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6.7.1904 Zweites Blatt
 
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Dir m tm tftnafkit m itten über btr Novelle -um Münz- Ffitz t*tdfd4j bncugtr Unbeliebtheit ber neuen Fünsmark- uje du: nn '^ui-Jx -ut zu einer bemerfenOuertai Cntfdüieping uefubit Ter vom fHeidtMage -itfvrbeneu Reuprügiing von Trei* marb'tuden hcu der thiuMtut z»var nicht entsprod-eri, er hat viel* mehr n*\)en Chckv Tifierenz die ganze Novelle scheitern lassen. 'Abfi ui anderer Be-ietZ»in<t hat er den in der Cijlvntliil)A*U Ueiiubmiu wünschen lnxi.' Neihnung getraue». Im Februar war .hm na lUurog des Reid^fchatzfikrrLarS zugegauge«, »oonach 60 Mülwnru ReiitrSsilbermi.uzen neu ovprägt werden sollten, und zwar 30 IKilhonen in Qiinp, *20 Millionen in Zwei- und 10 Millionen in C'inniarkscuden. Iu-vnsd^n scheint sich Freiherr v. Stengel davon ubcr-eugl zu haben, thib die Ist« s Markstücke ihrer llnoaudlldckeit nngen höchst unpopulär sind, denn er brachte schlfunigst noch vor der Vertagung des Bundesrats einen Ad- andernngsanrng em, uwnad) in diesem Jahre anstatt 3u nur 10 Millionen in >ünsmardtacren und dafür ;<> Millionen in Zwei- und 15 IViKuuien in GimiMrt aidcn ausgeprägt lverden sollten. Liesen Amrag >u der Bundis rat auch angenommen.

Per AuiiiaKd ui 5>iui|<6-S»üön>r|tafrißtf.

Lre Hiuaussendung non L ruvpen und Vvr- töten nack dem Lriegsjchauplntz bi Südlvcsdasrika voll- zlleht sich dem Programm entjprednub, nne es von Anfang an ausgestellt wurde, nachdem eS sich l-crausgcstellt harte, daß zur crrdgrltigen Niederwerfung der Aufständischen gri^ßere Truppeuwrengen unter einer besonderen, nicht gUadyeitia burd) Berwaltungsgeschüfte üi Ausprud) geuom- menen Oberleitung erforderlich scicn. Die ^tbiransportc uns der Hounar massen nach den AuSschijjungsin*rhältnisjcn m Hwakopmitnd «regelt werden. Mehr als 300 Tonnen tonnen bicr pro ^ag selbst unter ßini^igx'n Lerüältnissen rrichr gelandet werden. Bei den letzt noch ausstehenden Lransporren tkuibell sich ui der Hauptsache nur noch um E r satz- und Etappen truppen^ von denen für die Sicherung und Besetzung der rüeQoärtigen Bertnndungen und für den Ausbau des Nad)richt«iwejeus eine um so «roßere Zahl gebraucht wird, je weiter die eigentlichen Lwnpstruppen sich von der Eisenbahn entfernen, unb die bdonber* unentbehrlich jein lverden, wenn, wie vorauü- zcheben, nach der Nrederwerfung der Herero die Ovambv uir BoNnäßigkeit angchalten werden sollen. Wie ein Etliches Telegramm vom 3. Zull, meldet, sind Reiter Richard Lindner aus EllcrSdors ^Lolmrg-Goll>a) am L b.. unb Reiter Alois Schmidt aus ÄUinborf ^KreiS Neisse) am 15. Juni d. I. in Otjoso-ndu an Typhus ver­storben

General v. Trotha melbct aus Okahan dja: Der Händler Wallace wurde vernommen. Er behauptet, vou den Hereros Mitte Januar nach Beraubung seiner Habe gewaltsam als Gefangener mitgcschloppt wor­den zu sein. Lr oerlleß die Herero am 8. Zunt. Diese jigeu riach seiner turnt) alle Meldungen bestätigten Angabe mit allen Werften und allem Bieh bei Grog-Kleys (?), südlich des Waterber gs, zwischen Water berg und dem Omu- rambafiuB um Ombujo-Wunboro herum. Sie halten den Onmrambafluß besetzt. Michael bäU mit seinen Leuten den Paß bei Ommveroume. Dre Arbeiten zur Ver­längerung der Mole von Swakopmund werden wieder auigenommen werden

Wallace, der vorläufig in Hast verbleibt, flieht die Störte der Hereros aus 25000 Köpfe an, davon mindesurns 2000 LriegSleute mit Gewehren

Kirche und Schule.

