bt Friedberg, 4. Nov. Gestern abend verunglückte der Handelsmann Leopold Meyer von Nidda zwischen Nicder-Wöllstadt und Bruchenbrücken dadurch, daß er glaubte in Friedberg zu sein und ans dem Eisenbahnwagen heraussprang. Er wurde auf der Stelle getötet.
Bensheim, 4. Nov. Dem letzten N o d e n st ei n er, dem in Freiburg i. Br. verstorbenen Freiherrn Heinrich Ueberbrück von Rodenstein, widmete in der letzten Stadt- verordneten-Bersammlung Bürgermeister Dr. Frenay einen warmen Nachruf, in dem er die Verdienste des Verblichenen um die Stadt Bensheim rühmend hcrvorhob, sowie die Rührigkeit und Umsicht des verstorbenen Freiherrn als Mitglied des Stadtverordnetenkollegs kennzeichnete.
fc. GuntersHausen, 4. Nov. An der gestrigen Jagd nahmen teil: der Großherzog, Prinz Heinrich von Preußen, Fürst zu Lich, Exz. v. Westerweller, Exz. v. Riedescl, und andere Herren. Erlegt wurden: 93 wilde Welsche, 325 Fasanenhähne, 5 Hennen, 1 Kreuzungsfasan, 4 Bantanhennen, 1 Rehbock, 53 Hasen, 83 Lapins.
[] Marburg, 6. Nov. Mit dem Zuge um 5.54 Uhr heute nachmittag trafen in eigenem Salonwagen Herzog Albrecht von Mecklenburg nebst Gemahlin zum Besuche des Geh. Rats Professor Dr. Küster hier ein und wurden am Bahnhof von letzterem abgeholt.
[] Kirchhain, 6. Nov. Als heute mittag die Familie des Hausmeisters Winkler vom Frhrl. v. Stummschen Schlosse in dem nahen Holtzhausen eine Ausfahrt unternahm, stürzte an einer abschüssigen Stelle der Wagen um. Von den Insassen blieb die Frau Winkler sofort tot, während der Kutscher schwere Verletzungen davon trug.
fc. Frankfurt a. M„ 6. Nov. Am nächsten Mittwoch sind hier 25 Stadtverordnete neu zu wählten. Der Wahlkampf tobt auf der ganzen Linie. Vier große Gruppen stehen einander gegenüber: die Nationalliberalcn, die verbündeten Freisinnigen und Demokraten, die Sozialdemokraten und ein aus bem' Zentrum, dem antisemitischen deutschen Verein, der Freien avangelischen Vereinigung und der Mittelstandsvereinigung und einigen kleineren Körper- schasten hergestellter „Bund". Während die beiben ersten Gruppen, die Schulfrage (Simultanschuke) in den Vordergrund des Wahlkampfes gerückt haben, beschäftigen sich die Sozialdemokraten hauptsächlich mit der Steuerpolitik, die 4. Gruppe mit der Schul- und Steuerpolitik. Den beiden ersten Gruppen wird es schwer fallen, ihren Besitzstand gegen diesen Ansturm von rechts und links zu behaupten.
Kleine Mitteilungen aus 5)essen und den Nachbarstaaten. Unter den Kindern in Hattenrod und Oppenrod herrscht so schlimm der Keuchhusten, daß mehrere die Schule nicht besuchen können. — Für die Gemeinden Lauter, Ober-Bessingen, Münster und Nieder- Bcssingen ist die Anlage einer Wasserleitung geplant. Bei der Bingmühle bei Lauter wurde ein bedeutendes Quellgebiet für angeblich 24 000 Mk. erworben. — In Hanau verunglückte bei dem heutigen Herbstrennen des dortigen lUanen- regiments Leutnant Buck durch Sturz mit dem Pferde. Er wurde bewußtlos vom Platze getragen.
