Kriegerdenkmals. Dank dem Entgegenkommen ber Tvovft- bebdrbe boten bie Straßen den Teilnehmern bc8 stattlichen Aellzuges m ihrem Schmuck von Tannengrün ein herrliches Aestgewand. Die Werbe bes DenknlalS würbe burch Pfarrer PeterS von hier vollzogen unb unter den Klangen von »Deutschland, Deutschlanb Aber alleS^ senkte sich bie £nlllr von dem yranrtnen Gebenkstein. Präsident Jochim übergab bterauf bas Denknml ber Gerne inbe, deren Vertreter, Bürgermeister Der Harb, eS mit dem DelödniS üdernahnr, eS wie ein Kleinod zu bewahren mrd zu beschützen. Der Gesang- verem »©ennania* sang alSdann ein kerniges Kriegerlieb, dessen Dichter ber ehemalige Lehrer Diegel von hier ist. Der Vezncksvorsitzenbe Viebl ermahnte am Schlüsse zu treuer Kameradschaftlichkeit. Auf bem Festplatze schilbeite KreiSral Schönfeld m einer längeren Rebe die Verbienste der Hess. Division und seiner tapferen Führer hn Knege 1870/71 unb schloß mit einem Hoch aus unseren geliebten LanbeShen'n, bas begeisterte Atffnadme fanb.
g, Haingrünban, 4. Juli. Oberhalb unseres Ortet- ereignete sich ein s chwerer Unfall. Der Fuhrmann Fröhlich kam bei bem Versuch, die Bremse anzuziehen, unter seinen Dagen. DaS eine Hmterrab btv schwerbelabenen Wagend ging ihm über beide Beine. Gr würbe in bad Krankenhaus nach Gelnhausen gebracht. Sein Zustand ist äuftcrfi bedenklich.
Mainz, 6. Juli. Zu den Nuterschlagnngen ber Älfe Fretwurst erfährt baS ,9)L Tgdl.^, baß bie Bücherrevisionen jetzt so ziemlich abgeschlossen sinb unb babei fest- gestellt worben ist, baß bie kürzlich von unS genannte Summe von 40 000 Mk. bie llnterschlagungen noch nicht becft. Alles in allem sollen sie sich auf 4 1 000 Mk. belaufen. Unter den beschlagnahmten Sachen ber Fretwurst, bie einen monatlichen Gehalt von 120 Mk. bezog, befinbet sich auch eine wertvolle, mit Steinen besetzte Uhr, die sie erst kürzlich für — 1200 Mk. gekauft hat.
Homburg v. b. H.. a Juli. Der Dberbofmcifter bei Kaiserin, Frbr. v. Mirbach reiste heute mit Familie nadi ^ntweiTCTi ab. FrKr v. Mirbach hat dem ^Potsd. ^ntclL- SL* -ufolge fein Ads ch ie d s g e s u cd n • cht eil!gt* reichr Ai bax Nachrichten von einem Rücktritt Mirbach- von fetnan Posten als Cberbohncifter wird von infor nnertcr Seite mitgeteilt, daß Frbr. v. Mirbach gar nichi daran denke, Fern Entlassungsgesuck ein,erreichen unb auch gar keine Veranlassu ng (??) dazu vorliogc
Fran ksn rt, 5. Juli. Heute mittag wollte ber 14 Jahre alte Sohn Paul be5 Leibmzstraße 52 roobnenben Arbeiters Fr. Schmidt in den Stall ber Lohnkutschcrei TL Kem- gehen. Als er die Etalltüre öffnete, brach das Mauerwerk imb daS Türgebakk zusammen unb erschlugen her Knaben. Der Unglückliche erlitt mehrere Schadelbrüche unb war sofort tot. — Gestern nachmittag wurde auf bem Hohenzoüernvloy die sechsjährige Tochter Anna deS Kasten- assiftenten Karl Blöcker von dem Kutscher Jakob Strauß überfahren und erlitt erhebliche, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen.
Kleine Mitteilungen an? Hessen und den Nachbarstaaten. In einem Kornselde bei Löschenrad unweit Fulda wurde ein 12jährigeS Mädchen von zwc. HandwerkSburichen überfallen und bestialisch a m Kopfe verletzt, so daß derTod ein trat. Ein Sittlichkeitsattentat scheint nicht vorzuliegen. Eurer ber Handwerks- burschen wurde verhaftet.___________________
Dcrmiid)tcs<
• Berlin, 6. Juli. Beim Bajonettieren starb plötz lich der Gefreite Hernumn Röusch von der 2. Kompagnu des 2. Garderegiments v F. Röm'cb, bei im zweiten Jahre diente, baionettierte gestern mit einem Kameraden auf dem Kasernen hoje Plötzlich brach er lautlos zusammen und verschied nach zwei Minuten. Tvttb Cbbuftion soll sistgcftellt werden, ob ein Herzschlag oder etwa em unglücklicher Stoß >es Gegners dem jungen Manne den Tod gebracht hat.
