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06/08/1904 Erstes Blatt
 
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Gchulstratze 1.

tlbrefle für Depeschen: Anzeiger Gieße«.

Fernsprechanschluß Nr. bl.

Nr. 183

rlAelnt ELgltch mifeer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem »elfischen Landwirt die Siebener Somillen« Hütter viermal in der Woche beigelegt.

AotationSdruck u. Ver­lag der Brühl 'schen Univeff^Buch-u. Stein- bniderd. 8t Lange.

®rftc§ Bla«. 154. Jahrgang Samstag 6. August 1904

GietzenerMzeigers

General-Anzeiger "SSSR

Amk- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen WR

MiÜIIHW ______4 zeigenteil: Hans Beck.

Are Herrtige Wummer umfaßt 14 Seiten.

Parlamentarismus und Keneralstreik.

Gießen, 6. Ang.

Am Sonntag den 18. September beginnt in Bremen der sozialdemokratische Parteitag. DerVorwärts" veröffent­licht in seiner gestriger: Nummer das Vorläufige Programm, das in seinen 9 Punkten nicht eigentlich etwas Außerge­wöhnliches enthält. Die Geschäftsberichte und danach Vor­träger von einer Bedeutung zweiten Grades, wie sie schon häufig auf der Tagesordnung gewöhnlicher sozialdemo­kratischer Versammlungen standen: Maifeier, Kommunal­politik, Organisation.

Dainit kann nun nicht behauptet werden, daß es in der Diskussion dieser Gegenstände nicht zu scharfen Kämpfen und zum Dufeinanderplatzen recht verschiedenartiger Mein­ungen werde kommen können. Zwar ist in der Presse und u. a. auch in der kürzlichen hessischen Versammlung der Sozialdemokraten bereits die Mahnung ausgesprochen worden, auf dem diesjährigen Parteitag unter allen Um­ständen An s ein and ersetzungen persönlicher Art und Kämpfe, die den bürgerlichen Parteien das Bild inneren Zwie­spaltes innerhalb der Sozialdemokratie aufrollen könnten, zu vermeiden. Ob dies so leicht sich ermöglichen lassen wird, steht sehr dahin. Zu außerordentlich lebhaften Er­örterungen rnüßte es jedenfalls kommen, wenn eine solche Kardinalfrage der sozialdemokratischen Taktik plötzlich in die stille Tagesordnung eintreten und aufgerollt würde, wie sie der Genosse Dr. Friedeberg vorgestern vor einer 1500köpfigen Versammlung in Berlin behandelt hat: ^.Parlamentarismus und Generalstreik'".

Wir haben in unserer gestrigen Nummer bereits einige Gedanken dieses Vortrags zur Kenntnis gebracht. Es geht daraus hervor, daß die Entwicklung der sozialdemokrati­schen Partei ganz außerordentlich rasch vor sich geht und daß infolgedessen die alte Erwartung bestätigt scheint, die Umsturzideen seien Zeitideen uni) sie würden unter den kommenden Generationen wieder mehr und mehr zur Ruhe kommen. Nach der Stimmung jener neuen Berliner Ver­sammlung zu urteilen, sieht sich die Sozialdemokratie in ihren Anstrengungen auf einem Höhepunkt, von dem es nicht in der seitherigen Weise weiter bergan gehen Tann.

Wenn wir nach langjähriger Agitation 3 Millionen an die Wahlurne gebracht haben, wird es uns leichter gelingen, 4 Millionen zur Arbeitsniederlegung zu bewegen". So lautet eine Folgerung in dem ausführlichen Referat, das wir imVorwärts" lasen. Mit anderen Worten: Wir geben es auf, weiter auf die überzeugende Kraft unserer Umsturzideen zur Umstimmung der bürgerlichen Kreise zu vertrauen und sehen es ein, daß wir eben nur unsere Klasseninteressen zu pftegen haben.

