Montan 7. März t 904
154. Jahrgang
Erstes Blatt
Aus
während
Politische Tagesschau.
Der zehn- und neunstündige Arbeitstag.
Nr. 5«
«rlftelnt täglich quI3ei Sonntags.
56 em Gießener Anzeiger n?erben im Wechsel mit dem keffischen Landwirt die Giehener Zamtllen- hlätler uiermal in bet Woche beigelegt.
AtotationSbruck il Verlag bet Brüh l'lchen 11 nweri.-Buch-u. Steindrucke ret. 9L Lange.
Vtebaltion. 6^pebttu>n und Druckerei:
SchulsiraKe 7.
Qlbrefie für Devefchen: Unzctger Gießen.
I-krniprechanicklußNr 51
cilmg.
mit Süddeutschla^ in und Frankfurt«.^ früher al? bisher in ,diePersonenzugverbinv:
Der morgens vom nbe Personenzug wirb \t später absahren, aber sm 1 x. beibehalten. Wie « Schnellzüge zwiW vermehrt. _
gutinformierten Kreisen wird mitgeteilt, baß die
_____ der Tagung des Reichstages aus der Mitte des Laufes gestellten Anträge, für männliche Arbeiter in Fabriken den zehnstündigen und für Flauen den neunstündigen Arbeitstag gesetzlich festzulegen, vorerst keine Aussicht haben, von der Regierung befürwortet zu werden. Tie Vielseitigkeit der Anforderungen in den verschiedenen Industriezweigen, in denen unter Umständen länger wie zehn Stunden täglich gearbeitet werden muß, lassen eine generelle Bestimmung hierfür als den Lebensinteressen gewisser industrieller Branchen zuwiderlaufend erscheinen. Besonders beschleunigte Aufträge können in vielen Füllen nur unter Zuhilfenahme von Ueberstunden erledigt werden. Kann man daher im Prinzip nicht eine Einführung des Zehnstundentages für alle Fabriken verlangen, so erscheint es jedoch nicht ausgeschlossen, daß später nach Abschluß der statistischen Erhebungen und eingehenden Erwägungen für einige Industriezweige ein zehnstündiger Arbeitstag gesetzlich festgelegt wird. Ehe hierüber aber im Plenum verhandelt werden kann, kann noch viel Zeit verstreichen. Sympathisch steht man im allgemeinen der Einführung einer täglich neunstündigen Arbeitszeit für Frauen gegenüber. Hauswirtschaftliche Pflichten, die diese zu erfüllen haben, lassen es oftmals geboten erscheinen, daß sie die Arbeit eher verlassen als ihre Männer. Außerdem kann einer Schonung des weiblichen Geschlechts im allgemeinen aus verschiedenen Rücksichten das Wort geredet werden. Im Gegensatz hierzu tft aber die Arbeitsteilung in vielen Betrieben derartig eingerichtet, daß weibliche und männliche Arbeit sich gegenseitig ergänzt und ineinandergreift. Würde ein Teil die Arbeit früher verlassen als der andere, so müßten vielfach in der Herstellung der Fabrikate Stockungen eintreten, die sich zum Nachteil des Ganzen unangenehm fühlbar machten. Man muß also auch hierbei erst die Sichtung der einzufordernden Berichte und der aufzustellenden Statistik ab- warten, ehe sich bestimmte Gesichtspunkte für einen derartigen Antrag aufstellen lassen.
Der Arrest zwischen Japan und Rußland
Ein Bombardement von Wladiwostok.