* Halle a. S., 5. Juli. Gin Soldat des 36. Infanterie- ReginumrZ, der am Paironenschupven als Wachtposten stand, verübte heute früh Selbstmord.
* Essen r9hibr', 5 Juli. In Altenesien gab ein 18 jähriger Bergmann, der mit der Wiederverheiratung seiner Mutter nicht emvenumden war, auf diese und deren Liebhaber mehrere Revolverschüsse ab und verletzte beide tödlich. Der Täter wurde verhaftet.
* Kiel, 5. Juli. Wie den .Kieler 3L Nachr." aus Suctjcti- burg .gemeldet wird, kentr rte in ber Hoioacher Bucht bei einem Gewittersmrm ein Boot mit zwei Fischern; beide er tranken.
* Hirschberg (Schief.), 5. Juli. Ter gestern unter dem Verbackt des Vatermordes verhaftete Bauernguts-Besitzer Heinrich Fiedler in Hermsdorf ist aus ber Haft wieder entlassen worden. Nach dem arztlechen Gutachten sind die an der Leiche gefundenen Verletzungen nicht die Todesursache gewesen. Tie Möglichkeit eines Ungluckssalls oder Selbst- morbes ist nicht ausgeschlosien.
* Fürth, 5. Juli. In einer engen Gasse stürzte infolge Radbruches ein hochbeladener Bretterwagen um unb begrub eine auf dem Bürgersteig gehende Bauersftau mit ihrer 13zähr. Tochter unter sich Beide waren sofort tot.
• Prag, 5. Juli. Jlie aus sechs Köpfen begehenden Fa- nnlien Lencich und Szech wurden von religiöiem Wahnsinn befallen, wobei die 20 jährige Tochter Lenvchs einen vierjährigen Neffen und eine siebenjährige Nichte in gräßlicher Weile ums Leben brachte. Mit grober Mühe gelang es der Gendarmerie, die Wahnsinnige zu bändigen und sie nach bem Irr en Hause zu überführen.
* T er Untergang ber „32 o r g e" wird in Dänemark als ein Nationalunglück betrachtet. Man sieht in Kopenhagen viele Fahnen auf Halbmast, besonders im Hafen. Fieberhafte Eufvgung herrscht überall. Tie „Salvia" wird sehr gelobt. Tie Bemannung des Schiffes überließ den geretteten Frauen ihre Kajüte. Ter Bürgermeister in Grimsby hat für (Einquartierung der Geretteten gesorgt. Wahrscheinlich werden sie mittels eines Tamplers der Eunard-Lmie nach Amerika gebracht, Tie See in der Nähe der Unfallstelle war mit hunderten von Leichnamen, welche mft Rettungsgürteln versehen waren, bedeckt. Tas Ver- balten des Kapitäns Gundel wird von ollen Seiten gelobt. 3eine Rettung erregt große Freude. Gundel war viele Jahre im Tienste der Gesellschaft, er gilt als sehr zuverlässiger Seemann. Tie „Norge" hatte keine deutschen Auswanderer an Bord. Von den Passagieren waren 301 Norweger, 79 Dänen, 58 Schweden unb 236 polnische Juden. Von letzteren ist nur einer gerettet worden. Der Dampfer „Energie" rettete 101 Ueberlebende, der Dampfer , C rvona" 42, sodaß mit den ein getroffenen ersten 27 die ^amtzahl her Geretteten sich auf 170 beläuft. Auf dem
ffr befanden sich 200 Kinder Ter englische Fisckdamoier „5Rattrap Bay" landete am Dienstag r.Vxii, rod) 17 Ueberlebende von dem AuÄnartderersclnffe in Aberdeen. Di- Urb^rt b«mben berichteten, daß sie sechs Tage lang non ' m c rn Wasser unb ie zwei Zwie -
ba^ ' für eint E'tfon leoten
• .,ahlrt, che Brände, zum Teil mft Berlust an Menjcheal b-n f>ibm m den letzten Tagen in Schlesien stattgefunden. In Noschkeu brannte das Wohnhaus des Bauern
Cttlif nieder Ter Bruder deS Besitzers, sonne ein iVjähriger Bauernsohn, die ans dem Boden nächtigten, verbrmutten. In Ottendorf brannte die Besitzung deS Gutsbesitzers Friedrich nieder, wobei ein 18 jähriger 5hied)t den Tob in den Alammen sand. Infolge BlftyMags ist die TatboUfd^ Kirche in Schalkau nieber- 1 bräunt
^tnivl'rstläts-NachriiAllN.
