f ch'tv c b i sd) c MarkneBehörde dementiert übrigens das Gerücht, daß sich in den schwedischen nnd norwegischen Ge wässern japanische Torpedoboote aufgehÄten baden.
Eine amtliche Berncdmnng der Mannschaft des Don den Russen beschossenen Eeesteniünder Fi s ch d a m p fe r S Sonntag wird erst nach der zu erwartenden RückkeHr- deS Dampfers von seiner gegenwärtigen Fangreise erfolgen. Der Reederei ist bisher von der russischen Regierung eine En Lsch ä d igu n g weder au S b e z ah lt, n o ch ü b er - F) a 11 p t 'n n geböte n worden.
Auf dem Kr i e g S sch aup la tz in der Rordmandschurei sind auch in den letzten Tagen wesentliche Veränderungen in den Stellungen der feindlichen Armeen nicht zu verzeichnen gewesen. Beide Eigner stehen sich in unmittel barer Berührung vor dem Dorfe Nauganza untätig gegenüber, wenn man von einigen kleineren Artilleriekämpsen absehen will.
Dagegen haben die Japaner die Angriffe auf Port Arthur mit aller Kraft wieder ausgenommen. Die Ergebnisse des letzten Sturmes im Vergleich zu den ungeheuren Verlusten, welche die vorhergehenden übersteigen, sind indes nach russischen Meldungen von keiner Bedeutung. Während der Beschießung am letzten Dienstag wurden drei Dam pfer im Hafen von japanischen Geschossen getroffen und zerstört. Zwei davon sanken. Am Mittwoch wurde ein russisches Kanonenboot getroffen und sank. Das große Ma gazin bei Peiyuskan und das dortige Fort sollen in die Lust gesprengt worden sein. ..Daily Telegraph" erführt aus Tschifu vom 4. ds., daß die Japaner fetzt sehr ungünstig auf dem Glacis direkt vor den Forts verschanzt lägen. Sie drangen in die Chinesenstadt ein, wo sie sich eiligst verschanzten. Sie sollen l1? Km. von der eigentlichen Stadt eingegraben liegen, doch bedarf diese Nachricht der Bestätig ung. Und ein Spe.zialbote aus Dalny berichtet: Die Kämpfe vom 29. Oktober bis 2. November waren heftiger als alle vorhergehenden. Bei Jtseschan wurden ganze japanische Bataillone niedergemacht. Die Angriffe auf Ertungschan und andere .Hauptforts wurden abgeschlagen. In Tokio glaube man, daß vor dem Frühjahr kein weiterer Sturm versuch gemacht werden würde. Die Russen erwarteten sehn süchtig das Eintreffen der baltischen Flotte. Gerüchtweise verlautet, die Japaner hätten das Fort Wangtai besetzt. Eine Bestätigung dieser Nachricht fehlt.______________________
UMische TageMail.
Zu den Kaiserparaden auf dem Grohcn Sand bei Mainz wird der „Zukunft" aus Offizierskrciscn geschrieben:
„Woher fomnicn die Gelder, die sie kosten? Umsonst ist nichts nuf der Welt, also auch keine Parade, zu der ein großer Teil der Truppen erst herbeigeschafft werden muß. Ein früherer kommandierender General, der die Parade aus dem Großen Sand zu veranstalten hatte, bat in Berlin — so erzählt man sich wenigstens in militärischen Kreisen — um die Anweisung von etwa 23 OOO 9)2f., erhielt sie aber nicht, weil für solche Zwecke Gelder nicht flüssig seien. Aus den Rippen konnte und wollte er sie sich aber nicht schneiden; und der Befehl, die Parade vorzubereitcn, blieb doch in Kraft. Was tun? Man sagt, die Gefechts- und Schießgelder seien benutzt worden; die Gelder, die der Reichstag alljährlich für die Ausbildung unseres Heeres im Gefechts- und Schießdienü bewilligt und die in recht erheblichen Beträgen den einzelnen Armeekorps überwiesen werden. Diese Annahme hat sehr viel für sich. Vor allem spricht dafür der Umstand, daß in den letzten Jahren regelmäßig der Kaiserparade auf dem Großen Sand eine größere oder kleinere Gefechtsübung voranging, durch die aller Wahrscheinlichkeit nach die Gefechts- und Schießgelder liquide gemacht werden sollten. Trifft diese Vermutung zu, so würden — wenn auch nicht dem Wortlaut nach, aber tatsächlich — Gelder, die eine gründliche Ausbildung unserer Korps im Felddienst ermöglichen sollen, dieser äußerst wichtigen Bestimmung zugunsten von militärischen Schaustellungen entfremdet, deren Bedeutung für die Vorbereitung des Heeres zum Kriegsdienst der Sachkundige kaum zu erkennen vermag. Dringend ist deshalb zu wünschen, daß der Reichstag sich aller Vertrauensseligkeit cntschlage, recht gewiffenhast kontrolliere und auch einmal den Gründen der Verauickung von Paraden und Gefechtsübungen nachforsche."
