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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu.
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es an diesem Tage verboten, zu rauchen und alkoholhaltige. Getränke zu sich zu nehmen.
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— Für den Bau eines Stadt-Theaters in Halbe r st a d t bewilligten die Stadtverordneten 450 OOO Mark.
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— Ein Lieblingsbuch Goethes: Longus Roman „H i r t e n g e s ch i ch t e n" ist in einer Neuausgabe von Dr. O. Kiefer in der Kulturhistorischen Liebhaber-Bibliothek (Magazin- Verlag Jacques Hegner, Berlin SW. 11) erschienen (Mk. 2.—). Die Hirtengeschichten erzählen von Daphnis und Chloe und werden als die duftigste Schäferdichtung des Altertums gerühmt. Das Erwachen der Liebe in zwei Naturkindern ist kaum je mit gleicher entzückender Naivität dargestellt worden, wie in diesem Buch. Goethe meint zu Eckcrmann: „Tie Geschichte ist so schön, daß man den Eindruck davon bei den schlechten Zuständen, in denen man lebt, nicht in sich behalten kann, und daß man immer von neuem erstaunt, wenn man es wieder liest. Man möchte ein ganzes Buch schreiben, um alle die großen Verdienste des Werkes nach Würden zu schätzen. .Man tut recht, es alle Jahre zu lesen, um immer davon wieder zu lernen und den Eindruck seiner großen Schönheit aufs neue zu empfinden."
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General-Anzeiger ® '*e*
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
445.- 401.-
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Hrfcheiut tttgltch außer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Glehener Familien« Hättet viermal in der Woche beigelegt.
Notationödruck u. Verlag der Brüh l'schen Unioers.-Buch-n. Stein- druckerei. öL Lang«.
Washington, 6. Mai. (Reuter-Meldung.) Der amerikanische Gesandte in Tokio Griscom übermittelte dem StaatA- Departement ein Telegramm, worin er die Landung der Japaner aus der Halbinsel Liautung, ungefähr 40 Meilen oberhalb von Port Arthur, bestätigt. Man sagt, der Ort sei Kintscbau, der an dem schmälsten Punkt der Halbinsel liegt. Infolgedessen, meldet der Minister, sei der Betrieb auf der O steisenb ahn eingestellt, die Belagerung von Port Arthur nehme ihren Anfang.
Petersburg, 6. Mai. Ein Telegramm General P f u g s an den Kriegsminister vom 6. Mai lautet: Eingegangcuen Nachrichten -ufolge zeigten sich gegen abend am 4.—5. Mai bei Pitzewo zuerst sieben, daraus gegen 40 feindliche Transportschiffe. Morgens am 5. Mai landeten die Japaner b ei Pitzewo und an der Küste beim Kap Terminal Truppen und unterstützten die Landung durch Artilleriefeuer: gleichzeitig wurden auf der ganzen Linie der Landung gegen 60 Transportschiffe gesichtet. Die russischen Posten zogen sich vom Ufer zurück. Die Akten des Post- und Telegraphenamtcs in Pitzewo sind fortgeschafft. Die russischen Einwohner verließen die Stadt. Aussagen von Chinesen zufolge waren gegen den Abend des 5. Mai bereits gegen 10 OOOfeindlicheTruppen gelandet, welche in den chinesischen Dörfern in der Nähe der Landungspunkte untergcbracht wurden. Der Feind sandte zwei Abteilungen aus, jede etwa ein Regiment stark, die eine in westlicher, die andere in südwestlicher Richtung. Heute wurde ein ans Port Arthur kommender Personenzug 2 Werst vor Wafandjan von einer japanischen, etwa 1OO Mann starken Jnfanterieabteilung beschossen, die die Höhe auf der Ostseite der Bahn besetzt hatte. Im Zuge befanden sich mehrere Reisende und gegen 200 Kranke in Sanitätswagen unter der Flagge des Roten Kreuzes. Zwei Kranke wurden verwundet. Der Zug fuhr mit beschleunigter Fahrt nach Wafandjan weiter. Im Küstengebiet und in Niutschwang ist es ruhig.