Berlitt, t. Juli. Tei bet tecb-
ii Hochschulen Deutschlands hat nnstmrmiy folgen ' luf a fta t A -i 91 u ii b .• r können in allen deut! eu tedntifibrn Hochschulen als Stt dierend^' aufgenommen werden, wenn sie ein Zeugnis besitzen, daS von thin Ministerium alS völlig gjei werti g mit oen Reise-e u g n > sf cn eines hima nistischcri GymnasinmS, NealgmnnasiumS ober einer Renlschnle oder einer diesen Schulen für bas technische Studium gleichgestell ■ ' ■ ü nn i d se ict muß dieses Zeugnis im Lande seiner Ausstellung zum Studium au einer technischen Hochschule, oder fall; keine solche Ansti'rtt vor lwndvN tfl. an einer Universität als Studierende ln'relistigen. iXür die russischen Staatsaugedörigen ist der Nachweis^der destanLx'nen K o n kn r r e n z p r ü f \i n g , bie zum Hochschulstudium berechtigt, zu erbringen oder das Zengnis Über den Besuch i’i weiter B ingnng, daß in ihrem Heimatl«
en Slridteö mit einem deutschen Reifezeug >
studium zugelaffcn werden. Ferner können den Ausländern in den 3rirfvniälm und Laboratorien erst 14 ?age nach Beginn des Hockschnlsemesters Plätze angtiviefen werden. — Der Verbandstag spricht fick schliesckich für eine entiineibenbe Siono- rarerhöbung anS. Dieser Beschluß soll alS EingaOe den beteiligten Ministerien und Rektoraten unterbreitet werdest.
Ter curtTorbt'uHidw Professor der Frauenheilkunde inn der stiel in Gießen al»gelehnt bat, al3 orbentliilKr Professor nach Erlangen berufen worden. Er wird dort der Rachsol^r des Prof. Veit, jetzt in Halle.
Universität 5Mauf enb n tfl in Unna rn. Taö, Rektorat der Universität.^lausenburg in Ungarn batte eine Zusettdung der Landesuniversität Osießen mit dem Bemerken zurückaehen ?- kein Klansenburg, die Sendnna se i
Diinifkrium des Innern Veranlassung gegeben, im Ein Verständnis mit dem Senat der LanbeSuniversität anzuorbnen, v i kren mit ber Ui iwi Klausenburn ?ür die Folge zu untfrbtc’ben bat
Sport.
DaS erste Gießener Tennis-Turnier, ba?? am SamStag nachmittag begonnen !> t.e. fanb gestern n ber
• Sverteilung seinen Ab scklusi Bon b rrlickem Wetter begünstigt, nahm eS eilten bWscken Verlaus, während dessen den zahlreich er)einen en
vor ollem im Herren Einzelfpicl 1. Klasse, gestalteten fid) bÜufifl zu sp>inn nden Kämpfen, bie vortr s l-cke Leistungen zutage för- denen unb bei den ßufdxiuern nidH selten lauten Beistill brrVor- riefen Tas Turmer lieferte den Beweis, daß der Tenni^kdon sich bi er in Gießen nicht mir großer B^ li btheit erfreut, sondern unter den btefigen Spielern uttb Spielerinnen manch tüchtige Vertreter besitzt. ES strht zu hoffen, daß — wie auch bei der Preisverteilung von dem Turnieraussschuß bemerkt wurde — dem ersten Turnier in den folnenben Jahren noch viele anberrn folgen mögen und daß das dn-sjäbrige ollen hiesigen rtnehm die Anregung gegeben bat, das Tenni^biel recht eifrig ju pflegen und sportsmäßig zu betreiben, damit im nSchst'cn Jahre die Beteiliaung noch größer und allgemeiner wird. — Es wäre u. E. noch zu wünschen, daß bei den künftigen Turnieren durchweg in deutscher Sprache kommondien würde, nicht einmal in deutscher und dann wieder englischer Sprache. Der BeL laus der Spiele gestaltete sich im einzelnen folgendermaßen:
Herren- Ei nzelfpiel 1. Klasse. E i e g e r: Gla essgem, zweiter: Dr. Hapve.
