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07/10/1904 Zweites Blatt
 
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fctofrhiten Farm« Ähnlich entschädigt werden, wie die durch den frertToauffhmb geschädigter Former. An sich ist ja ihr Anspruch aus Erusti^di.nmg ebensogut begrihibet. ES ist nickst ausgeschlossen, hiß dem R eich-tage eine entspreck>ende Vorlage zugel-en NZjrd. Bei dieser Gelegenheit sei ruxch bemeickt, das; die Ent- schädiaun g S kom mi s sion, dank ihrer vortrefflichen und -weckmäßigen Zusammensetzung, zu allgemeiner Zu frie­den heil arbeitet .Besondere nnrb die Leistung deS das größte Vertrauen bci'iiienh'n Vorsitzenden, des Oberriästerö Rickster, all- gemein gewürdigt.

politische Tagesschau.

Zvangspensionökasse für Rechtsanwälte?

Angesichts der nnMienen ökoiwmischen Lage, in der sich bei der heutigen Uebersilllung des R echt sanwa Us stand cs die frinter- bkiebenen der Amvälle (und der Amoaltsbureau -Gehilfen« nicht? D. Red.) nur zu häüfig befinden, befilrwortet Rechts-- «nniNilt Bernatz-Tachau in derDeutsck>cn RechtSamvaltsztg." die Errichtung einer ^Pcnsionskasse, für die die Beiträge in Form einer indirekten Steuer erl-obeu werden sollen.

Man hatte sich bisher die Znangövcrsiäierung in der Weise als direkte Steuer gedacht, daß jeder Rechtsanwalt entweder einen gleichen oder nach feiner finanziellen Leistungsfähigkeit ver Lchiedeuen Beitrag zahlt, und man wollte die Änivallskammer ftlr den vollstänbigen und pünktlichen Eingang der Beiträge haftbar machen. Tas erregt, so fiilyit der Verfasser aus, mehrfache Be­denken. ,Mcick)e Beitrage für alle Kollegen sind eine Ungerechlig- leit und stellen an die Leistungsfähigkeit der schwäck-ereii Kauz leien zu starke Anforderungen. Ungleiche Beiträge eröffnen un- erquießidyent Streit Tor und Tür und sind ohne indiskrete, für arme Kanzleien oft demütigende Eröfchungen über die Einkorn- mensverhÄncksse der einzelnen Kollegen undenkbar. Mästung der Antoaltskammern und damit in letzter Linie ihrer zahlenden Mitglieder für die niästzahlenden Kollegen ist erst recht eine Ungerechtigkeit."

Darum soll die Pensionskasse in folgender Weife organisiert werden:

Jeder Kollege zahlt von jeder bei ihm anfallenden Prozeß­gebühr im Sinne des 8 13 Ziffer 1 der Rechtsanwaltsgebühren - ordnung ein Zehntel an die Pensionslasse. Desgleichen zahlt jeder Kollege von jeder Vollmacht in Strafsachen eine Mark an die Pensionskasse. Der Staat gibt Stempelmarken zu 10 Pfg. das Stück aus. Reicht nun ein Rechtsanwalt eine Zivilklage ein, so setzt das Gericht nur dann einen Termin fest, wenn auf dem Original der Klageschrift Stcmpelmarken ini Wertbetrag von einem Zehntel der Prozeßgebühr sich befinden. In Armen­fachen könnte der Staat die Stempclmarken selbst zahlen. Des­gleichen läßt der Staat einen Verteidiger in Strafsachen und Privatkl-igefachen nur zu, wenn sich auf seiner Vollmacht eine Stempelmarke im Werte von einer Mark befindet. Der^ nach Abzug der Verwaltungskosten verbleibende Reinertrag der e>tcni' pelmarken dient der Verforgung der Witwen und Waisen unserer Recktsanwälle und wenn möglich auch der invaliden Kollegen selbst.

Bernatz rühmt an seinem Vorschlag, daß derselbe die Forder­ungen peinlicher Gerechtigkeit, schonendster Belastung, absoluter Diskretion und größter Einfachheit erfülle und zugleich jegliche Steuerhinterziehung auÄschließe. Im übrigen sollten nur An­regungen gegeben werden, denen sich sicher eine weitere Diskussion innerhalb des Rechtsanwaltsftandes anschlicßcn wird.

