General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen
und Schriften bedeckt. Rechnungen, Mei ’ifi grauen Staubschicht.
In der milticrci
nmF» zu erwidern. Ferdinand achtete nicht darauf, er sprang m den bereitstehenden Wagen und ftihr rasch davon.
>5N der Nackt kam er in Berlin an. Am anderen Morgen
J1^ von dem Bureauvorsteher des Juftizrats den Schlüssel zur Wohnung des verstorbenen Bruders geben, und eilte dorthin.
Lies aufatmend trat er in das Zimmer, welches seinem Bruder zum Wohngemach gedient hatte, wahrend nebenan das? Schlafzimmer sich befand.
Tie Wohnung war noch in demselben Zustande, wie sie sein Inhaber verlassen. , Alles, was sich in ihr befand, gehörte ihm, und war jetzt das Eigentum Ferdinands geworden. Tie Einrichtung war reich und geschmackvoll: man sah es ihr an, daß ihr Besitzer den Luxus, das Wohlleben liebte. Aber die schweren Portieren, Vorhänge, Teppiche und Polstermöbel waren verstaubt, auf teu Tisch-en, Schränken, Kommoden und Bildern lag
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scherr Universttätsdruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.?.
Tel. Nr. 5L Telegr.-Adr. r Anzeiger Gießen,
pie Eröffnung
der Technischen «Hochschule zu Aanzig.
Danzig, 6. Okt.
Der Kaiser traf mit seinem Gefolge um 11 Uhr vormittags hier ein. Er begab sich zu Wagen, eskortiert von zwei Zügen Husaren, nach der nahezu vollendeten, im Renaissancestil erbauten Reichsbank. Rach der Besichtigung stchr der Kaiser zur Eröffnung der Technischen Hochschule. Auf dem ersten Teil der Feststraße bildeten Truv^- pen Spalier. .Vor der Hochschule erwies eine Kompagnie deL Pionierbataillons Nr. 17 aus Thorn Ehrenbezeugungen. Durch das blumengeschmückte Treppenhaus wurde der Kaiser zur Aula geführt. Nachdem der Choral „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" verklungen war, nahm der Kaiser unter dem Baldachin Aufstellung und verlas bedeckten Hauptes die Eröffnungsrede.
Die Rede des Kaisers.
Die Rede des Kaisers bei der Eröffnung der Technischen Hochschule hat folgenden Wortlaut:
habe, hob er hervor, was insbesondere die tech- nrschen Wissenschaften und die Technischen Hochschulen Seiner Majestät zu verdanken haben. Jetzt seien 25 Jahre vergangen, seitdem die Stadt Danzig den ersten deutschen Kaiser in ihren Mauern begrüßen konnte. Minister Dr. Studt verlas dann die vom Kaiser verliehenen Ordensauszeichnungen. Hervorgehoben sei. daß dem Ministerial- bircktor Dr. Althoff das Prädikat Exzellenz, dem -berprasidenten Delbrück das Bildnis, dem Oberbürgermeister^ Ehlers die Photographie des Kaisers verliehen wor-
Nachdem Kultusminister Dr. Studt geendet hatte, ergriff der Rektor der neuen Technischen Hochschule v. Mangoldt bas Wort. Danach fließ sich der Kaiser die Herren des Lehrkörpers vorstellen. Sodann verließ der Kaiser den Saal, um sich zu dem Frühstück bei der Leibhusaren- brigade zu begeben.
Als der Kaiser die Aula verlassen hatte, begrüßten zahlreiche Vertreter deutscher Universitäten und Hochschulen und anderer wissenschaftlicher Anstalten imd Gesellschaften den Lehrkörper der Technischen Hochschule, in deren Namen der Rektor Geh. Negierungsrat Dr. v. Mangoldt dankte. Chorgesang beschloß die Feier.
