antragt: die angesorderten 35000 Mk. zu bewilligen.

6. Botanischer Garten.

Der Ausschuß beantragt: die nachgesuchte KredttüLe- , tragung zu genehmigen.

In unserem Auftrag zu handeln ist allein der Vorsitzende unseres Eisenbahn-Komitees, Herr Louis Moll in Grimberg, berech­tigt, der auch demnächst eine entsprechende Vorlage bet Hoher Kammer einreichen wird. Zum Schluffe verweisen wir auf bie tn dieser Sache bei Großh. Kreisamt erwachsenen Akten, aus welchen bervorgeht, wie wir mit dem Herrn Landtagsabgeordneten und Direktor der Eisenbahn-Aktien-Gesellschaft Butzbach-Lich Joutz zu Butzbach in besagter Angelegenheit stehen.

Zimmer, Großh. Bürgermeister zii Grunberg. Schmidt, Großh. Bürgermeister zuQueckborn. Keil, Großh. Bürgermenter zu Ettingshausen. G 0 n t t.u m, Großh. Bürgermeister L» Munster. Kühn, Großh. Bürgermeister zu Ober-Bessingen. v 0 r st, Großh. Bürgermeister zu Nieder-Vessingen. Heller, Großh. Bürger­meister zu Lich.

Zur Aufklärung dieses Vorgehens der genannten Ge­meinden diene noch, daß die Vorarbeiten zu diesem Bahn­projett im Auftrage der Gemeinden von Herrn Moll dem Geometer Pfeffer von der Firma Lenz u. Comp. übertragen und auch aufs eingehendste vorgenommen wurden, zu gleicher Zeit aber Herr Joutz auf seine persönliche Veranlassung durch einen anderen Geometer ebenfalls die Vermeßungen in aller­dings nur drei Tagen ausführen ließ, trotzdem die beteiligten Bürgermeister ihre anfangs gegebene Zustin,mung nach acht Tagen wieder rechtsttäftig zurückgezogen batten und dieses Vorgehen noch kürzlich in einer unter dem Vorsitz des Kreis­amtmannes Dr. Kranzbühler in Grünberg abgehaltenen Sitzung (wozu auch Herr Joutz eingeladen, aber nicht erschienen war) einstimmig dahin bekräftigten, daß sie in der Eisenbahn-An­gelegenheit mit Heren Joutz nichts zu tun hätten und nur die von Herrn Moll in Grünberg, welcher seinerzeit in einer allgemeinen Versammlung wiederholt einstimmig als Vor- itzender des Eisenbahnkomitees bestimmt worden war, vor­genommenen Maßnahmen und Arbeiten anerkennen könnten.

s. Vetzberg, 7. Febr. Gestern abend beging der , hiesige GesangvereinEintracht" bei Gastwirt Becker sein diesjähriges Stiftungsfest, verbunden mit Kaisers Geburts­tagsfeier. Der Vereinsdirigent, Lehrer Hähn zu Rodheim, hiett eine Festrede; Theater-Aufführungen von Mitgliedern des Vereins, Gesang- und Musikvorträge wechselten gegen­seitig und wurden zu einer recht schönen Feier.

)( Grünberg, 6. Febr. Das Gasthaus zum wilden Mann ging heute um den Preis von 28 000 Mk. an Herrn Hoxtermann auS Oehnhausen über. Der Turn­verein veranstaltete heute abend in der Turnhalle eine karnevalistische Sitzung mit nachfolgendem Ball; nach­mittags war ein Konzert vorausgegangen, und zu beiden Veranstaltungen war die Kapelle des 6. Thüringischen Manen- Regiments aus Hanau engagiert.

sd. Darmstadt, 8. Febr. (Drahtbericht.) S. K. H. der Großherzog wird heute nachmittag 4 Uhr 6 Minuten aus London mittels Sonderzuges wieder hier eintreffen.

Marburg, 8. Febr. Herr v. Gerlach veröffentlicht in seinerHess. Landesztg." eineErttärung" als Leitartikel. Er bestätigt darin seine Teilnahme an der hiesigen Kaiser- Geburtsta gsfeiev und behauptet bann, General­leutnant v. Pentz habe ihn mit der Ablehnung seiner Nachbarschaft brüskiert.Daß aber ein Generalleutnant das Kaisergeburtstagseßen, bei dem meiner monarchischen Auf- faßung nach alle Parteiunterschiede hintantreten sollten, dazu benutzen würde, um seiner gesellschaftlichen Abneigung gegen einen Andersdenkenden Ausdruck zu geben, das ist etwas, wofür ich bisher konservative Offiziere für zu wohlerzogen gehalten habe". Zum Schluß führt Herr v. G. auS, es habe beim Bürgereßen dessonderbare Verhalten" des präsidieren­den Herrn eine Szene herbeigeführt. Er, v. G., habe ferne politische Rede halten wollen, sondern er sei aufgefordert worden, über Heer und Vaterland ein paar Worte zu sprechen. Das habe der Tapetenfabritant Schäfer ver-

Berry-Deumann, das kostbarste Stück der nieder- gebrannten Bibliothek, wurde zwar beschädigt, aber in restaurierbarem Zustande aufgefunden.

Agram, 7. Febr. Im Dorfe Benamarnel forderten sich zwei zwölfjährige Knaben wegen eines Mäd­chens. Das Duell, welches mit sog. spanischen Meßern auSgefochten wurde, endete mit dem Tode eines und der schweren Verwundung des zweiten Knaben.

* Baltimore, 7. Febr. Heute brach hier in dem Teile in dem sich die großen Manufakturwrren-Lagerhäuser befinden eine Feuersbrunst aus, die drei Lagerhäuser und zwei Bankgebäude einäscherte. Menschen sind nicht^ver­unglückt Der Sachschaden wird auf etwa 15 Mill. Doll, geschätzt Bisher ist es noch nicht gelungen, das Feuer zu löschen Die Feuerwehr vermag wenig gegen den Brand aus- uirWen Man unternimmt jetzt zunächst die bedrohten Baulichkeiten mit Dynamit in die Luft zu sprengen, um einer W^teenerbressung E>nbalt zu tun.