Heber eine veränderte Praris der Richter in der Auslegung des Ehescheidungsparagraphen

des B. G.-B. und deren Einfluß auf die Ehescheidun gs- ftatiftif schreibt die ^Köln. Ztg.":

Mährend unnrittelbär iiaü; dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches die Zahl der Ehescheidungen wesentlich zurückging, zeigt die Statistik der beiden letzten Jahre wieder ein langsames Steigen der Ziffern, aller­dings nicht allenthalben, wohl aber in einem großen Teile des Reichsgebiets. Die Entwicklung beruht auf der weit­gehenden Auslegung, die die Rechtsprechung in vollständiger Uebereinstinrmung mit dem gesellschaftlichen Bedürfnisse dem § 1568 des Bürgerlichen Gesetzbuches angedeihen läßt Damit wird die Auffassung derjenigen bestätigt, die bei der Be­ratung der Entwürfe des Bürgerlichen Gesetzbuches davor warnten, die Ehescheidungsmöglichkeit in ein­seitiger Weise zu beschränken, da sonst die Rechts­übung durch eine mehr oder minder berechtigte Auslegung die Erweiterung nach und nach vornehmen rverde. Der § 1568 ist so gefaßt, daß er dem richterlichen Ermessen einen sehr weitgehenden Spielraum läßt. Wenn auch seine Aus­legung hinter derjenigen zurückbleibt, die dem Begriff der groben Beleidigung im Sinne des eode civil zuteil wurde, so sind doch heute schon die Fälle nicht mehr allzu zahlreich, m denen nach früherem Recht die Ehescheidung erlangt werden konnte, sie aber nach dem geltenden Rechte ausge­schlossen ist. Älbst für die in dem Bürgerlichen Gesetzbuch nicht aufgenommene Scheidung aus gegenseitiger lleberemstimmung und wegen unüberwind­licher Abneigung scheint die Praxis durch entsprechende Anwendung des § 1568 einen Ersatz bis zu einem gewissen Grade schaffen zu wollen. Es besteht kein Anlaß, diese Rechtsauslcgung zu bedauern, sie verdient vielmehr wegen des _ darin zum Ausdruck kommenden Verständnisses für die sozialen Bedürftiisse und NotwertLigkeiten Anerkennung.

höheren Lehranstalten zu ändern, kein Reformgym- n a s in m zu gründen und ein Mädchen-Gymnasial­oder eine Realgymnasialabteilung im An­schluß an eine höhere Mädchenschule zu errichten.

Wad-Wauyeim.

Gießen, 7. Oktober 1904.

Will man die Veränderungen, die eine Gegend im Lause der Zeit erfahren hat, anschaulich darstellen, so gibt es feine nähcrliegeude, als einen Mann dem Leser vorzusühren, der nach einer Reihe von Jahren denselben Ort wieder- sieht und nun Vergleiche zwischen Einst und Jetzt anstellt. Die Phantasie der Orientalen verfügt über gewaltige Zeit­räume. Ehidher,der ewig Junge", Lehrt stach je 500

Jahren stets an denselben Ort zurück. Wo er vor 500 Jahren eine Stadl mit lärmender Menge und prächtigen Bazaren sah, sindet er einen Wald mit schmucken Jägern und bellenden Rüden, und wieder nach 500 Jahren einen See mit angelnden Fischern und hochgehenden Wellen, und er schließt bei Rückert mit dem tröstlichen Versprechen: Und weder nach 500 Jahren Will ich dcöselbigen Weges fahren.

In umgekehrter Achtung bewegt sich die prophetische Dichtung. Sie malt uns, sei sie internationaler, nationaler oder nur lokaler Natur, auö, wie es da oder dort nach 50 i der 100 Jahren aussehen wird, winn sich die Hoffnungen der besten Geister unserer Tage erfüllt haben werden, große Kulturpläne, weitblickende Ideen zur Schaffung möglichst günstiger Verhältnisse zur Wirklichkeit erstanden sind.

