Ausgabe 
6.10.1904 Erstes Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht

47,90

3'/r"/° ß°/D

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3% Mexikaner 4V26/ö Chinesen Electric. Sotmckert Nnrdd. Lloyd . . Kreditaktion . .

Diskonto-Komiuandil Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Hondelages. Oesterr. Staatsbahn Lombarden , . Gotibardbahn . . LaurahQtte . . . Boobam .... liarpoTtor . . .

Tendenz: fest.

Der Aufstand in Acutsch-Südwestasrika.

Die Kämpfe am Waterberg schildert ein Bericht der ^Deutsch-Südwestaft. Ztg." folgendermaßen: Die gleich­zeitige Ansetzung aller Llbteilungen zum Angriff gelang volNommen. Dies ist vor allem guch den vorzüglichen Diensten der Heliographen und den Stationen der draht­losen Telegraphie zu danken. Bon letzteren waren drei mitgeführt/ von denen sich eine beim Hauptquartier (Ab­teilung Mueller-Mühlenfels), eine zweite bei der Abteile ung Heyde, die dritte bei der Abteilung Estorfs befand. Abteilung Volkmann hatte den Leutnant Auer v. Herren­kirchen mit einem Signalapparat und 40 Mann von Norden her auf die Höhe des Waterbergs geschickt. Diese Signal­patrouille hatte, auf einem Fußpfade vormarschierend, über der vom Feinde noch besetzten Station Waterberg eine Signalstation errichtet, welche mit allen vorrückenden Ab­teilungen über den Feind hinweg Verbindung hielt. Ein Angriff auf die Signalstation wurde mit Erfolg und ohne Verluste abgewiesen. Hervorgehoben sei noch an dieser Stelle, daß die Funken statt on en sich sehr gut bewährten und selbst mitten im Geftcht Nachricht von Abteilung zu Abteilung übermittelten.

Im Außenhafen von Emden kamen zwei große Eisen­bahnlastzüge nut Bahnschwellen und Kleineisenzeug für den Swakopmunder Bahn bau an. Das Material wird auf den großen DampferEdith Heyne" verladen und nach Süd­westafrika verbracht.

. . 29.60

. . 90.70

. . 120.80

. . 105 25

, .212 00

. . 193 60

. 242.00

. . 156.00

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. . 18.00

191.00

. . 253.50

. . 218.80

. . 218.75

. 100.30

. 103.90

. 62.75

. 61.86

4-6 Unyar. Goldronto . . 40/0 Italien. "Rente , . . 4t, 56 Portugieser , . . 30/ Portugiesen.....

156 C. Türken . . .

Türkenloso.....

4% Orleoh. Monopol.-Anl 4'/,-6 äussere Argontiner

Reiohsanleiho . . 101.80

do. . . . 90.00

Konsole .... 101.85

do.....89.85

Hessen .... 101.10

lich berief der oberhessische Viehhändlerverein eine Versamm­lung im Caff Leib in Gießen ein, in der die bekannte Re- olution gefaßt wurde. Man erkannte in Gießen die Gefahr, die den Märkten drohte, und der Provinzialdircktor lud die Vorsitzenden des oberhessischen, deutschen und mitteldeutschen ViehhändlervercinS zu einer vertraulichen Besprechung ein. Die Folge war die bekannte Konferenz am 20. September, wobei man unter Zustimmung der Vertreter der Landwirt- chaft einig wurde, daß, wenn die Kühe nachmittags vorher auSgemolken seien, man sie andern morgens mit der Milch austreiben könne. Zur Abänderung der Verfügung brauchte man aber die Zustimmung des Großh. Ministeriums; dieses lehnte die Abänderung ab mit der s Begründung, daß diese Verfügung in 16 anderen hessischen § reisen sowie im Regierungsbezirk Coblenz auch bestehe. Hauptsächlich seien auch Klagen auf dem Mainzer Viehmarkt nicht laut geworden. In den fragl. Kreisen aber bestehen, wie festgestellt wurde, nur wenig Viehmärkte, und der Auf­rieb ist sehr minimal. WaS Mainz betrifft, so ist dort gar kein Zuchtviehmarkt, sondern nur Fettviehmarkt, mithin kann man sich auch dort nicht über die Verfügung beklagen. Es stehe nun, meinte Herr Lorsch, zu erwarten, daß daS Mini- terium, wenn es die wahre Sachlage erfährt, seine Ansicht ändert. Der Referent schloß mit einem nochmaligen Apell an alle Anwesenden, den Gießener Markt nach wie vor nicht mehr zu besuchen, so lange die Verfügung bestehen bliebe. Aus der Versammlung heraus wurde noch der Antrag qe- tellt, der Vorstand möge, wenn die Gießener Märkte wieder zustande kommen sollten, vorstellig werden, daß der Vorver­kauf untersagt werde. In der sich anschließenden Debatte wurde der Antrag fast einstimmig angenommen, aber in der Form, daß der Vorverkauf vom Frei tag ab bis zum eigent­lichen Markttage zu verbieten sei. Am Schluß der Versamm­lung traten, so wird berichtet, eine Anzahl Herren dem Verein als Mitglieder bei.