* Kleine Tageschronik. In Hersel bei Bonn zog eine Vittvrozcssion von der Kirche zum Friedhöfe, als ein Automobil in rasendem Tempo die Straße herunterfuhr, ohne Rücksicht auf die Prozession zu nehmen und ohne das Tempo zu mäßigen, fuhr das Fahrzeug mitten durch die Prozession. Ein dreizehnjähriges Mädchen wurde schwer, andere Personen leicht verletzt. — Ein gewisser Muck ans Malstatt-Burbach, welcher zurzeit eine 15jährige Zuckithausstrafe in Ensisheim (Els.) verbüßt, wurde wieder in das Untersuchungsgefängnis in Saarbrücken eingeliefert. Er hat im Zuchthause cingestanden, den vor zwei Jahren an der 18jährigen Katharina Dell aus Niedeiyalbach verübten Raub - und Lu st mord begangen zu haben. "Bei Erckel (Rheinl.) kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Gendarmen und polnischen Bergarbeitern. Ter Bergarbeiter Sr- bußk wurde dabei erschossen. — Als der Wirt Großjung m Horst (Rheinl.) seinen Pferdestall betrat, wurde er von seinem Knecht mit einer Mi st gabel in den Kopf ge st och en, sodaß der Tod sofort cintrat. Es liegt ein Racheakt vor. — Stettin wurde der Gefangenenaufseher Mindstädt wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Gefangenen mif. Befehl des Amtsgerichts verhaftet. — Wie aus Lure (Frankreich) berichtet wird, hat während einer Andacht in der Kirche von Tampierre eine Frau Karol ine Baumann auf den P f a r r e r B r i N a ein Attentat verübt, indem sie ihm zwei Messerstiche bec- brachte. Der Grund der Tat ist unbekannt.. — Tie, ehemalige Kronprinzessin von Sachsen, Gräfin Montignoso,. yti in Florenz eingetrosfen. Ihre llmgcbung versichert, sie wtze große Hoffnung auf eine Vermittelung des Papstes. — Baron Rothschild in Wien schenkte der israelitischen Gemeinde zwei Millionen Kronen mit dem Wunsche, diese zur Aufstellung von Betten im israelitischen Hospital zu verwenden. — In El b e r- f e l d wurde bei einem Bahnübergänge ein Wagen, der trotz des Verbotes des Schrankenbcamten über das Gleis fuhr, von einem Zuge erfaßt: der Kutscher wurde herabgeschleudert und erlitt schwere Schädelverletzungen. Ein hinter dem Wagen gehender Lehrling wurde überfahren und getötet. — In K ö l n wurde ein Mann auf der Straße plötzlich irrsinnig.und wollte wm Kind an einem L a t e rn en p f a hl e aufhängen, ^er Bedauernswerte wurde nach der Irrenanstalt Lindenburg uver- führt. — Auf der Unteretbe bei L ü b e wurde ein Frachtewcr von einem englischen Tampfer überrannt. Der Ewer kenterte; oer Schiffer ertrank und einem Mann der Besatzung wurde cm «’Um gequetscht, er konnte sich aber mit dem zweiten Manne der satzung retten. — In Celle erregt das Gerücht, von dem B erseh winden des Pastors K. Aufsehen, der seit einigen -tzgen vermißt wird. Gleichzeitig soll eine in dem Haus des peinlichen beschäftigte j u n g e T a m e, die Tochter angesehener ^eute aus einem Torfe in der Umgegend, spurlos v e r s ch w u n o tm sein, nachdem sie zuvor eine größere Geldsumme bei , emcm Bankgeschäfte erhoben hatte. — Wie man aus TuriVsti i der Pfalz meldet, fanden auf der stein zeitlich en -unoer- lassung an der Eyersheimer Mühle A n s g r a b u n g c n statt, kurzer Zeit wurden in 40 bis 50 Meter,Ttefe, drei 1 - gruben freigelegt, deren Durchmesser je zwei Meter betrug Z.ahlreiche Tierknochen von Rind, Schwein, Hirsch •A'.\
reste, darunter die Hälfte eines Kruges mit steilem Hulse, lj i aus Kies und Knochen, Zierstücke aus schwarzem und weißem . . , ferner Bewursstücke von den hier gestandenen primitiven V bildeten nebst Asche und Herdsteinen den Inhalt der dem Ende oer Steinzeit angehörigen Wohnungsstellen der Urbevölkerung Vorpfalz. — Ter Präsident des östreichischen Touristenklubs,und Mitglied des Wiener Gemeinderats Tr. Spannagl, ist uet oei Klubpartie auf die Rar. von der Jnntalerwand 3UU JJceter a b g e st ü r z t und war sofort tot. -
Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 4. Nov. Tas Verbot des Dramas „Der tote Löwe" von Blumenthal ftlr Berlin ist vom Oberpräsiden fei' l> c s! ätig t worden._________ ___
(HerlÄtssaat.