Hessische Kirchenbücher Bekanntlich mußten zur- zen da int Rheinllmde unter fianzösricher Herrschaft standen, die Lircheubücher der linksrheinischen Pfarreien an die Mairien, denen bic Führung der Zivilstandsregister über- rrag.m wurde, abgelleierr werden Znfolgrdessen sind drc Lllesten Kirchenbücher bis aus den heutigen Lag bei den Bürgermeistereien verblieb'n. Neuerdings macht sich nun unter der evangelischen GeiAichkeu Rheuchcuens das Bestreben gelteno, diese Bücher wieder für die Pfarreien zuruckzugewinnen, und -war im Zntrr- esfe der geschichtlichen Forschung. Die Kirchenbücher aus früherer Zeit enthalten nämlich nicht nur Protokolle über Taufen, Trauungen und Beerdigungen, sondern vielfach auch dazwischen tingeitreute Notizen über irnrtwürd.ge Vorkommnisse, die für die gesanchtliche, speziell für die Lrchevg schichtliche Forschung wertvoll sind. Zm Unterschiede vou den Pfarreien m Starkenburg und Ober Hessen find somit die rheillhesiischen Pfarreien arm an geschiöstlichem Material. Tos ist namenllich lest, ba die kirchengeschichtliche Forschung in Hessen durch die Begründung emer .^Zeitschrift für hessische Kirchengefchichre" m ein neues Stadium getreten ist, zu beklagen, unb das hessische Oberkonsiswrium ist deshalb bet dem Ministcrium des Zirnern vorstellig geworden, daß die in Frage stehenden Kirchenbücher wieder an die Pfarreien zurück gegeben werden möch^u. Tas Ministerium hat jedoch erklärt, daß diese Rückgabe unstarrhail sei und nur auf gesetzgeberischem Wege er­folgen könne, da die Aufbewahrung von znrchcuoüd^rn in den marsons communes eine Folge des französischen Gesetzes vom 20. September 1792 sei. Dagegen sind bic rhernhessischen Kreis- änrtcr vom Staatsminister angennqen worden, ine ihnen unter* stellten Bürgermeistereien zu veranlassen, den Geistlichen jederzeit die alten Zeirchenbücher zur Einsicht vorzulegen und deren Be­nutzung auch außerhalb der T«ienstrLnme der Bürgermeistereien In gestatten.

tztaöl und Land.

Gießen, den 6. Juli 1904.

w Polizeibericht. In der vergangenen Nacht wurde von Schutzmannspatrouillen im Weichbild der Stadt nach Obdachlosen ic gesucht und eine Anzahl Leute von hier in Freiguartier betroffen. Der Philosophenwald wurde gestern abend emer polizeilichen Kontrolle unterzogen, weil er in letzter Zeit häufig bei Tag und Nacht durch liederliche Dirnen rc. belagert und unsicher gemacht wird.

* Der Lahntal-Sängerbund feiert, wie wir schon erwähnten, am 9., 10. und 11. Juli in Grünberg sein diesjähriges Bundesfest. Ungefähr,700 Sänger werden daran teilnehmen. Näheres geht aus dem Inseratenteil hervor.

* Sommerurlaub für kaufmännische An­gestellten. Tie Ferienzeit ist herangekommen. Allenthalben werden Vorbereitungen zu Erholungsreisen getroffen. Im LauftnannSstande flieht es zwar heute schon eine Reihe an- gesehener Handelshäuser, die ihren Angestellten einen Urlaub gewähren, jedoch muß man immer sagen, daß diese Firmen seither nur einen kleinen Bruchteil sämtlicher Handelsbetriebe bildeten. In den meisten Handelshäusern müssen die An- gestellten ohne Unterbrechung auch in den Sommermonaten Tag für Tag hinter dem Ladentisch oder vor dein Pulte flehen. Es wurde deshalb vor Jahren bei den Beratungen über die Gewerbenooelle im Deutschen Reichstage bereits die Frage aufgeworfen, eine Ferienzeit für Handelsangestellte gesetzlich anzuordnen. In Anbetracht der großen Schwierig­keit n. öic sich einer gesetzlichen Regelung dieser Angelegenheit entgegenstellen würden, ist zu hoffen, daß immer weitere Äreife der selbständigen Kaufmannschaft für ihre Angestellten einen Erholungsurlaub freiwillig emsühren werden.