In den Kreuzgängen des ehemaligen Franziskaner- klosters und Stadtmuseums wurde heute nachmittag ein Festmahl abgehalten. Es nahmen teil: Die Minister Dr. Studt, Frhr. v. Hammerstein, Frhr. v. Rheinbaben und Moller, Ministerialdirektor Althoff ufto. Kultusminister
©tufct brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Ober- prasident Delbrück dankte den an dem Werke beteiligten Ministern. Rektor v. Mangoldt widmete sein Glas den Gästen. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben gedachte aller derer, die an der Verwirklichung der Idee der Hoch- schule für Danzig mitgewirkt haben und fuhr fort: Darin rst die deutsche Technik allen anderen überlegen, daß sie sich (auf die Wissenschaft gründe. Er habe gern die großen Opfer gebracht, welche die Gründung der Hochschule erforderten, weil er auf reiche Früchte für die ganze Monarchie hoffe. Den östlichen Provinzen gebühre solches Zeugnis der land es väterlich en Fürsorge angesichts der unerhörten Opfer, die gerade sie vor nun mehr als 100 Jahren dem Vaterlande gebracht haben. Der Direktor der Wiener technischen Hochschule, Neuwirth, überbrachte die Grüße der technischen Hochschulen von Oesterreich.
der edrtüffcl. Ein
„ Durch diese Hochschule steigt die Zahl der technischen Hochschulen in Preußen auf vier, im Reiche auf zehn. Es hat verhältnismäßig lange gedauert, ehe diese Pflanzstätten des technischen Unterrichts zu ihrer gegenwärtigen Blüte gelangten. So lange die humanistische Bildung den alleinigen Maßstab für den Aufstieg Zu den höchsten Stufen rn der Beamtenhierarchie und Gclehrtenwelt bildete, blieb für die realistischen Wissenschaften nur ein verschwindender Raum in dem Erziehungsplan der Nation übrig. Zwar hatte man in Preußen schon 1799 eine Königliche Bauakademie begründet, aber sie blieb in diesem Staate bis
„bie .^euzeit, bis zu den großen Ereignissen des Jahres 1866, die alleinige technische Hochschule. Daneben hatte man 1827 allerdings noch ein Gewerbe in sti tut zu Berlin errichtet. Doch dieses galt nicht als eigentliche Hochschule, und wurde erst 1866 zu einer Gewerbeakademie erhoben, bis es 1879 mit der Bauakademie zu einer technischen höheren Musteranstalt verschmolzen wurde.
r r 3h den deutschen Mittel st aaten hatte man ein lebhafteres Interesse für die Errichtung besonderer technischer Hochschulen bekimdet. Von 1825 bis 1850 waren nd^t weniger als sieben derartige Bildungsanstalten ent- ianden: die polytechnische Schule in Karlsruhe, die tech- nsche Vildungsanstalt zu Dresden, die höheren Gewerbe- chulen zu Darmstadt und Hannover 1866 von Preußen übernommen wurde. Die preußischen technischen Hoch- chulen wurden noch ergänzt durch die 1880 zu Aachen errichtete technische Hochschule, und diesen hat sich jetzt noch die Danziger beigesellt. Eine weitere technische Lehr- anstalt soll nach den Erklärungen des preußischen Kultus- ministers im preuß. Landtag demnächst in Breslau begründet worden. Die obige Kaiserrede verspricht noch eine wertere Wermeyrung her technischen Hochschulen, die eine große Zukunft vor sich haben.
eine dicke Staubschicht, undordenttick stand und lag alles durch- inib übereinander: nach der gerichtlichen Haussuchung und Durchforschung der Sachen hatte keine ordnende Hand hier mehr gewaltet. Tie Wertsachen hatte der Justizrat in sickere Vrrwahr- ung genommen, die Türen der Wohnung und der Sckränke waren dann versiegelt, bis sie sich jetzt dem berechtigten Erben öffneten.
Ter Hauswirt war ftoh, daß Ferdinand Groller endlich kam, um die Wohnung frei zu geben. Nach einigen kurzen sachlichen Worten empfahl sick der Wirt. Ferdinand war allein.
Er blickte sich unsicher um. ,
Wo sollte er beginnen zu suchen? Wo sollte er die ew finden, die ihn zur EnthüNung deS (Geheimnisses führen sollte?
Tort lagen die Kleidungsstücke des Verstorbenen auf einem Haufen. Tort der Tisch und Bücherschrank waren mit Büclunn
Auf dem großen Schreibtisch llrgen Papiere, 'Ücker, Briefe — alleö bedeckt von einer
Der King.