Keer und Alotte.
— Reserveoffizier und Sozialdemokratie. Tie Frage, ob ein Reserveoffizier mit einem Sozialdemokraten zusammen an einem Tische sitzen könne, ist erledigt. Ter Meininger Ehrenrat hat erkannt, daß fein Grund zur Einleitung eines ehrengerichtlichen Verfahrens vorliege.
Kirche und Schule.
— DessischesReformationsbüchlein für Schule und Haus. Auf Veranlassung des Großh. Oberkcnsistoriurns in Darmstadt verfaßt von Sic. theol. Fritz Herrmann. Marburg, Elwertsche Universitätsbuchhandlung. 90 Seiten mit vielen Illustrationen und einer Kunstbeilage. 40 Pfg. — Herrmanns Reformationsbüchlein zeichnet sich durch nüchterenes, auf genauen Quellenstudien beruhendes Urteil und sachliche Darstellung aus. Ter Verfasser läßt die Ereignisse selbst reden, aber er zeigt die Beweggründe der handelnden Personen auf und weiß sie im engsten Zusammenhang mit der Zeit und Kulturgeschichte verständlich zu pichen. Man wird durch Herrmanns Darstellung nicht leiden - ichastlich hingerissen zu Loben oder zu Schelten. Aber man lernt Phil ivpden Groß mutigen und die anderen großen Männer zener Zeit verstehen und ehren. Kein? Hurrastimmung, aber noch weniger ein kleinliches Kritteln und Schaben an einzelnen Flecken, c Volk.sbüchlein trefflicher Art. Tas schwere Rüstzeug
der Wrnenichap schützt vor oberflächlicher aus die äußerliche Wirkung berechneter Darstellung. Tie Klarheit des Ausbaues wie bi: Ausführung machen das Buch jedermann verständlich. Tas einzig Verwunderliche an dem aus Veranlassung des Großh. Sberkonsi- ftormms verfaßten Buche ist, daß es nicht im Großherzogtum Hepen, ,andern in Preußen verlegt worden ist.
x, i e k a t h o lische Kirche im Groß Herzogtum Leisen M der Titel eines Buches von dem hesfifchcn Rechtsanwalt Karl Neid e l lPaderborn, Ferdinand Schöningh. 1904. VII. u. 27a L.) Ter Verfasser hat alle für die katholische Kirche im Großherzogtum geltenden gesetzlichen Bestimmungen zusammen- gestellt und das ganze Material zum erstenmal vereinigt. Tie Sammlung ist chronologisch geordnet: sie beginnt mit dem Edikt über die Landständische Verfassung des Großherzogtums vom 18 März 1820 und schließt mit dem Gesetze betreffend Aenderung des Gehaltes der Volksschnllehrer vom 26. März 1904. Den Gesetzen und Verordnungen sind entsprechende Litteraturangaben beigefügt: Anmerkungen und geschichtliche Erläuterungen dienen dem Verständnisse der Gesetze. Für Theologen wie Juristen sowie für alle, die für die geschichtliche und gesetzgeberisck' Entwickelung der Verfassung der katholischen Kirche in Hessen sich interessieren, hat er zum erstenmale alles Wissenswerte zusammengestellt. Gesetze und Verfügungen, die sonst nur zerstreut sich finden, hat er hier vereinigt und ein Buch geschaffen, das namentlich für Theologen,
• if< r un ntbehrlich in. Tie Anmerkungen und geschichtlichen Erkurse sind sehr gut.
