Ausgabe 
6.12.1904 Zweites Blatt
 
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v. 95 Pf. an

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Zollfrei! Muster an Jedermann!

Seidenfabrikt. Hennebcr#;, Zürich.

Es ist eine alte Geschichte,

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Kunst und ^5tfTenfd)üft

Pari s, 2. Dez. Der Arzt Dr. R o b i n unternimmt augen­blicklich eine eifrige Propaganda zur Bekämpfung der Tuber­kulose. Das voit Robin erfundene System besteht dann, Lun­genkranke mittels Luftballons in Höhere Re­gion e n zu führen, um auf diese Weise denselben das beschwerliche Bergsb igen zu ersparen. Robin soll große Erfolge mit diesem Verehren gemacht haben. t

Ter russische belehrte Petrowitsch Pawlo w, Professor der Phpsiologie an der Universität Petersburg, ilt für den 111rbiumicheu 91 o b e 1 y r e i norges'^gei'..

gleickgiltig.

Für die Prop orti ana lwahl, die viel für sich habe, sei, so führte Dr. Gutfleisch anS, nichts zu tun gewesen.

Die Wahl soll wie bisher auf 6 Jahre stattfinden. Der Referent sagte, er habe gewünscht, baß die Teilerneuc- erungen auf hören möchten und daß etwa alle fiinr Jahre der ganze Landtag gewählt werde. Die Negierung habe sich dagegen gewandt mit Gründen, deren Haltlosigkeit vom Ncichstagswahlgcsetz dargetan ivürde.

Daraus kam Dr. Gutfleisch auf die Zusam men sehn ng der I. Rammcr zu sprechen und unterzog da« Verhalten der Bauernbündler gegenüber dem Eintritt dreier S t ä d t e b ü rg e r tu e i ft e r einer Kritik. Diese wollten ben Städten keinen Vorrang geben.

Ein weiteres Kapitel tvar der Kampf über Artikel 3 der Vorlage, die Wahlkreiseinteilung. Die Negierung wollte die Zahl der Abgeordneten von 50 aus 55 erhöhen imb wollte die 5 weiteren Vertreter auS den Städten nehmen. Dr. Gutfleisch schilderte die Vorgänge bei den Beratungen darüber, den Widerstand der Bündler gegen jede Vermehrung der städtischen Mandate, die doch nur einen Akt der Gerechtig­keit bedeute. Die Eimvohnerzahl der Städte habe ganz be­deutend zugenommen: im Jahr 1900 betrug die Gesamt­einwohnerzahl der 5 Städte 256 000, im Jahre 1904 323 000. Aus 27 000 Einwohner in den Städten kommt nur ein Abgeordneter, während auf dem Land aus 21000 Ein­wohner ein Abgeordneter kommt. Die Agrarier haben ge­sagt, die Stadt habe weniger Wahlberechtigte als das Land: dies sei aber, meinte Dr. Gutfleisch, nicht erheblich, und bei Abgeorbnete vertrete doch die ganze Bevölkerung, nicht etwa nur die Wahlberechtigten. Tie Städte bringen'n, daS Land nur 5/n der Steuern auf. Und dennoch die großen Privilegien de» Landes in Bezug auf die Zahl der länd­lichen Mandate! Das Unrecht gegen die Städte erschiene noch größer, wenn mau bedenke, daß die Zahl der ländlichen Mandate im Lause der Jahre vermehrt worden sei, die der städtischen aber nicht. DaS Wahlgesetz vom 17. Dez. 1820 habe 50 Abgeorgeordnete vorgesehen, davon 34 für das Land, 10 für die Städte und 6 für den grund- besitzenden Adel. Tas Wahlgesetz vom 8. Nov. 1872 habe die 6 adeligen Sitze beseitigt, habe sie aber nur aus das Land ausgeteilt, obgleich 2 ländliche Wahlkreise wegfielen. In der ganzen Zeit seien aber die städtischen Mandate nicht um ein einziges vermehrt worden.