Kriminal-Roman von O. Elfte r.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Schien — denn klare Auskunft gab Franz nicht. Er handelte nut Juwelen und Brillanten. Er machte weite Reisen nach Lon- don, Antwerpen, Paris und führte im übrigen ein fteies Jung- gesellenleoen in Berlin, wo er seinen ständigen Wohnsitz aus- geschlagen hatte. . Er schien über große Mittel zu verfügen, er bot Ferd-inand ferne Hilfe an, die dieser in einfachem Stolz auf seme^ Arbeitskraft zurückwies.
, ^ffdes Jahr kam Franz einige Wochen nach Wendefsen, um dort der ^aad obzuliegen. So war er auch dieses Jahr gekommen ar? Ehrend dieses Besuches war das schreckliche geschehen. Eines Abends war er auf den Anstand in den Wald gegangen und nicht wieder zurückgekehrt — am andern Tage fand man ihn erschossen rm ^Walde. Tie Kugel eines Revolvers — eines „Armee-Revol- bcr- hatte ihm das Herz durchbohrt. Ein Selbstmord war ausgeschlossen, man fand den Revolver nicht vor: seine Doppelflinte, mit Rehposten geladen, der eine Lauf abgeschossen, lag neben ihm. Auch eine Unvorsichtigkeit, ein Zufall lag nicht vor:^ ein anderer mußte ihn erschossen haben.
Tos waren die äußeren Umstände der Tat, welche sich Ferdinand während der einsamen Nachtfahrt wieder in das Gedächtnis zurückrief. Tie äußeren Umstände, welche keine Erklärung der Tal geben konnten.
Was wollte er in Berlin? — der Gerichtshof, welcher die Tat abgeurteilt und das freisprechende Erkenntnis gefällt hatte in der Provinzie (Hauptstadt stattgefunden. Mer ein Berliner Anwalt hatte Ferdinands Verteidigung geführt. Ter Berliner Anwalt war auch zum Verwalter des Nachlasses seines Bruders ernannt toorbni und vor einigen Tagen hatte Ferdinand ein Schreiben des Animtts erkalten, er möge nach Berlin kommen
um d'nrders Nachlaß^in Em^gUhns-n,
der Gedanke ^durch ferne Seele, geblitzt: sollten sich ei5 nicht «-puren finden, welche die blutige Tat t- LLLU-tTcTl f
, freilich hatte das Gericht diesen Nachlaß schon durchforscht aber der Untersuchungsrichter kannte das innere Leben des Toten mckt, er suchte nur nach äußeren Spuren. Ferdinand aber wußte mehr von dem Leben seines Bruders, der ihm in froher Wein- ^TiE^ ßfph brn f(Hner Reisen erzählt hatte.
Drcser Gedanke verfolgte ihn unablässig: er ließ ihm keine Ruhd- er zog ijm mit unwidei-ftehlicher Macht fort, er bot ihm Lebenszweck ein Ziel, durch das er Ruhe S Frieden wieder gewinnen konnte.
vM Wendessen fand er keine Ruhe. Seine frühere Bcschäftia- ung widerte iha an: den Verdacht, den er in den Blicken in machten^idm Bewegungen aller Menschen zu lesen glaubte, «J./k v' Wendesfen unerträglich — er wollte
das Gut verkaufen, die Worte des Pfarrers zeigten ihm daß m7.rrbeKnr.'8crba(^t bestärken würde,' er gab diesen V an den andern Plan zu klammern, den Mörder seines Bruders zu entdecken.
Tns sollte fortan das Ziel seines Lebens sein!
$_• veiste er ab — plötzlich, fluchtähnlich. Er trollte frei nurf Einern Ziele leben, er wollte unbecinstußt bleiben, deshalb verbarg er sich selbst vor seinem teuersten Freunde.
. -i-Wirtschaft war in guten Händen. Sein Verwalter war ein rauher, argwöhnischer, aber ehrlicher, einfacher Mann, der wit kurzen Worten den Plan seines Herrn, auf einige Zeit zu verreisen, gut hieß. Man sah es dem Mann an, daß er aust atmete, als sein Herr, der in einem solchen furchtbaren Vcr- dchte stand, abreifte.