Aus W l a d i w o st o k vom 6. März meldet die offiziöse .-Ruff. Tel.-Ag.: Heute nachmittag bombardierten fünf japanische Schiffe 65 Minuten lang die Stadt. Nachmittags 1 Uhr 25 Min. näherten sich feindliche Panzerschiffe und zwei Kreuzer von der Askoldinsel her der Küste dss Ussurigolfes gegenüber der Patroklos- und Sobolbucht. 2ie Schiffe nahmen Gefechtsstellung ein und eröffneten aus allen weittragenden Geschützen ein gut unterhaltenes Feuer aus einer Entfernung von acht Werst von der Küste ainf Küstenfords, Batterien und Stadt. Tie Geschosse rich- ti ten k e i n e n S ch a d e n an. Tie meisten der feindlichen Geschosse, ungefähr 200, krepierten nicht, obgleich sie mit Lyddit geladen waren. Unsere Batterien, bei denen sich Kommandant General Woronetz, Brigadekommandeur General Artamanow und die übrigen Befehlshaber be- samdcn, antworteten nicht und warteten ab, ob der Feind sich nähere. Nachdem das Feuer 55 Minuten gedauert Iptte, zog sich der Feind um 2 Uhr 20 Min. in der Richtung nach der Askoldinsel zurück. Dort erschienen gleichzeitig zwei feindliche Torpeooboote und zwei weitere beim Kap Maidel. Tie feindlichen Schiffe waren mit Eis bedeckt. "3er für uns verlustlose Angriff kostete dem Feinde über 2OOOOO Rubel. Tie meisten Geschosse üaren solche aus 6- und 12zölligen Geschützen. Tie Bevölkerung, die von einem wahrscheinlichen Bombardement benachrichtigt worden war, nachdem das japanische Geschwader am Horizont gesichtet war, bewahrte Ruhe.
Statthalter Alexejew richtete aus Mukden folgendes Telegramm an den Zaren:
Ich melde Eurer Majestät, daß der Kommandant der Heftung Wladiwostok mitteilt, daß heute, 6. März, früh 8 Uhr 50 Min. südlich von der Askoldinsel sieben Schiffe gesichtet wurden, daß diese Schiffe um 9 Uhr 45 Min. als Kriegsschiffe erkannt wurden, die Kurs aus die Askoldinsel hi eiten. Gegen Mittag befand sich das feindliche Geschwader im der Mitte zwischen der Küste und der Askoldinsel auf die Ussuribucht zufahrend außer dem Bereiche des Feuers b?*r Uferbatterien. Um 1 Uhr 30 Min. nachmittags eröffnete der F-eind das Feuer. In dem feindlichen Geilt wader befinden sich wahrscheinlich die Kreuzer erster Masse „Jsurno" und „Jakurno", die Namen der anderen Schiffe sind unbekannt.
Tem Reuterschen Bureau wird aus Tokio über Newyork ^meldet: Ein österreichischer Dampfer, der in Hakodate mikam, teilet m-it, daß das russische Wladiwostok- Gleschwader am 29. Februar Wladiwost o k verlassen habe. Man vermutet, daß es in den nördlichen Gewässern kreuzt mit der Absicht, japanische Dampfer ab- ziufangen.
Deutsches Keich.
Berlin, 6. März. Zur gestrigen Abendtafel Leim Kaiser waren geladen: Reichskanzler Graf Bülow und Generaldirektor Wiegand vom Norddeutschen Lloyd.
— König Georg von Sachsen gedenkt auch in diesem Jahr wiederum einen mehrwöchigen Erholungs- Aufenthalt an der Riviera zu nehmen und zwar ist hierzu der April auserfehen, da der geplante Besuch Kaiser Franz Josefs am sächsischen Hofe nicht stattfindet. Me weiter gemeldet wird, sollen die Aerzte dem Könige eine Kur beim Geheimrat v. Reyher in Dresden empfohlen haben.
— Ter deutsche Sparkassentag, der hier tagte, hat eine bestimmte Stellungnahme zu dem Scherl'schen Lotteriesparplan abgelehnt. Es wurde, nachdem sich Redner für und gegen den Plan erklärt hatten, beschlossen, die Sache den Unterverbänden zur Prüfung zu überweisen und etwa in Jahresfrist zu einer Neuberatung den Sparkassentag einzuberufen. Dieser Antrag wurde vom hessischen Verband gestellt, der seinerzeit ein Gegner des Seherischen Planes gewesen ist. Ter Minister des Innern hatte in einem Schreiben seine Nichtteilnahme an den Verhandlungen mit der bevorstehenden Erörterung der Frage im Abgeordnetenhause und ferner damit motiviert, daß die Verwirklichung des Scherlschen oder eines ähnlichen Sparsystems gegenwärtig nicht zu erwarten sei.