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Anerkennungsschreiben vorzüglicher Lie­ferungen aus allen Kreisen wurden an dieser Stelle von der Möbelfabrik und Lager Th. Brück, Giessen, Ecke SchlossgasseKanzleiberg zur Veröffentlichung gebracht. Diese sowohl une eine weitere Serie noch nicht verbreiteter Referenzen stehen Jedermann gratis und franko nebst einigen photographischen Aufnahmen der besteingerichteten Eabrik- und Verkaufsräume zur Disposition und dürfte es sich em­pfehlen, vor Ankauf von Möbeln, Betten, Teppichen, Vorhängen etc. sich zu wenden an das 1858 ge­gründete Möbel fabrikations- und Ausstattung s-Geschäft Th. ff rück, Giessen, Ecke Schlossgasse KanzleibergBrandplatz. 10 Schaufenster. 100 Zimmer- i iiii ichtungen. Lieferung franko jeder Bahnstation. Telefon 373. höchste Auszeichnung: überhessische G ewerbe- Ausstellung.

Lin gute- Geschäft. Die Norddeutsche Ver­sicherungs-Gesellschaft in Hamburg halle bei dem Gordon- Bennot Rennen die Haftpflicht imb Unsall-Derstcherung über­nommen und erhielt vom Deutschen Automobilklub für die paar Stunden der Dauer des Renneuü als Prämie die schöne Summe von 7300 Mk., tuojilr sie nicht einen Pfennig Schadensfall zn zahlen hatte.

-fi Klein-Linden, 5. Juli. Der Jlurfchütz Klein fand nn (Karten des Zugführers Maus eine prächtige euro­päische Sumpfschildkröte von ca. 25 Ctm. Länge. Der Garten grenzt an mehrere Fischteiche, an denen schon in rüheren Jahren einzelne Exeniplckre gesehen wurden.

« Allen dors a. d. Lahn, 4. Juli. Am Sonntag fand in unserer Gemeinde eme ordentliche Kirchen- Visitation der Schuljugend und der katechiLmuslehrpflichtigen Jugend durch den Superintendentzm Petersen-Darmstadt im Begein des Pfarrers pemebad) statt.

(!) Lich, 5. Juli. Das Visenbahnkomitee der pro- jektierleu Bahiilinie Lich Grünberg bereiste gestern die Strecke per Wagen und kehrte in den betreffenden Ort- chaften ein. Die Herren nahmen mit bcu Ortvvorständen nochmals Rücksprache über daü Stellen des Geländes. Alle Gemeinden, außer Harbach, haben sich hierzu bereit erklärt. Man hofft, daß die Strecke spätestens im Herbst in Angriff genommen wird.

L Eberstadt, 5. Juli. Bel prächtigem Wetter feierten wir am Sonntag das bOjühri ge Sti stungSfest, ver­bunden nut Fahnemveihe des Gesangvereins Lieder- kranz. 9lad) einer Vorfeier am Samstag abend, bestehend rn Konzert auf dem Iestplatz, Wecknuf am Sonntag morgen und Empfang der auswärtigen Vereine, von denen 22 er­schienen, bewegte sich um 2 Uhr ein stattlicher Festzug, be­stehend au» MusilkorpS, Radfahrern, Gründern des Vereins, SchiiMaffen, Feftdanien, Ortöoorftanb> Festkoniitee rc. durch die nut Fahnen und Gmrlanden geschmückten OrtSstraßeii nach dem Fcslplatz, wo bald die deutschen Lieder ertönten und für allerlei Kurzweil gesorgt wvr. Die Festrede hielt Lehrer Junker, der Dirigent des festgebeuden Vereins. Gründer sind noch 8 mn Leben, babti unser alter Lehrer Haffeibaum und unser damaliger Psarvcr, jetziger Dekan L P. EellariuS, der trotz fein« 84 Jahve der Einladung zum Feste Folge geleistet hatte und eine herzerfrischende Aiisprache hielt, sich besonders über die Gründung des Vereins aus- lasiend. Em Feuerwerk am Abend bildete tut hier noch nie gesehenes Schauspiel. Am Nlontag sanb daS Fest in kleinerem Maßstabe seine Fortsetzung und liegt nun als schöne Erinne­rung hinter unS, mit dazu berufen, die sich m diesem Jahre hier ereigneten unliebsamen Dmge zu verwischen.

