Ausgabe 
7.4.1904 Zweites Blatt
 
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Russische Finanzlage. Petersburger Meldungen zufolge ist krt wieder wesentliche Beruhigung eingekehrt und die Geschäfts- "Ht, die einige Zeit ganz darnieder lag, wird wieder rege. Des rt4(5 Finanzministers Wahlsprtlch ist es, vor allem unbedingt cm !i Valuta festzuhalten, selbst roeiin die politische Situtation sich,noch i schwierig gestalten würde. Der russische Goldrubel bürgert sich iii)r-r immer mehr ein, und als Zahlungsmünze kursiert er zur thi-m einen Ueberraschung. An eine Anleihe wird vorerst gar teil gedacht, wenn sie sich auch bei den enormen Kosten, die der diqg mit sich bringt, schließlich doch nicht umgehen lassen wird ot» wenn man einmal leiht, wird man gleich ganz gründlich hrceii Aber wie gesagt, ffirs erste ist noch reichlich Geld da.

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gieren.

Welter

<W

"lpril 1.904.

8 e H e

B.

6.

1.

2*

9

1*

743,8

746,8

744,6

+ 9,4 + 7,2 + 7,1

6,1

6,2

Höchste Temperatur am 5.6.

Niedrigste , , 6.-6.

sw.

2

Regen

NW.

2

veller Himmel

S.

2

Bew. Himmel

April = + 11,2 «C.

= + 6,4 e 0.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst

Voraussichtliche Witterung in Oberhessen für Freittag, den *Ä. April 1904. Starkwindig , veränderliche Bewölkung, doch wieder vorwiegend trüb, etwas kühler, Regen, be» lint erd im Norden des Gebiets.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Neueste Meldungen.

vriginaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.

Berlin, 8. April. Der Prokurist JakobuS von dn »früheren Berliner Bankftrma Gebrüder Schindler, die rim vorigen Jahre zusammenbrach, nachdem große Depots imtarschlagen worden waren, hat sich freiwillig dem Berliner Krocht gestellt. Er war seinerzeit nach Argentinien gegangen,

nm sich eine neue Existenz zu suchen, und kehrte nun zurück, als er von dem hinter ihm erlasienen Steckbrief Kenntnis be­kommen hatte.

Königsberg i. Pr., 7. April. Hier sind zur Zeit gegen 600 BauhilfSarbe iter auSständig, auch 330 Maurer sind dadurch arbeitslos.

L. London, 7. April. AuS Newyork meldet »Daily Telegraph": Oberst Ra bien, der an Bord des »König Albert^ die Mittelmeerreise Kaiser Wilhelms mitmachte, versicherte hier, die Stimme des Kaisers, den er am ersten Sonntag der Fahrt eine halbe Stunde lang aus der Bibel habe vorlesen hören, sei klar und kräftig ge­wesen und jeder Hörer habe sich überzeugen müssen, daß der Kaiser unmöglich ein Kehlkopfleiden haben könne.

London, 7. April. Daily Mail meldet auS Shanghai, eine Räuberbande habe einen russischen Vorposten bei Liaoyang angegriffen Eine Anzahl russischer Soldaten wurde getötet oder verwundet. Die Telegraphenleitung wurde von den Räubern zerstört und die Eisenbahn be­schädigt.

Paris, 7. April. Der Zustand der hier an In­fluenza erkrankten Exkönigin Isabella von Spanien hat sich erheblich verschlimmert.

Rom, 7. April. Ein bekannter Jesuit ist aus dem Orden ausgetreten, Pater Br em end, Verfaffer be­deutungsvoller Werke.

Wien, 7. April. Der Kaiser verlieh anläßlich des Ablaufes der ersten Funktionsperiode des Jndustrierates dem Herrenhausmitglied Arthur Krupp das Großkreuz des Franz-Josef-Ordens.

Innsbruck, 7. April. Der Kaiserjäger Franz Lindner ist vom Plusmer Joch abgestürzt und war so­fort tot.

Sofia, 7. April. Der drohende Abbruch der türkisch­bulgarischen Verhandlungen wurde durch den bulgarischen Agenten in Konstantinopel, Ratschewitsch, bis auf weiteres adgewendet. Ratschewitsch wußte durch Geltendmachung des Einfluffes des Fürsten die Fortsetzung der Verhandlungen

durchzusetzen, sodaß von einem Ultimatum abgesehen wird und die kürzlich gemeldeten militärischen Maßnahmen vor- läusig abgewendet werden.

RagySzalonta, 7. April. Der Direktor der hiesigen landwirtschaftlichen Dampsmühle wurde in seiner Wohnung von unbekannten Tätern überfallen, durch Beilhiebe ge­tötet und beraubt.

Schiffsiilichrichten-

Red Star Linie, Vertreter Carl Retter, Gießen, Bleichstr.8.

Der Postdampfer »Vaderland" der Red Star Linie' in Ant­werpen ist laut Telegramm am 5. April wohlbehalten in New­york anpefommen.

Telephonischer Kursbericht"

Frnwhtnri » Jl,, 80/n Mexikaner 4,/eVn Chinesen Electric. Schlickert Nordd Lloyd . .

7. April.

. . 26.35

. . . 87.50

. . . 104.60

. . 10610

®l/«% Reichnanleihe . . 101.00

3n/' do. ... 90.50

3i/,% Konsole .... 102.10

3% do.....90.50

8l/t*/n Heeeen .... 100.40 31/, % OberhcRRon . . .. 4% Oesterr. Goldrente . 101.80 4xI6% Oesterr. Silberrente 100.70 4% Unrar. Ooldrente, . . 99.90

4°/ Italien. Rente , . . 103.00

4> ,56 Portugieser , . . 60.20

3°/ Portugiesen.....59.35

1% C. Türken ....