Kiel, 5. März. Prinz Heinrich und der Großherzog von Hessen begaben sich gestern mittels Automobils nach Hemmelnrark zur Besichtigung des neuen Schloßbaues.
Gotha, 6. März. Ter beabsichtigten Gründung einer Landwirtschaftskammer für das Herzogtum Gotha steht man in den beteiligten Kreisen größtenteils ablehnend gegenüber. So wurden von mehreren lanbwirt- schastlichen Vereinen Resolutionen gefaßt, die sich gegen die Errichtung auSsprachen. Man hält das Land für zu klein, um die Mittel zur Erhaltung der Kammer und zur wirksamen Arbeitscntfaltung derselben aufbringen zu können. Empfohlen wird, die Angliederung an die Landwirtschaftskammer in Halle, wie bisher.
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Lima richtete ein Erd« 'n Schaden an. Seit i) eben statt.
Aus Schwaz im tro respondent: Ter geseir e Ijörnson nimmt eit Aufenthalt in ur: } der Frundsberger... uer nun ist der Ditzv zum Teile wenigsten- - nmer/ch'chjMchen ent- unb in /einer Mstnunx einer Ansprache, von. chen Mudchw tegri:
Weiteres zur Kriegslage.
In russischen Privatbriefen heißt es, daß bei dem (jüngsten Zusammenstoß auf koreanischem Gebiete zwischen dem Jalu und Pingjang die Russen die Japaner mit überlegenen Streitkräftenge- schlagen haben, aber selbst schwere Verluste erlitten.
Flüchtlinge ausPortArthur berichten, die Arbeiten am dem Dock, wo der „Zaesarewitsch" repariert werden iritte, wurden eingestellt; der fremde Ingenieur, der den „Retvisan" heben wollte, verlasse Port Arthur, nachdem dieser Versuch mißglückt sei. Es bestätigt sich, daß die Befestigungen von Port Arthur durch das Feuer der Japaner beträchtlichen Schaden erlitten haben. Im ükbrigen ist in Port Arthur nach Meldungen der Russischen Telegr.-Agentur alles ruhig. In der vergangenen Nacht wütete ein Schineesturm.
, „Newyork-Herald" meldet aus Tientsin, am 29. v. M., 1. und 2. März sei Port Arthur mit Unterbrechungen non den Japanern bombardiert worden. Die japa- uöschen Kriegsschiffe befanden sich bei Beginn des Bombardements 15 Kilometer von der Küste entfernt, näherten sich aber zeitweise bis aruf sieben Kilometer. Nach einer De- pasche aus Tschifu versuchten die Japaner wahrend der Sturmnächte von Montag. Dienstag und Mittwoch die Forts von Port Arthur zur Munitionsverschwendung zu veran- lcnssen. Die Japaner ließen nämlich im Südwesten Port Arthurs mit Masten versehene Flöße heranschleppen, deren dichter bald erschienen, bald verschwanden, um die Aufmerksamkeit zu erregen. Gleichzeitig wurden von einigen rächt beleuchteten japanischen Kriegsschiffen aus anderer Dichtung Schüsse gegen Port Arthur abgegeben, zuerst aus einer Entfernung von 15, dann von 7 Kilometern.
i Es bestätigt sich daß der Dampfer der freiwilligen russ. Grotte „Jekaterinoslaw , der am 4. Februar auslief, von b.en Japanern vor der Kriegserklärung beschlagnahmt worden ist.
Allmählich kommen die wirklichen Verluste der Ja- p.cin er zutage. Der „Shanghai Mercur" bestätigt die Meldung, daß in der Schlacht bei Tschemulpa der japanische F reuzer„Takatschiho" vernichtet und der Kreuzer „Els am a" stark beschädigt wurden. Bei der ersten Beschießung von Port Arthur sei, wie versichert wird, ein j,spanisches Schiff langsam gesunken. Das Ad- rn iralschi ff mußte bugsiert werden. Me dem „Ost- assiatischen Llopd" aus Tokio aemeldet wirb, wurde dem mmanischen Schiff „Schikichimo^ bei der Beschießung von Port Arthur durch ein russisches Geschoß der Schornstein iveggerissen. Außerdem wurden die Maschinen des Schiffes zerstört.