Was wiU Dr. Friedeberg? Er sagt: Unser Ziel ist die Beseitigung der Klassenherrschaft, die Betätigung der freien Persönlichkeit. Und welches ist sein Vorschlag? Die Idee des General­streiks muß propagiert werden, so meint er, sie müsse zur leitenden Taktik des Proletariats werden. Nun, das steht in schlechtem Einklang zu der vorherigen Feststell­ung, daß durch den Parlamentarismus die sozialdemokra­tische Bewegung zu einer reinen Magenfrage herabgesunken sei. Gerade das Umgekehrte ist der Fall: der Generalstreik, den Friedeberg fiefürtoortet, würde doch zur Magenftage werden.

Alles was dieser Taktiker von der Betätigung und Pflege der freien Persönlichkeit spricht, ist ebenso falsch und versucht, dieselbe Täuschung hervorzurufen.Der Parlamentarismus ist ein schlechtes Erziehungsmittel, denn er stellt an die Persönlichkeit so geringe Anforderungen, daß die Heranbildung freier Persönlichkeiten nicht möglich ist." Die Gewerkschaftsbewegung dagegen (die nach Friedebergs Meinung zurzeit zu enge Ziele sich gesteckt habe) habe da­gegen auch gerade die Aufgabe, die freie Persönlichkeit zu entwickeln.

Mit diesen Behauptungen wird dem gegenwärtigen Ver­ständnis und Idealismus der großen Mehrheit der sozial­demokratischen Parteigenossen ein schlechtes Zeugnis aus­gestellt. Aber abgesehen davon: wir suchen den Kern des Widerspruchs dieser Ausführungen darin, daß auf der einen Serte die Erziehung der Persönlichkeit, die Entflammung des Idealismus inner­halb der Berufsorganisationen erstrebt werden soll und daß auf oer anderen Seite dieser Jdia- lismus doch eine Bankrotterklärung erfährt, indem eben der Generalstreik, die Magenfrage, zum großen Ende führen soll. Deutlicher kann man es doch nicht aussprechen, daß die Bestrebungen der Sozial­demokratie nur Kämpfe zur Hebung der Klasseninteressen der Arbeiter darstellen.

Es wäre gut, wenn es tvirklich so wäre. Man kann den Arbeitern solche Bestrebungen nicht verargen, im Gegen­teil, man muß sie unterstützen. Aber die Sozialdemokratie ist noch weit davon entfernt, ihre utopistischen Ideen von sich zu werfen. Es wäre nur interessant, von Dr. Friedeberg zu erfahren, wie er sich das Ergebnis des General- streiks denkt? Wird man denn um wirtschaftliche Be sse r st e l s II u g ober um die E u d ziele d er P artei streiket! wollen? Darüber gibt uns Friedebergs Rede keinen Ausschluß. Er, oder vielmehr eine in seinem Sinne ange- nonliuene Resolution sagt'

d e r n e reik Richt durch eine Revolution, nicht im Wege des Blutvergießens und roher Oswalt, sondern durch ein ethisches Kampfmittel, durch die Ver­

weigerung der Persönlichkeit, die, in weitem Um­fange durchgeführt, das Proletariat aus der Produktion ausschaltet und dadurch die ökonomische Herrschaft der Kapitalistenklasse und ihr Instrument, den Staat, beseitigt."

Was solldie Verweigerung der Persön­lichkeit?"" Man kann sich diesenGeneralstreik" doch mir als eine rein wirtschaftliche Maßnahme denken. In dem Augenblick, da der Arbeiter seine Lebenslage durch das Mittel des Streiks gehoben sieht, wird er sicher nicht daran denken, aus derProduktion auszuschalten"" oder seine Persönlichkeit zu verweigern.""

Diese Taktik, die Friedeberg vorschlägt, würde, wenn sie sich durchführen ließe, was ganz und gar nicht geglaubt werden kann, die Ziele der sozialdemokratischen Parteiführer nicht durchsetzen. Sie wäre nur ein Mittel, die wirtschaft­lichen Anstrengungen der Arbeiter, wie sie in der letzten Zeit in den Streiks schon genug in die Erscheinung treten, noch mehr anzuspannen. Andere Resultate, als bei den jetzt üblichen Streiks würden auch bei diesem Generalstreik nicht herauskommen. Er würde, wenn man ihn versuchte, zwecklos große Schädigungen unseres Volkslebens ver­ursachen.