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Eine Petersburger Drahtung der Londoner „Central News" beisagt, daß 48000JapaneraufdemMarsche nach Föngwangtschöng seien, das Kuropatkin indes Preiszugeben entschlossen sei. Auch werde für wahrscheinlich erachtet, er werde Niutschwang aufgeben und all'e russischen Streitkräfte auf der Liao- Yang-Linie konzentrieren. Einer Drahtmeldung aus Tokio zufolge soll die Vorhut der ersten japanischen Armee einen Punkt, der nur 40 Kilometer von Föngwang- tscheng entfernt ist, erreicht haben. Weiter wird gemeldet, daß japanische Truppen fortgesetzt in Tatungkau und Au tung landen. Das Blatt „Zijischimpo" will wissen, daß nach erfolgreicher Sperrung Port Arthurs eine zweite japanische Armee in Niutschwang landen werde.
Meßdungen aus dem Hauptquartier des Generals Kuropatkin schätzen die Armee des Generals Küroki auf dem rechten Jalu-Ufer auf 65 000 Mann mit 234 Feld-, 70 Be- lagerungs- und 12 Schnellfeuergeschützen.
In Petersburger maßgebenden Kreisen ist man überzeugt, daß die Japaner jetzt, nachdem sie den Jalu überschritten haben, sich auch auf dem mandschurischen Ufer befestigen und dort eine Art großen Brückenkopfes anlegen werden. Auch werden sie ihre Transportmittel ergänzen und verstärken müssen.
weite hat die Wuppertalbrücke bei Müngsten (170 Meter), bann die Levensauer über den Nordostseekanal (163,4 Meter) und die bei Grüntal (165,5 Meter). Diesen mächtigen Weiten gegenüber nehmen sich die Spannweiten der gemauerten Brücke recht winzig ans. Die Brücke mit dem weitesten gemauerten Gewölbe ist die Eisenbahnbrücke über den Main bei Kitzingen (36,5 Meter), ihr kommt am nächsten die Straßenbrücke über die Murg bei Hutzenbach (33,5 Meter), die bei Hesselbach über denselben Fluß (30,4 Meter) und die Straßenbrücke über die Oder bei Frankfurt (30 Meter). Arn nächsten in der Spannweite kommt den eisernen Brücken eine Jsarbrücke in München mit 64 Meter Oefsnung, die aus Betongewölbe mit Stahlgelenken hergestellt worden ist: auch eine Straßenbrücke über die Donau in derselben Bauart ist 50 Meter lang. Die breiteste gemauerte Brücke in Deutschland hat Berlin: die Oberbaumbrücke ist 27,60 und die Herkulesbrücke 27,50 Meter breit.
Entsprechend der Entwicklung des Baues eiserner Brücken mit großer Spannweite hat auch die Einführung von Eisenbauten im Hochbau gewaltige Fortschritte gemacht. Die breiteste Eisenbahnhalle in Deutschland ist die mittlere Halle des neuen Hamburger Bahnhofes, die 73 Meter breit ist, breiter also als die Straße Unter den Linden zu Berlin. Die Halle des Anhalter Bahnhofs dort ist 60,7 Meter, die mittlere Halle in Köln 65, jede der drei Hallen in Frankfurt a. M. 56, die in Bremen 59,3 Meter breit. Und so ließen sich aus dem Katalog noch manche Einzelheiten von allgemeinem Interesse herausheben Angeführt sei noch, daß, obwohl die deutsche Glasindustrie außerordentlich leistungsfähig ist, die beiden größten Spiegelglasfabriken Deutschlands einer französischen Gesellschaft gehören: auch in der Kristall- unb Halbkristallglas-Jnbustrie, die vor mehr als 1OO Jahren burch französischen Unternehmungsgeist ins Leben gerufen wurde, befinden sich nur zwei bedeutende Werke in deutschen Händen.
— 4 0. Tonkünstler-Fest vom 27. Mai bis 1. Juni in Frankfurt a. M. Tie Liste der Solisten, die bei den Musik-Aufführungen mitwirken, ist nunmehr vollständig und endgiltig festgestellt. Es ist die folgende: Fräulein Minnie Nast (Sopran) von der Hofoper in Dresden; Fräulein Vera Maurina (Klavier) aus Berlin; die Herren Eynar Forchhammer, Emil Gerhäuser und Ludwig Heß (Tenor); Anton Sistermans und F-erdinand Schleicher (Ba-
Deutsches Reich.