Eine b ü b ische 9t a h r u n g s in i t t e l f ä l s ch n n g kam in der K ölne r Strafkammer zur Verhandlung. Ein 16jähriger Bursche hatte einem Verwalter B i e r aufs Feld tragen sollen, davon aber getrunken und das Gesäß daun mit — Urin nachge
füll t. Das Gericht faßte den Fall als Nahrnngsfälschung auf und verurteilte den Burschen zu zwei Wochen Gefängnis.
Lissa (Posen), 6. Nov. Die Strafkammer verurteilie den 13jährigen Schüler Adalbert Grzabka wegen Majestäts- b e l e i d i g u n g zu drei Monaten Gefängnis.
Bautzen, 5. Nov. Tie Strafkammer verurteilte das Dienstmädchen Kal ich wegen Beleidiguna des Offizier- ko rps des 4. Infanterie-Regiments Nr. 109 zu 6 Monaten Gefängnis. Tas Dienstmädchen Ivar die strheb-^in ieiter ungeheuerlichen Gerüchte über wüste Orgien unter den Offizieren der Garnison.___
I «in 'M« ||L |_| | I IM 111111mm ■ ■ m-niir «■'«■'W.inr,,, .I.mum IW ,««««,
-Handel und H>tikestr. WofslsivirlschafL.
Vom Kohlenkontor. Tast das Koblenkontor, eine Einrichtung ist, die die K o h l e n k o n s u m e n t e n schädigt, haben wir vom Anbeginn gesagt. Wir sind auch der Meinung gewesen,, daß die Einrichtung aus dem ebenaenannlen und aus anderen Gründen eine Unterstützuna der Presse nicht verdient. Daß die Unzufriedenheit immer mehr wächst, beweist, daß das G r o ß h. H e s s i s ch e M i n i st e r i u m auf die so wenig segensreiche Tätigkeit des Kontors aufmerksam wurde und sich Auskunft von der Offenbacher Handelskammer erbat. Tiefe erstattete einen ausführlichen Bericht, in dem an d^r Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials der Nachweis geführt wird, daß dem kleineren und mittleren Kohlenhandel, in weit böhemm Maße aber der Industrie und dem Kl ein v erb'-au eh dureh die Maßregeln des Kohlenkontors eine e r h e b l i ch e S cki ä d i g u n g erwachsen ist.
Der Amerikanische Tabak-Trust ist nunmehr,gegründet worden. Ter Vereinigung gehören an: die American Tabacco Co., die Continental Tabacco Co. und die Consolidated Co. Tas autorisierte Aktienkapital des Trust besteht aus 100 Mill. Toll, common Sbares und 8,0 Mill. Doll, preferred Shares. Weitere Einzelheiten liegen bis jetzt nickst vor.