Ein poetisch veranlagter Lokalhistoriker von Bad-Nau- heim könnte gar wohl einen Nauheimer Ehidher schassen, der etwa im 7. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung zum ersten Male erschiene. Er findet an der Stelle, wo letzt das berühmte Weltbad steht, dichten Wald, der sich von be.dm Usern der Ufa bis zur Wetter erstreckt. Ein paar Jahrhunderte vergehen, und bei seiner Wiederkehr sieht er statt des Waldes ein paar Höfe auf weitem Mesen- plan, die frort ein unternehmender Mann an die Salz­quellen gebaut hat und die er seinneues Heim" nennt. Wieder verstreicht eine lange Spanne Zeit. Ta, im Jahre 1521, trifft er in einem von Ackerbauern und Salzsiedern bewohnten Orte mit Luther zusamnten. Er hört mit den Bürgern Nauheims des Reformators Predigt und ist wie sie begeistert von der neuen Lehre. Ein Jahrhundert geht dahin und Nauheims Ehidher sieht die furchtbaren .Verwüstungen des dreißigjährigen Krieges. Er findet den Ort von den mörderischen Verheerungen roher Söldnerscharen des 30jährigen Krieges, von der Pest und Feuersbrünsten halb zerstört. Die Gemeind? ist größten­teils nach dem stark befestigten Friedberg entwichen, die Weinberge sind vernichtet, und ringsum sind die einst zahl­reichen Ortschaften verschwunden. In den Feldern weit und breit nichts Lebendes, nur hin und wieder der Schrei eines Raubvogels, hier und da, einige Fuß unter der Erde, alte Mauern. Sie erinnern ihn daran, daß bei feinem letzten Erscheinen dort Wohnstätten Sterblicher gestanden haben. Im 18. Jahrhundert aber bewundert er an der­selben Stätte mächtige Gradierwerke und findet statt des einstigen Trümmerfeldes einen großen, von einer schönen Allee umgebenen Teich, der sich an ein stattliches, von vielen fremden Kranken besuchtes Städtchen schmiegt.

Sommer 1904. Ehidher trifft ans seinem Nirgendheim auf dem schmucken neuen Bahnhofe ein. Er wandert staunend durch die Bahnhossallee mit ihren stattlichen l Hotels und ihren hübschen, balkonreichen Villen.

Er schreitet über die asphaltierte Lud^lgstraße und wundert sich, daß die zahlreichen eleganten mit Pferden be­spannten Gefährte, denen er begegnet, geräuschlos an ihm vorüber fliegen. Er biegt in die prächtige Parkallee mit der Doppelreihe mächtiger Ulmen. An ihm vorbei wandeln immer neue Damen und Herren, fremde seltsame Gestalten darunter au§ exotischer Herren Länder; fast wie eine babylo­nische Sprachverwirrung klingt es ihm summend ums Ohr. Und höchst ivunderbare Wagen sausen auf dem Fahrwege dahin, bewegt von einer geheimnisvoll verborgenen Kraft; sie machen Höllenlärm und greulichen Staub. Sonst jedoch überall peinliche Sauberkeit, anmutenber Komfort, weitgehende Fürsorge für die Badegäste. Dafür ist der beste Zeuge des herrlichen Parkes wohlgepflegte grüne Pracht.

Er nähert sich einem der 6 Badehauser. Es ist dicht belagert von Badelustigen. Aber dieses Badehaus enttäuscht ihn nach allem dem, was er bisher an Luxus und Prunk in den Hotels und Villen sah. Gern möchte er auch ein Bad nehmen, doch das ist nicht so leicht. Vier bis fünf Stunden lang müsse man hier täglich sich ge­dulden, bis eine Badezelle frei werde, erfährt er aus authentischem Munde; so groß sei der Mangel daran. In solchen Situationen ist das Alter eine unschätz­bare Wohltat. Die Jugend tobt, wenn sie lange warten muß auf etwas, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Unser Ehidher trägt den unbestürmbaren Panzer der Er­fahrung von anderthalb. Jahrtausenden und ihm ist das Trostwort deS göttlichen Dulders Odysseus gegenwärtig: Duld auch dieses, o Herz; schon Härteres hast du erduldet."