** GelÜndeverkauf. Das ca. 12000 Qm. große, von der Erednersiraße und dem Wetzlarerweg durchzogene Gelände, daS der Rentner Will). Kitz an Julius Ruckstuhl und Abraham Fröhlich verkauft hat, wird von den Käufern zu Bauplätzen für 30 Häuser mit Drei- und Bierzimmer- wohnungen benützt werden.

87,56 Oborheseon . . .. 456 Oesterr. Ooblrente . . 102.00 47,56 Oesterr. Hilborronte 100.50

Die vermißten Attaches ermordet?

Paris. 5. Okt. Der Spezialkarrespondent deSPetit Jour­nal" tu Prtersbura meldet seinem Blatte: Zwei Chinesen wurden in Dlckifn dabei abgefaßt, Oft sie versackten, franzö- fifdic und deut e Banknoten umzuweckseln. Dieser Vorfall läßt darauf schließen, daß die beiden Militär- attackees de Eu verville und Gil§enheimb von ihren Dsckunki-nsilhrern ermordet worden sind. Die beiden AttackeeS nxrrnt im Besitze bedeutender Endsummen, was die chinesischen wahrscheinlich zu der Ermordung veranlaßte. Tie beiden verhafteten Chinesen nnirden in das Gefängnis abgesübrt, da sie keine befriedigende Au sh in ft über den Erwerb der Bank­noten geben konnten. Es Tdx-int somit festzustehen, daß dcev daS tnnm^c Ende der Irrfahrt der beiden AttackeeS ist, Dte nicht länger in Port Arthur zu verbleiben vermochten, well General Stössel fick dahin erklärt hatte, die Festung lieber in die Luft zu sprengen, als zu kapitulieren.

Kleine Meldungen.

Die japanische Torpedoboot sflottille im gelbem Meere wurde von schweren Stürmen heimgesuckt, erlitt starke Beschädigungen und mußte an der Küste schütz suchen.

Stanislau, 5. CTt. Der bei dem Fürsten Lieckstenstem in Tartarow als Iagdgast weilende russische General und Goldgrubenbesitzer Demidow erhielt tele grapHr s ck die Aufforderung, fick sofort nach dem Kri e gssck a u- platze w beaeben. Fürst Demidow reiste unverzüglich ab.

Aus und Land.

Gießen, den 6. Oktober 1904.

Personalien. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Oberlehrer art der Realschule zu Oppenheim Dr. Wagner zum Oberlehrer an der höheren Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz ernannt, den KreiS- amtSgehilfen in WormS RoöS auf sein Rachsuchen aus dem Staatsdienste entlassen, den Gerichtsassessor chler aus Darmstadt zum Amtsrichter in Reinheim, den Gerichtsassessor Schade aus Altenburg zum Amtsrichter in Groß-Umstadt ernannt. Dem Steuerkommissär des Steuerkommissariats Ober-Ingelheim, Kriegk, wurde der Charakter alsNe- gierungSrat* erteilt, ebenso dem Obersteuerinsvektor des Haupt- steneramtS WormS, Schäfer. Der Forstassessor Eckstein auS Grünberg wurde zum Forstassisienten, der Forstassisient Hoffmann zu Seligenstadt zum Oberförster der Oberförsters Groß-Umstadt, der Steuerkontrolleur in Groß - Umstadt, Schlehenbecker zum Hauptsteueramtskontrolleur in Main; ernannt. In den Ruhestand versetzt wurde der Portier in der Heff.-Preuß. Eisenbahn-Gemeinschaft, Lembach, zu WormS.