I n der l. Runde schlug Tr. W. Schmidt: Netto 6: 4, 11: 13, 6:4, GMnefigen: Reickardt 6:1, 6:0, Köttsckmu : Haines 6:0, 6:0, Fromme: Dr. Best 6:1, 6:2; in der 2. Runde Köttschau: Tr. Brüning 6:1, 6:1, Glaestgen: Netto 6:4, 7:5, Schlink: Fromme 6:4, 6:0, Tr. Havve: Livp 4:6, 6:3, 9:7; in der 8. Runde Glaessgen: Köttschau 6:4, 8:6, Happe: Schlink 6:3, 10:8; in der 4. Runde Glaessgen: Happ? 6:3, 6:0.
Tamen-(V injelfpiet 1. Klasse. Siegerin: Fräulein Wende, zweite : Frl. E m m e l i u S.
In ber 1. Runde Fräulein Carola von Jungenfelbr Frl. Brei der t 6:1, 6:1, Wende: Z Svpritz 6:0, 6:1, Kempfs Spengel 8:6, 6:1, Gmmelius: Mllly v. Junger^feld 6:4, 4: 6:3; in der 2. Runde Wende: Carola v. Juugenfetd. 6:3, 6:4, Emmelius: Kempff 6:1, 7:5; in der 3. Runde Wende: GmmeliuS 7:5, 6:0.
Herren-Einzelspiel 2. Klasse. Sieger: Höre nick a, uveiter: Walz.
In der 1. Runde schlug Hörrnicka: Rößler 6:1, 6:3, Walz: K. Schmidt 8:6, 7:9, 6:1; in der 2. Runde Hörrnicka: Walz 6:2, 6:8.
Herren - Doppelspiel. Sieger: Glaessgen, Hamers, zweite: Tr. Brüning, Dr. Happe.
Inder ersten Runde schlugen Glaeffgen-Hmners: Köttschau Lipv 6 ; 2, 3:6, 6:3, Dr. Bnming-Dr. Happe: Fromme Tr. Schmidt 6:2, 6:4; 2. Runde Glaessgen-Hamers: Bosius-Wende 6:2, 5:7, 6:0, Tr. Briining-Tr. Happe: Leoparb-Schliuk 6:2, 6:0. 3. Runde: Glaesigen-HumerS: Dr. Bruuing-Dr. Happe.
Gemischtes Doppelspiel. Sieger: Glaessgen, Frl. Carola von Jungenseld, zweite Lipp, Frl. G m m e l i u s.
In der e r st e n R u n d e schlugen Lipp-GurmeliuS: Recharbt- Kemvsi 6:0, 6:0. .Happe-Wenbe: Kottschau-Breidert 6:8, 6:3. Glaessgen-(5arola v. Jungenftld: Briining-Zöppritz 7:5, 6:1. 2. fR u n b c Lipp-Gmmelius : Hapne-Aenbe 6:4, 6:8. Glaessgen Carola v. Jungenfeld: Hamers'Milly v. Jungenseid 6 :4, 6 : B. 3. Runde. Glaessgen-Larola v. Jungenfeld: Lipp-Emmelius 6: 0, 6: 3.
Hisenkayn-Z?it«ng.
München, 5. Juli. Im Finanzausschuß der Abgeordnetenkammer ttnirbe beim Eisenbahnetat allgemein anerkannt, daß die finanziellen Verhältnisse der bayerischen Staatsbahnen keine rosigen seien. Eigentlich seien' keine Ueberfchüsse der Einnahmen Über die Ausgaben vorhanden. Man müsse endlich an die Tilgung der Eisenbahn^ schuld Herangehen. Ter Berkehrsminister stimmte diesen Ausführungen zu. Er häll eine Erhöhung der Einnahmen nicht für möglich. Man müsse die Ausgaben beschränken, doch könne das nicht bei dem persönlichen Aufwand, obwohl derselbe verhältnismäßig größer als in anderen Staaten sei, der Fall sein. Im Gegenteil, es müsse für die Arbeiter nod, etwas gescliehen. Einverstänonis herrschte bezüglich der Regelung der Güterumleitungsfrage, wenn auch Bayern da» bei Cvtei bringen müsse. Ter Verkehrsminister teilte mit, daß Ende Juli eine neuerliche Konferenz wegen der Regelung der Umleitungsfrage stattgefunden habe. Es feien da Vereinbarungen besprochen worden, von denen er hoffe, .daß sie zustande kommen. Der Minister sprach sich für Herbeiführung einer Betri e b s m i t t e l g e m e i n s ch a f t aus, worüber eine Despreeh- ung zwisclnnl Württemberg, Baden, und Preußen in Frankfurt stattgefunden habe. Der Ausschuß ist mit der Herbeiführung einer Bettiebsmittelgemein-fchaft einverstanden, die eine rationellere Ausnutzung der Betriebsmittel ermöglichen würde.
