Ausgabe 
6.9.1904 Zweites Blatt
 
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Nr. 209

Zweites Blatt

Dienstag Er. September 1904

Gießener Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.L, Tel. Nr. 5L Lelegr^Adr. i Anzeiger Gieß«»

DieGießener FamiltenblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -helstlche Landwirt"' erscheint monatlich einmal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche» Unwersitätsdruckerei, R. Lang«, Gieße«,

154. Jahrgang

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen.

Aas Kaiserpaar ta Kolßein.

Groß-Flottbek, 5. Sept.

Bei Beginn der heutigen von schönstem! Wetter begün­stigten Parade über das 9. Armeekorps überreichte der Kaiser den Obersten der betreffenden Regimenter neue Fahnen. Bei dem Llbreiten der Fronten begleiteten den Kaiser die Kaiserin in Kürassieruniform, die Großherzogin von Mecklenburg in Dragoneruniform, die Großherzöge von Mecklenburg-Schwerin und von OldeÄurg, der Kroriprinz, Prinz Eitel Friediüch, Prinz Heinrich, Prinz Albrecht, Prinz Friedrich Leopold und andere Fürstlichkeiten, sowie eine große Suite fremder Offiziere. Es fanden zwei Vorbei Märsche statt. Bei beiden führten ihre Regimenter vor: der Kaiser die Königsulanen, deren Unifornr er trug, die Kai­serin das FüsilierregimentKönigin" und die Pasewalker Kürassiere, dre Großherzogin von Mecklenburg ihr Dra­gonerregiment, d'er Großherzog von Mecklenburg die 89er und 17. Dragoner^ der Großherzog von Oldenburg sein Dra- gonerregiment und die 91er. Die Kavallerie und die Ar­tillerie gingen das zweitemol im Galopp vorüber. Einen sehr guten Parademarsch machte das Landungskorps der aktiven Schlachtflotte mit den von Mannschaften getragenen Maschinengewehren. Bei dem Paradefeld hatten die Krieger­vereine Aufstellung genommen.

Altona, 5. Sept. Die Kaiserin kehrte heute mittag unt 1 Uhr 15 Min. zu Magen zur JachtHohenzollern" zurück. Der Kaiser führte die Fahnenkompagnie vom Infanterieregiment Graf Bose Nr. 31 nach Altona bis zum Rathaus, wo der Vorbeimarsch stattsand. Hierauf ritt der Kaiser Wetter nach der ^Hohenzollern". Die Infanterie und Kriegervereine bildeten Spalier. Der Reichskanzler war am Samstag zur Abendtafel und gestern zur Mittags­tafel geladen. Gestern vormittag nahm der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers entgegen.

Bei dem heuttgen Paradediner brachte der Kaiser folgenden Trinkspruch aus:

In WiederhMng .dessen, waS ich dem Korps schon heute gesagt habe, spreche ich diesem meine vollste Anerkennung auS für die hervorragende Leistung und die vorzügliche Parade. Ich Ipreche dem Korps meinen Glückwunsch aus, für die Ehre, die ihm zuteil geioorden jft, daß so viele Regimenter durch Fürsten und hohe fürstliche Damen heute vorgcfühtt worden sind. Im Verein mit demselben stand das Landungsko-rps meiner Flotte. Ein glückseliger Aspekt, loie da Heer und die Wehrmacht zur See e inig in Gemeinschaft zusammenstehen zur Verteidig­ung des Vaterlandes. Wie einst die Laudungsabteilung

w Peking gezeigt hat, daß stk ihren Mann zu stehen vermag im schweren Kamps, haben diese auch heute ihren Mann gestanden in einem strammen und schönen Korps. Sie haben Ihr Examen gut bestanden. Nm her Anerkennung, die ich dem Korps gegenüber hege, lund der Freude Ausdruck »u geben, die mir der heutige Tag bereitet hat, trinke ich auf daS Korps mit seinen Kontin­genten und ihren ChefS und meine Marine: Hurra! Hurra! Hurra!

General von Bock und Pollach erwiderte, itfbem1 er für die Anerkennung des Kaisers seinen tiefempfundenen Dank aussprach: Das beglückende Bewußtsein, die Zu- friedenhett des Kaisers erlangt zu haben, mache für die Offiziere und Mannschaften den 5. September zu einem Freuden- und Ehrentag. Ihr Sehnen und Streben gehe aber noch höhey: Nicht nur für dre Parade, sondern auch für jene ernsten Stunden, vorn deinen der Dichter singt: Und an die Rippen pocht das Männerherz" könne er ver­sichern, daß im Korps Männer-Herzen schlagen, die in un­verbrüchlicher Treue für ihren höchsten Kriegsherrn fechten werden, und dieser Geist im Korps werde ein dauernder sein. Der General schloß mit einem Hurra auf den Kaiser.

