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6.6.1904 Erstes Blatt
 
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Montag 6. Iuni IVV4

154. Jahrgang

Erstes Blatt.

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üaben in den meisten n-, Colonialwaren Seifengeschäften.

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Der Aufstand in Aeulsch-Südwestafrika.

Berlin, 4. Juni. Gouverneur Leutwein reibet: Bei Okuwakuatjiwi sowie Outje kamen in den letzten Tagen kleine Zusammen st öße mit einzelnen Hererohausen vor. Die Lelio- grapbenverbindung Omaruru-Outje ist wiederhergestellt. Bei Outje ist Seesoldat Friedel der 3. Kompagnie des Seebataillons! am 31. Mai gefallen. Die Hereros wurden ostwärts zurück-' geworfen.

diesen Truppen folgen. General Mischten ko sendet 4000 Mann aus, um die in Pitzewo befindlichen Truppen von der Hauptmacht zn trennen. In Tokio wird diese Meldung für wichtig gehalten, man siebt aber darin keine Gefahr für die Pläne der japanischen Kriegsleitung, sondern erblickt in dem Vorrücken der Russen ein den Japanern günstiges Moment.

Tokio, 5. Juni. Hier wird behauvtet. daß, als die erste japanische Division am Abend des 26. Mak zum Sturm­angriff gegen die Ranschau-Hügel vorging, auf russischer Seite mehrere weiße Flaggen gehißt wurden. Die Japaner hätten daraufhin das Feuer eingestellt, wären aber beim weiteren Vorrücken der Maschinenkanonen beschossen worden, wobei einige Soldaten getötet wurden.

Petersburg, 5. Juni. Ern Kabeltelegramm aus Liao­jang meldet: Laut einaelaufcnen Nachrichten sind die Verluste der Japaner bei Wafangou bedeutend gewesen. Tie vernichtete Schwadron des 13. Dragonerregiments zählte 160 Mann, die Schwadron des 14. Regiments machten acht Salven der Schützenkompagnie nieder. Der Verlust dieser Schwadron be­trug nach eitern aufgefangenen Bericht der Japaner 70 Mann. Die dritte Schwadron emvfing ihr Feuer von der Fußgrenzwache, wonach die Schwadron viele Tote und Verwundete zurückließ und sich zurückzog.

To kio, 5. Juni. (Reuter.) Ein japanisch er Tor- pedobootszerstörer entdeckte gestern bei den San- schantao-Jnseln eine große Mine und brachte sie zur Explosion. Tie Japaner sind beschäftigt, die Bucht von Talienwan von Minen zusäubern. Sie verwenden dabei Taucher aus Kusckiro.

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Ausland.

London, 4. Juni. Aus Lahore wird gemeldet, daß eS bereits zu ernsten Zusammenstößen gekommen ist. Danach sotten die Engländer zwei vierpfündige Geschütze' erobert und den Lhassa-General get»tet haben.

Daily Chronicle" spricht in einem Artikel betreffenb das französisch-englische Marokko-Abkommen die Ansicht aus, daß England einen sehr hohen Preis für die Abtretuno der französischen Rechte in Neu­fundland bezahlt habe.

Paris, 5. Juni. Zu Ehren der hier weilenden Abordnung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft fand gestern abend ein Festmahl statt, bei dem von mehreren Rednern Trinksvrüche aus die gedeihliche Fortentwicklung der Landwirt­schaft Frankreichs und Deutschlands ausgebracht wurde.

Budapest, 5. Juni. Nachdem die Erhöhung der Z i v i l l i st e angenommen ist, wird die Errichtung einer beson­deren ungarischen Leibgarde zum inneren Dienst erfolgen. Wäh­rend des hiesigen Aufenthaltes des Hofes wird an die Spitze des neuen Korvs der frühere Honvedminister, Freiherr v. Feyer- vary, gestellt werden.

Sidney, 4. Juni. Jnbetreff derdeutschenBes ckw erde über die Beleidigung des deutschen Generalkon­suls durch den früheren Premierminister Deakin erttärt der jetzige Premierminister Watson, es müsse jetzt erklärt werden, daß der Generalkonsul v. Buri persönlich eine Garantie für die Heimschicknng Stellings nickt beabsichtigt habe. Auch sei aus­gemacht worden, das; bei ähnlichen Fällen in Zukunft Zusicker­ungen deutlich abzufassen seien. Infolge dieser befriedigenden Erttärungen würden die Beziehungen zwischen der Bundesregier­ung und dem Generalkonsul fortan ebenso herzlich sein, wie zu den anderen Konsuln.