fc. Frankfurt a. M., 7. Nov. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. 311111 Verkaufe standen: 451 Ochsen, 202 aus Oestreich, 44 Bullen, 00 aus Oestreich, 800 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 321 Kälber, 495 Schafe und Hammel, 1801 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 71—73 Mk., 2. Qual. 67—70 Mk., 3. Qual. 60—64Mk.; Bullen l.Qual. 62 bis 64 Mk., 2. Qual. 58—60 Mk.: Kühe 1. Qual. 66—68Mk., 2.Qual. 63—65 Mk., 3. Qual. 53—55 Mk, 4. Qual. 44—46 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qual. 81—85Mg., Lebendgewicht 43—47 Pf., 2. Qual. 74—78 Pfg., Lebendgewicht 43—47 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 57—61 Pfg., Schafe: 1. Qual. 67—68 2. Qual. 58—60 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.: Schweine 1. Qual. 60—61 Pfg., Lebendgew. 48 Pfg., 2. Qual. 58- 59 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Pfg., 3. Qual. 53—56 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.
fc. Frankfurt a. M., 7. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktprcise. Weizen Mk. 17.00—18.00, Kurhessischer Mk. 18.00—00.00, La Plata Mk. 18.50—19.50, Kansas Mk. 18.50—19.50, Roggen (hiesiger) Mark 13.75—14.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Franken- felderMk.18,00—18,75,HaserMk. 14.50—15.50,MaiSMk. 12.25—12.50, Weizenmehl 0 Mk. " 27.00—28.00, 2. Qualität Mk. 25.00
bis Mk. 25.50, 3. Qualität Mk. 23.00—23.50, Noggenmehl 0 Mk. 22.00—23.00,1. Qualität Mk. 19.50—20.50, Weizenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 9.75, Noggenkleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Mk. 10.50 bis Mk. 10.75, Franken, Pfälzer, Ried Mk.00.00—00.00. ANes per 100 Kg. ab hier.
Netteste Meldttttgen.
Jnmsbruck, 7. Nov. Das Begräbnis des erstochenen Malers Pezzey gestaltete sich zu einer imposanten Trauer-Kundgebung der gesamten Bevölkerung. Der gewaltige Leichenzug, an dem etwa 5000 Personen teilnahmen, bewegte sich unter dem Geläute aller Glocken der Stadt von der Leichenkapelle auf dein Friedhöfe durch die Stadt und wieder zum Friedhöfe zurück. In den Straßen, die der Kondukt berührte, waren die Laternen umflort. Tausende von Menschen bildeten Spalier. Der vierspännige Leichenwagen wurde von 17 Chargierten nationaler Verbindungen von hier und auswärts geleitet. Auf dem Iohannesplatz, wo sich 15 000 Menschen cingesunden hatten, fand die Einsegnung der Leiche statt, wobei von dreihundert Sängern der Trauer-Chor gesungen wurde. Auf dem Friedhöfe wurde die Leiche in bciif städtischen Ehrengrabe beigesetzt. Bürgermeister Greil hielt eine ergreifende Ansprache, die den Getöteten als Märtyrer der deutschen Sache, als Opfer welcher Gewalttätigkeit bezeichnete. Pezzey habe auf dem Felde der Ehre einen schönen Tod gefunden. Die Bürgerschaft Innsbrucks werde feine Ruhestätte in Ehren halten wie jene der größten deutschen Männer. Hunderte von deutschen Mädchen und Frauen legten Vlumenspenden nieder. Ucbcr hundert Kränze trafen aus ganz Tirol meistens mit schwarz-goldenen Schleifen ein. Nach der Beisetzung belebten Tausende von Menschen die Straßen bis in den späten Abend hinein. Es herrschte musterhafte Ordnung.
Paris, 7. Nov. Zwischen den Leutnants Letang und Altmayer, die am Freitag vor dem Gebäude der Deputiertenkammer abends miteinander handgemein wurden, ist ein Säbelduell ausgefochten worden, in welchem Altmayer eine leichte Verwundung davongetragen hat.
Vom Kriege.