Wieweit er landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 7. Juli 1904: Heiter, wärmer und zunächst trocken, später Trübung und vielerorts Gewitterregen.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte,
fjmiitri und Verkehr. Volkswirtschaft.
«erttuer Börse vom 5. Juli 1904.
(Mitgeteilt von ber Bank für Handel und Industrie, Gießen." Privat-DiSkont 8'/4 Prozent.
Anfangs- u. Schlußkurfe.
Ceft. Kredit . 201.60 202.12
Deutsche Bauk . . . 220.50 220.40
Dannstädter Bank . . 137.50 137.37
Bochumer Gus, . . . 188.40 188.00
Harpener Bergbau . . 198.10 198.10
Tendenz: Ruhig.
— i ti w i r t f ch a s t l i ch e r R ü ck b l i ck. Ein Rückblick auf
das erste Hglbiahr zeigt, daß der Geschäftsgang sich in den Monaten April bis Juni weniger lebhaft gestaltet hat, wie in den ersten drei Monaten. Immerhin ist der BeschäftigunSgrad, in der Gesamtheit betrachtet, weit besser gewesen als in der gleichen Periode des Vorjahres. Roch ist für die eigentlichen Sommermonate Juli unb August auzunehmen, daß die Ermattung eher zu-, als abnimmt. Nun, da - wäre weiter keine außergeivijhnliche Erscheinung, unb würde auch kaum etwas schaden, wenn nur mit Eintritt des
Herl>stes das Geschäft wieder recht flott und frisch einsetzt
II rin*Itr Meldungen
Berlin, 6. Juli. Als eventueller Nachfolger des Freiherrn u. Mirbach in sei nein Amt als Oberhosmeister der Kaiserin wird in Hofkreisen der Bizc-^berzeremonien- mciftcT von den Knesebeck, der langjährige Einführer dcä diplomatischeir Korps, genannt.
London, 6. Juli. Ter Petersburger Korrespondent des „Standard" meldet, die Russen beh-aupten, daß von den Japanern nur wenige der bei Tschemulpo getöteten Russen beerdigt worden seien. Die meisten seien in Sacken in die See geworfen wvrden.
London, 6. Juli. „Daily Chronicle" meldet au- Halifax vom 5. ds.: Seit mehreren Tagen wütete in den Waldungen von Sydney (Cape Breton) Feuer, das heute die Grenzen der Stadt erreichte uitb durch den Sturm ange- sacht, über den bewohnten Stadtteil hinweggeht.
Paris, 6. Jnli. „Echo de Paris"' meldet aus Petersburg, man erwarte in Peterhof die Niederkunst der Zarin in 2 oder 3 Wochen. — Nach Petersburger Meldungen begibt sich Herr v. Witte nach Berlin, um den Handelsvertrag mit Deutschland zu unter* zeichnen. Rußland habe Zugeständnisse gemacht in Bezug auf die Einfuhr von Dergprodukten und Manufakturwaren, Deutschland hinsichtlich der Getreidezölle.
Petersburg, 6. Juli. Nach aus Liaujang eingb troffenen Meldungen haben die Japaner den Vormarsch mif Liaujang eingestellt und sich nach Föngwangtschöng zurückgezogen. In der Umgebnng von Siujen konzentrieren die Japaner große Trirpyenmassen. Nach Meldungen aus Port Arthur ist das Kriegsschiff Pereswjet ganz unversehrt. Alles befinde sich auf demselben wohl.
Warschau, 6. Jnli. In einer Straße im Zentrum der Stadt wurde die 70 Jahre alte Fabrikantenwitwe Goldmann und ihr Dienstmädchen in besttalischer Woise ermordet. Die Untersuchung ergab, daß der Handlungsschüler Alexmider Jdensohn den Mord begangen hat, um sich durch Beraubung der Goldmann die Mtttel zu einer Studienreise mich Sachalin zu verschaffen.