Ans HtaSt und Land.

Gießen, den 6. Juni 1904.

* DaZ Militär-Wochenblatt nennt in der Nach­weisung der vom 1. Januar bis Ende März 1W04 bekannt gewordenen Todesfälle von Offizieren als Angehörige des 18. Armeekorps: Christ, Leutnant der Res. des 1. Großh. Hess. Jnfanterie-(Leib-Garde-)Regiments Nr. 115, Stephan, Leutnant der Reserve des Jnf.-Leib-Negiments.Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Hensel, Hauptmann der Reserve desselben Regiments.

** Ordensverleihung. Dem Oberstabsarzt a. D. Dr. Siegert zu Gießen, bisher Regimentsarzt des 4. Bad. Infanterieregiments Prinz Wilhelm Nr. 112, wurde der Kgl. Kronenorden 3. Klasse verliehen.

Valitische Tagesschau.

Das Attentat des Fürsten Dolgorucki gegen den Grafen Lambsdorff.

Eine Meldung des Petersburger R H. T. B. konstatiert, daß Fürst Dolgorucki sein verbrecherisches Attentat gegen den Minister des Aeußern im Zustande des Affekts begangen hat, der seine schon vorhandene Gei st es stör- ung bis zum äußersten getrieben hatte. Während seines Verhörs sprach er unzusammenhängende Worte, und um seinh Handlungsweise zu motivieren, schob er als Beweg­grund seiner Tat bald seinen durch den Krieg mit Japan gereizten nervösen Zustand vor, da er die Schuld am Kriege dem Grafen Lambsdorff zumesse, bald sein persönliches Rachegefühl, welchem er gegen seinen ehemaligen Chef Luft machen wollte. Die ärztliche Unter­suchung, welcher er unterworfen wurde, hat 'seinen krank­haften Zustand konstatiert. Er ist infolgedessen in einer Irrenanstalt untergebracht worden.

Fürst Dolgorucki war längere Zeit Attache bei der russi­schen Botschaft in Wien und erwarb sich den Ruf eines exzentrischen und unzuverlässigen Menschen. Er hatte wiederholt sehr peinliche Affären in der Wiener Gesell­schaft auszutragen; dabei befand er sich immer in Geldver­legenheiten. Schließlich sah sich die russische Negierung genötigt, Dolgorucki von seinem Posten abzuberufen.

Auf Grund zuverlässiger Informationen stellt das Wiener Fremdenblatt fest, daß Graf Lambsdorff bei dem Renkontre nicht tätlich beleidigt wurde, sondern sich noch rechtzeitig in das Haus seines Adjutanten zurückziehen konnte.

Der WienerZeit/" zufolge hält man in diplomatischen Kreisen die Stellung des Grafen Lambsdorff für ernst­lich erschüttert, weil der Zar ihm den Vorwurf macht, den Krieg mit Japan nicht rechtzeittg vorausgesehen zu haben.

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nissen in d»en letzten Jahren zurück. Da die Saaten gut stehen, ist nicht zu erwarten, daß in der absteigenden Neigung der Einnahmen aus den Getreidezöllen bald ein Wandel einttitt.

In Eisenach trat am 3. Juni eine Konferenz von Vertretern d'r mitteldeutschen Bundesstaaten zusammen. Vertreten warm: Sacksen-Meiniuoen, Sacksen-Coburg-Gotha Schwarzburg- Rudolstadt, Schwarzburg-Sondershausen. Sachsen-Altenburg, Sack- sen-Weimar, Anhalt. Lipve-Dettnold, Schaumburg-Lippe und das Großherzogtum Hessen. Von einigen Staaten waren die Minister anwesend. Die Beratungen betrafen die schwebenden Verhand­lungen mit Preußen wegen Herstellung einer Lotterie Inter­essengemeinschaft. Unter den Beteiligten wurde eine voll­ständige Uebereinstimmnng erzielt.