ZurHerchenhainerBurgermeisierwahl wird unS geschrieben, daß die Einstimmigkeit, die am Tage der Bürgermeisterwahl zum Ausdruck kam, eine Folge der wochen­lang vorausgegangenen Freizechen gewesen sein soll, die sich in den beiden Wirtschaften des OrteS abspielten. Selbst die besten Freunde deS seitherigen Bürgermeisters Weidner sollen noch in den letzten Stunden zu diesen Freizechereien herangezogen und gewonnen worden sein. Daß Abg. Weidner bei der Wahl keine Stimme erhielt, ist, so behauptet unser Gewährsmann, darauf zurückzuführen, daß er auf eine Wiederwahl verzichtete, nachdem man ihm mehrmals die Veranstaltung von Frei zech en angesonnen hatte. Es sei noch bemerkt, daß die Vorgänge bei der Bürgermeisterwahl zur Zeit die Staatsanwaltschaft in Gießen beschäftigen.

* Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 30 000 Mk. auf Rr. 79700 (nach Worms), 20 000 Mk. auf Rr. 25351 (nach Ober-Weißbach), 10 000 Mk. auf Rr. 47824 (nach Mainz), 5000 Mk. auf Rr. 19944 98300, Gewinne von 2000 Mk. auf Rr. 7659 32801 37019 44256 47961 50140 57280 58954 63854 67090 77338 73648 92132. (Ohne Gewähr.)

Vom oberhessis chen Vie hhändlerverein geht uns ein Referat zu über eine Versammlung, die der Verein am 3. Oktober abends im großen Saal desBahn- hofshotels" zu Kirchhain veranstaltet hat. Den Vorsitz in der Versammlung führte, so wird berichtet, Herr Sally- FlörSheim, der die Versammlung durch eine Ansprache be­grüßte und dem Vorsitzenden des oberhessischen Viehhändler­vereins, Herrn Lorsch, das Wort erteilte. Dieser bemerkte, daß die Einberufung der Versammlung deshalb erfolgt sei, um den Viehhändlern eine Darlegung der Sachlage des Kampfes gegen die Abmelkverordnung vom 3. März 1903 zu geben. Er betonte zunächst, daß diese Verfügung einer Intervention des landwirtschaftlichen Bezirksvereins zu danken sei, die überhaupt den Sinn und Zweck habe, den Zwischen­handel zu beseitigen, wie denn auch auf einer Konferenz, die vom Gcoßh. Kreisamt Gießen einberufen war, festgestellt wurde, daß der landwirtschaftliche Bezirksverein Urheber der Verfügung war. Die Verfügung wurde anfangs nur all­mählich gehandhabt, nach und nach häuften sich aber die An­zeigen so, daß sie zu einer Stellungnahme der Händler zwangen. Der Oberhessische Viehhändlerverein wandte sich an die Großh. Handelskammer. Diese sowie die Stadt­verwaltung von Gießen, insbesondere der Oberbürgermeister, gaben sich alle Mühe, eine Aendenmg herbeizuführen. Schließ-

Gicßcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst.

voraussichtliche Witterung in Hesse« für Freitag, den

7. Oktober 1904: Zunächst stürmisch, dann Wind langsam ab-1 lauenb, kühler, öfters Regenschauer.

Am Samstag wieder aufheiternd, Niederschläge Nachlassend.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Israelitische RcligionSgesellschaft.

Sabbathfeier am 8. Oktober 1904.

Freitag abend: 5.20 Uhr. SamStag vormittags: 8L0 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 6.35 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.00,

abends 5.00.

Neueste Meldungen.