. „Wenn Sie uns etwa? mitzuteilcn haben, schickeri Sie Ihre Briefe an . den Justizrat Berner in Berlin", sagte Ferdinand hi’int Mschied zum Verwalter, „Dorthin gehen auch alle Abrechnungen und geschäftlichen Mitteilungen. Micu. . ."
T>er Venvaltcr fand es Fiuim der Mühe wert, den Abschieds--
Iler Aufstand in peutsch-Südwestafrika.
Neue Operationen Trotha'8.
e< Trotha meldet ab nord-
ostlick Evata dm l OL 8 Uhr 30 Mim nachm., ab Okahandja, den 5. Oft., 5 Uhr 30 Mm. nachm., an Berlin, den 6 Okt 5 Uhr 26 Min. vorm. Ich ging 28. Sept, mit Estorfs, Volk^ mann und Müylenfels auf Epata vor, das in eiliger Flucht Eiseb abwärts von den Hereros geräumt wurde. Nach Patrouillen- und Gefangenen-Aussagen sollten die Kapitäne Sa- lasiel, Timotheus und andere noch bei Osombo-Windimbe eine bisher noch unbekannte Wasserstelle 13 Km. nordöstlich Epata sitzen. Setzte Osombo-Windimbe auf schwache feindliche Nachhut, die nach kurzem Widerstande ftüchtcte. Beschoß darauf mit Artillerie Eiseb abwärts nach Nordosten abziehende Staubwolken, klärte 29. nordöstlich weiter auf und ließ durch Streifabteilungen in der Umgebung von Osambo-Windimbe zahlr eiche s Vieh und Gefangene bcitreiben. Samuel Maharervs' Massen — aber ohne die weit voraus geflüchteten Kapitäne — sollen nach Gesangenen-Aussagen noch einen Tagesmarsch weiter östlich bis am Eiseb bei Evindi-Ambake sitzen. Dorthin wurde 30. früh 1 Utyr Verfolgung fortgesetzt. Weiteres zahlreiches, eingefangenes Vwh, ergriffene Gefangene, zurückgelassene Weiber und Kinder bestärken die frühere Gefangenen-Aussage, daß Widerstand des Feindes gebrochen sei. Uneinigkeit soll unter den Kapitänen herrschen. Ein T e i l d e s V o l k e s m ö ch t e s i ch ergeben, fürchtet aber Erschießen und Bestrafung. Der Feind soll schwer unter Wassermangel leiden. Leute selbst besseren .Standes sollen zahlreich verdurstet ein Entgegen allen bisherigen Sch-ilderungen im Sandfeld keiner- let Mangel an Weide, auch frisch aufgemachte Wasserlöcher. Mit stärkeren Mtcilungen operieren daselbst aber unmöglich Mteil- ung Estorfs wird Verfolgung des ins Sandfeld ausgewichenen Feindes übernehmen. Vermute, daß der größte Teil des Feindes wieder nach Westen zurückzugehen versuchen wird, andere Teile nach Ganas durchzubrechen. Besetze daher die Wasserstellen Epukirofluß von Otiimanagoniba bis Epukiro, in nordwestlicher Richtung von Sturmfeld bis Okosondusu, hieran nördlich anschließend Omuramba-Fluß durch die Mteilungen Äed- ler und Volkrnann bis Otjituo. Kommando geht zunächst nach Epukiro.