Tr. Entfleisch besprach den Verlauf der Vertändlungen <n der 2. Kammer, den Antrag Haas, welcher die Zahl der Volksvertreter von 50 auf 59 erhöht haben wollte imb verlangte, die Regierung möge die ländlichen Mandate uni 8, die städtischen um 1 vermehren. Ter Redner schilderte das Verhalten der Bündler, die immer wieder rückwärts korrigierten und bie Austeilung der Mandate der drei Heineren Städte auf das Land und die Zuteilung von Wieseck zum Stadtbezirk Gießen verlangten. Ter Referent kam zum Schluß auf den Antrag V ä r zu sprechen, der bekanntlich angenommen wurde, wonach die Städte zwei und das Land drei Mandate mehr erhalten sollen, bei einer völlig neuen Wablkreiseinteilimg und Bildung des burd) die Hinzufügung von Wieseck gemischten Wahlkreises! Gießen.

Tr. Entfleisch schloß mit der Aufforderung, einer Re­solution ihre Zustimmung zu geben, die im Einver­ständnis ber Vorwande der beiocii hiesigen liberalen Vereine gefaßt worden sei und die darauf von Kommerzienrat Koch verlesen wurde. Sie lautet:

Tie heute im Reuen Saalbau zu Gießen versammelte W ä 1 c r f rb a f t aller volitis ien Parteien st i m m t de r R e g i c r ung^-Vorlagc ,.betreffend daS Wahlrecht -um Landtag" freudig zu, weil darin endlich das direkte Wahlrecht und eine ^Vermehrung ber Mgeordneten der Städte geboten wird.

Sic erhebt dagegen entschiedenen Protest ge­gen die B e s ch l ü s sc ^d c r zweiten Kammer, welche das Wahlrecht der Städte von neuem verkümmern und insbesondere dabei die Stadt Gießen mit den £ r t c n Heuchelheim und Wieseck für die Wahl verbinden und damit in schwerster Weise in die politischen Neckte dieser

Vertrauens, das er fand. n .

Vertrauen, das ist das kostbare Gut, das Tiegel aus beut I ganzen Kreise derjenigen, die ihn kannten, entgegengebracht wurde,! das er im reichsten Maße besaß. Dazu half ihm auch seine bis zu Sonderbarkeiten durchgebildete Gewissenhastigkeit und seine pciu liebe Wahrhaftigkeit. Er konnte einem sehr gut die Wahrheit sagen, auch wo sie schmerzte. Er tat es uut so viel Liebe imb so viel Humor, daß die geschlagene Wunde heilte, Ich wein nicht, wer cs war, ber den Humor ir.it ben spielenden Mastern an der Oberfläche des Mencö über unendlicher Tiefe vcrgliclvn hat. Jedenfalls traf der Vergleich bei Tiegel zu, diesem tiefgründigen Mann, bei dem der Humor den Ernst so freundlich umspielte

Schon das bisher gesagte führt dazu, daß Tiegel als Pre­diger wie i"tlS Seelsorger vorzügliclst's geleistet hat. Tic zwei von ihm vorhandenen Predigtsammlungen: ..Fünfundzwanzig Predigten für seine Eltern, Verwandten und Trcunde" (bei Binder nagel und Schimpfs in ssriedbcrg» undPredigten für Trauernde,! Leidende und Kämpfende" (bei Riedner in Mnsbaden) zeigen u. a. besonders die aus dem gesagten henwrgehenden Vorzüge, z. B. in ber Schrift gegründete rbrilWf Ueberzengungen, tu Bezielmng flefebt zu den konkreten Einzelh.'iten des wirklichen uns umgeben­den Lebens, Freude an individuellen Zügen und fstne psychologische Beobachtungen, Abneigung gegen hohe, tünende Worte und gegen Ncbcrtreibungen, und werden jedem Suchenden, der he liest, gute Dienste leisten. . L n f