Berlin, 6. Okt. Zu dem Telegramm deS Kaisers an den Graf-Regenten in Detmold schreibt die .Ratio­nal l i b. K orr.*: Der Lippesche Erbfolgestreit nimmt infolge deS Protest-TelegrammS einen ernsten Charakter an und wirft konstitutionelle Fragen von weitgehender Bedeutung auf. Die Möglichkeit liegt vor, daß sich jetzt eine Kanzlerkrisis vorbereitet. Jedenfalls darf keine einzige der politischen Par­teien weder im Reichstage noch im Landtage an dieser kaiser­lichen Kundgebung stillschweigend vorübergehen.

Halle a. d. S., 6. Okt. Daö^OberkriegSgericht hat den Grafen Nikolaus Pückler, der in erster Instanz wegen Vergehens gegen § 175 Str.-G.-B. zu 6 Monaten Gefäng­nis und Dienstentlassung verurteilt worden war, auf die von ihm eingelegte Berufung hin freigesprochen.

Detmold, 6. Okt. Im Landtage wurde ein umfang­reicher Protest de§ Grafen Erich zur Lippe-Biester- eld - Weißenfeld, in dem dieser den beiden Linien! Biesterfeld und Schaumburg die Ebenbürtigkeit abspricht und zum Ausdruck bringt, daß er die Regentschaft im Fürstentum Lippe übernommen und einen Bevollmäch­tig te n zum BundeSrate ernennen werde, unter Heiterkeit des Hauses verlesen.

Oldenburg, 6. Okt. Wie die Staatsanwaltschaft, so hat jetzt auch Minister Ruhstrat gegen dieNatronalzt g." Strafantrag wegen Beleidigung gestellt.

Mannheim, 6. Okt. Heute entstand in der Säcke- und Deckcnfabrik von I. Kalm u. Co eingroßesSchadens euer, dem fast sämtliche Lagerhallen, in denen große Vorräte anSäcken und Putzwolle crufgespeichcrt waren, zum Opfer fielen. Nur ein kleiner Teil der Gebäude blieb unversehrt. T'ie Lagervorräte brennen noch. ' , ,.

London, 6. Okt. Ein amtliches Telegramm berichtet, Deutschland gedenke 8000 Mann gegen die Hereros zu schicken. Die Hereros haben ihre Lager bei dem ertamm. der Cuanamas, welche ihre Nachbarn sind, aufgescklagen.

Gebiet bildet die Grenze zwischen den deutschen und portugiesischen Besitzungen in Südwestafrika. e ,

Paris, 6. Okt. Tie Verl-andlungen zwischen Fran kr ei ch, und Spanien über die Abgre nzung der beiderseitigen In- teressen-Sphären in Nordafrika sind nunmehr zum Ab­schluß gediehen. Ter entsprechende Ertrag ist gest^n unter­zeichnet worden. Außerdem soll em diplomatisches darüber der Oeffentlickleit übergeben werden. Ter Inhalt deS Vertrages wird als ein Entgegenkommen der französischen utc*( gierung gegenüber Spanien §ekcmnzeichnet.

Bom Kriege.

Petersburg, C. Oft. Tie Reise des Baren na»: Reval i st verschoben worden, weil sich angeblich an meh­reren Schiffen Des,e kt e gezeigt haben.

Tschi fu 6 Okt. T'ie Zahl deriapanischenTruPPen,, welche Kiiropatkin gegenüberstehen, werden auf 200000 Mann aiI9^rf u, 6. Okt. Zahlreiche Zivilpersonen sind ans Bort ylrthur hier eingetroffen. Man schätzt ihre Zahl aus 5000. Chinesische Beamte verteilen in den chinesischen Vierteln Bilder über japanische Kriegs-Erfolge. Wie es heißt, haben bie Japaner verschiedene Gebäulichkeiten gemietet, welche sie a7S Kasernen zu verwenden gedenken. .

Petersburg, 6. Okt. Wsi verlautet, beschloß die russische Regie nr ng, die ckw arze Meer-Flotte dnrch die Dardanellen zu schicken. Sie soll sich im Stillen Öz 'an mit dem baltischen Geschwader vereinigen.