1. Bad Salzhausen, 6. Juli. Nun ist auch für unser Bad die Hochsaison gekommen. Alle vorhandenen Logirzunmer find besetzt. Der Besuch dell BadcS weist gegen rüher eme bedeutende Steigerung auf. Auch die Zahl der RachmittagS-Badegäste, die aus der Umgegend nut den MittagSzügen eintreffen, um die Badegelegenheit zu benutzen, ist ungewöhnlich stark. Wie man härt, betragen die Ein­nahmen der Budekaffe schon das DoppeÜe gegen tue besten Erträgniffe der gleichen Zett früherer Jahve. Der schon früher chwer empfundene Mangel an einem ausreichenden Bade ha uS hat sich noch nie so fühlbar gemacht alS m diesem Jahre. Hoffenllich hat die Behörde bald em Einsehen und beschert unS fürs nächste Jahr nn neues Badehamv.

I. Büdingen, 6. Juü. Dem in Muhestand versetzten Schulrat Buß, KreisschulInspektor hier, ist von verschiedenen Lehrern eme besondere Ehrung vor (einem Wegzuge zugedacht. Diese soll, rote man hort, bestehen in einem AbschiedvkommerS mit Ueberreichung emeL sinnigen Geschenke!

U Marburg, 5. Juli. Hier hat sich ein aus den hervorragendsten Einwohnern der Stadt zusammengesetzter 'Ausschuß gebildet, welcher Vorbereitungen trifft, gelegentlich deS 400jähngen Geburtstages Philipps deS Groß­mütigen, der hier am 13. November 1504 das Licht der Welt erblickte, das Franz Treller'sche Volksbühnen- piel ,Philipp der Großmütigedurch geoaemsameS Wirken der Bürger- und Studentenschaft zur Aufführung zu bringen.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In AlSseld und den uniliegenden Orten war am Freitag daS Artillerie-Regiment Nr. 47 auS Fulda emquartiert; es befindet sich auf dem Marsche zum Truppenübungsplätze Senne bei Paderborn, wo eS Scharf- chießen abhält. In Nieder-Ofleideu stierte daS Ehe­paar Wilhelm Rieß seine goldene Hochzeit. DaS Ehepaar teht im Alter von 75, bezw. 73 Jahren und erfreut sich noch bester Gesundheit. In Homberg a. d. O. beging die Feuerwehr ihr 25jährigeS SttftungSsest, wcczu viele Wehren erschienen waren, darunter auch Grünberg. In Ettings­hausen feierten der Beigeordnete Johannes Oppec und seine Ehefrau, geb. Keil, am 3. d. M. ihre filbeme Hochzeit.

vermischte».

*Marquis von Bcnzcnl) ose n". Hinter dem vor einigen Jahren in Greiz, der Residenz von Aeuß ä. L., er- schicnenen MarquiS von Monteplat, her sich auch noch Benze von Benzenhofen nannte unb vom verstorbenen Fürsten Heinrich XXII. von Reuß ä. L. den Kammers ^rnlltel erhielt, ist jetzt wegen Urkundenfälschung und Beleidigung ein Steckbrief erlassen wvrden. Wie verlautet, stammt der jetzt 46 Jahre alteMarquis" aus Giebicheustesti. bei Halle und heißt Ltw Benze. ,(B. ist Versasser cmes übles, lanawciligeii und viele Sellen langenSanges" auf Kaiser Friedrich. Ende dcr achtziger Jahre lebte Benze alsBenze von Benzen Hosen" unddeutscher Dichter" in Wiesbaden, wo er seinenSang" er­scheinen ließ, der ihm Hohn und Spott in Menge emtrug. Er pflegte mit dem Huie auf dem Haupte, weil er aln permanenten Kopfschmerzen zu leiden behauptete, in Wahrheit aber nidjt seine Perrücke dcrangieren mod/te, in dortigen literarischen kreisen zu erscheinen und sich mit dem Vorträge von absurden Gedichten, Erzeugnissen unfreiwilliger Komik, zu blamieren. D. Red. desGieß. Anz.^