Berlin, 6. Mai. Für den Besuch des Kaiserpaares in St. Johann-Saarbrücken anläßlich der dort stattfindenden Enthüllung des Käiser-Wilhelm-Denk- mals ist folgendes Programm festgesetzt worden: Der Kaiser und die Kaiserin treffen am 14. d. M. in Saarbrücken ein. Auf der Fahrt zum Denkmalsplatze wird das Kaiserpaar zunächst den mit Gemälden rei.ch geschmückten Festsaal des St. Johanner Rathauses besichtigen und hierbei durch die städtischen Behörden begrüßt werden. Unmittelbar nach der Denkmalsenthüllung begeben sich die Majestäten nach dem Rathause in Saarbrücken, wo ebenfalls eine Besichtigung der Bildergallerie und eine Begrüßung durch die Vertreter der Stadt erfolgt. Die Mreise der hohen Herrschaften von dort nach Potsdam ist auf 51/2 Uhr festgesetzt.
— Wie die „Tgl. Rdsch." aus bester Quelle erfährt, hat Generalleutnant B l i e d u n g, der Chef der Landwehr-Inspektion Berlin, seinen Abschied eingereicht. An seine Stelle tritt Generalleutnant v. Höpfner, der derzeitige Kommandant von Berlin.
— Die „Nationalztg." und die „Voss. Ztg." erfahren von unterrichteter Seite, daß die Meldung einiger Blätter, Kolonialdirektor Dr. Stüdel habe seine Demission angeboten, vollständig unbegründet ist.
— Meldungen Wer die Abzweigung des ar* beits statistischen Am tes im Reichsamt des Innern zu einem besonderen Reichsarbeitsamt sind zum mindesten verfrüht. AlleiLings sind darüber Erwägungen gepflogen worden, infolge des wachsenden Umfanges der Ausgaben dieser Abteilung. Es wird aber vorläufig nur beabsichtigt, die arbeiterstatistische Abteilung innerhalb des Amtes selbständig zu machen und an ihre Spitze einen zweiten Direktor im kaiserlichen statistischen Amte zu setzen. Zum Nachfolger des Präsidenten Wilhelms ist der Oberregierungsrat Werner im Reichsamt des Innern deffnitiv bestimmt, und die offizielle Ernennung steht bevor.
— Die Kanalkommission beschloß, zwei Lesungen zu halten und die wasserwirtschaftlichen Vorlagen in folgender Reihenfolge zu beraten: Erstens Regulierung der unteren Oder, Havel und Spree. Zweitens die Verbesserung der Vorflntverhältnisse in Brandenburg und Sachsen. Drittens Freilegung des Hochwassergebietes der mittleren und oberen Oder. Viertens den Gesetzentwurf wegen Freihaltung der Ueberschwemmungsgebiete. Fünftens die Wässerstraßenvorlage. Das Generalreferat über die Wasserstraßenvorlage wuÄe dem Wgeordneten Dr. am Zehnhoff (Ztr.) übertragen.
— Die „Norddeutsche" veröffentlicht den Gesetzentwurf betreffend Aenderungen der Zivilprozeßordnung. An Stelle des § 546 Absatz 1 sollen folgende Vorschriften treten: In Rechtsstreitigkeiten über vermögensrechtliche Ansprüche ist die Zulässigkeit der Revision von dem Werte des Beschwerdegegenstandes' abhängig. Gegen die Entscheidung des Berufungsgerichts, wodurch die erstinstanzliche Entscheidung abgeandert wird, ist die Revision zulässig, wenn der Wärt des Beschwerdegege.istandes über 3000 Mk. beträgt. In der Begründung heißt es : Andere Külturstaaten, z. B. Amerika, hätten, um ihren oberen Gerichtshöfen die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, viel schärfer einschneidende Beschränkungen. Wenn $eftenb gemacht werde, daß durch die Erhöhung der Revisionssumme eine große Zahl der Parteien schwer geschädigt werde, so werde dabei übersehen, daß die Zahl der Revisionen, welche ^Erfolg
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jährlich Mk. 2.20; durch Aohole» iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormütagS 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Ps* auswärts 20 Pfg.
Verantwortlich füx den volü. und allgem. Teil: P. Witiko: für »Stadt und Land^ und „Gerichtssaal*: August Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck.
„Gcho de Paris" berichtet aus Petersburg: Kapitän Kurakino, Offizier des Generalstabes, versuchte, obgleich verwundet, den linken Flügel des Generals Sassnlitsch schwimmend zu erreichen, er ging jedoch unter und seine Leiche wurde von Kosaken geborgen. Weiter meldet das genannte Blatt, man glaube in russischen Militärkreisen, daß sich jetzt die Ereignisse aus dem Kriegsschauplätze überstürzen werden.