Fulda, 5. Nov. 1150 Jahre werden im nächsten Fahre verflossen fein, seit Bonifacius, der Apostel Teutschlanlds,
bei den heidnischert Friesen, als.er ihnen daö Evangelium predigte, den Martertod erlitten hat. Tie Katholiken der Stadt Fulda, in deren Mauern die Gebeine des Germanenbekehrers ruhen, wollen die 11' -hundertjährige Wiederkehr seines Todestages feierlich begehen und zu dieser Festfeier das ganze kathol. Teütschland einladen. Der Bischof hat schon bei Gelegenheit der letzten Bischofskonferenz den gesamten Episkopat Preußens eingeladen und allseitig Zusagen erhalten. Auch die übrigen deutschen Bischöfe werden voraussichtlich teilnehmen. Tic Feierlichkeiten werben vom 4. bis 11. Juni stattfinden. Die Arbeiten des vorbereitenden Komitees wurden bereits vom Bischof durch Zelebrierung einer Messe über dem Grabe des Bonifacius eingeleitet.
Stuttgart, 5. Nov. Gemäß einem von der Abgeordneten kammer auf dem vorigen Landtag gefaßten Beschluß hat das Kultusministerium durch Erlaß an die Oberschulbehörde angeorduet, daß Kinder, die in gültiger Weise keiner Religionsgemeinschaft oder einer solchen angeboren, für die in den öffentlichen Schulen Religionsunterricht nickt erteilt wird, von der Teilnahme am Religionsunterricht z u e n t b i n d e n sind, wenn und so weit der Erziehungsherechtiate dies beantragte.
R o m, 5. Nov. Ter Papst gedenkt, wie es Irifet, einen von den 6 Bischöfen unabhängigen Vikar für die katholischen Deutschen zu ernennen. Es sei dies, so sagt man, nickst nur eine weitere Konzession an die Deutschen, sondern auch ein Beweis des Wohlwollens des Papstes fstr die deutschen Katholiken.
Die beklagenswerten Kundgebungen in Innsbruck haben Kenner der Verhältnisse nickst weiter überrascht. Die Feindseligkeit zwischen den Deutschen und Italienern in Tirol^hatte durch die ewigen Reibereien allmählich einen derartigen Siedepunkt erreicht, daß ein Ausbruch erfolgen mußte. Beschleunigt und verstärkt wurde dies noch durch die unglückselige üstreichis'be Politik der Halbheiten, indem mau der italienischen Bevölkerung der Monarchie zwar ein Zugeständnis machte imb ihr eine eigene j u r i st i s ch e Fakultät bewilligte, andererseits aber ihre Wünsche doch nur teilweise erfüllte und diese Fakultät in Innsbruck beließ, statt sie nach Triest zu verlegen. So hatte man die Italiener verstimmt und die ^Deutschen verbittert, die in der italienischen Fakultät in der alten deutschen Stadt Innsbruck eine schwere Herausforderung erblickten. Diese beiderseitige Mißstimmung mußte zum Durchbruch kommen, als die italienische Fakultät eröffnet wurde. Mit Rücksicht auf die Ursachen dieses Konfliktes ist es begreiflich, daß sich die Wnt der Innsbrucker besonders gegen den Statthalter richtet, vor dessen Austsgebäude stürmische Kundgebungen^ stattsandeit. Tausende schrieen: , Pfui. Schwarzzcnan? Abzug Sck>warrzenau!"^Berittene Landesstbützen sprengten die Menge auseinander. Tie Stimmung in Innsbruck ist noch immer furchtbar erregt.
Tie Regierung kann selbstverständlich im gegenwärtigen Zeit- punkt nickst nachgeben, da dies einer Vankerotterklärung ihrer Politik gleichkäme. Deshalb hat Ministerpräsident Dr. v. Körber das Telegramm des Innsbrucker Abg. Dr., Erler, worin er die sofortige Schließuna der italienischen juristischen Fakultät fordert, mit folgender Depesche beantwortet:
,.Tie liefbellagenswerten Vorfälle in Innsbruck können di' Regierung zunächst nur zur nachdrücklichsten Aufreckterbaltting der öffentlichen Ruhe bestimmen, welche anch mit allen Mitteln erfolgen wird. Nicht genug zu verurteilen siud aber, auch die vorausgegangencn maßlosen Agitationen, welche zweifellos den Ausschreitungen den leidenschaftlichen gesetzwidrigen Charakter gegeben haben."