London, 7. Nov. Tas Reut ersehe Bureau meldet aus Tschisu vom 5. d. Mts.: Dort sei der Dampfer „Tungus" nach fünftägiger Fahrt von Wladiwostok eingetroffen. Nach Aussagen des. Kapitäns dieses Dampfers sangen bie Festungswerke viele Meilen vor der Stadt an und werden in der Nähe der Stadt immer stärker. Die Stadt ist mit Munition, Lebensmitteln und ^schützen reichlich versehen. Beständig treffen dort beladene Tampfer ein. Die Europäer^ fühlen sich so sicher in der Stadt, das; sie sie nicht verlassen wollen. Die Japaner werden an ihr ein zweites P o r t A r t h u r f i n d c n. Es sind wahrscheinlich Unterseeboote eingetroffen; aber man läßt nichts über die Flotte bekannt werden. Der Hafen ist sieben Meilen miniert, vier Meilen mit Kontaktminen und drei Meilen mit elektrischen Minen. Postzüge laufen täglich ein und aus. Aus den benachbarten Kohlenwerken siud gewaltige Vorräte aufgehauft worben. Die Garnison glaubt nicht, daß sie in diesem Winter angegriffen oder zur Jckvasion von Korea aufgefordert werden wird.
London, 7. Nov. Der „Standard" berichtet aus Tschiftl vom 5. b. M.: Die Japaner haben gleichzeitig bie russischen Forts PeijunZtschan, Jtfeschan und W a n g ki a n s ch an nach heftigem Nachtkampfe besetzt imb die Russen bei Liaojang zurü ckg-e drän g t.
London, 7. Nov. Ter „Standard" meldet aus Tientsin vom 5 d Mts: Tie Japaner haben von ihren neuen Stellungen die K o h l e n l a g e r b e i P e i j u n g t s cki a u z e r - ft ö r t. A l l e r u s s i s cb e n Befestig u n g s w e x f c auf der Landseite seien in den Händen der Japaner Ter Gürtel der Werke sei durch ;apamsche Laufgraben und Annen gefallen. Tie Festung Erlungschan fiel nach mehreren nergeblicheii' Angriffen. Von Erlungschan aus wurden die russt- schen Werke in jeder Richtung unter Feuer genoinmen. Die heftige Beschießuiig wurde am 2. Nov. fortgesetzt und beschädigte alte Forts mehr oder minder. Tie Russen sollen besonders stark ver
schanzt sein bei Liaotischan, wo sie zehn große Marinegeschütze, zur Verfügung haben.
London, 7. Nov. ,Daily Mail" berichtet aus Tanger vom 6. d. M.: Tie russischen Schiffe werden in Etappen nach Madagaskar fahren, wo sie Kohlen und Lebensmittel aufnehmen. Sie werden nach Möglichkeit nur französische Häfen a n l a ii f e n , zunächst Tatar in Senegnmbien. Das Kavgeschwader soll sofort zufammengezogen und verstärkt werden, während ein Teil der bei Gibraltar liegenden Flotte nach St. Helena, ein anderer Teil nach dem Snezkanal geht. Tie von Vigo eingetroffenen russischen Schiffe erhielten am 4. November Befehl, sofort weiterzufahren. Tie englischen Sckstffe werden durch drahtlose Telegraphie. mit den russischen Nachrichten austauschen können. Tas englische Geschwader besteht aus vier Linienschiffen und ging in westlicher Richtung in der Nacht von Gibraltar ab, ohne Siebter zu zeigen. Ein Marineoffizier erzählte, daß der r u s s i s ch e Admiral auf der Reise von Vigo den englischen Kriegsschiffen signalisierte: ,.Wenn Sie nicht Zurückbleiben, werde ich schießen!" Tie Antwort lautete: „Schießen Sie nur!"