91 n dem Neubau der Veterinäranstalt an der Frankflirterstraße ist jetzt mit dem Audiioriumsgebäude und der Anstaltsschmiede begonnen worden. Die voriges Jahr begonnenen drei Gebäude, anatomische und patholo­gische Anatomie und die chirurgische Klinik gehen jetzt ihrer Vollendung entgegen. Die Gebäude enthalten OperationS-, Versuchs- und Hörsäle und Wohnungen für die AnstaltS- diener. Anschließend an die chirurgische Klinik sind Ställe ür die kranken Tiere hergestellt. Es ist beabsichtigt, die drei int Aeußern fast vollendeten Gebäude im nächsten Frühjahr in Benutzung zu nehmen.

§ Butzbach, 5. Okt. Die Einweihung der Markus- kirche ist, wie schon milgeteilt wurde, auf den 23. Oktober fest­gesetzt. Tie Renovierungsarbeiten, die im Februar 1903 nach den Plänen deS Kirchenbaumeisters Hofmann-Herborn be­gonnen haben, sind nahezu vollendet. Tie Kosten der Wieder­herstellung betragen rund 80000 Mark. Kirchen- und ^Stadt- vorstand sind bei der Negierung um Zuwendung eines Staats- zuschusseS vorstellig geworden. Das Gotteshaus wurde ursprüng­lich im romanischen Nundbogenstil erbaut, erst bei späteren An- und Umbauten trat der gotische Stil hervor. Die zugemauerten Dachfenster zeigen nod) den romanischen Stil. Tie Kirche soll Ende des 14. Jahrhunderts von dem Grafen von Fallenstein zu Münzenberg und Werner von Eppstein gegründet worden sein. Von beiden stehen Grabsteine in der Kirche. Die ältesten Glocken zeigen die Jahreszahlen 1372 und 1453. Seit den letzten Jahren zeigten sich im nördlichen Teil Sprünge, die eine Reparatur zur dringenden Notwendigkeit machten. Tie Wiederl-erstellungS-Ar- beiten haben fast zwei Jahre gedauert. Gegenwärtig werden noch die Kirchenstühle aufgestellt, die elektrische Beleuchtung mon­tiert und daS Grabmal des Landgrafen Philipp III. renoviert. Dieser war ein Enkel Philippe des Großmütigen und verwaltete >a<? Amt Butzbach Ein Oelgemälde des Landgrafen wird ebenfalls wieder hergestellt. Tie neue Orgel wurde am vorigen Sonntag durch Musikmeister Mendelsohn-Darmstadt erprobt; sie ist von der Firma Förster-Lich erbaut. Während die alte Orgel an der Ostfeite fick befand, ist die neue unter Benutzung des pracht­vollen architektonisch und historisch wertvollen Orgelgehäuses auf der Westseite aufgestellt worden. Tas vom Grvßherzog geschenkte Fenster ist angebracht worden; es zeigt die Wappen Philipps III., seiner beiden Gemahlinnen und das hessische Wappen. Tie Mar- kaskirche steht jetzt wieder im neuen Kleide da und bildet eine Zierde der Stadt Butzbach.

rt. Gedern, 5. Okt. Der hiesige Schneidermeister Böcher machte heute seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Der in den 30er Jahren stehende Mann hinterläßt eine Witwe und mehrere Kinder, wovon das älteste 9 Jahre alt ist. WaS den Lebensmüden in den Tod getrieben hat, ist bis jetzt unaufgeklärt. Im benachbarten Ober» Seemen ereignete sich heute ein schwerer Unglücks- fall. Ein junger Mann wurde im Steinbruch von einem sich plötzlich loslösenden Felsstück so getroffen, daß er zer­schmettert wurde und sofort tot war.

R. B. Darmstadt, 5. Okt. Der Gesetzgebungs­ausschuß der zweiten Kammer hielt heute zwei Sitzungen ab, welche ausgefüllt waren mit der Beratung über den neuen Regierungsentwurf über die Forstverwaltung. Der Nachmittagssitzung wohnte Geheimrat Wi lb ran d bei. Die Beratung ergab, daß wesentliche prinzipielle Mein­ungsdifferenzen zwischen der Regierung und dem Ausschuß über den Gesetzentwurf nicht vorhanden sind.