Türkenlose .....127.20

4% Grieoh. Monopol.-Anl 43.90

41/. % äussere Argentiner 42 80

Kreditaktien . ... 205.20

Diskonto-Kommandit. . . 184.40 Darmstädter Bank . , . 135.50 Dresdener Bank .... 147.90 Berliner Handelsges. . . 153.00 Oesterr. Staatabahn . . . 136.20 Lombarden ..... 14.10 Gotthardbahn .... 192.50

Laurahütte...... 237.50

Bochnm ....... 191.30 Harpener . . ... 198.40

Tendenz: ruhig.

Viele Mütter glauben ihre Säuglinge gut zu ernähren, wenn sie ihnen schon in den ersten Monaten unverdünnte Kuhmilch geben, welche die meisten Kinder, wegen ihres zu groß-n Etweiß» gehaltes, nicht verdauen können. Will man den Nährwert der verdünnten Kuhmilch erhöhen, so empfiehlt sich am meisten der Zusatz von Kufeke'S Kindcrmehl, welches auch die Kuhmilch leichter verdaulich macht, weil es im Magen eine feinflockigere Ge­rinnung des Eiweißes verursacht. 2369

tlAIZIYA

Bekanntmachung.

"ln Stelle des zurückgetretenen Wiegers an der Lastwage am ädtertor, Christian Weidig, wurde heute Philipp Mickel

bSteger verpflichtet.

Gießen, den 6. April 1904. 3226

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Mecum.

Bekanntmachung.

Irüöjahrs-Kontroüverlammlung.

haben aus der Stadt Gießen auf dem Hofe der alte» taserrne am Brand zu erscheinen:

I.iOffiziere, Sanitäts-Offiziere und Beamte der Reserve und ider Landwehr I. Aufgebots (kleiner Tienstanzug),

2.ibie Mannschaften der Reserve und Landwehr L Aufgebots taCer Waffen, einschließlich Halbinvaliden und nur Garnison- dienstfähigen.

8. Übte zur Disposition der Truppenteile ober Ersatzbehörden .atlassenen Mannschaften aller Waffen,

4 tdie Ersatzreservisten, geübte und nicht geübte,

tnbwar:

»Routrtfl den 18. April, vormittags 8 Uhr, die Jahrgänge der Waffen aus 1891, 1892, 1893, außer Ersatzreservisten. Die ^neunter Nr. 1 Aufgeführten aller Jahrgänge (Offiziere ?c.)

Montag den 18. April, nachmittags 2 Uhr, die Jahr- jSngr aller Waffen aus 1894, 1895, außer Ersatzreservisten.

r ienStag den 19. April, vormittags 8 Uhr, die Jahr- Mge: aller Waffen aus 1896, 1897, außer Erfatzreservisten.

2 ieuStag den 19. April, nachmittags 2 Uhr, die Jahr- jiuji' aller Waffen aus 1898, 1899, außer Ersatzreservisten,

Mittwoch den 20. April, vormittags 8 Uhr, die Jahr-- -pigf aller Waffen aus 1900, 1901, 1902, außer Ersatzreservisten.

Mittwoch de« 20. April, nachmittags 2 Uhr, die Jahr- aller Waffen von 1891 bis 1896, nur Erfatzreservisten.

Mittwoch den 20. April, nachmittags 4 Uhr, die Jahr- llingt* aller Waffen von 1897 bis 1903, nur Erfatzreservisten.

C § wird folgendes erinnert:

1. Zesieiungsgesuche sind bis spätestens 8 Tage vor dem Appell wrch das Hauptmeldeamt einzureichen und müssen durch die Bürgermeisterei bezw. bei Beamten durch die vorgesetzte Be­hörde beglaubigt sein. Berücksichfigung kann nur m den dringendsten Fällen stattfinden.

,3eber Kontrollpflichtige ersieht die Jahresklaffe, zu der er ikhört, auf dem Deckel seines Militärpaffes.

3. Die Militärpäffe mit eingeklebter roter Kriegsbeorberung unb Führungszeugnis sind mitzubringen.

i Bei sämtlichen Kontrollpflichtigen werben dieses Mal Fuß- neffungen vorgenommen, mit Ausnahme der Erfatzreservisten; 'ementsprechend sind saubere Strümpfe anzuziehen.

Stöcke, Schirme, Pfeifen und Eigarren sind vorher weqzulegen.

3. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontroll- ages bis. einschließlich Mitternacht unter dem Militärgesetz. Demgemäß werden auch Unpünktlichkeit und Versäumnis der kontrollversammlung bestraft.

(Stießen, am 5. April 1904. 3257

Großherzogin e Ürnermeisterei Gießen.

__** D.: Curschmann._____________________

Bekanntmachung.

Inmelbimgen zur Aufnahme in das Gymnasium :)m Montag den 11. April, morgens von 8 bis 9 Uhr;

1 fri>::e Vorschule von 9 bis 10 Uhr in dem Lehrerzimmer NymnasiumS entgegengenommen. (Namenfolge tunlichst 1 mti Dem Alphabet!) Die Vorlage des Impf- und Geburts- s |op98, für das Gymnasium auch des Abgangszeugnisses, ist a mjud^rlich.

Der Unterricht beginnt Dienstag den 12. April, morgens r^lllhr, mit einem Schulaktus; von da an bis Pfingsten 1 ne 3 Uhr.

Großherzogliche Direktion des Gymnasiums.

Dr. Schädel. 3261

e. Dinvwstag d. 14. April 1904, nachmittags 3 Uhr,

t aotim. airf hiesigem Ortsgericht t -mir Konkursmasse derWilh.

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i:tB im, 9. März 1904.

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Samstag den 9. April, abends 9 Uhr beginnend:

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