Heute abend fand bei den Majestäten Paradetafel im Kaiserhof für das verstärkte 9. Armeekorps und das Land- ungskorps der Marine statt.

Heute abend fand Paradetafel in den Sälen des Kaiser? Hofes statt.

Der Kaiser verlieh heute vormittag nach der Parade dem Füsilier-RegimentKönigin" Nr. 36 und dem Kürassier-RegimentKönigin" Nr. 2 die Düste der Kai­serin. Ferner verlieh der Kaiser dem Königs-Ulanen^ Regiurent Nr. 13 die Büste deS Grafen Waldersee.

Oberbürgermeister Giese wurde zum Geh. Ober-Re­gierungsrat ernannt.

Professor der Universität Mel Hensen erhielt den Noten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub, Professor der Uni- veesttüt Mel Klosteamann den Kronenorden zweiter. Klasse.

Komische Tagesschau.

Dem Grafen Ballestrem

hat die Zentrumsfraktion des Deutschen Reichs­tages zu seinem siebzigsten Geburtstage folgende Adresse über­reicht:

Excellenz! Hochgeehrter Herr Reichstagspräsident! An der heutigen Feier Ihres siebzigsten Gebuttstages nimmt neben der gräflichen Familie mit besonderer Freude uitb berechtigtem

Stolze die Zentrumspartei im Reiche, der Sie angehüreu, und die Zentrumsfraktion im Reichstage, .die Sie Jahre hindurch als Vorsitzender geleitet haben, den innigsten Anteil. Durch einen Unfall von den Schlachtfeldern Frankreichs abberufen, auf denen Sie in blutigem Ringen dem deutschen Volke des neuen Reiches Herrlichkett mit ersttitten haben, sind Sie in schwerer Zeit inneren Haders in die Reihen des Zenttums eingetreten, .um unter seinem Banner mit der gleichen Be­geisterung, wie draußen für.die Ehre und Größe des Vater- larrdes, so im Innen: für unseres Volkes Glück und Wohl und für die Freiheit und die Rechte unserer heiligen Kirche zu kämpien, deren Selbständigkeit nad> unserer unerschütterlichen Ueberzeugung einen Eckpfeiler der Macht des Deutschen Reiches bildet. In unserer Milte sind Sie, Excettenz, bei der gemein­samen Arbeit für die Aufgaben des Reiches und die Verteidigung unserer Kirche durch Ihre edelmännilsche Gesinnung und Un­erschrockenheit smvie durch Ihren wettschauenden Blick uns im Streite für WaRhett, Freiheit und Recht zum Vorbilde ge­worden. Ihr Rat zur Einigkeit in unserem Handeln und zu scharfsinniger Vorsicht bei unseren Entschließungen hat der Partei die Achtung erheischende Stellung mtterrungen, die sie ttn Reiche einnimntt. Ihren bewurrüerirswürdigen persönlichen Eigenschaf­ten ist durch Ihre Wahl zum PräsideMen des Reichstages der Tribut der Anerkennung gezollt. Mögen die Weltanschauungen der Parteien ttn Reichstage sich kreuzen, .bei Ihrer Berufung zum höchsten Ehrenamte, welches das deutsche Volk zu ver­geben hat, hat die Erwählten des Volkes der gemeinsame Wunsch der Förderung unserer Arbeit beseelt. Und Ihres Feldherrn- amtes haben Euere Excellenz nach dem Urteile des Reichstages in bekannter Vollendung, .mit vieler Sach- und Geschäfts- kenntnis, sowie mtt der Liebenswürdigkeit und Unparteilichkeit" gewaltet, welche auch die hochgehenden .Wogen unserer Kämpfe geglättet hat. Unter Ihrem Präsidium, dem seine äußere Ehrung durch besondere Gnadenbeweise Sr. Majestät des Königs von Preußen geworden ist, hat der Reichstag Entschlüsse gefaßt, welche für die Geschicke des deutschen Voltes von weittragender Bedeutung sind. Und so dürfen wir sagen, daß sich des heutigen Tages mtt Euerer Excellenz Familie und unserer Pattei der Deutsche Reichstag und seine Wähler herzlich freuen. Wir aber fühlen uns, um Sie als unfern Präsidenten im Reichs­tage geschart, im Herzen verpflichtet, Ihnen aufrichtigst und wärmstens für alles zu danken, was Sie für uns geleistet haben und leisten, sowie den Allmächtigen zu bitten, Sie unserer heiligen Sache, unserem Reiche und unserem Volke sowie der gräflichen Familie noch viele Jahre in ungeschwächter Geistesfrische und Körperkrcht frohgemut zu erhalten und Ihnen Ihrem Verdienste gemäß ein hohes Alter in Glück und Ehren zu gewähren. In Verehrung und Liebe die Zentrumsfraktion des Deutschen Reichstages gez. Graf v. Hompesch, Dr. Schaedler- Tr. Spahn (und viele andere).

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