Reuter meldet aus Souel, daß zwanzig Mitglieder zeer thaufietergilbe sich eidlich verpflichtet haben, alle Be- ,unten zu töten die ein Bündnis mit Japan hgk günstigen soll'en. Ter japanische Gesandte teilte in koreanischen Regierung sofort mit daß, wenn die
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Kirche und schule.
London, 6. März. Anläßlich der Hundertjahrfeier der Bibelgesellschaft fand in der St. PaulS- Kathedrale ein Gottesdienst statt, dem auch die Königin und Prinz und Prinzessin von Wales beiwohnten. Der Umstand, daß der König nicht zugegen war, ist kein Anzeichen für eine Verschlimmerung seines Befindens. Er wird wahrscheinlich zu Beginn nächster Woche daS Zimmer verlosten. (Vgl. den Artikel in den heutigen .Familien- blättern. *)•
ALS Stadl and Land.
Gießen, den 7. März 1904.
— Hessisch -Thüringi sch e Sta atslotterie. Bei der heute begonnenen Ziehung der 6. Klaffe fiel ein Gewinn von 40 000 Mk. auf Nr. 3916, ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 70709, ein Gewinn ootf je 10 000 Mk. auf Nr. 25887 28164 6844U -rper Gewinn^/von je 5000 Mk. auf Nr. 15151 15706 29256 63545f ©eroinne von je 3000 Mk. auf Nr. 3773 6062 10046 10419 10420 13908
Regierung die Verschwörer nicht verhaften lasse, japanische Beamte dies tun würden. Hierauf wurden vier Rädelsführer verhaftet.
Tie chinesische Regierung kaufte zwei Kruppsche Feldbatterien. — Ueber die telegraphisch eingeaangene Mitteilung, daß die Verschiffung von Waffen nach China unter britischer Flagge nicht gestattet sei, herrscht große Ueber- raschung. Nach einem chinesischen Blatte desertieren viele Mannschaften der an der Grenze stationierten Truppenteile.
Eine neue Kriegskarte.
Vielfachem Bedürfnis entspricht eine soeben zur Ausgabe gelangte Orientierungskarte von Japan, Krrea, Ost- China und der Mandschurei nebst Spezialdarstellungen des Gelben Meeres mit Golf von Tschili, des Russischen Gebiets auf der Halbinsel Lian-tung sowie Plänen von P^rt Ar hur, Tokio und Y kohama. bearbeitet v n P. Krauß, die im Verlage des Violiographisck>en Instituts in Leipzig erscheint. Tie Karte ist auf Grund der neuesten Unterlagen besonders entworfen, die Tarstellung klar und übersichtlich der Truck mustergiltig.
Preußisches Abgeordnetenhaus.
Berlin, 5. März.