Wie aus Tokio gemeldet wird, legte die Flotte des Ad- mirals Togo nach oem Untergange des „Petropawlowsk" für dtzn dabei umgekommenen Admiral Makarow auf 24 Stunden Trauer an. Ten Offizieren und Mannschaften war
Aus dem deutschen Auftellungs-Katalog.
In dem „Amtlichen Katalog der Weltausstellung des Deutschen Reiches" in St. Louis, der unter der Leitung von Prof. Behrens zu einem Kunstwerk des Buchdruckergewerbes geworben ist, nimmt bie Darstellung unserer gewerblichen, inbuftnelten und wirtschaftlichen Verhältnisse bebeutenben Raum ein. Emtge Taten feien daraus entnommen:
Tie deutsche Landwirtschaft ist im wesentlichen bäuerliche Landwirtschaft. Es widerspricht das einer vielumstrittenen Meinung, daß Deutschland das klassische Land der Großgrundbesitzer sei: denn bie bäuerlichen Betriebe nehmen runb 69 i). H. der Gesamtfläche ein, währenb auf bie Großbetriebe nur 25,2 v. H. und auf bie kleinsten 5,5 v. H. fallen. Eng verbunden mit der Landwirtschaft ist ja bie Forstwirtschaft. Unb da wird es intcref fieren. baß Deutschlanb mit etwa 30 v. H. Walb- släche in Westeuropa das waldreichste Land ist: nur Finnland (56 v. SV. Bosnien (53 v. H.), Rußland (37 v. H.), Schweben m v. H.) Oesterreich-Ungarn (31 v. H.), haben mehr Holz. In Deutschlanb selbst hat Baben ben meisten Walb (37,65), dann 23anem (32,51), bie thüringischen Staaten (32,49), Hessen (31,17), Württemberg (30,78), Elsaß-Lothringen (30,31), Braun- schweig 30,06): am wenigsten Oldenburg (10,63). Von bet Ge- samtwaldfläche Deutschland- gehört dem Herrscherhause 1,8 v. H., dem Staate 31,9 v. H., den Gemeinden 7,19 v. H., ben freien Privateigentümern 36,1 v. H.. ben Fideikommissen 10,4 v. H.
Tas ei fenbahnreichste Land in Deutschland ist bekanntlich das Königreich Sachsen (16,38 Kilometer auf 1OO Geviertkilometer Grundfläche), danach Hessen (16,03), dann Baden (12,56), Elsaß-Lothringen (12,48), Bayern (8,90), Preußen (8.(0 . Mecklenburg (8,07), Württemberg (8,61). Aber während hier Mecklenburg fast zuletzt kommt, steht es bei einer Berechnung auf b'e Bevölkerung weit an erster Stelle, indem in Mecklenburg auf40OOO Einwohner 21,67 Kilometer fallen, in Hessen 10,90, Bauern 10,85, Baden 10,05, Elsaß-Lothringen 9,64, Preußen 8,8^, Württemberg 7,70 und in dem eiseubahnreichsten Land Sachsen nur 5,78. Deutschland hat 557 Eisenbahntunnel, die insgesamt 197,5 Kilometer.lang sind, also aneinanbergereibt von Berlin weit über Magbeburg hinaus reichen würben. Die längste Eisenbahnbricke ist die Forbonbrücke bei Thorn mit 1281 Metern, dann bie Weichselbrücke bei Tirschau (726), bie Rhe i n - brücke bei Mainz (420), bei Köln (412). Die größte Stütz-
riton), Professor Henri Marteau (Genf), Professor Hugo Heermann und sein Sohn Emil Heermann (Violine), sowie das Heermann-Quartett, bestehend aus den Herren Professor Hugo Heermann, Fritz Bassermann, Konzertmeister Fritz Rebner und Professor Hugo Becker. Außerdem werden die Herren Professor Ludwig Thuille und Dirk Schäfer die Klavierpartien ihrer Kammermusikwerke persönlich übernehmen. Als Dirigenten der neuen Orchesterwerke wirken verschiedene Komponisten selbst mit, so die Herren Dr. Rich. Strauß «Sinfonia domestica), I. L. Nicvd6 („Gloria", ein Sturm- und Sonnenlied, Symphonie in einem Satze für großes Orchester, Orgel und Schlußchor), E. N. v. Reznicek („Rühm und Ewigkeit", vier Gesänge mit Orchester nach Fr. Nietzsche), Bruno Wälter (Synrphonische Phantasie für großes Orchester) und Volkmar Andreae („Schwermut-Ent- rückung-Visron", Symphonische Phantasie für großes Orchester, Orgel, Tänorsolo und Chortenor, nach einer Dichtung von W. Schädelin).