Richt gering wird die Zahl derjenigen fern, denen ihr Leben erheblich ärmer geworden zu sein scheint, seitdem Gustav siegel nicht mehr unter den Lebenden ist. , . m

Roch sei nachs christlich bemerkt, weil es die große Bc- scheitwnheit des Verstorbenen beleuchtet und falsche Deutungen verhütet, daß der Verstorbene bestimmt hatte, daß seine Todes­anzeige nur dem kleinen Kreise derjenigen, die mit. ihm in regel­mäßigem Briefwechsel standen, zugeschickt werden durste: auch durste die Todesanzeige erst in die Zeitungen gesetzt nwrden, wenn die j Beerdigung vorüber war, damit niemand veranlaßt würde, zu der Beerdigung nach Friedberg zu reisen. Ter Verstorbene nncs ut seinen letztwilligen Verfügungen darauf hin, daß ihm bei seinem Rücktritt pon feinen Aemtern seiner Meinung nach zu viel EI)re ern icfeii worden fei; er wünsche nicht und wolle verhüten, baß ssch etwas ähnliches bei seinen! Begräbnis wiederhole. W s.

Briefkasten her Redaktmn.

(Anonyme Anfragen bleiben nnberücküchligt.)

L S Der ArtikelDie Lösiliig ber Saalbau^ fraae*' ivar"von ber Voraussetzung ausgeganaeu, baß ber ge­plante Universität^ - Erweiterungsbau größere Dimensionen an­nehmen solle, als wie sie bas im neuen Bnbget vorgesehene Pro- ieft nennt. Etwaige Versuche, vom Landtage eine wesentliche Ver­größerung dieses Erweiterungsbaues zu erreichen, wären ja wohl ailssichtslos, sodaß also hierdurch die Gießener Saalbaiüraae kaum um einen Teilt gefördert wirb. ES bleibt demnach nur bic Hoffnung, bau sich bie nötigen Gelder zur Erfüllung aller berechtigten Wünsche auftreiben lassen. __

vermischtes.

* Rewyork, 5. Dez. Tie Einwanderung be­trug in diesem Jahre 812000 Personen, ein Rückgang von 83 000 gegen das Vorjahr. Tie Zahl der Analphabeten w-ar 170000. Tie deutsche Einwanderung belief sich auf 71000 Köpfe, eine Zunahme von 6000. (Jrkf. Ztg.)

* W i e o f t s o H m n it eine Anzeige veröffent­lichen? Tiefe J^ragc beantwortete jüngst der Handels- kammersekretär Tr. Wiedemann in einem Vortrage in Er­furt dahin:Mindestens sieben Mal." Tenn: das erste Inserat übersieht man, das zweite merkt man, das dritte liest man, aber man denkt sich nichts habet das vierte lieft man und überlegt sich, beim fünften spricht man mit seiner Frau, beim sechsten möchte man wohl einen Versuch machen, und beim siebenten Inserat kauft inan.

Ein Millionenbettler. Eine seltsame Geschichte konnte man dieser Tage in den Odessaer Zeitungen lesen: Vor zwei Jahren starb in Nizza der russische Untertan A. Fiedler, der früher zeitweilig in Odessa lebte. In Nizza gab