Oldenburg. 4. Juni. Der hier versammelte ständige AuS» schuß des deutschen Landwirtschaftsrates beschloß, angesichts der jetzt sckweb-nden Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages mit Oesterreich- Ungarn, heute einstimmig, in letzter Stunde an den Reichs­kanzler und den Bundesrat noch einmal die dringende Bitte zu richten, das bisherige Viehseuchen-Uebereinkommew mit Oesterreich-Ungarn nicht zu erneuern, vielmehr den Verkehr mit Oesterreich-Ungarn in gleicher Weise, wie den Ver­kehr mit den übrigm Vertragsländern uneingeschränkt den Be­stimmungen des Vicksenckengesetzes zu Unterstetten, da nur hier­durch eine erfolgreiche Bekämpfung der Viehseuchen für die Zu­kunft möglich sein werde.

Magdeburg, 4. Juni ImHofjäger" hielt heute bet Bund der Landwirte seine Generalversammlung ab, die von rund 2000 Landwirten besucht war. Den Hauvt- vortrag hielt der Landtagsabg. Graf Reventlow über die wirtschaftspolitische Lage. Ten Nebenvortrag hielt Reichstagsabg. Liebermann von Sonnenberg über das ThemaWarum müssen wir Mitttlstandsvolitik treiben ?"

Gera, 5. Juni. In der gestrigen Landtagssitzung von Neuß j. L. wurden die beiden Vorlagen 1. der Staatsvertrag! zwischen den thüringischen Staaten wegen Errichtung einer Thü­ringischen Aerztekammer, und 2. der Gesetzentwurf über die Organisation des ärztlichen Standes, Erricht­ung von ärztlichen Ehrengerichten re. mit großer Majorität (13 gegen 2) abgelehnt. In der heutigen Sitzung erftärte Staats­minister v. Hinüber auf eine sozialdemokratische Interpellation, daß von der Staattregierung eine Aenderung des Steuer# gesetzes in Aussicht genommen sei, daß aber eine Aenderung des Tarjses fraglich wäre und sich nach der Bedürfnisfrage zu richten habe.

Dresden, 5. Juni. Auf Wunsch der Aerzte hat der König; die Abreise nach Ems verschoben: für die Abreise ist jetzt der Mittwoch in Aussicht genommen worden.

Bremen, 5. Juni. Die Dampfschiffahrtsgesettschaft Argo beschloß, wie dieWeserttg." meldet, eine neue Dampferlinie zwischen Amsterdam und dem La Plata einzurichten. Der erste Damvfer,Livland", soll am 1. Juli von Amsterdam abgehen. Die Damvfer sollen in vierwöckentllcken Expedittonen folgen und auf der Ausreise Dünkirchen anlausen. _

Danzig, 5. Juni. Die westpreußische Handwerker-Gewerbe­ausstellung sowie Nelunausstell"ng für Volkswohlfahrt wurde heute mittag vom ^b"rhr'fib'nf<'n <rvstzi-nck eröffnet.

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Nr. 130

täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Deutsches Keich.

Berlin, 5. Juni. Die für S ü d w e st a fr i k a bestimmte erste reitende Feldartillerie-Ba,tterie wurde gestern vom Kaiser besichtigt. Nachdem das Kaiserpaar die Front der Batterie abgeritten hatte, verabschiedete sich der Kaiser in einer kurzen Ansprache an die Truppen. Der Kaiser sagte ungefähr folgendes: Er habe sie vor ihrer Abreise noch einmal begrüßen wollen. Sie möchten der Truppe, aus der sie hervorgegangen seien, Ehre machen und eingedenk sein, daß sie ins Feld ziehen, um das Blut ihrer Brüder zu rächen. Sie sollten nicht ver­gessen, daß sie die im Felde stehende Infanterie zu unterstützen hätten und daß sie es mit einem tapferen, umsichtigen, energischen und schlauen Feinde zu tun hätten.

Der Kaiser beabsichtigt, morgen vormittag nack 'Neu - S t r e l i tz zu reisen zur Teilnahme an der T r a u e r f e i e r für den verstorbenen Großherzog in der dortigen Schloßkirche.

Die Kanalkommission des Abgeordnetenhauses setzte die Generaldebatte über den Gesetzentwurf betreffend das lieber# schwemmungsqebiet der Wasserläufe fort Die Regierungsvorlage erfuhr mehrfach einschneidende Aenderungen. Nächste Sitzung Donnerstag.