Saloniki, 6. Juli. Wassil Christomanow, welcher besckwldigt wird, das Postpaket mit der H ö l l e n m a s ch i n e aufgegeben zu fabelt, wurde trotz seines Leugnens zum Tode verurteilt.
B o st o n , 6. Juli. (Reuter.) Ein Feuer zerstörte den Eletreideelevator und drei Darenlagerhäuser der Boston and Mainc-Eisenbahn. Der Schaden wird auf eine M i l l. D o l l. geschätzt. Der Dampfer „Austrian" der Allan- line sing im Dock F-euer und wurde herausgeschleppt. Die oberen Teile sind beschädigt. Einige Leute der Besatzung sprangen vor schreck ins Wasser, wolwi dreiertranken.
Söul, 6. Juli. Amtliche Meldungen besagen, die Cholera sei in der Mandschurei ausgebrochen und fafre bereits Antung erreicht.
Telephonischer Kursbericht.
Frankfurt a. Jl.t 6. Juli.
3ReiohnAnloIhe , . 101.90 BVg do. ... 90.40 3V/c Konsole .... 102.05 3o/n do.....90.40
Hensen .... 101.40 3'/,-6 Oborheeenn . . . 99.20 4% Oeeterr. Goldrente . . 101.10 4* 6% Oeeterr. 8ilborrente 130.00 4 Unsrer. Goldrente . . 100.00 40/j Italien. Rente , . . 103.90 4V, % PortnpieRer . . . 61.80 R°/' Portugiesen.....61.00
1% C. Türken .... —.— l'Urkenlose......130.20
4®/q Griech. Monopol.-Anl. 49.40 Ax % ilnRsern Art/onHn^r 44.55
80/u Mexikaner . . . 27.70
4V,«//, Chinesen .... 89.75 Electric. Seb ackert . . . 105.20 Nordd. Lloyd . . . . 101 50
Kreditaktien .... 202 20 Diakonto-Kommnndit. . 107.70
Darmstadter Bank . . 138.00
Dresdener Bank .... 150.50 Berliner HandelBgee. . . 154 00 Oesterr. Staatabahn . . . 136 90 Lombarden . . • • ■ 17.20 Oottbardbahn .... 187.00
Laurahütte ...... 243.00 Boohnm ...... . 188.50 Harpener ..... 197.50 Tendenz: fest.
Arbeitsnachweis der Stadt Gießen
(Barten(trage 2 (fBfirgermelfterefgebfixtbe) ßtmmer 9h*. 14.
Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Mrbettgebern unb
Arbeitnehmern (Arbeiter« jealichrr Art, Dienstboten und Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermittel,u
tttn den Werktagen von 8 bis 1 Uhr unb von 8 bis 6 Uhr geöffnet.
Eü könne« eingestellt werden: 5841
1 lanbw. Arbeiter, 1 Gärtner, 40 Arbeiter (auswärts), ein Spengler, 1 Kesselfchmieb, 5 Wagner, 1 Sattler- unb Tapezier, 3 E ehre in er, 1 Friseur, 4 Schneider, 1 Maler il Lackierer, 2 Glaser, 1 Hausbursche, 13 Dienstmädchen, 1 Laufmäbchen, 3 Lauffrauen.
Lehrlinge:
1 Buchbinber, 1 Tapezier, 2 Backer, 1 Glaser, 1 Kaufmann.
So suchen Arbeit:
1 Gartenarbeiter, 1 Wagner, 1 Tapezier unb Polsterer, eine Wttscherin, 2 Putzfrauen, 1 Büreaubiener, 1 Fahrbursche, 1 Schreib- gehilfe.__
Bekanntmachung,
die Abhalturig der Wochenmärkte betreffend.
ivür die Dauer der Kanalifationsarbeiten auf dem Lindenplatz und- vorderen Brandplatz und in der Marktlaubenstraße wird der Obst- unb Gemüsemarkt auf dem Hinteren Brandplatz und der Butler- unb Eiermarkt auf bem Marktplatz abgehalten.
Gießen, den 6. Juli 1904. 5846
Grvßherzovlisl e Bürgermeisterei Gießen.
I. V.: Curfchmann.
Die Kinzenbachcr Straße in der Strecke von ber Gießen— Nodhcimer Straße biß nach Krofbors ist von morgen ab auf 3 T-oge gesperrt.
Krosbars, ben 6. Juli 1904. 5849
Die Ortöpolizeibehürbe. Der Bürgermeister.
I. V.: Leib.