An den Bürgermeister Greil sandte Tr. v. Körber gleickisalls ein zur Ruhe mahnendes Telegramm, das durch Straßenanschlag bekannt gemacht wurde. Der Bürgermeister richtete an die Bevölkerung den Appell, die Entscheidung der Regierung ruhig abzuwarten und sich weiterer Ausschreitungen zu enthalteu.
In Wiener parlamentarischen Kreisen zirkuliert das Gerücht, Ministerpräsident v. Körber sei entschlossen, bem Kaiser die Demission des gesamten Kabinetts anzubieten. falls die Volk> vartei und die Fortschrittsvartci wegen der Innsbrucker Vorgänge im Parlament in Opposition treten würden. Korber soll bereits dem Kaiser in diesem Sinne referiert haben.
Das Leichenbegängnis des erstochenen Malers P e z z e v sand unter großer Tranerknndgebung statt. Vom Rathaus und anderen Gebäuden wehten Trauerfahnen. Tie deutschen Frauen und Mädchen Innsbrucks forderten in einem Aufruf auf, reiche Blumengaben mitzubringen.
Nach der Tarstelluug des Kriegsministeriums ist nach beit bisher gepflogenen Erb'Hungen bic Tötung des Malers Pezzey durch Bajonettstiche zweifelhaft.
Pezzev stand Ende der zwanziger Jahre. Er hatte seine künstlerische Ausbildung in München genossen. Vor drei Jahren ging er nach Innsbruck, seiner Heimatsstadt. Außer vielen Porträts hat er zahlreiche Bilder geschaffen, in denen sich ein tü.ltiges landschaftliches Talent zeigte. In der Tiroler Kunstausstellung, die in Innsbruck heuer veranstaltet wurde, stellte Pezz-'p eine ganze Reihe seiner Bilder aus.
In d"r Nacht von Samstag auf Sonntag kam es neuerdings zu einer Temonstration vor der italienischen Fakultät. Ein starkes Polizeiaufgebot konnte gegen die Menge nichts ausrichten. Vor der neuen Fakultät trat den Temonstranten ein Italiener mit geladenem Revolver entgegen. Er drückte dreimal ab, jedoch die Waffe versagte. Der Mann wurde halb tot geschlagen. Im Lause des Tages wurden Gendarmeriemannschaften einberufen.
lieber den auswärtigen Zuzug der Italiener in Innsbruck berichtet die „Zeit":
Am 3. d. M., abends, war ein weiterer Zuzug italienischer Studenten in Innsbruck eiugetroffen. Tie_ Italiener zogen in geschlossenem Zuge zum Gasthof „Zum weißen Kreuz", wo die Italiener eine Versammlung abhielten. Währenddessen promenierten die Teutschen vor dem Gasthof. Als die Italiener das Lokal verließen, brachen sie in lebhafte Evviva-Rufe auf bic italienische Universität und Pfuirufe gegen die Teutschen aus. Tie Teutschen wiesen sie erregt zum Schrveigen und riefen: „Innsbruck ist eine deutsche Stadt, das lassen wir uns nicht gefallen!" Tie Italiener replizierten mit Schimpfworten, woraus die Teutschen erwiderten: Ihr habt hier nichts zu suchen! Ter Wortwechsel wurde immer erregter und artete schnell in eine Schlägerei c«us, bei der von beiden Seiten mit Stöcken drein- gcschlagcn wurde. Viele Studenten wurden blutig geschlagen. Stock- trümmer bedeckten den Boden. Plötzlich 'zogen die Italiener Revolver und feuerten scharf, wodurch^ z w ö l f Deutsche verletzt wurden. Sie wurden in das Spital gebracht. Die Wache blieb den Raufenden gegenüber ohnmächtig, obwohl sie selbst mit der blanken Waffe auf die beiden Parteien l o s h i e b.