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gereicht mir zu hoher Befriedigung, heute eine neue Bildungsstätte für technisa-e Wissenschaften eröffnen zu können. Von der Erkenntnis durchdrungen, daß bei dem Wettlauf der Nationen in der kulturellen Entwicklung der Technik ganz be- sondere Aufgaben zufallen, und ihre Leistungen für das ösfent- ™h1 des Vaterlandes und die Aufrechterhaltung seiner Machtstellung von größter Vedeuttmg sind, halte ich es für eine meiner vornehmsten landesherrlichen Pflichten, ftir die Ver- breitung und Vertiefung d e r t e chn i s ch e n W i ss e n - ./V*eeinzutreten und auf eine Vermehrung der tech- n rschen Hochschulen hinzuwirken. Denn die ungeahnte Eut- wicklung, welche die deutsche Technik seit dem Beginn des Zeitalters der Eisenbahnen nach allen Richtungen erfahren hat, haben wir nicht zufälligen Entdeckungen und glücklichen Einfällen, sonderii der ernsten Arbeit und dem auf dem festen Boden der Wissenfchaft fußenden shstemattschen Unterricht an unseren Hoch- sckmlen zu verdanken. Tie Mathematik und die theoretischen Natuttvijssenschaften haben die Wege gewiesen, auf denen dep Mensch, in Gottes allgewaltige Werkstätte der Natur immer tiefer emzudrmgen vermag. Tie angewandte Wsssenschaft hat diese Wege kühn beschritten und ist zu staunensw-erten Erfolgen gelangt. Len technischen Hochschulen liegt es ob, die theoretische und angewandte Wissenschaft zu fruchtbarem Zusammenwireku zu vereinigen und zwar in der umfassenden Vielseitigkeit, die das auseichnende Merkmal des in Deutschland entstandenen Tvpus fy^en bildet. Sie stellen in ihrer Eigenart eine wissen- ichasttiche Umversitas dar, die mit der uralten Universität um so mehr verglichen werden kann, als ein nicht unbeträchtlicher Teil des' Lehrgebiets beiden Anstalten gemeinsam ist.
., Tie Gleichartigkeit und Ebenbürtigkeit der Hochschulen habe icy mich bemüht, auch nach außen hin znm Ausdruck zu bringen, indem ich den technischen Hochschulen die gleiche hohe Stellung, wie sie die Universitäten seit langem behaupten, in meinen Landen eingeväumt und ihnen das Recht beigesegt habe, akade- urrsche Grade zu verleihen. Dieses Recht soll auch der neuen Hochschule zustehen, welche auch im übrigen ihren älteren Schwestern in allen Stücken gleichgestellt ist.
^-Y^?^^?^bnd^re Genugtuung ist es mir gewesen, die neue Bildungsstätte hier in dieser altehrwürdigen, erinnerungsreichen Hcmsesmdt erstehen zu lassen und damit den meinem Herzen so nahestehenden Ostprovinzen wie der Stadt Danzig einen neuen Beweis meiner landesväterlichen Fürsorge zu geben. Auf einem errichtet, den deutln Tatkraft mit der Kultur erschloß, soll die Anstalt hier stehen und wirken als ein fester Turni, von dem deutsche Wissenschaft, deutsche Arbeitsamkeit und deutscher Geist sich anregend, fördernd und befruchtend in die Lande ergießen. Mögen immer unsere Ostprovinzen nach Lage und Naturverhältnissen ftir eine industrielle Entwicklung weniger gün- stige Bedingungen darzubieten als andere Landesteile, das technische Wissen verleiht ja vielfach gerade die Macht, zu ergänzen, was die Natur versagt. So soll die Anstalt mit dazu dienen, den Geist des industriellen Fortschritts zu beleben und sich mit Fragen zu beschäftigen, die aus den besonderen Ber- hä'ltnissen ihres heimatlichen Gebietes sich ergeben. Daß aber die Anstalt die ihr gestellten hohen Aufgaben zu lösen bestrebt :Uvd imstande sein ward, dafür bürgen uns die Tüchttgkeit ihrer Leyrrröfte und die Reichhaltigkeit ihrer Lehrmittel. Möge die nerie Hochschule wachsen und gedeihen zum Ruhme der deutschen Wissenschaft, zum Segen dieser alten preußischen Provinzen und zur Ehre des deutschen Namens. Tas walte Gott!
Nach der Rede des Kaisers hielt Kultusminister Dr. Studt eine längere Rede. Er sprach dem Kaiser den Dank der Unterrichtsverw'altung aus für die tatkräftige Förderung des Hochschulprojektes. Sodann gab er einen Rückblick auf die Verdienste der Hohenzollern um die Wissenschaften Nachdem der Redner dann dargelegt hatte, was Kaiser Wilhelm II. für die Förderung der Wissenschaften
Berlin, 6. Oft. (Amtlich) Sergeant Reese ist am 2. Okk. im Lazarett Waterberg infolge Verwundung an Herzschwäche 5estorben. Zahlmeisteraspirant Klocke erhielt durch Unglücks- fall bei Karidona einen Schuß in die linke Brust.