Interessant ist. daß Friedeberg in seinem Vortrag auch der Religionsfrage Bedeutung zuwies. Er sagte: Es gibt keinen Gott. Wenn wir freie Persönlich­keiten sein wollen, darf die Religion nicht Pri­vatsache sein. Rückständig ist die Sozialdemokratie ge- tootben, sie nimmt Rücksicht auf die rückständigen Massen."

Damit sucht dieser sozialdemokratische Neuerer die Tat­sache aus dem Wege zu räumen, daß nu r die Hoffnung auf materielle Besserstellung die Arbeiterschaft zum großen Teile der Sozialdemokratie zuführt. Welches Interesse haben seither die Arbeiter für die ,/Nretchenftage"" ge- ?abt? Keines! Soll das die Erziehung der Persönlich- eit bewerkstelligen, daß man den Leuten vorschreibt: Dies hast du zu glauben!?

Daß Friedeberg auch die Lektüre anarchistischer Schriften, mehr als sozialdemokratische, empfahl, offen­bart ebenfalls eine Ziellosigkeit, die gleiche befehlshabe- rische Verheißung: Das hast du zu sein!

Uns scheint, der kommende Parteitag wird diese Unter­haltungen ins Programm ausnehmen. Dann wird wieder heiß gestritten werden. Das übrige Bürgertum wird aber aus solchen Kämpfen mehr und mehr die Ueber^eugung gewinnen, daß trotz der letzten Wahlerfolge die Sozial­demokratie weiterhin keine glänzende Zukunft haben wird und daß es für die Politiker, die nicht nur für ihre Tascbe kämpfen wollen, gilt^ an dem Ausgleich der sozialen Gegensätze, soweit er der Gerechtig­keit entspricht, eifrig weiter zu arbeiten, um eine materiell ausreichend befriedigte, zufriedene Arbeiter­schaft zu erhalten. Für den Idealismus und die Entwick­lung derfreien Persönlichkeit"" braucht man dann, trotz Parlamentarismus nnb Religion als Privatsache, zunächst keine Sorge zu haben. A. G.

Ans gthiN und Land.

Gießen, den 6. August 1904.

** Manöver-Postsendungen. Aus Anlaß der be­vorstehenden militärischen Herbstübungen machen wir auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deutlicher Auffchristen bei den Manöver-Postsendungen aufmerksam. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen die Ordnungsnummer, Dienstgrad und Truppenteil, Regiment, Bataillon, Kompanie, Eskadron, Ab­teilung, Batterie, Kolonne usw.) und für gewöhnlich der ständige Garnisonort, eintretendenfalls mit dem Zusatzober nachsenden". Die Angabe eines Marschquartiers als Be­stimmungsort empfiehlt sich in der Regel nicht.

** 16. Deutscher Feuerwehrtag. Wie bekannt, wird in den Tagen vom 3. bis 6. September l. IS. in Mainz der 16. Deutsche Feuerwehrtag unter dem Protektorat Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hesien abgehalten. Damit verbunden ist eine im Großen geplante Ausstellung, auf welcher fast alle Spezialfirmen, darunter die bedeutendsten Fabriken Deutschlands, mit ihren neuesten Erzeugnisten ver­treten sein werden, so daß die Ausstellung ein vollständiges Bild der Fortschritte auf dem Gebiete des Feuerwehr- und RettungSwesens darbieten. Die Stadt Mainz rüstet sich zur würdigen Gestaltung des FeuerwehrtageS; die Ausschüsse sind in voller Tätigkeit und es steht nach den bis jetzt ge­troffenen Vorbereitungen zu erwarten, daß die Veranstaltungen unter großer Beteiligung einen glänzenden Verlauf nehmen werden. Allen, die der wichtigen Sache de8 Feuerlöschwesens Interesse entgegenbringen, namentlich aber den Mitgliedern der Feuerwehren, ist der Besuch des 16. Deutschen Feuer- rvehrtageS zu empfehlen, gleichzeitig aber im Interesse der rechtzeitigen Sicherstellung der Quartiere zu raten, ihre An­meldungen umgehend zu betätigen. Meldungen sind an den HauptauSschuß in Mainz zu richten, von dem auch die An­meldelisten bezogen locrben können.