Aus Anlaß des Hinscheidens des Generals der Kavallerie z. D. v. Krosigk hat der Kaiser an die Witwe des Ver­storbenen folgendes Beileidstelegramm gesandt:

Ich spreche Ihnen und den Ihrigen meine aufrichtige Teilnahme an dem Hinsckeiden Ihres von mir hockAeschätzten Mannes aus, der, Kavatterist vorn Scheitel bis zur Sohle, mir ein vortreff­licher Lehrmeister war. Mit mir verliert die Armee an ihm einen hervorragenden Kavatterieführer, dessen Andenken in seiner Waffe stets in Ehren gehalten werden wird. Wilhelm.

Wie dasB. Tgbl." aus sicherer Quelle erfährt, ist der deutsch-belgische Handelsvertrag von den beider­seitigen Bevollmächtigten unterzeichnet worden.

Die Standeserhöhungen waren nach einer Zu­sammenstellung derVoss. Ztg." im Jahre 1903 in Preußen nicht sehr zahlreich. Der freiherrliche Titel ist zweimal verliehen worden, den Adelstitel haben acht Personen erhalten gegen 14 im Jahre zuvor, 46 im Jahre 1901, 43 im Jahre 1900. Da­gegen war die Zahl der Ordensverleihungen in Preußen größer als in einem der Vorjahre und übertraf selbst noch die ZaU des Jabres 1901, in dem die 200jährige Jubelfeier Preußens und die ostasiattscke Expedition auf die Verleihung fördernd ein­gewirkt haben. Es sind 14 258 Orden verliehen worden gegen 12 008 int Jahre zuvor. Außerdem ist 317 Preußen die Genehmig­ung zur Annahme ausländischer Orden erteilt worden.

Wie dieNationattib. Korr." hört, blieben die Ein­nahmen aus den Getreidezöllen in den letzten Mo­naten nicht wenig hinter den Durchschnittsergeb­

Von Bremen nseh

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Gietzener Anzeiger W General-Anzeiger v

v den polit. und allgem.

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WWZ

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n t S mit Quertztz, ^Maitneu' zweirädriges pveisroert ab ^agensabrik r; Stephan

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Kine Aede des bayerischen Thronfolgers.

Land Hut, 5. Juni.

Heute fand hier die Jahresversammlung des Vereins Mr Hebung der Fluß - und Kanalsckiffahrt in Bayern statt, der der Protektor dieses Vereins Prinz Ludwig von Bayern beiwohnte. Bei dem Nachmittags stattgehabten F-esttnahl hielt der Prinz eine Ansprache, in der er an­knüpfend an die Ausführungen des Vorredners über die Taufe des KreuzersMünchen" folgendes an­führte: Diese Taufe sei für die Stadt München eine Ehre gewesen, und es habe ihn gefreut, bei dieser Gelegenheit der kaiserlichen Marine wieder nahegetreten zu sein. Neber- gehend auf seinen Aufenthalt in Bremen, rühmte der Prinz die außerordentliche Energie dieses Stadt-Staates, der die Schiffbarmachung der Weser für große Schiffe durchgeführt habe. In Bremen wisse man sehr wohl den großen Wert der schiffbaren Flüsse und der Kanäle zu schätzen. Der Prinz erklärte sich dann gegen die Erhebung von Schiff­fahrtsabgaben auf den Mass er st raßen, auch auf den künstlichen, und sagte, ähnlich wie auf den Land­straßen, müsse auch auf den Wasserstraßen der Verkehr frei sein. Nur wenn die Wasserstraßen gar nicht anders zu erhalten wären, könne man in diesem Punkte nachgeben. Der Prinz kam darm auf den Staatsvertrag betreffend die Mainkanalisation zu sprechen und er­klärte, so lange dieser Vertrag nicht zu stände gekommen sei, so lange sei es auch mit dem Kanal nichts. Der ganze Norden Deutschlands sei abgabefrei an das Meer angeschlossen, von Bayern dagegen nur die Pfalz; das rechtsrheinische Bayern und Württemb"ra dagegen nickt. Es ist unser billiger Wünsch, erklärte der Prinz, diesen An­schluß zu bekommen, und es sei die P f l i ch t aller Deut- sch en, uns dabei zu helfen, da ß.au ch uns zuteil wird, was alle anderen Deutschen schon be­sitzen. Wie wir mit ihnen Schulter an Schul­ter gekämpft haben, so sollen sie auch mit uns in dieser Beziehung zusammen stehen und uns helfen, daß wir diesen Anschluß erlangen. Hierauf schloß der Prinz mit einem Hock auf den K-malverein.