An Typhus sind gestorben: Im Lazarett Otjoebule am 23. Lept. Reiter Frank: am 24. Sept. Reiter Pape: am , -_^pt. Reiter Geitzlinger. — Im Lazarett Otjosondu am L Okt. Gefreiter Preer. — Im Lazarett Okahandja am 4. Oft. 2-eesoldat Schmidt. — Im Lazarett Otjimbiude am 24. Sept/ ^cheßer Urban; _am 28. Sept. Reiter Rose. — Im Lazarett Epukiro am 24. ^-ept. Reiter Zwinscher.
Aus dem Buden von Dentsch-Südwestafrika.
Es wird jetzt bestätigt, daß Oberst Leutwein Ende dieser Wocde mit ter ihm von Herrn v. Trotha zur Verfügung gestelftm zwecken Windhuker Ersatzkompagnie nach dem Süden abgeht. Außerdem wird in allernächster Zeit eine Gebirgsbatterie abgesandt werden, die direkt na dem Süden von Teutsch-Südwest Kehen unb_~ ebenfalls Leutwein zur Verfügung gestellt werden ^üden sind zur Zeit vorhanden: 3 Kompagnien und eine Gebirgsbatterie, na^, dem Eintreffen der Verstärkungen werten also 4 Kompagnien und 2 Gebirasbatterien verfügbar sein. Eine ter wesentlichen Aufgaben des Gouverneurs dürfte darin bestehen, die etwa 100 Mann starke Bande des Räuberhaupt- manns M o renga zu stellen und zu vernichten. Morenga ist un Bastard (-Lovhn eines Weißen und einer Hererofrau), der tety Siirfreit dos Burenkriegs auf englischem Gebiet unnütz gemacht hat und durch den Bondelzwartaufttand nach dem Süden von ^eutsch-L>üdwest gelockt worden ist. Er belästigt durch seine Ltreifzuge die Farmen ungemein. Die Anwesenheit Morengas und das aufsässige Benehmen der Eingeborenen im Süden sind der Grund, wes^halb eine große Anzahl von Farmen ^bewirtschaftet ist. Tie Farmer haben sich beim Ausbruch der Unruhen im bilden mit ihrem Viehstand teils ^.6Ü!Dos Gebiet, teils in die größeren Orte des Schutzgebietes zuruckgezogen und wollen erst zurückkehren, wenn die wollig sicher ist. Tas Brachliegen der Farmen ist ^Lr?n'?eInP Farmer ebenso nachteilig, wie dem allgemeinen Wohlstände des Dudens der Kolonie. Tie Anwesenheit Leutweins mit einer stattlichen Macht wird also auch aus diesem Gninde sehr nützlich sein. Aucp aus einem anderen Grunde noch ist es sehr, erwünscht daß wenigstens der Süden recht bald völlig pcrnhint wird. Gerade in diesem Jahre sind die Weideverhältnisse im ^uten so glänzend, wie seit vielen Jahren nicht. Eine ganze Anzahl von Buren aus dem Transvaal hat deshalb große Lust, Uck im ^Luden anzufiedeln und Farnien zu erwerben: sie rechnen bei ähnlich günstigen Verhältnissen in wenigen Jahren % Ankaufskosten beraus;uwirtsckaften. Vorbedingung sind natürlich ruhige politische Verhältnisse. Ferner wollen die Buren^ abwarten, ob die durch den Aufstand im vorigen Spätherbst ge-
n Srlmblado des Tiplomatonschreibtische- stak Sonnenstrahl, der durch die nur leicht geschlossenen Fenstervvihänge siel, blinkte mit ben Schlüssel. Fer-
"bb Zweites Blatt. Jahrgang Freitag 7. Oktober 1904
Erscheint ttgllch mit Ausnahme des Sonntags. ö ° 6 * 1.
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