Ter am' 24. Tkannar 1828 auf dem Hofe Reu-Ulrichstein bei I Homberg, wo sein Vater Großh. 6>estütsmcistcr war. geborene I. Gustav Tiegel, trat 2 t iährig im Z'cihr 1852 alS Assistent befl bekannten Pfarrers und Volfsschriftstellers Oeser zu Lind- heim (Glrnibrccht^ in den Dienst der hessischen Landeskirche ein. Von 185558 war er dann HilsSprediger in rffrnbam. Kaum 30 Afifirc alt wurde er 1858 als Lehrer der Homiletik au bas Prebigcrsemiuar unb alS Pfarrer ber evangel. Gemeinde nach Friedberg beruseii. in welcher Stelle er, 1883 ^m Direktor bes ScininareS hcfördert. lsts zu sciucr im ^al>re 1896 er­betenen imb vollzogenen Pensionierung, 38V» Jahre, mit großem Segen ivlrTte. WaS er als Gelehrter zu hedcuteu hatte, er war einer ber geiiaiicsten, vielleicht der genaueste, Kenner ber Geschichte der Predigt, daS kann hier nick't entwickelt werden. Auch sollen seine zahlreichen größeren und kleineren homl- letiichen Verössentlichiiugen. bie in den Denkschriften des Vrcbi- gerseminars. in theolog. Zeitschriften und als sclbständiae Bücher erschicneu sind, hier nicht einmal genannt werden, ^ohl aber muß von seiner tief eingreifenden Tätigkeit als Lehrer der Geist­lichen unseres Landes, bereit größerer Teil burrf) seine Haub ge­gangen ist, geredet werden. Zwar, mit welcher bfu Meister verratenden Beherrschung des Stoffes er bie homiletische Behanb- lung der Prebigterte trieb, wie er in bie Geschichte der Predigt einführte, stets darauf bedacht, seine Schüler zu u'lbstandigcm Weiterstudium aiizuregeii, auch das unb ähnliches kann hier nur flüchtig berührt werden. So wcrtvoll sein hounletischer Unter­ri ch t tvar, zu seinem wohl von feinem seiner Sanner ge­leugneten großen Einfluß ist Tiegel gekommen durch seine üb er­legene kraftvolle ckiristlichc Persönlichkeit. Man hatte bei ihm das Gefühl: der sicht durch und durch! und zu­gleich die Ueherzeugimg oder doch Ahniiug einer milden^ freund- l ich en und gebiildiacn Liebe. Adolf Hantock hat den Verltorbeucii b.i dem 50 jährigen Scminar-Juhiläum 1887 einen utobenten Kirchciivater genannt. Von dem O^rade des Jiiteresses, mit dem Tiegel seine Schüler begleitete, wobei ihm die hervorragende Gabe zum beobachten individueller Züge, die ihm eigen war/ fclrr zu statten kam, hahcn wohl wenige seiner ^chüler eine rickitigc Vorstellung gehabt. Er selbst sagt in der Feitredc bei dem Senn- narjubilänm im Jahre 1887:Ich verlange von keinem, daß er den tiefen Schmerz teilt oder auch nur begreift, mit dem iutr unsere iunnen Freunde entlassen. Sie find unsere mit warmer Li.-be erfaßte HauptlebenSaufgabe, wir sind ihre nut Mißtrauen aufgcnoinmencn Reisebegleiter ouf kurzer Strecke. . . . Tas beste, waS wir getan hnbeit, eben das Beobachten des Einzelnni. das Ein­gehen aus feine Eigentümlichkeit, das Anregen des Glaubens und religiösen Lebens, das Hinwirken auf die persönliche ty'olognaw Tüchtigkeit, das entlieht sich vielfach der Wahrnehnumg, daS kommt d'm Einzelnen vielleicht gar nicln zuin Bcwiißtseiw" ^as vorstchcnde Geständnis hat in dem Munde Tiegels, eines McinucS, der lebenslang die Superlative, die Steigerungen beim Ausdruck von Gefühlen, gehaßt unb bekämpft hat, einen besonders starken Rachdruck. So lebhaft sein Wunsch war, seinen Kandidaten ui sestgewack'i'encn chrifUicki'n Ueberzengungen zu helfen, und so kraftvoll segne eigenen christlichen Ueberzengnttgen waren, so be­sorgt war er, nicht mit ungeschickter Hand in die Entwicklnng seiner Schuler einziigreifen und ifyiteit etwas ihnen fremdes aiifzudrangen. Es war eine Vereinigung von Festigkeit imb Straft einerfeitS imb zartschonender Scheu und Rücksick.'t anderseits in ihm, und diese n-flärt einen Teil der Anziehungskraft, die T. ausübte, imb des