Endlich, endlich öffnet sich ihm die Tür eines Bade- kabinettS. Ein trostlos enger Raum,ausgestattet" mit einem alten, roh gearbeiteten Stuhl und einem erbärmlich ärmlichen Waschtifchchen. Die in den Fußboden eingelassene Holz wanne zeigt allzu deutliche Spuren ihres Alters, das an das des Besuchers heran- zureichen scheint. Eine freundwillige Badefrau reicht ihm die Wäsche dar. Potztausend! Vor tausend Jährchen haben die bäuerischen Ansiedler hier so miserable Wäschestücke ihm nicht verabreicht. Dieses Badetuch hat Runzeln wie das Antlitz seines alten Freundes Ahasver, und fadenscheinig ist's obendrein, dabei von einer unbefinirbaren ver­waschenen Farbe und penetrantem Geruch. Bitterlich beklagt er sich darüber, erhält aber die Antwort, daß ,®rafcn und Fürsten" mit solcher Wäsche hier vorlieb nehmen müssen. Für heute verursache sogar die Wäsche jährlich etwa 5 0 000 Mk. Kosten, d. h. für das Waschen gingen jähr­lich ca. 35 000 Mk. und für Neuanschaffungen ta. 15 000 Mk. darauf, Summen, die sich bei einer Dampfwäscherei sicherlich verringern würden. Wenn ernächstens" aber wiederkonune, bann werde hoffentlich der hessische Landtag auch die neue Dampfwäscherei genehmigt haben, die nebst Maschinen­häusern drüben jenseits des Bahnhofes auf dem Gold stein errichtet werden solle. Dann werde ihm bestimmt saubere und geruchlose Wäsche dargereicht werden können.

Wie, so fragt sich Nauheims Ehidher, rennt sich das mit einem Bade von dem Weltrufe Nauheims zusammen? Hier muß, so sagt er sich, früher wenig rationell gewirtschaftet worden fein.

Und weiter sieht er sich allenthalben um. Er entdeckt manches Vortreffliche. Besonders imponirt ihm das vor zwei

Kirche unö Schute.

Berlin, 6. Okt. Die Stadtverordneten beschäftigten sich heute mit der Frage der Neuregelung des Berlmer Mittelschulwesens und beschlossen, keine der bestehenden

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brnanbö Auge blieb umvilllürllch auf biesem kleinen, blinkenben otücf Metall haften.

frier wollte er beginnen zu suchen! Wenn ein Mensch Ge- heimnipe jet,^ so verbirgt er sie gemeiniglich in den ge- heimnen ^ck)ubfächern seines Scl-rcibtisches. Ferdinand wußte aus eigener Erfahrung, welkten dock- auch die Blumen, welche Käthe ihm dann und wann gescl-enlt, in dem Geheimfach seines >c>chrmbtuches, aas zugleich das Bild des geliebten Mädchens barg.

Er trat an Den ^ä-reibtisch und zog das Fach heraus. Eine Menge alter Papiere, Briefe, Reck-nungcm, Bilder und dergleichen mehr, quollen ihm entgegen. Dazwischen lagen kleine Kästchen, in denen ^uwelen und andere Schmucksack>en aufbewahrt zu werden pflegen. Aber ste waten leer. Vielleicht sollten sie gelegentlich benützt weroen, vielleicht hatte der Justizrat ihnen den kostbaren Inhalt entnommen, um ihn an einem sicheren Ott aufzubewahren.

Tennock) wühlte Ferdinand in dem Inhalt des Schubfaches, anfangs planlos, aufgeregt, willkürlich, bann ruhiger und syste­matisch, indem er redes Papier rasch durflog und jedes Kästchen öffnete.

(Fortsetzung folgt)

Tas neue Drama Oskar BlumenthalsDer tote Löwe" wurde von der Berliner Theaterzensur ver­boten. Das Verbot erfolgte wegen der unverlcnnbaren Dar­stellung bestimmter Vorgänge aus der zeitgenössischen Geschichte.

unsere Leser sich erinnern werdm, behandelt dieses Drama, wie uns seinerzeit aus /Frankfurt geschrieben wurde, den Sturz Bismarcks. D. Red. b.Gieß. Änz.") Tie Direktion des Berliner Theaters wird in Gemeinschaft mit dem Verfasser das 'Verbot im Instanzenwege an fechten uno zwar zunächst durch Beschwerde beim Lberpraiidenten der Provinz Brandenburg.