Tie zweite Lesung des Eisenbahnetats wird fortgesetzt. Zunächst werden die drei Anträge Friedberg (Natl.), v. Zedlitz (ftrn, Strombeck (Ztr.) und Moltke (Frk.) weiter beraten. Sie wünschen eine erhöhte Förderung des Ausbaues des Kleineisenbahnnetzes und eine Herabsetzung der Gütertarife. Berichterstatter Schmie- ding (Natl.) teilt mit, der Minister habe in der Kommission die Erklänmg abgegeben, daß die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft beiden B u n d e s st a a t e n den erwarteten Nutzen gebrackst habe. Abg. Dr. P o r s ch (Ztt.) erklärt, es hätten sich alle zum Etat gehörigen Anträge von diesem zu trennen und nach Fertigstellung des Etats zu erledigen. Zu diesem Zwecke sollen regelmäßige Schwerinstage eingerichtet werden, an denen die Anttäge der Reihenfolge nach zur Verhandlung kommen werden, in der sie im Etat erledigt woroen wären. Nach kurzer Geschäftsordnungsdebatte wird der Antrag Dr. Porsch angenommen. Abg. v. A r n i m (kons.) führt ans, seine politischen Freunde wünschten keine Ausdehnung ber Eisenbahngemeinschaft Preußens mit anderen Bundesstaaten. Im übrigen würden sie für die vorliegenden Anttäge zwecks Verbilligung der Gütertarife eintreten. Abg. Broemel (srs. Verg.) weist auf die Ueberschüsse hin, die jetzt so hoch seien, wie sie noch nie g-wesen sind. Aber gerade deshalb müsse man mit erhöhter Kraft an den Ausbau des Eisenbahnnetze? gehen. Eine Vermehrung des Verkehrs würde auch zur Herabsetzung der Selbstkosten führen und damit ermöglichen, ohne Einnahmeausfälle die Tarife herabzusetzen. Auch die Eisenbahnbeamten bedürften in den allerweitesten Kreisen dringend einer Gehaltsaufbesserung. Abg. M a c c o (Natl.) betont, daß die Be tr ieb.s g emein schaft reichen Segen gebracht habe, wie sie ihn auch weiterhin bringen werde. Ihre Ausbreitung sei die dringlich st eAufgabe unserer Eisenbahnpolitik. Weiter fordert Redner, mehr Hauptbahnen als Kleinbahnen zu bauen, um dem steigenden Verkehr zu genügen. Bei den Gütertarifen habe die Regierung schwere Fehler gemacht. Sie trage die Verantwortung für die sozial höchst bedenkliche Konzenttation der Jndusticke im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier. Die Verwaltung habe ihre Aufgabe zur Hebung des Landes nicht erfüllt. Minister Budde erklärt, er habe schon gesagt, daß für die Industrie allzuhohe Auf- ttäge unangenehm wären, genau so tote im Fnrhjahr der Rückgang in den Aufträgen schmerzlich empfunden toordep toare. Die Regierung habe für eine gewisse Gleichmäßigkeit gesorgt. Die Ausgaben für Neubauten seien ständig etwa bis auf 160 Millionen gestiegen. Für die Erfüllung aller Wünsche sei kein Geld da. Es müsse doch auch einmal an das Schuldentilgen gedacht werden. Er sei für eine Personentarifreform im Sinne einer Vereinfachung, inbezug auf die Gütertarife sei er für Ermäßigung, wo sie au8 wirtschaftlichen Gründen notwendig sei. Bei der preußisch- hessischen Eiseubahngemeinschaft könne er einen politischen Mißerfolg nicht zugeben. Umleitungen seien notwendig. Die Güter werden auf dem wirtschaftlichsten Mg gefahren, der nicht immer der kürzeste sei. Andererseits müsse eine gewisse Einigung mit den anderen Verwaltungen erfolgen. Er habe den lebhaften Wunsch, die Eisenbahnverwaltung im Sinne nationaler Politik zu leiten.
Hierauf wird die Diskussion geschlossen. Tie Anttäge Zedlitz-Friedberg, Sttornbeck und Graf Moltke werden der Budaetkornrnission überwiesen. Abg. Graf Praschrna (Ztr.) begründet folgenden Antrag: Die Regierung zu ersuchen, der jetzigen Notlage der heimischen Zuckerindnstrie durch eine anderweitige Gestaltung der Eisenbahngütev- tarife für Rübenzucker mit tunlichster Beschleunigung Rechnung zu tragen. Abg. Stupp (Ztt.) begründet den Antrag, die Negierung zu ersuchen, in Rücksicht auf die andauernde Notlage der deutschen Zuckerindusttie und Landwirtschaft die Eisenbahntarife für Zuckerrüben, Schnitzel 2C. noch weiter herabzusetzen.
Keer und Alotte.
— Für das 18. Armeekorps ist zu einem Teil seiner diesjährigen Herbstmannöver (Regiments- und Brigade - Exerzieren, gefechtsmäßiges Schießen) das Gelände in den Kreisen Gelnhausen, Schlüchtern, Gersfeld (Rhön) und Fulda als Operationsbasis bestimmt worden.
© mo^at?,ch75P"v"ttel-
GietzeilerAilzeigers General-Anzeiger v v w den poltL unb adflem.
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Metzen MMZ