* Ter in Mülhausen L E. verstorbene Groß^ industrielle Köchlin (siehe Gieß. Anz. Nr. 155, 2. Bl..) ruft einem Leser des Gieß. Anz. ein Verscl>cu ins Gedäckstiils, das in der ernsten Zeit des Jabres 1870 viel Heiserkeit erregte. Köä>llN hatte, so scheint es, den Mund gegen diePrvssiens" etwas zu voll genommen. Ties veranlaßte ein deutsches Blatt, ihm folgende Ne ine Warnungstafel aufzuftecken, die mit den nachfolgcn- oen Ereigni.ssen ihre Wirtung gewitz nid)t verfehlen tonnte;

Küchtt, Köchli, Kriech' ins Löchli, Son)t zerllopst man Dir die knöcküi!"

Wenn man an dieses Berschen erinnert, barf man wohl auch die Hoffnung aussprechen, daß sich der verstorbeneEhrenbürger­

meister" in bic ungewohnten Verhältnisse unter denVrnssienS" zu schicken verstanden und im Frieden mit ihnen gestorben ist.

Kunst und Wissenschaft.

Ter Gießener UniversitälS-Prvfessor Georg. Gassky, der als Nachfolger Robert Kochs an die Spitze des Instituts für Infektionskrankheiten in Berlin tret i wird, gehört zu den ältesten Schülern Kochs. Er war einer (edier ersten Assi­stenten. Atü Mod), zuvor Phtzsikus in Wöllstein, aus Grund seiner eindriuglüMn Untersuchungen über den Milzbrand und die Wuud- infektionskrankheiten in das laiserliche Gesundheitsamt berufen und dort mit der Leitung des damals neu begründeten bakterio- logisdxn Laboratoriums betraut wurde, nahm er bic Hilfs­arbeiter des Gesundhellsamtes zu feinen Gehilfen. Er machte sie als die ersten mit seinen neuen Methoden der Bakterien- lorschung vertrant, und nahm gemeinsam mit ihnen die Tnrä-- fvrschung der Lehre von den ansteckenden Mllankheiten auf den neu gewonnenen Grundlagen in Angriff. Zu diesen Hilsüarbellcru gehörte Gafslli, der, wie wir schon mitteilten, als Militärarzt zum Gesundhettsamt kommandiert worben war. Tie erste Arbeit, die Gas (kl) im Laboratorium des Gesundheitsamtes zu leisten hatte, schloß, so lesen mir in derVoss. Ztg.", an Kochsche Forsch­ungen an. Es war das experimentelle Studium einer der Wund' infektionslranklkiten, der Scpticämie. Und zwar hatte Gafsly jein besoubercü Augenmerk auf zwei Fragen zu richten; erstens auf die vorscificitende Giftigkeit und zweitens aus bie accomobalive Züclüung der Mnudinsellionserreger. Sehr Wichtig erwies sich Gasiklis nächste Arbeit, die sich auf den Erreger des Thphuü dezietst, den Koch und Eberth unabhängig von einander aufgc* fiinden hatten. Gaffki) eriveilt'rtc die Kenntnis des Nachsveises und der Züchtung dcr Ttzphnsbazrllen (o wesentlich, daß sein Name neben denjenigen der erflcn Entdecker des Typlwsbazillus ge­nannt wird. In der Folge wurde Gassky von Koch noch zu zwei aroßangclegtcn Untersuchungen hcrangezogen. Tie eine hatte den Milzbraiid zum Gegenstand. Es galt, Pafteursäie Angaben nachzuprüfen und Grawitzschc Versuche zu berichtigen. Tie andere Versuchsreihe bezog sich auf die Technik der Tesinfektion, für die Koch uiid feine Mitarbeiter ganz neue Gesicl-tspunkte und Regeln fefllegten. Koch 1883 zum Sllidium der Eholera auSHcsandt wurde, wählte er Gassky zu seinem Arbcllsgenpssen. Gasskv ging mit Koch zuerst nach Egypten und dann nach Indien und stand ihm bei den Forschungen zur Sette, die zu der Entdeckung des Edoleraerregers führten. Koch hat GasfkvS Mitarbeit u. a. dadurch anerkannt, duß er iljm bie Aus­arbeitung des Berichts über die wissenschaftliche Fal)-rt übertrug. 1881 wurde Olaffky alS Kochs Nachsolger Letter des balleriologisclirn LaborawriumS im Gefiindheits<rmtc. 1888 folgte Gaffky einem Rufe alS Professor der Hygiene an die Universität Gießen. Seine Lehrtätigkeit unterbrach Gassky zweimal auf längere Zett, um wissenschaftliche unb prattisc^hygienische Aufträge der deutschen Rcichsregierung zu erfüllen. 1802 ging er nach Hamburg, um bei der Cholera mitzuwirken, unb 1897 führte er ine bcutjdjc Expedition zur Erforschung der Pest nad) Indien, an dcr sich noch Pfeiffer, Sticker, Tieudonn6 beteiligte«. Tie beiden unter feiner Leitung u>nd Mitarbeit hergesteltten umfassenden Berichte, die vom kaiserlichen Gesundhcitsamte in Truck gegeben wurden, der eine über die Clwlera in Hamburg, der andere über bie Pest in Indien gehören zu den beste« neueren Büchern zur Seuchen- kundc. Von Einzelstudlcn Gaffkys find noch zu nennen solche über Wurstvergiftung, über WohnungSdcsinfektion, über Arfenik- vergiftung u. a. m.