Kleine T a g e S ch r o n i k. In Düsseldorf erschoß sich Füsilier Jerschte ans unbekannten Beweggründen, als rr auf Posten stand. In Oberhausen wurden umfangreiche Ver­untreuungen von F r a ch t g ii t e r n entdeckt. Vier Balm- angestcllte lvurden verhaftet. In Berlin stürzte infolge Durchgehens seines Pferdes der Major int Großen Generalstahe Robert v. Krüger. Schwer verletzt tvurde er in das Elisabeth- Krankeuhaus gebracht. In Züri ch tvurde der Architekt Fitzner auS Schöneberg bei Berlin verhaftet, der nach'seiner Verurteilung zu drei Monaten Gcfäiiguis wegen Betrugs flüchtig geworden war, dann in Dresden Unterschlagungen von 77 000 Mark begangen nnd in Zürich neue Betrübe» cicn vci sucht boftc.

KeriHtssaak.

R. B. T arinstadt, 5. Dez. Tie letzte diesjährige Schwur­st e r i ch t S p e r i o d e bestaun heute mit der Vcrhandluust westen vorsätzlicher B r a n d st i f t u n st gegen den 19 jälnigen Wciß- biudergesclleu Adam Oberle atis Weiher, Kreis Heppenheim. Tas Urteil des Gerichts lautete darauf auf acht Monate Gefänguis.

Von ber Majestätsbeleidigung frei g e - sprach en. Ein Malergehilfe aus Lutzelburg restaurierte den Pserdestall eines Saarburger Oberßleiitnaiits und fand hinter einer Haferkiste ein altes, bestaubtes unb völlig wertloses Kaiser­bild ohne Rahmen, wie solche von Osfizicrsburschen wohl öfters im Stall oder ber Putzkammcr an der Wand aiigeklebt oder angenagelt werden. Er benutzte diesen Pappdeckel, um feinen Farhenpinsel zu probieren und üb er strich dabei das Bildnis des Kaifers mit Farbe. Ws der -stallbursche dabei zu ihm sagte, bas dürfe er nicht tun, das sei eine Maie- stätSbeleidiguiig, soll er geäußert haben:Wir brauchen keinen Kaifer ntehr", unb dabei Pinselte er ruhig an bnnt Bilbe weiter. Ter Maler Görarb aus Oberstinzel denun­zierte seinen Mitarbeiter, einen 18 jährigen jungen Menschen, aus guter Familie loegen Maiestätsbeleidigung durch einen anonv. men Vries. Tie Strafkanimer zu Zabern sprach ben Beschuldig­ten frei, weil ihm bas Bewußtsein einer Beleidigung gefehlt habe. Sein Verteibiger führte aus, baß falls biefcr Sael)- verhalt eine Majcstätsheleidiguug barsteile, man jebeu, her, cm altes Papicrhild in ben Vapierkorb befördere ober an einen Trödler meitergebe, weaen Majestätsbeleidignug verurteilen müsse, und baß ber junge Mensch in einem Pserbcstall wahrfchcmlich nidil ejue icimblifOHiiJn' R.'.iniseüein^n DeTnnU.ilteu wollte. ,

Orte uivi noch mehr in Die ber Staat Gießen cingreifen will. I er sich für eineii Bettler auS unb wanbte sich an den dortigen Ein2 richtige Diskussion fand nicht statt. Stadtv. Kirch russischeii Konsul um Uuterstützung, bie ihm auch in monat- sprach kurz, dabei bctonciib, daß er nicht mit allen Aus liehen Zahlungen ziiteil miirbc. Nach dem Tode Fiedlers führungeu i^itfleischv sic,) einverstanden erklären könne, bafj klnb ninn in seinem Nachlaß Wertpapiere für 2 Millionen cr bic Resolution jedoch zur Annahme empfehle. Aus dem ^ncS, die er testamentarisch dem Pariser Rothschild ver- foimlbcmo (rat heben -^or machte Hr. Vetters etninr I hat; er gehe, so schrieb cr am Schlüsse seines Testa- «*»*»» *» .*> unb beiden S t a n d e ka m m e r n übermittelt wer- ^^dlm S gesetzmäßige Erben, unter ihnen der ^ric*

den soll cinstimmig angenommen worden war, die denönchter EobrianSki, wollten natürlich die Giltigkeit beb Versammlung schließen konnte. TcstanientS nicht anerkennen und wandten sich an den be-