Bei dem Straßenkampfe wurden zum Teil schwer verwundet die Deutschen: Mediziner Patscheider, Bahnbeamter Sterzinger, Statthaltereibeamter Berger, der im Bauche schwer verletzt wurde, Schlosserrneister Rudolf, stud. plnl. Gius, Wachmann Macker, Turner Amberg, Stud. phil. Lechneitner, Bahnbeamtec Eugelbrecht, Stadtphpsikns Tr. Hürtnagl. Das Hotel „Zum lvcißeu Kreuz" wurde vollstäudig demoliert.
Tie Vorlesungen des Professors Farinelli über italienische Sprache und Literatur wurden vorläusig abgesagt. Ter Rektor der Universität ermahnt in einem Anschlag am Schwarzen Brett die Studenten dringend zur Ruhe, weil die Folgen nicht abzusehen seien.
In Trient, P o l a und Zara hat eine Verfolgung b er Teutschen begonnen.
In Mailand wurden am Tomvlatz zlvei deutsche Touristen durch Temonstranten zu Boden geschlagen und beraubt. Alles schrie: Nieder mit den Teutschen!
In den Beratungen der deutschen Fortscknitspartei und Volkspartei, die gestecn, am Sonntag, in Wien stattfanden, wurde bic Solidarität mit den Deutschen Innsbrucks betont, die V e rleg - ung der italienischen Rechtsfakultät und die Entfernung des Statthalters gefordert. Arn Nachmittag empfing Ministerpräsident v. Korber den Obmann der Voltspartei, Terschatta, und den Vizebürgcrmeifter von Innsbruck, Erler/ wobei es zu erregten A u s e i n a n d e r s e tz- u it gen kam. T er Ministerpräsident lehnte die Schließung der Fakultät ab.
Ans Stadt und Lauo.
Gießen, den 7. Novenibcr 1904.
** Empfänge. S. K. H. der Großherzog empfingen am 5. November u. a. den Steuerkommissär Schwarz von Schotten.
^Personalien. S. K. H. der Großhcrzog haben den KreiZbauinspektor des Kreises Alsfeld Hrch. Balß znm KrciSbauinspektor des Kreises Erbach ernannt. — Den Kreisbauinspektor des Kreises Erbach Albert Plitt zum Kreisbauinspektor' des Kreises Groß-Gerau. — Zu Regierungsbau- mcistern wurden ernannt die Regierungsbauführer Wilhelm Dintelmann aus Darmstadt, Will;. Ewald aus Darmstadt, Ludwig Fischer aus Langen, Lcidlvig von Heems- kerck aus Biebrich a. Rh., Karl Schön aus Oppenheim und Heinrich Witzler aus Darmstadt. — Der Bankbeamte Jäckel aus Badenheim wurde zum zweiten Assistenten bei der LandeS-Hppothekenbank ernannt. — Der Geh.- Ober- sinanzrat i. P. Gustav Po seiner wurde von der Stelle eines Mitgliedes der Prüfungs-Kommission für das Finanz- und technische Fach enthoben und der Geheime Obcrsinanzrat Dr. Theodor Fuchs zum Mitglied dieser Kommission ernannt.
L. U. In das Universitäts-Album haben sich bisher neu eingeschrieben 137 Studierende, darunter 9 Theologen, 18 Juristen, 22 Mediziner, 20 Veterinärmediziner, 68 Angehörige der philosophischen Fakultät. Die erste Immatrikulation hat heute mittag stattgcfunden, die zweite und letzte ist auf den 16. November festgesetzt.
** In den Neichsp ost dien st wurden ausgenommen zu Postgehilfen: die Realschüler Jung und Menz in Gießen, als Postgehilfinnen Käthe von Kameke und Helene Schmitt in Darnistadt. Jeiwillig ausgeschieden sind: die Postgehilsinnen Marie Fromm und Christine Vetter in Darmstadt.