gfliiDcl und Verkehr. Vulksivütschast.

Bankaktien. Jetzt, nach Ablauf des ersten Seineslers dürlle em kleiner Vergleich interessieren, wie die Aktien der haupt­sächlichsten Banken zu anfang Juli des v. JrS. gegen Anfang Juli ds. Jrs. standen. Die Aktionäre der Berliner Bank, die der An­gliederung an die TeiUsche Bank entgangen ist, haben daraus jeden­falls keinen Nutzen gezogen. Am 2. Juli 1903 standen die Aktien 91.70 und gegenwärtig notieren sie ca. 84. Die Aktien der Berliner Handelsgesellschaft sind gegen das Vorfahr gerade um 2°/n gesunken, die der Kommerz- und 4),skontobank um 1 °/Q gestiegen. Ganz merk­würdig ist die Kursbewegung der Aktien eines immerhin nut ton­angebenden Institut«, der Tannstadter Bank gewesen. Im Jrüi 1903 notierten sie 137.20 und gestern 188. Etwas mehr Leben und Bewegung herrschte in den 'Aktien der Deutschen Bank; diese sind um rund !/ gestiegen, während daS Stcmdardpapier, Diskonto- Kornmanditananleile, gegenüber dem Vorjahr nur eine Avance von 0.20° 0 auiweisen konnte. Auch die Bewegung m den Aktien der Dresd­ner Bank hätte bedeutender sein können ; sie haben ganze30/<> gewonnen. Die Aktien der österreichischen Kreditanstalt, des einst tonangeben­den SpckulatwnSpapieres, haben 7°/e verloren, und einzig diejenigen Kapitalisten, die schon im vorigen Juli Aktien des Schaafshansen- schen Bankvereins besaßen, und sie bis jetzt gehalten haben, können wirklich vergnügt sein, denn ihr Besitz ist um rund 16J/0 gestiegen.

Meteorologische Beodirchtungen

der Station Gießen.

Wetter

Juli 1904.

*2

Z

5.

8

748,9

21,1

9L

50

WNW.

2

Sonne>isd)em

5.

9"

749,1

17,2

10,9

75

WNW.

1

Bew. Himmel

6.

73»

749,7

15,4

11,3

87

W.

2

Höd)ste Temperatur am 4.o. Juli ----- -4- 21,1b C.

Niedrigste , , 4.-5. =4- 6,19 C.

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