Worms, 5. Okt. Die Stadtverordnetenver­sammlung beschloß in nichtöffentlicher Sitzung, zu den Kosten des Gelänbeerwerbs für eine zu erbauende Voll­bahn von Bensheim nach Lindenfe ls einen festen Beitrag von 25 000 Mark bereit zy stellen und zu den durch freiwillige Beiträge nicht gedeckten Gelände­erwerbskosten einen weiteren Beitrag von 6000 Mark au leisten, sowie an dem znnl Zweck der Zinsgarantie von den interessierten GetrneiÄen zu bildenden Rückversicher- unasverbanoe sich unter gewissen Voraussetzungen mit einem Beitrag von 12 Proz. zu beteiligen.

Kleine Mittel li» ngen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der Fried berget Obstausstellung wurde der (Hroßh. Forstwart Stendal aus Weickarts­hain (nicht Langd) mit einer Auszeichnung bedacht.> In Frankfurt a. M. lief ein sechsjähriges Kind Namens Bender in einen von Bocken Herrn kommenden elektrischen Straßenbahnwagen hinein. Das Kind wurde auf der Stelle . getötet. In Frankfurt erschoß sich ein 21 Jahre alter Jockey aus der Taunusstraße eine Kugel in den 1 Kopf aus Augst vor dem Militärdienst, wie er selbst an- gibt. Der neue Besitzer des bekannten, renommierten - HotelsAdle r" in Homburg, Biegel, hat seine Zahl- - ungsunfähigkeit angemeldet.

verinlschteA.

Johann Strauß in Schulden. Die ,^Boss. Ztg." meldet aus Wien: Vor dem Erkenntnissenat hatte ich am Mittwoch der Dirigent der Hoffallmusikkapelle- Johann Strauß, ein Sproß der berühmten Musikerfamilie^. wegen selbstverschuldeter Zahlungsschwierig­keiten zu verantworten. Die Passiven Beiträgen 150 000 Kronen. Die Verbcmdlung wurde vertagt, da Strauß sich erbot. Beweise für sein Nichtverschulden zu erbringen.

* Verhaftungen. Der vielgenannte Georg Steffen, der sich den Namen Gras Salviac beilegte, wurde wegen Hochverrates verhaftet. In Berlin wurde der Sekretär der Ge h e i m p o li z e i in Genf Bois- )echner wegen Unterschlagungen in mehreren Fällen eines Amtes enthoben und verhaftet.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 6. Okt. (Telegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz."). ^lmtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt­preise. Zum Verkaufe standen: 50 Ochsen, 13 auS Oest­reich, 2 Bullen, 0 auS Oestreick, 65 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 auS Oestreich, 647 Kälber, 186 Schafe und Hämmel, 00 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Cchaflännner. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 7173 Mk., 2. Qual. 65-67 Mk., 3. Qual. 5963Mk.; Bullen l.Qual. 61 bis 64 Mk., 2. Qual. 0000 Alk.; Kühe 1. Qual. 6769 Mk., 2. Ql,al. 64-66 Mk., 3. Qual. 5456 Mk, 4. Quad 45-47 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber: 1. Qual. 8185Pfg., Lebendgewicht 4851 Pf., 2. Qual. 7377 Psg., Lebendgewicht 4346 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 6870 Pfg., 2. Qual. 6072 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 0000 Pfg., Lcbendgew. 00 Pfg., 2. Qual. 00 00 Pfg., Lebendgewicht, 0000 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh gut. Kein Ueber- stand. Markt bedeutend.

Limburg a. d. L., 5. Okt. Fruchtrnarkt. Durch­schnittspreise pro Malter. Roter Weizen, neuer, 14.80 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn, altes, Mk. 0.00, neues 10.50 Mk., Gerste 0.00 Mk.. siasir 7.05 Mk.. Erbsen 0.00 Mk.. Kartoffeln 0.00 Mk.