1). Kl e i n - L i n d e n, 6. Nov. Auf Einladung des Kriegervereins hielt gestern abend Lehrer Volk im Saale zur deutschen Eiche einen Vortrag über das Thema: „Der ruhmreiche Anteil der hessischen Division an dem Feld zug e 1870/71."
t. Lich, 5. Nov. Heute fanden Arbeiter beim Stein- brcchcn im fürstlichen Walde, als sie Erdmassen abhoben, alteZ Mauerwerk. Es soll, wie man hört, von einem im dreißigjährigen Kriege zerstörten Hofe herrühren. Sicherem Vernehmen nach sollen die fürstlichen Herrschaften zu Lich beabsichtigen, bas ganze Mauerwerk blos legen zu lassen.
d. O bersch mitten, 5. Nov. Anstelle deö verstorbenen Gastwirts Joh. Lenz III von Ulfa wurde bei der heute in Ulfa unter dem Vorsitze des KreiSamtmanncS Pfeiffer von Schotten stattgehabtcn Wahl Joh. Konrad Lenz von hier als Mitglied des Kreistages Schotten von den Bevollmächtigten der Orte Eichelsdorf, Einartshausen, Stornfels, Ulfa und Oberschmittcn einstimmig auf die Dauer von drei Jahren gewählt. — Unser Ort wird durch die Papierfabrik von Diou fang jetzt mit elektrischem Licht versorgt.
vermijehteO.
• Berlin, 5. Nov. Der bekannte antisemicische Agitator Graf Pückler wurde gestern abend beim Verlassen einer Droschke vor seinem Hotel von zwei unbekannt gebliebenen Personen durch Stockschläge am Kopse und im Gesicht verletzt. Den Angreifern gelang es, sich durch die Flucht der Feststellung zu entzieheu.
"Duellanten begnadig ung. Wegen Herausforderung des welsischen ReichstagS-Llbg. Freiherrn v. Hodenberg zum Zweikampf war der uationalliberale Landtags-Abg. Dr. Max Jä necke vom Kriegsgericht zu drei Tagen Festung verurteilt worden. Diese Strafe ist nach der „Franks. Ztg." im Gnadenwege in drei Tage Hausarrest umgcwandelt worden, die Dr. Jänccke vor einiger Zeit auf seinem Landsitz Groß-Burgwedel bei Hannover erledigt hat.
♦ Brüssel, 5.Nov. Das Gebäude des Ministeriums des Innern geriet heute abend in Brand. Auch ein Teil des Gebäudes des Ministeriums, des Aeußcren begann zu brennen. In aller Eile wurden die Akten in Sicherheit gebracht. Die Flammen schlugen vom Dach des Ministeriums hinüber nach dem Kriegsministerium, das sehr gefährdet war. Aus dem Brandplatz erschienen der Ministerpräsident Smet de Naeyer, der Justizminister van den Huvcl und der Eiscnbahnminister Licbaert. Als Ursache des Brandes wird angegeben, daß mit dem Fahrstuhl ein noch brennender Ofen herabf.elaffen wurde, aus dem unbe- mcrt't einige Kohlen heraussielen. Später wurde der Fahrstuhl wieder in die Höhe gelassen, worauf der Dachstuhl Feuer fing. Das 9. Linienregiment, die Carabiniers und die Gendarmerie wurden ausgeboten. Gegen halb elf Uhr war die Gefahr beseitigt. Vom . Ministerium des Innern und einem Teil des Ministeriums des Aeußern ist der Dachstuhl vollkommen ausgebrannt. Dokumente von größerer Wichtigkeit sind nicht verbrannt.
Folgerung. Professor: „Das ist also Ihr Enkelchen, an dem Sie mit so großer Zärtlichkeit hängen . . ♦ hm, hm, da haben Sie gewiß selbst keine Kinder?"
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Dr. M. Sehnlxe-Hnhlcyss. Nervenarzt. E Sanatorium Hofheim im Taunus. B
Die Knochen- nnd Mnökelfteischentwickelttna der Säuglinge wirb durch den Zusatz von Knfeke-Snppe zur Kuhmilch am beften gcsördert. Tie aus Kufeke's Kiudermehl gekochte Suppe mischt fiel) sehr gut mit der Milch, verhindert im Magen die grobflockige Geriuuuug der Kuhmilcli, fobaß diese leichter verdaulich wird und erhotzt durch bei: der Muttermilch entsprechenden Geball an Mineral- und Eiweißstoffen den Nährwert der Nahrung. ssfl/n PHqpIi ti Tifl erhält man den Körper durch
-k. I ISLll t!e täglichen Gebrauch der ärztlich
empfobleueu und viel Mvrrli nIi n sm fA taufeubfach bewährten 1T1J 1 L 11V11UBV11Ü. bI8/,e