** Das neue preußische Wil d scho üg e s e tz ist von den weidgerechten Jägern mit Freuden begrüßt wor­den, da es einschneidende Verbesserungen aufweist, von den Mildbrethändlern wird es dagegen verurteilt. Die Para graphen, die den Wildbrethandel betreffen, sind scharf und streng, besonders der. der besagt daß in Preußen nun­mehr kein fremdes Wild verkauft werden darf, wenn die betreffende Wildart in anderen Staaten, z. B. in Hessen, keine Schonzeit hat, hier aber diese genießt. Das neue Ersetz sagt nämlich: § 6. Vom Mgiun des 15. TageS der

für eine Wild art festgesetzten Schonzeit bis zu deren Ab» lauf ist es verboten, derartiges Wild in ganzen Stücken oder zerlegt, aber nicht zum Genüsse fertig zubereitet, in demjenigen Bezirk, für welchen die Schonzeit gilt, zu ver­senden, zum Verkauf herumzutragen oder auszustellen oder feilzubieten, zu verkaufen, anzukaufen, oder den Verkauf von solchem Wild zu vermitteln. Für den Vertrieb ein­zelner Arten von Wild, soweit er unter Kontrolle aus Kühl­häusern stattfindet, können Ausnahmen nach Maßgabe bet von den zuständigen Ministern zu treffenden Bestimm­ungen zugelassen werden. Die Kosten der Kontrolle fallen den Inhabern der Kühlhäuser zur Last und können in Form einer Gebühr nach Tarifen erhoben werden."" Der §. 7 verbietet dasselbe für unzerlegtes Elchs-, Rot-, Dam- und Reh-Wild, bei welchem das Geschlecht nicht mehr mit Sicherheit zu erkennen ist."" § 9 lautet:Die BersenL- ung von Wild darf nur unter Beifügung eines Ursprungs­scheines erfolgen." In § 10 werben die Bestimmungen der §§ 69 auch auf Wild ausgedehnt, welches in einge- ftiedigten Wildgärten, fteier Mildbahn, erlegt oder ge­fangen worden ist (z. B. in der tandgräflichen Fasanerie bei Hanau, in den Fürstlich und Gräflich Menburgischen Waldungen, die umzäunt sind). § 16 bestimmt gegen Zu­widerhandlungen Geldstrafe bis zu 150 Mk. für Verkäufer, Ankäufer und Vermittler. Frankfurt wird besonders durchs diese^Bestimmungeir betroffen, ebenso die Jagdbeständer und Verkäufer in dem nahen Großherzogtum Hessen und Baden, sowie in dem Königreich Bayern. Ein großer Tefl,' des Wildbedarfs wurde speziell aus Hessen bezogen, da das Wild besonders Has und Reh dort kürzere Schon­zeiten genießt. Am 1. September, also in ca. 4 Wochen, geht in Hessen die Hasenjagd auf, in Preußen erst am 15. September, da wird man bereits sehen, tote das Gesetz in praxi wirkt.

8 Friedberg, 5. Aug. Emen größeren Gelände­verkauf hat die Stadt dieser Tage abgeschloffen. Sie er­warb den ehemals Tbeobaldschen Garten, der 8 632 Quadrat­meter groß ist, für 27 000 Mk., den Quadratmeter zu 3.25 Mark. Der Ankauf des Hegarschen Gartens ist ebenfalls an­geregt. Ein Feldbrand entstand gestern zwischen Bruchenbrücken und Rieder-Wöllstadt an der Mam-Weser- Bahn durch Funken einer Maschine. Etn-a drei Morgen Gerste wurde vernichtet. Feld- und Bahnarbeiter löschten das Feuer, ehe es weiter um sich griff.