' I faunten Pariser Rechtsanwalt Labori mit dem Gesuch, einen

war. weil daS hohe Recyt der Wahl durch einen ilM Mik- l gegebenen Zwang vcrnnschönt würde Die Motive dreseS Vorschlages tvaren eigentlich trauriger mtur. Dit Statistik hatte nämlich ergeben, baß z. B. m ben stabten nur biB höchstens r>8.7 Prozent ber Wähler ihr Wahlrecht auS I üben. Die Stabt Gießen blieb mit 5 Proz. hinter demI Durchschnitt der Wahlbeteiligung, der 40 Proz. beträgt,! zurück batte also nur 35 Proz. Tie Wahlbeteiligung in den drei Provinzen war folgende: Starkenburg 36.4 Proz., rbcrlieffeu 27.2 Proz unb Rheinhessen 23.6 Proz.

TieS schleckte Resultat ber Statistik ist aber auch dem aegenwärtigen Wahlsystem zuznschreiben. Bei ber Einführ­ung der direkten Wahl wird es damit sicher besser werden.

Abg. Tr. Gutsleisch war zwar der Meinung, daß die ff ait t e l e n d e r V o r l a g e <Bindung beS Wahlrechts an die Vollendung des 25. Lebensjahres, an dreijährigen! Wohnsitz unb dreijährige Staatsangehörigkeit, Bezahlung der Steuern) unnütz seien, aber da man wußte, bau die Regierung nicht bntxon abgeben würde, habe er sichsuicht weiter b->gegen gesträubt.. Abg. Tr. GuNleisch äußerte gestern seine Kritik dieser Kautelen, die teils ungerecht feien, teils ben Eindruck ber Ungerechtigkeit, besonders ben Sozialdemokraten gegenüber, machten.

Beim direkten Wahlrecht ist absolute Mehrheit für die Wahl erforderlich. Wirb bic im ersten Wahlgang nicht erreicht, so bat Stichwahl zu erfolgen. Efegen- uber den Einwendungen, die aus Rheinhessen gemacht wur­den, bic Stichwahl sei unsittlich usw., sei zu bedenken, daß sie im Gegenteil gesund fei: ob ruhige oder fachliche Erwägungen früher ober später gemacht würden, sei doch

fandet und ^ctficljr. Volkswirtschaft.

Vom englischen Geldmarkt. Londoner Meldungen zufolge rechnet bic Bank von England damit, daß der darscvatz lidj durch die von Indien nach Europa schwimmeudeu Go!dsend- unqcn heben und bie Situation bcs Instituts bessern werbe Jedenfalls wird man aber am Mittwocl) doch wieder zu lejen bekommen, baß bi? Leitung ber Dank von En glaub biesmal den TisFont sicher biuaufsetzt.

3twns eite den Slanlfgomtorraifitru irr Stadt Kietze«.

Aufgebote.

November. 24. Georg Dowie, Stationsgelulfe bnhier, mn Katharina Rüffel in Glabonbach. 26. Wiltzclm Heinrich Ludwig ffolb, LcbramtSasscssor in Nidda, mit Marie Johanna Mathilde Norbmann ballier. 25. Heinrich Lubwiq Dickel, Statwnsasststent batzier, mit Elite Wöll in Alsselb. 28. Karl Heinrich Ktttclmann, Buchbinbcr bahier, mit Kunigunbe Bauer Hierselbst. 29. Heinrich Ernst Lnciiib, Oberlehrer ballier, mit Margarete Luise Meyer hler- seldst. 29. Karl Walblchmibt, Scll»ihmachermeister babter mit Margarete Rain in Lollar. 30. Albert Heinrich Bierau, Dachbecker ballier, mit Anna Janßen in Bab-Naulleüu. Dezember. 1. Hein­rich Lilbmig Balser, Aufseher bahier, mit Lina Plaum m Günterob.