Ein Tel grantm c-us K v l n meldet: Paul Grab eins StuderUeniLl-aufp-ielFrei ist der Bursch" wurde bei seiner

Erstausführung iin Gegenwart des Autors ein sehr lebhafter äußerer Erfolg berellet. Grabcin erfck-ien oftmals auf der Bühne. Tie gcschickle Zeichüung des^studentischen NLilieus interessierte auch hier wieder. Für die Scl)wäche der frandlung, welche die Eouleur-Erziehung und das T u e l l w e f e n zum Gegen- tande l>at, kann aber die wenig Neues bringende, moralisierende Redseligkeit nicht entschädigen. <20 kommt eine tiefere 'Wirkung nicht auf. Jnbes zeigt sich eine beachtenswerte Gctbe deS El-arat- tcnjierenS, zumal in der Behandlung der Gegensätze. Tie sorg­liche Aufführung arbeitete manches fchöne Detail geschickt heraus.

Ta sich die Gelehrten über das Wesen der Vererb­ung immer noch nicht einig sind, ist jede neue ausfallende Tat­sache, die zur Veranschaulichung dieser Frage dient, von Bedeut­ung. Einen besonders merkwürdigen Fall 0011 Vererbung einer starken Mißbildung durch wenigstens drei Geschlechter l-indurch l-at Tr. fr iHb er t aus Sensburg in Ostpreußen in derMünch. Med. Wochenschr." beschrieben. Eine Frau hatte ein ntännliches Kind zur Welt gebrack.it, dav an seinen Gliedmaßen eigentümliche Verwack-sungsersck-einungen auswics. An beiden fränden waren Zeige- und Mittelfinger in der ganzeil AusdelMung ihrer Be- rührungsTächen einschließlicb der Nägel mit einander ver­wachsen, und als einzige Andeutung der Trennung war eine Furche aus dem genteimamen Nagel erkennbar. Im übrigen waren die Finger vollständig ausgebildet, ihre Knochen in richtiger Zahl gesondert vorhanden, sodaß also nur die Weichteile der Finger in der beschriebenen Weise miteinander verschmo-lzen waren. Eine äl/nliche Mißbildung fand sich an den Füßen vor, indem die Mittels he mit der vierten Zehe beiderseitig verwachsen war. Außerdem luat an jedem Fuß noch ein überzähliger großer Zeh vorhanden, b er aber mit feinem Nachbarn an ein und demselben Mitteltnocl>en eingelenkt war. Derartige Mißbildungen iinb nicht allzu selten. Was aber diesen Fall besonders beachtenswert macht, ist der Umstand, baß bie Vererbung nachgewiesen werden kann. Der Vater des Kindes be-sitzt genau dieselben Verwachsuiigen an den Gliedmaßen und auch die überzähligen großen Zehen. Ein

Arzt hatte bei ihm früher einmal versucht, die verwachsenen Finger der rechten fr and zu trennen,^ was aber nicht geglückt war. Der iwd) lebende Großvater des Kindes hat gletchsalls genau dieselben Viißbildnngen, und sogar noch der Urgroßvater soll sie gehabt haben, was aber nur nach dem Zeugnis seines Lohnes zu ermitteln ist. Die unliebsame Familieneigentümlichkeit halte sich immer mir auf bie männlichen Nachkommen vererbt, wäl>reud die in ben beiden älteren Generationen vorhandenen weibliäM Geschwister im non freigeblieben sind. Man sieht, die Natur hat hier sehr rücksiästsvoll gewaltet.

Berlin, 6. Okt. freute wurde hier unter dem Vorsitz von Professor Xaver Schanvcnka der zweite m u f i f b ä b a g 0 g i f dj c Kongre ß unter starker Beteiligung auS allen Teilen des Reichs im Plenarsitzungssaale deS Ncick-stags eröfftiet.

kennen läßt:

Beruf

1 .

Schauspieler . . Künstler .... Schriftsteller . . Umversilatsprosesfore Redakteure . . . Erfinder . . . . Juristen .... Riusiker .... Aerzte.....

Naturforscher . .

Wann kommt der Erfolg? Prozessor Dexter von der Universität Illinois hat in über 8000 Lebensbeschreibungen von bedeutenden Männern und Frauen festgestellt, in welchem Alter sie ihrengroßen" Erfolg gehabt haben. Er stellt feine Er­gebnisse in einer Tabelle zusammen, die das Durchschnittsalter in den verschiedenen freien 'Berufen für Manner und Frauen er-

Erfolg­reiche Männer

Durch­schnitts- Alter

Erfolg­reiche Frauen

Durch- schnitts- Altei

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