R. B. Darmstadt, 5. Aug. Die Menschen­ansammlungen in der Rahe des Darmstädter-Hof-Neu- baueS haben sich heute abend nicht wiederholt. Wie erst heute nachmittag bekannt wurde, haben die arbeitswilUgen Zimmerer aus Lorsch, um die sich die ganze Aufregung ent­spann, ihre Arbeiten gestern abend so weit fertig gestellt, als möglich war, und sind daher heute nicht wieder auf der Arbeitsstätte erschienen. Eine Fortsetzung der Arbeit kann erst etwa von Mitte nächster Woche ab erfolgen, sobald das nötige Material zur Stelle ist. Bis dahin hat sich aber hoffentlich die ganze Situation zum Befferen gewendet. Die freie Vereinigung der Maurermeister und Bau­unternehmer hielt heute abend im Restaurant Kaisersaal eine sehr stark besuchte Versammlung ab, in welcher die an den Verhandlrmgen in Frankfurt beteiligt gewesenen Ver­trauensmänner über daß bisherige Ergebnis der Beratimg Bericht erstatteten. Die von der Versammlung gefaßten Be­schlüsse werden zunächst absolut geheim gehalten.

r. Mainz, 5. Aug. Der vor einigen Wochen mit Hinter- laffung großer Verbindlichkeiten von hier flüchtig gegangene und von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgte Lotteriekollekteur Döblin von hier hat von Amerika aus dem Gerichte mitgeteilt, daß er bereit sei, sich freiwillig zu stellen, wenn man ihm freies Geleite zusichere. Döblin war bei seiner Ankunft in Amerika bereit? festgenommen worden, aber die wegen seiner Auslieferung geführten Ver­handlungen hatten keinen Erfolg.

fc. Frankfurt a. M., 5. Aug. Gesten: nachmittag wllrde auf der Reuen Zeil der 4 jährige Knabe Leib Kampler von der Trambahn überfahren und getötet.

Die Aeryandlung gegen den eLandlagsaßg. Köhler-Langsdorf.

Gießen, 5. August.

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Antrag, die Partie gegen den dem Verfahren gegen Kühter zn

Landtage die crforbi schreiten gegen ihn die Ordnnna vcrHo*

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Angeklagten HolziniZ

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Vor der hiesigen Strafkammer sollte heute gegen den Landtagsäbtuordneten Köbler-Langsdvrf und den Redak' teur der Hungener Landpost, Fritz Holzinaer, wegen Be leidig un g d e K S ta a t s a n toi l t s Reu», deS Unter suchungsricbtets Landgerichts rat Sandmann, sowie des MedizinalratS Dr. Ha der körn und Geheimrat Professor Dr. Pfannen stiel verhandelt werben. Köhler, .toclrfwr vorher bereits mitgeteilt batte, da^ er sich freiwillig zum Termin nickt stellen würde, war auch wirklich a u S g e b l i e b e n. Oberstaatsanwalt

Theobald bemerkt, Köhler sei zum heutigen Verhandlnnge Imitiit ordnungsmäßig unter der im § 215 der ^trafprozen orduuug vorgeschriebenen Androhung, daß im Falle feines un eutsckmldigten Ausbleibens seine Verhaftung oder Vorluhniug erfolgen werde, geladen worden Run sei es zwar riclnig. dau, so lange der Landtag nicht geschlossen sei, nur mit :>uwunnung desselben zwangsweise ein Mitglied der -wetten Kammer vor Gericht zu stellen sei, bic« schließe aber das Reckt nutzt aus, Köhlers Berhastung gericktsseitig zu beschließen, und daun beim ' «erliche Zustimmung zum gerichtlichen Ein

erbitten. Znwiftllos hab-' Köhler gegen i>. -.1'1111' er bitte, dessen V e r h a ft u n g