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Z>er Krieg zwischen Japan und Kußland.
Die Landungen der Japaner bei Port Arthur.
Die Japaner haben dem Uebergang der Armee Kurokis über.den Jalufluß jetzt den zweiten Akt ihrer Landoperationen folgen lassen, die Ausschiffung anderer Truppen an verschiedenen Punkten der langgestreckten Liaotung-Halbinsel, an deren Spitze Port Arthur liegt. Von den Russen wurde der Landung anscheinend kein Widerstand entgegengesetzt.
Gegenüber den Elliot-Jnseln, welche die Japaner bald nach Beginn des Krieges besetzten, liegt der Ort Pitzewo, wo nach den offiziellen japanischen Depeschen in unserem heutigen Morgenblatte 10000 Japaner gelandet sind. Von dort geht eine Straße quer über die Halbinsel nach der Westküste. Nahe ihrem Endpunkt befindet sich Port Adams. Auch dort sollen, nach Privatmeldungen, Japaner gelandet sein. Eine dritteAusschiffungsstelle kann in an in der Bucht bei der Stadt Kintschau an der Westküste vermuten. Dort ist die schmälste Stelle der Halb^- insel, die die Japaner jetzt leicht werden sperren können. Dadurch wird Port Arthur nun auch zu Lande von der Verbindung nach dem Innern ab geschnitten und auf seine eigenen Verteidigungsmittel angewiesen. Daß auch nach russischer Ansicht eine Belagerung des Platzes unmittelbar bevorsteht, zeigt die Abreise des Statthalters Alexejew und des Großfürsten Boris aus der Festung zur Feldarmee. Diese letztere steht mit ihren Hauptkräften bei Mulden und Liaujang, wo General Kuropatkin späterhin die entscheidende Schlacht anzunehmen gedenkt. Von ihr ist ein Detachement nach Niutschwang vorgeschoben, dessen Hafenplatz Jingkau ebenfalls von einer japanischen Landung bedroht ist. Endlich steht die am Jalu geschlagene Truppe des Generals Sassu- litsch bei Föngwangtschen. Wenn die erste japanische Armee, die wohl auch auf eine Flankenunterstützung durch Landungen bei Takuschan rechnen kann, diese Streitkräfte nochmals angreift, so dürften die Russen sich auf die leicht zu verteidigende Gebirgsstellung im Motien-Paß zurückziehen. Die auf Liautung gelandeten japanischen Truppen gehören jedenfalls zur Weiten Armee unter General Baron Oku. Ihr Seetransport gelang ohne Störung, denn das in Port Arthur liegende russische Geschwader hat nach allen Meldungen der letzten Tage den Hafen nicht mehr verlassen, mag nun der Eingang tatsächlich gesperrt sein oder nicht.
Nach Meldungen über London haben die Russen die Garnison von Port Arthur bis auf 4000 Mann zurückgezogen. Die Archive und Gelder wurden nach Mukden gebracht.
Russische Privatmeldungen aus Port Arthur besagen, daß dort „alles ruhig ist. General Alexejew besucht Port Arthur, um moralisch auf die dortigen Truppen einzuwirken. In Mukden besucht er die Verwundeten und spricht ihnen Trost zu." Diese Meldung ist recht unklar.
Pariser Nachrichten aus Petersburg zufolge soll Kuropatkin an den Zaren telegraphiert haben, es sei unmöglich, das Vordringen der Japaner bis zu einer Entfernung von 140 Kilometern angesichts der numerischen Schwäche der russischen Streitkräfte zu verhindern.
Spätere Meldungen lauten:
Petersburg, 6. Mai. Der Korrespondent der Russ. Telegraphenagentur meldet aus Mukden: In der Nacht, vom 5. Mai begannen die Japaner unter dem Schutze der Kriegsschiffe bei Pitzewo Truppen zu landen. Heute morgen zeigte sich eine spanische Patrouille südlich von der Station P ul ad i an und schoß auf einen Sanitätszug des Roten Kreuzes, der mit Verwundeten von Port Arthur kam.
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