London, 7. Nov. Tas Reutrrsche Bureau meldet aus dem Hauptgnartier der russischen östlichen Armee: In den letzten Tagen waren beide Armeen untätig. Tie russischen Pioniere stellen unterirdische Wohnungen für die Truppen her zur Ueberwinterung in Mukden. Wegen Port Arthurs ist man in großer Sorge, weil die großen Geschütze verbraucht sind und keine Häuser mehr stehen.. Tie Russen häufen in Mukden Kahlen auf. Statthalter Alexejew verteilte vor seiner Abreise zahlreiche Orden.
ö
ä
S94/1
E
P
m Z3
ö- V)
Seelig’8 feinste Kaffee-Essenz 50% Kaffee-Ersparnis.
Sekcnmtlnachung.
Wegen Vornahme von §lanalisationsarbeiten wird die Löbcrsiraße zwischen Goethe- und Bleichstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt.
Gießen, den 5. November 1904.
GroWerzogti'tzes ^-sti mmt Gießen.
_________ Herberg.________
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bleichstraße zwischen Löber- und Ludwigstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt.
Gießen, den 5. November 1904.
Großherzogliweo Bolizeiamt Gießen.
__Herllerg.
Betamrrmachung.
An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitgliedes Heinrich Buttron III. von Hungen wurde in der Generalversammlung des Vorschuß- und Kreditvereins zu Hungen, e. G. m. u. H., am 23. Oktober l. Js. Heinrich Schmidt I. daselbst als solches gewählt. Eintrag im Genossenschastsregister ist erfolgt.
Hungen, den 5. November 1904.
D7/h Großherzogl. Amtsgericht.
Bekanntmachung.
Der Voranschlag der Gemeinde Göbelnrod für 1905/06 liegt vom 10. d. Mts. an 8 Tage lang auf dem Bürger- meistereibüreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen.
Göbelnrod, den 6» November 1904.
Großh. Bürgermeisterei Göbelnrod.
Damm. 8259
Wermilielungsffeü'e
für den Aw nnd Verkauf von Zuchtvieh im Anschluß an die Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberheffeu
ZU Alsfeld.
Wir vermitteln den An- und Verkauf von Zuchttieren der uns angeschlossenen Zuchtvereine, als:
Simmentaler Herdbuchtiere (71 Vereine),
Vogelsberger Herdbuchtiere (22 Vereine),
Porkshire-, bezw. Deutsche Edelschweine (6 Vereine), Saaner Ziegen (9 Vereine).
Listen über zum Verkauf gestellte Tiere werden auf Verlangen gratis zugesandt.__D8%o
Jahresfest
des Aechess. Vereins für innere Mission.
Dienstag den 8. November, vorm. 10% Uhr im Gemeindehaus (Kirchstr. 9): Verband der Oberh. Erzrehungsvereine. Nachm. 4 Uhr ebendaselbst: Versammlung des Vorstandes und der Synodalvertreter mit den Mitgliedeim (Fragen und Sorgen der Krankenvflege, bes. der ländlichem Pfr. Schwabe.). 2Lbends 8 Uhr in der Stadtkirche: Liturgisch-musikalische Feier. Abends 9% Uhr: Gesellige Vereinigung in Stein's Garten.
Mittwoch den 9. November, vorm. 10 Uhr: Jahresversammlung in dem Konfirmandensaal der IohanneSkirche: Morgenandacht (Pfr. Müller-Lauterbach). Christentum und moderne Literatur (Pfr. Werner-Frankinrt a. M.). v3/1*
Mitbürger!
Für die bevorstehende Stadtverordnetenwahl sind schon
viele Kandidaten anfgestellt, darunter au
ch Herr WlNN.
Dieseitl Herrn haben wir Bewohner der Lörvengasse einzig zu
verdanken, daß die Ecke an der Löwen- nnd Katharinengaffe
weggekonnnen ist.
Wir halten deshalb Herrn Winn
als einen der besten Vertreter städtischer Interessen nnd bitten am Wahltage für denselben einzutreten. 0674«1
Mehrere Bcmhner her Löwciizaffe.