Eheschließungen.

Noveuiber. 26. Christian Achenbach, Müller m Heuchelbenn, mit Lina Elise Wagner bahier. 26. Georg Sauer, Kutscher bahier, mit Elifabetb Eichcnaiier, geb. Erb, bahier. 26. Liibwig Wcßbart, Lehramtsasscssor in Laubach, mit Käthchcn Bertha Lchonbals ba­llier. 26. Johanii Jakob Bergmann, (Wafer bahier, nut Therese Thcobore Heiiriette Karoliiie Boriicr in Offenbach a.M. Dezember. 11. Dr. Julius Georg Neiuharb Ebristiau Dietrich, Wrohb. Haus- I H'rtb Staats Archivar in Darmstabt, mit Emilie Naumann baselbst.

Geborene.

Noveiiiber. 21. Dem Schreriier Ludwig Erb eine Tochter. 9j Dem Bauunternehmer Johann Otto Schiieibcr eine ^"lter, y-(i(nbctf)a Miirin Ginilie. 23. Dem Hotelbesii,er Heinrich Berndl eine Tochter, Luise. 23. Dem Sergeanten Willy Sprmgwa o eine Tochler Ä. Dem Wirt Edn.nnd Wild ein Sohn, W,lk-lm. 25. Dein Schneider Karl Roth ein Solm, Korl Georo. 6°. -em Wirt Karl «oqt ein Sohn, Hermann Karl. 26. ff/»' Reilenden Heinrich Hartmann ei» Sohn, Friln 26. Dem Taftlöhn-r Hemr ch Lannlpach ein Sohn. 27. Dem Sattler LomS B-Nosf em Sohn. 27 Dem Schutzmann Wilhelm Naumann eine Tochter. *-<. ~em WerUueister Wilhelm Schmidt ein Sohn. 27 Dem Bahnarbmter Johannes Hofmann ein Sohn. 28. Dem Karümmm Wilhelm Eid- mniiii eine Tochter, Minna Frieda ^"ma Gertraud. ..9. Dem ^ade- meister Ludwig Adolph ein Sohn, Heinrich Willy. 30. Dem Loko- motivheizer 9(t>olf Braun eine Tochter, C V\a.

Gestorbene.

November. 26. Ludwig Kreiling, 43 Jahre alt, Straßen- I ..inrfpy hnhiev 27 Elisabetlie Badum, geb. Hlllgai.tiiei, 40 Jahre alt, Eheirall des Händlers Heinrich Babuin bahier. 30. Karl Hatz, 50 Jahre alt, Mechaniker bahier.

Afßeimer jtirtOcnrnt D. theol.3 t-ustav pieqel 4-. Eibschaftsprozcß anzustrengen. Labor, fand jeboch, daß " Probier« ist am 21 No», b. I. <M. Kirchenro, strinr flcnfiflcnbcn ^undlan'-n zur Anllrrnn.mg °imS Pro-

* i ( 1 .tnrbrit, ber lanajährige Lrbrcr unb Tin-ftor des zcsseS oorliegcn imb gab den Erben bin Rat, sich biicit an kl (Gemeinde Rothschild zu wenden. Der Millionär ui

, .1 bberg 7ic B>'0'utuiig, n^lrbc Tiegel für nufer ganzes Kev Grbcu nur zum Teil: er zahlte ihnen nämlich 800 000

7'»',!" ShÄ 2-°nc, Ijernul, bic vor kur,..» ,n Odessa «Ingetroffen sind

UN,, f in mit einigen Worten ju gebenfen. ' und nun gleichmäßig verteilt werden sollen.