3>er Krieg zwisdiln Japan und Rnßtand.

Port Arthur.

Tokio, 5. Juni. Admiral Togo meldet: Nach einem drahtlosen Telegramm des Kommandanten des auf der Höhe von Port Arthur kreuzenden KriegsschiffesChitone" wurde auf der Spitze von Laotischan vier Masten, bon, denen der eine mit Instrumenten für drahtlose Telegraphie versehen war, und ein Schilderhaus gesehen. Ferner wurden gestern wiederholt heftige Explosionen gehört, und das Auf­steigen von dichtem Rauch in der Richtung von Port Arthur bemerkt.

Niutschwang, 4. Juni. Heute mittag trafen aus Port Arthur zwei Brieftauben mit Mitteilungen des Generals Stössel ein. Die hiesigen Russen versichern, es seien gute Nachrichten.

Gefechte.

Petersburg, 4. Juni. Ein Telegramm des Gene­rals Sacharow an den Generalstab vom 3. Juni besagt: Am 31. Mai hatten transbaikalische Kosaken im Fenschui- linvaß auf dem halben Wege zwischen Kiantschan und Sai- madza ein Gefecht mit den Japanern, die auf den Höben eine starke Stettung besetzt hielten. Die Kosaken griffen zu Fuß den G e g n e r unter lebhaftem Feuer an und zwangen ihn, die Stellung zu räumen. Auf russi­scher Seite sind 6 Kosaken tot; Oberstleutnant Sabotkin, ein Arzt und 22 Kpsaken verwundet.

Söul, 4. Juni. (Reuter.) Gestern früh fand zwischen kleinen Kosakenabteilungen und japanischen Patrouitten ein heftiger Kampf, 12 Meilen nördlich von Gensan, statt. Die Kosaken gerieten in einen Hinterhalt und zogen sich unter Zurücklassung von 6 Toten in der Richtung auf Hambeung zurück.

Tokio, 4. Juni. Zu der Meldung des Reuterschen Bureaus über die Kämpfe, die am 30. Mai nördlich von Port Adams stattfanden, sind jetzt folgende Einzelheiten eingegangen. Die japanische Kavatterie erkannte bei einer Rekognoszierung in Tschutschiattmg, daß sich Kosaken in Felissu festgesetzt statten. Die daraufhin entsandte Infan­terie und ^ab. 11 rie schlug die Russen, die drei Schwadronen zätzs en, und verfolgte sie. In Tschandiatun stießen noch zwei Schwadronen zu den Russen. Die Japaner griffen nochmals an und schlugen die Russen wieder in die Flucht. Als nun in Lungrungmias die Russen noch durch fünf Kompagnien Infanterie und eine Batterie Feldartillerie verstärkt wurden, griffen die Japaner zum dritten Male an. Die Russen zogen sich nach Telissu zurück: die beiderseitige Kavatterie war dort Montag nacht in Fühlung.

London, 4. Juni. DemStandard" wird aus Tokio als Gerücht gemeldet. General Stössel habe angeboten, zu kapitulieren, falls ihm gestattet würde, mit der ganzen Besatzung von Port Arthur und den Waffen nach Nuttschwang abznttehen. lDas Gerücht verdient keinerlei Glauben.)

Petersburg, 4. Juni. Oberst Gurkow, welchem ge­lungen ist. von Port Arthur aus nach Passierung der japa­nischen Linien nach Lianjang zu gelangen, ist der SoW des bekannten Genn-als ^tz'.rkow. Er überbringt euren Berrckt über die Stärke der feindlickm Truppen bei Inkan und zahlreiche für Enrova bestimmte Briefe.

Tokio 5. Juni. Zwischen Javanern und Russen fanden am vergangenen Montag zwischen Port Adam und Pulantten drei Gefechte ft aff in dmen die Russen aescklagen wurden.

Weiteres vom Kriegsschauplätze.

Yokohama, 5. Juni. Nach aus Tschifu eingelaufenen . Berichten macktm die Russen einen V o r st o ß n a ch öfi de n. 1500 Mann haben Riuffckwang in der Rrchtung nach Gaickow vassiett. Ein Regiment Infanterie und ein , Regiment Kosaken sowie eine Division kamen in Gaichow an, eure andere Brigade